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Liste von Orientierungsdaten für den Geschichtsunterricht der 6.

Klassen:

Sieben Daten zur griechischen Geschichte (v. Chr.)


776 erste Olympische Spiele
ca. 700 Homers Dichtung über Troja und Odysseus
508 Einführung der Demokratie in Athen
490/480 Siege gegen die Perser
429 Perikles stirbt wahrend des Krieges gegen Sparta
399 Sokrates wird hingerichtet
323 Alexander der Große stirbt in Babylon

Sieben Daten zur römischen Geschichte


753 (v. Chr.) sagenhaftes Datum der Gründung Roms
ca. 500 Rom wird Adelsrepublik
201 Sieg über Hannibal
133 Gracchen, Beginn der Auflosung der Republik
44 Ermordung Caesars
31 Ende der Republik, Beginn der Kaiserherrschaft des Augustus
476 (n. Chr.) Absetzung des letzten weströmischen Kaisers durch Germanen

Daten zum Mittelalter


800 Karl der Große wird zum Kaiser gekrönt
936 - 973 König Otto I., der Große, regiert das Reich
1077 Gang nach Canossa

Wichtige geschichtliche Begriffe und Namen:


Jungsteinzeit die letzte Phase der Steinzeit von ca. 8000 bis 3000, in der die Menschen
Landwirtschaft zu treiben begannen.
Hochkultur eine frühe Kultur, die bereits eine Schrift, Städte und eine staatliche Verwaltung
kennt (die drei "S").
Polis griechisches Wort für Stadt, bezeichnet auch den Staat aus Stadtbürgern und
Umlandbewohnern.
Solon athenischer Staatsmann, der um 600 v. Chr. versuchte, zwischen Adeligen und Volk
zu vermitteln und eine Verfassung gab, die Rechte nach dem Besitz staffelte.
Quelle in der Geschichtswissenschaft Dokumente oder Gegenstände, aus denen Kenntnisse
über die Vergangenheit gewonnen werden können. Quellen müssen befragt und
kritisch ausgewertet werden.
Gesellschafts- Diese Skizze (in Form einer Pyramide) verbildlicht den Aufbau eines
pyramide Staates. Die Staatsspitze wird oben, die unterste Schicht in der Basis eingetragen,
dazwischen verdeutlichen Pfeile die Beziehungen zwischen den sozialen bzw.
politischen Schichten.
Monarchie griechisches Wort für Königsherrschaft, in der eine Königsdynastie die Herrschaft
meist an den ältesten Sohn weitergibt.
Aristokratie griechisches Wort für Adelsherrschaft, in der nur die von Geburt Adeligen und
deren Familien politische Rechte haben.
Demokratie griechisches Wort für Volksherrschaft, in der zunächst nur die freien Männer einer
Polis politische Rechte hatten. Heute hat in einer Demokratie meist jede Frau und
jeder Mann die gleichen politischen Rechte.
Perikles Politiker der Athener, der seine Polis zur kulturellen Blüte führte, die Demokratie
ausbaute und Athen zur Großmacht machte.
Republik lateinisches Wort für Staat, in welchem die Herrschaft nicht von einem König
ausgeht, sondern vom Adel, von den Bürgern oder einer Partei.
Senat in Rom die Versammlung der Häupter der Adelsfamilien, die bis zur Kaiserzeit die
Richtlinien der Politik bestimmten. Heute die Regierung freier Städte wie Berlin
und Hamburg.
Magistrat in Rom und den Städten des römischen Reiches gewählte Regierungsbeamte und ihr
Amt. Heute in vielen Städten die Stadtverwaltung.
Konsuln waren in Rom die zwei obersten und auf ein Jahr gewählten Staatsbeamten. Sie
führten das Heer und hatten unumschränkte Macht.
Diktator in Rom die sechsmonatige Herrschaft eines Mannes in Notzeiten. Später machten
sich Männer wie Cäsar zu Diktatoren auf Lebenszeit - wie die heutigen
Gewaltherrscher.
Kaiser abgeleitet von "Caesar". Das Wort bezeichnet seit Augustus den Titel eines Mannes,
der nicht nur einen Staat regiert, sondern ein Reich aus mehreren Staaten.
