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Bozen
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I.R.

Mitteilungsblatt der Schützen der Alpenregion


Nummer 5 Bozen, Innsbruck, Weyarn, Kronmetz im Oktober 2004 28. Jahrgang

Seligsprechung von Kaiser Karl …………… 6

Der Grabstein von Luis Amplatz, Südtiroler Freiheitskämpfer der 60er Jahre, am Friedhof in Bozen.
Die Worte könnten für ihn nicht treffender sein wenn es heißt: „Freund, der du die Sonne noch schaust,
grüß mir die Heimat, die ich mehr als mein Leben geliebt.“

Grüß mir die Heimat . . .


Vor wenigen Wochen hat sich zum 40. Male der Todestag von Luis Amplatz gejährt. Der
damalige Fahnenleutnant der Schützenkompanie Gries war Opfer eines heimtückischen Mordes
geworden; mit drei Schüssen aus einer Beretta wurde er von einem Spitzel der italienischen
Geheimdienste in einer Almhütte hoch über dem Passeiertal im Schlaf erschossen. Die Tat blieb
Berichte aus Bayern ……………………………… 15 bis heute ungesühnt. Unvergessen sind aber der Heldenmut und die Freiheitsliebe dieses Man-
nes aus dem Kreise der Südtiroler Freiheitskämpfer der 60er Jahre, dessen Leben der heutige
Schützenwallfahrt in Absam ……………… 6 LKdt. des Südtiroler Schützenbundes und damalige Kamerad in der Schützenkompanie Gries,
Mjr. Paul Bacher, hier nachzeichnet:
Schützenkalender 2005 ……………………… 7
Luis Amplatz wurde am 28. August 1926 in Gries bei Bozen geboren. Schon als Kind
Bataillone und Bezirke ……………………… 9 erkrankte Luis an einer doppelseitigen Lungenentzündung und wurde in das allgemeine Kran-
Leserbriefe ………………………………………… 14 kenhaus in Trient eingeliefert. Dort war er drei lange Jahre in Behandlung und verlernte folg-
lich die deutsche Sprache völlig.
»Hui & Pfui« ……………………………………… 14 Nach seiner Genesung blieb ihm nun keine andere Wahl, als die italienische Schule zu besu-
Die Seite der Marketenderinnen chen; nur nebenbei konnte er in einer so genannten „geheimen Katakombenschule“ ein wenig
und Jungschützen ……………………………… 19 seine Muttersprache erlernen.
Der junge Grieser Schulbub weigerte sich, die Balilla Uniform (die Einheitsuniform der
Wir gratulieren ………………………………… 20 faschistischen Jugendorganisation) anzuziehen, das missfiel seinen Lehrern und es setzte eine
Gesamttiroler Schützenchronik ………… 22 gehörige Tracht Prügel. Bei seinen Klassenkameraden war er wegen seines lustigen Wesens aber
nach wie vor sehr beliebt.
Totengedenken ………………………………… 30 Im Jahre 1935 nahm die große Verbauungspolitik in Bozen ihren Anfang; man enteignete
Ehrungen für langjährige Treue ……… 32 die schönsten landwirtschaftlichen Gründe, um dort Fabriken und Volkswohnungen für
Zuwanderer aus dem Süden zu bauen, nur wenige Meter von seinem Grundstück entfernt.
2 Nummer 5 - Oktober 2004

Die Boshaftigkeiten gegenüber der bäuerlichen Bevölkerung nah- informiert war und zugleich für
men täglich zu und nicht selten kam es zu Prügeleien zwischen den italienischen Geheimdienst
Zuwanderern und Einheimischen. arbeitete, verraten. Am 7. Sep-
In diesem Milieu, das Unrecht immer mehr erkennend, wuchs Luis tember 1964, wie zu Andreas
Amplatz auf. Hofers Zeiten, führte der Verrä-
Das Aushängen der Tiroler Fahne war in dieser Zeit strengstens ter die Sicherheitskräfte auf die
verboten, dem Luis jedoch war es eine wahre Freude, an den waghal- „Brunner Mahder“. Dort
sigsten Orten (Hochstromleitungen, Felsen usw.) Tiroler Fahnen zu his- erschoss Luis Kerbler Amplatz
sen. Viel zu schnell entschwand die Jugendzeit und das eingetretene und verletzte Jörg Klotz. Letzte-
Unglück des Zweiten Weltkriegs ging auch an dem jungen heimatbe- rem gelang schwer verwundet
wussten Luis nicht spurlos vorüber. die Flucht über die Grenze.
1944 wurde er nach Schlanders zum Polizeiregiment Alpenvorland Luis Amplatz war ein über-
einberufen und nach seiner Ausbildung schließlich zum Partisa- aus lustiger und geselliger
neneinsatz nach Oberitalien geschickt. Von den Amerikanern gefan- Kamerad, dem die Zukunft sei-
gen genommen kam er nach Süditalien, von wo er - seinem freiheits- ner Heimat sehr am Herzen lag.
liebenden Wesen entsprechend - ausbrach und in seine Heimat flüch- Es stimmt traurig, wenn der
tete. Einsatz von Luis Amplatz mit
Nach dem Krieg heiratete Luis Amplatz, wurde Vater von drei Kin- den Terroranschlägen der Roten
dern und bearbeitete als Kleinbauer in der Kaiserau seine kleines Obst- und Schwarzen Brigaden und
gut. Damit es zum Leben für ihn und seine Familie reichte, musste er Anarchistengruppen verglichen
zusätzlich auch landwirtschaftliche Gelegenheitsarbeiten in den Wein- wird.
gärten und als Tagelöhner annehmen. Obwohl er in Sichtweite der Luis Amplatz steht jenseits
qualmenden Industriezone wohnte und sich öfters für ein festes Gehalt der extremen Verfechter der
und ein Minimum an sozialer Absicherung für seine Familie bemühte, Anarchie und des Marxismus-
hatte er, wie damals so viele Südtiroler, keine Chance, dort eine Luis Amplatz als Oberjäger Leninismus mit ihren men-
Anstellung zu bekommen. der Schützenkompanie Gries schenverachtenden Beweggrün-
den und Geheimdienstver-
strickungen. Auch die jüngsten Ereignisse in Russland haben nichts,
aber auch schon gar nichts mit dem Geiste der Freiheitskämpfer von
damals zu tun. Luis Amplatz war ein Idealist, ein Patriot, der immer
jegliches Blutvergießen verhindern wollte. Er forderte einzig und
allein die Rechte unserer völkischen Minderheit ein, Rechte, die in den
50er und 60er Jahren mit Füßen getreten wurden. Unsere Generation,
unsere Wohlstandsgesellschaft kann nur voll Bewunderung auf Män-
ner wie Luis Amplatz, Sepp Kerschbaumer, Jörg Klotz und alle ihre
Kampfesbrüder zurückblicken. Lassen wir ihre Opfer und die Opfer
ihrer Familien nicht umsonst sein, lassen wir ihren aufrechten Ruf
nach Freiheit nicht im Winde verhallen. Nehmen wir uns ein Beispiel
an ihrem ritterlichen Handeln und ihrem Einstehen für unsere Heimat.
Wir, die wir bis heute das in der Geschichte unseres Landes seltene
Glück hatten, von Krieg und
Unheil verschont zu bleiben,
bündeln wir unsere Kräfte
Die „Brunner Mahder“: Hier wurde Luis Amplatz von Christian Kerbler und handeln wir im Gedenken
ermordet.
an die Männer, mit allen uns
In seiner Entschlossenheit, endlich dem tatenlosen Zusehen der zur Verfügung stehenden
Politik Abhilfe zu schaffen, schloss er sich den Südtiroler Freiheits- friedlichen Mitteln, damit das
kämpfern an. Unvergessen ist sein Auftritt bei der Kundgebung im Ansinnen eines Luis Amplatz
Jahre 1957 auf Schloss Sigmundskron, wo er auf einem Mauergesims irgendwann in Erfüllung
in schwindelnder Höhe stehend patriotische Parolen in die Menge rief. gehen möge.
Bereits vor der „Feuernacht“ im Juni 1961 führte Luis Amplatz Wir beugen uns in Ehr-
demonstrative Sprengstoffanschläge auf in Bau befindliche Volks- furcht vor diesem für unsere
wohnhäuser durch, die für die italienischen Zuwanderer bestimmt Heimat gefallenen Freiheits-
waren. Der großen Verhaftungswelle nach der Herz-Jesu-Nacht des helden, welcher Gesundheit,
Jahres 1961 entkam er und konnte sich durch eine dramatische Flucht Familie und sein Leben für
einer Verhaftung entziehen. In Österreich angekommen, wurde er von unser Land aufs Spiel setzte
den Behörden nach Wien verbannt. und im Kampfe für eine bes-
Seine Liebe zur Heimat und seiner Familie war jedoch stärker als sere Zukunft unseres Landes
die Angst erwischt zu werden. Vom Heimweh geplagt nahm er, mit meuchlings ermordet wurde.
seinem Freund und Schützenkameraden Jörg Klotz, den gefährlichen
Paul Bacher
Weg über die Berge auf sich, um wenigstens für kurze Zeit in seine
Landeskommandant
Heimat zurückzukehren. Wohl wissend, dass eine Verhaftung eine lan-
ge Zeit der Haft nach sich ziehen könnte. Beide, Amplatz und Klotz,
Am Tatort erinnert noch ein
übernachteten in einer Almhütte im Passeiertal. Dabei wurden sie vom Marterle an die schreckliche
vermeintlichen Freund Christian Kerbler, der von ihrem Vorhaben Bluttat vom 7. September 1964
Nummer 5 - Oktober 2004 3

Offizier sein, was heißt das? Schützenoffiziere müssen sagen, was sie denken und tun, was sie
sagen, sonst verlieren sie ihre Glaubwürdigkeit.
An den vorigen Artikel der Serie „Offizier sein, was heißt das?“
anschließend, sei noch hinzugefügt, dass es ebenso undenkbar ist, dass c.) Das Verhalten:
Offiziere für sich das Privileg in Anspruch nehmen, die Tracht will- Wie unser Verband ohne Zweifel seine Wurzeln im soldatischen
kürlich zu verändern. Genau diese Offiziere möchten gleichzeitig ger- Bereich hat, so haften ihm auch starke demokratische Züge an. So
ne mit den Finger auf Schützen und Marketenderinnen zeigen, die wird auch das Verhalten eines Schützenoffiziers innerhalb und außer-
ihrer Meinung nach nicht korrekt gekleidet sind. Es ist auch hier wie- halb der Kompanie sowohl nach militärischen Gesichtspunkten, als
der darauf hinzuweisen, auch wenn es eigentlich für jeden eine Selbst- auch nach den Regeln der üblichen Umgangsformen gemessen bzw.
verständlichkeit sein sollte, Schützenoffiziere sind in erster Linie hat er sich danach zu richten.
„Schützen“ und werden nur auf Zeit mit einem Amt betraut. Aber fah- Der Schütze in Tracht ist immer im Dienst, auch außer Dienst ist er
ren wir fort und kommen wir zum zweiten Kriterium, welches einen immer Schütze!
Offizier kennzeichnen sollte. Nach militärischen Gesichtspunkten soll er strammes und aufrech-
tes Gehen, eine saubere Adjustierung (Hutschmuck, Schuhputz, Fest-
b.) Die Ausstrahlung: abzeichen usw.) und gerade Haltung zeigen. Innerhalb der Formation
Das Auftreten eines Schützenoffiziers soll ruhig, gelassen und ist Rauchen, Sprechen und Verlassen seiner Position ungehörig und
selbstsicher wirken, dies aber ohne Arroganz. Er muss Selbstdisziplin unerlaubt - wo bleibt sonst das Vorbild für die Schützenkameraden?
und Verlässlichkeit besitzen, selbstkritisch und bescheiden sein, ohne Es ist immer wieder ärgerlich und anstößig, wenn Ehrengäste beim
Unterwürfigkeit. Aufmarsch quasseln, winken und die Marschordnung stören.
Ein Schützenoffizier soll Ansehen und gesellschaftliche Kontakte in Nach den Regeln der üblichen Umgangsformen soll ein Schützen-
der Gemeinde (Pfarrer, Verbände, Vereine usw.) besitzen. Er muss sich offizier sich also zuvorkommend, diszipliniert und höflich geben, eine
bewusst sein, dass sein Verhalten in der Öffentlichkeit wie im Privaten gute sprachliche Ausdrucksform haben, den Überblick über sich und
auf das Ansehen der Kompanie (Bataillon, Bezirk, Bund) abfärbt. Die seine Männer wahren und nüchtern sein, sei es in der Beurteilung der
Würde (und Bürde) eines Schützenoffiziers trägt man immer, man Situation als auch sonst.
kann sie nicht je nach Opportunität an- oder ablegen.
Ein Schützenoffizier hat die Zielsetzungen und Ideale des Schüt-
zenwesens, die allgemeine Gültigkeit haben, in Verbänden und Partei-
en, denen er angehört, einzubringen und nicht umgekehrt, Lobby für Ankündigung:
eine Interessensgruppe zu machen. Nicht jeder kann ein guter Redner
sein, aber klare Sprache und gute Aussagen kann man sich aneignen. Von Wittelsbach zu Habsburg
Die Deutlichkeit und Klarheit seiner Aussagen können durch etwas Maximilian I. und der Übergang der Gerichte
Diplomatie in ihrer Härte gemildert werden, dürfen dabei aber ihren
Kufstein, Rattenberg und Kitzbühel von Bayern
Inhalt nicht verlieren oder verwaschen wirken.
an Tirol 1504–2004
Eine Tagung des Tiroler Landesarchivs der Universität Innsbruck und
der Kommission für Bayerische Landesgeschichte bei der Bayeri-
schen Akademie der Wissenschaften

15.-16. Oktober 2004, Tiroler Landesarchiv,


Michael-Gaismair-Str. 1, 6020 Innsbruck

Am 17. Oktober 1504 eroberte Maximilian I. nach schwerem


Kampf die Festung Kufstein. Das spektakuläre Geschehen von
damals, das in der Enthauptung Pienzenauers und seiner Gefährten
gipfelte, ist zwar im Bewusstsein der Tiroler Bevölkerung sehr leben-
dig geblieben, hat zugleich aber den Blick auf die Komplexität die-
ses weit ausgreifenden Konflikts verstellt und ihn auf dieses eine
lokale Ereignis reduziert.
Das Tiroler Landesarchiv nimmt die 500-jährige Wiederkehr die-
ses Ereignisses zum Anlass, das damalige Geschehen kritisch und
umfassend zu beleuchten und in einen größeren Kontext zu stellen.
Acht Referenten aus Bayern und Tirol werden im Rahmen dieses
Symposiums nicht nur die militärischen Aspekte dieses wittelsbachi-
schen Erbfolgekrieges herausarbeiten, sondern auch die archivalische
Überlieferung, die politisch-diplomatischen Hintergründe sowie die
Auswirkungen des Herrschaftswechsels in den drei Gerichten Kitz-
bühel, Kufstein und Rattenberg behandeln und diskutieren.
Gerade die Annäherung von zwei Seiten an dieses Thema, die
Betrachtung des Jahres 1504 aus bayerischer und tirolischer Per-
spektive, kann dazu beitragen, das bisherige, vor allem von Brüchen
und Grenzen geprägte Geschichtsbild durch eine Sichtweise zu erset-
zen, die auch die trotz Herrschaftswechsels vorhandenen Kontinuitä-
ten berücksichtigt.
4 Nummer 5 - Oktober 2004

Kaiser Karl, der Diener Gottes mit acht Kindern gesegnet: Otto, Adelheid, Robert, Felix, Karl-Ludwig,
Rudolf, Charlotte und Elisabeth.
Im fernen Jahre 1887 wird Erzherzog Otto und Erzherzogin Josefa in Die Familie und die Hingabe an Gott stehen für sie an erster Stelle,
ihrem Familiensitz Persenbeug, Österreich, ein Sohn geboren. Er erhält und sie bemühen sich um ein einfaches, ruhiges Familienleben,
den Namen Karl Franz Josef Ludwig Hubert Georg Otto Maria, ist der während Karl seine militärische Laufbahn fortsetzt. Am 28. Juni 1914
Erstgeborene des Paares und wird freudig und dankbar willkommen kommt aus Sarajevo die Nachricht, dass ein Attentat auf den Thron-
geheißen. Das österreichische Kaiserhaus ist erfreut über die Geburt folger Erzherzog Franz Ferdinand verübt wurde, wodurch Karl zum
eines Großneffen des Kaisers Franz Josef; im Rest des Reiches wird neuen Thronfolger wird und sein Leben sich für immer ändert. Infol-
jedoch kaum Notiz davon genommen – steht doch der neue Erzherzog ge des Mordanschlags bricht der Krieg aus, und binnen kurzer Zeit
in der Nachfolgelinie weit unten. Man weiß noch nicht, dass eine Rei- wird Europa in ihn verstrickt.
he von Tragödien und Ereignissen sein Schicksal und das des Reiches Karl wird zur Leitung mehrerer militärischer Einsätze gerufen und ver-
verändern werden. hält sich tapfer und ehrenhaft. An der Ost- und Südfront führt er sieg-
Karl erlebt eine einfache und gesunde Kindheit, erhält Privatunterricht reiche Unternehmungen an und ist dafür bekannt, dass er seine mora-
und geht am Wiener Schottengymnasium zur Schule. Er wird im lischen Überzeugungen in seine Schlachtpläne einfließen lässt. In Ita-
katholischen Glauben erzogen und praktiziert ihn mit Inbrunst. Man lien befiehlt er seinen Offizieren, unnötiges Blutvergießen zu vermei-
kennt ihn als liebenswürdiges und mitfühlendes Kind, das verschie- den und sicherzustellen, dass die Verwundeten so rasch wie möglich
denste Aufgaben übernimmt, um Geld für die Armen aufzutreiben und versorgt werden und dass die Soldaten immer so gut wie möglich ver-
Geschenke für Leute in seiner Umgebung zu kaufen. sorgt sind. „Ich verbiete den Befehl, keine Gefangenen zu machen. Ich
Als er heranwächst wird offenkundig, dass er in der militärischen verbiete ausdrücklich Diebstahl, Plünderungen und mutwillige Zer-
Laufbahn in die Fußstapfen seines Vaters treten wird. Mit sechzehn störungen.“, waren nur einige seiner Aussagen.
Jahren wird Karl zum Oberleutnant der kaiserlichen Armee ernannt. Für Karl ist die Kultur, die er lebt, das Christentum. Und da man sich
Man schätzt die Intelligenz und Gewissenhaftigkeit, die volle Loyalität nun einmal in einem Krieg befindet, den er für unmoralisch hält,
und Zuverlässigkeit des jungen Mannes. Für seine Mitsoldaten ist er besteht er umso mehr darauf, dass er und die Armee moralisch han-
ein Ansporn, und er steigt durch laufende Beförderungen stetig im deln.
Rang auf. So wird er bewusst auf seine künftige Rolle im Reich vor- Mitten im Krieg wird er an die Seite eines müden und gealterten Kai-
bereitet, wobei man jedoch davon ausgeht, dass er allenfalls nach sei- sers Franz Josef gerufen. Am 30. November 1916 betet Karl am Ster-
nem Onkel und seinem Vater, also vielleicht in dreißig oder vierzig bebett des Kaisers gemeinsam mit Zita den Rosenkranz, als er zum
Jahren, die Thronfolge antreten würde. ersten Mal die Worte „Eure Majestät“ als an ihn gerichtet vernimmt.
Als 1911 der junge Erzherzog Karl an eine Heirat zu denken beginnt, Oberste Priorität für ihn als Kaiser ist es, Europa und seinem Reich
entsinnt er sich der jüngeren Schwester eines seiner Spielgefährten aus Frieden und Sicherheit zurückzugeben. Über seine Schwäger, die Prin-
der Kindheit: Da war die schöne, lebhafte und doch fromme junge zen Sixtus und Xavier von Bourbon-Parma, die in der Lage sind,
Prinzessin Zita von Bourbon-Parma, die Karls Herz gewonnen hatte, Briefe Karls an die Entente-Führer in Frankreich und England zu
der bald fest entschlossen war, diese außergewöhnliche Frau heimzu- schmuggeln, beginnt er geheime Friedensverhandlungen. Diese Ver-
führen. Weil er Frauen gegenüber schüchtern ist, bittet er seine Stief- handlungen finden zwischen 22. November 1916 und 20. Februar
großmutter, Erzherzogin Maria Theresa – die zufällig auch Zitas Tan- 1917 statt, bis eine neue französische Regierung die Gespräche
te ist – um Hilfe. Sie arrangiert auf ihrem Gut eine achttägige Jagd- abbricht.
gesellschaft, lädt die beiden jungen Leute ein und gibt ihnen so die Er beginnt eine neue Reihe von Versuchen, die bis zum Ende des Krie-
Möglichkeit, sich zu treffen, miteinander zu sprechen und einander ges andauern. Bei diesen Verhandlungen diskutieren sein Außenminis-
kennen zu lernen. Danach nimmt Karl Zita zum Marienheiligtum ter Graf Czernin und der französische Beauftragte Graf Armand in der
Mariazell mit, wo er ihr im Angesicht des Heiligen Sakraments einen Schweiz über die Bedingungen. Diese Gespräche bleiben jedoch ergeb-
Heiratsantrag macht und ihre Verlobung unter den Schutz der Gottes- nislos und werden durch die französische Enthüllung der „Sixtus-
mutter stellt. Als Tag der Vermählung wird der 21. Oktober 1911 fest- Affäre“ gegenüber der Weltpresse torpediert. Diese Indiskretion be-
gesetzt. Am Vorabend sagt Karl zu seiner Braut: „Nun müssen wir uns einträchtigt Karls Ruf und seine Fähigkeit, als Friedensvermittler zu
gegenseitig helfen, in den Himmel zu kommen.“ Ihre Verbindung ist fungieren.
Papst Benedikt XV. unterbreitet ebenfalls einen
Friedensplan, doch nur Kaiser Karl akzeptiert
die Vorschläge des Papstes – die übrigen Krieg
führenden Staaten sind darauf bedacht, den
Krieg zu ihrem eigenen egoistischen Vorteil
fortzusetzen. Mit dem Kriegseintritt der Verei-
nigten Staaten stellt Präsident Wilson seine
„Vierzehn Punkte“ als Bedingung für die Been-
digung des Krieges auf. Karl akzeptiert sie alle,
doch zu diesem Zeitpunkt erkennt die Entente
ihn schon nicht mehr als legitimen Herrscher
an. Obwohl Karls Bestreben während seiner
gesamten Regentschaft auf den Frieden gerich-
tet ist, muss er immer noch einen Krieg führen,
der nicht sein Werk ist, und sich um sein lei-
dendes Volk kümmern.
Bei der Thronbesteigung gewährt er eine Gene-
ralamnestie. Im militärischen Bereich verbietet
er das Duellieren sowie die Praktiken der Prü-
gelstrafe und der Fesselung der Handgelenke
Kaiser Karl in der Zeit des Ersten Weltkriegs im Kreise seiner Offiziere am Bahnhof in Trient an die Fußknöchel. Er lehnt den Einsatz von
Nummer 5 - Oktober 2004 5

