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Diplomarbeit

Die Behandlung der Adipositas in der Chinesischen Medizin

von Barbara Karbowiak

Shou Zhong Aus- und Weiterbildungszentrum Ost für traditionelle chinesische Medizin und klassische Akupunktur e.V. in der AGTCM

Berlin, August 2007

Inhalt

 

Seite

Einführung

1. Adipositas - Definition aus westlicher Sicht

1

2. Ursachen und Folgeerkrankungen

3

3. Momentane Lage (weltweit, Europa, Deutschland)

9

4. Hilfsangebote, Therapien aus westlicher Sicht

11

5. Adipositas aus chinesischer Sicht

15

6. Die Wandlungsphase Erde

17

6.1 Die Milz

18

6.2 Der Magen

20

6.3 Milz und Magen

21

7. Zang Fu Syndrome der Adipositas und ihre Therapie

23

7.1 Milz Qi Mangel

24

7.2 Milz Yang Mangel

27

7.3 Nieren Yang- und Milz Qi Mangel

29

7.4 Magen Yin- und Milz Qi Mangel

31

7.5 Milz Qi- und Magen Qi Mangel

34

7.6 Herz Qi- oder – Yang Mangel und Milz Qi Mangel

36

7.7 Leber Qi Stagnation und Schleim Feuer im Magen

38

7.8 Kälte und Feuchtigkeit in der Milz

40

7.9 Feuchte Hitze in Milz und Magen

42

7.10 Exzessive Hitze in Magen und Dickdarm

44

7.11 Leber Qi Stagnation und Milz Qi Mangel

45

8.1

Li Jia

47

 

8.2 Radha Tambirajah

49

8.3 Wu Jie

50

8.4 Hilfe bei Heißhungerattacken

50

9.

Ohrakupunktur

51

10.

Fallbeispiel

53

11.

Zusammenfassung

55

12.

Literatur

13.

Danksagung

Einführung

Die Adipositas ist eine moderne Zivilisationskrankheit, die auf dem besten Weg ist, sich zu einer weltweiten Epidemie zu entwickeln. Mußten die Menschen in früheren Zeiten große körperliche Anstrengungen unternehmen um an Nahrungsmittel zu kommen so gibt es sie heute in vielen Ländern weltweit im Überfluß. Zeiten des Hungerns, die früher normal waren, kennt der reiche Norden gar nicht mehr. Die schier unbegrenzte Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln ist aber nur ein Grund weshalb sich die Adipositas in unserer heutigen Zeit zu einem immer größer werdenden Problem entwickelt. In zunehmendem Maße erfasst sie alle Altersgruppen der Bevölkerung. Sie breitet sich nicht nur in den Industriestaaten aus, auch Schwellen- und Entwicklungsländer werden von ihr erstaunlicherweise nicht verschont. Durch ihre Folgeerkrankungen belastet sie die Volkswirtschaften und Gesundheitssysteme enorm. Weltweit werden als Gegenmaßnahmen Programme zur Bekämpfung der Adipositas entwickelt und den Betroffenen Hilfsangebote aller Art gemacht. Bisher waren alle diese Bemühungen aber nur von mäßigem Erfolg gekrönt. Die Rückfallquote ist hoch. Es stellt sich die Frage, weshalb es so schwierig ist, diese Krankheit in den Griff zu bekommen. Ich hoffe mit meiner Arbeit etwas zur Klärung dieser Frage beizutragen und aus Sicht der komplexen, erfahrungsreichen chinesischen Medizin etwaige Lösungs- möglichkeiten aufzeigen zu können.

1.

Definition und Einteilung der Adipositas aus westlicher Sicht

Adipositas – Obesity (engl.) definiert die westliche Schulmedizin als ein krankhaftes Übergewicht mit einem zu hohen Körperfettanteil, das zu gesundheitlicher Beeinträchtigung führt. Besonders nachteilig sind Fettdepots im Bauchraum und an den inneren Organen. Indikatoren für den Anteil von Körperfett und dessen Verteilung sind der Bauchumfang und das Taille-Hüft Verhältnis.

Man misst den Taillenumfang:

ein erhöhtes Übergewichtsrisiko liegt für Frauen ab 88 cm und für Männer ab 102 cm vor. Weiterhin misst man den Hüftumfang, dann teilt man den Taillenumfang durch den Hüftumfang und erhält einen Wert, der für

Männer als 1,0 und für Frauen als 0,85 sein sollte.

Diese Werte entsprechen von der körperlichen Erscheinung her einem „Birnentyp“. Höhere Werte bedeuten ein höheres Risiko an den Folgen von Übergewicht zu erkranken und die körperliche Erscheinung ähnelt eher einem „Apfeltyp“.

Ferner ermittelt und klassifiziert man das Übergewicht mit dem Körpermasseindex (Bodymass Index = BMI).

BMI=

Körpergewicht (kg) Körperlänge 2 (m 2 )

z.B. hat eine Person mit einer Körpergröße von 160 cm und einem Körpergewicht von 60 kg einen BMI von 23,4 kg/m 2 . 60 : (1,6m) 2 = 23,4 kg/m 2

BMI Klassifikation (nach DGE, Ernährungsbericht 1992):

Klassifikation BMI

männlich

weiblich

Untergewicht

< 20 20 – 25 25 – 30 30 – 40 > 40

< 19 19 – 24 24 – 30 30 - 40 > 40

Normalgewicht

Übergewicht

Grad I

Adipositas

Grad II

Adipositas massiv Grad III

Außerdem wird der BMI dem Alter zugeordnet:

Alter in Jahren

BMI

19

– 24

19 – 24 20 – 25 21 – 26 22 – 27 23 – 28 24 – 29

25

– 34

35

– 44

45

– 54

55

– 64

> 64

Die Internationale Klassifikation der Krankheiten – ICD 10 – rechnet die Fettsucht zu den Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten:

E65 – E67 Adipositas und sonstige Überernährung

E65

lokalisierte Adipositas – Fettpolster

E66

Adipositas

E66.0

Adipositas durch übermäßige Kalorienzufuhr

E 66.1 Arzneimittelinduzierte Adipositas

E66.2

Übermäßige Adipositas mit alveolärer Hypoventilation Pickwick-Syndrom

E66.8

Sonstige Adipositas krankhafte Adipositas

E66.9

Adipositas, nicht näher bezeichnet

E67

Sonstige Überernährung

Das Robert-Koch-Institut ordnet die Essstörungen nach ICD 10 in seiner KIGGS Studie (Studie zur Kinder- und Jugendgesundheit 2003-2006) den psychischen und Verhaltensstörungen zu:

Adipositas, Fettsucht Essattacken im Zusammenhang mit psychischen Störungen

Binge Eating Disorder Episoden von Fressanfällen ohne gewichtsregulierende Gegensteuerung

2. Ursachen und Folgeerkrankungen der Adipositas

Da man Adipositas oft mit anderen Krankheiten zusammen beobachtet, versucht man sie in verschiedene Ursachenmuster zu ordnen:

1. eine Krankheit ruft Adipositas hervor

2. Adipositas und Kofaktoren führen zu einer Krankheit

3. Adipositas und bestimmte Krankheiten werden gehäuft, z. B. in klinischen Studien, zusammen beobachtet, es besteht eine nicht eindeutige Wechselwirkung - Korrelation – zwischen ihnen

4. möglicherweise besteht eine gemeinsame unbekannte Ursache für die Adipositas und der beobachteten Krankheit

Oft gibt es nur eine Korrelation, d.h. man kann nicht eindeutig beweisen, dass eine Krankheit durch Adipositas hervorgerufen wird, man ordnet sie ihr dann aber vorsichtshalber schon zu.

Zu den Ursachen zählen:

Genetische Disposition

Genetische Faktoren prägen den Grundumsatz, die Nahrungsverwertung und das Fettverteilungsmuster. Studien an eineiigen Zwillingen, die getrennt aufwuchsen und normalgewichtige Pflegeeltern hatten, haben eindeutig bewiesen, dass es eine familiäre Disposition für die Adipositas gibt. Trotz räumlicher Trennung und unterschiedlicher Ernährung und Sozialisation wiesen die Zwillinge ein identisches Körpergewicht auf, das nicht mit dem Gewicht der Pflegeeltern korrelierte. Übergewichtige Eltern bekommen also Kinder mit der Veranlagung zur Adipositas. Da es immer mehr fettleibige Erwachsene gibt, nimmt auch die Zahl der adipösen Kinder zu.

Medikamenteninduzierte Adipositas

Hierzu gehören Psychopharmaka wie Lithium und Neuroleptika, die einen gesteigerten Appetit verursachen. Antidepressiva lösen nur eine geringe Verschiebung des Energiegleichgewichts aus, doch die häufig chronische Einnahme genügt, um langfristig eine Adipositas zu induzieren, stimuliert werden hier der Appetit und der Hunger. Hormone wie Insulin, Kortisol, Testosteron, Östrogene und Gestagene sind weiterhin zu nennen. Sulfonylharnstoffe stimulieren die Insulinsekretion, Betablocker hemmen die Fett- oxidation und lassen dadurch langfristig das Gewicht ansteigen.

Virusindizierte Adipositas

Vermutet wird, dass eine Infektion mit dem Adenovirus HAdV-36 zur Fettleibigkeit führt. Tierversuche mit Affen, Hühnern und Mäusen weisen darauf hin. Bei Adipösen sind Antikörper gegen das Virus gefunden worden. Einige Wissenschaftler versuchen so die rapide Ausbreitung der Adipositas weltweit auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern zu erklären, die nicht über ein so üppiges Nahrungsangebot wie die reichen Staaten verfügen.

Krankheiten die Adipositas auslösen

Dazu zählen Endokrinopathien wie Hypothyreose, M. Cushing - Hyperkortisolismus, Hormonstörungen aller Art, das polyzystische Ovar Syndrom = PCOS, bei dem 50% aller betroffenen Frauen unter Übergewicht leiden und der Hypothalamische Symptomenkomplex, der durch Traumen, Tumore usw. ausgelöst werden kann und das Hunger- und Esszentrum betrifft. Stoffwechselkrankheiten sind nur in ca 2% aller Fälle der Grund für Adipositas.

Ernährung

In unserer „all you can eat and drink“ Kultur, in der energiedichte kostengünstige Nahrungsmittel überall zu haben sind, ist es schwer, den Verlockungen der Nahrungsmittelindustrie zu widerstehen. Statt einem Pfannkuchen isst man auch schon mal 3 Stück, weil es sie im Supermarkt zum Sonderpreis gibt (1 Pfannkuchen 1,-€ / 3 Pfannkuchen 1,50€). Zu große Portionen weiten auf Dauer den Magen, ein Sättigungsgefühl stellt sich dann immer später ein und es werden zunehmend größere Portionen gegessen. Fastfood Ketten bieten XXL Menüs und Superburger an und fördern damit das Essen von zu großen Mengen. Morgan Spurlock, ein amerikanischer Regisseur, hat für seinen Film „Supersize me“ 30 Tage lang nur Fast Food gegessen und dabei 27 Pfund zugelegt. Aber nicht nur die Menge, auch die Inhaltsstoffe des Essens schlagen auf die Pfunde: Gebäck, Chips, Pommes, krosse Hähnchen und Fastfood enthalten gesundheitsgefährdende Transfettsäuren, die durch industrielle Härtung von Ölen und zu starker Erhitzung der Pflanzenfette entstehen. Der Fettverzehr ist allgemein zu hoch. 1/3 der deutschen Haushalte verwenden inzwischen überwiegend oder nur noch Convenience food ( Begriff für bequemes Essen). Diese Produkte sind vorgefertigte maßgeschneiderte Hightech-Erzeugnisse der Lebensmittelindustrie, die Geschmacksverstärker, Antioxidantien, Farb-, Süß- und Konservierungsstoffe enthalten. Diese Lebensmittelzusätze stehen im Verdacht Asthma, Kopfschmerzen und Migräne auszulösen. Auch andere Lebensmittel, die auf den ersten Blick gesund aussehen, können Lebensmittelzusätze und/oder Pestizide enthalten. Glutamat, ein Geschmacksverstärker, verhindert z.B. das Sättigungsgefühl.

Es wird allgemein weniger gekocht. Die Sortenvielfalt bleibt bei der industriellen Vermarktung der Lebensmittel auf der Strecke. Supermarktketten bieten z. B. landesweit nur noch 3 Apfelsorten an. Der Trend geht zur Normierung. Das Wissen über saisonale Lebensmittel geht verloren. Weintrauben, oft pestizidbelastet, gibt es aus aller Herren Länder das ganze Jahr über. Softdrinks und Fruchtsäfte enthalten einen zu hohen Zuckeranteil und ebenfalls diverse Zusatzstoffe. Generell werden zu viel und die falschen Nahrungsmittel konsumiert. Um nun die so mühelos angehäuften Pfunde wieder loszuwerden bietet die Industrie viele Lösungsmöglichkeiten an: z. B. Trinkdiäten und Eiweißmangeldiäten. Trinkdiäten mit hohem Eiweißanteil können Heißhunger und Depression erzeugen, Eiweißmangeldiäten führen dazu, dass ausreichend Wachstumshormone und G- Proteine, die zum Fettabbau benötigt werden, fehlen. Fasten übersäuert das Gewebe und führt zu Gereiztheit, Schlafstörungen und Kreislaufbeschwerden. Der Jo-Jo-Effekt nach diversen Diäten ist ausreichend bekannt – einige Zeit nach der Diät wiegt man oft genauso viel oder noch mehr als vorher. Der Körper hat sich während der Diät gemerkt, dass es Zeiten gibt, in denen er nicht kontinuierlich mit ausreichender Nahrung versorgt wird und legt deshalb vorsorglich noch mehr Fettpolster an. Er meint es ja nur gut. EU- Verordnungen und unsinnige Subventionen schaffen die rechtlichen und politischen Bedingungen für ein mengenmäßig immer größer werdendes Nahrungsmittelangebot, das von der Bevölkerung gar nicht mehr konsumiert werden kann. Das Motto heißt:

„Quantität statt Qualität“. Ein Landwirt muß heute mehr und billiger produzieren als noch vor Jahren um auf seine Kosten kommen zu können. Die Kühl- und Lagerhäuser quellen über. Selbst Afrikas Märkte werden mit billigen EU-Lebensmitteln überschwemmt und rauben dort den regionalen Landwirten die Existenzgrundlage, weil sie beim Preis nicht mithalten können. Großkonzerne sind die Gewinner des heutigen Trends zur Fertignahrung, die von ihnen geschickt propagiert wird. Hinter einigen trendigen Schlagwörtern stehen meist vorgefertigte Produkte, die helfen sollen, den Absatzmarkt zu erhöhen und neue Kundenpotentiale zu erschließen. Mit Hilfe der „Typologie der Wünsche“ identifiziert das Burda Advertising Center in der Schrift „Food Trends 2005“ fünf verschiedene Ernährungstypen im Food-Markt, die sich u. a. in ihrem Interesse an Ernährungsfragen unterscheiden. Der Report stellt Kommunikationsstrategien vor, um diese Zielgruppen angemessen und individuell anzusprechen – je nach ihren Konsumeinstellungen, ihrer Werbeaufgeschlossenheit und ihrem „Involvement“ im Markt. Der Trend zu gesunden Bioprodukten wird dabei ausgenutzt und oft fälschlich Gesundheitsbewusstsein vorgegaukelt.

