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Liste von Orientierungsdaten für den Geschichtsunterricht der 7.

Klassen:
1095 Papst Urban II. ruft zum Kreuzzug auf
1215 Magna Charta Libertatum
1356 „Goldene Bulle“ Kaiser Karls IV.
1492 Christoph Columbus leitet mit seinen Entdeckungsreisen die europäische Besitznahme der
„neuen Welt“ ein.
1517 Veröffentlichung der 95 Thesen Luthers in Wittenberg
1524/25 Deutscher Bauernkrieg
1555 Augsburger Religionsfriede
1618-1648 Dreißigjähriger Krieg
1624-1661 Die Kardinäle Richelieu (bis 1642) und Mazarin bauen als Erste Minister die
Macht des französischen Königs weiter aus.
1600-1750 Kirchen ,Klöster und Schlösser werden im barocken Stil gebaut.
1688/89 Glorreiche Revolution, “Bill of Rights“
1740-1786 Friedrich II. regiert als aufgeklärter Monarch und macht Preußen zur Großmacht.
1783 Die 13 englischen Kolonien erklären am 4.Juli ihre Unabhängigkeit
1861-1865 Der Bürgerkrieg : Der Sieg der Nordstaaten bringt die Abschaffung der Sklaverei
und sichert die Einheit der USA.
14.Juli 1789 Sturm auf die Bastille
1791 Frankreich wird konstitutionelle Monarchie
1793 Hinrichtung des franz. Königs
1793/94 Schreckensherrschaft des Wohlfahrtsausschusses
1794 Hinrichtung Robespierres
1804 Napoleon Kaiser der Franzosen
1815 Wiener Kongress
1769 James Watt erhält Patent auf eine Dampfmaschine
1835 die erste deutsche Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth wird eröffnet
1848 Das Kommunistische Manifest
1878 Sozialistengesetz ( bis 1890)
1848 Revolution in Deutschland ,in der Frankfurter Paulskirche tritt die erste deutsche
Nationalversammlung zusammen
1870/71 Deutsch/Französischer Krieg,1871 Reichsgründung ,Kaiserproklamation
1883-1889 Bismarcks Sozialgesetzgebung
1888-1918 Kaiser Wilhelm II
1914-1918 Erster Weltkrieg

Wichtige geschichtliche Begriffe und Namen

Mission
Verkündigung und Verbreitung der Botschaft Jesu Christi unter Nicht-Christen (so genannten Heiden)
durch Missionare (z.B. Missionierung der Sachsen unter Karl dem Großen im 9. Jh.)
Kreuzzüge
Ursprünglich vom Papst ausgerufene Kriegszüge der abendländischen Christen mit dem Ziel, das heilige
Grab in Jerusalem von den Muslimen zu befreien. Für die Menschen des 11.-13.Jh. waren die Kreuzzüge
bewaffnete Pilgerfahrten unter dem Zeichen des Kreuzes. Als Lohn wurde ihnen von den
Kreuzzugspredigern der Erlass aller Sünden, der Ablass, versprochen. Insgesamt fanden 7 große und viele
kleinere Kreuzzüge statt.
Kirchenbann
Unter Bann verstand man im Mittelalter das Recht, etwas zu verbieten oder zu gebieten. Der Kirchenbann
verbot dem Gebannten, eine Kirche zu betreten, die Sakramente zu empfangen. Ein Gebannter durfte auch
nicht kirchlich bestattet werden. Da die Kirche dieser Zeit einflussreich war und viele Menschen fromm
waren empfanden sie den Ausschluss aus der Gemeinschaft der Kirche als schwere Bedrohung.
Humanismus
(lat. ‚humanus—, d.h. den Menschen betreffend, menschlich, menschenfreundlich):
Der Begriff bezeichnet eine seit dem 14. Jh. in Italien beginnende geistesgeschichtliche Bewegung.
Gelehrte, die sich nicht mehr nur an der kirchlich-christlichen Überlieferung orientierten, machten die
römische und (später)die griechische Literatur des klassischen Altertums zu ihrem Vorbild. Sie sahen im
Menschenbild der klassischen Antike den wahren Ausdruck menschlicher Vollkommenheit.
Renaissance
(franz., d.h. « Wiedergeburt »,ital. „rinascimento“): Seit dem Anfang des 15.Jh. entwickelten italienische
Maler, Bildhauer und Architekten ein neues Verständnis von Kunst. Die Formen der Natur, die Kunstwerke
der Antike, die Gesetze der Geometrie (Perspektive) wurden für sie maßgebend; die von mittelalterlichen
Künstlern geschaffenen Formen lehnten sie ab. Sie sprachen von einer ‚Wiedergeburt— der Kunst und
bezogen sich dabei auf die antike Kultur.
Die Wiederentdeckung der Antike veränderte das Weltbild und das Menschenbild so sehr, dass man diese
Zeit auch als „Zeitalter der Renaissance“ bezeichnet. Es ist die Zeit des Übergangs vom Mittelalter zur
Neuzeit (um 1500).
