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Überblick der Unruhen 

in und um die 
belgischen Gefängnisse: 
"DRINNEN DRAUSSEN 
DAGEGEN"

Amplexus Publikationen
Anti­Copyright
Überblick der Unruhen in 
und um die belgischen 
Gefängnisse: 
"DRINNEN DRAUSSEN 
DAGEGEN"

Amplexus Publikationen
Anti­Copyright
Liebe GenossInnen in Brüssel zu organisieren.

Dieser Text wurde ins Englische(nun ins  Die Demonstration bot den verschiedensten 
Deutsche) übersetzt um international  Leuten die Möglichkeit am Kampf gegen das 
verbreitet zu werden. Dies soll die  Gefängnis teilzunehmen. Sie ermöglichte die 
erfolgreichen Revolten in den Belgischen  Verbreitung von Pamphleten und Postern auf 
Gefängnissen bekannt machen. Er erklärt in  der Straße und an den Toren des 
vereinfachter Form die augenblickliche  Gefängnisses. Ungefähr 150 Menschen 
Situation, wie die GenossInnen sowohl  demonstrierten in Brüssel am zweiten Juli in 
drinnen, als auch draussen versuchen zur  Solidarität mit allen kämpfenden 
sich verbreitenden Unruhe  Gefangenen und in Unterstützung einiger 
beizutragen,...Der Text kommt gemeinsam  Forderungen, die aus bestimmten 
mit einem chronologischen Überblick. Gefängnissen kamen.

Grüsse Im Laufe der vorhergehenden Monate 
­­­­­­­­­­­­ wurden unterschiedliche Instrumente 
benutzt um den Kampf gegen die 
Gefängnisse öffentlich zu machen, wie etwa 
DRIINNEN, DRAUSSEN, DAGEGEN Pamphlete, Poster und das zwei­monatlich 
erscheinende Magazin "Uitbraak" 
Dieser Text ist in Kombination mit einer  (Ausbruch), das weiterhin die 
Chronologie ein Versuch die augenblickliche  Gefängnismauern überquert. Die 
Situation in und ausserhalb der belgischen  Demonstration selbst war eher 
Gefängnisse zu skizzieren. unzufriedenstellend, weil die Mobilisierung 
nicht mehr Leute auf die Straße brachte.
Vom Gefängnis auf die Straße.
Es war für viele Jahre ruhig um die  Ein Sommer der Ausbrüche
belgischen Gefängnisse. Es war ruhig, weil  Im Verlauf des Sommers 2006 wurden die 
kaum etwas die Mauern überwinden konnte.  belgischen Gefängnisse von einer Welle von 
Es gab beinahe keine Kontakte und das  Ausbrüchen heimgesucht. Neben 
Monster schien unangreifbar. individuellen Ausbrüchen gab es einen 
kollektiven Ausbruch vom Gefängnis in 
Die Gefangenen selbst veränderten diese  Dendermonde das den Staat zum Idioten 
Situation. Anfang des Jahres 2006  machte. Einige Gefangene nahmen Wärter 
begannen die Kontakte zwischen Individuen  als Geißeln und öffneten die Zellen ihres 
auf der Straße und Gefangenen zu  Gefängnisflügels. 28 Gefangene flohen.
wachsen. Vom März 2006 an führten diese 
Kontakte zu wachsenden Unruhen des  Die Demonstration warf für die GenossInnen 
Gefängnisses in Ittre, ein sogenanntes  auf der Straße einige Fragen auf. Sie wollten 
modernes Gefängnis. Dem folgte ein  den Kampf gegen die Gefängnisse vertiefen 
Aufstand im Gefängnis von Mons Ende April,  und ausweiten auf den Kampf gegen die 
und Mitte Mai brannte ein kleiner Teil des  Kontrollgesellschaft.
Gefängnisses in Nivelles nieder.
Verschiedene Gruppen von GenossInnen 
beschlossen eine Solidaritäts Demonstration 
Der Mord an Fayçal und eine Welle  zirkulierten in den Medien in der 
von Aufständen darauffolgenden Woche. Die Wärter 
entschieden gegen die Vorwürfe zu streiken 
Fayçal, ein Junge aus einer populären 
und die Gefangenen antworteten darauf mit 
Nachbarschaft in Brüssel wurde Ende 
einer Besetzung des Gefängnishofes. Dies 
September in einer Isolationszelle des 
eskalierte in einen Aufstand. Ein paar 
Gefängnisses Vorst ermordet. Er wurde 
Wochen später erklimmten die Gefangenen 
durch drei Injektionen eines 
von Oudenaarde das Dach und das selbe 
Beruhigungsmittels namens Haldol getötet. 
passierte einige Wochen später im 
In seiner Nachbarschaft und in anderen 
Hochsicherheitsgefängnis von Lantin. Im 
Teilen von Brüssel kam es zu Krawallen. 
