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Mag.

Dietmar Innerwinkler

Aktuelle wirtschaftliche Entwicklung in


Kärnten und die zugehörige mediale
Thematisierung durch politische Akteure
Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung ............................................... 1

2. Die politische Landschaft Kärntens .......................................... 3

3. Die Kärntner Printmedien ....................................................... 5

4. Statistische Kennzahlen für Kärnten ........................................ 7

4.1 Unselbständig Beschäftigte ............................................... 7

4.2 Arbeitslosenquote............................................................ 8

4.3 Bruttoregionalprodukt ...................................................... 9

4.4 Bruttowertschöpfung ..................................................... 10

4.5 Tourismus .................................................................... 10

5. Medienberichte im September 2008....................................... 11

5.1 Arbeitsmarkt................................................................. 11

5.2 Wirtschaftspolitik........................................................... 13

5.3 „Modellfall Kärnten“ ....................................................... 17

5.4 Tourismus .................................................................... 20

6. Zusammenfassung .............................................................. 21

7. Verwendete Materialien........................................................ 23
1. Einleitung und Problemstellung

„Wie sage ich es meinen Wählern“ ist wohl eine der wichtigsten Fragen
eines Politikers. Dies gilt ganz besonders für Fragen der Wirtschaftspoli-
tik, da die Entscheidungen aufgrund von komplexen Voraussetzungen
getroffen werden müssen und die Auswirkungen sehr schnell für jeden
merkbar sind, sehr individuell und persönlich, im Großen und im Klei-
nen.

Wirtschaftsforscher mit ihren sehr komplizierten Instrumentarien der


Beurteilung und Einordnung eignen sich nicht gut für den Transport von
Nachrichten an die Bevölkerung. Vielfach sind schon die Politiker selbst
bei weitem überfordert. Analysen und Prognosen, Tabellen und Grafiken
müssen dementsprechend für die Öffentlichkeit aufbereitet und weiter-
gegeben werden. Dies ist in einem sehr großen Ausmaß die Aufgabe des
Journalismus.

Der Erfolg eines Politikers ist stark mit seiner Fähigkeit verbunden, die
Mechanismen der Kommunikation zu verstehen und für seine Arbeit ein-
zusetzen. Mit Jörg Haider hatte Kärnten zweifelsohne einen Star auf der
politischen Bühne, der mit seinem Talent alle Konkurrenten an die Wand
spielte. Als Landeshauptmann auch für das Wirtschaftsressort zuständig
musste er die wirtschaftspolitischen Entscheidungen tragen und kom-
munizieren. Dementsprechend sind alle Diskussionen und Berichte mit
seiner Person verbunden.

Kärnten ist für seine wirtschaftlichen Schwierigkeiten hinlänglich be-


kannt. Strukturelle Probleme, Randlagensituation und spezielle Mentali-
täten bestimmen seit Jahrzehnten die politische Sonderstellung.

Im Laufe des Seminars „Wirtschaft und Politik“ wurde für mich die Fra-
ge, wie Fakten der Kärntner Wirtschaftspolitik in den Medien transpor-
tiert werden, interessant. Es war keine Überraschung, dass die Person

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des Landeshauptmannes bei weitem die größte Aufmerksamkeit hatte.
Weiters erstaunte es nicht, dass die Medien die politischen Entscheidun-
gen und ihre Auswirkungen durchaus kritisch kommentierten.

Der Beschluss, im September 2008 Neuwahlen zum Nationalrat durch-


zuführen und die Entscheidung Jörg Haiders, das BZÖ als Spitzenkandi-
dat anzuführen, rückte Fragen der Wirtschaftspolitik noch mehr in den
Mittelpunkt der journalistischen Berichterstattung in Kärnten. Deshalb
habe ich den Monat September für meine Untersuchungen gewählt.

Auffallend ist auch, dass sich die wirtschaftspolitische Berichterstattung


auf die zwei Großparteien in Kärnten, BZÖ und SPÖ, beschränkt. ÖVP
und Die Grünen, die ja auch im Landtag vertreten sind, spielen keine
Rolle. Sie konzentrieren sich auf ihre eigenen Kernthemen.

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2. Die politische Landschaft Kärntens

Bei den Landtagswahlen von 2004 erreichte die FPÖ mit 42,4 % den
höchsten Stimmenanteil. Damit hatte sie 16 Sitze im Kärntner Landtag.
Nach der Spaltung von FPÖ und BZÖ wechselten 15 Mitglieder zum neu
gegründeten BZÖ, der einzig verbliebene FPÖ-Mandatar schloss sich je-
doch dem Landtagsklub des BZÖ an.

Die SPÖ wurde mit 38,4 % zweitstärkste Partei und konnte damit 14
der 36 Mandate erreichen.

Die ÖVP war mit 11,6 % die klare Verliererin der Wahlen von 2004 und
ist seitdem nur mehr mit vier Mandataren vertreten.

Erstmals mit zwei Sitzen in den Landtag kamen die Grünen mit einem
Stimmenanteil von 6,7 %.

Die sieben Mitglieder der Landesregierung setzen sich wie folgt zusam-
men: BZÖ und SPÖ stellen jeweils drei Landesräte, die ÖVP einen. Zum
Landeshauptmann wurde Dr. Jörg Haider gewählt.

Der große politische Star in Kärnten war eindeutig Jörg Haider. Er be-
stimmte im Wesentlichen die politische Richtung. Die politischen Gegner
scheiterten an seiner Mächtigkeit. Innerhalb der nur unwesentlich
schwächeren SPÖ sah man dies sehr deutlich an den permanenten Ob-
manndebatten, die auch zu etlichen Führungswechseln geführt haben.

Auch die Ergebnisse der Nationalratswahl des Jahres 2008 zeigen deut-
lich, dass das BZÖ nur aufgrund der Person Haiders auch bundesweit
erfolgreich werden konnte. 38,5 % in Kärnten stehen einem österreichi-
schen Gesamtergebnis von 10,7 % gegenüber.

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Dies alles veränderte sich grundlegend durch den Unfalltod Haiders.
Gerhard Dörfler als neuer Landeshauptmann weist bei weitem nicht die
gleiche Strahlkraft auf wie sein Vorgänger. Außerdem ist schon zu be-
merken, dass sich hinter den Kulissen der Partei ein profunder Macht-
kampf entwickelt. Die Demontage von Haiders „Ziehsohn“ Stefan Petz-
ner ist dabei ziemlich sicher nur der Anfang.

Die Landtagswahlen im März 2009 werden zeigen, wie sich mit dem
BZÖ die Kärntner politische Landschaft verändert. Das Land selbst kann
meiner Meinung davon nur profitieren.

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3. Die Kärntner Printmedien

Kärnten wird von drei regionalen Tageszeitungen bedient, die zusam-


men eine Nettoreichweite von 88,3 % aufweisen, in ihrer Ausrichtung
jedoch sehr verschieden sind.

Die Tageszeitung mit der größten Reichweite von 55,4 % ist die Kleine
Zeitung. Sie ist im Eigentum der Styria Medien AG mit Sitz in Graz. Die
Zeitung wird von einer eigenen Redaktion in Klagenfurt herausgegeben.
Laut Österreichischer Auflagenkontrolle hatte sie im ersten Halbjahr
2008 eine Auflage von über 92.500 Stück. In ihrer Eigendefinition ist
über die Blattlinie zu lesen: „Die Kleine Zeitung ist eine von allen politi-
schen Parteien und Interessenvertretungen unabhängige Tageszeitung.
Sie steht auf dem Boden christlicher Weltanschauung, tritt für eine plu-
rale, demokratische Gesellschaftsordnung, die Eigenständigkeit der
Bundesländer, die Unabhängigkeit der Republik Österreich und ein ge-
eintes Europa ein.“ (www.kleinezeitung.at)

An zweiter Stelle steht mit 46,9 % Reichweite die Kronen Zeitung. Ihre
Auflage beträgt etwa 71.900. Verlegt wird sie von der Mediaprint Zei-
tungsdruckereigesellschaft GmbH. Für Kärnten gibt es eine eigene Mu-
tation mit etwa acht Seiten täglich, die von einem Redaktionsteam in
Klagenfurt betreut wird. Dabei handelt es sich vorwiegend um Berichte
mit den typischen Inhalten einer Lokalredaktion. Über die Landespolitik
wird bei weitem weniger berichtet als in der Kleinen Zeitung oder auch
in der KTZ. Ausnahmen bilden natürlich – der Philosophie der „Krone“
entsprechend – richtige Skandalberichterstattungen. Die Blattlinie der
Kronen Zeitung ist einfach: „Die Vielfalt der Meinungen ihres Herausge-
bers und der Redakteure“.

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Weit hinter diesen beiden Zeitungen steht mit einer Reichweite von
10,9% und einer Auflage von etwa 32.000 die Neue Kärntner Tageszei-
tung. Medieninhaber ist die SPÖ-nahe Kärntner Druck- und Verlagsan-
stalt, Druck und Vertrieb besorgt jedoch die Mediaprint. Die Redaktion
befindet sich in Klagenfurt. Als reine Bundesländerzeitung bemüht sie
sich um eine umfangreiche Berichterstattung aus Kärnten.

Andere Tageszeitungen spielen in Kärnten eine untergeordnete Rolle.


„Der Standard“ und „Die Presse“ haben eine Reichweite von 3 bis 4%,
alle anderen Medien sind noch weniger verbreitet.

Die Wirtschaftskammer Kärnten bringt mit der „Kärntner Wirtschaft“


eine Wochenzeitschrift heraus, die vor allem der Information ihrer Mit-
glieder dient. Bei der Durchsicht der Ausgaben stellte sich heraus, dass
sie sich in keiner Ausgabe mit wirtschaftspolitischen Themen befasst
hat. Die Zeitschrift bemüht sich offensichtlich, aktuellen politischen Dis-
kussionen aus dem Weg zu gehen.

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4. Statistische Kennzahlen für Kärnten

Mit Hilfe einiger statistischer Kennzahlen und den Vergleich derselben


mit Gesamtösterreich oder anderen Bundesländern kann die wirtschaft-
liche Entwicklung Kärntens veranschaulicht werden.

4.1 Unselbständig Beschäftigte

Die Zahl der unselbständig Beschäftigten stieg in den letzten Jahren –


bedingt durch die gute Konjunktur – in Kärnten beständig. Dabei ver-
läuft die Entwicklung seit 2004 parallel zu Gesamtösterreich. 2007/08
zeigt ein Auseinanderscheren: Kärnten kann mit dem positiven Trend
nicht mehr mithalten. In den kommenden Zeiten der konjunkturellen
Schwäche wird sich dies sicher noch stärker negativ auswirken.

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4.2 Arbeitslosenquote

Die österreichische Arbeitslosenquote laut AMS ist von 7,3 % im Jahre


2005 auf 5,8 % im Jahre 2008 gesunken. Für 2009 wird eine Quote von
6,3 % erwartet (Quelle: WIFO). In Kärnten sank die Arbeitslosenquote
von 8,2% (2005) auf 7,3% (2007). Schon das erste Quartal 2008
brachte einen deutlichen Anstieg auf 8,9%. Zwar erholte sich der Ar-
beitsmarkt im Laufe des 2. Quartals, doch zeigen die Daten der ersten
10 Monate 2008 mit 7,1% eine Entwicklung, die sich deutlich von der in
Gesamtösterreich abhebt. Nur Wien mit 7,2% hat eine schlechtere Ent-
wicklung aufzuweisen. Im November 2008 betrug die Arbeitslosenquote
in Kärnten 8,2%, in Österreich 6,2%. Wien konnte sich vom allgemei-
nen Trend absetzen und die Arbeitslosenquote im November auf 7,2%
senken.

Es ist zu befürchten, dass sich diese negative Entwicklung in Kärnten


fortsetzt. Zu bedenken gibt auch, dass sowohl die Jugend- als auch die
Frauenarbeitslosigkeit im oberen Drittel der österreichischen Bundes-
länder liegt.

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4.3 Bruttoregionalprodukt
Das Bruttoregionalprodukt ist eine wichtige Kennzahl zur Wirtschafts-
kraft eines Landes. Leider sind die verfügbaren Daten nicht sehr aktuell.
Trotzdem sind die Daten des Jahres 2005 aussagekräftig. Bezogen auf
einen Österreich-Index von 100 ist Kärnten mit 85,2 an drittletzter Stel-
le vor Niederösterreich und Burgenland, hat sich aber bezogen auf die
Einwohner in den Jahren seit 1995 besser entwickelt als Wien, Tirol,
Salzburg und Niederösterreich.

(Quelle: www.kwf.at )

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4.4 Bruttowertschöpfung
Die Struktur der Bruttowertschöpfung hat sich in Kärnten von 1995 auf
2005 nur geringfügig geändert. Zu Gesamtösterreich sind folgende Un-
terschiede hervorzuheben:

Der Primäre Sektor ist naturgemäß mit 2,3 % etwas höher als im öster-
reichische Durchschnitt (1,89%).

Der produzierende Bereich ist mit 33% höher als im österreichischen


Durchschnitt. Die Sachgütererzeugung nimmt nahezu 20% ein und ist
somit der wesentlichste Wirtschaftszweig Kärntens. Eine Tatsache, die
von der Industriellenvereinigung immer wieder betont, von der Öffent-
lichkeit aber nicht immer wahrgenommen wird.

Der Tertiäre Sektor erbringt 65% der Wertschöpfung. Interessant ist,


dass der Tourismus nur etwas mehr als 6 % zur Bruttowertschöpfung in
Kärnten beiträgt. Im Bewusstsein der Kärntner Bevölkerung ist er weit
höher eingestuft. (www.wko.at)

4.5 Tourismus
Vielfach als Leitsektor der Kärntner Wirtschaft bezeichnet, konnte der
Tourismus nach Verlusten bis 2006 im Jahre 2007 wieder zulegen. Im
ersten Quartal 2008 setzte sich dieser Trend noch fort, um dann im
Frühsommer einzubrechen. Dies ist umso schmerzhafter, als die Ent-
wicklung in anderen Teilen Österreichs gegenläufig war. Außerdem er-
wartete man vor allem durch die Fußball-Europameisterschaft eine
deutliche Belebung.

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5. Medienberichte im September 2008

Im Monat September nimmt die Wirtschaftspolitik in den Kärntner Me-


dien einen breiteren Raum ein als üblich. Das hat natürlich mit der Nati-
onalratswahl zu tun. Daneben kommt es auch zu breiten Diskussionen
aufgrund der massiven Managementfehler bei der Errichtung des Lan-
deskrankenhauses. Auf dieses Thema möchte ich aber nicht eingehen,
da es den Rahmen der Seminararbeit sprengen würde.

Obwohl sich die einzelnen Berichte nicht immer eindeutig kategorisieren


lassen, habe ich folgende Einteilung getroffen:

5.1 Arbeitsmarkt
Die Berichte über die wirtschaftliche Lage in Kärnten beginnen am 1.
September mit einer Presseaussendung der Kärntner SPÖ. Sie bezieht
sich auf die Arbeitsmarktdaten, die vom AMS mit Ende August heraus-
gegeben wurden. „SPÖ-Landesgeschäftsführer Gerald Passegger machte
heute Jörg Haider als Landeshauptmann sowie Finanz- und Wirtschafts-
referent für die steigende Arbeitslosigkeit in Kärnten verantwortlich und
warf diesem "ständiges Schönfärben" der dramatischen Situation am
heimischen Arbeitsmarkt vor. Die aktuellen Fakten würden auch Haiders
Bundeswahlkampf mit dem "Modelland Kärnten" Lügen strafen. Im Ge-
genteil, Kärnten sei bei der Zunahme der Arbeitslosigkeit das schlech-
teste aller Bundesländer, wo diese in vielen Bereichen sogar rückläufig
sei.“ (SPÖ-Ktn, 1.9.) Sehr polemisch und auf den beginnenden Inten-
sivwahlkampf angesprochen wird weiter ausgeführt: „Haider färbe die
Arbeitslosenzahlen in Kärnten ebenso schön wie sein Haupthaar auf sei-
nen eitlen Wahlplakaten, so Passegger: "Was haben die landeshäuptli-
chen Haare und die Kärntner Arbeitslosenzahlen gemeinsam: Beide
werden von Haider frisiert und schön gefärbt". “ (SPÖ-Ktn, 1.9.)

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Die Arbeitslosensituation nimmt am 2. September in den Tageszeitun-
gen breiten Raum ein.

Die Kärntner Tageszeitung geht unter dem Titel „In Kärnten trübt’s sich
weiter ein. Zwei Welten: Österreichweit sinkt die Arbeitslosigkeit um
3,8%, in Kärnten und Tirol explodiert sie“ direkt auf die Presseaussen-
dung der SPÖ ein und führt unter anderem aus: „Tatsache sei, dass
"Kärnten finanzpolitisch und arbeitsmarkttechnisch am Tiefpunkt steht",
warnt Klubobmann Herwig Seiser.“ (KTZ, 2.9.; S 2-3)

Auch die Kronen Zeitung beruft sich direkt auf die SPÖ-Pres-
seaussendung. „Alles Zahlen, die SP-Geschäftsführer zu einem Angriff
auf Landeshauptmann Haider nützt: "Er färbt die Lage schön".“ (Krone,
2.9.; S 13)

Die Kleine Zeitung stellt keinen unmittelbaren Bezug zur heimischen


Wirtschaftspolitik her, holt aber die Meinung eines Experten ein: „"Es
sind vor allem Hilfskräfte, die von der Arbeitslosigkeit betroffen sind",
sagt Franz Zewell, stellvertretender Chef des Kärntner Arbeitsmarktser-
vice. "Und gleichzeitig fehlen allein in der Metall- und Elektrobranche
200 qualifizierte Arbeitskräfte".“ (Kleine Zeitung, 2.9.; S 33)

Der ORF Kärnten berichtet über Arbeitsmarktsituation kurz und kom-


mentarlos: „In Kärnten stieg die Zahl der Arbeitslosen an. Die Arbeitslo-
sigkeit ist im August im Österreichschnitt zurückgegangen. Nicht so in
Kärnten. Wie schon zuvor im Juli ist die Arbeitslosigkeit erneut ange-
stiegen. Diesmal um fast drei Prozent. Rund 12.000 Personen sind als
arbeitslos gemeldet.“ (ORF online, 1.9.)

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5.2 Wirtschaftspolitik
Die Kleine Zeitung bringt am 3. 9. ein Interview mit Wirtschaftsminister
Martin Bartenstein, in dem die Redakteurin Elisabeth Tschernitz-Berger
folgende Frage stellte: „Es gibt ständig Diskussionen über die wirt-
schaftliche Schlusslichtfunktion Kärntens. Wie schätzen Sie die Wirt-
schaftskraft des südlichsten Bundeslandes als zuständiger Minister ein?“

Der Minister antwortete sehr diplomatisch und zahm: „Ich werde mich
sicherlich nicht als Schiedsrichter aufspielen. Da gibt es zahlreiche Wirt-
schaftsexperten, die das tun. Sicher ist, dass die Holzwirtschaft ein
Rückgrat der Kärntner Wirtschaft ist und dass der Sommertourismus
sehr gut gelaufen ist. Kärnten hat in den letzten fünf Jahren 12.000
neue Arbeitsplätze gewonnen, das zeigt, dass die Dinge vorangehen.
Das ist aber sicher auch auf die EU-Integration und auf die Öffnung
nach Osten zurückzuführen.“ (Kleine Zeitung, 3.9.; S 29)

Solch auffallende Zurückhaltung gegenüber dem politischen Gegner in


Zeiten des Wahlkampfes ist sogar für einen Minister unüblich. Die Erklä-
rung ist meiner Meinung nach sehr profan: Minister Martin Bartenstein
bekam am Tag des Interviews das Goldene Ehrenkreuz des Landes
Kärnten verliehen.

Am 6. September kommen auch in der Kleinen Zeitung deutlich kriti-


schere Töne, wenn die Ergebnisse einer Studie des Wirtschaftsinstituts
BAK Basel Economics publiziert werden. Der für Kärnten relevante In-
halt der Studie: das Bundesland liegt bei der Attraktivität als Wirt-
schaftsstandort unter 192 Regionen Westeuropas auf Platz 88, bei der
Bewertung nach den statistischen Kennzahlen BIP/Kopf, BIP-Wachstum
und Beschäftigtenwachstum sogar nur auf Platz 121.

Die Kleine Zeitung wählt folgenden Titel: „Kärnten wieder Schlusslicht.


Attraktivitäts-Ranking reiht Kärnten an letzter österreichischer Stelle“.

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Als Schlussfolgerung ist dann zu lesen: „Politiker sprechen in Wahl-
kampfzeiten gerne Gegenteiliges, aber das Wirtschaftsinstitut BAK Basel
Economics widerlegt deren Behauptungen: Kärnten ist Österreichs wirt-
schaftliches Schlusslicht.“ (Kleine Zeitung, 6.9.; S 39)

Die Kärntner Tageszeitung ist naturgemäß um einiges schärfer, wenn


sie als Titel wählt: „Wirtschaftsstudie gibt Kärnten rote Laterne. Laut
dem Institut BAK Basel Economics ist Kärnten die unattraktivste Wirt-
schaftsregion in Österreich“. Im Text werden dann auch die vermeintlich
Verantwortlichen wörtlich genannt: „Der Kärntner SPÖ-Landes-
geschäftsführer Gerald Passegger macht dafür Wirtschaftsreferent Jörg
Haider verantwortlich und wirft ihm "ständiges Schönreden" vor. …
"Kärnten ist nicht das Land, in dem Milch und Honig fließen - ganz im
Gegenteil – die Kaufkraft ist gering und die Zunahme der Arbeitslosig-
keit hoch".“ (KTZ, 6.9.; S 6)

In einer recht langen Presseaussendung reagiert der BZÖ-


Generalsekretär Martin Strutz auf die Kritik an der Wirtschaftspolitik der
Kärntner Landesregierung. Er schiebt die Verantwortung für die aktuelle
Situation weiter: „Richtig ist, dass Kärnten nach jahrzehntelanger abso-
luter Herrschaft der SPÖ Schlusslicht in allen wichtigen Bereichen und
bei allen Kennzahlen war. Aber seit Jörg Haider zum Landeshauptmann
gewählt wurde, haben wir einen enormen Aufholprozess gestartet und
sind ins Mittelfeld der Bundesländer vorgerückt. Heute hat Kärnten
mehr Beschäftigte, weniger Arbeitslose und eine höhere Kaufkraft. Das
ist die Realität und das sollte auch die SPÖ im Sinne des Landes einmal
zur Kenntnis nehmen!“ (BZÖ, 6.9.)

Nachdem er einige Beispiele für erfolgreiche Betriebsansiedlungen auf-


zählt, führt Strutz weiter aus: „Wir haben ein schweres sozialistisches
Erbe übernommen und Kärnten wieder nach vorne gebracht. Dass man
nicht von heute auf morgen vom Schlusslicht zur Nummer 1 werden

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kann, ist klar. Aber die Menschen spüren den Aufwind. Deshalb wird die
SPÖ mit ihrer Sudelkampagne gegen das eigene Land scheitern.“ (BZÖ,
6.9.)

Mit dieser Aussendung reagiert Strutz auch auf ein Inserat der Sozialis-
tischen Jugend, das in allen Tageszeitungen geschaltet wurde und wo es
in Anspielung auf die BZÖ-Wahlwerbung unter anderem heißt: „Genug
ist genug! Stoppt den Blender und Verschwender. Unseretwegen!“ (u.
a. Kronen Zeitung, 7.9.; S 12. KTZ, 16.9.; S 6)

In einem Bericht in der Kärntner Tageszeitung kommt der Nationalrat


und Bürgermeister von Spittal/Drau, Gerhard Köfer zu Wort: „Dass sich
der LH Betriebsansiedlungen auf die Fahnen hefte, sei laut Köfer unge-
rechtfertigt. Die Wirtschaftskraft werde von den Bürgermeistern getra-
gen. "Es sind die Gemeinden, die tausende Jobs geschaffen haben".“
(KTZ, 17.9.; S4)

Die ÖVP ist in der Berichterstattung deutlich unterrepräsentiert. Das


liegt wohl darin, dass sie in Kärnten eine Kleinpartei ist. Im Zuge des
Wahlkampfes kann sich aber die Kärntner Spitzenkandidatin und Au-
ßenministerin Ursula Plassnig über ihren Pressedienst artikulieren. Sie
bleibt dabei sehr allgemein: „Europa stärkt Kärnten. Europa ist eine
große Chance für die Entwicklung Kärntens und für die Wirtschaft des
Landes. EU-Gegner schwächen die Stimme Kärntens und Österreichs in
Europa. … Wir können nur gemeinsam den Standort Kärnten, den
Standort Österreich und den Standort Europa zukunftsfest gestalten“
(ÖVP, 10.9.)

Auch der Pressedienst der Landesregierung meldet sich – anlässlich der


Eröffnung der Klagenfurter Herbstmesse – mit einer Aussendung: „Wei-
ters wies der Landeshauptmann auf den großen wirtschaftlichen Sprung

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hin, den Kärnten in den letzten zehn Jahren gemacht habe. Insgesamt
sei es gelungen, 14.300 Arbeitsplätze, davon großteils hochwertige,
zusätzlich zu schaffen, sodass man nun bei einer Beschäftigtenzahl von
rund 205.000 liege. Es habe einen starken Wachstumsprozess gegeben.
In Bildung, Entwicklung und Forschung sowie in die Infrastruktur sei
kräftig investiert worden.“ (Landespressedienst, 13.9.)

Natürlich gibt es hier auch eine Menge an Kritik. So heißt es in der


Kärntner Tageszeitung unter dem Titel „Magna-Ansiedlung: Bürger be-
zahlten einen hohen Preis“: „200 Arbeitsplätze hatte man versprochen,
gestern waren es 38. Dafür gehört ein riesiges Areal dem Konzern. …
Obendrein wollen Gerüchte nicht verstummen, laut denen Magna nur
für die Öffentlichkeit den ortsüblichen Grundpreis bezahlte. Inoffiziell
soll ein Teil der geflossenen Gelder mittels Förderungen für Schloss
Reifnitz refundiert worden sein.“ (KTZ, 18.9.; S 9)

Einen Tag später wurde in allen Tageszeitungen über den unter promi-
nenter Anteilnahme erfolgten Spatenstich für das neue Werk der Bosch-
Mahle-Turbo-Systems berichtet. „Dem neuen Unternehmen die besten
Wünsche überbrachten auch LH Jörg Haider, dessen Stellvertreter Ger-
hard Dörfler und Reinhart Rohr. Mit Ursula Plassnik und Heidrun Silhavy
mischten sich auch zwei Ministerinnen unter die Festgäste.“ (KTZ,
19.9.; S 21)

Regionalministerin Silhavy wird dabei vom Bundespressedienst zitiert:


„Die Firma Mahle Filtersysteme ist ein Glücksfall für die Region Bleiburg,
ein Musterbeispiel für regionalwirtschaftliche Impulse durch die EU in
Kärnten und ein Hoffnungsträger für Frauen- und Jugendbeschäftigung
im ländlichen Raum. … Wir müssen in diesen Regionen in die Ausbildung
der Menschen investieren, mehr auf die Bedürfnisse der Frauen und Ju-

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gendlichen eingehen und die Arbeitsplätze auch außerhalb der Landwirt-
schaft unterstützen.“ (Bundespressedienst, 18.9.)

Der (damalige) geschäftsführende Kärntner BZÖ-Landesparteiobmann


und BZÖ-Generalsekretär Stefan Petzner baute sich für diese Gelegen-
heit eine etwas verbindlichere eigene Presseerklärung: „Gerade Süd-
kärnten und das Lavanttal sind am Erfolgsweg. Landeshauptmann Jörg
Haider hat wesentlich zum Erfolg und zur Ansiedelung der Mahle-Werke
in Wolfsberg und St. Michael beigetragen. Ministerin Silhavy sieht den
Aufschwung in Kärnten und lobt unsere Standortpolitik. Das ist anstän-
dig, im Gegensatz zur andauernden Kärnten-Beschimpfung und dem
Krisengerede der Kärntner SPÖ.“ (BZÖ, 18.9.)

5.3 „Modellfall Kärnten“


In der Eröffnungsrede der Klagenfurter Herbstmesse kam der Landes-
hauptmann auch auf sein Lieblingsthema vom „Modellfall Kärnten“ zu
sprechen. „Landeshauptmann Jörg Haider hob die gute Wirtschaftsent-
wicklung Kärntens hervor, weil hier rechtzeitig die richtigen Rahmenbe-
dingungen gesetzt worden seien. … Kärnten habe seinen Teuerungsaus-
gleich längst umgesetzt und habe überhaupt ein ganzes Paket gegen die
Teuerung geschnürt, welches erhöhte Wohnbeihilfen ebenso wie das
Schulstartgeld oder den Gratiskindergarten umfasse. … Das Kärntner
Modell, das gemeinsam von allen politischen Kräften erarbeitet wurde,
sollte österreichweit Schule machen, unterstrich der Landeshaupt-
mann.“ (Landespressedienst, 13.9.)

Der „Modellfall Kärnten“ wurde von Jörg Haider anlässlich der ORF-
Interviews vom 24. 8. publik gemacht und seitdem inner- und außer-

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halb Kärntens vielfach diskutiert und mit statistischen Daten in Frage
gestellt.

In einem Interview der Serie „Nachgefragt“ in der Kronen Zeitung vom


7. 9. sagt Haider: „Natürlich bin ich froh, dass das bewusst falsch in die
Welt gesetzte Bild von Kärnten richtiggestellt werden kann. Wir sind ja
praktisch der Betriebsunfall in der rot-schwarzen Polit-Landschaft. So
versucht man den Menschen einzureden, dass Kärnten arm und ver-
schuldet ist. Das stimmt nicht.“ (Kronen Zeitung, 7.9.; S 6-7)

Die Kärntner Tageszeitung bringt am selben Tag ein Interview mit dem
Nationalrat und Bürgermeister von Spittal/Drau, Gerhard Köfer unter
dem Titel „Jörg Haider geht mit falschen Zahlen hausieren“.

Köfer führt aus: „Meine Aufgabe sehe ich auch darin, das Modell Kärn-
ten, mit dem Haider wirbt, näher zu durchleuchten. Weil Haider mit
Zahlen und Fakten hausieren geht, die nicht stimmen. Kärnten ist noch
immer im letzten Drittel bei der Kaufkraft und Beschäftigung, die Ver-
schuldung steigt täglich, obwohl Haider die Kelag, sämtliche Wohnbau-
darlehen und die Landesanteile der Hypo verkauft hat.“ (KTZ, 7.9.; S4)

Die SPÖ Kärnten stößt eine Woche später nach, indem sie in einer Pres-
seaussendung verlautbart: „Die aktuellen Fakten würden auch Haiders
Bundeswahlkampf mit dem "Modellland Kärnten" Lügen strafen. Beim
TV-Duell mit SPÖ-Spitzenkandidaten Werner Faymann hat es Haider
aber ohnehin nicht gewagt, von seinem Konstrukt des 'Modelllandes' zu
sprechen. Das getraue er sich anscheinend nur noch in Kärnten.“ (SPÖ,
13.9.)

Gut eine Woche danach kann Gerhard Köfer unter dem Titel „Haben in
Spittal Familiensilber vermehrt und nicht verscherbelt“ nachhaken:

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„Das Modell Spittal stellt Bürgermeister NAbg, Gerhard Köfer gern dem
Modell Kärnten gegenüber und betont: Die Lieserstadt sei in jedem Be-
reich vorne angesiedelt. Was auch damit zusammenhängt, dass es in
den vergangenen Jahren gelungen ist, die Betriebsansiedlungen zu for-
cieren. Insgesamt wurden 600 neue Arbeitsplätze geschaffen und mehr
als 100 Millionen Euro investiert.“ (KTZ, 26.9.; S 19)

Auch die Kleine Zeitung geht mit dem „Modellfall Kärnten“ durchaus kri-
tisch um, indem sie betitelt: „Kärnten – ein Modell mit Licht und Schat-
ten“.

In einer sehr ausführlichen Darstellung wird unter anderem ausgeführt:


„Seit der Kärntner Landeshauptmann, Finanzreferent und orange Natio-
nalratswahl-Spitzenkandidat Jörg Haider nicht müde wird, landauf,
landab Kärnten als "Modell für Österreich" zu loben, steht die wirt-
schaftliche Entwicklung des Landes bundesweit in der Auslage. Haider
spricht von einem "starken Wachstumsprozess" Kärntens, von 14.000
geschaffenen Arbeitsplätzen und großzügigen Investitionen in Bildung
und Forschung. Die politische Konkurrenz kann den orangen Lobreden
naturgemäß wenig abgewinnen. …

Fakt ist, dass Kärnten mit fast 4000 Euro die mit Abstand höchste Pro-
Kopf-Verschuldung Österreichs hat. … Allein heuer muss das Land 333
Millionen Euro am Kapitalmarkt aufnehmen. …

Kritiker bemängeln auch, dass sich das Füllhorn vor allem über Großun-
ternehmen ergieße, während kleine und mittlere Betriebe auf der Stre-
cke blieben. … Eine wirkliche Verbesserung der sozialen Lage ist bisher
zudem ausgeblieben – eher das Gegenteil ist der Fall. Egal ob Kaufkraft,
Einkommen, Beschäftigungsquote oder die Anzahl der Mindestpensionis-
ten: Kärnten liegt überall deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Das
Bruttoregionalprodukt ist in den letzten zehn Jahren deutlich weniger
gewachsen als in den meisten anderen Bundesländern.“ (Kleine Zei-
tung, 17.9.; S 2-3)

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5.4 Tourismus

Der Tourismus hat in Kärnten emotional einen weit höheren Stellen-


wert, als er für die Wertschöpfung des Landes bringt. Dementsprechend
versuchen die politisch Verantwortlichen auch dieses Thema immer wie-
der zu lancieren.