Hier einige Trends:

Convenience food Sensual food Moral food Nature food Functional food Clean food Authentic food

- bequemes Essen - schmecken wieder lernen - Essen mit einer Botschaft - natürliches Essen - Essen mit Nahrungsergänzungsmitteln für die Gesundheit - Essen für Allergiker - klare und emotionale Herkunftsgarantie der Lebensmittel (das Schaf, von dem der Käse stammt, heißt Lisa)

Interessant erscheint in diesem Zusammenhang das Ergebnis der VERA-Studie, die 1986-1988 von der Bundesregierung im Rahmen der NVS in Auftrag gegeben wurde (Nationale Verzehrs Studie/ NVS). In dieser Studie wurde festgestellt, dass es keinen Zusammenhang zwischen den aufgenommenen Kalorien und dem beobachteten BMI gibt. Das könnte bedeuten, dass nicht nur die Menge der aufgenommenen Nahrung sondern auch deren Qualität eine Rolle spielt ( zu wenig Vitamine, Mineralstoffe, keine abwechslungsreiche Kost, degenerierte Lebensmittel, zuviel Chemie im Essen, etc.)

Lifestyle

Das Essen wird zunehmend zum Gelegenheitskonsum degradiert. Kurz mal zwischendurch, so im Vorbeigehen, einen Hamburger verdrücken oder das Essen mit Ablenkung vor dem Fernseher, nebenbei ein bisschen Computer spielen, ist normal, besonders für Kinder. Dazu kommt die Unregelmäßigkeit des Essens und oft nicht genug Schlaf. Der Körper wird überfordert, er muß zu viele Dinge gleichzeitig erledigen und bekommt zu wenig Erholungsphasen in denen er sich wieder regenerieren und Schlacken abbauen kann. Körperliche Inaktivität, bedingt durch sitzende Tätigkeiten, Auto, Fahrstuhl, Rolltreppe, passives Freizeitverhalten (Fernseher, Computer), die Automatisierung der Umwelt usw. verhindert den Abbau von Fettgewebe. Stress und Hektik führen zur Anlage von ungesunden Fettdepots im Bauchraum. Hierfür ist besonders das Stresshormon Cortisol verantwortlich. Eltern sind oft Doppelverdiener. Zunehmend müssen Menschen, besonders im unteren sozialen Feld, auch Doppeljobs annehmen um ihr Leben bestreiten zu können. Zeit ist dann Mangelware. Gemeinsame Essen finden u.a. dadurch in den Familien immer weniger statt. Wann sollen denn auch die überlasteten Mütter und Väter noch mit frischen Zutaten ein schmackhaftes vollwertiges Essen kochen? Einkauf, Zubereitung und Kochen braucht nun mal Zeit. Eingekauft wird, was schnell geht oder schon fertig ist, dabei wird das Kochen verlernt. Der Marktanteil der Fertigprodukte wird immer größer. Die Werbung salbt die Seelen der Gestressten und beruhigt ihr Gewissen mit Aussagen wie:

„Mit dieser Milchschnitte geben Sie ihrem Kind nur das Beste!“ Wen kümmert´s, dass das Produkt eigentlich ein minderwertiges Abfallprodukt ist und ein Stück Apfel sehr viel gesünder wäre. Werbung ist für alle da. Jede Zielgruppe bekommt das was sie braucht, ob nun ein grauhaariges Mütterchen mit Schürze und Kochlöffel in der Hand trockenes Granulat in einen Kochtopf schüttet und wissend lächelnd nur den Bruchteil einer Sekunde später daraus ein appetitlich dampfendes Festmahl zaubert oder die coole Maus an der Fastfood Theke dem staunenden minderjährigen Kunden einen der üblichen Papp Hamburger mit den Worten: „Is aus biologischen Anbau“, in die Hand drückt. Werbung hat nichts mit Wahrheit zu tun. Die Realität wird immer mehr ausgeklammert: Kinder in den USA malen Hühner mit 6 Beinen, weil sie nur noch die 6er Packung Hühnerschenkel aus dem Supermarkt kennen und in New York hat etwa die Hälfte aller Wohnungen keine Küche mehr. Bei uns werden viele Kinder ohne ein Frühstück oder ein Pausenbrot zur Schule geschickt. Sie bekommen etwas Geld in die Hand gedrückt und holen sich dafür im besten Fall beim Schulbäcker was Süßes. Die Geschmacksprägung fängt schon im Babyalter an, viele Baby- und Kindertee´s enthalten unnötigerweise Zucker. Erstaunlich viele Kochsendungen flimmern seit einiger Zeit über unsere Bildschirme. Fraglich ist, was sie transportieren. Sind es Anregungen für schmackhaftes und gesundes Essen oder geben sie Promis eine Gelegenheit mal wieder auf sich aufmerksam zu machen? Kochen wird da auch gerne mal zum Duell umfunktioniert und auch so benannt: wer am schnellsten aus ein paar wahllos eingekauften Zutaten ein Essen kocht, hat gewonnen. So etwas liegt voll im Trend.

Psychische Faktoren

Unser Zeitgeist fordert Dynamik und unbegrenzte Flexibilität. Er kommt nie zur Ruhe. Immer vorwärts hastend, ohne zu reflektieren, treibt er die Menschen an. Sie müssen aktiv, energiereich, jung, schlank und elastisch in den „Cities, that never sleep“ ihr Tag- und Nachtwerk vollbringen. Nur Höchstleistung zählt. Wer nicht produktiv genug ist, wird eingespart. In dieser Zeit nun beginnen sich die Moppelchen wie die Hasen zu vermehren. Mit ihrem Übergewicht und ihrer relativen Unbeweglichkeit stehen sie dem Ideal der westlichen Welt diametral entgegen. Mit ungezügeltem Essen versuchen Menschen ihre Sorgen und Ängste z. B. vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes zu ersticken. Auch Traurigkeit, Einsamkeit, allgemeiner Frust, Perspektivlosigkeit, lange Weile, Versagensgefühle und Konflikte aller Art werden mit Hilfe des Essens verdrängt und nicht bewältigt. Dazu kommt die krankmachende Umwelt voller Lärm und Hektik. Übergewichtige werden in der Gesellschaft nicht akzeptiert, sie können im Beruf Schwierigkeiten bekommen, gehänselt werden und in die Isolation getrieben werden, was dann zu psychischen Defekten führen kann und die Fresssucht noch verstärkt.

Das Essen wird zur Sucht. Sucht besteht, wenn oft und ohne Hungergefühl zwanghaft große Mengen von Nahrungsmitteln verzehrt werden. Das gilt auch für Kinder. Mangelnde elterliche Zuwendung kann zur Adipositas führen, genauso wie eine übermäßige Verwöhnung der Kinder. Erzieherische Sätze wie: „Du bleibst sitzen, bis du aufgegessen hast“, und „Was auf dem Teller ist, wird gegessen“, sind sicherlich im Abnehmen begriffen, können aber nach wie vor den Grundstein zur Fettsucht legen. Natürliche Bedürfnisse von Kindern werden von manchen Erwachsenen der Bequemlichkeit halber mit Essen befriedigt. Diese Ersatzbefriedigung führt zur Verdrängung der eigentlichen Bedürfnisse. Wird dieser Mechanismus später beibehalten, kann das zu Adipositas führen. Innere Leere wird dann mit Essen aufgefüllt. Frauen und Mädchen leiden besonders unter dem gnadenlosen Supermodel-Diktat der Modewelt. Wer nicht in das Raster passt und Körpermaße wie die Luxus-Models aufweisen kann, fühlt sich u. U. minderwertig und unattraktiv. Daraus folgt Unsicherheit. Entweder wird dann aus Frust noch mehr gegessen oder gehungert bis zur Anorexie. Zahllose Firmen, die Diäten aller Art anbieten, verdienen dabei gutes Geld. Eine Langzeitstudie in den USA (American Journal of Clinical Nutrition, 2003,Vol.78:215-220) hat nachgewiesen, dass Mädchen, die von ihren Müttern ständig ermahnt wurden nicht so viel zu essen, gerade durch das Verbot besonders viel gegessen haben, auch ohne Hunger und adipös wurden. Verbote führen dazu, übertreten zu werden.

Sozio-kulturelle Ursachen

Ein niedriger sozialer Status, gemessen an Einkommen und Schulbildung der Eltern, sind Risikofaktoren für eine mögliche Entwicklung der Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Durch z. B. Zeitmangel (Mehrfachjobs) kümmern sich die Eltern nicht genug um die Ernährung ihrer Kinder oder es fehlen einfach auch Informationen darüber, wie wichtig gesunde und ausgewogene Ernährung ist, woraus sie besteht und wie man sie zubereitet. Eine Rolle kann auch die ethnische Zugehörigkeit und die dort übliche Esskultur spielen. Es ist wichtig, was, wie gegessen wird, welche Geschmackspräferenzen vorliegen, die Portionsgröße und die Essgeschwindigkeit. Eß- und Bewegungsverhalten können bei einzelnen ethnischen Gruppen stark differieren.

Folgeerkrankungen der Adipositas

Zahlreiche Erkrankungen werden als Folge der Adipositas angesehen, obwohl oft nur eine Korrelation vorhanden ist und eindeutige Beweise fehlen. Das Fettgewebe ist sehr stoffwechselaktiv. Bei Adipösen werden aus ihm, besonders aber aus den Fettdepots des Bauchraums, die die inneren Organe umgeben, vermehrt Entzündungsbotenstoffe und

Botenstoffe, die in den Insulin-Kohlenhydratstoffwechsel eingreifen, ausgeschüttet. Man vermutet, dass dadurch eine Reihe von Krankheiten entstehen:

Diabetes Typ II oder Altersdiabetes, auch schon bei Kindern, Arteriosklerose, Herz- Kreislauf Erkrankungen, Hypertonie, Herzinfarkt, Schlaganfall und Fettstoffwechselstörungen ( erhöhtes Cholesterin, bzw LDL) gehören dazu. Die Entwicklung einiger Krebsarten wie z. B. Brustkrebs durch Adipositas und ein verfrühter Tod werden beobachtet. Bei der chronischen Migräne treten bei einem BMI > 30 häufiger Attacken auf. Es kommt zu Atemwegsproblemen, bei denen das Übergewicht zu einer fortwährenden Enge der oberen Atemwege und zur Einengung der Lunge führt (Pickwick Syndrom), zum obstruktiven Schlafapnoe Syndrom, zu Gallenblasen Erkrankungen und Gicht. Die Folgeerkrankungen des Bewegungsapparates sind durch ständige Überlastung vielfältig:

Arthritis, Arthrose, Gelenkschäden und – schmerzen, Fußdeformationen (Stempelfuß), Knochendeformationen, Bandscheibenvorfälle, Wirbelsäulenverkrümmungen, Knochen-Wachstumsstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Sehnen und Bänder werden überstrapaziert, es kommt zu Muskelverspannungen, Schleimbeutel Erkrankungen, auch die Haut kann betroffen sein. Die Zeugungsfähigkeit kann eingeschränkt sein und bei Mädchen, die mit 3 Jahren schon stark übergewichtig waren, setzt die Menstruation verfrüht ein, sie können schon mit 9 Jahren in die Pubertät kommen.

3. Momentane Lage

Weltweit

Die Welt Gesundheits Organisation (WHO) schätzt, dass z. Zt. weltweit ca.

6 1/2 Milliarden Menschen auf der Erde leben, davon sind etwa 1 Milliarde

Erwachsene übergewichtig und 300 Millionen adipös. Adipositas hat damit globale

epidemische Ausmaße angenommen.

155 Millionen Kinder sind weltweit übergewichtig, davon 22 Millionen Kinder unter

5 Jahren.

Jahrzehnte war der Anstieg der Adipositasraten auf die Industrieländer beschränkt aber seit einiger Zeit verzeichnen auch die Schwellenländer deutliche Anstiege. Zur Zeit wird mit einer jährlichen Verdopplungsrate der Übergewichtigen und Adipösen gerechnet. Die WHO führt das auf den erhöhten Konsum energiedichter Nahrung, auf nährstoff- arme Lebensmittel mit erhöhten Anteilen von Zucker und gesättigten Fettsäuren, kombiniert mit wenig körperlicher Bewegung, zurück. Das Center for Disease Control (CDC) in den USA schätzt, dass 30% der Bevölkerung einen BMI >30 hat. Das Fachblatt JAMA schreibt 2004: 65% der Erwachsenen in den USA seien übergewichtig und 30% davon adipös. In den letzten 20 Jahren gab es einen Anstieg der Übergewichtigen von 14% auf 31%. Brasilien hat heute 19% Übergewichtige, vor 20 Jahren waren es noch 9%. Laut WHO verdreifachte sich seit 1980 die Adipositasrate in Nord Amerika, dem

United Kingdom, Osteuropa, im Mittleren Osten, auf den Pazifischen Inseln, in Australien und in China.

Europa

Nach Zahlen der WHO sind 50% aller erwachsenen Europäer, ca 145 Millionen, übergewichtig. Bei den Männern sind es ca 10% - 20% und bei den Frauen ca 15% - 25%. Von den 145 Millionen sind bereits 1/3 adipös. Bei den Übergewichtigen ist eine rasch zunehmende Tendenz zur Adipositas zu verzeichnen. Besonders Südeuropa hat einen starken Anstieg zu vermelden, hier liegt der Anteil der Übergewichtigen an der Bevölkerung bei 30% - 35%. Die Anzahl der europäischen Kinder mit Übergewicht ist heute 10 x so hoch wie 1970, etwa 1/5 aller Kinder sind betroffen.