April fand ein Aufstand im Gefängnis von 
Während des ganzen Monats Oktober 
Turnhout statt, der ernsthaften Sachschaden 
brachen in den belgischen Gefängnissen 
verursachte.
Aufstände aus, die ernsthafte Schäden 
verursachten.
Zweifel, Eingrenzungen und 
Es ist nicht einfach all diese Szenarien in  Bemerkungen
Verbindung zueinander zu sehen, dennoch  Wir wollen hier nicht den Eindruck 
können wir sie auch nicht voneinander  vermitteln, daß die Infragestellung der 
trennen. Die Gefängnisaufstände kamen  Gefängnisse auf der Straße am Leben ist. 
wahrscheinlich eher durch lokale Konflikte  Vielmehr ist das größte Hindernis zur 
zustande als durch den Mord an Fayçal.  Weiterentwicklung des Kampfes die 
Aber zweifelsohne öffneten die Aufstände  fehlenden Solidarität und das generelle 
den Weg zur Diskussion innerhalb der  Klima der Befriedung in dem, so wie es 
Gefängnismauern. Der kollektive Krawall  scheint nur die Gefangenen fähig sind zu 
wurde zu einem in Reichweite stehendem  hinterfragen und gegen ihre Situation zu 
Mittel. Die GenossInnen auf der Straße  kämpfen. Nach den Verknüpfungen zu 
versuchen einen Beitrag zu leisten, so klein  suchen, wie etwa die Krawalle nach dem 
er auch sein mochte. Mord an Fayçal, könnte unseren Rücken 
stärken.
Gleichwohl ist es sicher daß der Staat 
realisiert das da etwas auf dem Spiel steht.  Eine formelle Bewegung von Gefangenen 
Die unterschiedlichen Maßnahmen, die  gegen das Gefängnig existiert in Belgien 
gesetzt wurden um die Gefängnisse zu  nicht und wir zielen auch nicht darauf ab 
verstärken, sprechen ihre eigene Sprache:  eine zu erschaffen. Aber wir betrachten die 
Die Abschiebung von Gefangenen, der Bau  Ausweitung und Fortführung der 
von neuen Gefängnissen und von zwei  Diskussionen(sowohl drinnen als auch 
Isolations­Abteilungen für "gefährliche"  draußen) als einen wichtigen Schritt 
Gefangene, Strafen für Gefangene die sich  vorwärts.
über die Wärter beschweren, erschwerende 
Prozeduren für bedingte Freilassung. Wir sind konfrontiert mit einer Erregung der 
Situation die sich innerhalb der 
Es hört nicht auf. Gefängismauern ausweitet. Wir suchen nach 
Mitte Jänner 2007 explodiert das baufällige  Wegen um zu dieser Unruhe beizutragen 
Gefängnis von Merksplas. Schockierende  und diese auch außerhalb der Mauern zu 
Zeugenaussagen von Gefangenen  verbreiten, auch wenn das schwierig 
erscheint. Wir kämpfen gegen die  Autonomen Gruppen aus Spanien in den 
Befriedung. Wir haben einige Schritte  siebzigern, Copel, Tunnels und andere 
vorwärts gemacht, aber wir haben noch  Beiträge der Autonomen Gruppen, 2004.
einen langen Weg vor uns.

CHRONOLOGIE
FÜR ANARCHIE
2006
Les mauvais jours finiront
"Ich nehme an die Leute hier sind gegen das  5.03., Ittre Ein türkischer Mann wird in 
Gefängnis. Aber stellen wir uns vor, das  Isolation gesteckt und von einer Gang 
Gefängnis ist der Feind. Daß es ein Monster  maskierter Wärter verprügelt.
ist mit Zähnen, Klauen, einem Maul um dich 
zu verschlingen, einem Magen um dich zu  07.03., Ittre Als Antwort auf die Schläge zwei 
verdauen und einem Arsch um dich  Tage zuvor, besetzen ungefähr 20 Häftlinge 
rauszuscheissen. Ein bedrohender,  den Hof und fordern die Gefängnisleitung zu 
formloser Koloss den du verfluchen kannst,  sprechen. Sie fordern daß die Wärter, die 
gegen den du Steine werfen kannst ohne  verantwortlich sind für die ständig 
irgendetwas zu verändern, etwas gegen das  wiederkehrenden Prügel gefeuert werden 
du nichts tun kannst. Es ist eine verzerrte  und daß die Prügel aufhören. Der Direktor 
Vision, ein Produkt der Suggestion. Das  verweigert ihre Forderungen anzuhören und 
Monster hat keine Nägel, keine Zähne, es  schickt die Polizei. Eine Gang maskierter 
hat nichts. Es ist eine spezielle soziale  Wachen schlägt die 5 Häftlinge zusammen, 
Maschinerie, die auf eine bestimmte Weise  die Stellung behielten. Ein Mann muß 
funktioniert, einigen Mechanismen folgend,  danach ins Krankenhaus.
