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Definitionen: Ausländer/Menschen mit Migrationshintergrund

AUSLÄNDER

Definition

Nach deutschem Recht ist derjenige »Staatsfremder« oder »Ausländer«, der nicht Deutscher im Sinne von Art. 116, Abs. 1 des Grundgesetzes ist. Dort heißt es:

»Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist vorbehaltlich anderweitiger Regelung, wer die deutsche Staatsangehörig-

keit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömm- ling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat.«

MENSCHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND

Definition

Als Personen mit Migrationshintergrund gelten alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutsch- land Zugewanderten sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen

mit zumindest einem nach 1949 zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil.

Definition nach Statistischem Bundesamt

Elternteil. Definition nach Statistischem Bundesamt ARBEITSAUFTRÄGE ZU A 3 ◗ Erklärt in eigenen Worten den
Elternteil. Definition nach Statistischem Bundesamt ARBEITSAUFTRÄGE ZU A 3 ◗ Erklärt in eigenen Worten den
Elternteil. Definition nach Statistischem Bundesamt ARBEITSAUFTRÄGE ZU A 3 ◗ Erklärt in eigenen Worten den

ARBEITSAUFTRÄGE ZU A 3

Erklärt in eigenen Worten den Begriff »Ausländer« und den Begriff »Migrationshintergrund« (A 3). Benennt die Unterschiede. Das Kriterium »Menschen mit Migrationshintergrund« wurde 2005 vom Statistischen Bundesamt eingeführt, um

u. a. den Integrationsbedarf zu ermitteln. Erläutert die Aus- sagekraft dieses statistischen Instruments. Stellt die statistischen Daten (A 3) in drei Kreisdiagram- men dar, getrennt nach der Gruppe 1, 2 und 3.

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Menschen mit Migrationshintergrund

Führt eine Umfrage in eurer Klasse durch, wie viele Schülerinnen und Schüler Deutsche sind, einen auslän- dischen Pass besitzen oder einen Migrationshintergrund haben. Stellt das Ergebnis graphisch dar. Kreuzt bei den folgenden fünf Beispielen an, welche Bezeichnung(en) für die Personen richtig ist bzw. sind. Mehrfachnennungen sind möglich.

1. Metim K. ist 14 Jahre alt und in Deutschland geboren. Seine Eltern sind vor
1. Metim K. ist 14 Jahre alt und in Deutschland geboren.
Seine Eltern sind vor 18 Jahren aus der Türkei gekom-
men und haben keinen deutschen Pass.
Metim K.
ist Deutscher
ist Ausländer
hat eigene Migrationserfahrung
hat einen Migrationshintergrund
2. Francesca M., 15 Jahre alt, ist Tochter italienischer Eltern, die seit mehr als 25
2. Francesca M., 15 Jahre alt, ist Tochter italienischer
Eltern, die seit mehr als 25 Jahren in Deutschland
leben. Ihre Eltern haben sich einbürgern lassen, haben
aber auch noch ihren italienischen Pass. Francesca ist
in Deutschland geboren.
Francesca M.
ist Deutsche
ist Ausländerin
hat eigene Migrationserfahrung
hat einen Migrationshintergrund
3. Karolina P. ist 13 Jahre alt und vor zwei Jahren mit ihren Eltern aus
3. Karolina P. ist 13 Jahre alt und vor zwei Jahren mit
ihren Eltern aus Polen nach Deutschland zugewan-
dert.
Karolina P.
ist Deutsche
ist Ausländerin
hat eigene Migrationserfahrung
hat einen Migrationshintergrund

Erarbeitet anhand der Internetseite www.bundesregie- rung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/Beauftragtefuer Integration/Einbuergerung/einbuergerung.html die Mög- lichkeiten für diejenigen Jugendlichen in den fünf Bei- spielen, die keinen deutschen Pass haben, einen solchen zu bekommen.

4. Katharina S. ist 14 Jahre alt. Ihre Eltern, mit denen sie als kleines Kind
4. Katharina S. ist 14 Jahre alt. Ihre Eltern, mit denen
sie als kleines Kind nach Deutschland gekommen ist,
sind Spätaussiedler aus Russland.
Katharina S.
ist Deutsche
ist Ausländerin
hat eigene Migrationserfahrung
hat einen Migrationshintergrund
5. Evi C. ist 14 Jahre alt und lebt seit vier Jahren in Deutschland. Ihre
5. Evi C. ist 14 Jahre alt und lebt seit vier Jahren in
Deutschland. Ihre Eltern sind in China geboren und
vor vier Jahren nach Deutschland gekommen.
Evi C.
ist Deutsche
ist Ausländerin
hat eigene Migrationserfahrung
hat einen Migrationshintergrund

Lösungen siehe Seite 14

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Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland

Migrantenanteil in Deutschland 2009 nach Bundesländern (in %) 27,0 26,3 26,2 24,3 24,6 24,0 19,2
Migrantenanteil in Deutschland 2009 nach Bundesländern (in %)
27,0
26,3
26,2
24,3
24,6
24,0
19,2
19,2
18,5
17,3
16,6
12,6
4,7
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
Hamburg
Bremen
Berlin
Baden-Württemberg
Hessen
Nordrhein-Westfalen
Bayern
Rheinland-Pfalz
Saarland
Niedersachsen
Schleswig-Holstein
Neue Berlin)
Länder
(ohne
Deutschland

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Integration – was ist das eigentlich?

