Sie sind auf Seite 1von 29

Klimakterische Beschwerden

im Interkulturellen Vergleich

und deren Behandlung in der TCM

Diplomarbeit

Zum Abschluss der Akupunktur-Ausbildung im Ausbildungszentrum Ost der Arbeitsgemeinschaft für Klassische Aku- punktur und Traditionelle Chinesische Medizin e. V.

vorgelegt von

Olivia Paulinus Berlin, im Juli 2008

Jede Entwicklung braucht neben dem Antrieb weitere Impulse.

In diesem Sinne bedanke ich mich ganz herzlich bei allen Dozenten, insbesondere bei Achim Wypler, der mich sowohl im Ambulatorium, als auch bei der Erstel- lung der vorliegenden Arbeit sehr unterstützt hat.

Inhaltsverzeichnis

1.

Einleitung

2.

Die Frau in den Wechseljahren in unserer Gesellschaft

2.1

Das Klimakterium und die auftretenden Symptome

2.2

Die konventionelle Behandlung in der westlichen Medizin

3.

Das Phänomen der fehlenden Wechseljahresbeschwerden im Interkulturellen Vergleich zur westlichen Welt

4.

Physiologie und Pathologie des Klimakteriums in der chinesischen Medizin

4.1

Syndrome klimakterischer Beschwerden aus Sicht der TCM

4.2

Behandlungsstrategien je nach Muster (Akupunktur)

4.3

Weitere Behandlungsmethoden in der TCM

5.

Westliche naturheilkundliche Behandlungen

5.1

Homöopathie

5.2

Kräuter

5.3

Weitere Empfehlungen

6.

Resümee

7.

Literatur

Seite

4

4

5

6

8

11

13

16

18

20

20

21

23

24

27

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

1. Einleitung

Olivia Paulinus

Das Klimakterium, die Wechseljahre, die Menopause

und seelischen Veränderung der Frau und zwar aller Frauen im fortgeschrittenem Alter so ab ca. dem 45. Lebensjahr. Obwohl viele Frauen diese Zeit des Umbruchs als einen nor- malen Bestandteil ihres Lebens ansehen oder ihn erst einmal gar nicht bemerken, gibt es in diesem Zusammenhang doch immer wieder Fragen und auch häufig behandlungsbe- dürftige körperliche und seelische Beschwerden. Es ist die Zeit, in der die eigenen Kinder

das Haus verlassen, die Eltern u.U. pflegebedürftig werden und man an seine eigene Leis- tungsgrenze stößt. Man merkt, dass man nicht mehr so „viel schafft“ wie früher und fühlt sich nicht mehr so jung und körperlich vital, was sich häufig negativ auf das Selbstwertge- fühl auswirkt. Diese neue Phase im Leben bietet jedoch eine Möglichkeit zu sich zu finden, zu reifen und sich weiterzuentwickeln und damit zu einer neuen inneren Stärke und Kraft zu kommen, die sich auf die weitere Lebensgestaltung positiv auswirkt. Das Erleben der Wechseljahre hängt somit stark von den persönlichen Lebensumständen ab. In dieser Arbeit möchte ich die bestehenden Unterschiede in Bezug auf die seelischen und körperlichen Empfindungen dieser neuen Lebensphase

,das ist eine Zeit der körperlichen

verschiedener Kulturkreise aufzeigen,

eine hypothetische Ursachenbetrachtung bezüglich der bestehenden Unterschiede vornehmen und

alternative Behandlungsansätze, insbesondere die Behandlung in der

Traditionellen Chinesischen Medizin vorstellen, um damit langfristig zur Verbesserungen der Situation der betroffenen Frauen in unserem Kulturkreis beizutragen.

2. Die Frau in den Wechseljahren in unserer Gesellschaft [1]

Die Ausrichtung auf den „Gebrauchswert des Menschen“ ist in unserer westlichen Gesell- schaft stark verbreitet und wird schon bei der Erziehung der häufig unter Leistungsdruck stehenden Kinder deutlich. Dementsprechend ist ein großer Teil der westlichen Welt je nach Kulturkreis mehr oder weniger intolerant gegenüber einem von dieser Norm abwei- chenden Verhalten. Die gesellschaftliche Norm schreibt vor, stark und erfolgreich zu sein. Wer es nicht ist, soll zumindest den Starken und Erfolgreichen bewundern und nachah- men. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Ausgrenzung von Schwäche, Krankheit, Alter und Tod zu diesen gesellschaftlichen Spielregeln gehört. Menschen die mit der Last dieses Erfolgsdrucks leben, können sich nur schwer wertfrei mit dem Altern und dessen Folgen persönlich auseinandersetzen. Anstatt auf körperliche Signale zu hören und „zu sich“ zu

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

kommen treibt das ständig pulsierende Leben besonders in unseren Großstädten die Men- schen und speziell die Frau, die neben der Mehrbelastung durch Familie und Beruf auch noch schön und attraktiv und immer jung sein soll in eine Situation, in der am besten der Arzt mit Medikamenten helfen soll. Möglichst ohne Einschränkung muss alles so weiter- funktionieren wie bisher und das wird von den meisten Ärzten, den Arbeitskollegen und Freunden genauso gesehen. Es gibt für alles eine Pille und als moderner Mensch sollte man sie auch nehmen, so wird zumindest in der heutigen Gesellschaft argumentiert. Das bedeutet, dass man schnell mal an seine Reserven geht ohne die Auswirkungen zu erken- nen. Die Wechseljahre der Frau gehören zu diesem Themenkreis, denn es ist die Zeit in der deutlich wird, dass ein Umbruch stattfindet. Die Abwehr gegen diese Veränderung sitzt tief - in der Gesellschaft und in jeder einzelnen Frau – gedanklich und gefühlsmäßig.

2.1 Das Klimakterium und die auftretenden Symptome [2] [3]

Nach dem 40. Lebensjahr beginnt bei der Mehrzahl aller Frauen eine Phase der hormonel- len Umstellung mit unregelmäßigen Zyklen, Gewichtszunahme und Ödemneigung. In die- ser Frühphase der Wechseljahre der Prämenopause (4 bis 5 Jahre vor der letzten Monats- blutung, in welcher die Hormonproduktion zurückgeht) bleibt die hormonelle Umstellung meistens noch unerkannt und spielt im Erleben der Frau kaum eine Rolle. Die Tabuisierung der Wechseljahre in unserer Gesellschaft führt zusätzlich dazu, dass das Thema ausge- grenzt bleibt. Erst in den letzten Jahren wird das Thema „Wechseljahre“ häufiger, vor allem

von Frauenverbänden, aber auch GynäkologInnen angesprochen. Trotzdem wird nicht sel- ten die Meinung vertreten, dass eine emanzipierte, unabhängige, erfolgreiche Frau keine Wechseljahresbeschwerden hat. Durch diese Ausgrenzung aus dem Bewusstsein werden viele Frauen dann, wenn in der Perimenopause (2 Jahre vor und nach der Menopause, al- so die Jahre, in denen die Menopause noch nicht eingetreten ist und die Periode immer noch vorhanden ist) erste Beschwerden auftreten etwas überrascht, was zu Ängsten und Depressionen führen kann. Die Ursache der Menopause wird in einer verminderten Anzahl reifender Follikel gesehen. Die Reifung wird durch die Ausschüttung des Botenstoffes FSH (Follikelstimulierendes Hormon) und durch der im weiteren Verlauf gebildeten Hormone gesteuert, so dass der Menstruationszyklus entsteht. Zu Beginn der Menopause können starke Schwankungen der Hormonproduktion auftreten. Wenn die Eierstöcke nicht mehr so sensibel auf das FSH reagieren, wird immer mehr FSH ausgeschüttet oder der Gelbkörper produziert nicht mehr soviel Progesteron, die Östrogenproduktion ist unregelmäßig schwä- cher oder verstärkt. Die Produktion der Geschlechtshormone ist aus dem Gleichgewicht geraten und damit wird auch der Ausstoß der anderen Hormone und Botenstoffe des Kör- pers verändert. Diese vom Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns mit endokrin wirksamen

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

Hormonen) gesteuerten und sich selbst regulierenden Prozesse, hängen neben dem Zu- sammenspiel der Hormone auch von seelischen Einflüssen ab. Dies ist ein natürlicher Vorgang und nicht grundsätzlich behandlungsbedürftig. In der Zeit des Klimakteriums kommt es jedoch bei ca. 2/3 der Frauen nicht nur in Deutschland sondern auch in anderen Industrienationen der westlichen Welt zu Beschwerden. Die Hauptbeschwerden sind Hit-

zewallungen (50 – 90 %), Schweißausbrüche (50 – 90 %), „Flush“ – Symptomatik (50 %), Herzklopfen (50%), Schwindel oder Kopfschmerzen (50%), Osteoporose (25%). Weitere Beschwerden sind: Blutungsunregelmäßigkeiten, PMS, Schlafstörungen, Antriebsarmut, Stimmungsschwankungen, Depression, gesteigerte Nervosität, Rückgang der Leistungsfä- higkeit, trockene Haut und trockene Schleimhaut, Gewichtsprobleme, Herzrasen. Diese

Beschwerden sind aber nicht allein auf hormonelle Faktoren zurückzuführen, sondern sind vor dem jeweiligen psychosozialen und kulturellen Kontext der Patientinnen zu verstehen. Sie stehen in engem Zusammenhang mit der alternden Frau, die auf der Suche nach einer neuen Identität ist.

