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Friedemann W. Nerdinger (2008).

„Grundlagen des Verhaltens in Organisationen“.


2. Aufl. Stuttgart: Kohlhammer.

Prof. Dr. Friedemann W. Nerdinger 1 Verhaltenswissenschaftliche Grundlagen


Lehrstuhl für ABWL: Wirtschafts- und Organisationspsychologie WS 09/10
1. Die verhaltenswissenschaftliche
Perspektive
1.1 Verhaltenswissenschaftliche Perspektive
der Organisation
1.2 Merkmale empirischer Wissenschaft
1.3 Theoretischer Rahmen: Das S-O-R Modell
1.4 Empirisch-wissenschaftliches Vorgehen
1.4.1 Hypothesen und Operationalisierung
1.4.2 Methoden
- Befragung
- Beobachtung
- Experiment
1.4.3 Auswertung und Interpretation
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Organisationen sind
• zeitlich relativ stabile
• gegenüber der Umwelt offene
• aus Individuen und Gruppen zusammengesetzte
• zielgerichtet handelnde und
• strukturierte Systeme

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Aufgaben empirischer Wissenschaft:
• Phänomene erklären, die zum
Forschungsgegenstand gehören
• das Auftreten solcher Phänomene vorhersagen
• Bedingungen herstellen, die das Eintreten
erwünschter Phänomene sichern oder das
Eintreten unerwünschter verhindern

Prof. Dr. Friedemann W. Nerdinger 4 Verhaltenswissenschaftliche Grundlagen


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Theorien, Modelle, Gesetze

Hypothesen: Behauptungen über empirisch prüfbare Sachverhalte

Realität: Bereich der empirisch beobachtbaren Phänomene

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Ausprägungen

Medium schriftlich: schriftlich: mündlich: mündlich:


Fragebogen Computer (auch per persönlich telefonisch
E - Mail oder Internet)

Thema Ein-Themen-Befragung Mehr-Themen-Befragung


(Omnibus)

Festlegen der Fragen völlig Fragen teilweise Fragen frei


Fragen festgelegt festgelegt

Festlegen der Antworten vorgegeben Antworten frei


Antworten (multiple choice)

Sozialform einzeln in Gruppen

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Die Erfassung des Organisationsklimas
(nach Rosenstiel/Bögel 1992)
Bitte beantworten Sie zuerst einige allgemeine Fragen:
1 2 3 4 5
1. Unsere Firma legt großen Wert darauf, dass die
Mitarbeiter gern hier arbeiten
2. Es ist angenehm, für unsere Firma zu arbeiten
3. In unserem Betrieb werden Anstrengungen unter-
nommen, die Arbeitsbedingungen menschengerecht
zu gestalten
4. Man braucht sich nicht zu wundern, wenn Leute bei
den Arbeitsbedingungen in unserem Betrieb krank
werden
5. In unserem Betrieb kommt man vor lauter Hektik
nicht zum Schnaufen
6. In unserer Firma ist das Wohlergehen der Mitarbeiter
das Wichtigste
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Kriterien wissenschaftlicher Beobachtung:
• Dienen einem eindeutigen Forschungszweck
• Beginn, Ablauf und Ende sind geplant
• Beobachtungsergebnisse werden nach zuvor
festgelegten Gesichtspunkten systematisch
registriert
• Prüfungen der Zuverlässigkeit der
Beobachtungsergebnisse sind grundsätzlich
möglich.

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Das Leader Observation System
(LOS; Luthans & Rosenkrantz, 1995)
1. Routine-Kommunikation
1.1 Informationsaustausch
1.2 Schreibarbeit
2. Managementfunktionen
2.1 Planen/Koordinieren
2.2 Entscheiden/Problemlösen
2.3 Kontrollieren
3. Beziehungspflege
3.1 Interagieren mit Fremden
3.2 Soziale Kontakte pflegen
4. Human Ressource Management
4.1 Motivieren/Verstärken
4.2 Disziplinieren/Bestrafen
4.3 Konflikte handhaben
4.4 Personal beschaffen
4.5 Personal entwickeln
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Alle Erfolgs- Leistungs-
Manager Manager Manager
(N = 248) (N = 52) (N = 178)

Routinekommunikation 29 28 44
Managementfunktionen 32 13 19
Beziehungspflege 19 48 11
Human Ressource Management 20 11 26