Senfgas gegen den Feind ab und verbietet ihn ebenso wie die Führung unrechtmäßig zu behalten, unternimmt Karl einen zweiten Versuch,
eines U-Boot-Krieges. Er befiehlt, dass Soldaten und Verletzte, auch der die zustimmende Unterstützung des Volks genießt, das sich auf sei-
Gefangene, human zu behandeln seien und initiiert ein großes Pro- nen Krönungseid beruft. Darüber hinaus herrscht in Ungarn ein „weis-
gramm zur Versorgung der Soldaten mit guten Büchern. Wann immer ser Terror“ gegen Juden, Gewerkschaftler und die politische Oppositi-
es möglich ist, wandelt er – sowohl militärische als auch zivile – on. Horthy verrät seinen legitimen Monarchen jedoch abermals,
Todesstrafen um. nimmt ihn fest und übergibt ihn der Entente als Gefangenen. Zita
Im zivilen Bereich organisiert er Suppenküchen, verwendet die Pferde begleitet ihn bei diesem zweiten Versuch und folgt ihm auf der langen
und Kutschen des Hofes, um den Wienern Kohle zu liefern, er kämpft Reise ins letzte Exil auf die Insel Madeira.
gegen Wucher und Korruption und verschenkt seinen persönlichen Auf Madeira steht das Kaiserpaar völlig mittellos da, ohne jede Mög-
Reichtum – indem er Spenden verteilt, die seine Mittel übersteigen. Er lichkeit zum eigenen Unterhalt. Die Kinder, die anfänglich von ihnen
ist weltweit der erste Regent, der ein Ministerium für Sozialwesen ein- getrennt gehalten werden, können ihre Eltern mehrere Monate lang
führt, das den Auftrag hat, sich mit der Fürsorge für die Jugend, für nicht erreichen. Am 2. Februar 1922 ist die Familie endlich wieder ver-
die Kriegsversehrten, die Witwen und Waisen, sowie mit der Sozial- eint und tröstet sich damit, dass sie wenigstens alle beisammen sind.
versicherung, den Arbeiterrechten und dem Arbeitsschutz, der Arbeits- Ihre Freude erweist sich als kurzlebig, weil Karl wenige Wochen spä-
vermittlung, der Arbeitslosenhilfe, dem Emigrantenschutz und der ter an Lungenentzündung und Grippe erkrankt. Kaiser Karl betet und
Wohnungsvermittlung zu befassen. leidet mehrere Tage lang und sagt: „Ich muss so viel leiden, damit mei-
In gläubiger Haltung teilt der Kaiser die Entbehrungen mit seinem ne Völker wieder zusammenfinden.“ Als er sich bewusst wird, dass er
Volk und befiehlt dem Hof, die Lebensmittelrationierung einzuhalten im Sterben liegt, ruft er seinen Sohn Erzherzog Otto ans Bett, um ihm
und die Portionen zu verkleinern. In allen Erlässen und Regierungs- Lebewohl zu sagen und ihm zu zeigen, „wie ein Katholik und Kaiser
handlungen beruft er sich auf Gott, er schafft eine katholische Presse stirbt“.
und plant den Bau weiterer Kirchen in Wien, um den wachsenden Am 1. April 1922 flüstert er seiner Gemahlin zu: „Ich sehne mich so
Bedürfnissen der Gläubigen gerecht zu werden. sehr danach, mit dir heim zu gehen. Warum wollen sie uns nicht heim
Der Kaiser arbeitet bis zur Erschöpfung, doch der Krieg zehrt das Reich gehen lassen?“ Sie hält ihn die längste Zeit des Morgens in ihren
mehr und mehr aus, bis am 11. November 1918 der Zusammenbruch Armen, und er empfängt die heilige Kommunion und die Sterbesakra-
erfolgt. Der Krieg ist endlich vorbei, doch vorbei ist auch der Zusam- mente. In seinem Schlafzimmer wird Eucharistie gefeiert und Karl ver-
menhalt des Habsburgerreichs. Karl wird zur Abdankung aufgefordert; sucht, ein Kruzifix in seinen Händen zu halten. Kurz nach Mittag ver-
doch er weigert sich, indem er erklärt, seine Krone sei ein ihm von sucht er, das Kruzifix zu küssen und flüstert: „Dein heiliger Wille
Gott gegebenes heiliges Pfand und niemals werde er Gott, seine Unter- geschehe. Jesus, Jesus, komm! Ja - ja. Mein Jesus, Dein Wille ge-
tanen oder das Erbe seiner Dynastie verraten. Schließlich wird er von schehe - Jesus.“ Ein letztes Mal flüstert er „Jesus“ und haucht sein
seinen Ministern gezwungen, auf seine persönliche Beteiligung an der Leben aus. Der Friedenskaiser, Gemahl, Vater und Mann des Glaubens
Regierung zu verzichten und sich mit seiner Familie auf deren Jagd- ist im Alter von 34 Jahren gestorben.
schloss in Eckartsau zurückzuziehen. Dennoch sieht die neue, sozialis- Aus: „Karl aus dem Hause Österreich“, Br. Nathan Cochran, O.S.B.
tische Regierung in Kaiser Karl eine Bedrohung, weil er nicht abge-
dankt hat, und schickt ihn daher in die Schweiz ins Exil. In der Seligsprechung von Kaiser Karl in Rom
Schweiz kann die Familie ein ruhiges einfaches Leben führen, bis der
Kaiser von vielen seiner Untertanen hört, die ihn bitten, in sein unga- Am Sonntag, dem 3. Oktober 2004, um 10.00 Uhr beim
risches Königreich zurückzukehren und erneut die Zügel der Macht in Pontifikalamt, wird der letzte Kaiser unseres Vaterlandes
seine Hände zu nehmen. Karl unternimmt zwei Versuche, seinen Thron Österreich von Papst Johannes Paul II. in Rom
zurückzuerlangen.
selig gesprochen.
Während des ersten Versuchs überzeugt sein Reichsverweser Admiral
Horthy den Kaiser davon, dass der Zeitpunkt dafür noch nicht günstig Schon bald nach seinem Tode bildete sich die Gebetsliga
sei und er in die Schweiz zurückkehren solle, bis alle erforderlichen Kaiser Karl. Seit über 50 Jahren läuft das Seligsprechungs-
Vorkehrungen getroffen sein würden. verfahren, das vor einem Jahr positiv zu Ende ging.
Als klar wird, dass Horthy ihn verraten hat und plant, die Macht

Hohe Auszeichnungen
des Landes Tirol
Die Festveranstaltungen am Hohen Frauentag, am Sonntag, dem 15.
August 2004, fanden heuer auf der Festung Kufstein statt. Der Anlass
dazu war das Gedenken an „500 Jahre Kufstein bei Tirol".

Nach dem landesüblichen Empfang der Landeshauptleute DDr. Her-


wig van Staa und Dr. Luis Durnwalder, sowie Verteidigungsminister
Günter Platter durch die Stadtmusikkapelle Kufstein, der Schützen-
kompanien Kufstein und Thierberg, folgte der Festgottesdienst, zele-
briert von Erzbischof Dr. Alois Kothgasser. Die Festansprachen hielten
die Landeshauptleutevon Tirol und Südtirol, Herwig van Staa und Luis
Durnwalder. Danach wurden verdiente Bürger und Bürgerinnen aus Die Landeshauptleute Dr. Durnwalder und DDr. van Staa, Verteidigungsmini-
ster Platter (vorne, v.l.) sowie LKdt. Dr. Sarnthein, Erzbischof Dr. Kothgasser
Nord-, Ost- und Südtirol mit der Verdienstmedaille des Landes Tirols
und LKdt. Bacher (hinten v.l.) schreiten die Ehrenformation der Kompanie
ausgezeichnet (siehe Seite 20, „Wir gratulieren“). Thierberg ab.
6 Nummer 5 - Oktober 2004

Gesamttiroler Schützenwallfahrt
nach Absam
ABSAM - Die traditionelle Wallfahrt der Schützen mit ihren
Angehörigen und Freunden findet heuer am Sonntag, dem 10. Okto-
ber 2004, statt.
Erzbischof Dr. Alois Kothgasser wird sie anführen und die Festpre-
digt halten.

Als Umschlagbild wurde der „Atlas Tyrolensis von Peter Anich (1723-1766)
und Blasius Hueber (1725-1814) sowie eine Abbildung der alten Kompanie-
fahne gewählt.
Die feierliche Feldmesse in Absam ist die Krönung der Schützenwallfahrt.
grund stehen und damit gleichsam auch einen kleinen Einblick in die
Die drei Tiroler Schützenbünde mit ihren Landeskommandanten und Zeitgeschichte unserer Vorfahren geben. Also Fragen, wie sie gelebt,
Kuraten rufen alle Schützen auf, zahlreich an dieser Wallfahrt teil- was sie erlebt, erfahren, geschützt haben.
zunehmen und zu beten, zu beten für eine Heimat ohne Grenzen, die Zwei Exemplare dieser Festschrift, eigentlich ein kleines Buch,
Einheit im Glauben, die Anliegen unserer Zeit und für all jene, die sowie alle Festschriften müssen laut Mediengesetz an die Univ.-Biblio-
sich dafür einsetzten und ihr Leben wagten. thek Innsbruck, Tiroler Landesmuseum, Tiroler Landesarchiv, beide
Innsbruck, sowie an die Nationalbibliothek in Wien gesandt werden.
Treffpunkt ist um 13.45 Uhr Sie werden dort als Quellenmaterial zu verschiedenen Studien ver-
beim Vorplatz vor dem Gemeindehaus wendet.
(ca. 400 Meter östlich der Basilika Absam).

Festschriften sind Visitenkarten


der Kompanien
Zu vielen Schützenfesten erscheinen Festschriften, die oft mit sehr
viel Engagement und Sachkenntnis außergewöhnlich gut gemacht
sind.
Ein Beispiel: Die Schützenkompanie Strassen in Osttirol hat anläss-
lich des Gesamtpustertaler Schützentreffens anfangs Juli (siehe Seite
9) eine Chronik herausgegeben, die beispielhaft ist.
Strassener Schützenchronik – im weiteren und
engeren Sinn des Heimatbegriffs.
Neben den obligaten Grußworten bekannter Persönlichkeiten wer-
den auf 70 Seiten und 144 Abbildungen die ältere und jüngere
Geschichte der Kompanie dargestellt.
Böllerschießen gehört zu Tiroler Festen - die ursprüngliche Art des Böller-
In seinem Vorwort schreibt OSR Franz Wieser: Dem geneigten Leser schießens wurde allerdings aufgrund einiger Unfälle 1974 verboten.
als Einführung in diese Chronik empfohlen. (Foto aus der Festschrift der Kompanie Strassen)
Bei der Erstellung dieser Schützenchronik ergaben sich viele Fra-
gen: Wann war das Gründungsjahr und wie hießen die Gründungs- Herzliche Gratulation für die ausgezeichnete Tyroliensie, für die die
mitglieder? Bedeutet Schützenwesen nur Einsatz gegen Feinde im Strassener Schützenkameraden verantwortlich zeichnen. Die Chronik
Kriegsgeschehen? Leitet sich das Schützenwesen nur vom Schießen ab ist durchgehend färbig bedruckt und kostet inkl. Versand im Inland €
oder beinhaltet es auch die Wurzel des Wortes: Schutz, schützen, scho- 11,50 (Ausland € 14,-)
nen? Wenn die vorliegende Schützenchronik auch in kürzester Form Versandanschrift:
kriegerische Geschehnisse bei der Verteidigung unserer näheren und Schützenkompanie Strassen, Obm.-Stv. Hans Bergmann
weiteren Heimat beinhaltet (Tirol war nie ein Angriffsland), so soll A-9920 Strassen 53, Tel. und Fax 04846/6170, Mobil 0664/4980607
doch die Vielfältigkeit des Wortes „Schutz“, „Schützen“ im Vorder- e-mail: bergmann.hans@utanet.at
Nummer 5 - Oktober 2004

r Schütze nkalender 2005


Der schwarze Faden Tirole
ch!
Wir sollten uns merken, was Achille Ragazzoni im „Corriere dell’ ab sofort erhältli
Alto Adige“ vom 16. Juni 2004 schreibt: „Wenn ein Gesetz ungerecht
ist, so ist es nicht ein Recht, sondern eine Pflicht, sich dagegen zu
wehren“, gleichzeitig lehnt er es ab, sich zu entschuldigen, für das, was
Mussolini, Tolomei, Mastromattei usw. in Südtirol angestellt haben.
Diese Entschuldigung hat auch niemand verlangt - weil man weiß, wie
überflüssig und sinnlos das ist. Hingegen verlangen wir, dass gutge-
macht wird, was noch möglich ist. Dies trifft sicher für die tolomei-
schen Ortsnamen zu, die uns der Faschismus übergestülpt hat. In einer
Überlegung zur italienischen Geschichte schreibt Franco Ferrarotti im
„Corriere della sera“ vom 14. Juni 2004: „Man könne nicht den ganzen
Faschismus über einen Kamm scheren, aber es bestehe ein schwarzer
Faden in der italienischen Geschichte, eine Art immerwährender Fa-
schismus, typisch für eine nicht perfekte Demokratie“. Mit dieser
nationalistisch-minderheitenfeindlichen Einstellung haben wir noch
immer zu rechnen, auch weil, wie Enrico Franco im angeführten „Cor-
riere dell’Alto Adige“ bemerkt: „Italien hat, wenn man gut hinschaut,
wenig darüber nachgedacht, was der Faschismus, nicht nur für das
«Alto Adige», bedeutet hat“. Der genannte schwarze Faden läuft auch
durch einen Teil anachronistischer und überholter Abkommen und
Pakete, durch die wir uns weiterhin völkisch entrechten lassen. Nur
wenn wir zu unserer Geschichte, zu unserer Sprache und Kultur und
unseren Traditionen stehen, können wir nicht nur unseren Bestand als
Minderheit sichern, sondern auch unser Recht auf Sonderautonomie
und gleichzeitig einen Beitrag zum Reichtum und zur Vielfalt der
europäischen Kulturen liefern.
Dr. Bruno Frick

Zweisprachigkeit bedeutet nicht


Zweinamigkeit!
Namen können und dürfen nicht übersetzt werden. Ich habe trotz-
dem, ganz im Geiste eines Ettore Tolomei, versucht, Namen so zu INNSBRUCK - „Schöpfung - Natur - Umwelt“ ist das Thema des Kalenders für das
übersetzen, wie dieser es getan hat (z.T. entnommen aus dem Buch kommende Jahr. Das Titelbild zeigt zwei Marketenderinnen der Kompanie Villnöss -
„Die gewaltsame Italienisierung der Familiennamen in Südtirol“). Dar- ein Bild, das den Titel des Kalenders unterstreicht.
aus ersieht man den Unsinn, Namensübersetzungen, so wie es der Der Süd-, Nord- und Osttiroler- sowie der Gesamttiroler Schützenbund haben sich in
„Kompromissvorschlag“ des Landeshauptmannes im Sinne der „Zwei-
letzter Zeit in Sitzungen und Versammlungen mit dem Thema Transitverkehr und
sprachigkeit“ vorsieht, zu legalisieren. Hier einige Kostproben:
seine Folgen für die Tiroler Bevölkerung befasst. Zu diesem Problem sind hier eini-
Luis Durnwalder - Luigi Durna oder Boscosecco
ge Referate nachzulesen.
Martha Stocker - Marta Dalzocco oder Bastone
Walter Baumgartner - Walter Giardini Vor 200 Jahren kam es beim Frieden von Pressburg, der am 26. Dezember 1805
Julia Unterberger - Julia Sottomonti zwischen Österreich und Frankreich (Napoleon) geschlossen worden ist, zu äußerst
Otto Sauerer - Ottone Agro harten Bestimmungen. Tirol und Vorarlberg wurden an Bayern abgetreten. Dr. Heinz
Albert Bürgstaller - Alberto Stalla Wieser verfasste diesen historischen Artikel.
Siegfried Brugger - Sigisfredo Ponte
Dr. Josef Nussbaumer schreibt über die Hyperinflation in Tirol 1921/23 und
Sabina Kasslatter - Sabina Casaletto
Thomas Widmann - Tommaso Vidimanni Christian Haager, Bundesobmann des Tiroler Kaiserjägerbundes, über Kaiserjäger
Rosa Thaler - Rosa Dallavalle und Kaiserschützen. Mag. Elisabeth Gärtner fasste die Geschichte über die Schüt-
Seppl Lamprecht - Giuseppe Lamberti zengilden zusammen.
Werner Frick - Werner Frizzi So ist der Schützenkalender 2005 mit seinen ansprechenden Berichten und Bildern
Hans Berger - Giovanni Minatori auch ein willkommenes Geschenk für die Gönner und Freunde unserer Kompanien.
Hans Heiss - Giovanni Demattio
Sepp Kusstatscher - Giuseppe Costacci Die Kalender für die Kompanien können ab sofort direkt bei den jeweiligen Baon-
Martina Ladurner - Martina Ladurni Kdt. angefordert werden. Zu beziehen ist der Kalender zum Preis von EUR 9,– auch
Veronika Stirner Brantsch - Veronica Branzi über die Kanzlei des SSB, Bozen, Schlernstr. 1, Tel. +39/0471/974078 und des
Eva Klotz - Eva Dalceppo; Andreas Pöder - Andrea Pedri BTSK, Innsbruck, Bozner Platz 6/III. Tel. +43/(0)512/566610, Fax
Pius Leitner - Pio Costa; Ulli Mair - Ulrike Massari +43/(0)512/581767. Die Kanzlei des SSB ist werktags zu den üblichen Bürozeiten
Alois Kofler - Luigi Dal Covolo
die des BTSK ist nur dienstags von 9.00 bis 12.00 und von 14.00 bis 16.00 Uhr
Karl Zeller - Carlo Dallacella
Helga Ausserhofer/Thaler - Helga Dalmaso/Vallari geöffnet.
Richard Andergassen
8 Nummer 5 - Oktober 2004

Aus der Chronik des Bundes der Tiroler Schützenkompanien,


zusammengestellt von BGF Mjr. Franz Steinlechner (†):

Abschied von General E. Béthouard


(Der Volksbote, 1. 10. 1950) - INNSBRUCK - Am vergangenen
Wochenende (24. September) verabschiedete sich der französische
Hochkommissar, Armeegeneral M. Emile Béthouard, in Innsbruck von
den Behörden und der Bevölkerung der französischen Besatzungszo-
ne.
Es ist ein schöner Beweis für die edle Gesinnung des Generals, dass
er aus diesem Anlass eine Gedenkfeier am Bergisel anregte, bei der er
am Andreas-Hofer-Denkmal und am Ehrengrab der Tiroler Kaiserjäger
zwei Kränze mit den Farben Frankreichs niederlegte.
Die Wiltener Schützen verabschieden General Béthouard, ein großer Freund
der Tiroler Schützen, am Bergisel.

In seiner Ansprache sagte der General unter anderem: „Ihr ehrt in


Andreas Hofer das Andenken eines Mannes, den unsere Vorfahren
erschießen ließen. Seither haben wir oft für unsere Freiheit gekämpft
und auch wir ehren die Helden, die sich für unsere Unabhängigkeit
geopfert haben. Ich habe es seit meiner Ankunft in Innsbruck als mei-
ne Pflicht erachtet, die schmerzliche Erinnerung an der Gegnerschaft
auszulöschen und die Grundlage zu schaffen für die Einigkeit. In die-
sem Geiste der Einigkeit möchte ich, bevor ich mein Amt niederlege,
mit Euch Euren Helden Andreas Hofer ehren. 424 Mann aus den
Schützenbezirken Innsbruck, Telfs, Hall und Schwaz waren unter dem
Kommando von Vizepräsident Gottlieb Klocker aus Roppen zum
v.l.: Graf Künigl, General Béthouard, LHptm. Dr. Weißgatterer (teilw. ver-
deckt), Mjr. Klocker, Adjudant des Generals, Mjr. Steinlechner, Kompanie Abschied des Generals am Bergisel angetreten. Die Ehrenkompanie
Mühlau. (Originalfotos: Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck) stellte Hötting unter Hptm. Ernst Strigl.