aber sie hat Sprünge und Schwächen dir du 
angreifen kannst. Es gibt einen großen  Ende März/ April Streik der Gefängniswärter 
Unterschied dazwischen das Gefängnis  in Antwerpen, Vorst(Brüssel), Brugge und 
verbal ­ auf symbolische Weise anzugreifen,  Turnhout. Die Wärter verlangen mehr 
ein bißchen verzweifelt, eine Form von  Personal, mehr Sicherheit und Maßnahmen 
leichter Verzweiflung ­ und dem realen  gegen die Überbelegung sowie gegen die 
Angriff  auf das Gefängnis, so moderat er  “Aggression der Häftlinge”.
auch sein mag, auch wenn er nicht 
ausschlaggebend ist, sogar wenn es sich als  März/April Pamphlete werden verteilt an den 
kleiner Guerrilla Krieg herausstellt, der einen  Gefängnissen von Ittre, Sint­Gillis, 
Feind nervt den du nicht wirklich zerstören  Antwerpen, Vorst und Gent um die Folter 
kannst. Aber dafür ohne den Feind immer  und Isolation anzuprangern. In ganz Belgien 
die Initative übernehmen zu lassen, ohne ihn  werden Poster gegen Gefängnisse plakatiert 
die Kontrolle über dein Leben nehmen zu  und um die Gefängnisse tauchen Graffities 
lassen; im Gegenteil, es bedeutet dein  auf.
Leben in deine eigenen Hände zu nehmen 
um die Unterdrückung zu verbannen.” 20.04., Das Europäische Komitee für die 
Prävention von Folter bestätigt die Praxis 
von Folter in belgischen Gefängnissen. Das 
Aus einem Interview mit GenossInnen der  Komitee verurteilt die Prügel in den 
Gefängnissen von Namur und Andenne und  Ein Flügel und einige Seitengebäude 
dem Zellblock unter dem Tribunal von Liège.  brennen völlig nieder. Feuerwähreleute 
Der Bericht verurteilt auch die  geben später zu, daß keine 
errschütternde Situation in der  Evakuierungspläne für die Gefängnisse in 
psychiatrischen Abteilung der Gefängnisse,  Belgien existieren. Die Armee wird gerufen 
wo es keine Behandlung gibt außer der  um die Ordnung im Gefängnis 
mittels Drogen. Die Streiks der Wärter  wiederherzustellen.
werden verurteilt als Umstände, die Folter 
und Mißhandlung möglich machen und/oder  Mitte Mai Einige Tausend Flugblätter und 
diese ermutigen. Poster werden ganz über Belgien verteilt um 
zur Solidaritäts Demonstration mit allen 
Mitte­April Ittre Wieder eine kleine Störung  Gefangenen im Kampf aufzurufen. Demo 
der Gefängnisordnung im Gefängnis. Einige  am 02. Juli in Brüssel. 
Tage später tauchen Graffities und Poster in 
Solidarität mit den Gefangenen um das  Ende Mai In Nivelles, Ittre und Tubize 
Gefängnis herum auf(Tubize, Ittre und  werden überall im Zentrum Poster 
Nivelles). aufgehängt. Einige offizielle Gebäude der 
Stadtverwaltung in Ittre werden mit Slogans 
23.04. Mons Meuterei in dem Gefängnis von  in Solidarität mit den Gefangenen im Kampf 
Mons. Ungefähr 45 Häftlinge besetzen den  verziert.
Hof und reißen Material herunter um sich 
gegen die Polizei zu verteidigen. Sie legen  Ende Mai Ein Gefangener Genosse(der den 
Feuer am Eingangstor. Die Polizei wird mit  Namen Ringolévio) benutzt wird von Ittre 
Steinen und Betonblöcken willkommen  nach Arlon überstellt, weil er zuviele 
geheissen. Ungefähr um Mitternacht werden  Probleme bereitete. Ein paar Tage nach 
die Häftlinge wieder ihre Zellen  seiner Überstellung nach Arlon werden 
zurückgetrieben. Poster in der Gegend um das Gefängnis 
plakatiert.
25.04., Turnhout Zwei Wärter werden 
während des Hofgangs  01.06., Ungefähr 20 Leute treffen sich in 
zusammengeschlagen. Zwei Tage später  Solidarität mit Nordin Benallal. Sie treffen 
gehen die Wärter in Streik als Protest gegen  sich in der Verhandlung in der Nordin 
die Aggression der Häftlinge. angeklagt wird sich während seiner Flucht 
eine Schießerei mit der Polizei geliefert zu 
Ende April, Ittre Am Eingang des  haben. Nordin war bereits verurteilt zu 27 
Gefängnisses werden Pamphlete verteilt.  Jahren Haft für Diebstahl und Raubüberfälle. 