100% 100% 100%

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Regeln des Experiments:
• Variierbarkeit
• Willkürlichkeit
• Wiederholbarkeit

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70
Überbezahlung: 2 Stufen
Durchschnittliche Leistungsergebnisse

Überbezahlung: 1 Stufe
Gerechte Bezahlung
60

50

40

Kontrollgruppe
Unterbezahlung: 1 Stufe
30 Unterbezahlung: 2 Stufen

0
1. Woche 2. Woche 1. Woche 2. Woche 1. Woche 2. Woche
Vor Während Nach
der Umgestaltung
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Voraussetzungen statistischer Auswertung:
• Aussagen müssen sich auf Mengen beziehen
• Aussagen müssen quantifizierbar sein

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Grundlagen des Verhaltens in
Organisationen
1. Die verhaltenswissenschaftliche Perspektive

2. Intrapsychische Bedingungen
2.1 Wahrnehmung / Informationsverarbeitung
2.2 Denken
2.3 Lernen
2.4 Motivation
2.5 Emotion

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Grundlagen des Verhaltens in
Organisationen
3. Interpersonale Bedingungen
3.1 Macht
3.2 Kommunikation
3.3 Gruppen

4. Apersonale Bedingungen
4.1 Aufgaben
4.2 Planvorgaben

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2.1 Wahrnehmung und
Informationsverarbeitung

2.1.1 Grundlagen
2.1.2 Schemageleitete Wahrnehmung
2.1.3 Personenschemata
2.1.4 Die Wirkung der Wahrnehmung im
Einstellungsgespräch
2.1.5 Das multimodale Interview

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Art der zugeordneten
Sinnesorgane Auslösender Reiz
Empfindungen

Auge elektromagnetische Wellen Helligkeit, Farbe


(400-760nm)

Innennohr Luftschwingungen Lautstärke, Tonhöhe


(„Schnecke“) (20 Hz – 20 kHz)

Innenohr Beschleunigung Bewegung, Drehung


(„Vestibularapparat“) Schwerkraft Gleichgewicht

Nase Substanzen in der Luft Geruch

Zunge, Mund, Rachen Substanzen gelöst im Geschmack


Speichel

Haut Verformung Berührung, Druck, Vibration


Temperatur Wärme, Kälte
Verletzung Schmerz

Muskeln, Sehnen, Verformung Lage und Bewegung der


Gelenke Verletzung Körperteile, Kraftaufwand
Schmerz

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SIS: KZS: Kurzzeitspeicher
Reiz sensorischer Output
(„Information“) Info.-Speicher Speicherung Verarbeitung

LZS:
Langzeitspeicher

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Erwartungen
Wahrnehmung als

Motivation
„top-down“-Prozess

Wissen
Klassifikation in kognitive
Kategorien/Schemata
Wahrnehmungs-
zyklus
Organisation

detaillierte
Empfindung
Wahrnehmung als
Umweltreize „bottom-up“-Prozess
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Funktionen von Schemata:
• Dienen dem Verstehen der Realität
• Ermöglichen es, Ereignisse zu antizipieren
• Verbessern die Erinnerung an die Ereignisse
• Steuern Verhalten

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Theorie X
verstärkt daraus folgt

Verantwortungsscheu, strenge
keine Initiative Vorschriften

führt zu passives bewirkt


Arbeitsverhalten

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Theorie Y
verstärkt daraus folgt

Initiative und Handlungsspielraum,


Verantwortungsbereitschaft Selbstkontrolle

führt zu Engagement für ermöglicht


die Arbeit

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Rangreihe A H Rangreihe
Einstellungs B F Vorgesetzten-
gespräch beurteilung
C A
D D
E K
F C
G B
H E
I G
K I

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Multimodales Interview

1. Gesprächsbeginn – offene Atmosphäre herstellen


2. Selbstvorstellung des Bewerbers
3. Berufsorientierung und Organisationswahl – einige
standardisierte Fragen zur Berufswahl
4. Freier Gesprächsteil zu offen gebliebenen Fragen
5. Biographiebezogene Fragen
6. Realistische Tätigkeitsinformationen
7. Situative Fragen
8. Gesprächsabschluss – der Bewerber hat Gelegen-
heit zu eigenen Fragen

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„Ein Kunde kommt zu Ihnen und beklagt sich über die
falsche Beratung eines Kollegen, der gerade nicht anwe-
send ist. Wie verhalten Sie sich?“

4 3 2 1 0
Ich bitte den Kunden, Ich nehme die Re- Ich erkläre dem
mir den Fall genau klamation an, wei- Kunden, dass ich
zu erklären, weise se aber darauf hin, nicht zuständig bin
auf den richtigen dass ich erst nach und sage ihm, dass
Sachverhalt hin und Rücksprache mit er wiederkommen
beruhige den Kun- meinem Kollegen soll, wenn der be-
den, verspreche, etwas unternehmen treffende Kollege
eventuelle Schäden kann. wieder da ist.
sofort zu beheben.