So schalten LH Haider und LHStv Dörfler am 6. 9. eine ganzseitige An-


zeige in der Kleinen Zeitung unter dem Titel: „Kärntner Sommertouris-
mus weiter im Steigflug!“ Sie beziehen sich auf die Übernachtungszah-
len von Mai bis Juli 2008 und schreiben: „Dies ist, vieler Unkenrufe
zum Trotz, ein Beweis für die gute Arbeit der Kärnten Werbung GmbH
auf den Haupt- und Hoffnungsmärkten außerhalb Österreichs. Neue Ho-
telprojekte und zahlreiche Investitionen in die bestehende Hotelinfra-
struktur haben den Sommer wieder zum touristischen Spitzenspieler
gemacht.“ (Kleine Zeitung, 6.9.; S 33)

Natürlich ist es kein Zufall, dass neuere Zahlen nicht angeführt wurden.
Die weitere Entwicklung der Übernachtungszahlen war alles andere als
positiv, was auch von der Kleinen Zeitung in zwei Artikeln thematisiert
wird:

„Nach dem sensationellem Tourismus-Ergebnis im Juli mit 2,9 Millionen


Übernachtungen in Kärnten und einem Plus von 4,5 Prozent, folgt nun
im August die kühle Dusche.“ (Kleine Zeitung, 24. 9.; S 31)

Und am nächsten Tag folgt: „Im Lichte der ausgezeichneten Nächti-


gungs-Ergebnisse österreichweit, schmerzt das Minus des Kärntner Tou-
rismus im August besonders. Auch gegen das österreichische Nächti-
gungs-Plus von 2,8 Prozent von Mai bis August, macht sich das Kärnt-
ner Ergebnis von 1,5 Prozent bescheiden aus.“ (Kleine Zeitung, 25. 9.;
S 40)

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6. Zusammenfassung

Die politische Situation in Kärnten ist anders als im Rest Österreichs,


und wird auch von innen und außen als solche erkannt. Aufgrund der
Landtagswahlen von 2004 und der Spaltung der FPÖ hat das BZÖ
(15+1 Abgeordnete) die Mehrheit im Landtag, gefolgt von der SPÖ (14
Abgeordnete). ÖVP und „Die Grünen“ sind mit 4 bzw. 2 Abgeordneten
als Kleinparteien vertreten und bedeutungslos in der politischen Wahr-
nehmung der Bevölkerung.

Landeshauptmann Jörg Haider war bis zu seinem Unfalltod im Oktober


derjenige, der mit Instinkt, Bürgernähe und Machtbewusstsein die poli-
tische Szene beherrschte. Seine Nachfolger versuchen, sich in einem
politischen Vakuum in die Landtagswahl vom März 2009 zu retten.

Die Medienlandschaft in Kärnten ist überschaubar. Kleine Zeitung und


Kronen Zeitung sind die meistgelesenen Tageszeitungen. Beide be-
zeichnen sich als unabhängig von politischen Parteien und Einflüssen.
Die Kleine Zeitung, im Eigentum des Grazer Styria-Konzerns, versteht
sich als „echte“ Kärntner Zeitung, während die Kronen Zeitung eine Mu-
tation der österreichweiten Ausgabe mit lokalpolitischen Themen ist.
Neben diesen beiden versucht sich die Kärntner Tageszeitung mit einer
bedeutend geringeren Auflagenzahl als reine Regionalzeitung zu be-
haupten. Andere Tageszeitungen spielen in Kärnten eine sehr geringe
Rolle.

Die statistischen Kennzahlen weisen Kärnten traditionellerweise als


strukturschwaches Bundesland aus. Bei Beschäftigungs- und Arbeitslo-
senquote sowie beim Bruttoregionalprodukt befindet es sich stets im
letzten Drittel der österreichischen Bundesländer. Die jüngsten Zahlen

- 21 -
belegen, dass sich die aktuellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten auf
Kärnten besonders stark auswirken.

In der medialen Umsetzung der Kärntner Wirtschaftspolitik im Septem-


ber 2008 liegt die Konzentration naturgemäß auf dem Landeshaupt-
mann, der innerhalb der Landesregierung auch für die Wirtschaft zu-
ständig ist. Dabei gehen die Medien durchaus kritisch mit der Situation
um und betonen die Schwierigkeiten, in denen sich Kärnten befindet.
Die Kärntner Tageszeitung, die ein Naheverhältnis zur SPÖ hat, betont
dabei, dass die Sozialdemokraten die besseren Lösungen anbieten kön-
nen.

Der „Modellfall Kärnten“, mit dem Haider seinen Wahlkampf führt, wird
sehr kritisch hinterfragt und auch als „Mogelpackung“ bezeichnet.

Das BZÖ sieht die Probleme, in denen sich Kärnten befindet, in der
dreißigjährigen Misswirtschaft der SPÖ begründet.

Die ÖVP und „Die Grünen“ beteiligen sich medial an dieser Auseinander-
setzung nicht. Sie sehen ihre Kernthemen in anderen Bereichen.

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7. Verwendete Materialien

Ausgaben vom September 2008 folgender Kärntner Tageszeitungen:

Kleine Zeitung, Kronen Zeitung und Kärntner Tageszeitung.

Internetseiten:

http://www.oeak.at/

http://www.media-analyse.at

http://www.ots.at/wirtschaft.php

http://www.sora.at/

http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=29449

http://www.kwf.at/~wibis_k/

https://www.wien.gv.at/statistik/daten/

http://wahl08.bmi.gv.at/

http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3553&Alias=
Wahlen

http://kaernten.orf.at

http://www.ktn.gv.at

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