Deutschland

Deutschland liegt gut im Trend. Nach veröffentlichten Zahlen der WHO sind 50% der erwachsenen Bevölkerung und 10% - 20% der Kinder übergewichtig. Daten sagen aus, dass von 1985-1999 die Zahl der Übergewichtigen um 50% gestiegen ist. Der Bundesgesundheitssurvey des Robert-Koch-Institutes von 1998 kommt zu ähnlichen Ergebnissen:

über 50% der Erwachsenen sind übergewichtig, jeder 5. ist fettsüchtig, betroffen ist etwa die Hälfte der Frauen und etwa 2/3 der Männer, 15% der 3-17 jährigen leiden unter Übergewicht, 6% unter Adipositas. Die neuen Bundesländer verzeichnen mehr übergewichtige Männer und Frauen als die alten Bundesländer. Sozial schwache Gruppen haben einen hohen Anteil Übergewichtiger und Migrantenfamilien ebenfalls. Die Deutsch-Türkische Gesundheitsstiftung stellt fest, dass die türkischen Migranten im Vergleich zur türkischen Population in der Türkei deutlich übergewichtiger sind. Immer mehr Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ II sind bei ihnen zu verzeichnen.

China

Für China ist das Problem des Übergewichts relativ neu. Zahlreiche Hungersnöte suchten das Land in der Vergangenheit heim. Nun hat sich das Bild gewandelt. Inzwischen gibt es ca. 200 Millionen Übergewichtige, davon sind 60 Millionen adipös. Die Zeitschrift „China Daily“ vermeldet, dass seit 2000 der Prozentsatz der Übergewichtigen um satte 22% gestiegen ist und führt das auf die geänderten Ernährungsgewohnheiten und Lebensbedingungen zurück: es wird mehr Fett und Fastfood gegessen und weniger Getreide und Gemüse, dabei fehlt die Bewegung.

In Peking und Umgebung sind inzwischen 6 von 10 Erwachsenen und jedes 5. Kind übergewichtig. Dicke werden in China nicht schief angesehen, sondern verkörpern Gesundheit und Wohlstand in den Augen der Gesellschaft. Eine Folge der vielfachen Hungersnöte im Land. Chinas Einkindpolitik hat die Kleinen zu „Chinas neue Kaiser“ werden lassen, die oft verwöhnt und eigenwillig sind. Diese Kinder leben hauptsächlich in den Städten, während Kinder auf dem Lande schon früh mitarbeiten müssen. In China wird Zuneigung gerne durch Essen gezeigt und so werden die Kleinen von Mama, Papa und 4 Großeltern gefüttert und verwöhnt. Stammen in Deutschland dicke Kinder eher aus einkommensschwachen Familien, kommen sie in China aus wohlhabenden Familien. In China wie in Deutschland sind mehr Jungen als Mädchen übergewichtig. Die chinesische Nachrichtenagentur „Xinhua“ teilte mit: chinesische Kinder geben ihr Taschengeld immer mehr für Fastfood aus und Diabetes Typ II beginnt bei ihnen inzwischen schon früher als bei amerikanischen Kindern. Das Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn schreibt 1999 in der Ausgabe Nr.6 zum „Lebensmittelhandel und Konsumtrends in China“:

In den letzten 5 Jahren wurden teilweise hohe Zuwachsraten bei der Ausfuhr von tierischen und verarbeiteten Lebensmitteln nach China erzielt, aber auch Convenience Produkte, Tiefkühl- und Fertigkost, Health Food, Knabberartikel, Wein, Bier, Genussmittel, Zucker und Zuckerwaren, Gemüse- und Obstkonserven erzielten gute Zuwachsraten.

4. Hilfsangebote und Therapien aus westlicher Sicht

WHO – EU – staatliche Hilfen

2006 schreibt die WHO unter der Rubrik Adipositas in Europa:

„Die WHO ist sich der Tatsache bewusst, dass die zunehmende Prävalenz von Adipositas durch gesellschaftliche Veränderungen bedingt ist. Zwar ist Adipositas in erster Linie durch ungesunde Essgewohnheiten und Bewegungsmangel bedingt, doch ist für das Problem nicht nur das Verhalten der Betroffenen verantwortlich, sondern es sind in zunehmenden Maße auch sozial- und wirtschaftspolitische Entwicklungen und Maßnahmen in Bereichen wie Landwirtschaft, Verkehr, Städteplanung, Umweltschutz, Verteilung, Verarbeitung und Vermarktung von Nahrungsmitteln und Schulbildung ausschlaggebend. Die alleinige Schuldzuweisung an die Betroffenen selbst kann nicht mehr als angemessen oder annehmbar gelten. Vielmehr handelt es sich um ein gesellschaftliches Problem, das staatliches Handeln erforderlich macht.“ Im November 2006 veröffentlichte die WHO in Istanbul eine Charta zur Bekämpfung der Adipositas in Europa. Das Ziel dieser Charta ist es mit Hilfe von Appellen an die Staaten der EU und mit Kampagnen für die Förderung eines gesunden Lebensstils in den nächsten 4-5 Jahren eine Trendumkehr zu erzielen. Im Dezember 2005 hat die EU in ihrem „Green Paper“ verlauten lassen, dass ungesunde Diäten und zu wenig Bewegung die Hauptursachen für vermeidbare Krankheiten und einen verfrühten Tod in Europa seien und die wachsende Zahl der Übergewichtigen ein Hauptanliegen der EU ist.

Alle Mitgliedsstaaten wurden aufgefordert, Hilfsprogramme dagegen zu entwickeln. Staatssekretär Lindemann vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ließ anlässlich der WHO Tagung in Istanbul verlauten:

„50 Jahre der Ernährungsaufklärung haben viel über das Wissen über gesunde Nahrungsmittel verbessert, aber die starke Zunahme der Adipositas konnte bisher nicht verhindert werden, deshalb sollten nun Aufklärungsaktionen ins Leben gerufen werden.“ Das tut die Bundesregierung auch:

„Besser essen, mehr bewegen – Kinderleicht“ „Fit Kid“ „Power Kids“ „5 am Tag für Kids“ „Besser Essen, mehr Bewegen, der Wettbewerb“

sind nur einige der unzähligen Aktionsprogramme die inzwischen ins Leben gerufen wurden und zu Bewegung und gesünderer Ernährung animieren wollen. Eine Vielzahl von Gremien, Beratern, Kontrolleuren und Verwaltungsleuten ist nötig um diese Aktionen in die Tat umzusetzen. Kongresse und Tagungen müssen abgehalten werden. Das alles verschlingt viel Geld und belastet den Steuerzahler. Staatliches Handeln beschränkt sich weitgehend auf Aufklärung und Aktionen. Bisher ist noch jeder Erfolg ausgeblieben, aber wir stehen ja auch erst am Anfang. In China hat man regional probehalber mal etwas anderes versucht, man hat die Preise für ungesunde Nahrungsmittel drastisch erhöht, mit dem Erfolg, dass der Konsum zurückging. So könnte man sich auch vorstellen, dass Fett, gesättigte Fettsäuren und Zucker stärker besteuert werden könnten und man Ballaststoffe, Gemüse und Obst subventioniert.

Medizinische Hilfe

Laut Ärzteschaft sollte jedem eine Adipositas Therapie ermöglicht werden. Dafür benötigt man Spezialisten wie Diätassistenten, Ökotrophologen, Physiotherapeuten, Sportmediziner, Sozialpädagogen, Ärzte und Psychologen, die sich um die Kinder wie die Erwachsenen bemühen. Eine Vielzahl von Therapeuten kämpft, jeder auf seinem Spezialgebiet, gegen die Pfunde und bewirkt bisher nur wenig oder nichts. Mit Sekundärtherapien und teilweise schweren Operationen versucht man den Folgeerkrankungen und dem Fett Einhalt zu gebieten. Magenbänder, bei denen der Magen mit einem Band operativ eingeschnürt wird und den Magen künstlich verkleinert, Magenresektionen oder Fettabsauge Op´s sind an der Tagesordnung und für viele Betroffene die letzte Hilfe. Langfristige Behandlungserfolge erzielt man bisher nur mit dem künstlichen Verkleinern des Magens. Auch eine Kombination von Ernährungs-, Verhaltens- und Bewegungstherapie änderte bisher nichts. Ernährungsempfehlungen, wie betont fettreduzierte oder kohlenhydratreduzierte Kost

haben ihre Effektivität bislang noch nicht bewiesen. Die Langzeiteffekte dieser Diäten sind noch unbekannt. So sehen einige mehr Sinn in der Prävention als in der Therapie der Adipositas, wo die Erfolgschancen sehr gering sind.

Der Markt

Die Wunderpille oder Wunderdiät gibt es nicht. Trotzdem findet man immer wieder Sensationsmeldungen in den Medien. Wie bereits erwähnt: Diäten führen zum Jo-Jo Effekt, wenn man nach einer starken Gewichtsreduktion wieder in alte Körpermuster zurückfällt. Als Diät werden häufig Vollkornkost, Rohkost, Zitrusfrüchte, Milchprodukte und Säfte empfohlen, des weiteren werden Quell- und Füllstoffe, die den Magen weiten und ein Sättigungsgefühl hervorrufen angeboten. Diese Diäten führen zu Rückschlägen und Frustrationen bei den Betroffenen, besonders wenn schon starke Fettdepots angelegt sind. Sie führen in der ersten Zeit zu einer starken Gewichtsabnahme, die sich aber nicht halten lässt. Diäten können auch Herz-Kreislauferkrankungen auslösen und das Krebsrisiko erhöhen, vermeldet aerzte-index24 im Internet. Für Kinder sind Reduktionsdiäten gefährlich, weil sie die altersgemäße Nährstoffzufuhr verhindern. Das Kalorienzählen kann zur Manie werden und den Alltag belasten. Schlankheitsmittel sind eher gefährlich, sie können zu Funktions- und Organstörungen führen. So stehen Schlankmacherpillen mit Leptin im Verdacht, eine ungehemmte Glucosesynthese auszulösen und damit Diabetes zu provozieren. Appetitzügler können die Lunge schädigen und fördern pulmonale Hypertonie mit Atemnot, Beinschwellungen und Brustschmerzen. Antagonisten von Neuropeptiden sollen Heißhungerattacken verhindern. Andere Mittel sollen die Resorption der Nahrung durch den Darm stoppen.

Gesellschaft

Empfohlen wird körperliche Aktivität wie Radfahren, Wandern, Schwimmen, Joggen. Auch Selbsthilfegruppen können den Betroffenen eine gewisse Hilfestellung und Beratung geben. Aber das Abnehmen bleibt einfach schwer. Das Patentrezept gibt es nicht. In China werden Abnahmecamps für Kinder eingerichtet, die sich schlecht ernähren und nicht bewegen. Im US Staat Arkansas verschicken Schulen „Fettbriefe“ an die Eltern, die das aktuelle Gewicht und den BMI des Kindes sowie eine Zensur dafür enthalten. In England denkt man über eine Fettsteuer nach und in Frankreich fordert man Warnhinweise für ungesunde Nahrungsmittel in der TV Werbung und will dagegen vorgehen, dass Süßigkeiten im Supermarkt in Griffhöhe von Kindern ausgelegt werden. Schönheitsideale ändern sich im Laufe der Zeit und diktieren das Aussehen. Je größer der Unterschied zwischen dem propagierten Ideal und der Bewertung der eigenen Attraktivität ist, desto unzufriedener ist man eventuell mit sich.

Heute ist der Magersucht-Schick einer Kate Moss angesagt, was viele frustrieren muß. In den 50er Jahren trug Marilyn Monroe noch Kleidergröße 42 und wies damit nicht nur für die damalige Zeit ein normales Maß auf. Eine US-Studie kam zu dem Ergebnis:

Leicht Übergewichtige haben die höchste Lebenserwartung, höher als Fettsüchtige, Normal- und Untergewichtige. Das ist ein kleiner Trost bei all der Frustration.

5. Adipositas aus Sicht der chinesischen Medizin

Die Fettsucht spielte in den letzten 3000 Jahren in China außerhalb der Aristokratenkaste keine Rolle und deshalb gibt es auch in den überlieferten Klassikern kaum Hinweise auf eine Therapie.

Es herrscht jedoch allgemeiner Konsens, dass bei der Adipositas hauptsächlich das Erd Element mit seinem Zang Milz und seinem Fu Magen von Störungen betroffen ist. Eine zu schwache Organfunktion führt dabei zu Feuchtigkeits- und Schleimretention, woraus sich eine Adipositas entwickeln kann. Zu- und Ablauf im Stoffwechsel des Körpers sind gestört und wie in einem Sumpf stagniert Flüssigkeit und überflutet das Gewebe. Die grundsätzliche Therapie liegt hierbei auf einer Stärkung des Milz Qi´s und der Ausleitung von Feuchtigkeit und Schleim. Durch ihre ganzheitliche Sicht ist die chinesische Medizin in der Lage, verschiedene Zang Fu Syndrom Muster zu erkennen und dadurch jeden Patienten individuell nach seinem jeweiligen Störungsmuster zu behandeln. Häufig kommt es vor, dass ein Patient Symptome aus verschiedenen Zang Fu Syndromen zeigt. Dann müssen individuelle Punktekombinationen für die Akupunktur ausgewählt werden, eine Rezeptakupunktur würde nicht viel bewirken. Hauptpfeiler der chinesischen Behandlung sind die Akupunktur, die Diätetik, die Ohrakupunktur, die chinesische Arzneimitteltherapie, Massagetechniken wie Tuina und Bewegungstherapien wie z. B. Qi Gong. Hinzu kommen die Behandlung mit dem Pflaumenblütenhämmerchen, das Schröpfen und Akupressur. Ich möchte mich auf die Beschreibung und Therapie der Zang Fu Syndrome durch Akupunktur und Ohrakupunktur beschränken, die Diätetik nur streifen, da sonst der Rahmen dieser Arbeit durch die Vielzahl der Therapiemöglichkeiten gesprengt werden würde. Die chinesische Medizin beseitigt energetische Störungen durch Ausbalancierung der Ungleichgewichte auf eine sehr nebenwirkungsarme Art mit dem Ziel, eine möglichst langfristige Besserung oder eine Heilung herbeizuführen. Anders als in der westlichen Schulmedizin, wird hier der Patient als ein Individuum mit einer einzigartigen Struktur wahrgenommen und gezielt behandelt. Das eröffnet den Patienten neue Heilungschancen. Wie ich in Gesprächen mit Adipositas Selbsthilfegruppen erfahren habe, ist leider die Bereitschaft, die chinesische Medizin als Hilfe anzunehmen, sehr gering. Die meisten Betroffenen haben eine lange Leidensgeschichte hinter sich, mit unzähligen unterschiedlichen Diätversuchen, die alle nur zu einer weiteren Gewichts- zunahme geführt haben. Einige haben auch Erfahrungen mit der Anwendung einer Rezeptakupunktur als Unterstützung für andere westliche Therapieformen gemacht, die ebenfalls keine Besserung ihrer Situation brachte. Ein Betroffener erzählte mir, er habe, nachdem ihm für 8 Wochen Dauernadeln ins Ohr gesetzt wurden um seinen Heißhunger zu stoppen, noch nie so viel gegessen wie in dieser Zeit. Er habe das Vertrauen in die Akupunktur verloren.