Kolonialismus
Seit dem „Zeitalter der Entdeckungen“ eroberten europäische Staaten überseeische Gebiete, um diese als
Wirtschafts-, Siedlungs- oder Militärkolonien zu nutzen. Man unterscheidet drei Phasen kolonialer
Ausdehnung: 1. den Kolonialismus des 16. bis 18. Jahrhunderts, vornehmlich in Amerika; 2. den
Kolonialismus des 18. und 19. Jahrhunderts, hauptsächlich im asiatischen Raum, und 3. den Imperialismus
des ausgehenden 19. Jahrhunderts, der sich auf Afrika und den pazifische Raum erstreckte. Die wichtigsten
Kolonialmächte waren zunächst Spanien und Portugal, dann Holland, Frankreich und England, gegen Ende
des 16. Jahrhunderts auch Russland wegen seiner Ausbreitung nach Sibirien, in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts gehörten auch Belgien, Deutschland und die USA dazu.
Reformation
(lat. „reformatio“, das bedeutet Umgestaltung, Verbesserung): Vor Luther bezeichnete man mit diesem
Begriff eine Reform (Erneuerung) der Kirche, mit der man den ursprünglichen, als gut angesehenen Zustand
wiederherstellen wollte. Später wird der Begriff auf die von Luther ausgelöste religiöse
Erneuerungsbewegung des 16. Jahrhunderts übertragen, die dann zur Bildung evangelischer Kirchen führte.
Für die Reformatoren ist das Evangelium (die frohe Botschaft) der Bibel alleinige Norm des Glaubens.
Deshalb werden die Lehrgewalt des Papstes und die besondere Stellung der Priester abgelehnt. Der einzelne
Mensch steht mit seinem Gewissen allein und unmittelbar vor Gott. Er braucht keine Priester mehr als
Vermittler.
Es gilt das „allgemeine Priestertum der Gläubigen“. Allein durch die Gnade Gottes und nicht durch gute
Werke ist der an sich sündige Mensch vor Gott gerechtfertigt.
Europa
In der griechischen Sage war Europa der Name einer phönizischen Königstochter, die Zeus nach Kreta
entführte. Geographisch bezeichnet Europa den Teil Asiens bis zum Ural. Im Mittelalter Stand der Name für
das römisch-katholische Westeuropa im Gegensatz zum Byzantinischen Reich und zur islamischen Welt.
Byzantinisches Reich
Name für das oströmische Reich, dessen Hauptstadt von 330 bis zur Eroberung durch die Türken 1453
Konstantinopel (griech. Byzanz) war. Das byzantinische Reich war durch die griechisch-orthodoxe Kirche
geprägt und wurde zum kulturellen Vorbild für Mittel- und Osteuropa.
Absolutismus
Regierungsform, in welcher der Landesherr allein die Herrschaftsgewalt besitzt, ohne an die Zustimmung
zum Beispiel einer Ständeversammlung oder an die Gesetze gebunden zu sein. Es wurde eine
Beamtenschaft und ein stehendes Heer aufgebaut. Staatliche Maßnahmen regulierten die Wirtschaft.
Merkantilismus
Wirtschaftspolitische Maßnahmen, mit denen die absolutistischen Fürsten Macht und Wohlstand ihres
Landes mehren wollten, v.a. durch Förderung von Handel, Manufakturen und den Export.
Privileg
Vorrechte, die einzelnen Personen oder Personengruppen von Fürsten und Königen gewährt werden
konnten oder der Tradition entstammten ,wie z.B. Steuerbefreiung, das Jagdrecht, Ehrenstellen.
Aufklärung
Eine in Europa im 18.Jahrhundert von gebildeten Menschen vertretene Grundeinstellung, die vom Glauben
an die Vernunft in jedem Menschen geprägt ist. Der Gebrauch des eigenen Verstandes (lat.“ratio“) befreie
die Menschen aus den alten Abhängigkeiten der Kirche und des Königtums und führe zu mehr Glück,
Toleranz und Selbstbestimmung Mit Hilfe der Wissenschaften und einer vernünftigen Erziehung mache die
Menschheit beständige Fortschritte auf eine bessere Welt hin.
Parlament
Das Wort kommt vom lat. „parlare“ und bezeichnete ursprünglich die Versammlung der Stände (hoher Adel
und Geistlichkeit, später auch Städtevertreter), die den König berieten. In England entwickelte sich daraus
im Mittelalter das Recht des Parlaments, über die Erhebung von Sonder steuern und Abgaben mit zu
entscheiden und bei Gesetzen mitzuwirken.
Puritaner
Die Puritaner gehörten meist der protestantischen Richtung des Calvinismus an. Daher glaubten sie, dass sie
durch Gottes Gnade zu den Auserwählten zählten. Dieses Bewusstsein ließ sie auch glauben, dass sie über
alle Feinde siegen würden. Die anglikanische Staatskirche lehnten sie ab. Sie wollten sie von
nichtbiblischen, katholischen Bestandteilen „reinigen“. Die Puritaner entstammten meist den Mittel- und
Unterschichten. Sie bemühten sich um eine gottgefällige Lebensweise, die alle Genussmittel und alle
Vergnügungen ausschloss und die Sonntagsruhe heiligte.