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2.2 Denken

2.2.1 Grundüberlegungen
2.2.2 Erklären: Die Attributionstheorie
2.2.3 Urteilen: Die Wirkung von Heuristiken
2.2.4 Entscheiden: Die Prospect-Theorie

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Grundmerkmale des Denkens:
• Vergegenwärtigung
• Probehandeln
• Ordnungsleistung

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Stabilität Ort

internal external

stabil Fähigkeit Aufgabenschwierigkeit

variabel Anstrengung Zufall

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Erfolg Misserfolg

Attribution N % N %

Internal/stabil
43 41,3 11 7,4
External/stabil
41 39,4 58 39,2
Internal/variabel
11 10,6 22 14,9
External/variabel
10 8,7 57 38,5

∑ 105 100 148 100

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Heuristiken:
• Repräsentativität
• Verfügbarkeit
• Verankerung und Anpassung

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Repräsentativitäts-Heuristik

Die subjektive Wahrscheinlichkeit für ein


Ereignis ist umso größer, je repräsentativer
das Ereignis für die Population ist, aus der
es kommt.

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Jakob ist 45 Jahre alt. Er ist verheiratet und
hat vier Kinder. Er ist konservativ,
sorgfältig und ehrgeizig. Er interessiert sich
nicht für politische und soziale Themen und
verbringt den größten Teil seiner Freizeit
mit seinen Hobbies. Dazu zählen Tischlerei,
Segeln und mathematische Rätsel.

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Verfügbarkeits-Heuristik

Je leichter man sich an ein Ereignis erinnert,


desto häufiger und wahrscheinlicher scheint
dieses Ereignis zu sein.

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Verankerung und Anpassung

Sollen Schätzungen abgegeben werden,


dann wird – sofern vorhanden – von
Anfangswerten (Anker) ausgehend auf
Endergebnisse extrapoliert.

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Gemeinsamkeiten von
Entscheidungssituationen:
• Eine Person beabsichtigt, eine gegebene
Situation zu ändern
• Es liegen mindestens zwei Optionen vor
• Die Konsequenzen der Optionen werden
vor der Entscheidung festgestellt und
bewertet
• Der Entscheidung liegt eine Regel
zugrunde, die angibt, wie man wählen soll

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n
SEUj = ∑ Pi/j Uj
i=1

SEUj = Subjektiv erwarteter Nutzen der Option j


n = Anzahl der denkbaren Ergebnisse bei Wahl der Möglichkeit j
Pi/j = Subjektive Wahrscheinlichkeit, dass bei Wahl von j das
Ergebnis i eintritt
Uj = Subjektiver Nutzen des Ergebnisses j

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Unser Land bereitet sich auf den Ausbruch einer
seltenen Krankheit vor, die voraussichtlich 600
Menschen das Leben kostet. Zwei Programme zur
Bekämpfung liegen vor:

Wenn das Programm A durchgeführt wird, werden 200


Menschen sicher gerettet. Mit dem Programm B werden
mit der Wahrscheinlichkeit von einem Drittel 600
Menschen gerettet, mit einer Wahrscheinlichkeit von
zwei Dritteln werden 600 Menschen sterben.

Welches Programm würden Sie bevorzugen?

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Wird Programm A durchgeführt, werden 400 Menschen
sterben. Mit dem Programm B wird mit einer
Wahrscheinlichkeit von einem Drittel niemand sterben
und mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei Dritteln alle
600.

Welches Programm würden Sie bevorzugen?

Prof. Dr. Friedemann W. Nerdinger 53 Verhaltenswissenschaftliche Grundlagen


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Subjektiver Wert (+)

Wert für
1000 €

0,50 x Wert für 1000 €

-1000 -400 -200 200 400 1000


Verlust Gewinn

0,50 x Wert
für -1000 €

Wert für
-1000 €
Subjektiver Wert (-)
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