Menschen, die nach Deutschland zugewandert sind, können als integriert gelten, wenn sie

Schritt 1

Schritt 2

deutsche Speisen kochen

   

einen deutschen Bildungsabschluss haben

   

die deutsche Sprache beherrschen

   

einen Arbeitsplatz haben

   

das Wahlrecht besitzen und dieses auch ausüben

   

deutsches Fernsehen schauen

   

sich zu einer christlichen Konfession bekennen

   

sich zu den Grundwerten unserer Gesellschaft bekennen, wie sie im Grundgesetz umschrieben sind

   

sich nach deutscher Art und Weise kleiden

   

bei Länderspielen der deutschen Fußballnationalmannschaft die Daumen drücken

   

ARBEITSAUFTRÄGE ZU A 5 UND A 6

Beschreibt die Grafik A 5 und zieht Schlüsse daraus.

Bildet in der Klasse Gruppen und erarbeitet gemeinsam

Gründe für die regionale Verteilung der Menschen mit Migra-

tionshintergrund in Deutschland (A 5). Nehmt dazu euren Atlas zu Hilfe.

Bildet Gruppen und sortiert die zehn genannten Punkte

(A 6) nach der Bedeutung, die ihr ihnen für eine gelungene Integration beimesst (Schritt 1).

Wählt die für euch fünf wichtigsten Punkte aus und be- gründet eure Auswahl (Schritt 2).

Gibt es Aspekte, die euch in der Liste fehlen?

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Integration in der Kontroverse

Was heißt eigentlich Integration? Wann ist jemand integriert? Diese Fragen werden oft diskutiert – und
Was heißt eigentlich Integration? Wann ist jemand
integriert? Diese Fragen werden oft diskutiert – und
Patentlösungen gibt es nicht.
picture-alliance/dpa

»Integration bedeutet, sich einer Gemeinschaft zugehörig zu fühlen, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln, wie man in der Gesellschaft zusammenlebt«, so die nüch- terne Definition des Bundesinnenministeriums. Dass sich das allgemeine Verständnis über den Begriff Integration nicht in dieser Erklärung erschöpft, zeigt sich in den Streit- gesprächen, die Politik und Gesellschaft führen. Vertreter verschiedener Migrantengruppen haben oft das Gefühl, mit Integration sei eigentlich Assimilation gemeint, die voll- ständige Anpassung an eine »Leitkultur«, wie ein weiteres heftig umstrittenes Schlagwort lautet.

In der politischen Sphäre wird dagegen oft über die Bedin- gungen für Integration diskutiert: So sagte etwa Bundes- kanzlerin Angela Merkel (CDU) Mitte November [2010] in Berlin: »Die Voraussetzung für die Integration ist, dass man die Sprache hier spricht.« Tatsächlich ist Spracherwerb einer der Indikatoren, mit dem etwa das Integrationsmonitoring der Bundesregierung gelungene Integration misst.

Dieses Monitoring geht auf einen gemeinsamen Vorschlag von Bund und Ländern zurück: 2008 wurde im Rahmen des Nationalen Integrationsplans beschlossen, Stand und Verlauf der Integration von Zuwanderern anhand von Indika- toren zu »messen«. Als Merkmale gelten etwa frühkindliche Bildung, Schulabschlüsse oder die Eingliederung in den Ar- beitsmarkt. ( )

Integration wird in der Sozialwissenschaft als wechselsei- tige Öffnung der Migranten und der Aufnahmegesellschaft definiert. So unterscheidet etwa der Soziologe Friedrich

Heckmann von der Universität Bamberg vier Dimensionen von Integration:

die strukturelle Integration, bei der es um den Erwerb von Rechten und den Zugang für Migranten zu Positionen in der Gesellschaft geht,

die kulturelle Integration, die kulturelle Anpassungen und Veränderungen bei Migranten wie bei der aufneh- menden Gesellschaft beschreibt,

die soziale Integration, die die Entwicklung sozialer Kon- takte, etwa am Arbeitsplatz, in Vereinen oder Nachbar- schaft umfasst, sowie

die identifikative Integration, also die Bereitschaft zur Identifikation mit dem Lebensort und die Entwicklung von Zugehörigkeit und Akzeptanz.

Diese Definition der Integration von Migranten verweist auch schon auf mögliche Leitlinien in dem Bemühen um die erfolgreiche Integration von Migranten. Und sie zielt bei aller Aufschlüsselung auf die rein lexikalische Übersetzung des Begriffs, der eigentlich nur eines beschreibt: die »Her- stellung eines Ganzen«.

rbb-online (www.rbb-online.de) vom 18. November 2010 (Alice Lanzke)