Die Gefängnisleitung droht den  Ein paar Monate später fügen sie für die 
BesucherInnen ihre Besuchserlaubnisse zu  Schießerei 12 Jahre zu seiner bereits 
entziehen, wenn sie die Pamphlete  vorhandenen Strafe hinzu. 
akzeptieren, oder diese den Häftlingen 
weitergeben. 17.06.,  An den Gefängnissen von 
Antwerpen, Hasselt, Gent, Merksplas, Ittre, 
16.05., Nivelles Als Reaktion zu einem  Nivelles, Mons, Sint­Gillis, Vorst und 
beginnendend Streik der Wärter, legen  Leuven­Centraal werden Pamphlete verteilt 
Häftlinge Feuer am Dach des Gefängnisses.  um für die Demonstration in Brüssel zu 
mobilisieren. seinem Freigang nicht zurückkam. Seine 
Freundin wird verhaftet und beschuldigt 
18.06., In der Umgebung des Gefängnisses  “einen Gangster zu verstecken”, bedroht und 
von Arlon werden die Fenster von ungefähr  erpresst. Am 28 Juli kann die Polizei den 
20 Autos eingeschlagen sowie die  Flüchtigen fangen. Er schreibt einen Brief an 
Autoreifen aufgestochen. die Presse um die Bedingungen des 
Gefängnisses in Ittre zu beschreiben und um 
20.06.,  West­Vlaanderen Zwei Molotov­ die Gründe seiner Flucht zu erklären.
Cocktails werden auf die Häuser von 
Wärtern geworfen: Einer der Wärter  22.07., Vorst Ein Häftling entkommt indem er 
arbeitete im Gefängnis von Brugge, der  vorgibt ein anderer Häftling zu sein, der 
andere arbeitete im Abschiebeknast für  freigelassen werden sollte. Nach der 
Papierlose in Brugge. Geringer Schaden.  Entlassung des “falschen” Gefangenen, 
Ein Jahr später werden drei Personen zu  präsentiert sich der “wirkliche” und wird 
einigen Jahren Gefängnis verurteilt(die als  ebenso freigelassen.
Protest gegen die schlechte Behandlung, die 
einer der Mütter der Angeklagten im  19.08., Dendermonde Einige Gefangene 
Gefängnis von Brugge erhält, gehandelt  brechen die Türen ihrer Zellen auf, nehmen 
haben). Wärter als Geißeln und zwingen diese die 
Türen aller Zellen zu öffnen. 28 Häftlinge 
24.06., Wieder werden Pamphlete an einer  klettern über die Gefängnismauern und 
Anzahl von Gefängnissen verteilt. Die Polizei  flüchten. Die Polizei organisiert eine 
versucht einige der VerteilerInnen mittels  gigantische Jagt. Im folgenden Jahr werden 
Ausweiskontrollen einzuschüchtern. ungefähr 18 Flüchtige verhaftet. 

01.07., An den Gefängnissen von Ittre, Sint­ 22.08., Dendermonde Ein Gefangener der 
Gillis und Vorst werden Feuerwerke  beschuldigt wird der “Anstifter” der massiven 
gezündet. Flucht von Dendermonde zu sein, wird ohne 
zu erscheinen zu 18 Monaten Gefängnis 
02.07. Brüssel Etwa 150 Menschen  verurteilt. Zum Glück war er noch auf der 
demonstrieren in Solidarität mit allen  Flucht. Am Anfang des Jahres 2007 wirde er 
Gefangenen im Kampf in den Straßen von  irgendwo in Italien von der Italienischen 
Brüssel. An den Gefängnissen von Sint­ Polizei verhaftet.
Gillis und Vorst zünden die Demonstranten 
einige Feuerwerkskörper. Das Medien­ 22.08. Verviers Zwei Gefangene klettern mit 
Spektakel verliert keine einziges Wort über  Hilfe von Leintüchern über die 
die Demonstration. Gefängnismauern. Einer wird ein paar 
Stunden später verhaftet, der Andere kann 
16.07., Brügge Zehn Menschen flüchten von  fliehen.
dem Abschiebeknast. Fünf werden verhaftet 
und ein paar Stunden später können die  25.08., Das Kabinett des 
Restlichen entkommen. Bundesministeriums entscheidet 13 
Millionen Euro in Gefängnissicherheit zu 
17.07., Ittre Die Polizei setzt sich massiv ein  investieren. Sie kündigen auch die 
einen Gefangenen zu verhaften, der von  Errichtung von zwei neuen Gefängnissen 
an, eines in Dendermonde und das andere  bewaffneten und den Hof blockieren, zurück 
in Namur. in deren Zellen zu treiben. 