Hilfe erhoffen sich viele nur noch von einem Magenband oder einer operativen Verkleinerung des Magens. Sie haben einfach die Nase voll von Therapien aller Art. Sie haben schon zu viele Versprechungen gehört und oft beträchtliche Gelder ausgegeben ohne einen Erfolg zu sehen. Hier bedarf es guter Aufklärungsarbeit über den therapeutischen Nutzen ernsthaft betriebener TCM. Ich hoffe, dass sich bald die Zahl derer mehrt, die durch chinesische Medizin zu ihrer Mitte finden können, dadurch dauerhaft an Gewicht verlieren und Lebensqualität gewinnen.

Mit einer allgemeinen Betrachtung der Wandlungsphase Erde und ihrem Zang Fu Paar möchte ich beginnen.

6. Die Erde Im Kreislauf der 5 Elemente Holz, Feuer, Er de, Metall und Wasser

6. Die Erde

6. Die Erde Im Kreislauf der 5 Elemente Holz, Feuer, Er de, Metall und Wasser bildet

Im Kreislauf der 5 Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser bildet die Erde die Mitte zwischen den beiden Yin – Metall und Wasser – und Yang – Holz und Feuer – Wandlungsphasen. Sie verbindet alle Elemente, sie harmonisiert, verbindet Extreme, sie zentriert und gleicht aus. Ist die Erde gestört, sind auch alle anderen Elemente betroffen. Die Erde beherbergt Milz und Magen und wirkt damit wie eine innere Mutter, die ernährt und stabilisiert. Die Milz entspricht dem Yin Aspekt und der Magen dem Yang Aspekt der Erde. Die Milzleitbahn verläuft von innen nach außen und die Magenleitbahn von außen nach innen. Diese Meridiankreuzungen geben Halt. Die Erde bildet die Achse für die absteigende Funktion von Holz (Leber Qi) und Metall (Lungen Qi). Sie fördert die Aktivität von Feuer (Herz Qi) und Wasser (Nieren Qi), indem sie das Feuer zum Wasser absenkt und damit das Wasser im Unteren Erwärmer erwärmt während das aufsteigende Wasser das Feuer im Oberen Erwärmer kühlt. Zur Erde gehören Nahrung, Eltern, sich kümmern, Verdauen, auch das Verdauen von Erlebnissen. Zunächst ist die Mitte nach der Geburt bis etwa zum 5. Lebensjahr schwach und muß beständig gestärkt werden. Das Ich muß entwickelt werden, Sicherheit muß erfahren werden, Identität muß entwickelt werden. Erde ist auch Kindheit, unverdaute Kindheitserlebnisse finden ihren Speicher in Milz und Magen (Ruthild Schulze). Die Tugend der Erde ist Vertrauen, Aufrichtigkeit, Wahrheit, Sicherheit, dem Leben zugeneigt sein, Verlässlichkeit. Ihre Störungen sind Treueprobleme, Unaufrichtigkeit, kein Vertrauen haben können, mangelndes Selbstvertrauen, klebrige Anhänglichkeit, Ungläubigkeit. Eine starke Mitte haben bedeutet selbstbewusst zu sein, für sich sorgen können, das

bedeutet auch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Entspannung finden können, sich selbst mögen. Der Erde Typ hat eine robuste runde Statur, er ist freundlich, hat eine warme Ausstrahlung, ist gastfreundlich und ein Genussmensch. Er ist bescheiden und hilfsbereit, liebt den Frieden und Geselligkeit, er singt gerne und verabscheut Macht und Gewalt. Er weiß, was ihm gut tut, er fühlt sich ausgeglichen und steht im wahrsten Sinn des Wortes „mit beiden Beinen auf dem Boden“ der Erde. Aus seiner Zentriertheit heraus ist er auch fähig für Andere zu sorgen ohne sich selbst dabei aufzugeben. Die Probleme des Erde Typs sind Adipositas, zwanghaftes Grübeln, Morgenmüdigkeit, Verdauungsprobleme, Schwellungen, Ödeme und Überbesorgtheit. „Die Mitte ist die Quelle des Schleims.“ Bei einer Funktionsstörung der Mitte kommt es zu Ansammlungen und Stauungen von Flüssigkeiten, die sich in Schleim wandeln können. Die Farbe der Erde ist gelb, ihre Jahreszeit ist der Spätsommer, ihr Getreide ist die Hirse und der Mais, zu ihr gehört das Rindfleisch. Ihr Geruch ist wohlriechend, ihr Geschmack ist süß, ihr Gefühl die Sympathie und ihre Zahl ist die 5, die Stimme ist singend, ihre Himmelsrichtung ist die Mitte, ihr Klima die Feuchtigkeit. Ihre Emotion ist „Yi“ das Denken, die Nachdenklichkeit, zu ihr gehört das Gefühl der Schwere.

Nach denklichkeit, zu ihr gehört das Gefühl der Schwere. 6.1 Die Milz Die Milz ist ein

6.1 Die Milz

Die Milz ist ein Yin – Zang Organ und wird auch als „Beamter des Kornspeichers, von dem die 5 Geschmacksrichtungen abstammen“ bezeichnet. Ihr ist der Appetit zugeordnet. Die Milz entfaltet ihre größte Aktivität zwischen 9 und 11 Uhr. Vor allem sorgt die Milz für Umwandlung und Transport der aufgenommenen Nahrung und der Flüssigkeiten. Sie gewinnt das Nahrungs Qi – Gu Qi -,das die Basis für die Bildung von Qi und Blut darstellt. Sie trennt das Nützliche vom Unbrauchbaren, das Klare vom Trüben, und schickt das Klare nach oben zur Lunge und zum Herzen. In der Lunge verbindet sich das Gu Qi mit dem Da Qi der Lunge und bildet das Sammel Qi – Zong Qi -, das die Grundlage für das wahre Qi – Zheng Qi – ist, das durch hinzufügen des Ursprungs Qi – Yuan Qi – aus der Niere entsteht. Das Zheng Qi teilt sich in Abwehr Qi – Wei Qi – und Nähr Qi – Ying Qi – auf, welche beide den Körper versorgen. Im Herzen wird dem Gu Qi und Da Qi aus Milz und Lunge das Jing Qi aus der Niere beigefügt, woraus dann das rote Blut entsteht. Das Trübe schickt die Milz zum Darm, wo eine weitere Trennung erfolgt. Milz und Magen sind damit die Wurzeln des Nachhimmels Qi. Die Milz sorgt für ein stabiles Energieniveau im Körper durch die optimale

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Versorgung mit Qi, Blut und Körperflüssigkeiten.

Sie kontrolliert das Blut, indem sie es in den Gefäßen hält. Weiter kontrolliert sie die Muskeln, deren Substanz und die 4 Extremitäten. Sie ist verantwortlich für das Bindegewebe, das Muskelfleisch und das Fettgewebe. Die Milz öffnet sich in den Mund und manifestiert sich in den Lippen. Sie beherbergt das analytische Denken, die Konzentrationsfähigkeit, die Vorstellungskraft und das Lernen. Das Denken wird außerdem vom Herzen ( Langzeitgedächtnis) und der Niere (Kurzzeitgedächtnis) beeinflusst. Sie hebt die klaren Yang Energien zum Kopf. Die Milz hält die Organe an ihrem Platz. Sie liebt die Trockenheit und verachtet Feuchtigkeit und Nässe und ist anfällig für Kälte. Die Sekretion der Milz ist der Speichel, er wird von ihr gesteuert. Ihr Geschmack ist süß. Über die 6 Schichten Theorie hat die Milz in der Tai Yin Schicht eine Verbindung zur Lunge. Die Milz Hauptleitbahn verbindet sich mit dem Herzen und der Zunge. Steigt das Milz Qi kraftvoll auf, kann auch das Qi von Niere und Leber aufsteigen, Wasser und Holz sind in ihren Funktionen unbehindert.

Die gesunde Milzfunktion äußert sich in:

guter Verdauung, einem gesunden Appetit, angemessene Essensportionen, regelmäßige Stuhlentleerungen, eine reibungslose Bewegung der Flüssigkeiten. Das Blut zirkuliert normal und bleibt in den Gefäßen. Die Muskeln sind gut ausgebildet, die Extremitäten voll funktionstüchtig, der Geschmackssinn ist gut, die Lippen sind feucht und rosig. Die Organe sind an ihrem Platz. Die Denkfähigkeit, die Konzentration und die Lernfähigkeit sind gut. Hände und Füße sind warm, der Tastsinn gut ausgebildet, Wunden heilen gut und schnell.

Die gestörte Milzfunktion äußert sich in:

schlechtem Appetit, schlechter Verdauung, Übelkeit, geblähtem Abdomen, weiche Stühle, Diarrhoe, die Flüssigkeiten werden nicht richtig transformiert und transportiert und sammeln sich in Form von Nässe und Schleim an oder bilden Ödeme. Äußere Feuchtigkeit beeinträchtigt die Milz Funktion, ein Schweregefühl des Körpers kann entstehen. Das Blut tritt aus den Gefäßen und es kommt zu Blutungen, Zahnfleischbluten, Petechien, kleine Blutbeimengungen in den Körpersekreten und Metrorrhagien. Schwache, eventuell atrophe Muskeln, Müdigkeit, wenig Geschmacksempfindungen, die Lippen sind blaß und trocken. Es kommt zum Prolaps oder Senkung verschiedener Organe wie z. B. Uterus, Magen, Niere, Blase und Anus. Schwere und Dumpfheit im Kopf, benebeltes Denken, die Konzentration und Merkfähigkeit ist schwach, übermäßiges Denken und Grübeln schädigt die Milz. Es treten kalte Hände und Füße auf, eine gestörte Wundheilung, Ödeme, ein schlechter Tastsinn. Es kommt zum Mangel von Qi und Blut.

Lange starke Menstruationen, Fluor vaginalis und Probleme des Harntraktes treten auf. Lange Computerarbeit schwächt die Milz.

treten auf. Lange Computerarbeit schwächt die Milz. 6.2 Der Magen Der Magen ist ein Yang –

6.2 Der Magen

Der Magen ist ein Yang – Fu Organ und wird auch als „Beamter der öffentlichen Kornkammern mit den 7 Toren“ bezeichnet:

- Lippen

- Zähne

- Rachen

- Mageneingang

- Magenausgang

- Ileozökalklappe

- Anus – weißer Ring

Zum Magen gehört der Hunger. Der Magen entfaltet seine größte Aktivität zwischen 7 und 9 Uhr. Seine Funktionen sind die Aufnahme der Speisen und Flüssigkeiten und der Beginn der Umwandlung – fermentieren und reifen. Zusammen mit der Milz ist er die Quelle des Nachhimmels Qi. Er wird auch gerne mit einem brodelnden Kessel verglichen. Nach der Umwandlung wird der Nahrungsbrei an den Dünndarm zur weiteren Auftrennung und Reifung geschickt. Damit kontrolliert er das Absteigen des Qi. Der Magen kontrolliert den Transport der Nahrungsessenzen. Zusammen mit der Milz ist er für den Transport der Essenzen im ganzen Körper zuständig, besonders aber für den Transport zu den Extremitäten. Steigt das Magen Qi ungehindert ab, sinkt auch das Herz Qi und Lungen Qi ordnungsgemäß und kann den Körper versorgen. Der Magen gewährleistet, dass das Qi aller Organe den Puls erreicht. Ein guter Magen Puls ist weder zu stark noch zu schwach, er ist regelmäßig und hat einen eher langsamen Rhythmus. Der Magen hat auch einen Einfluß auf den Zungenbelag. Durch das Fermentieren und Reifen im Magen entsteht eine unreine Nässe, die sich auf der Zunge niederschlägt. Ein dünner weißer Belag zeigt eine gute Magen Funktion an, ein dicker weißer Belag zeigt Kälte und ein dicker gelber Belag zeigt Hitze im Magen. Der Magen ist der Ursprung der Flüssigkeiten. Er benötigt viel Flüssigkeit für das Fermentieren und Reifen, die er aus der Nahrung und den Getränken bezieht. Der Magen liebt Feuchtigkeit und verabscheut Trockenheit. Magen und Niere haben eine enge Beziehung zueinander, da sie beide Flüssigkeiten umwandeln. Der Magen leidet sehr schnell unter Fülle Mustern wie Feuer oder Schleim Feuer.

Der Magen hat viel mit Lust zu tun, sein Trieb ist es, immer voll zu sein. Er hat eine enge Beziehung zu den Augen, die Magen Leitbahn beginnt am Auge. Zu ihm gehören ebenfalls der Sexualtrieb und die Süchte, deshalb sind Sexualstörungen u. a. auch über den Magen zu behandeln. Über die 6 Schichten Theorie hat der Magen in der Yang Ming Schicht eine Verbindung zum Dickdarm. Die Magen Sonderleitbahn dringt in das Herz ein, während die Magen Hauptleitbahn aufsteigt um sich mit dem Du mai zu treffen, der in das Gehirn eindringt. Die Magen Leitbahn hat damit eine Verbindung zu Herz und Gehirn. Die Bedeutung des Magens wurde schon früh gewürdigt. Vor etwa 1000 Jahren gab es eine Denkschule des „Bewahrens des Magen Qi“, deren berühmtester Vertreter Li Dong-Yuan (1180-1251) war, der eine gefeierte „Abhandlung über Magen und Milz“ schrieb.

Die gesunde Magenfunktion äußert sich in:

einer guten, problemlosen Verdauung, der Geschmackssinn ist normal entwickelt, der Mensch fühlt sich stark und voller Energie.

Die gestörte Magenfunktion äußert sich in:

Übelkeit, Erbrechen, saurer Reflux, Bandkopfschmerzen, starker plötzlicher Schmerz im Epigastrium, Müdigkeit, Schwäche der Muskeln, Völlegefühl, aufgeblähtes Abdomen, Aufstoßen, Schluckauf, Heißhunger, Durst, trockene und rissige Lippen, Verlangen nach kalten Getränken, schlechte Verdauung, psychische Probleme wie manisches Verhalten, geistige Verwirrung, Angstzustände, Hyperaktivität, ein Schweregefühl und Übellaunigkeit am Morgen.