Besuchen Sie uns im Internet:


Die Alpenregion
Bund der Tiroler Schützenkompanien:
der Schützen

Südtiroler Schützenbund: Mangfall/


Leitzachgau
Werdenfels

Garmisch

Partenkirchen

Anschriften der Schriftleiter:


OSR Mjr. Karl Pertl, Werth 21, A-6176 Völs,
Tel. 0512/303179, e-mail.: k.pertl@tirol.com
Lt. Elmar Thaler, Schlernstr. 1, I-39100 Bozen,
Tel. 0471/974078, e-mail.: info@schuetzen.com
Hptm. Hans Baur, Schöttlkarstr. 7, D-82499 Wallgau, Tel. &
Fax 089/5469521, e-mail: Baur-Hans@t-online.de Viertel Osttirol

Redaktionsschluss ist der jeweils 20. der Monate Feber, April,


Juni, August, Oktober und Dezember.
Fotos von Verstorbenen können auf ausdrücklichen Wunsch
Brixen
retourniert werden. Namentliche Beiträge müssen nicht die
Meinung der Redaktion widergeben.
In der TSZ abgedruckte Bilder und Texte unterliegen dem Urhe-
berrecht und dürfen nur mit Zustimmung der Schriftleiter
reproduziert werden.
Eigentümer und Herausgeber: Bund der Tiroler Schützenkom-
panien, Bozner Platz 6/III, Innsbruck, und Südtiroler Schüt-
zenbund, Schlernstr. 1, Bozen
Eingetragen beim Landesgericht Bozen, Nr. 6/77. Verantwortli-
cher Schriftleiter im Sinne des Pressegesetzes Hartmuth Staf-
fler. Die Tiroler Schützenzeitung versteht sich als Mitteilungs-
blatt des Südtiroler Schützenbundes, des Welschtiroler Schüt-
zenbundes, des Bundes der Tiroler Schützenkompanien und des
Bundes der Bayerischen Gebirgsschützenkompanien. Schriftlei-
ter SSB: Elmar Thaler; BTSK: OSR Karl Pertl; BGK: Hans
Baur.
Schrift: Rotis Serif von Otl Aicher - Herstellung: dtp Tyrol,
Klaus Leitner, Innsbruck - Druck: Athesia, Bozen
Nummer 5 - Oktober 2004 9

Was gilt davon aber in der heutigen. modernen Zeit? Den großen
Bataillone und Bezirke Ängsten durch Globalisierung in Wirtschaft, Verkehr und Umwelt
kann man durch die Zusammenarbeit in überschaubaren Räumen ent-
Großes Schützenfest in Strassen gegenwirken.
Die Kooperation der drei Landesteile des alten Tirol ist für das ver-
STRASSEN - 29 Schützenkompanien aus Ost-, Süd- und Nordtirol, einte Europa eine wertvolle Basis. Wenn man die wirtschaftliche Ent-
Trentino und Cortina sowie drei Musikkapellen waren beim Gesamt- wicklung auch mit den Werten der Religion und Tradition verbindet,
Pustertaler Schützentreffen und Baons-Schützenfest am 8. August mit kann man optimistisch in die Zukunft blicken.“
ca. 1.000 Trachtenträgern in Strassen. Die Landeshauptmänner aus Auch Südtirols LHptm. Dr. Luis Durnwalder betonte „man darf
Tirol, Südtirol und Trentino betonten die Wichtigkeit der Schützen. nicht darauf warten, bis man in Brüssel erfindet, was für die Tiroler
Die Strassener Kompanie sorgte nicht nur für eine perfekte Organisa- richtig ist. Alle drei Landesteile sollten einen gemeinsamen Kultur-
tion, auch die renovierte Schützenfahne wurde geweiht und am Vor- und Wirtschaftsraum schaffen und die wertvolle gemeinsame Traditi-
abend konnte das, unter Mithilfe der Schützen, restaurierte Krieger- on weiterpflegen.“ „Von Gesamt-Tirol als Europa im Kleinen“, sprach
denkmal feierlich eingeweiht werden. Zu diesem großen Schützentref- der LHptm. von Trentino, Dr. Lorenzo Dellai: „Die Schützen würden
fen wurde von der Kompanie eine Festschrift herausgegeben, die das dafür schon jetzt wichtige Beiträge leisten.“
Prädikat ausgezeichnet verdient (siehe auch Seite 4!). Vor den Ansprachen konzelebrierte Ortspfarrer David mit Schüt-
Über die Bedeutung der Tiroler Schützen in Geschichte und Gegen- zenkurat Cons. Eduard Niederwieser den Festgottesdienst und meinte:
wart sprach LHptm. DDr. Herwig van Staa: „Schon mit der damals „Die Schützenfahnen, die meist religiöse Motive und Worte zeigen,
modernen Verteidigungsordnung des Landlibells von 1511 zeigte sich sind keine Museumsstücke. Sie rufen jedem Kameraden zu: Zeige auch
Kaiser Maximilian I. als Förderer des Schützenwesens. In den Tiroler im Alltag christliche Flagge!“ Nach dem Gottesdienst segnete Pfarrer
Freiheitskämpfen 1797 und 1809 schlug für die Landesverteidiger die David die renovierte Fahne der Kompanie Strassen.
Stunde der Wahrheit. Obwohl diese Verteidigungskriege letztlich ver- Zahlreiche Ehrengäste gaben den Schützen die Ehre, unter ande-
loren gingen, waren sie Vorbild für die Aufstände im übrigen Europa rem Alt-NR Hubert Huber, NR Helga Machne, die LA Elisabeth Grei-
gegen die Knechtschaft durch Napoleon. In all den Jahrhunderten derer und Dr. Andreas Köll und BH Dr. Paul Wöll. Von den Schützen
waren die Schützen auch eng mit der Religion verbunden, der Herz- waren die LKdt. Mjr. Carlo Cadrobbi und LHptm. Karl Steininger mit
Jesu-Bund 1796 und die eifrige Marienverehrung sind Zeichen dieser Kameraden der jeweiligen Bundesleitungen erschienen.
Volksfrömmigkeit. Im Rahmen des Festaktes wurden auch zwei verdiente Persönlich-

Die Landeshauptmänner Dr. van Staa, Dr. Durnwalder und Dr. Dellai
betonten die Stellung der Schützen in unserer Gesellschaft.
Hohe Offiziere (o.r.) aus allen Teilen der Alpenregion gaben dem Fest die
Ehre.

Zahlreiche Gastkompanien (Brixlegg, o.) waren zu diesem Schützen-


treffen erschienen, bei dem LHptm. Dr. van Staa an den neuernannten
EMjr. Bertl Jordan die Ehrenurkunde überreichte (l.).
10 Nummer 5 - Oktober 2004

keiten geehrt. Bertl Jordan stellte durch 18 Jahre als Bez.-Mjr. dem
Baon Osttiroler-Oberland seine Ideen und organisatorischen Talente
zur Verfügung. Für seine Verdienste wurde er in der Baon-Versamm-
lung am 12. April zum EMjr. ernannt. Dr. van Staa und Viertel-Kdt.
Mjr. Hermann Huber überreichten die Ehrenurkunde.

Zum Strassener Kriegerdenkmal


1926 wurde das Denkmal für die gefallenen und vermissten Kriegs-
teilnehmer aus Strassen errichtet.
Das durch die Witterungseinflüsse der Jahrzehnte stark in Mitlei-
denschaft gezogene Denkmal erforderte dringend einer Sanierung.
Es wurde in Zusammenarbeit mit der Gemeinde in ca. zwei Mona-
ten von vielen fleißigen Handwerkern und Helfern (in großteils unent-
geltlichen Robotstunden) komplett neu errichtet und fertiggestellt.
Applaus erntete die Ehrenkompanie Sillian für ihre exakten Salven . . . Die Materialkosten werden zum Teil seitens der Gemeinde retour-
niert oder sind durch eine Förderung der Kulturabteilung des Landes
Tirol abgedeckt.
In der früheren Darstellung des Denkmals waren nur die Namen der
Gefallenen und Vermissten des I. Weltkriegs angeführt. Die früheren
Gusstafeln sind nun durch Messingtafeln ersetzt worden, auf denen
die Gefallenen und Vermissten beider großen Kriege verewigt sind.
Weiters sind auch die Namen von vier Strassenern, die in den Frei-
heitskämpfen 1809/1810 hingerichtet wurden oder gefallen sind, auf-
einer eigenen Tafel angeführt. Am Abend des 7. August wurde im fei-
erlichen Rahmen die Einweihung des neu errichteten Denkmales voll-
zogen.

Die Innsbrucker Schützen


Ein Bataillon und seine elf Kompanien
. . . und eine Abordnung aus Cortina für ihr traditionsbewusstes Auftreten. in Vergangenheit und Gegenwart
INNSBRUCK - Nach einer Idee von Prof. Ing. Helmut Mader, Präsi-
dent des Tiroler Landtages, wurde im Jahre 2002 das neue Innsbrucker
Schützenbuch mit dem Titel „Die Innsbrucker Schützen – ein Batail-
lon und seine elf Kompanien in Vergangenheit und Gegenwart“ her-
ausgebracht. Dabei handelt es sich um eine Bild- und Text-Dokumen-
tation von Univ.-Prof. Dr. Franz-Heinz von Hye und dem Innsbrucker
Künstler Prof. Toni Höck. Herausgeber ist das Schützenbataillon Inns-
bruck unter Baons-Kdt. Mjr. Erich Enzinger. In diesem Buch wird erst-
malig dem Innsbrucker Schützenbataillon mit all seinen Kompanien
und den ca. 800 aktiven Mitgliedern in einer umfassenden Darstellung
von seiner Entstehung bis heute auf den Grund gegangen. Nicht
zuletzt ist dieses 324 Seiten umfassende Buch ein kostbares Geschenk
für Freunde und Gäste, die ein Herz für Kultur und Brauchtum haben.
Das Buch enthält neben historisch–dokumentarischen Texten unter
Einbeziehung der Fahnen und Schützenscheiben 200 Bilder und Doku-
mentationsmotive von Dr. Hye und 82 Graphiken des Innsbrucker
Künstlers Höck. Es gibt Zeugnis von der Geschichte und der damit ver-
bundenen Tradition des
Innsbrucker Schützenba-
taillons. Es ist ein sehr
gelungenes Werk. Der
Leser, mit und ohne
Schützenrock, wird viel
Freude damit haben.
Es sind noch Bestände
dieses Buches vorhanden
und können um EUR 10,–
pro Stück bei Erich
Enzinger unter der Tel.
0043/(0)512/936251 oder
e-mail:
Auf Messingtafeln sind am neuen Kriegerdenkmal die Vermissten und Gefal-
lenen des I. und II. Weltkrieges sowie die vier Strassener, die in den Freiheits- e.enzinger@chello.at
kämpfen 1809/1810 gefallen oder hingerichtet wurden, verewigt. erworben werden.
Nummer 5 - Oktober 2004 11

Stubaier Baons-Schießen in Neustift Baons–Schützenfest in Virgen


NEUSTIFT - Dank der guten und vorbildlichen Ausrichtung des VIRGEN - Neun Kompanien des Bataillon Iseltal, ein Ehrenzug des
Baonsschießens durch die Kameraden der Schützenkompanie Neu- Bundesheeres, die Ehrenkompanie St. Johann i. W., Gastkompanien
stift/Stubai wurden von Jung und Alt herzeigbare Ergebnisse erzielt. aus Mittersill und Waidring sowie 13 Fahnenabordnungen waren
Besonders hervorzuheben sind die Schießleistungen der Jungschützen unter dem Kommando von Mjr. Klaus Riepler zum Baonfest des Obe-
und Marketenderinnen. Von 20 Teilnehmern in der Schülerklasse ren Iseltales aufmarschiert, um am Dorfplatz mit Pfarrer Ulrich Obrist
belegten die ersten 7 Ränge Mädchen und Buben aus Mieders. Wieder und Baons-Schützenkurat Johann Huber den Gottesdienst zu feiern.
einmal hat Martin Groder sein Schießtalent unter Beweis gestellt. Er
erzielte ausgezeichnete 410 Ringe. Sieger im Mannschaftsbewerb:
Kompanie Mieders

Ein eindrucksvolles Bild boten die angetretenen Formationen in Virgen.

Festredner LA Dr. Andreas Köll spannte anschließend einen Bogen


vom Kampf der Standschützen bis zu den heutigen Aufgaben. So ste-
Ein fröhliches Bild, das zeigt, wie gezielte Jugendarbeit in den Kompanien hen die Schützen nicht nur für Traditionspflege, sondern sie setzen
Früchte trägt. Die Teilnehmer der Schüler- und Jungschützenklasse umrahmt sich für die Umwelt, den geistigen Schutz der Heimat und soziale
von Hptm. Falbesoner aus Neustift und Mjr. Hans Steuxner vom Baon Stubai.
Anliegen ein. Bezirkshauptmann HR Dr. Paul Wöll bezeichnete die
Diese Schießleistungen sind nur möglich, wenn eine gute, gezielte Schützen als „Klammer der Dorfgemeinschaft“, innerhalb der alle
und hervorragende Betreuung der jungen Menschen gewährleistet ist. Bevölkerungsgruppen und Berufe Platz finden. Nach Meinung von
Lt. Franz Hochegger aus Mieders gebührt dafür Dank und Anerken- Bgm. Ing. Dietmar Ruggenthaler gelingt den Schützen der Spagat zwi-
nung. schen Tradition und Fortschritt gut.
In Südtirol greifen die Schützen stärker als in Nord- und Osttirol
Österreichische Hochburg auch ins tagespolitische Geschehen ein. Vor allem dann, wenn „die
Identität unseres Volkes in Gefahr ist“, begründete dies LKdt. Mjr. Paul
der Schützenkönige Bacher. Er sieht Handlungsbedarf in zwei Bereichen gegeben: Die Süd-
tiroler Schützen beklagen, dass nur die italienischen Fantasienamen
ST. JOHANN i. T. - Alle drei in diesem Jahr zu ermittelnden öster- ehemals rein deutsch sprechender oder ladinischer Orte offiziell aner-
reichischen Schützenkönige kommen aus dem Winterstellerbataillon - kannt, die ursprünglichen Bezeichnungen jedoch nur geduldet sind.
zwei von den St. Johanner Feller-Schützen und einer von den Josef- Und man sieht in Versuchen grüner Gruppierungen, gemischtsprachi-
Hager-Schützen von Oberndorf. ge Kindergärten einzuführen, eine Aushöhlung der Muttersprache.
Bei dem am 31. 7. 2004 in Breitenbach am Inn innerhalb der
„Europäischen Gemeinschaft historischer Schützen“, durchgeführten
Österreichischen Königsschießen wurden alle drei zu erringenden
Königsketten in den Bezirk Kitzbühel und somit zum Winterstellerba-
taillon entführt. In der Jugendklasse (10-15 Jahre) kam Lukas Strobl,
Sohn vom Dorfwirt und
neuen Hptm. der Josef-
Hager-Schützen in Obern-
dorf, Josef Strobl, zu
Königsehren. In der Juni-
orenklasse (16-25 Jahre) ließ
Florian Hirschbichler die
Konkurrenz hinter sich und
in der allgemeinen Klasse
(ab 26 Jahre) wurde Lorenz
Ritter österreichischer Ehrungen verdienter Kameraden: (v.l.): Viertel-Kdt. Mjr. Hermann Huber,
Schützenkönig. Beide sind Baons-Kdt. Mjr. Klaus Riepler, Bgm. Ing. Dietmar Ruggenthaler, Hptm.
Mitglieder der Feller-Schüt- Johann Fuetsch (Kompanie St. Veit. i. Def., Verdienstzeichen des Bundes der
zen St. Johann in Tirol. Die Tiroler Schützenkompanien, seit über 20 Jahren Hptm.), Anton Berger,
Johann Raffler, Heinrich Mariacher, Johann Mariner, Paul sen. Oberpichler
Königswürde gilt es in (alle Kompanie Virgen, alle Bronzene Verdienstmedaille für Verdienste um das
Schützenkönig
Lukas Strobl einem Jahr wieder zu vertei- Tiroler Schützenwesen), Mjr. Josef Außersteiner
digen. (Fotos: Lottersberger, Matrei i. O.)
12 Nummer 5 - Oktober 2004

Bezirk Bozen
4. Bezirksschützenfest in Völs am Schlern
VÖLS a. SCH. - Am 22. und 23. Mai 2004 fand in Völs am Schlern
das Bezirksschützenfest des Bezirkes Bozen statt. Ausgerichtet wurde
das Fest von der rührigen Kompanie Völser Aicha, da es in Völs bis
dato leider keine Kompanie mehr gibt.

Prof. Dr. Luis Ploner (r.) hält die Totenehrung, Bez.-Mjr. Karl Marmsoler (l.)
und im Vordergrund ein strammer Jungschütze.

Defilierung der Kompanie Völs mit Hptm. Thomas Wirth vor den Ehrengä-
sten: v.l.: LKdt. Mjr. Carlo Cadrobbi, die Bgm. von Völs bei Innsbruck Dr.
Sepp Vantsch und von Völs am Schlern Josef Kompatscher, LKdt. Mjr. Paul
Bacher, LKdt.-Stv. Otto Riffesser, Bezirksfahnenpatin Gisela Schatzer, LA Ulli
Mair, die Erstellerin der Festschrift, Dr. Christine Kompatscher, Fraktionsvor-
steher von Völser Aicha, Othmar Stampfer, und Mjr. Werner Wenighofer

Die Ehrenformation des Bataillons Schlerngebiet zum großen Österreichischen


Zapfenstreich am Samstagabend. Gespielt wurde der Zapfenstreich von der
Musikkapelle Völser Aicha.

„Dieses Fest soll jedoch beitragen, dass auch in Völs eine Kompa-
nie wiedergegründet wird“, so der Hptm. von Völser Aicha, Andreas
Verant. Auch Pfarrer Peter Paul Huber würdigte die Schützen im
besonderen Maße und hofft auf eine Kompanie in Völs am Schlern!
Die Festrede hielt LKdt. Mjr. Paul Bacher.

12. Bezirksschützenfest in Natz


NATZ – Am 10. und 11. Juli fand das Schützenfest des Bezirkes Bri-
xen statt, es wurde diesmal von der Kompanie „Alte Pfarre Natz“
unter dem Motto „Der Schützenbezirk Brixen mit seinen befreundeten
Kompanien und Vereinen“ ausgerichtet.
Das Bezirksschützenfest begann bereits am Samstagnachmittag mit
einem Exerzierwettbewerb. Sechs Kompanien aus dem Bezirk stellten
sich dieser Herausforderung, wo von Beginn der Aufstellung über
einer Defilierung, Schwenkungen, General-de-charge bis zum
Abtreten der Kompanie sowie das richtige Tragen der Tracht jedes
Detail von verschiedenen Juroren bewertet wurde. Als Sieger ging
dabei die Kompanie Latzfons hervor, dicht gefolgt von der Kompanie
„Peter Mayr“ Brixen und der Gastgeberkompanie „Alte Pfarre“ Natz.
Im Rahmen dieses Bezirksschützenfestes wurde auch ein
Geschichtsquiz für alle aktiven und unterstützenden Mitglieder des
Bezirkes Brixen organisiert. Rund die Hälfte der abgegeben Bögen war
richtig ausgefüllt und von diesen wurden am Samstag 25 Schützen
bzw. Marketenderinnen prämiert.
Ihnen gilt mit ihrem rührigen Hptm. Andreas Verant ein besonderer Dank für
die Durchführung des Bezirksschützenfestes: Der Schützenkompanie Völser Bei der offiziellen Festeröffnung am Abend durch Bez.-Mjr. Sepp
Aicha. Kaser konnten bereits zahlreiche Ehrengäste begrüßt werden, unter
Nummer 5 - Oktober 2004 13

anderem LHptm. Dr. Luis Durnwalder, LR Hans Berger sowie Bürger- Dir. Dr. Paul Rainer zelebriert. Als Ehrenkompanie fungierte die Kom-
meisterin Marianne Überbacher-Unterkircher. panie Mareit. Nach der hl. Messe begrüßte Bez.-Mjr. und Hptm. Kurt
Der strömende Regen am Sonntag konnte viele Kompanien aus nah Egartner alle Ehrengäste, darunter Tirols Alt-LHptm. Dr. Wendelin
und fern nicht davon abhalten, mit ihren Fahnen zum Fest zu erschei- Weingartner, den LAbg. Pius Leitner, die Bgm. Christian Egartner
nen. Der Gottesdienst, der in der Kirche abgehalten wurde, wurde von (Brenner), Martin Heiss (Tittingen/Eichstätt) und Wolfram Gum (See-
Generalvikar Josef Michaeler, Pfarrer Norbert Slomp und Pfarrer Phi- feld/Oberbayern), LKdt. Mjr. HR Dr. Otto Sarnthein und LKdt.-Stv. Dr.
lipp Tauber zelebriert und von der Schützenkapelle Meransen musika- Peter Piock. Bei seiner anschließenden Ansprache offenbarte der Bür-
lisch umrahmt. Bei der Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal erin- germeister Christian Egartner den Anwesenden, dass die Gemeinde
nerte der Generalvikar daran, dass auch heute noch Menschen in Krie- Brenner das pilzförmige Abfertigungshäuschen am Brenner nun um
gen sterben müssen, dass wir noch immer nichts gelernt hätten und EUR 10.000,– kaufen und anschließend abreissen könne. Unter
forderte dazu auf, sich für den Frieden einzusetzen. großem Applaus erklärte Festredner Wendelin Weingartner, dass er die
Bgm. Marianne Überbacher-Unterkircher wies die Schützen auf das Hälfte der Summe zur Beseitigung des „giftigen“ Pilzes beisteuern
Problem des Transitverkehrs hin und bezeichnete die Schützen als die werde. Am anschließenden Umzug beteiligten sich neben den Schüt-
„Bewacher des Landes“. zenabordnungen die MK Gossensass, eine Abordnung des Südtiroler
Der LHptm. von Tirol, DDr. Herwig van Staa, rief in seiner sehr Kriegsopfer- und Frontkämpferverbandes des Bezirks Wipptal und die
ergreifenden und bewegten Festansprache die Schützen in ihre Pflicht, MK Aubachthaler aus Hechendorf und Gries am Brenner. Anlässlich
Tradition und Glaube hoch zu halten. des 35-jährigen Wiedergründungsjubiläums möchte die Schützenkom-
Bez.-Mjr. Florian Fischler (Hall) gab zu bedenken, wie wichtig der panie Gossensaß vor allem den noch heute lebenden Gründungsmit-
Austausch zwischen den Kompanien aus allen Landesteilen sei und gliedern Kurt Egartner und Italo Festini danken.
dass bei solchen Festen wie dieses wieder neue, tiefere Kontakte
Silvia Rainer und Dietmar Schneider
geknüpft werden können. Grußworte sprachen auch LKdt. Mjr. Paul
Bacher und Oberst Carl v. Veenendaal.
Es folgte der Festzug und Jungschützen ließen Luftballons mit Frie- Internet-Quiz des Bezirkes Brixen
dens- und Erinnerungsbotschaften steigen.
Als Besonderheit wurde heuer das Fest mit dem „Großen Öster- Der Schützenbezirk Brixen wird voraussichtlich Ende Oktober im
reichischen Zapfenstreich“, aufgeführt von der Musikkapelle Natz und Internet ein Gewinnspiel zum Thema „Unser Land Tirol im Wandel der
der Schützenkompanie „Alte Pfarre“ Natz, am Sonntag um 21.00 Uhr Zeit“ veröffentlichen. Die Internet-Adresse lautet: www.unserLandTi-
auf dem Dorfplatz offiziell beendet und abgeschlossen. rol.com. Wir würden uns freuen, wenn viele interessierte Schützen,
Marketenderinnen, Freunde und Gönner diese Seite besuchen und mit-
Margareta Schrott spielen würden.
Margareta Schrott
Gelungenes Bezirksschützenfest
GOSSENSASS - Gleich zwei Gründe zum Feiern gab es für die ört- Kameradschaft in der Alpenregion
liche Schützenkompanie unter Hptm. Kurt Egartner am 24. und 25.
Juli in der Marktgemeinde Gossensass. der Schützen
Als kleinen Beitrag dazu darf ich diese wohl seltene Aufnahme von
Schützenoriginalen senden, die, wie ich glaube, ein kleines Zeichen
des Zusammenrückens der Schützenbünde unserer Alpenregion
zum Ausdruck bringt.
Das Bild entstand bei unserer Ausrückung Ende Juli 2004 zum
Bataillonsschützenfest nach Oberammergau.
In geselliger, kameradschaftlicher Runde wurden nach dem Fest-
umzug im Festzelt Erinnerungen und Erfahrungen an die verschie-
densten Ausrückungen ausgetauscht.
Oj. Martin Wimmer
Schriftführer der „Christian Blattl“ Schützenkompanie Fieberbrunn

Die Schützenkompanie Gossensass. Seit ihrer Wiedergründung im Jahr 1969


steht ihr Kurt Egartner als Hptm. vor.