08.09., Tournai Während dem morgentlichen  06.10. Leuven Ein Slogan, 11 Meter lang 
Hofgang attackieren einige Gefangene einen  erscheint vor dem Gefängnis, das die Wärter 
Wärter, was einen kurzen Krawall zur Folge  mit Mörden gleichsetzt. Ein Fenster der 
hat. Die Gefangenen bewaffnen sich mit  Gewerkschaft für die Gefängniswärter nahe 
Eisenstangen und Projektilen. Die Polizei  dem Gefängnis wird eingeschlagen.
interveniert schnell. Nach einigen Stunden 
Konfrontation ist die Ordnung  15.10., Brüssel Ungefähr 300 Menschen 
wiederhergestellt. demonstrieren um an den Mord von Fayçal 
im Gefängnis von Vorst zu erinnern.
24.09., Vorst Fayçal wird in der 
Isolationszelle mittels drei Injektionen Haldol  18.10., Lantin Dutzende Gefangene des 
ermordet. Hochsicherheitstraktes besetzen den Hof: 
Sie bewaffnen sich mit Eisenstangen und 
25.09., Brüssel Nach dem Mord an Fayçal  zerstören fast den gesamten Flügel. Nach 
breiten sich Krawalle in der Gegend der  einigen Stunden gelingt es der Polizei sie 
Marollen, wo er lebte, sowie in anderen  zurück in ihre Zellen zu treiben.
Bezirken aus. Einige Tage lang kommt es zu 
Konfrontationen mit der Polizei.  29.10., Ittre Die Bundespolizei zwingt alle 
Schaufenster werden eingeschlagen, Autos  Besucher sich auszuziehen und unterzieht 
und einige Gebäude werden in Brand  sie Leibesvisitationen. Am Abend bricht eine 
gesetzt. Die Polizei militarisiert die Bezirke  Meuterei aus. Gefangene brennen mehrere 
von Brüssel in drei Tagen und verhaftet  Zellen nieder, sowie Matratzen, Mülleimer 
Jugendliche präventiv. und ein Büro der Wärter. Die Polizei wird mit 
Projektilen und Eisenstangen attackiert. Der 
28.09., Brüssel Zwei Wärter werden bedroht,  Schaden an der Gefängnisinfrastruktur ist 
während sie auf die Straßenbahn warten.  enorm. Fünf Wärter werden verwundet. Erst 
Sie werden als Mörder bezeichnet und sie  nach Mitternacht kehren die Gefangenen in 
sehen ein Messer blitzen. In den nächsten  ihre Zellen zurück.
Tagen verweigern die Wärter ihre Uniform 
auf dem Weg zur und von der Arbeit zu  30.10., Ittre Gefangene berichten, daß in der 
tragen. Sie werden von der Polizei eskotiert. Nacht Feuerwerke über das Gefängnis 
geschossen wurden.
28.09. Brüssel In der Gegend der Marollen 
kursiert ein Pamphlet, das zur Solidarität mit  18.11., Gent Der neue Justizpalast wird 
den Rebellen der Gegend aufruft, für die  angegriffen. Ein Fenster wird eingeschlagen, 
Verknüpfung des Kampfes gegen  Kabel durchschnitten, sowie Graffitties an 
Gefängnisse, Polizei und  die Wand geschrieben. Bereits den ganzen 
Einwanderungsgesetze und für die Streuung  Monat November wurde das Gebäude von 
und Verbreitung der Revolte. Vandalen heimgesucht.

05.10. Vorst Die Polizei interveniert um zig  21.11., Gent Das Spanische Konsulat wird in 
Gefangene, die sich mit Eisenstangen  Solidarität mit dem Kampf der FIES­
Gefangenen mit Farbbomben angegriffen. Gefängnis von Merksplas. 
“Du mußt dein Maul halten. Dein Maul halten 
Ende November Einige Wärter in Mons  wenn sie deine Post aufreißen, wenn sie in 
werden verwahrt und beschuldigt des  deine Zelle eindringen, wenn sie deinen 
Verkehrs, Mißhandlung und Folter(Sie  Hofgang absagen, wenn sie dir deinen 
nötigten Häftlinge nackt mit Seilen um ihren  Freigang unter Vorgabe falscher Tatsachen 
Hals herumzukriechen sowie sich  verweigern. Es ist auf allen Ebenen: Wärter, 
gegenseitig zu masturbieren). Sie werden  Psychologen und Sozialassistenten, die 
für einige Monate eingesperrt und dann  Gefängnisleitung und das Gefängnis selbst. 
freigelassen. Die Häftlinge sind mit schweren 
Beruhigunsmitteln, die hier großzügig verteilt 
08.12., Ittre Die Freien Vögel malen Slogans  werden, unter Drogen gesetzt.