6.3 Milz und Magen

Milz und Magen bilden ein Paar. So wie Yin und Yang sind sie nicht voneinander zu trennen. der Magen lässt absteigen, die Milz aufsteigen, der Magen liebt die Nässe, die Milz liebt die Trockenheit, der Magen leidet schnell unter Fülle, die Milz unter Leere, der Magen ist empfindlich gegen Hitze, die Milz gegen Kälte, der Magen leidet häufig unter Yin Mangel, die Milz unter Yang Mangel, die Milz Leitbahn verläuft im vorderen Anteil der Beininnenseite, die Magen Leitbahn verläuft im vorderen Anteil der Beinaußenseite, Milz und Magen haben eine Verbindung zum Herzen, beide gehören zum Mittleren Erwärmer. Milz und Magen haben die Aufgabe, das Wesentliche zu extrahieren:

materiell : aus der Nahrung spirituell / emotional: psychische Probleme verarbeiten

Um ein Aufsteigen des Milz Qi und ein Absenken des Magen Qi in ausgewogener Weise zu ermöglichen, sollte die Ernährung vom Temperaturverhalten einerseits neutral bis warm sein, andererseits neutral bis kühl sein, dann kann sich das aktive Qi entfalten und das Säfte spendende Yin verteilen. Vom Geschmack her sollte die Nahrung einerseits neutral bis süß, andererseits neutral bis sauer sein. In der heutigen Fastfood Ernährung werden häufig kalte Salate und gleichzeitig heißes Gegrilltes zusammen konsumiert. Dabei werden energetisch gesehen Extreme verzehrt, die bei häufigem Genuß die Mitte belasten und schädigen können indem sie ihre Funktionen behindern. Eine Störung der Milz äußert sich zuerst in einem Qi Mangel (Müdigkeit, kein Appetit), aus dem sich ein Yang Mangel (Kältegefühl) entwickeln kann, der zu Feuchtigkeitsansammlungen führt (Übelkeit, Völlegefühl, kein Durst, Benommenheit). Als nächstes kommt es zu einem Absinken des Milz Qi (Prolaps, Hämorrhoiden) und das Blut kann nicht mehr in den Gefäßen gehalten werden ( Petechien, blaue Flecken, Menorrhagien). Die Magenpathologie beginnt mit einer zu starken Trocknung und Erwärmung des Magens (Durst, gesteigerter Appetit, Oberbauchschmerzen). In der Folge kommt es zu weiterer Trocknung und Verminderung der Säfte und damit zu einem Yin Mangel (trockener Mund, Obstipation). Eine weitere Verringerung des Yin kann zu Feuerzeichen des Magens führen ( brennende Schmerzen im Epigastrium, Fieber, starker Durst, Agitiertheit, Zahn- fleisch- und Nasenbluten). Die Ernährung bei Mittepathologien variiert. Bei einem Milz Qi Mangel, der die häufigste Störung der Mitte ist, werden Nahrungs- mittel bevorzugt, die über ein kräftiges Qi verfügen und eine wärmende, stützende und emporhebende Wirkung haben. Hier ist besonders das Getreide mit seiner süßen Geschmacksrichtung wichtig. Um Feuchtigkeit auszuleiten werden Nahrungsmittel bevorzugt, die einen wärmenden Charakter haben und nicht zu viel Süße enthalten. Süße hat eine Yin erzeugende Wirkung und bereitet den Boden für eine Feuchtigkeitsansammlung vor, ebenfalls sollten schwere und fette Nahrungsmittel gemieden werden. Günstig sind auch Lebensmittel mit scharfem Geschmack wie Knoblauch, Ingwer und Paprika, die die Fähigkeit haben, Feuchtigkeit zu zerstreuen. Der zu trockene Magen benötigt dagegen Kühlung, Absenkung und Befeuchtung. Hier sind feuchtigkeitsspendende Nahrungsmittel mit kühlem Temperaturverhalten angesagt, wie rohe vollwertige Frischkornzubereitungen und kühle Salate. Die Süße ist auch hier ein wichtiger Geschmack, weil er Säfte spendet.

7. Zang Fu Syndrome und Therapie der

Adipositas

Leere Muster

Milz Qi Mangel Milz Yang Mangel Nieren Yang und Milz Qi Mangel Magen Yin und Milz Qi Mangel Milz Qi und Magen Qi Mangel Herz Qi oder – Yang Mangel und Milz Qi Mangel

Fülle Muster

Leber Qi Stagnation und Schleim Feuer im Magen Kälte und Feuchtigkeit in der Milz Feuchte Hitze in Milz und Magen Exzessive Hitze in Magen und Dickdarm

Fülle – Leere Muster

Leber Qi Stagnation und Milz Qi Mangel

Für die Behandlungsprinzipien ist es von Bedeutung, Fülle von Leere Mustern zu unterscheiden. Mangelzustände behandelt man mit tonisierender Technik, bei den Fülle Mustern werden zuerst die pathogenen Faktoren ausgeleitet.

Leere Muster

7.1 Milz Qi Mangel

Ursachen

Pi Qi Xu

xue yin yang qi
xue yin yang
qi

Der Milz Qi Mangel ist die häufigste Milzstörung. Er steht im Zentrum aller Disharmonien des Leere Typs, die nur Variationen des Milz Qi Mangels sind. Die Verlangsamung des Stoffwechsels bei älteren Menschen kann eine Ursache für den Milz Qi Mangel sein, ebenso wie chronische Krankheiten, die Zeit während der Menopause oder nach einer Geburt oder auch eine Veränderung des Lebensstils. Durch geistig-seelische oder körperliche Überforderung können Eindrücke schlecht verarbeitet werden. Das führt zu Einschlafstörungen, zu tagelangem Grübeln, die Gedanken kreisen immer wieder um Sorgen und Ängste. Der Mensch ist wenig kraftvoll, er kommt nicht auf den Punkt, es kann eine Überbesorgtheit auftreten. Durch schwere, rohe oder kalte Kost, minderwertige Lebensmittel und Milchprodukte kommt es zu Feuchtigkeits- und Schleimansammlungen. Die Ansammlungen blockieren den freien Fluß von Energie und Flüssigkeiten im Körper, der dann nicht mehr optimal mit Nährstoffen versorgt werden kann. Müdigkeit und Schlappheit sind die Folge. Auch maßloses Essen, zu wenig Essen, zu proteinarmes und unregelmäßiges Essen, zuviel Süßes in Verbindung mit Bewegungsmangel führt zu einer Störung der Milz. Geschäftsbesprechungen während des Essens haben eine Doppelbelastung der Milz zur Folge, sie muß dann Nahrung und Gedanken gleichzeitig aufnehmen und verarbeiten. Nässe ist schwer und man wird sie schwer los, sie sammelt sich z. B. in den Muskeln an und verursacht ein Schweregefühl. Der Milz-Qi-Typ ist eher rundlich, er wird seine Polster nicht los, alles bleibt hängen und Diäten helfen nicht. Überarbeitung und geistige Überanstrengung, Grübeln, Kummer, keine angemessenen Pausen sind ebenfalls eine Ursache. Dazu zählt auch übermäßiges Grübeln über die Probleme der Mitmenschen. Es kann zu einem Verlust des eigenen Zentrums kommen, woraus sich eine Abhängigkeit von nahestehenden Menschen entwickeln kann, die zu besitzergreifendem Verhalten führt und zur Angst, verlassen zu werden. Auch ein Ohnmachtsgefühl, das eigene Leben nicht mehr selbst gestalten zu können, kann sich zeigen. Feucht-kaltes Wetter und schlechte Wohnbedingungen schädigen ebenfalls die Milz. Die Milz schickt ihr Qi zur Lunge. Ist sie in Leere, kann die Lunge und der Dickdarm nicht ausreichend mit Qi versorgt werden. Es kommt zur Ansammlung von Schleim in der Lunge, was zu häufigen Infekten führen kann, im Dickdarm können vermehrt chronische Krankheiten auftreten.

Symptome

Adipositas mit normalem oder vermindertem Appetit. Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Mattigkeit, Distension des Abdomens nach dem Essen, weiche Stühle, Schwäche der Extremitäten, Diarrhoe, blaßgelber-fahler Teint, Schwerfälligkeit, Einschlafstörungen. Bei Nässesymptomatik auch Übelkeit, Engegefühl im Thorax und Epigastrium, Schweregefühl, Schwellung der unteren Extremitäten besonders nach langem Stehen oder bei feucht-warmen Wetter, morgens schwer aus dem Bett kommen können. Besserung durch Druck auf den Bauch. Verlangen nach Süßem, schlechte Verträglichkeit von rohen Speisen, Konzentrationsstörungen mit einem dumpfen Gefühl im Kopf.

Puls Leer - xu mai

oft fadenförmig - xi mai und langsam - chi mai

durch Qi Mangel

Zunge blaß oder normalfarben, schlaff, welk, mit Zahneindrücken ZB unauffällig

Therapie Das Milz Qi stärken, die Transport- und Transformationsfunktion von Magen und Milz wieder herstellen

Ren 12

-

Mu Pkt des Magens, Hui Pkt der Fu, stärkt das Milz Qi, reguliert das Qi des ME

Ren 6

-

Meer des Qi, zerstreut Nässe

Mi

3

-

Erd Pkt der Milz Leitbahn, stärkt die Milz, trocknet Nässe, reguliert die Qi Umwandlung

Ma 36

-

Erd Pkt der Magen Leitbahn, stärkt Milz- und Magen Qi, stärkt Qi und Blut, trocknet Nässe, bewegt Flüssigkeiten

Mi

6

-

Stärkung des Milz Qi, wandelt Nässe und Schleim um

Bl 20

-

Shu Pkt der Milz, stärkt die Transformation der Flüssigkeiten

Bl 21

-

Shu Pkt des Magens, harmonisiert den Magen, trocknet Nässe.

Mi

5

-

Metall Pkt der Milz Leitbahn, wandelt Feuchtigkeit um

Ren 10

-

Kreuzungspunkt des Ren mai mit der Milz Leitbahn, tonisiert Milz- und Magen Qi

Le 13

-

Hui der Zang, Mu Pkt der Milz, löst Fülle und Spannung, reguliert den freien Qi Fluß, stärkt das Milz Qi

Alle Punkte können tonisierend genadelt und mit Moxa behandelt werden.

Kombinationen Ma 36 + MP 6

-

reguliert Milz und Magen

Ma 36 + Ren 12 + Bl 20

-

leiten Nässe aus, wandeln Schleim, harmonisieren Milz und Magen

Ren 12 + Bl 20

-

leiten Nässe aus, regulieren Milz und Magen

Ren 6 + Ma 3

-

reguliert Qi des ME

Bl 21 + Ren 10

-

tonisiert Magen und Milz, unterstützt die absteigende Funktion des Magens

Ernährung Es eignen sich Nahrungsmittel, die Qi und Yang aktivieren, günstig sind energetisch warme und neutrale Lebensmittel. Die Erde tonisierende Nahrungsmittel sind fast alle süß und von gelber Farbe:

Getreide, Hülsenfrüchte, Reis, Kürbis, Karotten, Wurzelgemüse. Fleisch sollte in kleinen Mengen verzehrt werden – Huhn, Kalb, Rind. Günstig wirken sich auch bittere Kräuter und Gewürze aus (Feuer stärkt die Erde) Vermeiden sollte man u.a. kalte, rohe Nahrungsmittel, Milchprodukte, Tropenfrüchte, Wurst, viel Brot, Zucker. Wichtig sind regelmäßige Essenszeiten: morgens reichlich, mittags gut und abends wenig essen. 3 Stunden vor dem Schlafengehen nicht mehr essen, keine ungeeigneten Diäten, kein ständiges Knabbern zwischendurch. Gemüse und Obst erhitzen oder blanchieren, das erleichtert die Verdauung. Auch Kraftsuppen sind sehr empfehlenswert. Sie führen dem Körper viel Qi zu. Dafür wird Fleisch und Gemüse bis zu 4 Stunden und mehr gekocht, danach die Brühe abgeseiht und das Fleisch und Gemüse nicht mitgegessen. Täglich eine Tasse dieser Kraftbrühe stärkt das Qi.

Bewegung Qi Gong, Yoga, Ausdauersportarten wie Wandern und Walken, Laufen. Joggen ist bei stark übergewichtigen Menschen nicht zu empfehlen, da die Sehnen und Bänder zu sehr belastet werden würden.

7.2 Milz Yang Mangel

Ursachen

Pi Yang Xu

xue yin yang qi
xue yin
yang qi

Die Ursachen entsprechen denen des Milz Qi Mangels, hinzu kommen Kältezeichen. Ein schon lange bestehender Milz Qi Mangel, eine kalte und feuchte Umgebung, ein Übermaß an kalten, rohen, schwer verdaulichen Speisen, viele Milchprodukte, zu viel Kummer und Sorgen, langes Grübeln, eine konstitutionelle Schwäche führen zur Yang Schwäche. Mangelernährung seit der Kindheit. Dem Milz Yang Mangel Typ fehlt das Verbrennungsfeuer, Flüssigkeiten werden abgelagert und nicht transportiert, er friert leicht, ist müde und kommt nicht hoch. Das antriebsarme und träge Verhalten führt zum Verlust der Mitte. Ein Ohnmachtsgefühl, das eigene Leben nicht in die Hand nehmen zu können, hat seinen Ursprung möglicherweise in der frühen Kindheit. Wenn Probleme wie Trennung und Selbstständigkeit verdrängt und nicht bearbeitet werden, wird das Kind in eine passive Rolle gepresst. Es wird dauerhaft von Anderen abhängig gemacht. Aktive, lebendige Lebensäußerungen werden unterdrückt um die einseitigen Interessen der Bezugspersonen zufrieden zu stellen.

Symptome

Adipositas mit starker Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Kälte Symptomatik.

Es können die gleichen Symptome wie beim Milz Qi Mangel auftreten.

Weiterhin Kälte und Schwäche der Extremitäten, Frösteln, weiche Stühle mit unverdauten Nahrungsresten, Ödeme und Schwellungen an den Extremitäten, Appetitlosigkeit, wenig Durst, starke Müdigkeit, Spannungsgefühl im Bauch, kalter Bauch, bei Frauen weißlicher Fluor, Druck und Wärme bessert, morgens schwer aus

dem Bett kommen können.