Prinzipat die Staatsform des frühen römischen Kaisertums. "Princeps" heißt eigentlich nur
"der Erste des Senats". Dieser Titel sollte die Alleinherrschaft des Augustus
verschleiern.
Romanisierung die Übertragung der römisch-griechischen Kultur auf die unterworfenen Völker.
Romanische Sprachen (Franzosisch, Italienisch, Spanisch etc.) sind die aus dem
Lateinischen entstandene Sprachen.
Byzanz Stadt am Bosporus, die als Hauptstadt des Oströmischen Reiches "Konstantinopel"
hieß und später als Hauptstadt des Türkischen Reiches "Istanbul".
Völkerwanderung im engeren Sinn die germanische Wanderungsbewegung vom 3. bis 6. Jahrhundert,
die das Weströmische Reich in einzelne Germanenstaaten auflöste und aus der das
Frankenreich als Erbe Roms hervorging.
Verfassungsskizze ist eine bildliche Darstellung über das Funktionieren eines Staates, seiner Organe
und seiner gesetzlichen Ordnung mit Wahlrecht, Aufgaben der Regierung und deren
Kontrolle.
Tyrannis griechisches Wort für die Gewaltherrschaft eines Einzelnen.
Hegemonie griechisches Wort für Vorherrschaft einer Polis über die anderen. Die schwachen
Staaten verlieren dabei ihre Autonomie, also Unabhängigkeit.
Gymnasion: griechische Sportstätte, in der die jungen Männer unbekleidet trainierten. Heute ist
ein Gymnasium die Höhere Schule, die zum Abitur führt.
Limes: der römische Grenzwall in Süddeutschland zwischen Rhein und Donau, der ab ca.
90 n. Chr. errichtet wurde.
Hellenismus die griechische Kultur und Staatenwelt von ca. 300 bis 30 v. Chr.
Imperium lateinisches W ort für Befehl und Reich. Ein Imperium steht unter der Führung
einer Stadt, eines Staates oder eines Kaisers.
Mittelalter Bezeichnung der Historiker für den Zeitraum zwischen Antike und Neuzeit von ca.
500 (Zerstörung Westroms) bis ca. 1500 n. Chr. (Entdeckung Amerikas). Er lässt
sich unterteilen in Frühmittelalter (bis ca. 900), Hochmittelalter (ca. 900-1300) und
Spätmittelalter (ab ca. 1300).Wichtige Merkmale des Mittelalters sind die
Verbindung zwischen Kirche und weltlichen Herrschern, die Ständegesellschaft und
das Lehnswesen.
Königsheil Vorstellung der germanischen Stämme (z.B. der Franken), dass der König seine
Wunderkraft durch die Götter, mit denen er in Verbindung steht, bezieht und an den
Stamm weitergibt.
Gottesgnadentum Christliche Vorstellung, dass Gott einem König die Fähigkeit zum Regieren
verleiht. Die se Gnade wird auch auf die Königsfamilie (Dynastie) übertragen.
Königserhebung Der König hatte einen weltlichen und einen christlichen Herrscherauftrag. Zur
weltlichen Aufgaben gehörten die Sicherung der Herrschaft in seinem Reichsgebiet
und die Eroberung neuer Gebiete. Zum christlichen Auftrag gehörte die Sicherung
und Verbreitung des Christentums. Seit Otto dem I. (im Jahr 936) wird der König
daher von den Reichsfürsten ausgewählt und anschließend von der Geistlichkeit
(den Bischöfen) gesalbt.
Reichskirche Seit der Karolingerzeit überließen die Könige den Bischöfen und Äbten große
Gebiete, zahlreiche Herrschaftsrechte und hohe Ämter, welche die Geistlichen nicht
weitervererben konnten. Die Geistlichen standen daher in einem besonderen
Treueverhältnis zum König. Als Gegenleistung erwartete der König z.B. Dienste bei
Hof oder das Stellen von Heeren im Kriegsfall.
Kaiser Der Kaisertitel war der höchste weltliche Herrschertitel und wurde vom Papst an
einen König verliehen. Aufgaben des Kaisers waren der Schutz der Kirche und des
Papstes, die Verbreitung des Christentums und die Bekämpfung der Heiden.
Lehen Das verliehene Land und die auf diesem Land lebenden verliehenen Arbeitskräfte,
die ein König oder ein Fürst an einen Adligen auf Lebenszeit verleiht, nennt man
Lehen. Das Lehen konnte nach dem Tod des Lehensinhabers wieder an den König /
Adligen zurückfallen oder neu vergeben werden.
Vasall adliger Lehensinhaber, der die Erträge aus dem Lehen behält, dem König dafür aber
militärische Hilfe leisten oder mit Rat zur Seite stehen muss. Der Vasall ist dem
König zu Treue verpflichtet. Teile des Lehens kann er an Untervasallen
weiterverleihen.
Grundherrschaft Der Eigentümer des Bodens (Grundherr) war im Mittelalter zugleich Herr über die
Bauern (Grundholde), die von ihm abhängig waren und ihm Frondienste und
Abgaben (Grundzins) leisten mussten. Die Grundherrschaft bestimmte die
gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Ordnung im Mittelalter.
Freie im Mittelalter alle Personen, die Eigentum besaßen und somit nicht von einem
Grundherrn abhängig waren. Sie konnten frei über sich und ihr Eigentum verfügen.
Hörige Personen, die kein eigenes Land besaßen und so von ihrem Grundherrn abhängig
waren. Sie waren unfrei, konnten das ihnen zugeteilte Land nicht verlassen und
mussten ihrem Grundherrn Abgaben und Frondienste leisten. Allerdings durften
Hörige bewegliches Eigentum erwerben.
Leibeigene Als Leibeigene bezeichnet man das Gesinde (z.B. Mägde, Knechte) am Herrenhof,
das weder bewegliches Eigentum noch persönliche Rechte besaß.
Ständegesellschaft Im Mittelalter waren die Menschen der Überzeugung, dass Gott die Menschen in
drei Gruppen (Stände) mit unterschiedlichen Aufgaben aufgeteilt habe: in die
Geistlichkeit, den Adel und in die Bauern / Handwerker. Jeder Stand sollte die
anderen Stände unterstützen, d.h. für die anderen beten, kämpfen oder arbeiten. Die
Geburt entschied, welchem Stand der Mensch angehörte.
Adel Zum Adel gehören Freie, die für den König als ihrem obersten Lehnsherrn
Kriegesdienst leisten mussten und ihm bei der Verwaltung des Reiches halfen. Sie
besaßen oft eigenen Besitz, über den sie herrschten. Den Adelstitel erhielt man
durch Abstammung, in manchen Fällen jedoch durch Heirat, Übernahme eines
hohen Amtes oder durch Einkaufen in den Adelsstand.
Dreifelder- Im Rhythmus von drei Jahren wurde auf einem Feld zunächst ein Jahr
wirtschaft Wintergetreide, dann ein Jahr Sommergetreide und im dritten Jahr
Brache (z.B. Gras) angebaut, auf dem das Vieh weidete und den Boden zusätzlich
düngte. Durch die Dreifelderwirtschaft wurden die Erträge der Landwirtschaft
deutlich gesteigert.
Herrschaftszeichen (Herrschaftsinsignien; lat. signum = das Zeichen) Zu den Herrschaftszeichen
gehörten die Krone, der Herrscherstab (Szepter), der Reichsapfel und ab dem 10. Jh.
die heilige Lanze.
Stadt Die Stadt des Mittelalters ist dadurch gekennzeichnet, dass König oder Fürsten den
Stadtbürgern bzw. der Stadtregierung bestimmte Freiheiten verliehen haben. Dazu
gehörte das Recht, Markt abzuhalten, eine eigene Münze (Währung) einzuführen
und eine Mauer zu errichten.
Bürger Im Mittelalter sind Bürger nur die vollberechtigten Stadtbewohner. Frauen genossen
das Bürgerrecht ihrer Männer, hatten keinen Sitz im Rat, da ihnen im Allgemeinen
keine politischen Rechte gewährt wurden. Die Vorstellung eines freien Bürgers
dehnte sich in der Neuzeit auf alle Einwohner eines Staates aus. Das Bürgertum hat
mit seinen Lebensvorstellungen unsere heutige Welt geprägt.
Zunftzwang Niemand konnte im Mittelalter einen Handwerksbetrieb aufmachen, ohne als
Mitglied einer Zunft die Genehmigung zu haben.

6. Fassung – 14.12.2008; BLO