in der Gegend um das Gefängnis von Ittre in 
Solidarität mit den Gefangenen. Sie  13.01., Merksplas Ungefähr 40 Gefangene 
sabotieren auch ein Interim­Büro, einige  besetzen den Hof. Nach ein paar Stunden 
Bankomaten und einige Banken. willigen sie ein in ihre Zellen 
zurückzukehren. Auf der anderen Seite des 
14.12., Leuven In Heverlee werden die  Gefängnisses, in dem geschlossenen 
Fenster einer Polizeistation eingeschlagen  Abschiebezentrum findet im Hof ein Krawall 
und ein Brand gelegt. Das Feuer wird durch  statt. Fünf Wärter werden verwundet.
eine Polizeistreife gelöscht. Der Schaden am 
Gebäude ist beachtlich. 14.01., Merksplas Hans  Meurisse 
(Generaldirektor der belgischen 
15.12., Luik In Droixhe wird die Polizei von  Gefängnisse) und Laurette 
50 Jugendlichen belagert. Ein Molotov­ Onkelinx(Justizministerin) übernehmen die 
Cocktail wird auf einen geparkten Polizeibus  Verteidigung ihrer Söldner in Merksplas und 
geworfen. Die Jugendlichen verteilen sich  verurteilen die Beschwerden der Häftlinge 
und niemand wird verhaftet. als unberechtigt und erfunden. Die Wärter 
von Merksplas kündigen einen Streik gegen 
18.12., Beaumont Zwei in einer Garage  die Anschuldigungen an. Sie fühlen sich 
geparkte Polizei Autos gehen in Flammen  “unsicher” weil ihre Namen und Adressen in 
auf. den Beschwerden vorkommen.

23.12., Brugge Einige Dutzend  15.01., Merksplas Wärter schalten um auf 
AnarchistInnen treffen sich am  Minimal Dienst(Limitierte Besuche, 
geschlossenen Abschiebezentrum in Brugge  Hofgänge, Duschen, Aktivitäten, etc.). In 
in Solidariät mit einem ihrer GenossInnen,  kurzer Zeit müssen sie das Gefängnis 
der dort einsitzt und gegen alle  evakuieren, weil die Gefangenen meutern. 
Abschiebungen und Abschiebelager. Für Stunden übernehmen die Gefangenen 
das Gefängnis und zerstören was sie 
2007 können. Einige Zellblöcke werden in Brand 
gesteckt, Fenster eingeschlagen, Zellen 
zerstört. Am Abend fällt die Aufstandspolizei 
06.01., Merksplas Einige Tageszeitungen 
ein, gefolgt von Stunden der Konfrontation 
veröffentlichen Zeugnisse von 
zwischen den rebellierenden Gefangenen 
Mißhandlungen und die Haftbedingungen im 
und den Einheiten der Polizei. Vor  die Gefangenen von Merksplas, die 
Mitternacht gelingt es der Polizei die  Beschwerden eingelegt hatten, zu bestrafen.
Ordnung wiederherzustellen.
21.01., Antwerpen Poster werden plakatiert 
16.01., Zumindest 40 rebellierende  über die Meuterei in Merksplas: “Krieg dem 
Gefangene werden in der Nacht in die  Gefängnis und seiner Welt.”
nahegelegenen Gefängnisse von Turnhout 
und Wortel überstellt, wo es wiederum zu  21.01., Leuven Die Fenster des 
einigen Störungen kommt. Ungefähr 20  Justizgebäudes werden eingeschlagen.
Gefangene werden in Merksplas in Isolation 
gesteckt. 21.01., Mons Angeklagter A.V. erscheint vor 
dem Gericht. Er trägt ein oranges T­Shirt mit 
17.01., Antwerpen Die Fenster des  dem Schriftzug “GuantanaMons” um die 
Justizministers werden eingeschlagen, eine  Folter in dem Gefängnis zu verurteilen.
Stinkbombe wird in das Haus geworfen und 
der Schriftzug “Ici comme à Merksplas”  23.01., Oudenaarde Ein dutzend Gefangene 
(Here as in Merksplas) wird auf der Mauer  besetzen den Hof und klettern auf das Dach, 
hinterlassen. wo sie sich für einige Stunden verschanzen. 
Die Gefängnisinfrastruktur erleidet einige 
18.01., Ittre Ein Gefangener der durch zwei  kleinere Schäden.
Wärter ins Krankenhaus eskortiert wird, 
flüchtet. Maskierte Individuen greifen die  23.01., Vottem AnarchistInnen versammeln 
Wärter an und schlagen sie zusammen. Die  sich am geschlossenen Abschiebezentrum 
Wärter von Ittre streiken gegen die  in Solidarität mit derem Genossen.