Volkssouveränität
Nach dem Prinzip der Volkssouveränität leitet sich alle staatliche Herrschaft aus dem Willen des Volkes ab.
Nach dem Grundsatz „alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“ bestimmt das Volk als Zusammenschluss
freier Staatsbürger seine Regierungsform selbst und übt auch die Herrschaft aus (Demokratie).
Föderalismus
Nach dem Prinzip des Föderalismus behalten innerhalb eines Staates (z.B. lockerer Staatenbund oder
Bundesstaat) die einzelnen Gliedstaaten große Selbständigkeit und eigene Rechte (z.B. Kulturhoheit).
Verfassung (lat.“constitutio“)
In einer Verfassung, auch Konstitution genannt, sind die Grundsätze eines Staates festgeschrieben. Sie
bestimmen die Form (z.B. Demokratie oder Monarchie) und den Aufbau (zentralistisch, föderalistisch) eines
Staates und legen fest, welche Staatsorgane (z.B. Parlament, Gericht, Monarch) es gibt. Eine Verfassung
bestimmt, wer als Bürger zu gelten hat und wer wählen (aktives Wahlrecht) und wer in politische Ämter
gewählt werden darf (passives Wahlrecht)
Imperialismus
Im weiteren Sinne die Bezeichnung für jegliche Form der Schaffung und Sicherung eines über die
eigenen Grenzen ausgedehnten, fremde Völker einschließenden Herrschaftsraums. Im engeren Sinne
bezeichnet I. die Machtpolitik der europäischen Großmächte in der 2. Hälfte des 19.Jhds., als diese ihre
Macht- und Wirtschaftspolitik zunehmend auf Afrika und Asien ausdehnten. Der klassische I. stellt somit
eine Fortsetzung der Kolonialpolitik der Großmächte des 16.-18.Jhds mit anderen politischen Mitteln und
Zielen dar.
Sozialdarwinismus
Der Biologe Charles Darwin entwickelte im 19. Jhd. die Lehre von der biologischen Evolution der Arten,
wonach die verschiedenen Lebewesen ihre Überlebenschancen angesichts veränderter Umweltbedingungen
durch Aussonderung und Absterben der zur Anpassung unfähigen Mitglieder einer Art regeln. Diese
biologische Lehre wurde von verschiedenen Denkern (u.a. Gobineau und Chamberlain) auf die menschl.
Gesellschaft unkritisch übertragen. Auf der Grundlage u.a. solcher Ideen entfalteten sich im letzten Drittel
des 19.Jhds Vorboten der faschistischen Rassenideologie des 20.Jhds.
Deutscher Kolonialismus (Südwest- und Ostafrika)
Das Deutsche Kaiserreich von 1871 erwarb in den Jahren 1884/85 Gebiete, die die heutigen afrikanischen
Staaten Namibia, Togo und Kamerun bilden. Bis 1890 wurde das heutige Tansania erkämpft. Dabei kam es
zum Völkermord an den Herero. Nach dem I. Weltkrieg verlor das Reich alle Kolonien.
Habsburger Reich
Die Dynastie der Habsburger stellt seit Ende des 13. Jhds den Deutschen Kaiser (1.Rudolf von Habsburg.),
bis Napoleon I. das alte Deutsche Kaiserreich 1806 auflöste.
Weltmachtpolitik betreiben die Habsburger allerdings hauptsächlich durch Ausdehnung ihres Erblands
Österreich, (Heirats und Machtpolitik im 15.u. 16. Jhd). Unter Philipp II von Spanien erreicht diese
Machtpolitik ihren Höhepunkt, aber auch die Wende zum Niedergang (Loslösung der spanischen
Niederlande).
Im 18.u. 19. Jhd beschränkt sich die Macht Habsburgs wieder auf Ost- und Südosteuropa mit den
Kronländern Österreich und Ungarn. Das Habsburger Reich wird 1918 im Kontext der Niederlage im I.
Weltkrieg aufgelöst. In Ost- und Südosteuropa entstehen daraufhin selbständige Nationalstaaten
(Tschechoslowakei, Polen, Serbien usw.).
Wilhelminische Zeit
Der Ausdruck bezeichnet die Epoche des II. Deutschen Kaiserreichs (1871-1918) u.a. unter der Herrschaft
Kaiser Wilhelms II - König von Preußen (Dynastie der Hohenzollern). Kulturell war die Zeit stark durch das
preußische Erbe geprägt; d.h. die Gesellschaft erhielt ihr Gepräge durch das preußische Militär, das der
Adel dominierte. In der W.Z. richtete das dt. Bürgertum seinen Lebensstil an der tonangebenden
Gesellschaftsschicht des Adels aus.
6. Fassung – 14.12.2008; BLO