Puls langsam - chi mai, tief – chen mai, leer – xu mai

Zunge blaß, geschwollen, naß, kraftlos, Zahneindrücke ZB weißlich

Therapie Das Milz Yang stärken und wärmen, Feuchtigkeit und Schleim ausleiten

Es können die gleichen Punkte wie bei der Milz Qi Schwäche benutzt werden,

zusätzlich:

 

Bl 22

-

Shu Pkt des San Jiao, fördert die Flüssigkeitsumwandlung

Mi

9

-

Wasser Pkt der Milz Leitbahn, wärmt und bewegt den ME, leitet Nässe Schleim aus, bei Nässe sedierend nadeln

Ren 9

-

wärmt und leitet Nässe aus, bei Nässe sedierend nadeln

Ma 28

-

öffnet die Wasserwege, bei Nässe sedierend nadeln

Ma 40

-

Luo Pkt der Magen Leitbahn, Hauptpunkt für die Schleimausleitung

Mi 6

-

stärkt Milz Qi, wandelt Nässe

Ren 12

-

Mu Pkt des Magens, Hui Pkt der Fu, reguliert Milz und Magen Qi

Ren 6

-

Meer des Qi, beseitigt Nässe, stärkt das Yuan Qi, stärkt Nieren Qi

Ma 34

-

Xi Pkt der Magenleitbahn, senkt das Magen Qi, vertreibt Nässe und Wind

Alle Punkte können tonisierend gestochen und mit Moxa behandelt werden

Kombinationen wie bei der Milz Qi Schwäche, zusätzlich:

Ren 9 + Ma 28 + Bl 2

-

trocknet Feuchtigkeit, reduziert Ödeme, tonisiert die Milz

Ren 12 + Ma 40 + Bl 2

-

reguliert das Qi des ME, wandelt Schleim um

Ernährung

Es gelten die gleichen Empfehlungen wie bei der Milz Qi Schwäche, zusätzlich

sollten Nahrungsmittel und Gewürze verwendet werden, die wärmen und Feuchtigkeit und Schleim reduzieren. Günstig ist es, die Nahrungsmittel immer zu kochen, warm zu essen und sie möglichst klein zu schneiden oder sie zu pürieren, das hilft der Verdauung.

lange gekochte Fleisch- und Gemüsebrühen

Gemüsesuppen mit aromatischen Gewürzen

langes Schmoren und Kochen

Eintöpfe mit wärmenden Gewürzen (Lorbeer, Wacholder)

süße Speisen mit Zimt oder Vanille

nur warme Getränke trinken, Tee, heißes Wasser

Bewegung Ausdauersportarten regen die innere Wärmeproduktion an (Yang) und Bewegung gleicht das schwache Erd Element aus. Wandern, Walken, Laufen, Qi Gong, Yoga.

7.3 Nieren Yang Schwäche und Milz Yang Schwäche

Shen Yang Xu Pi Yang Xu

Ursachen

xue yin yang qi
xue yin
yang qi

Es handelt sich hierbei um einen chronischen Zustand, der sich aus einem Milz Yang Mangel entwickeln kann. Die Niere ist die Wurzel des vorgeburtlichen Qi und die Milz die Wurzel des nachgeburtlichen Qi. Beide unterstützen sich in ihren Funktionen. Ist die Milz schwach (Qi, Yang), kann sie die Niere nicht genügend unterstützen. Weist die Niere eine Yang Schwäche auf, wird das Yang der Milz durch das Mingmen Feuer nur noch ungenügend gewärmt, das Nieren Yang kann die Flüssigkeiten im Abdomen nicht umwandeln und die Milz nicht unterstützen, es kommt zu Diarrhoe, Polyurie und Ödemen. Eine Schwäche des Nieren Yang kann ausgelöst werden durch chronische Erkrankungen, viele Geburten, Erschöpfung, durch körperliche und geistige Überarbeitung, konstitutionellen Yang Mangel, übermäßige sexuelle Aktivität, durch Milz Qi Mangel bedingte Retention von Feuchtigkeit, zu viele kühlende und befeuchtende Nahrungsmittel, äußere Kälte und Feuchtigkeit dringt in den Körper ein, fortgeschrittenes Alter, Bewegungsmangel, Schockerlebnisse, Angst und Schuldgefühle. Durch den Nieren Yang Mangel können Angst und Unsicherheit entstehen und die Beziehungen zu anderen Menschen gestört sein, auch Entscheidungen fallen dann schwer. Das ist durch die Funktion der Niere zu erklären. Sie stellt im gesunden Zustand genügend Energie zur Verfügung, um Ziele angemessen erreichen zu können. Sie ist die Wurzel des Lebens, sie speichert Essenzen und steuert die Entwicklung, die Fruchtbarkeit und das Altern, sie regiert Mingmen und das Wasser, sie empfängt das Qi aus der Lunge und beherbergt die Willenskraft „Zhi“. Ist das Yang der Niere geschwächt, können daraus die obigen Symptome resultieren.

Symptome

Adipositas mit normalem oder wenig Appetit. Körperliche Schwäche, psychische Lustlosigkeit, Schleim in der Kehle, Atemnot, Abneigung gegen das Sprechen, Verlangen sich hinzulegen, abdominale Distension, Abneigung gegen Kälte, Frösteln, kalte Extremitäten, reichlicher oder spärlicher Harnfluß, Nykturie, weiche Stühle, morgendlicher Durchfall, Ödeme des Abdomens und der Beine, Kältegefühl des Rückens, chronische Diarrhoe, wasserähnlicher Durchfall, kaltes Abdomen, kalte Beine, schnelle Erschöpfung, schwache Willenskraft, Schwächegefühl im unteren Rücken und den Knien. Besser durch Druck und Wärme. Tinnitus mit Rauschen, das sich allmählich entwickelt, Verminderung der Libido, Infertilität, Impotenz, Spermatorrhö.

Puls tief - chen mai, schwach – ruo mai, langsam – chi mai

Zunge blaß, geschwollen, kraftlos, Zahneindrücke ZB häufig weiß

Therapie Milz und Nieren Yang wärmen und stärken, Feuchtigkeit und Schleim ausleiten

Ni

3

-

Erd Punkt der Nieren Leitbahn, stärkt die Niere

Ni

7

-

Metall Punkt der Nieren Leitbahn, tonisiert das Nieren Yang, beseitigt Ödeme

Bl 23

-

Shu Punkt der Niere, tonisiert die Niere, wandelt Nässe um

Ren 10

-

tonisiert und reguliert Milz- und Magen Qi, beseitigt Nahrungsstagnation

Ren 9

-

leitet Nässe aus, fördert die Qi Zirkulation

Ren 6

-

Meer des Qi, stärkt Yang und Yuan Qi, wärmt den ME

Ma 36

-

Erd Punkt der Magen Leitbahn, harmonisiert Milz und Magen, wandelt Schleim um

Ma 25

-

Mu Pkt des Dickdarms, reguliert die Därme, reguliert Milz, Magen und Qi, leitet Feuchtigkeit aus

Mi

6

-

Schnittpunkt der drei Yin Leitbahnen, stärkt die Milz, leitet Feuchtigkeit aus

Du 4

-

stärkt das Mingmen Feuer, stärkt Yang

Bl 20

-

Shu Punkt der Milz, stärkt die Milz

Bl 21

-

Shu Punkt des Magens, stärkt den Magen

Bl 22

-

Shu Punkt des San Jiao, reguliert die Flüssigkeiten

Ma 28

-

öffnet die Wasserwege

Bl 25

-

Shu Punkt des Dickdarms, tonisiert Milz- und Magen Qi, stärkt Dick- und Dünndarm

Ma 40

-

Luo Punkt der Magen Leitbahn, leitet Schleim und Feuchtigkeit aus

alle Punkte können tonisiert und gemoxt werden

Kombinationen Ni 7 + Bl 23

-

tonisiert das Nieren Yang

Ni 3 + Bl 23

-

tonisiert das Nieren Yang und Yin

Ren 6 + Ren 12

-

leiten Kälte und Nässe aus, wärmen die Mitte

Ren 12 + Bl 20

-

stärken Milz und Magen, leiten Nässe aus

Bl 22 + Du 4

-

erwärmen Mingmen

Ren 12 + Ma 40 + Bl 20

-

reguliert das Qi des ME, leitet Schleim aus

Ma 36 + Ren 12 + Bl 20

-

stärken Milz und Magen, wandeln Feuchtigkeit

Die Nieren sollten von außen immer warm gehalten werden.

Ernährung Kälte zerstreuende Gewürze und Kräuter (Ingwer, Nelken, Zimt, Pfeffer). Lange gekochte Fisch-, Fleisch- und Gemüsesuppen, wärmende Eintöpfe, warme Yang aktivierende Nahrungsmittel:

Lamm, Rindfleisch, Amaranth, Reis, Mais, Forelle, Barsch, alle Kohlsorten. Nur warme Getränke

Bewegung Bewegung ist hier ganz besonders wichtig, in Frage kommen wieder die bekannten Ausdauersportarten Wandern, Laufen, Walken sowie Qi Gong und Yoga.

7.4 Magen Yin Mangel und Milz Qi Mangel

Wei Yin Xu Pi Qi Xu

Ursachen

Yin Mangel und Milz Qi Mangel Wei Yin Xu Pi Qi Xu Ursachen x ue yin

xue yin yang qi

xue yin yang qi
xue
yin
yang qi

Unregelmäßige Eßgewohnheiten haben einen großen Einfluss auf diese Mangelstörung. Spätabendliches Essen leert das Magen Yin. Weiterhin ist das Auslassen von Mahlzeiten ungünstig, schnelles Hinunterschlingen von Kleinigkeiten in einer kurzen Mittagspause, nach dem Essen sofort weiterarbeiten, unregelmäßiges Essen in Verbindung mit wiederholten Diätversuchen, qualitativ minderwertige Nahrungsmittel, beim Essen schlingen statt sorgfältig zu kauen. Sorgen wirken sich ungünstig auf die Verdauung aus, chronische Erkrankungen,

körperliche und geistige Überarbeitung, Drogenkonsum, chronische Depression und Ängste, übersteigerte sexuelle Aktivität. Der Magen ist die Quelle der Flüssigkeiten im Körper, die Niere ist für Umwandlung und Ausscheidung zuständig. Ist zu wenig Flüssigkeit im Magen, kommt es in den Nieren ebenfalls zu einem Flüssigkeitsmangel.

Symptome

Adipositas mit Hungergefühl, aber ohne Appetit. Nachmittägliches Hitzegefühl, Obstipation, Schmerz im Epigastrium, trockener Mund und Hals, besonders nachmittags, Durst ohne Verlangen zu trinken oder trinken in kleinen Schlucken, Völlegefühl nach dem Essen. Leeregefühl im Epigastrium, dumpfer Magenschmerz, Parodontose, Aphthen, Rhagaden, dazu kommen die Symptome des Milz Qi Mangels wie Müdigkeit und Erschöpfung, Schwäche der Extremitäten. Druck und Wärme auf den Bauch bessert.

Puls leer – xu mai, schnell – shuo mai, schlüpfrig – hua mai

Zunge rot, Risse und tiefe Furchen, schlaff oder auch blaß, Zahneindrücke ZB: in der Zungenmitte belaglos, sonst weißlicher Belag oder wurzelloser Belag (wie aufgesprüht)

Häufig tritt der Magen Yin- und Milz Qi Mangel zusammen mit einem Nieren Yin Mangel auf.

Symptome:

Nachtschweiß, Hitze der 5 Flächen, trockener Mund mit Durst, Obstipation, dunkler Urin, Schwerhörigkeit, Tinnitus, Schlafstörungen mit vielen Träumen, nächtliches Erwachen, Unruhe, Vergesslichkeit, Schmerzen des Bewegungsapparates.

ZB: an der Wurzel sich schälender, landkartenähnlicher Belag, sonst weißlich-gelber Belag

Therapie Magen Yin und die Flüssigkeiten nähren, Milz Qi tonisieren, eventuell Mangel Hitze klären

Bl 20

-

Shu Pkt der Milz, tonisiert die Milz, neutral nadeln

Bl 21

-

Shu Pkt des Magens, tonisiert den Magen, neutral nadeln

Ma 30

-

reguliert das Magen Qi, stärkt die Essenz, reguliert den Chong mai, ton. nadeln

Ren 12

-

Mu Pkt des Magens, tonisiert das Milz Qi, harmonisiert Magen Qi, ton. nadeln

Mi

6

-

stärkt das Milz Qi, wandelt Nässe und Schleim, ton. nadeln

Mi

3

-

Erd Pkt der Milz Leitbahn, stärkt die Milz, leitet Nässe aus, reguliert die Qi Umwandlung, ton. nadeln

Ma 36

-

Erd Pkt der Magen Leitbahn, stärkt Milz- und Magen Qi, stärkt Qi und Blut, nährt Yin, trocknet Nässe, ton. nadeln

Di

11

-

leitet Wind Hitze aus, kühlt Blut, leitet Nässe aus, sed. nadeln

Mi

9

-

Wasser Pkt der Milzleitbahn, wärmt und bewegt den UE und ME, löst Nässe Stagnation, leitet Nässe Schleim aus, stärkt die Milz, ton. nadeln

Du 9

-

leitet feuchte Hitze aus, ton. nadeln

Magen Hitze klären:

Ma 44

-

Wasser Pkt der Magen Leitbahn, klärt Magen Hitze, sed. nadeln

Ma 45

-

Metall Pkt der Magen Leitbahn, bluten lassen bei intensivem Feuer

Ma 21

-

harmonisiert das Magen Qi, sed. nadeln

Ren 12

-

Mu des Magens, tonisiert Magen- und Milz Qi, neutrale Nadelung

Nieren Yin stärken:

Ni

3

-

Erd Pkt der Nieren Leitbahn, tonisiert und stützt Yin, Yang, und Qi, ton. Nadeln

Bl 23

-

Shu Pkt der Niere, stärkt die Niere und das Qi, wandelt Nässe, ton. nadeln

Ni

9

-

stärkt das Nieren Yin, reguliert den San Jiao, ton. nadeln

Ni

6

-

Öffnungspunkt des Yin Fersengefäßes, nährt Yin, klärt Hitze, und Feuer, ton. nadeln

Ni

10

-

Wasser Pkt der Nieren Leitbahn, tonisiert Nieren Qi, klärt Hitze, ton. nadeln

Kombinationen

Di 11 + MP 6

-

machen Leitbahnen durchgängig, kühlen Hitze im Blut,

lösen Blut Stase auf, beseitigen Nässe Hitze, ton. nadeln

Gb34 + Mi 6

-

stärken die Milz, trocknen Nässe, ton. nadeln

Gb 34 + Bl 20

-

kühlen Hitze, lösen Nässe, tonisieren Milz Qi, ton.nadeln

Ren 12 + Ni 6

-

tonisiert Magen und Niere, kühlt, ton. nadeln

Ernährung Ideal ist eine energetisch neutrale bis warme Kost, sie sollte saftig, nicht zu trocken und zu heiß sein. Stark kühlende Nahrung würde das Milz Qi schädigen. Reis, Dinkel, Gerste und Mais als Getreide, alle Kohlsorten, Sprossen und Spinat als Gemüse, Ente, Gans, Kaninchen in kleinen Mengen, Joghurt mit Wasser verdünnt, Basilikum, Dill, Ingwer, Petersilie, heißes Wasser, Tee.