“Unsicherheit”. In fünf anderen 
Gefängnissen nehmen die Wärter auch am  25.01., Brüssel Mehr als 10 000 Menschen 
Streik teil.  stellen am nationalen Wahltag einen Antrag 
als Gefängniswärter.
19.01., Mons Die Wärter von Mons gehen in 
Streik gegen den Fakt daß sie öffentlich als  26.01., Brüssel Im Gefängnis von Sint­Gillis 
“Neo­Nazis, Folterer,” verurteilt werden. Sie  wird ein Wärter von Gefangenen 
behaupten Drohungen erhalten zu haben.  angegriffen. Er muß ins Krankenhaus. Die 
Sie fordern, daß die Justizministerin eine  Wärter schalten um auf minimal Dienst.
Beschwerde einlegt gegen einen Ex­
Gefangenen, der im Fernsehen eine  28.01., Charleroi Die Polizei exekutiert den 
Zeugenaussage gegen die Wärter abgelegt  23 Jahren alten Henaday Numeni, der ein 
hatte. gestohlenes Auto fuhr. Kleinere Krawalle 
breiten sich in Charleroi aus: Dutzende 
20.01., Die Wärter von Brugge, Lantin, Mons  Autos werden in Brand gesteckt und Steine 
und Andenne stellen sich hinter die  gegen staatliche/offizielle Gebäude und 
Forderungen der Wärter von Mons und  Geschäfte geworfen.
behaupten Zielscheibe einer 
Verleumdungskampagne zu sein. 30.01., Charleroi Eine Polizeistation wird mit 
Molotov­Cocktails angegriffen. Die Station 
20.01., Justizministerin Onkelinx verspricht  wird schwer beschädigt.
Blöcke zu schaffen wo “schwierige” und 
31.01., Charleroi Innerhalb einer halben  “gewalttätige” Gefangene begraben werden 
Stunde werden drei Polizeistationen mit  könnten. Dieser Plan würde in kurzer Zeit 
Feuerbomben angegriffen. Das Gebäude  realisiert und bezeichnet die Umsetzung 
von Child&Family(die Normen über  eines Gefängnisses innerhalb des 
Kindererziehung aufzwingen), neben einer  Gefängnisses.
vierten Polizeistation, wird auch von 
Feuerbomben getroffen. Die Polizei ruft  22.02., Vottem Ungefähr 150 Menschen 
Verstärkung und militarisiert die Straßen  demonstrieren am Abschiebezentrum gegen 
bestimmter Nachbarschaften von Charleroi. die Abschiebung eines Mitglieds der 
Organisation der Papierlosen. Auf der Route 
04.02., Charleroi Die Stadthalle von  werden Graffities gegen Lager und 
Damprey wird feuergebombt. Abschiebungen gemalt.

08.02., Tubize Die Polizei tötet einen  22.02., Vottem Ein Krawall entzündet sich im 
Autodieb mitten auf der Straße. Der Dieb  Abschiebezentrum. Schwerer Schaden wird 
trug keinerlei Waffen und die Polizeisprecher  verursacht. Einige Meuterer werden in das 
reden von legitimierter Selbstverteidigung. Zentrum von Merksplas überstellt.

08.02., Die Bundespolizei stürmt die  22.02., Brüssel Der Glas­Eingang von 
Wohnung(en) dreier Personen in Verbindung  FEDASIL(Agentur, die die offenen Lager für 
zu Drohbriefen, die Wärtern geschickt  Asylsuchende verwaltet) wird zertrümmert.
wurden. Dokumente und Computer werden 
beschlagnahmt. 25.02., Merksplas 40 Menschen 
demonstrieren am Abschiebezentrum, wo 
14.02., Wärter von Merksplas, Turnhout,  einige der Meuterer von Vottem in Isolation 
Hoogstraten und Wortel gehen in Streik als  sitzen. Es ist eine gigantische Polizeipräsenz 
Protest gegen die Beschwerden von (ex­)  vor Ort(Aufstandseinheiten, Wasserwerfer, 
Gefangenen und gegen  etc.). Die DemonstrantInnen müssen durch 
Verleumdungskampagnen. die Felder laufen um das Abschiebezentrum 
und das Gefängnis nebenan zu erreichen. 
15.02., Brüssel Die Wärter von Vorst und  Die Gefangenen hämmern gegen die 
Sint­Gillis schalten um auf Minimal Dienst.  Fenster und Gitterstäbe.
Sie beschweren sich über den Stress und 
einen Vorfall einige Tage zuvor indem ein  Anfang März In Merksplas und Turnhout 
Wärter zusammengeschlagen wurde. werden Slogans gegen Abschiebelager und 
Gefängnisse an Wände gesprüht.