Zum einen richtete die Wipptaler Kompanie das 9. Bezirksfest Süd-


liches Wipptal aus, zum anderen feierte sie ihr 35-jähriges Wieder-
gründungsjubiläum. Unter der Leitung des Bez.-Exerzier-Betr. Rudolf
Lanz wurde am Samstagabend der Tiroler Zapfenstreich von Florian
Pedarnig durch eine Ehrenformation des Bezirkes Wipptal, der Bür-
gerkapelle Sterzing und der Musikkapelle Gossensass durchgeführt;
die Ehrengäste und auch die Zuschauer zeigten sich beeindruckt.
Nach dem Weckruf der Böllerer am Sonntag trafen rund 300 Schüt-
zen aus Tirol, südlich und nördlich des Brenners, sowie auch aus Bay-
ern ein. Die Feldmesse im Gemeindepark wurde vom Schützenkurat
14 Nummer 5 - Oktober 2004

Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, scheinen mir 15,– Euro für


Leserbriefe die Stammkarte keineswegs zu hoch gegriffen. Wenn man noch dage-
gen hält, dass an einem Wochenende für andere Vergnügen weitaus
mehr Geld ausgegeben wird, muss man sich fragen, ob einige Stunden
Leserbrief von Hans Baur auf dem Schießstand, in kameradschaftlicher Gesellschaft und in
Wozu die Aufregung? Es scheint sonderbar, dass auf den an Mar- sportlichem Wettstreit, denn gar so „teuer“ sind.
tin Haberfellner gerichteten Leserbrief nicht er, sondern Hans Baur Olt. Christian Laner
antwortet. Weiters möchte ich zu dem in starken Worten formulierten Bez. Schießleiter Burggrafenamt-Passeier
letzten Satz von Hans Baur in Erinnerung rufen, dass in Südtirol nicht
nur Schützen Bezieher der TSZ sind, sondern dass diese auch in
öffentlichen Bibliotheken usw. aufliegt. Auch von den Internetseiten
des SSB ist die TSZ herunterzuladen. Damit hat ein viel größerer Hui & Pfui
Leserkreis Zugang zur Schützenzeitung, als es in Bayern zu sein
scheint. Folglich würde ich gewisse Anspielungen vorsichtiger aus-
sprechen.
Besuch im „Museo degli
Gerhard Pernter - Montan
usi e costumi dell’Alto Adige“
Dass auf einen persönlich adressierten Leserbrief ein zweiter ant-
Wie unsensibel und leichtfertig auch in den Südtiroler Landesmu-
wortet, ist verblüffend. Jedoch wissen wir nun, auf welche Publikatio-
seen die tolomeisch-faschistischen Ortsnamen gebraucht werden,
nen sich Haberfellners Aufsätze stützen. Es wäre aber angebracht, den
offenbarte sich bei einem kürzlichen Abstecher ins Südtiroler Volks-
Bogen der Literatur etwas weiter zu fassen und z.B. „Tirol und der
kundemuseum in Dietenheim, oder - „anders“ ausgedrückt - ins
Bayerisch-Französische Einfall im Jahre 1703“ von Pater Albert Jäger,
„Museo degli usi e costumi dell’Alto Adige“.
Kloster Marienberg, oder, ebenfalls empfehlenswert, „1000 Jahre Tirol“
Ettore Tolomei, der Erfinder des „Alto Adige“, hätte wahrlich seine
von Prof. Dr. Norbert Hölzl, zu Rate zu ziehen. Letztere ist leicht ver-
Freude daran, wenn er sehen könnte, wie seine abstrusen Erfindungen
ständlich und volksnah formuliert, so dass es jedem möglich ist, die
- angefangen bei „Alto Adige“ - dort herzlich aufgenommen werden
Fakten zu verstehen.
und die einzelnen Ausstellungsstücke beschreiben: Da findet sich in
Dr. Peter Piock – Meran der italienischen Version des Bildtextes zu den Dokumenten aus
Unterinn am Ritten aus dem 18. Jahrhundert ein pseudoitalienisches
„Auna di Sotto“; von den Beschreibungstafeln der Wohnhäuser aus
Zur Gestaltung der TSZ dem 16. Jahrhundert grüßt in der italienischen Übersetzung ein
Gratulation zur Gestaltung unserer Schützenzeitung. Viele umfang- (faschisten-)freundliches „Selva dei Molini“ für Mühlwald, und der
reiche Berichte aus Süd-, Nord-, Ost- und Welschtirol sowie aus den „Maso Trattman“ hat sich in der italienischen Beschreibung auch
bayerischen Schützenbezirken geben interessante Einblicke in die schon im 16. Jahrhundert in der „Val Sarentino“ befunden.
Geschichte und Entwicklung der zahlreichen Kompanien wieder, die So begleitet den Besucher bei jeder Beschreibungstafel die tolo-
im speziellen für uns junge Kameraden als Information dienen und zur meisch-faschistische bzw. pseudoitalienische Ortsnamengebung und
Meinungsbildung beitragen können. vermittelt ihm zweifelsfrei den Eindruck, als wäre das Gebiet des heu-
tigen Südtirols seit der Römerzeit kontinuierlich von Romanen und
Oj. Martin Wimmer deren Nachfahren besiedelt. Der ob so viel Oberflächlichkeit und
Schriftführer der „Christian–Blattl“ Kompanie Fieberbrun Leichtsinn verwirrte Besucher glaubt am Ausgang, dieser Teil Tirols
habe auf grund seiner scheinbar fundierten uralten italienischen Topo-
Schießwettbewerbe und die Kosten nomastik also doch eine ganz andere Geschichte als bisher angenom-
men; sind doch auch alle Exponate, die aus der Zeit vor 1919 datie-
Immer wieder werden von Schützen Bemerkungen über die Kosten ren, mit (scheinbar) italienischen Ortsnamen beschrieben. Diese
von Schießveranstaltungen des Bundes geäußert. 15,00 Euro für die flächendeckende zweisprachige Toponomastik soll also ebenfalls ein
Stammkarte seien einfach zu viel! Teil der Volkskunde in diesem Teil Tirols sein? – In Gedanken schon
Ich will vorrechnen, wie so eine Summe entsteht: Ein jeder Schüt- bei den Auswirkungen von Durnwalders scheinbarem „Kompromiss-
ze erhält mit der Stammkarte eine Kombinationsserie von 20 Schuss vorschlag“ in Sachen Toponomastik, bleibt einem nichts anderes
(in der Vergangenheit wurde noch eine 30er-Serie gratis dazu gege- übrig, als sich vom ansonsten sehr aufschlussreichen Museum mit
ben), 5 Schuss auf die Festscheibe und unbegrenzte Probeschüsse. einem kräftigen Pfui zu verabschieden.
Weiters sind in der Stammkarte enthalten: Standgewehrbenützung
und Standgebühren, bei 2 beschossenen Schießständen müssen die
Standgebühren für jene Schützen, die sich auf einen Stand einge-
schrieben haben und auf dem zweiten weiterschießen, zweimal bezahlt
Volks(d)tü(m)mlicher Grand Prix
werden, zumal die Schützen aber die Stammkarte nur einmal bezah- Das zweite Pfui – und ich bleibe beim Nörgeln – erhält für die-
len. ses Mal Anneliese Breitenberger und ihr volks(d)tü(m)mlicher
Versicherung: Jeder Schütze ist mit der Einschreibung automatisch Grand Prix. Nun gut, über musikalische Leistun-
versichert; Leistungsabzeichen und Bundesjahresspange; Erfolgsbe- gen kann man streiten. Über die Leistung, beim
richt, jede teilnehmende Kompanie erhält einige Exemplare und auf Grand Prix der volkstümlichen Musik das Land
Wunsch erhält jeder Schütze kostenlos einen Erfolgsbericht. Südtirol zu vertreten und deshalb mit der itali-
Schlussendlich wird ein Drittel der Schützen einer jeden Kategorie enischen Tricolore einzumarschieren, allerdings
prämiert. Auch diese Preise müssen durch die Stammkarten finanziert weniger. Deshalb hier von meiner Seite ein
werden - aber wehe der Schießleitung, wenn diese Sachpreise nicht kräftiges Pfui!
mindestens den Gegenwert der Stammkarte darstellen. „Geizkragen“
ist noch der sanfteste Ausdruck! Euer Raffl
Bayerische Gebirgsschützen
Bund der Bayerischen Gebirgsschützenkompanien

Den feierlichen Gottesdienst im Passionstheater von Oberammergau zelebrierte Weihbischof Dr. Franz Dietl, der auch die Fahne weihte und 1.600 Teilnehmer
aus Bayern und Tirol boten ein imposantes Bild bei diesem Bataillonsfest.

18. Bataillonsfest in Werdenfels Der einzigartige Rahmen des Passions-


spieltheaters trug zusätzlich dazu bei, dass
die Messfeier zu einem besonders intensiven
OBERAMMERGAU - Die Kompanie des Für die 1.600 Teilnehmer aus Bayern und Erlebnis wurde. Während es am Vorabend bei
Passionsdorfes Oberammergau war Ausrich- Tirol hatte das Passionsdorf alles aufgeboten: der Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal
ter des 18. Bataillonsfestes des Gebirgsschüt- Den Kirchenchor mit Solisten und Orchester, noch geregnet hatte, konnte der Festzug bei
zenbataillons Werdenfels, gleichzeitig feierte der die „Dedler-Messe“ zur Aufführung schönstem Wetter und dicht gesäumten
man das 10-jährige Jubiläum der Fahnenwei- brachte, die Musikkapelle, die den Gottes- Straßen stattfinden. LHptm. Karl Steininger
he. Irmingard Streibl, Gattin des verstorbenen dienst einleitete und zum Schluss die Bayern- und Bataillons-Kdt. Hans Jais dankten Hptm.
Bayer. Ministerpräsidenten Max Streibl, hatte hymne spielte. Beide Klangkörper wurden Sepp Albl und seinen Kameraden für die per-
die Schirmherrschaft übernommen. von Dirigent Michael Bocklet geleitet. fekte Durchführung des Bataillonsfestes.
War noch vor 10 Jahren ein heftiger Streit
im Ort darüber entbrannt, ob die 1992 wie-
dergegründete Gebirgsschützenkompanie zu
ihrer Fahnenweihe das Passionstheater mit
oder nur ohne Gewehre betreten darf, so ver-
lief das Fest bei strahlendem Wetter ohne
Störungen. Den feierlichen Gottesdienst im
Passionstheater zelebrierte Weihbischof Dr.
Franz Dietl, der auch die Fahne geweiht hat-
te, damals noch in seiner Eigenschaft als
Pfarrer von Oberammergau. Auch er zeigte
seine Freude darüber, dass die Wogen sich
nun geglättet haben und betonte, dass an sol-
chen Tagen des Feierns das Festhalten am
Brauchtum besonders zum Ausdruck kommt.
Heute gilt es, die Heimat als Kulturlandschaft
zu erhalten, sich um die Entwicklung des
Gemeinwesens zu kümmern und eine christ-
liche Werteordnung vorzuleben.
16 Berichte aus Bayern Nummer 5 - Oktober 2004

Kiem-Pauli-Medaille
für Herzog Max in Bayern
KREUTH - In Würdigung der im außerge-
wöhnlichen Maße um die Pflege des alpen-
ländischen Volksliedes erworbenen Verdiens-
te wurde S.K.H. Herzog Max in Bayern die
Kiem-Pauli-Medaille verliehen.
LHptm. Karl Steininger hob bei der Über-
reichung besonders hervor, dass Herzog Max
ein Vorbild für die Jugend ist. Er ist nicht nur
ein Förderer der Volksmusik, sondern spielt
selbst Klarinette in der Kreuther Klarinetten-
musik. Das Königliche Haus kümmert sich
um die Pflege des Grabes vom Kiem Pauli in
Kreuth und trägt maßgeblich dazu bei, das
Werk des Kiem Pauli lebendig zu erhalten.
Herzog Max bedankte sich für die ihm
zuteil gewordene Ehre und meinte, diese Aus-
zeichnung gebühre eigentlich seinem
Großonkel Herzog Ludwig Wilhelm und sei-
nem Vater Herzog Albrecht, die zeitlebens
den Kiem Pauli materiell unterstützten, damit
er seiner Volksliedsammelarbeit nachgehen LHptm. Karl Steininger (2.v.r.) überreichte die Kiem-Pauli-Medaille mit Urkunde an S.K.H. Herzog Max in
konnte. Bayern; es gratulierten Benedikt Demmel (l.) und Beni Eisenberg (r.) vom Kuratorium

„Die Wurzeln liegen dort, wo der Mann


Das Gebirgsschützenwesen in Vergangenheit und Gegenwart mit der Waffe in der Hand seine engere Hei-
mat verteidigte“ führte Pater Leo Weber aus.
MITTENWALD – Auf eine Reise zu den auch einen Blick in die Zukunft. Dies sei im sechsten und siebten Jahrhundert
Wurzeln der Bayerischen Gebirgsschützen ins Der Begriff „Bayerische Gebirgsschützen“ in der „Scharnitz“ nachzuweisen, wie man
sechste und siebte Jahrhundert nahm Pater geht zurück auf die erstmalige Organisation das hiesige Reichswaldgebiet nannte. Grab-
Prof. DDr. Leo Weber die Zuhörer im katholi- eines „Corps bayerischer Gebirgsschützen“ funde mit Schwertern in den Männerruhe-
schen Pfarrsaal in Mittenwald mit. Hptm. am 17. Oktober 1805 durch den Kurfürsten stätten dienen als Beweis und sind noch heu-
Josef Seitz hatte den Pater vom Kloster Bene- Maximilian IV., den späteren König Max te im Werdenfelser Heimatmuseum in Parten-
diktbeuern für einen Vortrag zum Thema Joseph I., zur Sicherung des Gebirges gegen kirchen zu betrachten.
„Gebirgsschützenwesen in Vergangenheit Tirol. In den Jahren 1809 beziehungsweise „Gebirgsschützen sind Träger einer hei-
und Gegenwart“ gewinnen können. Weber 1813/1814 und 1848 wurde das Gebirgs- matgebundenen Wehrhaftigkeit. Wächter der
schilderte die Vergangenheit, wagte aber schützenwesen neu organisiert. lokal gewachsenen Strukturen und Traditio-
nen, sowie des wahren Brauchtums, verbun-
den mit der Nähe zur Kirche“ sagte Weber am
Ende seiner Ausführungen. Dies werde aktiv
gelebt durch Staatstreue, Heimatliebe, Tole-
ranz und Wandlungsbereitschaft. Gebirgs-
schützen sind weltoffene Hüter der heimatli-
chen Werte und deren gewachsener Tradition.
Der Gebirgsschützenkompanie Mitten-
wald, die nach dem Krieg 1956 wiederge-
gründet wurde, kommt durch ihre aktive Rol-
le beim Erhalt von Brauchtum und Kultur
eine ganz besondere Beziehung zur Heimat
zu.

Adventsingen des Bundes der


Bayerischen Gebirgsschützen-
kompanien
am 8. Dezember 2004
Im Beisein von Bataillonskommandant Jais (r.) dankt Hptm. Josef Seitz Pater DDr. Leo Weber für seinen in Schliersee
Vortrag.
Nummer 5 - Oktober 2004 Berichte aus Bayern 17

Ehrenkompanie Wallgau fungierte Ennemoser als Adjutant Hofers,


und bei der 3. Schlacht war er Anführer der Begegnung mit einem
beiden Passeier Schützenkompanien, der
in Reith bei Seefeld „Löwenkühnen“, mit einer Stärke von 380 Gebirgsschützen
WALLGAU - Ein kleines aber besonders Mann. Bei der 4. Berg-Isel-Schlacht am 13. Bei einem Patronatstag in Rottach-Egern
schönes Fest – so kann man die Fahnenwei- August 1809 wird Ennemoser verwundet. waren wieder einmal die feschen Marketen-
he der Schützenkompanie Reith bei Seefeld 1810 begann er in Innsbruck mit den Vor- derinnen und die stolzen Gebirgsschützen
bezeichnen. Die Zuschauer waren überrascht, studien zur Anatomie und Physiologie, die in ihren prächtigen Monturen und mit ihren
dass zur Ehrenkompanie die GSK Wallgau Universität wurde aber geschlossen. Er ging schönen Fahnen zu bewundern. Besonders
erkoren wurde. Trotz der guten Zusammenar- nach Erlangen, immatrikulierte dort 1811, eindrucksvoll war der von den Musikkapel-
beit in der Alpenregion der Schützen ist es ging jedoch nach kurzer Zeit nach Wien. Von len begleitete Marsch nach der Feldmesse
nicht alltäglich, dass eine bayerische Kompa- Not verfolgt reiste er mit einem dänischen von der Bachmair-Wiese durch den Ort zum
nie in Tirol die Ehrenformation stellt. Kaufmann nach Prag, Dresden und Berlin. Bierzelt in Birkenmoos. Während dieses
Der Kdt. des Bataillons Hörtenberg, Mjr. 1813 sammelte er Tiroler Jäger für ein Frei- Marsches, bei dem Tausende von Zuschau-
Stephan Zangerl, hatte den Kontakt herge- corps von Major Lützow. Nach seinem ern besonders auch der einheimischen
stellt und die Hauptleute Friedl Berger, Reith, Abschied 1814 und rastloser Wanderzeit wur- Kompanie Tegernsee zugejubelt haben, hat
und Hans Baur, Wallgau, waren sich schnell de er 1819 zum außerordentlichen Professor es einmal einen kleinen Stau gegeben.
einig. in der Medizinischen Fakultät der Universität Ein besonders martialisch wirkender Schütz,
Die Wallgauer schossen den Ehrensalut in Bonn mit einem Jahresgehalt von 400 „a Prackl von a’m Mo“ mit dem Karabiner
und erhielten für ihre Teilnahme ein gestick- Talern ernannt. über der rechten Schulter, ist bei dem Halt
tes Fahnenband. Mit der Weihe der neuen Nach einem erfolglosen Versuch, sich in mit seiner Kompanie neben einer Gruppe
Fahne stellt sich die Schützenkompanie Reith seiner Heimat niederzulassen, kehrte er 1841 von kleinen Buben zu stehen gekommen. Es
bei Seefeld unter den Schutz des Hl. Sebasti- nach München zurück. Er schließt sich den war schon ein lustiges Bild: Der riesige
an. Sie ist ein Symbol für die Kompanie, die „Zwanglosen“ an, verkehrt mit Graf Pocci, Gebirgsschütz mit seinen ebenso großen
Altes erhalten und Neues schaffen will. Mit Franz v. Kobell, Geibel, Ringseis, Erzherzog Kameraden und neben ihm die „Zwergerl“.
der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Johann war ihm zugeneigt, Justus Kerner Da fragt ihn ein etwa sechsjähriger kleiner
ist ein zielführender Anfang gemacht wor- sein Brieffreund. blonder Bub neugierig von unten:
den. Ennemoser wird zum Vorkämpfer einer „Bist du a echta Tegernseer Gebirgsschütz?“
menschenwürdigeren Behandlung psy- „Ja, freili bin i dös!“
chisch Kranker. Verbesserungen an den
Zum 150. Todestag von damaligen preußischen Irrenanstal-
„Schützt’s ihr s’Gebirg, oder warum hoaßt’s
ihr Gebirgsschützen?“
ten, von ihm konsequent „Heilan-
Prof. Dr. Josef stalten“ genannt, gehen auf sei-
„Mir schützen das boarische Land und sei
Tradition. Woaßt du, was Tradition is?“
Ennemoser ne Anregung zurück. Sein
Standpunkt: „Gott offenbart
„Na. Und auf wen schießt du mit deinem
G’wehr da?“
„Am Fuß der Alpen, am sich durch die Natur.“ Er „Mir schiaß’n auf neamats, s’Gwehr is a
Tegernsee, da liegt ein wackerer beschäftigte sich über den Symbol. Woaßt du, was a Symbol is?“
Streiter . . .“ – so beginnt ein wenig Ursprung und das Wesen der „I glaub, a Zombol is a ganz a b’sonders
bekanntes Gedicht über den am 15. menschlichen Seele. Zitat aus guat’s G’wehr. Aber dös is bläd, dass ihr auf
November 1787 auf dem Eckehof einer Lebensbeschreibung: „Trotz neamats schiaßt’s. Wenn ma a G’wehr hat,
in der Schönau, Gemeinde Raben- seiner fruchtbaren literarischen muass ma doch a schiaß’n. Im Fernsehen
stein im Passeier, geborenen Josef Tätigkeit hatte er immer noch wird a oiwei auf d’Leit g’schossn. Von der
Ennemoser. Muße zur medizinischen Praxis, Polizei und vom Sheriff und von die Cow-
Wie Franz Defregger, der sowohl an seinem Wohnsitz als boys und von die Indianer!“
Ennemoser in einem seiner auf seinem vielgeliebten „Pat- „Mir Gebirgsschützen san ganz friedliche
berühmten Gemälde darstellte, mos“, dem Dörfchen Egern am Tegernsee, Leit. Und g’schossen wird bei uns nur am
war auch der kleine Josef Kühbub und durfte war er das Ziel mannigfacher Krankenwande- Schießstand auf Schützenscheiben.“
schon mit 12 Jahren das Galtvieh von drei rungen aus nah und fern.“ „Und was habt’s ihr a für a G’wand o?“
Gemeinden in der Alpe hüten. Sein Vater ver- Im Winter 1853/54 beginnt er zu kränkeln, „Dös is unser Montur. Sowas ähnliches wia
starb 1794 mit 50 Jahren, Josef wuchs bei im Juni 1854 reiste er an den Tegernsee, von a Tracht!“
den Großeltern auf und verlebte eine einfa- der Gebirgsluft erhoffte er sich Besserung. „Mei Vatta is a im Trachtenverein, aber der
che, aber schöne Zeit, geprägt vom verstän- Sein Zustand verschlechterte sich und am 19. hat a ganz ander’s G’wand.“
digen Großvater. Mit acht Jahren kam er in September 1854 starb er im Hause „Staudach „Sag Bua, magst Du a amoi a Gebirgsschütz
die Dorfschule und nach der Entlassung wur- zum Barth“. werden? Da muasst zerscht a Taferlbua wer-
de er von Pater Hammerle unterrichtet. Mit Das Gedicht endet: „Nun liegt er still an den.“
15 Jahren zog er nach Meran, es folgten die des Ufers Rand, unter Blumen und Kränzen „Na, aber dein Zombol möchte’ i so vui gern
Stationen Trient, Padua, Wien. „Nur mit gebettet.“ Blumen und Kränze bringen zu den hab’n. Am liabsten jetzt glei auf der Stell.“
Hemd, Rock und Hose, darin 12 Kreuzer im Gedenktagen immer wieder Bayerische und „Du moanst mei G’wehr? Dös kann i dir net
Sack, trat ich den Weg in die ferne Heimat an Südtiroler Gebirgsschützen. geb’n, dös brauch i doch selber! Oiwei wenn
. . .“ 1807 wieder Studium in Innsbruck. In Am Sonntag, dem 19. September 2004, mir ausruck’n, hab i’s dabei.“
den Osterferien 1809 traf er daheim mit And- kamen 50 Gebirgsschützen aus Passeier mit „Schad, schad. Na muass i halt doch selber
reas Hofer zusammen und schrieb für den ihrem Bürgermeister, Gemeindevertreter und a Gebirgsschütz wer’n! Nacha kriag i a mei
Sandwirt die Aufrufe, die an die Geistlichen Heimatpfleger nach Rottach-Egern zur eigenes Zombol.“
im Passeier verteilt wurden. Gedenkfeier, ausgerichtet von der Tegernseer Mitgeteilt von Dr. Ottmar Rechenauer
Bei der 2. Berg-Isel-Schlacht am 25. Mai Gebirgsschützenkompanie.
18 Berichte aus Bayern Nummer 5 - Oktober 2004

Der Bayerische Volksaufstand von 1705


Eine Zusammenstellung vom stv. LHptm. Martin Haberfellner, Kochel a. See - Teil 6
Der Kriegssommer 1704 brachte der bayerischen Bevölkerung viel entscheidende Operation ging vom Prinzen Eugen aus, der Tallard
Leid und Not. Der bayerische Kurfürst war, nachdem seine Ver- nicht hatte halten können, ihm aber in Parallelmärschen folgte und
handlungen mit dem Kaiser über einen Bündniswechsel an seinen die Vereinigung mit Marlborough suchte. Dieser zog ihm entgegen,
maßlosen Forderungen gescheitert waren, mit seinem Heer dem mit auch Tallard und Max Emanuel gingen am 13. August 1704 über
französischen Hilfstruppen heranrückenden Marschall Tallard nach die Donau und bedrohten Prinz Eugen, konnten aber die Vereini-
Schwaben entgegenmarschiert. Damit befand sich ein großer Teil gung nicht verhindern. Statt aber jetzt am Pulverbach bei Höch-
der bayerischen Truppen außerhalb Bayerns. Der Gegner konnte so städt in fast uneinnehmbarer Stellung stehen zu bleiben, wie es sei-
ungestört nach Bayern eindringen. Im Norden versuchte der kai- ne Absicht war, schloss Tallard einen neuen Kompromiss mit dem
serliche General Graf Herbeville Kelheim einzunehmen. Er scheiter- zum Angriff drängenden Kurfürsten, er ging bis zum Nebelbach
te aber am Widerstand der Landfahnen. Am 11. Juni 1704 fielen zwischen Lutzigen und Blindheim vor. Sein tödlicher Fehler
2.000 Mann kaiserlicher Truppen und 2.000 Tiroler Bauern über bestand darin, dass er, aus Neigung und Logik Vertreter der klassi-
Reutte und Füssen im Lechtal ein, eroberten Schwangau und Weil- schen Strategie des Manövrierens und Finassierens, nicht bedachte,
heim und schickten Kommandos zu Raub und Brandschatzung ins was die Kehrseite seiner eigenen Logik besagte, dass nämlich die
Land aus. Der Probst des Augustinerchorherrenstifts Schlehdorf am Alliierten ihrerseits den Angriff suchen müssten. Dieser traf ihn
Kochelsee suchte Zuflucht vor der drohenden Gefahr auf zwei völlig überraschend. Gedacht als Lager, wurde seine Stellung zum
Flößen im dicht mit Schilf bewachsenen Rohrsee. Im Abwehrkampf Schlachtfeld und zum »Grab der militärischen Reputation der alten
gegen die Eindringlinge zeichneten sich besonders die Tölzer französischen Armee« (Trevelyan). Eine Gesamtleitung oder einen
Schützen, die Benediktbeuerer und die Königsdorfer (Gebirgsschüt- Gesamtplan für die Schlacht gab es auf der bayerisch-französischen
zen-) Mannschaften aus. Seite nicht. Auf der Seite der Alliierten dagegen herrschte volle
Übereinstimmung. An Truppenstärke waren die Alliierten leicht
Die Schlacht am Schellenberg unterlegen. Es standen 56.000 gegen 52.000 Mann. Das besser
Am 2. Juli 1704 kam es am Schellenberg bei Donauwörth zur geführte Heer musste siegen. Um Mittag erfolgte der erste Angriff
Schlacht zwischen einem bayerisch-französischen Korps unter auf Blindheim und Lutzigen, stundenlang wogte der Kampf, bis es
Feldmarschall Graf Arco und einem englisch-deutschen unter dem der englischen Infanterie gelang, die französische in Blindheim zu
Herzog von Marlborough. Unter großen Verlusten nahmen die eng- blockieren. Erneute Angriffe des Prinzen Eugen auf Lutzigen ban-
lischen Truppen den Schellenberg ein und stießen dann nach Bay- den die Reiterei Max Emanuels, im Schutz dieser Angriffe grup-
ern vor und verwüsteten das Land. pierte Marlborough am späten Nachmittag seine Truppen um, kon-
„Dieses brutale Zerstörungswerk wurde auf Vorschlag und Plan des zentrierte die gesamte Reiterei im Zentrum und brach durch. Der
Herzogs von Marlborough durchgeführt; die kaiserliche Kavallerie Stoß war so heftig, dass es nicht mehr gelang, die französische
musste es vollziehen. In kriegspsychologischer Absicht schonte Infanterie aus Blindheim zu lösen, sie geriet in Gefangenschaft,
man die kurfürstlichen Schlösser, um das Volk gegen seinen Lan- ebenso ihr Feldherr. Die erfolgreiche Behauptung der Stellungen
desherrn aufzubringen. Fünfzehn Jahre vorher hatten die Franzo- auf dem linken Flügel übte auf den Gesamtablauf nur noch
sen in der Pfalz diese Taktik der verbrannten Erde angewandt, jetzt insoweit Einfluss aus, als es dadurch dem Kurfürsten
wurden in Bayern 7.675 Gebäude abgebrannt. Als zu Beginn der gelang, die eigene Armee, die neben 20.000 Franzosen
Verwüstungsmaßnahmen Abgeordnete der bayerischen Landstände nur noch 5.000 Bayern umfasste, geordnet zurückzu-
im Lager von Friedberg vor Marlborough erschienen und zur Scho- führen.“
nung des Landes die Zahlung einer Brandschatzung anboten, „Die Regentschaft in Bayern hatte der Kurfürst (bevor er
antwortete der britische Feldherr, er sei nicht gekommen, um nach Brüssel geflüchtet war) noch am 17. August 1704
Geld einzusammeln, sondern um den Kurfürsten von seiner Gemahlin übertragen., diese musste jetzt dem
Bayern zum Nachgeben zu zwingen; wenn dieser Zusammenbruch rechtliche Form geben. Der Sieger war
nicht umkehre, werde man das ganze Bayernland großmütig, er konnte es sich allerdings auch nicht leis-
mit Brand zerstören. Marlborough hatte als Planer ten, den Winter über im Kampf mit den bayerischen
dieses Vernichtungs- und Zermürbungskrieges Garnisonen die eigenen Truppen dezimieren zu lassen,
gegen die Zivilbevölkerung in der eigenen und so stimmte der Kaiser einem Waffenstillstand zu.
Familie einen Nachfolger: Mit ähnlicher Rück- Am 7. November wurde der Waffenstillstand abgelöst
sichtslosigkeit hat 240 Jahre später sein Nach- durch den Vertrag von Ilbesheim, einer ehrenvollen Kapi-
fahre Winston Churchill als britischer Premierminis- tulation vor einem übermächtigen Feind. Die Kürfürstin
ter im Kampf gegen Hitler die Terrorangriffe auf die versprach die Entlassung aller Truppen, die Übergabe der
deutsche Zivilbevölkerung führen und die deutschen Festungen und des Kriegsgeräts. Damit lieferte sie das Land
Städte in Schutt und Asche legen lassen. Beide der Gnade des Siegers aus, nur das Rentamt München blieb
Churchills haben ein unmenschlich grausames und unter ihrer unmittelbaren Herrschaft.“
dabei militärisch sinnloses Zerstörungswerk angerich-
tet“ (Christian Probst).
Benützte Literatur:
Ludwig Hüttl, Max Emanuel der blaue Kurfürst, München 1976
Die Schlacht von Höchstädt Christian Probst, Lieber Bayerisch sterben - Der bayerische Volks-
Am 13. August 1704 fiel die Entscheidung. „Die aufstand der Jahre 1705 und 1706, München 1978
Max Spindler, Handbuch der bayerischen Geschichte, Band
II, München 1977
Nummer 5 - Oktober 2004 19

Die Seite der Marketenderinnen und Jungschützen

Wieder ein großer Erfolg:


„Abenteuer Heimat 2004“

„Abenteuer Heimat“ 2004 ersten großen Höhepunkt - die Preisverteilung für Orientierungslauf
und Heimatkunde-Quiz.
GÖFLAN - Viel Spaß, lehrreiche Stunden und eine tolle Gemein- Anschließend wurde gemeinsam der Gottesdienst gefeiert, den
schaft, das sind wohl die Schlagworte, die das diesjährige Zeltlager Pfarrer Alois Oberhöller aus Tschengl sehr schön gestaltete. Nach dem
„Abenteuer Heimat“ am Besten treffen. An die 90 Jungschützen und Mittagessen verließ eine Gruppe nach der anderen die Stätte der
Jungmarketenderinnen sowie rund 25 Betreuer hatten sich am Don- gemeinsamen schönen Tage – nicht ohne die obligatorische Frage:
nerstag, dem 15. Juli 2004, im Rahmen des Fortbildungsprogramms „Wo geht’s nächstes Jahr hin?“ Und nicht zu vergessen: Ein großes
für Jungschützen des SSB hoch über Göflan am Nördersberg in „Has- „Vergelt`s Gott“ der Schützenkompanie Göflan für die gute Betreuung.
lereben“ (Vinschgau) eingefunden, um mehr über ihre Heimat, ihre Kameradschaft geht auch durch den Magen!
nähere Umgebung und vor allem auch über den Nationalpark Stilfser-
joch zu erfahren.
Nach der Eröffnung durch den Bundes-JS-Betr. Mjr. Dr. Peter Piock
kam es gleich zum ersten Höhepunkt, dem Hissen der Lagerfahne.
Petrus meinte es gut mit den angereisten Mädchen und Buben und ließ
die Schlechtwetterfront der letzten Tage abziehen. Somit konnten alle
ihre Zelte im Trockenen aufbauen. Bald schon war das Lagerfeuer ent-
zündet und das Abendessen zubereitet.
Der darauf folgende Freitag war ein echter „Arbeitstag“: Die Jung-
schützen wurden in überschaubare Gruppen eingeteilt und befassten
sich eingehend mit Kompass und Landkarte, Bergen und Tälern des
Vinschgaus sowie mit Nadelbäumen, Ameisen und Flechten – und das
alles unter strahlendem Sonnenschein.
Am Abend erschien der Parkwächter Robert Dietl mit Leinwand und
Lichtbildern und vermittelte anschaulich viel Wissenswertes über den
Nationalpark Stilfserjoch: Was dort anders ist als in gewöhnlichem
Gelände, über die strengen Regeln und über die Schönheit der Land-
schaft und den Blumenreichtum, der dadurch erhalten geblieben ist.
Aber auch über die daraus entstehenden Probleme sprach Robert Dietl:
Die geehrten Marketenderinnen (v.l.) Margot Gamper, Alexandra Kastl und
„Im Gebiet darf nicht gejagt werden, die Überpopulation an Rot- und die Jungmarketenderin Katharina Haberer. Dahinter Bezirksmarketenderin
Steinwild richtet in Wald und Feld Schäden an." Martina Sinn und Hptm. Sigmar Stocker
Die angekündigten Wärmegewitter machten sich übrigens auch
bemerkbar, und am nächsten Tag galt es, nicht nur Schlafsäcke und Ehrung für Marketenderinnen
Schuhe - sondern auch Tränen zu trocknen.
Der Orientierungslauf am Samstag hielt wie immer Jungschützen TERLAN - Anlässlich der diesjährigen Sebastianifeier wurden die
und Betreuer in Atem. In Mannschaften zu je acht bewiesen sie ihr Marketenderinnen Alexandra Kastl, Margot Gamper und die Jungmar-
Wissen über Natur, Berge, den Umgang mit Karte und Kompass und ketenderin Katharina Haberer für fünfjährige treue Mitgliedschaft
kämpften um Sekunden. Alle waren mit Feuereifer bei der Sache. geehrt. Die Urkunden wurden im Beisein von Bürgermeister Josef Plat-
Am Sonntag wurde dann schon wieder für den feierlichen Abschied ter und der Bezirksmarketenderin Martina Sinn übergeben. Die Terla-
vorbereitet. Nach dem Frühstück und dem Antreten zum Zeltplatz- ner Schützenkameraden wünschen weiterhin viel Freude und Einsatz
aufräumen, trafen die Eltern ein, dann war es auch schon Zeit für den zum Wohle der Kompanie.
20 Nummer 5 - Oktober 2004

Wir wünschen dem Jubilar noch


Wir gratulieren . . . weiterhin alles Gute, Gesundheit
und noch einen unermüdlichen Ein-
satz für das Schützenwesen und die
Josef Gasser - 80 Kompanie.
KLAUSEN - Am 24. Mai 2004,
feierte Josef (Sepp) Gasser im Krei-
se seiner Familie seinen 80. ELt. LAbg. Pius
Geburtstag.
Als Gratulanten schloss sich die Leitner - 50
Kommandantschaft der Kompanie
VAHRN - Am 12. Juni 2004 fei-
„Pater Haspinger“ Klausen, deren
erte der ehemalige LKdt. des SSB,
Gründungsmitglied und Olt. der
Elt. Pius Leitner, seinen 50.
Jubilar ist, an. Mit einem Geburts- Hptm. Franz Steger - 60 Jahre
Geburtstag.
tagsgeschenk, einer Statue des hl.
Am Herz-Jesu-Sonntag wurde
Sebastian, überraschte und dankte Sepp Gasser, ein 80er!
dies im Schützenkreise gebührend gefeiert. Nach der hl. Messe nahm
Hptm. Dr. Luis Braun im Namen der
die Kompanie Aufstellung vor dem Schießstand in Neustift, auch
Kompanie dem Geburtstagskind für seinen unermüdlichen Einsatz und
Schützenkameraden der Kompanien Neustift und Schalders waren
seinem Pflichtbewusstsein, welches er für die Kompanie und das
angetreten. Nach einer kurzen Begrüßung hielt Hptm. Günther Mair-
Schützenwesen aufgebracht hat und aufbringt. Er rühmte den Jubilar
hofer eine Laudatio zu Ehren des Jubilars. Anschließend waren alle
auch als Vorbild für alle Mitglieder der Kompanie und überbrachte
Anwesenden zu einem zünftigen Frühschoppen mit Weißwurst und
ihm die besten Grüße seiner Kameraden, verbunden mit dem Wunsch,
Weißbier im Schießstand eingeladen. Als Geschenk der Kompanie
dass Gott ihm weiterhin Gesundheit und Kraft für sein Leben schen-
wurde Pius Leitner eine Festscheibe überreicht, auf der ein Portrait des
ken möge.
Jubilars und die Ruine Salern abgebildet sind, auf die später alle
Diesen Wünschen schlossen sich auch seine Frau und Kinder sowie
Anwesenden einen Schuss abfeuern konnten.
Enkelkinder an und ließen den Jubilar hochleben.
Luis Gasser

Olt. Norbert Mair - 50


LANA – Norbert Mair, Olt. der
Schützenkompanie „Franz Höfler“
Lana, feierte am 26. Juli 2004 sei-
nen 50. Geburtstag.
Die Mitglieder der Kompanie
nutzten diesen Anlass, um Norbert
im Rahmen einer kleinen Feier im
Schützenheim ihre Wertschätzung
und ihre Dankbarkeit zu bekunden.
Alle überbrachten dem Jubilar die
besten Glückwünsche, Hptm.
Eduard Graber überreichte ein klei- Der Jubilar Pius Leitner mit Hptm. Günther Mairhofer
nes Präsent und dankte ihm im
Namen der Kompanie für seine Lieber Pius, wir wünschen dir weiterhin viel Gesundheit und Glück,
Olt. Norbert Mair, Lana
zahlreichen Dienste im Schützen- Erfolg in deiner privaten und beruflichen Zukunft, und dass du auch
wesen. Norbert Mair ist seit 28 Jahren (Eintritt 1976) Mitglied der weiterhin treu zu deiner Kompanie und zum Tiroler Schützenwesen
Kompanie Lana, 12 Jahre lang war er als Fhr. tätig und seit Februar stehen mögest.
1999 steht er der Kompanie als Olt. vor.
Für die Zukunft wünschen die Mitglieder der Schützenkompanie Deine Vahrner Schützenkameraden
„Franz Höfler“ Lana ihrem Olt. alles erdenklich Gute, vor allem
Gesundheit und dass er noch lange so tatkräftig dabei bleibt!
Richard Andergassen
Auszeichnungen des Landes Tirol
KUFSTEIN - Am Hohen Frauentag, dem 15. August 2004, wurde
Hptm. Franz Steger - 60 Jahre zum ersten Mal nicht in der Landeshauptstadt Innsbruck, sondern
in der Festungsstadt Kufstein die Landesfeier mit hl. Messe, Festan-
ST. JOHANN i. A. - Am 4. Juni 2004 feierte Franz Steger seinen 60.
sprachen und Ehrungen begangen.
Geburtstag.
Hierzu kam die Kompanie St. Johann i. A. zusammen und ließ ihren Mit der Verdienstmedaille des Landes Tirol wurden ausgezeichnet:
Hptm. hochleben. Als Geschenk wurden ihm eine zünftige Marende Olt. Franz Fasching - Kompanie Dölsach
und eine Karikatur überreicht. Zur Feier beim „Martinswirt“ kam auch Hptm. Hans Schmoller - Kompanie Mieders
noch eine Abordnung der „Fellerer Schützen“ St. Johann i. T. hinzu. Olt. Obm. Willhelm Messner - Kompanie Achenkirch
Hptm. Foidl überbrachte die herzlichsten Geburtstagswünsche von der EHptm. Valentin Holzmann - Kompanie Steinach
Fellerer Kompanie. Es besteht seit über 25 Jahren eine enge Partner- Hptm. Luis Morin - Kompanie Neustift bei Brixen
schaft zwischen den beiden Kompanien in Süd- und Nordtirol.
Nummer 5 - Oktober 2004 21

Zgf. Josef Konrader - 95 Jahre


Noch immer aktiver Speckbacher Schütze
HALL i. T. - Josef Konrader trat 1930 der Schützenkompanie Tulfes
sowie dem Wanderverein Tulfes bei. Dieser körperlichen Ertüchtigung
ist es sicher zu verdanken, dass er bis heute bei der Speckbacher
Schützenkompanie aktiv an allen Ausrückungen teilnimmt.
Arbeits- und Wohnungswechsel
nach Hall veranlassten Sepp im
Jahre 1957 der Speckbacher Kom-
panie in Hall beizutreten. Bald wur-
de er mit der Funktion des Zeug-
wartes und in Folge mit dem Kas-
sier-Stellv. betraut. Große Verdiens-
te erwarb sich Konrader, als er nach
Aufstellung eines Jungschützenzu-
Jubilar Hptm. Max Häusler im Kreise zahlreicher Gratulanten: (v.l.) Hptm.
ges für die nötige Bekleidung der- Hans Doll, LKdt. HR Dr. Otto Sarnthein, LKdt.-Stv. Stephan Zangerl, Baon-
selben sorgte, indem er alte Trach- Kdt.-Stv. Hptm. Max Häusler, Mjr. Hubert Danzl mit seinem Baonausschuss
ten wendete und sie so für den
Nachwuchs brauchbar machte. 20 Durch seine gezielte Jugendarbeit in den siebziger Jahren konnte
Jahre übte er die Funktion eines nicht nur in Vomp, sondern auch im Baon Schwaz der Fortbestand der
Zgf. Josef Konrader - mit 95 Jah-
Fahnenbegleiters aus und noch Kompanien gesichert und die Jugend für das Schützenwesen begeistert
ren noch aktiver Schütze
heute marschiert er als Zimmer- werden. Es ist kein Zufall, dass zum Beispiel die Schützenkompanie
mann in den Reihen der Kompanie Vomp derzeit einen aktiven Stand von 115 Schützen zählt mit einem
mit. Dass er bei den Ausrückungen schon Jahrzehnte lang für den Durchschnittsalter von 37,9 Jahren.
nötigen Hutschmuck sorgt, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. In Zu seiner Geburtstagsfeier kam eine große Anzahl von Gratulanten,
Anbetracht dieser Leistungen wurde er von der Kompanie mit der gol- unter anderem seine Kompanie mit über 80 Mann, die ihm unter dem
denen Verdienstmedaille und vom Bund der Tiroler Schützenkompani- Kommando vom Vomper Bgm. Olt. Karl-Josef Schubert eine perfekte
en mit der „Silbernen“ ausgezeichnet. Diese Treue zu seinen Speckba- Ehrensalve schoss, Pfarrer Mag. Stanislaus Majewski, LR Konrad Strei-
chern wurde 1999 mit der Ehrenmitgliedschaft belohnt. Von Bez.-Kdt. ter, LKdt. HR Dr. Otto Sarnthein, LKdt.-Stv. Stephan Zangerl, Baon-
Florian Fischler und EHptm. Helmut Plunser begleitet, wurde der Jubi- Kdt. Mjr. Hubert Danzl mit Baonsausschuss und Fahne sowie Schüt-
lar beim Schützenheim empfangen. Nach Abschreiten der Ehrenfor- zenfreunde aus Osttirol und Bayern.
mation seiner Speckbacher, der sich auch eine Abordnung der Tulfe- Die TSZ schließt sich mit einem kräftigen „ad multos annos“ den
rer Schützen und der „Peter Mayr“ Kompanie angeschlossen hatte, zahlreichen Gratulationen an.
wurde Konrader mit einem Salut geehrt. Bei der folgenden Feier im
Heim wurde ihm als Geschenk ein aus Holz geschnitzter Konrader
Speckbacher überreicht. Auch die Abordnungen überbrachten Hohe Auszeichnung
Geschenke und Grüße ihrer Kompanien. Möge unser Sepp noch viele ST. JOHANN IN TIROL - Im Rahmen eines kleinen Umtrunks wur-
gesunde Jahre in unseren Reihen verbringen. de der Hptm. und Baons-Kdt.-Stv. Alois Foidl mit dem „Grossen
Hans Lener, Eltn. und Chronist Ehrenkreuz des Österreichischen Schwarzen Kreuzes“ geehrt. Wie der
Obmann der Kameradschaft St. Johann in Tirol, Pepi Dessel, bei der
Überreichung erklärte, geschieht dies stellvertretend für die Kompanie
Hptm. Max Häusler feierte 70er in Würdigung der jahrelangen guten Zusammenarbeit, der jährlichen
VOMP – Der Hptm. der Schützenkompanie Vomp, Max Häusler, Präsenz zu Allerheili-
konnte am 10. Mai 2004 im Kreise seiner Familie, Freunde und Schüt- gen und ganz beson-
zenkameraden seinen 70. Geburtstag feiern. ders für die tatkräftige
Max trat 1948 in seinem Geburtsort Pill in die dortige Schützen- Unterstützung bei der
kompanie ein, übersiedelte 1961 nach Vomp und ist seither Mitglied Renovierung des Krie-
der Schützenkompanie in diesem Ort. In diesen 56 „Schützenjahren“" gerdenkmals durch
war Max Häusler 14 Jahre JS-Betr. der Kompanie Vomp, 12 Jahre JS- die Feller-Schützen.
Betr. des Baons Schwaz, 12 Jahre Obm. der Vomper Schützen, 15 Jah- Das Denkmal wurde
re Olt. und seit 12 Jahren Hptm. der Schützenkompanie Vomp. 1923 nach dem Ent-
Außerdem ist Max Häusler seit 12 Jahren Baon-Kdt.-Stv. sowie wurf des Innsbrucker
stellvertretender Unterländer Viertel-Kdt. Künstlers Franz
Für seine vielfältigen und verdienstreichen Leistungen in Bereich Mühlegger errichtet
des Tiroler und Bayrischen Schützenwesens wurde Hptm. Häusler bis- und gilt als eines der
her vielfach ausgezeichnet. größten, schönsten
In seiner Heimatgemeinde hat er als „Motor“ innerhalb der Schüt- und würdigsten Tirols.
zenkompanie dafür gesorgt, dass zahlreiche Kulturgüter (Pfarrkirche, Verleihung des „Großen
Lourdesgrotte, Dorfkrippe etc.) von den Schützen renoviert wurden Ehrenzeichens des
oder überhaupt neu geschaffen wurden. Nicht zuletzt durch diese Schwarzen Kreuzes“ an
Hptm. Alois Foidl (r.)
Tätigkeiten genießt das Schützenwesen in Vomp hohes Ansehen in der vom Obmann der Kame-
politischen und pfarrlichen Gemeinde und somit praktisch in der radschaft Tirol, Pepi
gesamten Bevölkerung. Dessel (l.), überreicht.
22 Nummer 5 - Oktober 2004

Zgf. Andreas Gesamttiroler Schützenchronik


Burgmann -
70 Jahre LHptm. DDr. Herwig van Staa -
WESTENDORF - Der ein Amraser
Zgf. der „Andreas
INNSBRUCK/AMRAS - Der Herz-Jesu-Sonntag, der 20. Juni 2004,
Hofer“ Schützenkompa-
war für die Schützenkompanie Amras ein ganz besonderer Tag. Bereits
nie Westendorf, And-
zum 40. Mal durfte die traditionsreiche Kompanie bei dem 1796 von
reas Burgmann - vulgo
den Tiroler Landständen gelobten Gottesdienst zu Ehren des Heiligsten
„Niding Anderl“ -, fei-
Herzens Jesu als Ehrenkompanie ausrücken.
erte im Kreise seiner
Das feierliche Pontifikalamt im Dom zu St. Jakob wurde von
Schützenkameraden
Bischof Dr. Manfred Scheuer zelebriert und unter Anwesenheit von
seinen 70. Geburtstag.
LHptm. DDr. Herwig van Staa trug Landtagspräsident Prof. Ing. Hel-
Seine Eltern kamen
mut Mader die Fürbitten und das Herz-Jesu-Gelöbnis vor. Wahr-
am 13. April 1943 von
scheinlich wird man niemanden verpflichten können, jedoch war - so
Innichen/Südtirol, wo
der persönliche Eindruck des Verfassers dieser Zeilen - die Teilnahme-
auch seine Geburtsstät-
zahl der gewählten Mandatare unseres Landes, immerhin die Nachfol-
te liegt, als Südtiroler
ger jener Landstände, die das Herz-Jesu-Gelöbnis eingegangen sind,
Umsiedler nach
beschämend gering.
Westendorf. Seit 1959 Der lebensfrohe Jubilar
gehört er der „Andreas Andreas Burgmann
Hofer“ Schützenkompa-
nie Westendorf an und leistete wertvolle Mitarbeit. 32 Jahre ist er Mit-
glied des örtlichen Trachtenvereines und des Südtirolerbundes. And-
reas Burgmann erfreut sich in seiner Wahlheimatgemeinde großer
Beliebtheit.
Die Westendorfer Schützenkompanie gratulierte dem Jubilar und
wünschte ihm und seiner Gattin viele nette Stunden im Kreise seiner
Kameraden.
Wörgötter, EHptm., Pressereferent des Bataillons

Hochzeit in Milland
LÜSEN - Am Samstag, dem 5. Juni 2004, empfingen Anita
Runggatscher aus Brixen und unser Lüsner Schützenkamerad Albert
Ploner in der alten Millander Pfarrkirche „Maria am Sand“ das Hl.
Sakrament der Ehe.
EHptm. LHptm. Dr. Herwig van Staa mit Ehrenurkunde, mit Hptm. Josef
Haidegger (r.) und Obm. Hannes Fraisl beim Festakt in Amras
(Foto: Kronenzeitung)

Bereits im Jänner 2003 hat unsere Schützenkompanie beschlossen,


LHptm. Dr. Herwig van Staa zum EHptm. zu ernennen. Der enge Ter-
minplan unseres viel beschäftigten Landeshauptmannes machte es erst
am Herz-Jesu-Sonntag 2004 möglich, diesen offiziellen Akt zu voll-
ziehen. Es war als reines Amraser Fest geplant, so dass außer der
geschätzten Gattin unseres neuen EHtpm., Luise van Staa und dem
Innsbrucker Baons-Kdt. Mjr. Erich Enzinger nur Bewohner von Amras
und Mitglieder Amraser Korporationen und Vereine anwesend waren.
Bei strömendem Regen und nach der Begrüßung durch Hptm. Josef
Haidegger legte Olt. Ing. Werner Erhart in seiner Laudatio die Gründe
für die Verleihung dar. Er hob vor allem die kompromisslose Haltung
des LHptm. in Weltanschauungsfragen und sein Eintreten für die
Die Kompanie Lüsen gratulierten Anita Runggatscher aus Brixen und dem Oj. Schützenideale hervor: Ein Mann, der nicht umfällt, wenn er Gegen-
der Kompanie, Albert Ploner. wind spürt. Die Freude bei den Amraser Schützen ist um so größer, als
sie schon seinen verewigten Schwiegervater und geschätzten Vorgän-
ger im Amte, Eduard Wallnöfer, ihren EHptm. nennen durften. Hptm.
Beinahe vollzählig ist dazu die Schützenkompanie Lüsen aufmar- Josef Haidegger und Obmann Hannes Fraisl überreichten Rock, Hut,
schiert, um ihrem Oberjäger und seiner Braut die Ehre zu erweisen und Säbel und die Ernennungsurkunde. In seinen Dankesworten bestärkte
für die Zukunft zu gratulieren. EHptm. Dr. Herwig van Staa sein Bekenntnis zu den Werten des Schüt-
Lieber Albert, dDeine Kameraden wünschen dir viel Glück und zenwesens und hob hervor, stolz zu sein, der traditionsreichen Schüt-
Segen in deiner neuen Familie und außerdem weiterhin viel Freude für zenkompanie Amras, einer der ältesten unseres Landes, anzugehören.
deinen aufwändigen Dienst in unserer Kompanie. Meldung, Landeshymne, Ehrensalve und ein festliches Musikstück
Schützen Heil! beschlossen den offiziellen Teil der Feier. Vor dem Einrücken in das
Nummer 5 - Oktober 2004 23

Hotel „Charlotte“ - zum schon über 30 Jahre stattfindenden Grillfest - und wird als solches verehrt. Fahnen signalisieren, sie sind Bekennt-
wurde noch vor versammelter Mannschaft dem verdienten Obm. Han- nis für soziale Einheiten und für Funktionen.
nes Fraisl zu seinem 70. Geburtstag gratuliert. Zur Geschichte eurer Fahne: Eure Fahne wurde im Vorfeld der Tiro-
Der Familie Steixner wollen wir für ihren Einsatz und das große ler Jahrhundertfeier 1809-1909 geweiht. Auf der einen Seite der Fah-
Entgegenkommen wieder einmal unseren besonderen Dank ausspre- ne steht „Für Gott, Kaiser und Vaterland“, darüber ist das Herz Jesu
chen. Bild abgebildet. Auf der andern Seite ist der Tiroler Adler zu sehen und
der Spruch „Friede und Einigkeit“ zu lesen. Werte, die nach fast 100
Olt. Ing. Werner Erhart
Jahren auch in der Gegenwart an Aktualität nichts verloren haben.
Bei einer Nachtwallfahrt nach St. Georgenberg hörte ich bei der
45 Jahre Kompanie Gries i. Sellrain Predigt den Spruch, der mir immer wieder im Kopf umgeht: Friede ist
Ruhe in der Ordnung und als Schütze habe ich gleich als Beispiel eine
GRIES i. S. - Am 31. Juli feierte die Schützenkompanie Gries i. S.
Schützenkompanie vor mir gesehen. Friede ist der Zustand des Zusam-
ihr 45-jähriges Bestehen zugleich mit der Weihe ihrer restaurierten
menlebens in Ruhe und Sicherheit. Ruhe ist ein durch kein Geräusch
Fahne.
und lebhaftes Treiben gestörter Zustand. Ordnung ist ein geordneter,
Über 250 Schützen aus dem Bataillon Sonnenburg - als auch der
übersichtlicher Zustand, der auf die Einhaltung der Disziplin bestimm-
benachbarten Baone -, unter dem Kommando von Kdt. Mjr. Toni Pertl,
ter Regeln im Rahmen einer Gemeinschaft achtet. Einigkeit wiederum
gaben dem Fest einen entsprechend schönen Rahmen.
gibt Kraft und stärkt die Gemeinschaft. Einigkeit sichert den Frieden
Die hl. Messe feierte Pfarrer Michael mit den Schützen und der
und schafft die Grundlagen eines geordneten Miteinander und Einig-
Bevölkerung und wurde von der Musikkapelle musikalisch umrahmt.
keit gibt Kraft, um Ziele gemeinsam zu verwirklichen. Friede und
Hptm. Günther Rauchenberger schilderte in seinen Worten die Ent-
Einigkeit in eurer Kompanie als auch in der dörflichen Gemeinschaft
wicklung der Grieser Kompanie in der Gemeinde, in der sich die Kom-
waren auch die Voraussetzungen für zwei Aktivitäten im kulturellen
panie einen hohen Stellenwert erwarb.
und sozialen Bereich. Vor einiger Zeit wurde das Grieser Kriegerdenk-
Mit folgenden Worten ging BBO Mjr. Karl Pertl auf das Jubiläum
mal von euch Schützen erfolgreich restauriert.
der Grieser ein: „Die Schützenkompanie Gries im Sellrain wurde im
Jahre 1959 gegründet. Wie viele Schützen von der Jugend bis zum rei-
fen Alter waren in diesen 45 Jahren Mitglied der Grieser Kompanie
und fanden Kameradschaft und Bestätigung in dieser Traditionsge-
meinschaft.
Wie in den meisten Kompanien unseres Landes gibt es kaum einen
Führungswechsel aus Streitigkeiten; in 45 Jahren gab es bei euch erst
zwei Hauptleute. Der damals gewählte Hptm. Toni Holzer, verstorben
1998, führte die Kompanie bis 1994 und übergab aus Altersgründen
das Kommando an Günther Rauchenberger, der seit 10 Jahren in
Zusammenarbeit mit Obm. Werner Kofler die Kompanie mustergültig
führt.

Die Fahnenbandübergabe an die Abordnungen wurde von den Fahnenpatin-


nen durchgeführt. (Fotos: Walpoth, Blickpunkt Telfs)

Als euer Kompaniemitglied und damalige Baon-Kdt. Ing. Josef


Haselwanter 1996 im Alter von 38 Jahren plötzlich verstarb, habt ihr
ganz spontan mit persönlichem Beistand und finanzieller Hilfe für sei-
ne leidgeprüfte Familie Kameradschaft und Solidarität über das Grab
hinaus bewiesen.
Der Wert einer Kompanie in der Gesellschaft und die Frage, ob
Schützen heute noch zeitgemäß sind, beantwortet sich von selbst,
wenn wir unsere Grundsätze kennen, beachten und danach leben. Und
das geschieht bei euch, hier in Gries in mustergültiger Art und Weise.
Bei der Feier zur Fahnenweihe wurde in Gries i. S. auch ein Kreuz, geschnitzt Ich wünsche euch im Namen des Tiroler Schützenkommandos wei-
vom Grieser Schützen Florian Schaller, das für das Schützenlokal bestimmt
ist, von Pfarrer Michael geweiht.
terhin den Geist der Gemeinschaft und der Kameradschaft.

In diesen 45 Jahren waren es also zwei Hauptmänner und mehrere Matreier Altschützen
Obleute, die für die Geschicke eurer Gemeinschaft maßgeblich mitver-
antwortlich waren. Viele unserer Kommandanten - damals wie heute MATREI i. O. - Die Schützenkompanie Matrei i. 0. darf sich glück-
- haben keine spezielle oder gar akademische Schulung in Menschen- lich schätzen, drei hochbetagte Mitglieder in ihren Reihen zu haben,
führung und doch haben sie ein gutes Gespür und großartige Fähig- und zwar Gregor Lublasser - geb. 12. 12. 1913, Anton Preßlaber - geb.
keiten, sonst wären sie nicht, oft jahrzehntelang, an der Spitze einer 29. 4. 1914 und Vitus Rainer - geb. 25. 7. 1914.
freiwilligen Gemeinschaft, die aus den verschiedensten Menschen Die drei rüstigen Schützenkameraden konnten im Kreise ihrer
zusammengesetzt ist, was Alter, charakterliche Eigenschaften oder Familien, in körperlich und geistiger Gesundheit, ihren 90. Geburtstag
Beruf anlangt. feiern. Im Jahre 2002 wurden sie von der Schützenkompanie mit der
Heute wird nach erfolgter Restaurierung eure Fahne wieder 70-jährigen Langjährigkeitsmedaille ausgezeichnet!
geweiht. Die Fahnen dienen seit alters her als Sinnbild der Zusam- Die Schützen wünschen viel Glück und Gesundheit und hoffen,
mengehörigkeit. Die Fahne teilt mit, für wen sie weht, sie ist Symbol dass sie noch oft bei den Altschützentreffen dabei sein können.
24 Nummer 5 - Oktober 2004

Schwazer Landsturm sen. Die Schützenkompanie Thierberg bildete damals den 1. Zug der
Schützenkompanie Kufstein.
Im Jahre 1922 erfolgte unter der Federführung des Gastwirtes
Alfons Nocker die Gründung der Schützengilde Thierberg als Nachfol-
gerin der 1918 aufgelösten Standschützen.
Bereits am 16. November 1924 fand am Schießstand beim
Edschlössl das erste KK-Auslöschschiessen statt. 1938 wurde die
Schützengilde wieder aufgelöst.
Im Jahre 1950 erstand die Schützengilde Thierberg von neuem und
am 14. Mai 1951 konnte auch die neue Schützenfahne am Lehenhof
unter Fahnenpatin Dr. Gerda Henkel geweiht werden.
Ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung war 1954 die Einwei-
hung des neuen KK-Schießstandes in Morsbach. Dieser Schießstand
bildet mit Schützenheim den geselligen Mittelpunkt für alle
Schießwettbewerbe, Schützentreffen und kulturellen Veranstaltungen
im Kufsteiner Stadtteil Zell. Nach dem Brandunglück im April 2002
wurde der Schießstand wieder hergestellt und das Schützenheim mit
einem vielseitig verwendbaren Veranstaltungsraum ausgestattet. Für
Gemeinderat Ingrid Schlierenzauer mit Hptm. Johann Mair (l.) und Olt. Man-
das alljährlich stattfindende Auslösch- und Königsschießen wurde von
fred Steidl nach der Übergabe der Ehrenurkunde. der Gilde die Schützenkönigskette gestiftet, der Schützenkönig wird
mit dem besten Schuss auf die Königsscheibe ermittelt. Die Schützen-
SCHWAZ - Am Herz-Jesu-Sonntag wurde Frau Gemeinderat Ingrid gilde unter Oberschützenmeister Martin Wagner jun. hat weit über
Schlierenzauer für ihre Verdienste um den Schwazer Landsturm mit hundert Mitglieder und befasst sich sehr wesentlich mit der Ausbil-
dem Ehrenkranz des BTSK ausgezeichnet. Hptm. Johann Mair und Olt. dung ihrer Schützen und Jungschützen und die Durchführung von
Manfred Steidl gratulierten im Namen der Kompanie. Die neue Ehren- Schießwettbewerben innerhalb und außerhalb der Gilde.
kranzträgerin bedankte sich mit einer anschließenden Feier. Zusammen mit der Schützenkompanie Thierberg haben sich die
„Thierberger“ die Erhaltung der Wallfahrtskirche Thierberg und die
Renovierung und Ausgestaltung des Bergfrieds als Aufgabe gestellt.
Die Thierberger Schützen Im neurenovierten Bergfried befindet sich ein vom Langkampfener
THIERBERG - Sie nennen sich auch „Die Thierberger“, bestehen aus Krippenbauverein detailgetreu gestaltetes Modell der einstigen Fes-
Schützengilde und Schützenkompanie und leiten ihren Namen von der tungsanlagen. Der Bergfried wurde in den vergangenen drei Jahren
im 18. Jahrhundert aus der Hofmark Thierberg entstandenen Gemein- mit Hilfe des derzeitigen Besitzers, Christoph Henkel, unter der Patro-
de Thierberg ab. nanz der Thierberger Schützen mit Hptm. Martin Wagner, völlig
Der Thierberg, ein bewaldeter Bergrücken westlich des Inns, findet restauriert und als Aussichtsturm mit Museum ausgebaut.
schon frühgeschichtlich Erwähnung. Die Römerstraße führte von Mat-
zen bei Brixlegg kommend über Neuhaus am Thierberg nach Eichel- Die Feste Thierberg
wang und weiter Richtung München. Im 13. Jahrhundert, genau im Jahre 1285, wird die Burg Thierberg
Der Gemeinde Thierberg wurde im Jahre 1848 ein eigener erstmalig in den Urkunden als Besitz der „Freundsberger“ erwähnt.
K.u.K.-Schießstand von der hohen Obrigkeit genehmigt. Es war ziemlich sicher die letzte östliche Feste, welche das
Ende 1848 verzeichnet der neue Schießstand beim Geschlecht der „Frundsperger“ zu dieser Zeit in ihren Besitz gebracht
Edschlössl bereits 50 immatrikulierte Stand- hat. Im Jahre 1379 musste Georg von Frundsberg sein Schloss am
schützen. Vor Ausbruch des I. Weltkrieges Thierberg an die Herzöge von Bayern verkaufen. Die Feste Thierberg
verfügte ganz Nordtirol schon über war für die Bayern eine wertvolle Verstärkung der Befestigungsanla-
ein geordnetes Schützenwe- gen um Kufstein. Im Jahre 1504 wurde der Thierberg mit Kufstein von
Herzog Albrecht von Bayern an Österreich abgetreten. Ab dem 16.
Jahrhundert wechselten die Besitzer des Thierbergs immer häufiger
und die Festungsanlagen verfielen immer mehr. Die letzte Lehensfa-
milie, von Millau, bewohnte die Burg nicht mehr und verkaufte sie an
den Münchner Kaufmann Roman Mayr. Dessen Schwiegersohn Mat-
thias Oberhummer veräußerte den Besitz an die Familie Dr. Hugo Hen-
kel in Düsseldorf.

Die Wallfahrtskapelle
Die heutige Wallfahrtskirche zum Hl. Johannes dem Täufer wird
bereits im Jahre 1315 in den Aufzeichnungen über die Diözese Frei-
sing als Filiale der Pfarrkirche Langkampfen erwähnt.
Sie dürfte als Schlosskapelle gebaut und ausgestattet worden sein.
Durch die Gründung der Bruderschaft des Hl. Johannes im Jahre 1676,
die eine Reliquie des Hl. Johannes auf dem Thierberg zur Verehrung
ausstellte, wurde die Kapelle weitum bekannt und viel besucht. Sogar
ein eigener Kaplan betreute zeitweise diese Wallfahrt. Am 3. Dezem-
ber des Jahres 1700 wurde die Kapelle durch eine schwere Feuers-
brunst fast völlig zerstört, anschließend aber wieder aufgebaut. Seit
Der Bergfried der Burg Thierberg wurde mit Hilfe der Thierberger
dem Ende des 18. Jahrhunderts befindet sich eine Muttergottesstatue,
Schützen renoviert und von ihnen zum Aussichtsturm und Museum
ausgebaut. „Die Thierberger Muttergottes“ in der Wallfahrtskirche. Die Statue
Nummer 5 - Oktober 2004 25

stammt aus einem Frauenkloster in München. Es ist eine Nachbildung Säbel überreicht wurde. Der Festakt, an dem auch der Kamerad-
des Gnadenbildes von Montserrat in Spanien „Maria mit dem Jesus- schaftsbund und die Röcklgwandfrauen teilnahmen, wurde von der
kind und Granatapfel“. Musikkapelle Reith musikalisch umrahmt, die anschließend auch zum
Bis vor einigen Jahren lebte noch ein Einsiedler auf dem Thierberg. Frühschoppen aufspielte. (Ehrungen siehe letzte Seite!)
Derzeit sind es die Thierberger Schützen, die die Einsiedelei und den
Bergfried betreuen. Die Wallfahrtskirche Thierberg mit dem Bergfried Wörgötter, EHptm.
gilt als weithin sichtbares, zweites Wahrzeichen Kufsteins, das jahraus, Pressereferent des Baons
jahrein von vielen Gläubigen und Touristen gerne besucht wird.
Ehrung langjähriger Mitglieder
Die Schützenkompanie Thierberg
Die Schützenkompanie Thierberg wurde im Jahre 1975 wiederge- STRASS i. Z. - Im Anschluss an das Kirchenpatrozinium des Hl.
gründet. Jakobus, am 25. Juli 2004, fand die Ehrung langjähriger Mitglieder der
Schützenkompanie Strass i. Z. statt.

Sie wird derzeit befehligt von Hptm. Martin Wagner sen. aus Kuf-
Die geehrten Kameraden der Schützenkompanie Strass i. Z.: v.l. Hptm. Ger-
stein. Etwa 40 gewehrtragende Schützen mit ihren Offizieren und ein hard Mallaun, Obm. Jakob Fischler, EHptm. Johann Eberharter, Gerda Ringler,
Trommlerzug stehen unter seinem Kommando. Durch ihre Teilnahme Fhr. Ernst Mantinger, Andreas Eberharter, Robert Knabl, Alois Oberladstätter,
an den verschiedenen kirchlichen und weltlichen Feierlichkeiten tra- Richard Hechenblaikner, Eduard Fill, Bgm. Olt. Klaus Knapp, Kathrin Haaser.
gen sie maßgeblich zur Erhaltung Tiroler Tradition bei.
Die Urkunden und Medaillen wurden beim Jakobikonzert der BMK
Strass i. Z. im Festsaal feierlich überreicht. Ihnen zu Ehren wurde
Schützenjahrtag der Kompanie anschließend der Marsch von Florian Pedarnig „Dem Land Tirol die
„Viertl Reit“ Treue“ gespielt und von der Kompanie gesungen.
Geehrt wurde für 7 Jahre Mitgliedschaft Marketenderin Gerda
REITH b. K. - Am Hohen Frauentag, dem 15. August, fand in Reith Ringler. (Ehrungen siehe auch letzte Seite!)
der schon traditionelle Jahrtag der Schützenkompanie „Viertl Reit“
statt.
Nach dem Festgottesdienst mit Kräuterweihe in der Pfarrkirche
Einmal Ahrntal und zurück
wurde vor dem Musikpavillon der Festakt abgehalten, in dessen Mit- ST. JOHANN i. T - Nach der anspruchsvollen Tour im Vorjahr, vom
telpunkt Ehrungen standen. Dabei wurden vom Baons-Bildungsoffi- Schlegeisstausee über den Großen Möseler (3.480 m) ins Südtiroler
zier Dipl.-Ing. Lt. Christian Hopfensperger an den Hptm.-Stv. Olt. Josef Ahrntal, setzten die St. Johanner Fellerschützen in diesem Jahr mehr
Widmayr die „Silberne Verdienstmedaille des Bundes der Tiroler auf Kameradschaftspflege und Erwandern der gemeinsamen Heimat.
Schützenkompanien“ verliehen. Höhepunkt der Ehrungen war die
Ernennung des Bürgermeisters Stefan Jöchl, langjähriger Funkti-
onsträger der Kompanie, zum Lt., wofür ihm als sichtbares Zeichen ein

Ausgezeichnete Stimmung beim Schützenmarsch vom Ziller- ins Ahrntal und


zurück

Wie schon seit 20 Jahren Tradition wurde auch dieses Jahr wieder
Hptm. Georg Hauser übergibt dem neu ernannten Lt. Bürgermeister Stefan
ein Partnerschaftsmarsch von den Feller-Schützen St. Johann in Tirol
Jöchl den Säbel, lk. EHptm. Georg Pendl zu den Schützen in St. Johann im Ahrn organisiert. Der Weg führte
26 Nummer 5 - Oktober 2004

dieses Mal vom Ziller Grund auf die Plauenerhütte und weiter über das
Hl.-Geist-Joch (2.658 m) nach Kasern.
Nach der Wiedersehensfeier mit den Südtiroler Kameraden wurde
am nächsten Tag eine Höhenwanderung unternommen. Das Ziel war
die Gruber-Alm auf 1.839 m. Am vierten Tag ging es dann über das
Hörndl Joch (2.553 m) und den Sunder Grund zurück zum Ziller
Grund.
Der Partnerschaftsmarsch hat den teilnehmenden Schützen wieder-
um einen beeindruckenden Teil unseres schönen Landes vor Augen
geführt und viel für die Kameradschaft in den eigenen Reihen und mit
den Südtiroler Freunden beigetragen.

Neuer Hptm. in Steinach


STEINACH - Die Jahreshauptversammlung der Schützenkompanie Im Welschtiroler Schützenwesen tut sich einiges. In Vielgereuth/Folgaria fand
kürzlich das Wiedergründungsfest statt.
Steinach, die traditionell am Herz-Jesu-Sonntag stattfindet, stand im
heurigen Jahr im Zeichen von Neuwahlen und Ehrungen. Der unlängst aus der Taufe gehobenen Kompanie „Ignaz von Ver-
Nachdem Hptm. Valentin Holzmann, der seit 20 Jahren der Kom- droß“ Folgaria-Vielgereuth ihre Aufwartung machten der Welschtiro-
panie vorstand, sein Amt aus Gesundheitsgründen zurücklegte, muss- ler Landesrat Dr. Franco Panizza, Landtagspäsident Giacomo Bezzi,
te im Rahmen der Neuwahl des gesamten Kompanieausschusses auch Bürgermeister Alessandro Olivi und Carlo Andreotti sowie LKdt. Mjr.
der Hptm. neu gewählt werden. Der bisherige Schriftführer und Lt. Carlo Cadrobbi und Mjr. Werner Wenighofer vom Südtiroler Schüt-
Lorenz Fidler wurde einstimmig zum neuen Hptm. gewählt, Olt. blieb zenbund und Karl Pircher vom Gesamttiroler Schützenbund.
wie bisher Karl-Heinz Riedl. Neben dem bewährten Lt. Karlheinz Rei- Höhepunkt der Gründungsfeier war die Messfeier auf der altehr-
nisch wurden Peter Scherl und Josef Spörr neu zu Leutnants gewählt. würdigen Piazza San Lorenzo, zelebriert von Don Giorgio Broilo und
Der bisherige Obm. Artur Fidler wurde in seiner Funktion bestätigt, Don Osvaldo Plotegher. Der in italienischer und deutscher Sprache
ebenso Helmut Scherl als Fhr., als Schriftführer wurde neu Manfred gehaltenen Eucharistiefeier folgte schließlich die Fahnenweihe, die zu
Gratl gewählt, Kassier blieb Martin Riedl. einem beeindruckenden Bekenntnis zu der tirolischen Vergangenheit
dieses so herrlichen Welschtiroler Ortes wurde.
Die Patin, Frau Dr. Elena Albertini, enthüllte dabei die neue Fahne
welche auf der einen Seite das Heiligste Herz Jesu mit dem Wahrzei-
chen des Dekanats Vielgereuth, der Ortskirche zeigt, auf dem Revers
hingegen ist der Tiroler Adler mit dem Gemeindewappen von Vielge-
reuth und dem Welschtiroler Landeswappen abgebildet.

EHptm. Valentin Holzmann, der auch am 15. August in Kufstein mit der Ver-
dienstmedaille des Landes Tirol ausgezeichnet wurde, im Kreis seiner Marke-
tenderinnen, die in den 20 Jahren seiner Tätigkeit unter ihm Dienst taten.

Alt-Hptm. Valentin Holzmann wurde in Anerkennung seiner Ver-


dienste von der Kompanieversammlung einstimmig zum EHptm.
gewählt. Weiters wurden geehrt: Konrad Wanker für 40-jährige Auch eine neue Fahne wurde geweiht. Auf dem Fahnenblatt vorne die Auf-
Zugehörigkeit, Peter Grissemann und Bruno Faes für 25-jährige schrift: „Aus Liebe zur Heimat, für Gott und Familie“
Zugehörigkeit zur Schützenkompanie.
Dass LKdt. Mjr. Dr. Otto Sarnthein der Kompanieversammlung noch Auch die Bevölkerung von Vielgereuth war ebenso wie alle teil-
einen kurzen Besuch abstattete, bildete einen gelungenen Abschluss nehmenden Formationen gerührt ob der exakten und vorbildlich
für die Versammlung. durchgeführten sowie beeindruckenden Gründungsfeier der jungen
Schützenkompanie. Beim anschließenden Festzug durch die Gassen
und Straßen der Ortschaft zollte man allen Teilnehmern und vor allem
Neue Welschtiroler Kompanie der Jubelkompanie durch anhaltenden Beifall Respekt. In der Eishalle,
gegründet wo der Festzug nach beachtlichem Fußmarsch sein Ende fand, wid-
mete man sich schließlich unter den Klängen der Böhmischen von
VIELGEREUTH/VOLGARIA - Selbst die kühnsten Erwartungen Judikarien und des Coro Stella Alpina dem gemütlichen Teil der Feier.
waren übertroffen worden, als in Vielgereuth-Folgaria am vergange- Hptm. Paolo Dal Prà zeigte sich in einem Gespräch mit der TSZ über-
nen 25. Juli über 50 Kompanien aus Tirol und Bayern angetreten wältigt von dem Zuspruch, den die Veranstaltung und die Wieder-
waren, um mit der hießigen Kompanie ihr Gründungsfest zu feiern. gründung gefunden hatte. Der Gemeindeverwaltung, der örtlichen
Als Ehrenkompanien fungierten dabei jene aus Kastelruth sowie die Raiffeisenkasse, dem Tourismusverein sei von seiner Seite ein Dank für
Andreas-Hofer-Kompanie aus Schwaz. die freundliche Unterstützung ausgesprochen.
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Ebenso dem hochwürdigsten Herrn Pfarrer, Don Giorgio, für sein


allzeit herzliches Entgegenkommen sowie allen, die in irgendeiner
Weise ihr Wohlwollen der Kompanie gezeigt haben und tatkräftig mit-
geholfen haben. Nicht zuletzt ist es dem schneidigen Hptm. Dal Prà ein
inniges Bedürfnis, sich an alle Kompanien, welche am Fest teilgenom-
men haben, zu wenden. Aufgrund der vielen, auch unangemeldet
erschienenen Kameraden sei es nicht möglich gewesen, sich bei jeder
Formation persönlich zu bedanken; auch dies sei hiermit nachgeholt.

Schützenkompanie „Johann Jaeger“


Niederdorf
NIEDERDORF - Die am Josefi-Tag dieses Jahres wiedergegründete
Schützenkompanie „Johann Jaeger“ Niederdorf befindet sich weiter
auf dem Vormarsch. Die Schützenkompanie Platt feierte ihr 50-jähriges Bestehen. Abt Bruno Trau-
Die Mitgliedsstärke beläuft sich inzwischen auf 34 aktive und 30 ner zelebrierte mit zwei weiteren Priestern die hl. Messe.
unterstützende Mitglieder. Die Trachtenanschaffung steht zur Zeit ten Ötztal gekommen, um an der Jubelfeier teilzunehmen. Nach einem
naturgemäß im Mittelpunkt der Kommandantschaftstätigkeit. beeindruckenden Weckruf durch Böllerschüsse am frühen Morgen des
Wie groß der Eifer der einzelnen Mitglieder der Mannschaft ist, 4. Juli marschierte der Festzug gemeinsam zum Dorfplatz zur hl. Mes-
sieht man allein an der Tatsache, dass die Kompanie bis Ende August se, die vom Abt des Klosters Marienberg – zusammen mit zwei weite-
bereits 15 Exerzierproben absolviert hat. Am kommenden 20. Februar ren Priestern – zelebriert wurde. Das anschließende Heldengedenken
- so der Hptm. der Niederdorfer Kompanie Richard Stoll – wolle man erfolgte durch Bez.-Mjr. Helmut Gaidaldi. Anschließende Festreden
bereits in den neuen, nach historischen Vorlagen geschaffenen Trach- durch Bürgermeister von Platt, Wilhelm Klotz und Ernst Schöpf, Bür-
ten und voller Montur zum Andreas-Hofer-Gedenken germeister von Sölden, sowie durch die Landtagsabgeordnete Eva
ausrücken. Dabei wird auch erstmals die alte Klotz gaben der Feier einen würdigen Rahmen.
Standschützenfahne mitgetragen, die seinerzeit
nach den Wirren des Krieges in die Obhut der
Pfarrei übergegangen war und mit der bis- Angelobung von Sarner Schützen
lang die örtliche Musikkapelle ausgerückt SARNTAL - Die Sarner Kompanie ist wieder um sechs Schützen
ist. stärker. Werner Federer, Martin Weger, Roland Mair, Martin Locher,
Auf Hochtouren laufen auch bereits Jonas Hochkofler und Florian Oberhöller haben am Hochfest Fron-
die Vorbereitungen zum großen Grün- leichnam den feierlichen Eid auf die Kompanie und das Tiroler Schüt-
dungsfest und zugleich zur Gedenkfei- zenwesen abgelegt.
er zum 195. Todestag von Johann Jae-
ger am 2. und 3. Juli des kommenden
Jahres. Dazu erwartet die Schützenkompa-
nie Niederdorf eine große Zahl an Schützen
aus der ganzen Alpenregion.
Das abgebildete Zeichen der Schützenkompanie
„Johann Jaeger“ Niederdorf wurde nach einem alten Abzeichen gefer-
tigt. Dieses Abzeichen wurde bis zur Zerreißung Tirols von den Nie-
derdorfer Schützen getragen und war seither in Vergessenheit geraten.

90 Jahre Fahnenweihe –
50 Jahre Wiedergründung
PLATT - 50 Jahre Wiedergründung der Schützenkompanie und 90 Sechs junge Sarner Schützen wurden zu Fronleichnam angelobt.
Jahre Weihe der Fahne standen an. So luden die Platter Schützen zur
großen Jubiläumsfeier und hielten Rückschau auf viele Jahre gelebtes Die feierliche Prozession durch den Hauptort des Tales ist ob seiner
Schützenwesen im hinteren Passeiertal. prächtigen Kirchenfahnen und der großen Zahl an Trachtenträgern
Das Schützenwesen hatte es hier, ebenso wie im restlichen Südtirol, landesweit bekannt. Die Schützenkompanie Sarntal trägt traditionell
nicht immer einfach. Nach jahrelangem Verbot durch das faschistische das Herz-Jesu Standbild und feuerte nun schon zum dritten Mal eine
Regime konnte im Oktober 1953 wieder eine aktive Schützenkompa- Ehrensalve nach den Evangelien ab. Einige Schützen nehmen auch
nie in Platt in Passeier gegründet werden. Trachten durften wieder stets am Umgang in Reinswald teil. Nach dem Bittgang nahm die
getragen werden und die alte Kompaniefahne der Platter Schützen von Kompanie Aufstellung vor dem Schützenheim.
1913 wurde wieder mit Stolz gezeigt. Hptm. Sighard Unterkalmsteiner hieß die neuen Mitglieder herzlich
Erst nach der Aufhebung des durch die Aktionen der Freiheits- willkommen und bemerkte, dass ein Schütze - neben einigen Rechten,
kämpfer hervorgerufene erneuten Verbotes des Schützenwesens in den die er genießt - viele Pflichten in der Kompanie und im gesellschaft-
60er Jahren, konnte sich die Kompanie endlich wieder am kirchlichen lichen Leben zu erfüllen hat. Er wünschte ihnen viel Genugtuung im
und kulturellen Leben im Dorf, im Passeier, sowie im ganzen Land Kreis der Gemeinschaft und dankte ihnen für ihre Bereitschaft, sich
aktiv beteiligen. aktiv am Vereinsleben zu beteiligen.
Es waren an die 600 Schützen aus den verschiedenen Landesteilen Fünf der sechs Angelobten haben bereits die notwendigen Exer-
sowie auch ein ganzes Bataillon übers Timmelsjoch vom benachbar- zierstunden zur Teilnahme an der Gewehrformation abgeleistet.
28 Nummer 5 - Oktober 2004

In der Gelöbnisformel bekannten sich die Schützen zur geistigen Die noch nicht geweihte Fahne wurde nun restauriert und geweiht.
und kulturellen Einheit des Landes Tirol und zu den Grundsätzen des Das Fest begann schon am Samstag, dem 17. Juli 2004, mit dem
Schützenbundes, versprachen die Treue zu Gott und dem Erbe unserer „Großen Österreichischen Zapfenstreich“, durchgeführt von der Ehren-
Ahnen und gelobten, sich für den Schutz von Heimat und Vaterland kompanie Sarntal mit Hptm. Sighard Unterkalmsteiner und der Musik-
einzusetzen. Nach altem Schützenbrauch wurde die Angelobung kapelle Lengmoos.
abschließend bei einem guten Tropfen gebührend gefeiert. Am Sonntag erfolgte der Höhepunkt der Feierlichkeiten. Es war ein
beeindruckendes Bild, als die 15 Abordnungen, darunter die Ehren-
Gebhard Stuefer
kompanie „Peter Mayr“ Brixen mit Hptm. Sepp Kirchler, begleitet von
der Musikkapelle Lengmoos, in Richtung Kirchplatz marschierten.
„Glück Auf“
beim „Knappenloch am Nussnbachl“
TERLAN/MÖLTEN - Der vergangene Barbaratag, 4. Dezember 2003,
war ein besonderer Tag für Terlans Bergbaugeschichte: Das „Knap-
penloch am Nussnbachl“ wurde von den Schützenkompanien Terlan
und Mölten für die Bevölkerung zugänglich gemacht.
Der Terlaner Männerchor
hatte eigens Bergwerkslieder
für die Eröffnungsfeier einstu-
diert und Hptm. Sigmar
Stocker konnte viele Ehrengäs-
te und an die 150 Interessierte
an diesem Donnerstagnachmit-
tag begrüßen. Die Bürgermei-
ster von Terlan, Josef Platter,
Inga Hosp ist die Fahnenpatin der kürzlich geweihten Fahne der Schützen-
und Mölten, Alois Heiß, spra- kompanie Ritten.
chen Grußworte und würdigten
diese Initiative. Der von Pfarrer Christian Blümel zelebrierte Festgottesdienst fand
Lt. Albert Haberer berichte- unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt. Unter ihnen befan-
te den Anwesenden aus der den sich auch mehrere Ehrengäste, so die Fahnenpatin Inga Hosp,
Bergwerksgeschichte Terlans, LKdt. Mjr. Paul Bacher, LKdt. Mjr. Carlo Cadrobbi, EU-Parlamentarier
gab einen Überblick über die Dr. Michl Ebner sowie EMjr. Bruno Hosp.
geleisteten Arbeiten von Seiten Nach dem Festgottesdienst, der Heldenehrung durch LKdt. Paul
der Schützen und „technische Bacher und der Fahnenweihe richtete Hptm. Florian Schweigkofler
Daten“ zum freigelegten Knap- Glück auf hieß es vor kurzem in Terlan.
Die Schützenkompanien von Mölten und
einige Grußworte an die Anwesenden. Auch die Vizebürgermeisterin
penloch. Die Ersterwähnung Terlan ließen die alte Bergwerkstradition Luise Vieider überbrachte Grußworte und EMjr. Bruno Hosp hielt die
des Terlaner Bergbaus geht auf im Rahmen der Eröffnung eines von Festrede. Nach dem Abspielen der Landeshymne erfolgte der Festum-
das Jahr 1322 zurück, wobei ihnen freigelegten alten Stollens wieder zug zum Festplatz.
die Blütezeit zwischen dem 15. aufleben. Die Schützenkompanie „Peter Mayr“ Ritten dankt vor allem der
und 16. Jahrhundert war. Fahnenpatin Inga Hosp für die großzügige Unterstützung und allen,
In Terlan wurden Blei- und Silbererze gefördert. Auf dem die dazu beigetragen haben, dass diese Veranstaltung zu einem ein-
Tschögglberg gibt es zwischen 40 und 50 Knappenlöcher. drucksvollen Ereignis wurde.
Für die Freilegung des „Knappenlochs am Nussnbachl“ wurden ca.
370 Stunden gearbeitet, es hat eine Länge von 130 Metern. Am Mund- 30 Jahre Freundschaft
loch wurde auch eine Tafel mit der Geschichte des Knappenlochs
angebracht. Anschließend segneten der Dekan von Terlan, Josef Weiß, LANA/BUCHHOLZ (D) – Vom 9. bis zum 12. Juli 2004 fand ein
und der Dekan von Bozen, Johannes Noisternigg, das Knappenloch. großes Schützenfest in Buchholz in der Nordheide (kurz vor Hamburg)
Hptm. Sigmar Stocker dankte abschließend allen für das Gelingen statt.
dieses Werks, vor allem dem Besitzer des Knappenlochs, Franz Vor dreißig Jahren (1974) fuhr die Schützenkompanie Lana, unter
Schwarz - „Oberlegar“, der Gemeinde Mölten und der Forstbehörde für der Führung vom damaligen Hptm. Jörg Pircher-Hofmann, das erste
das jeweilige Einverständnis für dieses Unterfangen. Mal auf Einladung des Schützenvereins Buchholz 01 zu deren Schüt-
zenfest in der Nordheide (kurz vor Hamburg). Heuer, diesmal unter
Glück auf! Hptm. Eduard Graber, fuhren die Schützen von Lana wieder zu den
Die Schützen von Terlan und Mölten Freunden nach Buchholz, um mit ihnen das 30-jährige Partner-
schaftsjubiläum zu feiern.
Fahnenweihe am Ritten Nach 14-stündiger Fahrt und 1.100 zurückgelegten Kilometern
wurden die Lananer Schützen von den Freunden aus Buchholz herz-
RITTEN - Die Rittner Schützenkompanie "Peter Mayr" hatte im ver- lich empfangen.
gangenen Sommer allen Grund zum Feiern - eine Fahnenweihe mit Am Samstagvormittag wurde auf den „Vogel“ geschossen, den
besonderem Hintergrund war der freudige Anlass. dann Joachim Trientbacher zur Strecke bringen konnte und er dadurch
Die Fahne, welche vor 45 Jahren in feinster Klosterstickerei ange- als neuer Schützenkönig der Kompanie Lana feststand; der Beiname
fertigt worden war, war in in den sechziger Jahren verschwunden. Sie „Joachim, der Hilfsbereite“ wurde ihm dabei zuteil.
trägt das Abbild des Tiroler Freiheitskämpfers Peter Mayr, einen Am Sonntag, beim Festessen, konnte Hptm. Graber dem Präsiden-
gebürtigen Rittner und Namenspatron der Schützenkompanie, im Ker- ten des Buchholzer Schützenvereins, Jürgen Steinhage, eine Schüt-
ker angekettet, daneben sein Familienwappen. zenscheibe mit dem Porträt von Jörg Pircher-Hofmann und Heinrich
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sie ist das Sinnbild der Kameradschaft. Überdies steht die Fahne für
Väterglauben, für Tiroler Sinn, Tiroler Brauch und für den Erhalt der
Tiroler Wesensart in unserer angestammten Heimat.“ Er gratulierte
weiters für die langjährige Partnerschaft mit den Fellerer Schützen und
sprach den Wunsch aus, dass die Freundschaft noch lange bestehen
bleiben solle. Das Fest wurde mit einem Frühschoppen fortgesetzt und
klang bei gemütlichem Beisammensein aus.

Schützenfeldmesse am Tschögglberg
VÖRAN - Bei strahlendem Wetter konnten die Schützen der Schüt-
zenkompanie Meran-Stadt am 1. August mit ihren Angehörigen einer
besinnlichen Feldmesse bei Vöran beiwohnen.
Eine große Anzahl an Jung- und Altschützen folgten, zuvor einer
festgelegten Wanderroute am Tschögglberg zum Zielpunkt „Maurer-
30 Jahre gibt es nun schon die Partnerschaft zwischen der Schützenkompanie
Hof“. Tiroler-Fahnen, ein von Schützen selbst geschnitztes Holzkreuz
Lana aus Südtirol und Buchholz im Norden Deutschlands. und ein mit Wiesenblumen geschmückter Feldaltar erwarteten die
Wanderer.
Matthis - die beiden Gründer der Freundschaft - überreichen. Abends
wurde eigens für die Lananer Schützen ein Tirolerabend veranstaltet,
wobei die „Hopfenmusi“ aus Südtirol für tolle Stimmung und volle
Tanzböden sorgte. Am Montag, dem 12. Juli, wurde die Heimreise
angetreten.
All jenen, die zu dieser einmaligen Freundschaft beigetragen haben,
gebührt ein herzliches Vegelt’s Gott - mögen noch viele Jahre der
Freundschaft folgen!
Richard Andergassen

25 Jahre Partnerschaft
und Schützenfahne
ST. JOHANN i. A. - Seit 25 Jahren pflegt die Schützenkompanie St.
Johann in Ahrn eine enge Freundschaft mit den Feller Schützen aus
St. Johann in Tirol. Unter freiem Himmel las Schützenkurat Martin Steiner die Sonn-
Aus diesem Anlass fand am 9. Mai - beginnend mit den Böller- tagsmesse, unterstützt von Meraner Jungschützen und Marketenderin-
schüssen - eine Feier statt. Pfarrer Markus Küer zelebrierte die an- nen. In seiner Ansprache erinnerte er besonders an die fraglichen Wer-
schließende hl. Messe. te in der Gesellschaft, an die Überbewertung irdischer Zielsetzungen,
Hptm. Franz Steger konnte zahlreiche Ehrengäste auf dem Kirch- da unser aller Leben wie ein „Windhauch“ vergänglich ist - und eben-
platz begrüßen, unter aderem BMjr. Dr. Luis Zingerle, Bez.-Mjr. so auch Materielles wie ein „Windhauch“ verfliegen kann.
Richard Stoll, die LA Pius Leitner und Ulli Mair, den Vizebürgermei- Beim anschließenden Grillfest kamen alle Teilnehmer auf ihre
ster von der Marktgemeinde St. Johann in Tirol, Georg Zimmermann, Kosten. Ein für Jungschützen und Marketenderinnen organisiertes
und den Bürgermeister der Gemeinde Ahrntal, Dr. Hubert Rieder. Scheibenschießen sowie lustige Wasserspiele, gute Laune und das
Nach den Grußworten der Ehrengäste folgte die Festansprache von gemeinsame Singen von Tiroler-Liedern - begleitet von flotten Zieh-
Dr. Luis Zingerle, in der er die Werte aufzeichnete, für welche die harmonika-Klängen - füllten das Nachmittagsprogramm.
Schützenfahne steht. „Die Fahne hält den Verband zusammen, sie war Nach einer spontanen und erfolgreichen Spendensammlung für
und ist das Feldzeichen für ihn, sie ist das Symbol der geistigen und einen guten Zweck in der Pfarrgemeinde St. Nikolaus/Meran konnte
menschlichen Verbundenheit aller Mitglieder der Schützenkompanie, der Heimweg angetreten werden.
Spende der Meraner Schützen
MERAN - Anlässlich des letzten Grillfestes (siehe vorheriger Arti-
kel), kamen unter den Schützenkameraden die kostspieligen Sanie-
rungsarbeiten der Pfarre St. Nikolaus/Meran zur Sprache. Die aufwän-
digen Entfeuchtungsarbeiten im Bereich der „St. Barbara-Kapelle“
neben der Pfarrkirche - und die Restaurierung der wohl größten und
schönsten Glocke Merans im Turm der „St. Nikolaus-Kirche“ – alles in
unmittelbarer Nähe des den Schützen von der Pfarre zur Verfügung
gestellten Schützenheims.
Nach spontanen Solidaritätsbekundungen entstand der Wunsch,
etwas Konkretes tun zu wollen. Gesagt - getan, man sammelte unter
den Schützenkameraden ganz gezielt für diesen Zweck und nahm eine
stattliche Summe von 500,– Euro ein. Diese Spende konnten die Mera-
ner Schützen dem Dekan der Pfarre St. Nikolaus, Dr. Albert Schöntha-
ler, mit Freude übergeben.
25 Jahre Freundschaft: V.l.n.r. Oj. Franz Gruber, Olt. Walther Hofer, Hptm.
Franz Steger und Hptm. Alois Foidl Renato des Dorides
30 Nummer 5 - Oktober 2004

Wir gedenken unserer Verstorbenen


Paul Leitner † des Kirchengeläutes der Pfarrge-
meinde St. Peter hilfreich zur
MÜHLBACH – Am 12. März Seite stand.
2004 wurde unter großer Anteil- Liebe Schützenkameraden,
nahme Paul Leitner zur Grabe wir werden euch in unseren Rei-
getragen. hen vermissen. Gott der Herr
vergelte euch alles tausendfach
und er schenke euch den ewigen
Frieden.
Eva Maria Fischer
Vinzenz Oberhofer †
Huberta Mitterdorfer † Am 27. Mai 2004 wurde Zenz
Der Südtiroler Schützenbund zu Grabe getragen, die Kompanie
Urban Lechner †
nimmt aufrichtig Anteil am war fast vollzählig angetreten
Schützenkompanie Oberes Ahrn- Schmerz seines ELKdt. Dr. Karl um ihrem Kameraden die letzte
tal. Von 1984 bis 1996 war er Mitterdorfer und der Fahnen- Ehre zu erweisen, ebenso 18
deren Lt., im Jahre 1987 erhielt patin Maria Mitterdorfer, den sie Fahnenabordnungen vom Bezirk
er die Bundesverdienstmedaille durch den Tod ihrer Tochter Pustertal mit Bez.-Mjr.-Stv. Alois
in Bronze. Er verstarb nach Huberta Mitterdorfer/Puntscher Schneider.
schwerer Krankheit am 27. Mai erlitten haben und drückt ihnen Lieber Zenz, ruhe in Frieden.
Paul Leitner†
2004, zwei Tage nach seinem 70. und den Verwandten das tief Deine Kameraden
Geburtstag. empfundene Beileid aller Südti-
Er war im Jahre 1975 einer Heinrich Eder, der am 5. Juli roler Schützen aus. EHptm. Franz Walder †
der Gründer der Schützenkom- 1939 in St. Jakob geboren wur-
panie „Markt Mühlbach“. Solan- de, trat ebenfalls 1958 der SILLIAN - Am 27. Jänner
ge es ihm die Gesundheit erlaub- Schützenkompanie bei. Über 15 2004 begleitete die Schützen-
te, war er Fähnrich der Kompa- Jahre war er Kassier des Schüt- kompanie mit den Fahnen-
nie, nachher wurde er zum zenzugs St. Jakob. Am 10. Juni abordnungen der Oberländer
Ehrenfähnrich ernannt. Als jun- 2004, im Alter von 64 Jahren, ist Schützenkompanien ihren
ger Bursche musste auch er in er in seinen geliebten Bergen EHptm. Franz Walder „Riedler-
den Krieg ziehen, das nahm er einem Herzversagen erlegen. vater“ von Sillianberg auf sei-
aber immer nur als Pflicht, wes-
nem letzten irdischen Weg zur
halb er nicht gerne darüber
Pfarrkirche Sillian.
sprach. Lieber besann er sich der
1917 in Innichen geboren trat
Fahrten mit seinen Kameraden
Franz im Jahre 1933 der Schüt-
nach Deutschland. Paul war Trä-
zenkompanie Sillian bei und
ger des deutschen Verdienstkreu-
blieb bis 1989 aktives Mitglied.
zes und der Peter Mayr Huberta Mitterdorfer/Puntscher † Ab 1964 war er 25 Jahre lang
Langjährigkeitsmedaille des SSB.
Hptm. der Kompanie und 12
Metzger Paul wurde er im An der Beerdigung haben in
Jahre bestimmte er als Bez.-Mjr.
Dorf genannt und als Metzger Vertretung des SSB LKdt. Mjr.
die Geschicke des Schützenba-
Paul wird er uns auch in Erinne- Paul Bacher, BMjr. Dr. Luis Zin-
taillons Oberland entscheidend
rung bleiben. Ruhe in Frieden. gerle und BFhr. Josef Seppi teil-
mit. Ebenso war er Mitbegründer
Deine Kameraden genommen.
des Jungschützenzuges Sillian.
Neben zahlreichen anderen
Heinrich Eder † Vinzenz Oberhofer †
Urban Lechner und
Heinrich Eder † Beide Schützenkameraden ST. JOHANN - Am 23. Mai
zeichneten sich vor allem durch verstarb in St. Johann Oberhofer
ST. PETER, ST. JAKOB IN ihre Hilfsbereitschaft aus und Vinzenz (besser bekannt als
AHRN – Innerhalb kurzer Zeit galten in der Kompanie als Vor- „Stoul Zenz“) plötzlich und
hat die Schützenkompanie Obe- bilder. Sie verrichteten in ihren unerwartet an einer Krankheit.
res Ahrntal zwei begeisterte Dörfern zahlreiche ehrenamtli- Die Kompanie stand in tiefer
Schützenkameraden zu Grabe che Tätigkeiten, sei es im kirchli- Trauer um ihr langjähriges Mit-
geleitet: Urban Lechner und chen als auch im weltlichen glied. Zenz war über 30 Jahre
Heinrich Eder, besser bekannt als Bereich. Für Heinrich Eder war aktives Mitglied, davon 15 Jahre
„Ella Urban“ und „Bixn Hein- es ein besonderes Anliegen, sich Fhr. Er war ein fleißiger und
rich“. jedes Jahr um die Errichtung des pflichtbewußter Schütze. Für sei-
Urban Lechner, geboren am Ostergrabes in St. Jakob zu küm- ne Verdienste erhielt er im Jahre
25. Mai 1934 in St. Peter, wurde mern, während Urban Lechner 2003 die Verdienstmedaille des
im Jahre 1958 Mitglied der vor allem durch die Betreuung Südtiroler Schützenbundes. EHptm. Franz Walder †
Nummer 5 - Oktober 2004 31

Auszeichnungen wurde er vom Hermann trat bereits 1956 der schützenzug gegründet, zwei Er gehörte der Kompanie über
Bataillon zum EMjr. und von der Kompanie Anras bei und wech- Fahnen angeschafft und zwei 40 Jahre als aktiver Kamerad an,
Kompanie zum EHptm. ernannt. selte 1966 zur Kompanie Sillian, restauriert. Das Bestreben, die zuletzt als Zimmermann und war
Mit dem Musikstück vom wo er mehrere Jahre JS-Betr. Kameradschaft mit der „Peter über 25 Jahre Mitglied des Kom-
„Guten Kameraden“, mit war. Die Jungschützen waren Mayr“ Schützenkompanie Brixen panieausschusses.
Ehrensalve und Böllerschüssen ihm ein großes Anliegen. auszubauen, wurde mit der
verabschiedeten sich die Musik- Ehrenmitgliedschaft derselben
kapelle und die Schützen in der belohnt.
christlichen Annahme, dass sein 1999 übergab Hptm. Plunser
irdisches Sterben der Übergang die Kompanie in jüngere Hände
in das ewige Leben ist. und widmete sich nun verstärkt
der Idee, Kulturdenkmäler zu
Josef Auer † erhalten. Die Renovierung der
Sonnenkapelle, der alten Fried-
ROPPEN - Am 15. Juli verab- hofskapelle in Hall und der
schiedete sich die Schützenkom- Schönwehrerkapelle, an der er
panie Roppen von ihrem aktiven während des Krieges täglich als
Kameraden Josef Auer - „Plampl Schuljunge von Judenstein kom-
Seppl“ - der unerwartet am 13. mend vorbei musste war ihm ein
Juli verstorben ist. Anliegen.
Zgf. Siegfried Egger †
Hermann Jungmann †

Bei der Fronleichnamsprozes- Die Georg-Bucher-Schützen-


sion sollte ihm für seinen großen kompanie Axams wird ihrem
Einsatz das Bronzene Verdienst- Kameraden stets ein ehrendes
zeichen des BTSK überreicht Andenken bewahren.
werden. Diese Ehrung war im
leider nicht mehr vergönnt. Dr. Josef Kirchmeyr †
So fiel den Schützenkamera-
den der Abschied von Hermann SCHWAZ - Am 6. August
nach 49 Jahren Mitgliedschaft 2004 mussten wir unseren
bei der Schützenkompanie Anras langjährigen Kameraden MR Dr.
und Sillian mit einer Ehrensalve Josef Kirchmeyr zu Grabe tra-
am offenen Grab besonders gen.
Josef Auer † schwer, wobei man in den Wor- Er begleitete uns von 1979 bis
EHptm. Helmut Plunser †
ten seiner Parte „Wer so gelebt 2004 als Ehrenoffizier der 1.
1947 geboren trat er der im Leben, wer so erfüllte seine Seine Tätigkeiten wurden von Andreas-Hofer-Schützenkompa-
Schützenkompanie schon 1963 Pflicht, wer so viel Liebe hat der Kompanie mit der goldenen nie Schwaz.
bei und war zuletzt Kanonier der gegeben, stirbt selbst im Tode Verdienstmedaille, von der Stadt
Kompanie. Er war einer der ver- nicht“ Trost suchte. Hall mit dem Ehrenzeichen und
lässlichsten und aktivsten Schüt- vom Land Tirol mit der Ver-
zen. Seine umgängliche Art, sein EHptm. Helmut Plunser † dienstmedaille honoriert. Mit
Humor und seine sängerischen Helmut haben wir einen Kame-
Qualitäten werden uns nie ver- HALL i. T. – Am 28. 6. 2004 raden verloren, der viel Zeit sei-
gessen sein. Er war ein Vorbild ist nach kurzer schwerer Krank- nes Lebens dem Schützenwesens
für Kameradschaft und Hilfsbe- heit EHptm. Helmut Plunser ver- geopfert hatte. Wir Schützenka-
reitschaft. Seppl war auch bei storben. meraden werden unseren EHptm.
vielen anderen Vereinen aktiv 14 Abordnungen des Schüt- in bleibender Erinnerung behal-
tätig war. Am offenen Grab ver- zenbezirkes Hall unter Bez.-Kdt. ten. Der liebe Gott möge ihm
abschiedete sich die gesamte Florian Fischler, Fahnenabord- vergelten, was er auf Erden nicht
Kompanie von ihrem Kameraden nungen der Partnerkompanien mehr ernten konnte.
mit einem Ehrensalut. aus Südtirol, Welschtirol und
ELt. Hans Lener
Seppl, wir werden dich nie Bayern, sowie seiner Speckba- Dr. Josef Kirchmeyer †
vergessen. cher Schützenkompanie Hall mit
der Speckbacher Stadtmusik Zgf. Siegfried Egger †
Olt. Thomas Steger erwiesen ihm die letzte Ehre. Er war mit Leib und Seele
Schriftführer Helmut Plunser war 55 Jahre Mitglied der Kompanie und stets
AXAMS - Anfang des Jahres
Mitglied der „Speckbacher“. 1975 um gute Kameradschaft bemüht.
ist Zgf. Siegfried Egger im Alter
wurde er zum Hptm. gewählt Mit einer Salve erwiesen wir
Hermann Jungmann † von 78 Jahren unerwartet ver-
und übte diese Funktion fast 25 unserem „Pep“ am 6. August
storben.
Jahre aus. Er stand 10 Jahre dem 2004 am Schwazer Friedhof die
SILLIAN - Wenige Tage nach Zgf. Egger war ein in der
Schützenbezirk Hall als Kdt. vor. letzte Ehre.
einer Schützenprobe am Christi ganzen Kompanie geschätzter
Von ihm wurde die Speckba- Wir werden dich stets in gu-
Himmelfahrtstag erreichte uns Kamerad, der immer für den
cher Gedenkmesse im Voldertal ter Erinnerung behalten.
die Nachricht vom plötzlichen Ausgleich der Interessen und nie
Tod von Hermann Jungmann. ins Leben gerufen, ein Jung- für das Polarisieren eintrat. Deine Kameraden
32 Nummer 5 - Oktober 2004

Für langjährige Treue zur Kompanie wurden geehrt:


Kompanie für 50 und mehr Jahre für 40 Jahre für 25 Jahre für 15 Jahre

Schwazer
Landsturm Zgf. Otto Ortner (50 Jahre) Ptf. Karl-Heinz Brunner

Zams Markus Saurwein, Markus Siegfried File


Traxl, Wendelin Falch,
Norbert Rüf

Viertl Reit Martin Pendl, Alois Achorner

Strass i. Z. EHptm Johann Eberharter, Richard Hechenblaikner, Eduard Fill


Andreas Eberharter, Robert Knabl,
Fhr. Ernst Mantinger Hptm. Gerhard Mallaun

Wir möchten in Erinnerung


rufen, dass die nebenstehenden
Poster „Kleiner Kriegsrat“ (2),
„Andreas Hofer“, zwei verschie-
dene Variationen: „Portrait“ (3)
und „Hofer mit Säbel“ (4),
„Region Tirol“ (5) sowie der
Aufkleber „Tiroler Schütze“ (6)
(auch als Anstecker) in den
Bundeskanzleien des Südtiroler
Schützenbundes und des Bun-
des der Tiroler Schützenkompa-
nien erhältlich sind.
Die Poster „Historischer Tiroler
Adler“ (1) und „Aquila Tirolen-
sis“ (7) sind derzeit leider ver-
griffen.

Weitere Infromationen: Südtiroler Schützenbund, Bozen, Tel. +39 / 0 471 / 97 40 78, Fax 98 21 14, e-mail: info@schuetzen.com
Welschtiroler Schützenbund, Carlo Cadrobbi, Mezzokorona, Tel. +39 / 0 461 / 60 28 86
Bund der Tiroler Schützenkompanien, Innsbruck, +43 / (0) 512 / 56 66 10, Fax 58 17 67

Termine 2004
10. Oktober: Schützenwallfahrt in Absam
25./26. Oktober: Offiziersschulung in Matrei a. Br.
18. November: Vortrag „Vom Attentat in Sarajevo bis zum Zusammenbruch der Donaumonarchie“ in Lana
21. November: Franz-Höfler-Gedenkfeier in Lana
28. November: Rorate im Brixner Dom
28. November: Seminar für Jungschützen und Neumitglieder
2. Dezember: Diavortrag „Standschützen verteidigen Tirol!“ in Lana
8. Dezember: Sepp-Kerschbaumer-Gedenkfeier in St. Pauls
12. Dezember: Dr.-Josef-Noldin-Gedenkfeier in Salurn

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