Bewegung Qi Gong,Yoga, Laufen, Wandern, Walken, sanfte Bewegungsübungen und Meditation bei viel Stress.

7.5 Milz Qi – und Magen Qi Mangel

Pi Qi Xu Wei Qi Xu

Ursachen

Milz Qi – und Magen Qi Mangel Pi Qi Xu Wei Qi Xu Ursachen x ue

xue yin yang qi

Das Magen Qi ist geschwächt und kann nicht absteigen, deshalb kommt es zu unangenehmen Empfindungen im Epigastrium. Die häufigste Ursache liegt in einer falschen Ernährung: nährstoff- und eiweißarme Lebensmittel, Unterernährung (wie bei einigen Diäten), chronische Krankheiten, Lungenerkrankungen, fortgeschrittenes Alter, emotionale Probleme.

Symptome

Adipositas, unangenehmes Gefühl im Epigastrium, Appetitlosigkeit, keine Geschmacksempfindungen, weiche Stühle, Müdigkeit, vor allem morgens, schwache Extremitäten und die bekannten Symptome des Milz Qi Mangels wie:

Überforderung, Distension des Abdomens nach dem Essen, Diarrhoe, Schweregefühl, Erbrechen.

Puls leer – xu mai

Zunge blaß mit Zahnmarken

Therapie Das Qi von Milz und Magen stärken

Ma 36

-

Erde Pkt der Magen Leitbahn, ton. Milz- und Magen Qi, leitet Nässe aus, ton. nadeln, Moxa

Ren 12

-

Mu Pkt des Magens, reguliert Qi des ME, stärkt Milz Qi, leitet Nässe aus, ton. nadeln, Moxa

Bl 21

-

Shu Pkt des Magens, stärkt das Magen Qi, ton.nadeln, Moxa

Bl 20

-

Shu Pkt der Milz, stärkt das Milz Qi, ton. nadeln, Moxa

Ren 6

-

Meer des Qi, ton. Nadeln, Moxa

Ma 34

-

Xi Pkt der Magen Leitbahn, stoppt Erbrechen, neutral nadeln, Moxa

Ren 13

-

senkt das Qi ab, harmonisiert den Magen, neutral nadeln, Moxa

Ren 10

-

harmonisiert Magen und Qi, neutral nadeln

Kombinationen Ma 36 + Ren 6

-

tonisiert Magen- und Milz Qi

Ren 12 + Ma 34 + Bl 20

-

reguliert Qi des ME, stärkt Milz Qi, stoppt Erbrechen

Ernährung Eine ausgewogene Ernährung mit dem Schwergewicht auf qiaufbauende Nahrungsmittel, die mild, ausgleichend und nährend sind, energetisch neutral bis leicht warm. Hirse, Mais, Süßreis, Fenchel, Bohnen, Süßkartoffeln, Erbsen, Karotten, Kohlsorten, Pflaume, Datteln, Rind, Honig, Safran, Vanillin. Wichtig sind auch hier regelmäßige Essenszeiten.

Bewegung Qi Gong, Wandern, Laufen, Walken

7.6 Herz Qi – oder Yang Schwäche und Milz Qi Schwäche

Xin Pi Qi Xu Xin Pi Yang Xu Pi Qi Xu

Ursachen

Qi Schwäche Xin Pi Qi Xu Xin Pi Yang Xu Pi Qi Xu Ursachen x ue

xue yin yang qi

xue yin yang qi
xue
yin
yang qi

Das Herz reguliert das Blut xue und die Blutgefäße xue mai, es beherbergt den Geist shen. Shen steht für Intelligenz und Kreativität, ein Mangel des Herz Qi´s kann zu Zerstreutheit, Lethargie und Konzentrationsproblemen führen. Es kann zu Hoffnungslosigkeit, Antriebsarmut, Lustlosigkeit und Depressionen kommen. Ursachen sind ebenfalls chronische Erkrankungen, starke Blutverluste, Aufregung, Schockzustände und fortgeschrittenes Alter.

Symptome

Adipositas mit normalem oder wenig Appetit. Palpitationen, Herzrasen oder –stolpern belastungsabhängig, Blässe, Erschöpfung, Müdigkeit, schwache Stimme, Schweißausbrüche, Belastungsdyspnoe, kalte Arme und Beine, livide Lippen und Zunge, Steifigkeit, Ödeme, Frösteln, Abneigung gegen Kälte, Schwäche der Extremitäten, Völle- und Druckgefühl nach dem Essen. Wärme und Druck bessert.

Puls tief – chen mai, fein – xi mai, leer – xu mai, evtl. unregelmäßig

Zunge blass, Zahneindrücke, leicht geschwollen, evtl. livide ZB: dünn und weiß

Therapie Das Herz Qi und –Yang tonisieren, das Milz Qi stärken

Ren 17

-

Hui Pkt des Qi, regelt den OE, ton. Milz und Magen Qi, ton.nadeln

He 7

-

Erde Pkt der Herz Leitbahn, beruhigt shen, beseitigt Herz Qi Stagnation, ton. nadeln

Pc 6

-

Luo Pkt der Perikard Leitbahn, reguliert Qi, beruhigt das Herz, neutral nadeln

He 5

-

Luo Pkt der Herz Leitbahn, reguliert Herz Qi, kühlt Hitze, ton. nadeln

PC 5

-

Metall Pkt der Perikard Leitbahn, stärkt das Herz Qi, neutral nadeln

Mi

6

-

stärkt das Milz Qi, leitet Nässe aus, ton. nadeln

Ma 36

-

Erde Pkt der Magen Leitbahn, stärkt Milz und Magen Qi und Blut, leitet Nässe aus, ton. nadeln, Moxa

Le

13

-

Mu Pkt der Milz, Hui der Zang, stärkt das Milz Qi und löst Spannungen, ton. nadeln

Bl

14

-

Shu Pkt des Perikards, stärkt das Herz, neutral nadeln

Bl

15

-

Shu Pkt des Herzens, stärkt und nährt Herz Blut, kühlt, neutral nadeln

Ren 4

-

Mu Pkt des Dünndarms, wärmt den UE, kräftigt die Nieren, ton. nadeln

Ren 6

-

Meer des Qi, wärmt den ME, zerstreut Nässe, ton. nadeln, Moxa

Du 4

-

Mingmen, stärkt die Nieren Energie, nährt Yuan Qi, ton. nadeln, Moxa

Bl 23

-

Shu Pkt der Niere, stärkt Nieren Qi und Yang

Kombinationen

Ren 6 + Ma 36

-

reguliert Qi des ME

Mi

6 + Ma 36 + He 7

-

beruhigen shen, ton. Blut, stärkt Qi,

Du 4 + Bl 15

-

stärkt das Herz Qi und –Yang

Ren 6 + Ren 12

-

wärmen den ME, leiten Nässe und Kälte aus

Ernährung

Es sollte 3 x täglich eine warme Mahlzeit eingenommen werden, der bittere

Geschmack sollte häufiger vorkommen. Fleisch und Gemüse lange kochen, aromatische Gewürze wie Kardamom, Rosmarin, Ingwer. Warme Getränke

Bewegung

Qi Gong, Yoga, leichte und regelmäßige Bewegung.

Fülle Muster

7.7 Leber Qi Stagnation und Schleim Feuer im Magen

Die Leber greift den Magen an

Gan Qi Fan Wei

Feuer im Magen Die Leber greift den Magen an Gan Qi Fan Wei Ursachen x ue

Ursachen

xue yin yang qi

xue yin yang qi

Bei diesem Fülle Muster spielt eine falsche Ernährung und/oder emotionale Probleme wie unterdrückter Zorn oder Ärger eine wichtige Rolle. Die Leber sorgt für einen harmonischen, ungehinderten Qi Fluß im Körper und fördert damit den reibungslosen Ablauf der Körperfunktionen. Zu ihr gehört die Emotion Zorn. Wird Wut oder Aggression aufgestaut, kommt es zu einer Leber Qi Stagnation. Das Leber Qi kann dann den Magen angreifen und es kann zu einem Übermaß an Magensäure – Feuer im Magen – kommen. Stagnierendes Leber Qi produziert Hitze, die das Magen Yin schädigt. In diesem Fall wird Wut nicht geäußert, sondern nach innen gekehrt. Die Wut richtet sich dann gegen das eigene Ich. Die Leber Qi Stagnation ist ein äußerst häufiges Muster in der westlichen Welt. Sie ist eine Hauptursache für Adipositas. Lang anhaltende ungeklärte emotionale Belastungen können zu diesem Syndrom führen, ebenso wie chronische Erkrankungen, beruflicher Stress und Überlastung. Unregelmäßige Mahlzeiten die schnell verschlungen werden, viele schleimbildende und stark erwärmende Lebensmittel sind ebenfalls eine Hauptursache dieses Musters.

Symptome

Adipositas mit Heißhungerattacken, brennende Magenschmerzen, ständiger Hunger mit Nüchternschmerz, Durst mit Verlangen nach kalten Getränken, saurer Reflux durch Blockierung des absenkenden Magen Qi, Völle im Epigastrium – das Reifen und Fermentieren des Magens wird durch das stagnierende Leber Qi behindert, dadurch bleibt die Nahrung zu lange im Magen -, Erbrechen direkt nach dem Essen, Zahnfleischbluten, Reizbarkeit, Wechsel von festen und weichen Stühlen, Obstipation, Brustspannen, PMS, Seufzen, Spannungsgefühle. Häufig kommt noch ein Milz Qi Mangel dazu:

Völle nach dem Essen, besser durch Druck und Wärme, Abgeschlagenheit, Schwäche der Extremitäten.

Puls gespannt – xian, schlüpfrig – hua, evtl. voll – shi, schnell – shuo

Zunge Die Zungenmitte ist eher trocken und gerötet, evtl. sind die Zungenränder durch den Leber Qi Stau aufgerollt ZB: dick, gelb, trocken, evtl. klebrig

Therapie Magen Hitze kühlen, Leber Qi Stagnation beseitigen

Ma 36

-

Erd Pkt der Magenleitbahn, wandelt Schleim, harmonisiert Milz und Magen, ton. nadeln

Mi

6

-

wandelt Nässe, stärkt Milz Qi, stützt das Yin, ton. nadeln

Ren 12

-

Mu Pkt des Magens, Hui Pkt der Fu, ton. Milz- und Magen Qi ton. nadeln

Ren 13

-

senkt Magen Qi ab, beseitigt Schleim, ton. nadeln

Ren 21

-

beseitigt Nahrungsmittel Stagnation, ton. nadeln

Bl 21

-

Shu Pkt des Magens, harmonisiert Magen Qi, löst Stagnation

Bl 20

-

Shu Pkt der Milz, harmonisiert Milz Qi, wandelt Nässe

Pc

6

-

Luo Pkt der Perikardleitbahn, beruhigt, reguliert Qi im ME, ton. nadeln

Gb 34

-

Erd Pkt der Gallenblasenleitbahn, Hui Pkt der Sehnen, harmonisiert Qi, leitet feuchte Hitze aus, senkt das Leber Yang, sed. nadeln

Le

3

-

Erd Pkt der Leberleitbahn, Yuan Pkt, klärt Leber Hitze, fördert den Qi Fluß, sed. nadeln

Ren 10

-

ton. Milz und Magen, ton. nadeln

Le

13

-

Mu Pkt der Milz, Hui Pkt der Zang, löst Fülle und Spannungen, stärkt Milz- und Magen Qi, löst Stagnation, sed. nadeln

Le

14

-

Mu Pkt der Leber, löst Qi Stagnation, wandelt Schleim und feuchte Hitze, kühlt Blut, beruhigt den Magen, harmonisiert Leber und Magen

Ren 10

-

fördert das Absteigen des Magen Qi

Ma 4

-

beseitigt Stagnation

Ma 44

-

Wasser Pkt der Magenleitbahn, beseitigt Hitze

Kombinationen Ren 12 + Ma 36

-

stärkt Magen und Milz, löst Stagnation, wandelt Schleim und Nässe

Ren 13 + Ma 36 + Ren 21

-

senkt Qi ab, löst Stagnation, harmonisiert Milz und Magen

Le 13 + Ma 36

-

löst Stagnation, stärkt Milz und Magen

Le 3 + Le 14 + Ren 12

-

reguliert die Leber, stärkt den Magen

Ernährung Es sollten alle energetisch heißen Lebensmittel gemieden werden, z. B.:

Alkohol, Kaffee, Rotwein, in Fett Gebackenes, Frittiertes, Geröstetes, Kakao, Essig, Schokolade, scharfe Chilis, nichts stark Gesalzenes, roher Knoblauch, rohe Zwiebeln. Es sollte darauf geachtet werden, nicht zu spät am Abend zu essen. Günstig sind leicht befeuchtende Nahrungsmittel wie Kompott, gekochtes Gemüse, Fleisch nur in kleinen Mengen und nicht anbraten, Joghurt mit Wasser verdünnt, Sojabohnen, Basmati Reis, Mais, Gerste, Blattspinat, Oregano, kleine Mengen bitterer Salate, frische Gemüsesäfte.

Bewegung Sport löst die Leber Qi Stagnation, deshalb sind energiefordernde Sportarten und Ausdauersportarten günstig und Qi Gong, Yoga.

7.8 Kälte und Feuchtigkeit in der Milz

Hun Shi Kon Pi

Ursachen

Kälte und Feuchtigkeit in der Milz Hun Shi Kon Pi Ursachen x ue yin yang qi

xue yin yang qi

Dieses Syndrom Muster hat Ähnlichkeit mit dem Milz Yang Mangel. Hinzu kommen hier jedoch noch äußere Feuchtigkeit und Kälte, die durch eine schon bestehende Milz Qi oder – Yang Schwäche leichter eindringen kann. Ursachen sind feuchte, kalte Kleidung, naß-kalte Räume, feucht-kaltes Wetter, viele eiskalte Getränke und Lebensmittel. Die Nässe blockiert dabei die Transformationsfunktion der Milz. Ein schon bestehender Nieren Yang Mangel begünstigt ebenfalls diese Störung.