20.02., Justizministerin Onkelinx macht eine 
öffentliche Erklärung über neue  Vorst Gefangene besetzen den Hof und 
Maßnahmen. Um der Gewalt der  bewaffnen sich mit Eisenstangen als Antwort 
Gefangenen gegen die Wärter  auf einen Streik. Aufstandspolizei erscheint 
entgegenzutreten, stellt sie Stress­Teams  zur Intervention um sie zurück in ihre Zellen 
ein, die mit Hilfe des Roten Kreuzes Wärter  zu treiben.
in Konflikt­Management ausbilden. Sie 
ordnete eine Studie an um zwei Isolations  Mons Um das Gefängnis von Mons werden 
Poster plakatiert gegen Folter im Gefängnis,  27.03., Leuven Das Gebäude der Stadt­
gegen alle Gefängnisse und in Solidarität mit  Wache wird versiegelt: Fenster werden mit 
allen Meuterern im Gefängnis. Schrauben blockiert und in die Tür werden 
Nägel eingeschlagen. Ein Pamphlet gegen 
02.03., Lantin Dutzende Gefangene klettern  die Kontrollgesellschaft wird liegengelassen.
auf das Dach des Gefängnisses. Ein paar 
Stunden später steigen sie herunter,  27.03., Gent Das niederländische Konsulat 
nachdem mit dem gewalttätigen Einschreiten  wird in Solidarität mit dem Anarchisten 
der Polizei gedroht wird. NN(anonymous) der in den Niederlanden 
eingeknastet ist, angegriffen. Die Fenster 
05.03., Lantin Gefangene besetzen den Hof.  werden eingeschlagen.
Es kommt zu einigen Konfrontationen mit 
Wärtern und Polizei. Anfang April Antwerpen Zwei 
niederländische Banken werden in 
07.03., Louvain­la­Neuve Über der Autobahn  Solidarität mit dem Anarchisten NN 
Brüssel­Charleroi wird ein Transparent in  angegriffen. NN wird einige Wochen später 
Solidarität mit allen Meutereien in  abgeschoben.
Gefängnissen und Abschiebe­Lagern auf 
einer Brücke aufgehängt. 08.04., Turnhout Ungefähr 80 Gefangene 
besetzen den Hof und starten eine Meuterei. 
12.03., Vottem 11 Menschen flüchten aus  Sie beginnen damit die Infrastruktur  zu 
dem Abschiebezentrum. zerstören (Elektrizitäts­Kabel, Kameras und 
ein Büro von Wärtern). Als die Polizei 
15.03., Offiziell befinden sich mehr als  interveniert, verteidigen sie sich mit 
10 000 Menschen in belgischen  Eisenstangen und Steinen. Schließlich 
Gefängnissen. Die Gefängnisse in Brüssel  kehren die meisten in ihre Zellen zurück. 
sind mit 39% überbevölkert, im restlichen  Eine Handvoll jedoch klettert aufs Dach. Die 
Land liegt die Überbevölkerungsrate bei  Polizei ruft die Feuerwehr, die für Stunden 
20%. mit Wasser auf die Gefangenen schießt. 
Ungefähr um Mitternacht kommen die 
15.03., Brüssel Der Justizpalast wird wegen  Gefangenen herunter. Ein Polizist und ein 
eines Bomebnalarms evakuiert. Drei Pakete  Wärter werden verwundet.
werden gefunden; Eines enthielt einen 
Zünder. Die Polizei jagt dieses in die Luft.  11.04., Turnhout Ein Molotov­Cocktail wird 
Zwei Tageszeitungen erhielten eine  auf das Jugendgericht geworfen. Der 
Nachricht in der erklärt wird, daß der  Schaden ist erheblich. Die Computer sind für 
Bombenangriff gegen den Justizapparat  zwei Wochen außer Funktion.
gerichtet wäre, nicht gegen Individuen und 
daß zwei falsche­Pakete hinterlassen  11.04., Brugge Ein Molotov­Cocktail wird auf 
wurden um die Polizei in die Irre zu führen. das Justiz­Gebäude geworfen. Der Eingang 
des Gerichts wird beschädigt.
24.03., Brüssel Die Christlich­Demokratische 
Partei veröffentlicht, daß der private Sektor  15.04., Ein Gefangener flieht mit einem 
neue Gefängnisse bauen sollte. Hubschrauber. Er ist nach wie vor auf der 
Flucht. Die Flucht provoziert eine Reihe von 
Sicherheitsmaßnahmen. Die Justizministerin 
studiert die Möglichkeit alle Höfe mit 
Metallkonstruktionen oder Netzen zu 
sichern.

16.04., Arlon Ein Gefangener attackiert 
einen Wärter in Arlon. Die Wärter gehen 
spontan in Streik und fordern seine 
Überstellung. Der Mann wird nach Gent 
überstellt, wo er in Isolation gesteckt wird.

19.04., Sechs Menschen flüchten  aus dem 
Abschiebezentrum. Zwei von ihnen werden 
etwas später wieder verhaftet.