2.2 Konventionelle Behandlung in der westlichen Welt [4]

Noch heute wird von vielen Ärzten gern und schnell eine Hormonbehandlung eingeleitet. Die auf diese Situation nicht vorbereitete Frau hat dieser dann meistens wenig entgegen- zusetzen. In der westlichen Medizin werden seit Jahrzehnten häufig bei peri- und postme- nopausalen Beschwerden (2 Jahre vor und 1 Jahr nach der Menopause), wie z.B. Hitze- wallungen, vaginalen Veränderungen oder zur Vorbeugung von Osteoporose eine Östro- gen-Ersatztherapie bzw. eine Kombination mit Gestagen verschrieben, welche die abneh- mende Menge des vom Körper selbst produzierten Hormonen ersetzen. Die gynäkologi- sche Fachwelt geht auch heute noch, trotz anderslautender Studien davon aus, dass der Ausgleich des Östrogenmangels medizinisch notwendig sei. Im Rahmen des WHI-Projekts (Women´s Health Initiative) wurde bei 16.608 gesunden peri- und postmenopausalen Frauen der Einfluss einer Hormonersatztherapie (HET) auf den Gesamtgesundheitszu- stand, insbesondere auf die Wirksamkeit der Prophylaxe koronarer Ereignisse, als auch auf das Auftreten von Brustkrebs untersucht. Die Studie wurde wegen der aufgetretenen Risiken nach ca. 5 Jahren vorzeitig abgebrochen. Die Untersuchungsergebnisse stellen ei- ne Verbindung zwischen Östrogen-Therapie und Brustkrebs oder Herzkrankheiten her. Die Forschungsergebnisse bezüglich Herzkrankheiten sind allerdings sehr widersprüchlich. Wissenschaftler an der Harvard Medical School haben herausgefunden, dass Herzkrank- heiten durch Östrogen möglicherweise reduziert werden können, während Berichte von der Framingham Heart Study feststellten, dass Herzattacken und Infarkte bei Frauen, die Ös- trogen einnehmen, tendenziell häufiger auftreten. Allgemein ist man der Ansicht, dass

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

Frauen, die Herzkrankheiten, Gebärmutterkrebs, Brustkrebs, Herzinfarkt, Migräne, hohen Blutdruck, Thrombosen oder andere Krankheiten oder Störungen im Zusammenhang mit dem Zirkulationssystem hatten oder haben, eine HET vermeiden sollten. Bei anderen kör- perlichen Zuständen, einschließlich Fettleibigkeit, Krebsvorkommen in der Familie, Vagi- nalblutungen, Leber- oder Gallenblasen-Krankheiten und Diabetes, soll eine HET nur mit äußerster Vorsicht angewendet werden. Es gibt also sehr viele Fälle, wo eine HET absolut kontraindiziert ist.

Zusammengefasst kann festgestellt werden, dass Hormongaben keinen präventiven Effekt auf die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben bzw. eine Verschlechterung des Zustandes bei der Einnahme von Monopräparaten eintreten kann. Das Risiko für Mammakarzinome deutete sich bereits während einer der durchgeführten Studien nach 5 Jahren an. Ebenso negativ fielen die Ergebnisse in bezug auf Verbesserung der Hirnfunk- tion (Demenz) und Inkontinenz aus. Hier kam es sogar durch Hormoneinnahme zur Ver- schlechterung. Zu diese Ergebnissen kamen auch andere Studien wie z.B.: Nurses Health Study; One Million Women Study. Nach Aussagen nationaler und internationaler Zulas- sungsbehörden (Food and Drug Administration; European Agency for the Evaluation of Medical Products) und Bewertungsinstitutionen (Bundesinstitut für Arzneimittel; Arzneimit- telkommission der deutschen Ärzteschaft) ist es nur sinnvoll eine HET bei gravierenden Hitzewallungen und Schleimhautatrophie zu raten. Hierbei sollte die Dosierung und die Verabreichungszeit so klein bzw. kurz wie nötig sein. Die Verabreichung zur Osteoporose- prävention sollte nur bei stark erhöhtem Frakturrisiko und bei Unverträglichkeit anderer Therapien erwogen werden. Erstaunlich ist die Tatsache, dass nach einer Umfrage im Rahmen einer Studie des Wissenschaftlichen Institutes der AOK aus dem Jahr 2005 die Mehrzahl der Gynäkologen davon überzeugt ist (und entsprechend auch in ihrer Praxis verordnen), dass Hormone zur Prophylaxe gegen Herzinfarkt, Schlaganfall und Darmkrebs verabreicht werden sollten. Sogar 90% der befragten Ärzte gehen davon aus, dass Hor- mongaben das Risiko von Schenkelhalsfrakturen vermindere. Ebenfalls von einer großen Mehrheit der in der Studie befragten Ärzte wird davon ausgegangen, dass sich unter Hor- montherapie depressive Verstimmungen, Demenz und Inkontinenz verbessern lassen. Dieses Meinungsbild der Gynäkologen lässt sich verstehen, wenn man weiß, dass sich ei- ne deutliche Mehrheit der Ärzte in Deutschland durch die Pharmaindustrie fortbilden lässt und mittels Fachzeitschriften, welche eng mit der Pharmaindustrie zusammenarbeiten über Empfehlungen zu Arzneimittelgaben informieren.

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

3. Das Phänomen der fehlenden Wechseljahresbeschwerden im Interkulturellen Vergleich zur westlichen Welt [5] [6] [7]

Bis zu 50% der nordamerikanischen Frauen beklagen sich ähnlich wie in Europa über Be- schwerden in Zusammenhang mit der Menopause. Erstaunlich ist die Tatsache, dass die oben geschilderten Beschwerden bei Frauen des entsprechenden Alters in anderen Kul- turkreisen sehr viel seltener auftreten. Z.B. in Japan, in China und auch in Afrika oder bei Naturvölkern anderer Orte weltweit ist das Phänomen des klimakterischen Syndroms kaum zu beobachten. Insbesondere in Ländern, in denen sich der gesellschaftliche Status der Frau mit zunehmendem Alter erhöht, werden klimakterische Beschwerden seltener ge- nannt. Das Auftreten und die Art der Wechseljahresbeschwerden ist laut kulturvergleichen- den Studien stark von der Bewertung der Lebensphase und der gesellschaftlichen Mythen abhängig. Nach Aussage von der US-Amerikanerin Yewoubdar Beyene [6] sind die drei Fak-

toren Ernährung, Länge der Zeit in der die Menstruation (Schwangerschaft, Stillzeit) aus- gesetzt hat und die kulturelle Identität und gesellschaftliche Stellung bestimmend für die

körperliche Entwicklung von Frauen in den Wechseljahren. Sicher gibt es auch in oben ge- nannten Ländern je nach Stärke des westlichen Einflusses oder der Heterogenität der Kul- tur im Land, wie z.B. in China Unterschiede in der Häufigkeit der Beschwerden.

Es ist tatsächlich so, dass Japan die niedrigste Rate an Osteoporose in der ganzen Welt hat und Hitzewallungen nur bei ca. 20% der Japanerinnen auftritt. Im Vergleich dazu sind kanadische Frauen zu 65% von Hitzewallungen betroffen. Von der Pubertät bis zur Meno- pause sind Frauen auf der ganzen Welt besonderen gesellschaftlichen Zwängen unterwor- fen, da es überall ein Idealbild der Frau gibt. Japanerinnen sind noch heute zum Teil in ih- ren tradierten Rollenbildern eingebunden und erfahren dann gesellschaftlich gerade im mittleren Alter ihre Blüte. Über die in Japan nahezu unbekannten menopausalen Be- schwerden wurden, neben der Relevanz einer deutlich anderen sozialen Struktur weitere Vermutungen angestellt und u.a. auch mit der Art der Ernährung in Zusammenhang ge- bracht. Der erhöhte Anteil an Soja und dessen hohen Phytoöstrogengehalts sowie der ge- ringe Fettverbrauch in der japanischen Ernährung könnten eine Erklärung hierfür sein. Wiederum ist der immense Kaffeekonsum und eine sehr fleischreiche Ernährung in unse- rer Kultur sicherlich etwas, das Hitzewallungen unterstützt.

In der zumindest alten japanischen sowie anderen nicht westlich orientierten Kulturen be- deutet „Das Alter“ neben dem eigentlichen „alt werden“ häufig auch einen Gewinn an Wertschätzung. Ihr werden häufig wichtige soziale oder religiöse Funktionen übertragen, die sie gesellschaftlich einen Platz „neben“ dem Mann einnehmen lassen. Die nun „Weise

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

Frau“ hat deutlich mehr Freiheiten und fühlt sich mächtiger denn je. Die „verlorenen Fes- seln“ der nun nicht mehr gebärfähigen Frau stehen teilweise stärker im Vordergrund als eventuelle körperliche Beschwerden. Sollte es entgegen der Angaben dieser Frauen doch Wechseljahresbeschwerden durch die Hormonumstellung geben, so sind sie vermutlich geringer, vernachlässigbar, schwächer gefühlt und damit in den meisten Fällen auch nicht behandlungsbedürftig. Das Wegfallen der Tabus in der dritte Lebensphase nichtwestlicher Kulturen ist mit angenehmen Seiten verbunden, so dass Unpässlichkeiten des Älterwer- dens toleriert werden. Dagegen haben Frauen im westlichen Europa, die keine Kinder mehr bekommen können wenig Bedeutung in der Gesellschaft. Hier wird mit der täglichen Werbung der Wahn zur Jugendlichkeit, insbesondere der Frau deutlich und „alt sein“ mit Wertlosigkeit und Nutzlosigkeit gleichgesetzt. Türkische Frauen erfahren häufig aufgrund der Vorschriften des Korans eine Aufwertung und ihnen werden je nach sozialer Stellung neue Rechte mit dem Übergang in das Klimakterium zugesprochen. Trotzdem wurde aber auch festgestellt, dass in der Türkei Wechseljahresbeschwerden häufig auftreten, mit der Erklärung, dass dortzulande die Menopause als Verlust der Reinigungsfähigkeit angese- hen wird (Menstruation = Reinigungsprozess). Die Beschwerden in der Menopause sind daher nicht allein auf hormonelle Faktoren zurückzuführen, sondern auch vor dem jeweili- gen psychosozialen und kulturellen Hintergrund der Frauen zu betrachten. Die Zusam- menhänge der Lebenssituation und eventuell auftretenden Wechseljahresbeschwerden ei- niger Volksgruppen mit deutlich anderem soziokulturellem Status als im westlichen Europa sind in nachfolgender Tabelle 1 dargestellt.

Tabelle 1: Lebenssituation und Wechseljahresbeschwerden

       

Unreinheit

 

Bevölke-

Beschwerden

Wert der Frau nach der Menopause

der menst-

Land

rungs-

ruierenden

Sonstiges

gruppe

   

Frau

Georgien

Dorffrauen

Hitzewallungen, hohen Blutdruck, Gesichtsrötung, Lenden- und Kopfschmer- zen

steigt

ja

Verlust des Selbstwert- gefühls in der Menopau- se

Grie-

Dorffrauen

 

übernehmen spiritu-

Ja, darf nicht in die Kirche

Fühlen sich frei wie ein junges Mädchen wenn sie nicht mehr menstruie- ren

chenland

Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche

elle Aufgaben

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

Indien

Frauen im

Keine Klagen über Be- schwerden

nun vollständige In- tegration in die Ge- sellschaft

Ja; darf

Die Beherrschung des Körpers gilt als Tugend

Himalaya

Kumaon

Küche &

 

Haus nicht

 
 

betreten

Land

Bevölke-

Beschwerden

Wert der Frau nach der Menopause

Unreinheit

Sonstiges

rungs-

der menst-

gruppe

 

ruierenden

Frau

Japan

Stadtfrauen

Fabrikarbeiterinnen klagen häufiger als Mittelklasse- frauen & Landfrauen; ins- gesamt nur wenig Wechsel- jahresbeschwerden, aber häufiger als früher

Diskrepanz zur tradi- tionellen Rolle der Frau im heutigen Ja- pan, heute eher oh- ne traditionelles Rol- lenverständnis; Ver- lust von Macht und Ansehen

nein

fühlen sich im heutigen Japan von der Männer- gesellschaft ausgenützt; Verpflichtung der Pflege Familienangehöriger be- unruhigt mehr als die Wechseljahre

(Mittelklas-

sefrauen &

Fabrikarbei-

terinnen) &

Landfrauen

Mexiko,

Mayafrauen

keine

Keine Information

viele Geburten

Yukatan

Neusee-

Maori-

keine; bei Frauen mit deut- licher Mehrbelastung durch berufliche, familiäre und gesellschaftsspezifische Aufgaben wurde häufig Herzinfarkt und Gehirn- schlag festgestellt

steigt, wird den Männern gleichge- stellt, übernimmt vie- le wichtige Aufgaben

nein

Auftretende Beschwer- den werden grundsäch- lich als Bestrafung für soziales Fehlverhalten gedeutet

land / Ao-

Frauen

tearoa

Südka-

Beti-Frauen

keine

steigt, sie ist vor her Sklavin des Mannes, später dem Mann gleichgestellt

nein

Die nicht mehr menstru- ierende Frau eine „wirkli- che Frau“ und kann Macht ausüben

merun

Tschad

Tupuri-

keine

bleibt immer vom Wohlwollen des Mannes abhängig, Sex im Alter einer Frau ist nicht erlaubt und der Lächerlich- keit preisgegeben

ja

Jegliche Anspielung auf die Wechseljahre sind tabu, es wird nicht dar- über gesprochen

Frauen

laut Aussage der Frauen; individuelles Empfinden

Der interkulturelle Vergleich zeigt zusammenfassend, dass viele Frauen in nicht westlich orientierten Kulturen in der Jugend und Mutterschaft im Vergleich zu den unfruchtbaren Jahren weniger Rechte haben. Diese Frauen erleben den Eintritt in die Menopause als ei- ne Befreiung und häufig auch als einen Aufstieg in ihrer Gesellschaft mit deutlichem

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

Machtgewinn. Neben dem Phänomen, dass tatsächlich weniger Wechseljahresbeschwer- den bei diesen Frauen auftreten, ist es jedoch auch möglich, dass Beschwerden auf dem Hintergrund dieser großen Aufwertung bedeutungslos werden. In einigen Kulturen werden Beschwerden aller Art nicht geäußert, da es verpönt ist über Krankheit zu sprechen und so der Eindruck für Außenstehende entsteht, dass es keine Beschwerden in den Wechseljah- ren gibt. Wie häufig tatsächlich Beschwerden auftreten ist also nicht klar erkennbar.

4. Physiologie und Pathologie des Klimakteriums in der chinesischen Medizin [8] [9]

Wenn die klimakterischen Beschwerden stark sind und sich die Symptome sehr störend und schwächend auswirken, lassen sich die meisten Frauen ärztlich behandeln. Das gilt sowohl für die westliche wie auch für die chinesische Medizin. Gemäß der klassischen chi- nesischen Medizin tritt die Menopause ungefähr um das Alter von 50 ein und ist der siebte Zyklus einer Reihe von 7-Jahres-Zyklen. Diesen Zusammenhang findet man im Huang Di Nei Jing:

„Mit 2x7 Jahren beginnt beim Mädchen die Menstruation und sie bekommt ihre Geschlechtsreife (tian gui). Ihr Ren Mai ist nun durchgängig (gig ting) und ihr Chong Mai überfließend. Die monatliche Angelegenheit (yue shi) erscheint nun regelmäßig und sie kann Kinder bekommen Mit 7x7 Jahren ist der Ren Mai der Frau erschöpft (xu), der Chong Mai ver- welkt und das Blut wird spärlich. Ihre Geschlechtsreife ist nun beendet und ihre irdischen Wege sind nicht länger durchgängig. Ihr Körper wird alt, sie kann jetzt keine Kinder mehr bekommen.

Su Wen, Kapitel 1 „Reine Fragen“:

Das Aufhören der Menstruation wird gemäß TCM als Bedürfnis des Körpers angesehen, Jing, Yin und das Blut zu konservieren. Es ist somit ein ganz normaler Prozess, der dazu dient, die Körperenergie, das Blut und gewisse Körpersubstanzen zu erhalten, und der Frau zu ermöglichen, ohne Probleme in den nächsten Zyklus überzutreten. Jing und Yin sollen also erhalten bleiben, was nur möglich ist wenn die Menopause vorbereitet wird. Die Regelblutung der Frau ist ein kontinuierlicher Prozess, ein Zyklus, der sich über Jahre fort- setzt und nicht einfach schlagartig aufhört. Es findet demnach ein Übergang statt, und die

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

Frau muss sich darauf einstellen. Daraus ergibt sich, dass die Lebensweise und Ernährung der Frau schon von Kindheit an bestimmen, wie ihr Klimakterium aussehen wird. Emotio- nale Belastungen wie Sorgen, Erregung und Angst vor dem Hintergrund von Überarbeitung sind ursächlich für Beschwerden in der Menopause. Nach der chinesischen Medizintheorie ist es so, dass früh auftretende Symptome, die nicht behandelt werden, zu tieferliegenden und schwer zu bändigenden organischen Krankheiten führen. Prävention im Frühstadium ist daher sehr wichtig. Und zwar schon vor dem Eintritt der Menopause, um dann in der Lage zu sein, diesen Zyklus erfolgreich und normal ab zu schließen und um Beschwerden zu verhindern. Wenn sich eine Frau vorbereitet, wird sie nach der Menopause oftmals mehr Vitalität verspüren als vorher. Frauen können nach der Menopause genauso lange oder sogar noch länger leben als vorher.

Während der Perimenopause sind häufig die primären Bilder von Leber-Yin-Mangel, Le- ber-Blut-Mangel, aufsteigendes Leber-Yang und Leber-Yang-Mangel, zusammen mit Bil- dern von Herz-Blut-Mangel und Milz-Qi-Mangel und Leber-Qi-Stau zu sehen. Aus der Sicht der chinesischen Medizin kann die Verabreichung von Östrogen zu einer weiteren Stauung des Leber-Qi führen, was zusammen mit einer Chong Mai-Störung tatsächlich zu Brust- krankheiten und in schwereren Fällen zu Brustkrebs führen kann. Der Leber-Qi-Stau kann zu Leber-Hitze und Blutstau oder zu toxischer Hitze führen. Aus diesem Grund sind viele Frauen keine guten Kandidatinnen für die HET (Hormonersatztherapie), da sie gewisse Störungen noch verstärken und das Risiko für Komplikationen erhöhen kann. Bei etwa 10% der Frauen, die Östrogen einnehmen, treten auch Nebenwirkungen wie Kopfweh, Übelkeit, geschwollene Brüste, vaginaler Ausfluss oder Schwellungen bzw. Wasseran- sammlungen auf. In der chinesischen Medizin wird dies mit einer Zunahme des Yin (in Form von Körpersäften) in Zusammenhang gebracht, was zu einem Mangel an Qi führen kann. Verbunden mit Feuchtigkeit kann das wiederum zu Brustkrankheiten und in schwe- ren Fällen sogar zu Brustkrebs führen. Für Frauen, für die eine Östrogen-Ersatztherapie kontraindiziert ist oder die aus anderen Gründen keine Hormone einnehmen möchten, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, welche Hitzewallungen und andere Be- schwerden im Zusammenhang mit der Menopause mildern oder beenden.

Wenn in der Menopause Beschwerden auftreten, ist dies in der TCM immer auf eine Ab- nahme der Nieren-Essenz zurückzuführen. Die Entwicklung von Osteoporose könnte ein Anzeichen von Jing- und Yin-Mangel der Leber sein, da gemäss TCM in erster Linie die Leber für die Knochenstärke und Knochenmasse (Knochendichte) verantwortlich ist. For- schungsergebnisse haben gezeigt, dass Osteoporose häufiger bei schlanken oder dünnen

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

Frauen auftritt. Diese sind bezüglich ihrer Konstitution aus Sicht der TCM eher Yin-Mangel gefährdet, als etwas kräftigere Frauen. Osteoporose kann auch mit Blutmangel in Verbin- dung gebracht werden. Bei der Entwicklung von Herzkrankheiten können verschiedene Faktoren mit eine Rolle spielen, einschließlich Mangel an Leber-Blut oder Leber-Qi-Stau, was unter Umständen zu Blutstau im Herz führen kann.

Zusammenfassend kann also bei Frauen zur Zeit der Menopause mit einer physiologi- schen Abnahme der Nierenenergie im Ren Mai und Chong Mai gekoppelt mit einem allge- meinen Eintrocknen der Flüssigkeiten und des Blutes und funktionellen Störungen inner- halb der ZangFu Organe mit Imbalancen von Yin und Yang gerechnet werden. Zu der Nie- renschwäche kommen häufig noch weitere Dysfunktionen wie z. B. Qi-Stagnation, Blutsta- se, aufsteigendes Le-Yang oder Leere-Hitze hinzu. Oft hängt die Stärke und Zahl der Be- schwerden vom Vorleben, dem Lebensstil, der Ernährung, und der Konstitution der Patien- tin ab. Demnach muss bei der Behandlung von klimakterischen Beschwerden neben der Stärkung der Niere die Behandlung weiterer Muster berücksichtigt werden. Bei dem Vorlie- gen von Mangelsyndromen ist eine Behandlung mit Kräuter erfolgreich.

4.1 Symptome klimakterischer Beschwerden aus Sicht der TCM [10] [11]

Während es bei Mangelsymptomen im Klimakterium bestimmte allgemeine Bilder gibt, wird die Behandlung bei Bedarf zusätzlich auf das individuelle Beschwerdebild jeder einzelnen

Frau abgestimmt. Die am häufigsten vorkommenden Muster sind im folgenden genannt:

Nieren-yin-Mangel

Wird die Nieren-Essenz durch einen ungesunden Lebenswandel so geschwächt, dass sie sich nicht regenerieren kann gerät auch das Yin in Leere. Eine Yin-Leere zeigt viele Sym-

ptome besonders abends und nachts, da das die Hochzeit des Yin ist. Ist das Yin in Leere, kann es das Yang nicht halten und es kommt zu Leere-Hitze und zum Nachtschweiß. Ein zu schwaches Nieren-yin erzeugt nicht genug Mark um das Gehirn zu füllen und es kommt

zu Schwindelgefühl, Tinnitus, Vertigo und Vergesslichkeit. Der Yin-Mangel führt zu Tro- ckenheit was sich in Durst, Trockenheit von Mund, Haut und Haaren, Obstipation und

dunklem spärlichen Urin zeigen kann. Aufgrund mangelnder Knochenernährung kann es

zur Lumbalgie kommen. Er führt ebenfalls zu Hitzewallungen, Hitze der Fünf Herzen und Juckreiz.

Die Zunge ist rot, belaglos, eventuell mit Rissen behaftet und der Puls oberflächlich, leer oder dünn und schnell.

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Nieren-yang-Mangel

Olivia Paulinus

Wie bei der Nieren-yin-Leere sind auch bei der Nieren-yang-Leere zu viele Energien auf-

gebraucht und nicht wieder aufgefüllt worden. Bei einem schwachen Nieren-yang kann das Feuer des „Tores der Vitalität“ den Körper nicht wärmen und es kommt zu Kältesymptomen

wie kalte Knie, Kälteempfindungen im Kreuz und eine Kälteintoleranz, kalte Hände und

Füße. Das schwache Yang kann Milz und Blut nicht ausreichend nähren und es treten

Muskelschwäche, schlechter Appetit, weiche Stühle, eine blasse Zunge, Apathie, man- gelnde Willenskraft und fehlende Unternehmungslust auf. Die fehlende Kraft führt zu Rü- ckenschmerzen und Schwäche in den unteren Extremitäten. Die Flüssigkeiten können

nicht ausreichend umgewandelt und bewegt werden was zu reichlichem, im Extremfall zu

spärlichem klarem Harnfluss und Beinödemen führen kann. Hitzewallungen und Nacht- schweiß am frühen Morgen treten aufgrund der Essenzschwäche zusammen mit den kal- ten Extremitäten auf.

Die Zunge ist blass und der Puls dünn und tief.

Yin- und Yang-Mangel der Niere

Durch den normalen Alterungsprozess nimmt das Yin oder Yang der Niere ab und induziert

eine Schwäche des jeweils anderen, dazu kann noch ein Blutmangel durch viele Geburten oder eine zu starke Menstruation kommen. Dies bewirkt eine Schwächung des Uterus und des Chongmai. Hierdurch wird dann das Nieren-yin und -yang auch beeinträchtigt. Dieses Muster liegt sehr häufig den Beschwerden in der Menopause zu Grunde. Die Symptome

sind Hitzewallungen, aber kalte Füße und Hände, Nachtschweiß, häufiger, blasser Harn- fluss, rote Flecken am Hals beim Sprechen, leichte Erregbarkeit, Frösteln, trockener Hals, Schwindelgefühl, Tinnitus und Rückenschmerzen. Meistens überwiegt eine der beiden

Mangelerscheinungen was sich dann deutlich in der Art der Beschwerden wiederspiegelt. Dementsprechend kann die Zunge blass oder rot sein. Der Puls kann bei Yin-Schwäche oberflächlich, leer oder dünn, schnell oder bei Yang-Schwäche tief und schwächlich sein.

Yin-Mangel von Niere und Leber mit aufsteigendem Leber-yang

Bei diesem Syndrom entsteht aus dem Nieren-yin-Mangel eine Imbalance von Yin und Y- ang aus der ein Leber-yin-Mangel resultiert. Es kann daher zu Leber-xue-Mangel und auf- steigendem Leber-yang kommen. Neben den Symptomen der Nieren-yin-Schwäche wie

Schwindelgefühl, Tinnitus, Hitzewallungen, Nachtschweiß, Gelenkschmerzen und Rücken-

schmerzen treten jetzt noch zusätzlich typische Leber-yin- und xue- Mangelsymptome wie unscharfes Sehen, trockene Augen sowie mit Symptomen des aufsteigendem Leber-yang

wie Kopfschmerzen und Reizbarkeit eine Rolle.

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

Die Zunge ist rot und tendenziell oder ganz belaglos und der Puls oberflächlich und leer und an der linken mittleren Taststelle saitenförmig.

Herz und Niere harmonieren nicht

Herz und Niere haben eine gemeinsame Wurzel von Geist und Essenz und deren Ener- gien stehen in einem ständigen Austausch. Ein durch Emotionen geschwächtes Herz-yin kann bei einer vorliegenden Nieren-yin-Schwäche nicht aufgefüllt werden und es treten neben den Symptomen der Yin-Schwäche der Niere weitere Symptome wie Palpitationen,

Schlafstörungen, ängstliche Erregung, psychische Unruhe, abendliches Hitzegefühl hinzu.

Der Zungenkörper ist rot mit einer geröteten Spitze. Der Puls ist schnell und dünn oder o- berflächlich leer oder schwächlich und tief an beiden proximalen Taststellen und überflu- tend an beiden distalen Positionen.

Schleim-Ansammlung und Qi – Stagnation

Aufgrund einer Stagnation oder Obstruktion im Unteren Erwärmer durch Schleimansamm- lung kann es zum vorzeitigen Einsetzen der Menopause bei jüngeren Frauen kommen. Die gegen Feuchtigkeit empfindliche Milz wird durch Fehlernährung stark geschädigt und man- gelnde Bewegung durch Leber-Qi-Stagnation führen dazu, dass es zu diesem Muster kommt. Es ist gekennzeichnet durch folgende Symptome: Adipositas, Druckgefühl im Tho-

rax, Sputum, Völlegefühl im Epigastrium, Distension der Mammae, Reizbarkeit, Aufstoßen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Stimmungsschwankungen und Depression.

Die Zunge hat etwas gerötete Ränder und klebrigen Belag. Der Puls ist saitenförmig.

Blutstase

Die Ursachen für Blutstase können mit Emotionen oder dem Alterungsprozess zusammen- hängen. Auch Krankheiten oder Operationen können zur Blutstase führen. Blut kann in vie- len Organen gestaut sein. Die Blutstase kann durch Qi-Stagnation oder -Mangel sowie

Blut-Hitze oder -Mangel und Innere Kälte verursacht werden. Liegt im Zusammenhang mit dem Klimakterium eine Blutstase vor, sind Symptome wie Hitzewallungen, psychische Un-

ruhe, vor der Menopause unregelmäßige Regelblutungen, die lange ausbleiben und dann wiederkommen, dunkles, klumpiges Menstruationsblut, Schlafstörungen, Hypertonie, fixier- te, stechende Bauchschmerzen zu erwarten.

Die Zunge ist purpurfarben und der Puls saitenförmig oder rau.

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Leber-Qi-Stauung

Olivia Paulinus

Die häufigste Ursache einer Leber-Qi-Stagnation ist emotional und beeinträchtigt die Blut-

bewegung im Chong Mai und Ren Mai, was zur Störung der Uterusfunktion führt. Aber auch Blutverlust und Überarbeitung führt über Leber-Blut-Mangel zur Qi-Stagnation. Als

Symptome sind schmerzhaftes Spannungsgefühl unter dem Rippenbogen in Hypochondri- um und Thorax sowie Schwindelanfälle, prämenstruelles Syndrom, Menstruationsunregel- mäßigkeiten, Dysmenorrhö, Übelkeit, Aufstoßen, Blähungen, Schluckauf, Erbrechen, sau- rer Reflux, Appetitlosigkeit, Durchfälle, Pflaumenkerngefühl im Hals, Schluckschwierigkei- ten, Melancholie, Depression, schnelle Stimmungswechsel, Launenhaftigkeit, Seufzen zu

erwarten. Die Zunge ist normalfarben oder blass evtl. mit einem weißen Belag. Der Puls ist vor allem links saitenförmig oder gespannt.

4.2 Behandlungsstrategien je nach Muster (Akupunktur) [10] [11] [12]

Die Traditionelle Chinesische Medizin umschließt Akupunktur, Kräuter-Anwendung, Diät- Therapie, Qi-Übungen und Meditation und wird für eine Vielzahl verschiedenster medizini- scher Probleme verwendet. Sie hat eine lange Tradition in der Behandlung von gynäkolo- gischen Problemen wie unregelmäßige Monatsblutungen, prämenstruelles Syndrom, Dys- menorrhoe, Menopause-Syndrom und andere Hormonstörungen. Aus Erzählungen von Frauen weiß man, dass deren Beschwerden mit Akupunktur geheilt werden konnten. Die klinische Erfahrung hat gezeigt, dass es im Zusammenhang mit dem Menopause-Syndrom physische, emotionale und geistige Störungen gibt, die gemildert oder geheilt werden kön- nen, wenn man die Vorgaben der chinesischen Medizin befolgt. Bei der Behandlung von Beschwerden im Rahmen der Menstruation, Empfängnis, Schwangerschaft und des Kli- makteriums sollte auch der Ren Mai und der Chong Mai eingesetzt werden. Der Ren Mai fließt durch den Uterus und die oben genannten Ereignisse im Leben einer Frau werden durch das Jing, das im Ren Mai und Chong Mai zirkuliert, kontrolliert. Die Funktionen von

Ren Mai und Chong Mai werden in der Literatur mit der Steuerung von hormonellen Pro- zessen verglichen. Die Behandlung mit Akupunktur wird im folgenden für die oben aufgeführten Muster ge- trennt dargestellt.

Nieren-yin-Mangel

Punktekombinationen, die das Nieren-yin nähren, das Yang bezähmen, den Geist beruhi- gen und Leerehitze beseitigen beinhalten:

Lu 7 rechts und Ni 6 links (öffnet den Ren Mai)

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

Ren 4, He 6 N, Di 4, Mi 6, Ni 3, Ni 7, Ni 10 Alle Punkte außer He 6 sollten tonisiert werden. Es wird kein Moxa verwendet.

Nieren- yang- Mangel

Das Therapieprinzip sieht vor die Niere zu tonisieren und zu wärmen, das Yang zu tonisie-

ren, die Mitte zu wärmen und die Milz zu stärken. Dazu gibt es folgende Punktauswahl:

Lu 7 rechts und Ni 6 links (öffnet den Ren Mai) Bl 23 M, Bl 52, Ren 4 M, Ren 15, Ni 3, Ni 7 Alle Punkte sollten tonisiert werden. Es kann Moxa verwendet werden.

Yin- und Yang-Mangel der Niere

Es muss in diesem Fall die Niere und das Yin genährt, das Yang sanft tonisiert und der Geist beruhigt werden:

Lu 7 rechts und Ni 6 links (öffnet den Ren Mai) Bl 23, Bl 52, Ren 4, Ren 7, He 6, Mi 6, Ni 3 Je nach der Stärke des Einzelmusters kann eine individuelle Auswahl der Punkte erfolgen und evtl. Moxa bei stärkerer Yang Schwäche angewandt werden.

Yin-Mangel von Niere und Leber mit aufsteigendem Leber-yang

In diesem Fall muss nicht nur das Nieren-yin sondern auch das Leber-yin genährt werden.

Das Leber-yang muss unterdrückt, der Geist beruhigt und die Wanderseele zum Verweilen gebracht werden. Du 4, Ren 4, Gb 13, Gb 20, Pc 7, Lu 7, Le 3, Le 8, Ni 3, Ni 6

Herz und Nieren harmonieren nicht

Dieses Muster besteht aus einem Nieren-yin-Mangel mit Leere-Hitze des Herzens. Mit den folgenden Punkten soll das Nieren-yin genährt, der Geist beruhigt und die Leere- Hitze beseitigt werden:

Ni 3 recht und He 7 links Lu 7 rechts und Ni 6 links (öffnet den Ren Mai)

Du 24, Ren 4, Ren15, He 6, He 8, Pc 7, Mi 6, Ni 3, Ni 7, Ni 13 He 6, He 8 und Pc 7 sollen sediert oder neutral genadelt werden und alle anderen Punkte werden tonisieren.

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Schleim-Ansammlung und Qi-Stagnation

Olivia Paulinus

Es sollen der Schleim aufgelöst, die Leber befriedet, die Stagnation beseitigt und die Ver-

bindungsleitbahnen freigemacht werden. Ren 4, Ren 6, Ren 10, Ren 17, Pc 6, 3E 6, Lu 7, Mi 6, Mi 9, Ma 28, Ma 40 Alle Punkte sollen sediert oder neutral genadelt werden.

Blutstase

Das Therapieprinzip besteht aus der Beseitigung der Blutstase und der Stagnation, dem Beleben des Blutes, der Beruhigung des Geistes, des Bewegen des Qi und dem Freima- chen der Öffnungen des Geistes. Hierzu werden folgende Punkte genadelt:

bei entsprechendem Bauchbefund: Oketsu nach Matsumoto/Euler: Le 4 und Lu 5 links, Extrapunkt zwischen Di 10 + 11 rechts Mi4 rechts und Pc6 links (öffnet den Chong Mai) Bl 17, Ren 4, Ren 6, Pc 7, Mi 10, Le3, Ni 14 Alle Punkte werden sediert oder neutral genadelt. Es kann Moxa verwendet werden, wenn die Stase von Kälte herrührt.

Le – Qi – Stauung

Bei dem Leber-Qi-Stau geht es darum die Stagnation zu lösen, das Leber-Qi zu verteilen und zu regulieren und harmonisieren. Einige Akupunkturpunkte, die zur Auswahl stehen:

Le 3, Le 13, Le 14, Pc 6, Pc 7, Mi 4, Mi 6, Mi 8, Gb 34, Gb 41, 3E 6, Di 4, Ma 18, Ma 30 eventuell Öffnung von Chong Mai oder Ren Mai

4.3 Weitere Behandlungsmethoden in der TCM [11] [13] [14]

Neben der Akupunktur und anderen Behandlungsmethoden stellen die Kräuterbehandlung und die Ernährung weitere wichtige Bestandteile der chinesischen Medizin dar. Beide ha- ben einen hohen Stellenwert bei der Behandlung aller Erkrankungen und natürlich auch bei klimakterischen Beschwerden. Aufgrund der Komplexität kann hier nur wenig, aber Grund- sätzliches dazu gesagt werden. Da die Beschwerden in den Wechseljahren immer mit der Abnahme der Essenz zu tun haben sind entsprechende stärkende Kräuter angesagt. Hier- zu kommen je nach Yin- oder Yang-Mangel-Dominanz weitere kühlende oder wärmende Kräuter zu Anwendung. Grundsätzlich werden auch bei der Kräutermedizin, sogar hier noch differenzierter als bei der Akupunktur, die Syndrome betrachtet und die Kräuterzu- sammenstellung darauf abgestimmt. Phytoöstrogene werden in der chinesischen Kräuter- medizin nicht gezielt verordnet, da durch eine Kräuterbehandlung nicht die Östrogene er-

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

setzt werden sollen. Die meisten Kräuter, die für Kräuterverbindungen verwendet werden sind demnach keine Phytoöstrogene. Eine Ausnahme bildet z. B. Dan Gui (angelica sinen- sis), welches gern verordnet wird und Phytoöstrogen enthält. Die Verwendung von Pro- gesteron auf pflanzlicher Basis wird von Dr. John Lee mittels der wilden chinesischen Jamswurzel vorgestellt.

Die Ernährung hat, neben der Konstitution, dem Umfeld und der Umwelt der Patientin ei- nen großen Einfluss auf die Gesundheit. Die zusammen mit der Atmungsenergie wichtigste nachgeburtliche Energiequelle kommt aus der Nahrung. Da die vorgeburtliche Energie mit zunehmenden Alter abnimmt kommt nun in den Wechseljahren der Ernährung mehr Be- deutung zu. Je nach Syndromlage ist die Ernährungsempfehlung individuell abzustimmen und basiert auf den entsprechenden Wirkrichtungen und Geschmäckern der Lebensmittel. Es lassen sich aber allgemeine Empfehlungen, die neben den syndromorientierten Schwerpunkten in der Ernährung möglichst in allen Fällen einzuhalten sind. Die alten chi- nesischen Schriften sagen, dass bei zu geringer Energieproduktion „der Mitte“ der Mensch seine Reserven, die in der Niere gespeichert sind, angreift und dezimiert. Es kommt also darauf an die „Mitte“, den Funktionskreis „Milz und Magen“ zu pflegen. Es sollten überwie- gend pflanzliche, fettarme und eiweißarme Lebensmittel, vor allen viel Getreide, Gemüse, einheimisches Obst und Hülsenfrüchte gegessen werden. Also sollte möglichst wenig Milch und wenig Fleisch, aber ab und zu Fisch verzehrt werden. Saft aus Südfrüchten, mi- neralstoffreiches Wasser und kühlschrankkalte Getränke wirken kalt und behindern damit die Aufnahme der Energien in den Körper. Auch das Trinken zum Essen sollte nicht unmit- telbar, sondern möglichst in einem Abstand von mindestens einer Viertelstunde zum Essen erfolgen. So weit möglich sollte das meiste der Nahrung gekocht und damit bereits aufbe- reitet sein, was ebenfalls zur verbesserten Aufnahme führt. Das Essen sollte weder salz- reich noch scharf aber würzig sein. Es sollte entsprechend der Organuhr möglichst am Morgen ein kräftiges Frühstück erfolgen, zum Mittag ausreichend gegessen werden und am frühen Abend die letzte und vor allem kleinere Mahlzeit eingenommen werden. Wenn dann das gut gekaute Essen in einer angenehmen Atmosphäre, nicht gestört durch Fern- sehen oder Zeitung erfolgt sind alle Grundregeln der Ernährung beachtet. Bei dünnen Frauen (Nieren-yin-Schwäche-Typ) sollten mehr tierische Produkte und auch Milchproduk- te verzehrt werden. Die zum Übergewicht neigende Frau (Säftereicher Typ) sollte feuchtig- keits- und schleimbildende Nahrung meiden. Bei dieser Ernährung geht es also nicht um das Ersetzen von Hormonen über die Nahrung sondern um eine Harmonisierung der „Fünf Elemente“ aus Sicht der chinesischen Medizin und einer Optimierung der Energieausbeute der Nahrung. Unabhängig davon wird in Asien im täglichen Leben viel Soja gegessen und

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

Phytoöstrogene sind demnach Bestandteile der normalen Ernährung, insbesondere in Ja- pan. Als Nahrungsergänzungsmittel werden auch wie bei uns Calcium- und Magnesium- Zusätze verwendet, was eine gute Lösung gegen Reizbarkeit und Schlafstörungen ist. Sie besänftigen gemäss chinesischer Medizin den Geist, regulieren das Leber-Qi und beruhi- gen Leberfeuer. Im Hinblick auf Osteoporose wird vorgeschlagen Calcium in Form von Hydroxypatite und Citraten, zusammen mit Bor und anderen Spurenelementen zu vera- breichen, wodurch das Calcium in die Knochen gelangt. Zur Prävention von Osteoporose ist dies, kombiniert mit Gewichtheben, eine wesentlich unproblematischere Lösung als die HET [9] . Des weiteren bietet das Arbeiten mit dem „Qi" in Form von zahlreichen Übungen des medizinischen Qi-Gong eines weiteres Standbein der chinesischen Medizin. Über die Energiebewegungen mit dem Wechsel des Yin zum Yang und umgekehrt wird ein harmo- nisches Gleichgewicht hergestellt. Nahezu alle im Klimakterium auftretenden Symptome wie z.B. Hitzewallungen oder Nachtschweiß sind ein Ausdruck einer Imbalance der Yin- und Yangenergien.

5. Westliche naturheilkundliche Behandlungen [15]

Neben der, in der westlichen Welt konventionellen HET – Behandlung gibt es zahlreiche al- ternative Methoden. Es werden neben der Anwendung einheimischer Heilkräuter, Nah- rungsergänzungsmittel, eine auf die Symptomlage ausgewählte Ernährung und auch eine homöopathische Behandlung, einschließlich der Bachblüten und biochemischen Schüss- lersalze empfohlen. Außerdem ist eine ausreichende sportliche Betätigung in den Wech- seljahren wichtig. Sie schafft Linderung bei Hitzewallungen, Herzklopfen und Schweißaus- brüchen, ist zur Osteoporose- und Herzkreislaufprophylaxe geeignet und soll eine protekti- ve Wirkung gegen Brustkrebs haben. Alle diese Maßnahmen sind bei der Behandlung der klimakterischen Beschwerden hilfreich und können in der Regel eine Behandlung mit Hor- monen ersetzen.

5.1 Homöopathie [16]

Die Homöopathie arbeitet mit Mitteln, die nicht stofflich wirken, sondern mit energetischen

Botschaften, welche aus Mineralien, Pflanzenteilen oder tierischen Bestandteilen extrahiert werden. Diese Energien oder Nachrichten des Ursprungsstoffes werden durch das soge- nannte „Potenzieren und Dynamisieren“ auf einen neutralen Träger aufgebracht. Das Ver- fahren und die dazugehörige Lehre wurde von dem sächsischen Arzt Samuel Hahnemann vor über 200 Jahren entwickelt und diese Zusammenhänge unabhängig schon vor Hah- nemanns Zeit von Paracelsus vermutet. Die Wirkungsweise eines homöopathischen Mit-

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

tels erklärt sich aus der Ähnlichkeit der grundsätzlichen Wirkung des Ausgangsstoffes und den Symptomen einer Krankheit sowie des Allgemeinzustands des Patienten. Bei der klas- sischen Homöopathie wird nach ausgiebiger Repertorisierung ein Mittel ausgewählt das dem Krankheitsbild und der Konstitution des Patienten am „ähnlichsten“ ist. Die energeti- sche Botschaft des Mittels soll dann durch eben diese Ähnlichkeit mit der Verstimmung im Patienten zur Selbstheilung anregen. Typische Mittel, die bei dem Symptomkomplex des Klimakteriums angewendet werden sind in der folgenden Tabelle 2 aufgeführt:

Tabelle 2: Homöopathische Mittel und deren Indikation

Indikation

Mittel

Hitzewallungen

Lachesis, Sanguinaria, Sepia, Sulfur

Trockenheit

Belladonna, Bryonia, Chantharis, Lycopodium, Natrium muriaticum, Sulfur

Inkontinenz

Causticum, Natrium muriaticum, Pulsatilla

Reizbarkeit oder

Aurum, Aceta racemosa, Causticum, Chamomilla, Colocynthis, Conium, Cro- cus, Ignatia, Lachesis, Lycopodium, Sepia, Staphysagria, Natrium muriaticum, Nux vomica,

Depressionen

Gelenkschmerzen

Bryonia, Mercurius, Natrium sulfuricum, Phytotacca, Rhus toxicodendron, San- guinaria,

Diese Liste ist nicht nur in Bezug auf die Beschwerden, sondern auch auf die Wahl der in Frage kommenden Mittel erweiterbar. Damit sie nicht den Rahmen dieser Arbeit sprengt soll sie hiermit abgekürzt werden. Das passende Heilmittel sollten individuell, je nach Cha- rakter der Frau sowie ihren chronischen und akuten Beschwerden unter Berücksichtigung von Modalitäten verordnet werden. Hierzu bedarf es der Kenntnisse in der Vorgehenswei- se homöopathischer Repertorisierungsarbeit.

5.2 Kräuter [17] [18]

Arzneipflanzen werden in vielen Formen angeboten, als frische oder getrocknete Kräuter, flüssiger Extrakt, als Tinktur, Tablette, Kapsel, Pulver oder in Teebeuteln. Der Wirkstoffge- halt und Aufnahmefähigkeit ist entsprechend der Art der Kräuterzubereitung unterschied-

lich und sollte daher individuell ausgewählt werden. Die einfachste Verabreichungsform ist der Tee, der je nach Pflanzenteil als Aufguss oder Abkochung angewandt wird. Im der fol- genden Tabelle 3 sind einige häufig angewandte Kräuter mit deren Indikation aufgeführt.

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Tabelle 3: Kräuter und deren Indikation

Olivia Paulinus

Anwendungsbereich

 

Kräuter

Stressabbau

Schlafbeere (Withania somnifera) Ginseng (Panax ginseng oder quinquefolium) Sibirischer Ginseng (Eleutherococcus senticosus) Johanniskraut (Hypericum perforatum) Passionsblume (Passiflore incarnata)

Hitzewallungen und

60

g Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)

nächtliche Schweiß-

30

g Löwenzahnbläter (tarataci herba)

ausbrüche

30

g Amerikanischer Schnellball (Viburnum prunifolium)

Lindenblüten (Tilia platyphyllos) Herzgespann (Leonurus cardiaca) Salbei (Salvia officinalis) Frauenmantel Zinnkraut Ringelblume Walnussblätter Mistel Schafgarbe

Schlaflosigkeit

 

60

g Baldrian (Valeriana officinalis)

 

60

g Passionsblume (Passiflore incarnata)

 

Hollunder

Hopfen

Osteoporose

 

45

g Große Brennnessel (Urtica dioica)

30

g Hafer (Avena sativa)

30

g Himbeere (Rubus idaeus)

15

g Rotklee (Trifolium pratense)

60

g Zitronennmelisse (Melissa officinalis)

Hagebutten (Rosa canina) Lucerne (Medicago sativa) Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)

Gelenkschmerzen

Frauenwurzel

Fingergelenke, Re-

gelschmerzen

rascher Östrogenab- fall

Mönchspfeffer, Schlangenkraut, Türkischer Rhabarber und die große Brennessel.

enthalten Phytoöstrogene

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

Die Traubensilberkerze hat auch zusätzlich zu der in der Tabelle genannten Indikation eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem, beugt Scheidenathropie vor, wirkt als Wur- zelextrakt als Antidepressivum. Es soll auch vor Gebärmutterschleimhautkrebs schützen. Bei folgenden Kräutern sollten die nachfolgenden Hinweise beachtet werden:

Ginseng (Panax ginseng oder quinquefolium) sollte nicht von Frauen eingenommen wer- den, die an Schlaflosigkeit oder hohen Blutdruck leiden. Eine Einnahme von Ginseng ist während einer Hormontherapie sowie bei gleichzeitiger Einnahme von Amphetaminen (Psychopharmakon), Marcumar (Blutverdünnungsmittel; hemmt die Synthese der Vitamin- K-abhängigen Gerinnungsfaktoren in der Leber) oder MAO-Hemmer (Antidepressiva) kontraindiziert. Ginseng ist wie viele andere Pflanzen toxisch und sollte daher nicht überdo- siert werden. Die Maximaldosis pro Tag beträgt 3 g, die aber erst nach längerer Einnahme- zeit erreicht werden sollte. Die genannten Einschränkungen gelten nicht für den Sibirischen Ginseng. Die Einnahmemöglichkeit von Johanniskraut neben anderen Antidepressiva sollte vom Arzt geklärt werden. Johanniskraut kann die Sicherheit der empfängnisverhütenden Wirkung der Pille beeinträchtigen. Die Einnahme von Traubensilberkerze sollte aufgrund von eventuellen Nebenwirkungen und der Gefahr einer Metastasierung bei Brustkrebs unter Vorsichtsmaßnahmen erfolgen.

5.3 Weitere Hinweise [7] [15] [18]

Grundsätzlich wird die Verringerung von tierischem Eiweiß, vor allem im Käse und denatu- rierter Nahrung empfohlen. Was ferner gemieden werden soll sind „light“ Produkte, Fertig- gerichte und Farb- und Zusatzstoffe aller Art. Genussmittel, wie Kaffee, Tee, Kakao und Zigaretten sollten begrenzt werden. Dafür günstig sind mäßig Fleisch und Fisch zu essen, auf Milchprodukte wie z.B. Käse möglichst zu verzichten. Dafür häufig Getreide, Hülsen- früchte, Sojaprodukte, Gemüse und Obst zu essen. Proteine werden besser in Verbindung

mit Stärke aufgenommen. Es ist daher besser keine Trennkosternährung durchzuführen. Mineralien- und Vitaminreiche Nahrungsmittel wirken sich günstig auf Wechseljahresbe- schwerden aus. Hierzu zählen Aprikose, Alge, Tonerde, Banane, Kirsche, Esskastanie, Kohl, Dattel, Spinat, Feige, Haselnuss, Orange, Pampelmuse, Roggen, Soja und Topi- nambur. Zusätzlich werden noch Nahrungsergänzungsmittel empfohlen wie z.B. Vitamine E und F, Vitamin A, Vitamin B-Komplex, Kalzium, Eisen, Magnesium und Phosphor, wel- che jedoch im Regelfall bei guter abwechslungsreicher Ernährung nicht eingenommen werden müssen. Dagegen gibt es widersprüchliche Empfehlungen, insbesondere in Bezug auf Milchprodukte [7] . So wird als Osteoporoseprophylaxe geraten täglich ½ lt. fettarme Milch oder ¼ l fettarmes Milchprodukt und 2 Scheiben magerer Käse zu sich zu nehmen. Lebensmittel mit hohem Phosphatgehalt (Cola, Wurst, Fertiggerichte) sollten gemieden

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

werden, da diese dem Körper Kalzium entziehen. 2 x pro Woche sollte mageres Fleisch (z. B. Puten- oder Hühnerbrust, Kalbfleisch) und 1 - 2 x pro Woche Fisch (z. B. Lachs, Thun- fisch, Scholle, Dorsch), aber möglichst nur 2 Eier pro Woche auf dem Speiseplan stehen. Aber auch das Heilfasten wird empfohlen. Gegen den Knochenabbau wird Sport, welcher mit Anstrengung insbesondere für die O- berschenkel verbunden ist (z. B. Bergwandern, Rad fahren) empfohlen. Weitere Hinweise sind: Entspannungstraining, Beckenbodentraining (Inkontinenzprophylaxe), ausreichender Schlaf mit festen Schlaf- und Aufstehzeiten (verbesserte Hormonregulation), Wechselfuß- bäder (Kreislaufbeschwerden, Hypertonie, Schlaflosigkeit) und häufiger Aufenthalt im Frei- en (Vitamin D durch UV-Licht). Es wird darauf hingewiesen, dass man sich Zeit nehmen soll um sich mit dem "neuen" Körper anzufreunden. Vermieden werden sollte das Rau- chen, da Raucherinnen aufgrund des stärkeren Östrogenabbaus in der Leber, früher in die Wechseljahre als Nichtraucherinnen kommen. Alkohol sollte nur mäßig getrunken werden. Er entzieht dem Körper Kalzium, er kann das Brustkrebsrisiko erhöhen, mehr Vitamin C verbrauchen, die körperliche Abwehr schwächen, Hitzewallungen fördern und zu Schlafstö- rungen führen. Koffein kann Hitzewallungen verstärken oder gar auslösen und behindert es die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm. Unangenehmer Stress kann die Wechselbe- schwerden verstärken.

6.

Resümee

Das Ergebnis dieser Arbeit über das Auftreten von Wechseljahresbeschwerden und deren Behandlung kann mit folgenden Punkten zusammengefasst werden:

Eine gesunde Lebensweise der Frau wirkt sich sowohl nach der Auffassung der TCM, als auch der westlichen Medizin positiv aus, auch wenn gesunde Lebens- weise hier teilweise unterschiedlich gesehen wird.

Das gesellschaftliche Umfeld bzw. die kulturelle Identität wirkt sich entsprechend der Aufgaben und der Anerkennung im Alter auf das Erleben der Wechseljahre aus.

Traditionelle Lebensformen fördern den Zusammenhalt von Frauen, geben damit Sicherheit und Selbstvertrauen und mindern damit eventuelle Wechseljahresbe- schwerden.

Eine Hormonersatztherapie sollte nur in seltenen und begründeten Fällen ange- wendet werden.

Die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden im Rahmen der TCM kann in vielen Fällen Linderung und Beschwerdefreiheit bringen.

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

Margit und Ruediger Dahlke [19] schreiben in ihrem Frauen-Heil-Kunde Buch über die Be- deutung der Wechseljahresbeschwerden: „es handelt sich hierbei letztlich immer um Bi- lanzsymptome, denn wie jeder Lebensübergang ist auch jener der Mitte eine Zeit der Ab- rechnung und des Rechenschaftsablegens – in diesem Fall für ein halbes Leben. Die Symptome zeigen die offengebliebenen und jetzt anstehenden Themen. Hitzewallungen und fliegende Hitze verraten, wie „heiß“ Nichtgelebtes macht. Die Depressionen sind da- gegen in die Zukunft gerichtet und fordern die fällige Beschäftigung mit dem Sterben und dem eigenen Tod heraus. Dieser Punkt aber bedeutet in allen Kulturen (Er-)Lösung und Tod. Die Tibeter, die diesem Thema im Rahmen der Auseinandersetzungen mit ihrem To- tenbuch auf anspruchsvollen Ebenen gerecht werden, kennen Depressionen in unserem Sinne nicht. Die neuen Aufgaben des seelischen Heimweges gilt es anzugehen und sich des Lebenslaufes als einen Kreises bewusst zu werden. Das Einsetzen der Periode hat sie damals wenigstens körperlich zur Frau gemacht, ihr zwischenzeitliches Ausbleiben kündig- te ihr später möglicherweise den Übergang zur Mutterschaft an, und durch das definitive Ausbleiben der Blutung wird sie nun zur Groß(en)Mutter. Bevor sie in dieses Feld der wei- sen Frau hineinwachsen kann, sind die offen gebliebenen Rechnungen zu begleichen und die Weichen für den Heimweg zu stellen. Je mehr das mit der von der Symptomatik ange- deuteten Warmherzigkeit geschehen kann, desto harmonischer wird die Umpolung sein, desto leichter vollzieht sich auch die Aussöhnung mit dem Ziel des Weges, der Erlösung.“

In Kulturen mit noch gelebten Traditionen haben Frauen in den unterschiedlichen Altersstu- fen jeweils relativ klar definierte Aufgaben. Wenn dieses Rollenbild eine Aufwertung des „Alters“ darstellt, scheint dadurch die Hormonumstellung in den Wechseljahren häufig er- leichtert zu werden. In Kulturen, in denen ältere und alte Menschen mit Respekt angese- hen werden, ist das Altwerden ein natürlicher Prozess, der zu neuen Höhepunkten im Le- ben führen kann. Leider nicht so in der westlichen Welt. Dies betrifft hier nicht nur Frauen, auch Männer leiden oft unter ihrem Prestigeverlust wenn sie z.B. aus dem Arbeitsleben ausscheiden müssen und sich nun unnütz fühlen. In den letzten Jahren gibt aber in der feministischen Frauenbewegung - und mittlerweile nicht nur hier - zunehmende Diskussio- nen und Forderungen die Stellung der älter werdenden Frau in unserer Gesellschaft zu überdenken. Dazu gehört nicht nur die Werterkennung des Potentials von durch das Leben geprägten und erfahrenden Frauen (Menschen), sondern auch die Korrektur der Auffas- sung, dass das Klimakterium grundsätzlich eine behandlungsbedürftige Hormonmangeler- krankung ist. Dieses Wissen um die notwendige Wandlung des Menschen im Alter ist an- deren Kulturen zum Glück noch erhalten geblieben. Die Menopause ist dort kein traumati-

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

sches Erlebnis. Da es sich bei der hormonellen Umstellung um einen physiologischen Pro- zess handelt, hat er grundsätzlich keinen Krankheitswert und sollte demnach bei einem gesunden Lebenswandel und guter Ernährung auch keine Beschwerden machen. Im Ge- genteil könnte diese Zeit der Umstellung und danach als Chance zur Neuorientierung oder Verwirklichung von lang ersehnten Wünschen genutzt werden Es geht also darum, ein ge- sellschaftliches Klima zu schaffen in dem die Wünsche und Bedürfnisse älterer Menschen anerkannt und gefördert werden und damit eine neue Wertschätzung und Liebe den Alltag dieser Menschen prägt. Wenn das wirtschaftliche Interesse der Pharmaindustrie das Kli- makterium der Frau nicht mehr zu einer Hormonmangelerkrankung machen kann, weil der gesellschaftliche Druck und ein neues selbstbestimmtes Frauenbild sowohl bei den Frau- en, als auch bei den Ärzten dies nicht mehr zulassen ist ein großer Schritt getan. Dieser Prozess ist im Gange und aufgrund der vorliegenden demographischen Situation der west- lichen Welt auch nicht mehr aufzuhalten. Auf dem Weg bis dahin gibt es eine Fülle von al- ternativen Behandlungsmethoden, insbesondere die TCM, um diesen „Wechsel“ zu beglei- ten ohne den Versprechen der Pharmaindustrie zu verfallen.

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

7.

Literatur

Olivia Paulinus

[1] Van Laere-Fischer, S., Streb-Lieder, C., Vogt; E. Wechseljahre für Fortgeschrittene VAS Verlag für Akademische Schriften oHG; 1992

[2 ] Sachse, C., Burgert, C., Krock, M. et al. Wechseljahre Feministisches Frauen Gesundheits Zentrum e.V. Berlin

[3] Dr. med. Backe, J. Das Menopausensyndrom Die Landarztpraxis, S. 539-545, Würzburg 1997

[4] Klauber, J., Mühlbauer, B., Schmacke, N., Zawinell, A. Wechseljahre in der Hormontherapie Informationsquellen und ärztliche Einstellungen in der Praxis WIdO Wissenschaftliches Institut der AOK; 2005

[5] Stolzenberg, R. Wie entstehen Menopause-Symptome? Das Erleben der Wechseljahre im transkulturellen Vergleich Feministischen Frauen- und Gesundheitszentrum Berlin/Deutschland

[6] Kosack, G., Krasberg, U. Regel-lose Frauen; Wechseljahre im Kulturvergleich Ulrike Helmer Verlag, 2002

[8] Lorenzen, U. Ku Ke-Frauenheilkunde in der chinesischen Medizin Zeitschrift für Traditionelle Chinesische Medizin, Vol 15, März 2006

[9] Dr. Cohen, M., R. Wechseljahrbeschwerden im Lichte der traditionellen chinesischen Medizin

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

Quan Yin Healing Arts Center, San Francisco/USA

[10] Maciocia, G. Gynäkologie in der Praxis der Chinesischen Medizin Verlag für Ganzheitliche Medizin; Dr. Erich Wühr GmbH, Kötzing/Bayer. Wald

[11] Ohlen, Babett Mut zum Wechsel; Diplomarbeit Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Medizin e.V.; Ausbildungszentrum Nord; April 2001

[12] Kirschbaum, Barbara Die 8 außerordentlichen Gefäße in der traditionellen chinesischen Medizin Medizinische Literarische Verlagsgesellschaft mbH, Uelzen

[13] Dr. Frieling, Ulrich Chinesische Medizin und die Wechseljahre http://www.agtcm.de

[14] Danz, A. Allgemeine Ernährungsempfehlung in den Wechseljahren aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin Wechseljahre multidisziplinär; was wollen Frauen – was brauchen Frauen GEK Gmünder ErsatzKasse; Hrsg.: Dr. Ingeborg Jahn, Bremer Institut für Präventions forschung und Sozialmedizin Asgard-Verlag St. Augustin 2004

[15] Sachse, C., Stolzenberg, R. Naturheilkundliche Begleitung und Selbsthilfe während der Wechseljahre Wechseljahre multidisziplinär; was wollen Frauen – was brauchen Frauen GEK Gmünder ErsatzKasse; Hrsg.: Dr. Ingeborg Jahn, Bremer Institut für Präventions forschung und Sozialmedizin Asgard-Verlag St. Augustin 2004;

[16] Nissim, R. Wechseljahre - Wechselzeit: ein naturheilkundliches Handbuch

Klimakterische Beschwerden im Interkulturellen Vergleich und deren Behandlung in der TCM

Olivia Paulinus

Orlanda Frauenverlag GmbH Berlin, 1999

[17] Dr. Tagliaferri, M., Dr. Cohen, I., et al. Wechseljahre – Wirkungsvolle und gesunde Alternativen zur Hormontherapie Wilhelm Goldmann Verlag, München 2006

[18] Dr. May, Wolfgang Naturheilverfahren-TCM-Homöopathie http://www.dr-wolfgang-may.de/html/klimakterium.html

[19] Dahlke, M. & R., Zahn, V.

Frauenheilkunde; Be-Deutung und Chancen weiblicher Krankheitsbilder Goldmann Verlag, Januar 2003