Symptome

Adipositas, Völle und Druck im Epigastrium, durch Wärme besser, Übelkeit, Erbrechen, Regurgitation, Aufstoßen, kein Appetit, kein Geschmack, kein Durst,

Diarrhoe, klebriger Speichel, ungeformter Stuhl, Ödeme, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen, Druck im Kopf, Fluor vaginalis, süßlicher Mundgeschmack, kalter Bauch, Bandkopfschmerz, schlechter durch Kälte, wenig Urin, trockener Mund, durch Druck schlechter, Schweregefühl, Mattigkeit.

Puls dünn – xi, schwach – ruo, langsam – chi, schlüpfrig – hua,

Zunge gedunsen, blass, feucht ZB: dick, weiß, klebrig

Therapie Nässe ausleiten, Milz Qi stärken

Mi

9

-

Wasser Pkt der Milzleitbahn, leitet Schleim und Nässe aus, beseitigt Stagnation, neutral nadeln

Mi

2

-

Feuer Pkt der Milz Leitbahn, bringt Shen in die Milz, stärkt,

Ren 12

-

Mu Pkt des Magens, Hui Pkt der Fu, stärkt Milz und Magen, reguliert das Qi, neutral nadeln

Ma 36

-

Erd Pkt der Magenleitbahn, stärkt Milz und Magen Qi und Blut, beseitigt Stagnation, ton. nadeln

Mi

6

-

stärkt Milz Qi, wandelt Nässe und Schleim, ton. nadeln

Mi

3

-

Erd Pkt der Milzleitbahn, Yuan Qi Pkt, stärkt Milz Qi, leitet Nässe aus, neutral nadeln

Ma 8

-

beseitigt Nässe aus dem Kopf, neutral nadeln

Ma 28

-

öffnet die Wasserwege, neutral nadeln

Ma 40

-

Luo Pkt der Magenleitbahn, leitet Schleim aus

Ren 9

-

leitet Feuchtigkeit aus

Den Bauch moxen

Kombinationen

Mi

9 + Ma 36 + Ren 12

-

leitet Nässe aus, stärkt Milz und Magen Qi

Ma 8 + Mi 6

-

wandelt Nässe und stärkt das Milz Qi

Ernährung Wie bei der Milz Yang – und Qi Schwäche, sollten Nahrungsmittel verzehrt werden, die wärmen und gleichzeitig Feuchtigkeit und Schleim ausleiten.

Bewegung Hier muß das Yang aktiviert werden, am besten durch die bekannten Ausdauersportarten und Qi Gong sowie Yoga.

7.9 Feuchte Hitze in Milz und Magen

Pi Wie Shi Re

Ursachen

Xue yin yang qi
Xue
yin yang qi

Durch lange bestehenden Leber Qi Stau aber auch durch äußere klimatische Einflüsse oder falsche Ernährung kann es zu diesem Syndrom kommen. Feucht-warmes Wetter, hoher Fleischverzehr, energetisch heißes, scharfes Essen, zuviel Fett und Süßigkeiten, Alkohol und Lebensmittelvergiftungen, sowie Magen- Darm Infektionen können die Auslöser sein.

Es ist häufig ein akutes Geschehen.

Symptome

Adipositas, Engegefühl von Epigastrium und unterem Abdomen, Schweregefühl, Durst ohne zu trinken oder trinken in kleinen Schlucken, Übelkeit, Erbrechen, abdomineller Schmerz, weiche, stinkende Stühle, Brennen am Anus und Mund, spärlicher dunkelgelber Urin, leichtes Fieber den ganzen Tag über, Kopfschmerzen, Benommenheit, Konzentrationsstörungen mit Ruhelosigkeit, gelbe Hautfarbe.

Puls schlüpfrig – hua, schnell – shuo

Zunge ZB: dick, gelb, klebrig

Therapie Nässe auflösen, Hitze beseitigen, Milz- und Magen Qi stärken

Mi

9

-

Wasser Pkt der Milzleitbahn, leitet Nässe und Nässe-Hitze aus dem UE aus, sed. nadeln

Mi

6

-

beseitigt Nässe, schützt das Yin, sed. nadeln

Mi

5

-

Metall Pkt der Milz Leitbahn, leitet Schleim aus, bringt Struktur

Du 9

-

beseitigt Nässe-Hitze, sed. nadeln

Di

11

-

Erd Pkt der Dickdarmleitbahn, beseitigt Hitze und löst Nässe auf, sed. nadeln

Bl

20

-

Shu Pkt der Milz, löst Nässe

Gb 34

-

Erd Pkt der Gallenblasenleitbahn, beseitigt Nässe-Hitze, bewegt Qi, sed. nadeln

Bl 21

-

Shu Pkt des Magens, wandelt Nässe, stützt das Qi

Ren 12

-

Mu Pkt des Magens, Hui Pkt der Fu, ton. Milz- und Magen Qi, sed. nadeln

Bl 22

-

Shu Pkt des San Jiao, reguliert Flüssigkeitstransformation

Ma 40

-

Luo Pkt des Magens, leitet Schleim aus, sed. nadeln

Kombinationen

Ma 40 + Mi 6 + Ren 12

-

leitet Schleim aus, stützt das Yin, ton. Milz und Magen

Bl

20 + Bl 22

-

bei äußeren pathogenen Faktoren

Gb 34 + Bl 20

-

trocknen Nässe, kühlen Hitze, ton. Milz Qi

Gb 34 + Mi 6

-

leitet Nässe- Hitze aus

Di

11 + Mi 6

-

kühlen Blut-Hitze, reduzieren Leber Wind, lösen Stagnation

Mi

9 + Ren 12

-

leiten Nässe aus, stützt Milz und Magen Qi

Ernährung Bei dieser Störung sind alle warmen und stark befeuchtenden Lebensmittel und Kräuter zu meiden. Günstig sind Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchte.

Bewegung

Qi Gong, Yoga und Laufen, Wandern, Walking

7.10 Exzessive Hitze in Magen und Dickdarm

Wei Da Chang Re

Ursachen

xue yin yang qi
xue yin
yang qi

Hierbei handelt es sich um Schleim Feuer des Magens und Hitze des Dickdarms. Magen und Dickdarm haben über die Yang Ming Schicht eine Verbindung und die Fülle des einen Fu kann auf das andere Fu übergreifen. Die Ursachen sind ähnlich wie bei dem Syndrom „Feuchte Hitze in Milz und Magen“:

Falsche Ernährung, übermäßig viele heiße und trockene Lebensmittel wie Fleisch, Alkohol, Gebackenes und Gegrilltes und unregelmäßige Mahlzeiten. Lang anhaltende Leber Qi Stagnation, sowie äußere pathogene Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle.

Symptome

Adipositas, Obstipation mit trockenen Stühlen, Brennen im Mund, Brennen und Schwellungen im Analbereich, spärlicher dunkler Urin, Durst mit Verlangen nach kalten Getränken, Brennen und Schmerz im Epigastrium, ständiger Hunger, Heißhungerattacken, Zahnfleischblutungen und –schwellungen, saurer Reflux, Übelkeit und Erbrechen kurz nach dem Essen, schlechter Mundgeruch.

Puls voll – shi, schnell – shuo, schlüpfrig – hua

Zunge trocken, rot ZB: dick, gelb (braun, schwarz), trocken, evtl klebrig (Schleim-Feuer)

Therapie Hitze des Magens und Dickdarms beseitigen, Körperflüssigkeiten nähren

Ren 4

-

Mu Pkt des Dünndarms, ton. Yin und Säfte, ton. nadeln

Di

11

-

Erd Pkt der Dickdarmleitbahn, beseitigt Hitze, sed. nadeln

Ma 37

-

unterer He Meer Pkt des Dickdarms, beseitigt chronische Störungen, sed. nadeln

Ma 44

-

Wasser Pkt der Magenleitbahn, beseitigt Hitze, sed. nadeln

Di

2

-

Wasser Pkt der Dickdarmleitbahn, beseitigt Hitze, sed. nadeln

Mi

6

-

ton. Qi, stützt das Yin, ton nadeln

Ni 6

-

Öffnungspkt des Yin Fersengefäßes, nährt das Yin, ton. nadeln

Ren 12

-

Mu Pkt des Magens, Hui Pkt der Fu, stützt Milz und Magen Qi, ton. nadeln

Ma 45

-

Metall Pkt der Magenleitbahn, beseitigt Hitze, sed. nadeln

Ma 21

-

beseitigt Magen Hitze und lässt das Magen Qi absteigen, sed. nadeln

Kombinationen Ren 4 + Di 11 + Ma 21

Ren 12 + Mi 6 + Di 11

-

stützt das Yin, beseitigt Hitze, lässt das Magen Qi absteigen

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ton. Milz und Magen Qi, stützt das Yin, leitet Hitze aus

Ernährung Keine energetisch heißen Nahrungsmittel und Kräuter, befeuchtende und kühlende Lebensmittel sind hier nötig, sowie regelmäßige Mahlzeiten: Gemüse, Getreide, Kompott, Milchprodukte in kleinen Mengen.

Bewegung Qi Gong, Meditation, Yoga, Laufen, Wandern, Walking

Fülle – Leere Muster

7.11 Leber Qi Stagnation und Milz Qi Mangel Leber greift die Milz an

Gan Qi Xu Pi Qi Xu

Ursachen

xue yin yang qi
xue
yin
yang qi
xue yin yang qi
xue
yin
yang qi

Es ist eines der häufigsten Syndrom Muster und Grund für die Entwicklung einer Adipositas. Durch eine Leber Qi Stagnation wird häufig auch die Milz in ihrer Funktion beeinträchtigt. Es können sich dabei 2 Varianten zeigen:

einmal überwiegt der Leber Qi Stau, die Leber greift die Milz aktiv an und überwältigt sie, im anderen Fall ist die Milz primär zu schwach und gestattet es der Leber

angegriffen zu werden. Wut, Frustration und Groll sind die Hauptursachen des Leber Qi Staus. Kann gesunder Zorn oder Wut als natürliche Folge von Überlastung, Stress und

Frustration nicht angemessen geäußert werden, kommt es zum Stau der Emotionen.

Es entwickelt sich dann innere Hitze durch z. B. belastende Lebensumstände,

ständige Nichterfüllung eigener Wünsche und psychische Anspannung. Hinzu kommt eine die Milz schädigende Lebensweise wie falsche Ernährung. Ebenso tragen zahlreiche Diäten und Bewegungsmangel zur Entwicklung dieser

Störung bei.

Symptome

Adipositas mit Heißhungerattacken, teilweise auch Appetitlosigkeit, Reizbarkeit, Schmerz und Distension des Abdomens, Wechsel von Obstipation und Diarrhoe, der Stuhl ist manchmal schafskotartig und trocken, dann wieder weich, Flatulenz, Müdigkeit, Brust- und Rippenspannungen, Globusgefühl im Hals, Menstruationsstörungen, Seufzen, blass-gelbe Gesichtsfarbe.

Puls saitenförmig – xian, schlüpfrig – hua

Zunge blass, die Ränder können gerötet oder aufgerollt sein, die Spitze kann auch gerötet sein ZB: dünn, weiß

Therapie Die Leber harmonisieren, die Milz stärken

Le

14

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Mu Pkt der Leber, harmonisiert die Leber, fördert den Geschmeidigen Qi Fluss, sed. nadeln

Le

13

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Mu Pkt der Milz, Hui Pkt der Zang, harmonisiet Leber und Milz, sed. nadeln

Gb 34

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Erde Pkt der Gallenblasenleitbahn, Hui Pkt der Sehnen, beruhigt das Leber Yang, fördert den Qi Fluß, sed. nadeln

Le

3

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Erde Pkt der Leberleitbahn, Yuan Qi Pkt, bewegt Qi im Abdomen in Kombi mit Gb 34, ton. nadeln

Ren 12

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Mu Pkt des Magens, Hui Pkt der Fu, stärkt die Milz, ton. nadeln

Mi

6

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reguliert Leber und Milz, beendet Bauchschmerz, ton. nadeln

Ma 36

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Erd Pkt der Magenleitbahn, stärkt Milz- und Magen Qi, ton. nadeln

Bl 20

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Shu Pkt der Milz, stärkt Milz Qi

Pc 6

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Luo Pkt der Perikardleitbahn, stärkt Milz Qi, wandelt Nässe, beruhigt den Geist, reguliert Qi im ME, sed. nadeln

Bl 18

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Shu Pkt der Leber, löst stagnierendes Qi, neutral nadeln

Ren 6

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Meer des Qi, wärmt den ME, beendet Diarrhoe, ton. nadeln

Kombinationen Gb 34 + Le 3 + Ma 36

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bewegt Qi, harmonisiert die Leber, stützt Milz und Magen

Le 14 + Le 3 + Mi 6

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löst Qi Stagnation der Leber, harmonisiert die Leber, ton. Milz und Magen

Le 3 + Pc 6

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beruhigt den Geist, löst Stagnation im Thorax

Ernährung Fetthaltige, hochkalorische und üppige Mahlzeiten sollten vermieden werden. Keine stark gewürzten Speisen, Kaffee, Alkohol, Gebratenes, Essig, Fleisch. Leicht bittere Nahrungsmittel stützen die Milz, Kohlsorten, Getreide und Kompott. Günstig sind neutral-warme Lebensmittel, nur wenig Rohkost, keine grünen Salate, keine scharfen Chips, kein Schweinefleisch, wenig Rindfleisch.

Bewegung Qi Gong, Yoga,Tanzen, Laufen, Walken, Wandern, evtl. Sportarten mit einer Wettkampfsituation, die herausfordert.

8.

Weitere Therapiestrategien

8.1

Li Jia

Universität für TCM und Pharmakologie Nanjing / China

Herr Li geht ursächlich von einer Dysfunktion von Magen und Milz aus, aus der sich ein gestörter Qi und Blutmetabolismus entwickelt, der weiter zu einer gestörten Wei Qi Funktion führt. Diese Wei Qi Schwäche ist die Ursache für die Folgeerkrankungen der Adipositas. Gleichzeitig entwickelt sich eine Schwäche des Ursprungs Qi (Yuan Qi) im gesamten San Jiao.

Es erfolgt eine Differenzierung in 3 Klassen: