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11_09_072_Sex 27.10.

2009 14:38 Uhr Seite 70

sex

Trockenübung
Unbeschichtete Kondome sollen
Analverkehr sicherer machen

Da hat man schon alle Safer-Sex-Vorsichtsmaßnahmen getroffen, und


dann das: Das Gummi platzt, oder es rutscht ab. Die Gründe für derlei
Pannen sind bei geprüften Markenkondomen vor allem in der unsachge-
mäßen Handhabung oder Lagerung zu finden. Ein halbes Jahr in der
Hosentasche sollte man ein Gummi nicht mit sich herumtragen. Und in
der Sonne sollte es auch nicht schmoren.
Eine weitere häufige Ursache für Kondomunfälle: zuviel Gleitgel an der
Innen- oder Außenseite des Präservativs. Seit vielen Jahren werden
Kondome fast ausschließlich „feucht“ vertrieben. Das heißt, sie sind be-
reits beidseitig mit einer dünnen, dauerhaft feuchten Schicht Gleitmit-
tel versehen. Das Problem: Ist zuviel Gleitgel in der Tüte – zum Beispiel,
weil das Gel direkt auf den Schwanz aufgetragen wurde –, besteht eine
erhöhte Gefahr, dass das Gummi abrutscht oder aus simplen physikali-
schen Gründen platzt.
Um dies zu vermeiden, bietet Kondomhersteller Ritex seit Mitte des
Jahres mit „Safety“ ein spezielles Kondom an, das den erhöhten Belas-
tungen beim Analsex standhalten soll. Es ist mit 0,1 Millimeter Wand-
dicke – wie auch die Konkurrenzprodukte „HT Spezial“ und „Billy Boy
Special“ – besonders reißfest. Vor allem aber wird es trocken, also gänz-
lich ohne Beschichtung vertrieben. Wer Gummis zum Blasen verwen-
det, wird den fehlenden faden Beigeschmack nicht vermissen.
Wer „Safety“ zum Vögeln benutzt – und das ist entscheidend – muss
immer auch Gleitgel dabeihaben. „Gel drüber statt drunter“, heißt die
Foto: Ritex

griffige Handlungsanleitung des Bielefelder Familienbetriebes, einem


der größten Kondomhersteller in Deutschland. Ob sich das trockene
Kondome können reißen – auch wenn sie wie dieses Ritex-Gummi einen Berst- Kondom auf dem schwulen Markt durchzusetzen vermag, hängt davon
Test überstanden haben ab, wie erfolgreich die ersten „Trockenübungen“ verlaufen. AS

Aids lebt vom Arschfick


Analverkehr ist der häufigste Übertragungsweg für HIV. Kondome schützen zuverlässig
Acht von zehn schwulen Männern haben zu- Hier einige Umstände, die das Risiko be- ren – sind eine weit offene Eintrittspforte für
mindest gelegentlich Analverkehr, viele da- einflussen können: (1) Je höher die Viruskon- das HI-Virus. (6) Frische Verletzungen an den
von sogar regelmäßig. Ficken gehört für die zentration in Blut oder Darmschleimhaut, des- Schleimhäuten des Schwanzes oder am
meisten Schwulen einfach mit dazu – ein Kon- to wahrscheinlicher ist eine Übertragung. (2) Schwanz selbst. (7) Die „Aggressivität“ des
dom nicht immer. Dabei ist Ficken ohne Gum- Je größer die Menge der aufgenommenen Erregers: Manche HIV-Varianten sind deutlich
mi der häufigste Übertragungsweg für HIV Körperflüssigkeiten (Sperma, Blut), desto ansteckender als andere. Oder sie „passen“
und somit die riskanteste Art, Sex zu haben. höher die Übertragungswahrscheinlichkeit. ideal zum Immunsystem eines Menschen.
Dabei ist das Risiko für den, der aktiv fickt, (3) Die Dauer und Härte des Ficks: Je hefti- Diese Umstände richtig einzuschätzen, ist
ebenso gegeben wie für den, der gefickt wird. ger und je länger, desto höher das Risiko. (4) nicht ganz einfach. Deshalb gilt: Kondome und
Das tatsächliche Ansteckungsrisiko kann da- Sexuell übertragbare Erkrankungen wie Sy- fettfreies Gleitmittel sind beim Ficken der al-
bei von Fall zu Fall höchst unterschiedlich sein. philis, Hepatitis, Clamydien & Co begünstigen lerbeste Schutz. MARC GRENZ
Auch wenn das Risiko stark variieren kann: eine HIV Infektion. (5) Verletzungen der
Die Möglichkeit einer Infektion besteht in je- Darmschleimhaut und des Schließmuskels – Weitere Informationen:
Hein & Fiete, Pulverteich 21 , ✆ (040) 240 333
dem Fall. und die können beim Ficken schnell passie- www.heinfiete.de

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