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Übersicht

18. März 2006

1- Perspektive

USA-Iran – Dollar /Bestätigung des Ausbruchs einer umfassenden weltweiten Krise Ende März

Wie die meisten der 9 nachstehend analysierten Indices zeigen, haben die letzten Wochen bestätigt, dass die Entscheidung der US-Zentralbank, am 23. März 2006 die Veröffentlichung der M3-Zahlen einzustellen, ein entscheidendes Indiz darstellt. LEAP/E2020 ist nunmehr davon überzeugt, dass diese Entscheidung dazu dient, das Anwerfen der Gelddruckmaschine durch die US-Behörden zu verschleiern; damit wird es zu einem Zusammenbruch des Dollars kommen, während die US-Schulden, sowohl private als auch öffentliche, monetarisiert werden… (Seite 2)

2- Teleskop

Analyse der neun Anzeichen vom Anfang der umfassenden weltweiten Krise

Eine umfassende Krise, insbs. von weltweitem Ausmaß, passiert nicht so von heute auf morgen. Im Gegenteil, es handelt sich dabei um eine lange Entwicklung, die eventuell vorhergesehen werden kann, wenn man Indizien herausarbeitet, die nachweisen, dass das System intern instabil wird, dass es zu Brüchen innerhalb des Systems kommt, dass die Schlüsselakteure des Systems versuchen, das System zu manipulieren oder wichtige Indizien zu verschleiern oder zu unterdrücken. Denn wenn eine Krise von dieser Art ausbricht, bleibt den Schlüsselakteuren des Systems, wenn überhaupt, nur noch die Kontrolle über ein einziges Element, nämlich den Zeitpunkt, wenn allgemein bewußt wird, dass das System in einer Krise steckt… (Seite 4)

3- Fokus

Der Euro, die einzige große Währung, die der Krise widerstehen kann

Im Rahmen der sich abzeichnenden großen Krise für den Dollar wird der Euro nach der Auffassung von LEAP/E2020 die einzige Währung sein, die diesem Sturm wird trotzen können. Diese Überzeugung wurde in letzter Zeit durch verschiedene Faktoren verstärkt. Zum einen durch die Anhebung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank, wodurch sie zeigt, dass sie sehr wohl gewillt ist, die Kontrolle über die Kreditentwicklung zu behalten und sich Spielraum für Zinssenkungen zu verschaffen, falls dies zukünftig nötig sein sollte, um einer Schwächeperiode der Wirtschaft beizuspringen… (Seite 9)

Fünf Ratschläge für die Krise

Neben dem Hinweis, dass der Euro eine der wenigen Währungen ist, die die Krise in recht gutem Zustand durchstehen wird, versuchen wir auf eine Vielzahl von Anfragen/Bitte um Ratschläge zu antworten, die uns seit dem Erscheinen der 2. Ausgabe des GEAB erreichten. Alle diese Anfragen lassen sich mit den simplen Worten zusammen fassen: Was kann man machen? Auch wenn wir, und dass betonen wir immer wieder, keine Anlageberater sind, erschien es uns dennoch wichtig, ein paar Punkte herauszustellen, die wir für unsere Abonnenten für wichtige Hinweise für Investitionsentscheidungen während der kommenden Krise halten… (Seite 10)

4- Der GlobalEurometer

Ergebnisse und Auswertung

Hier finden Sie die drei monatlichen Tiden des GlobalEurometers: Tide-Aktion, Tide-Legitimität, Tide- Gouvernance… (Seite 12)

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1- Perspective

USA-Iran – Dollar /Bestätigung des Ausbruchs einer umfassenden weltweiten Krise Ende März

Alles dreht sich um die Geldmenge M3 1 Wie die meisten der 9 nachstehend analysierten Indices zeigen, haben die letzten Wochen bestätigt, dass die Entscheidung der US-Zentralbank, am 23. März 2006 die Veröffentlichung der M3-Zahlen einzustellen, ein entscheidendes Indiz darstellt 2 . LEAP/E2020 ist nunmehr davon überzeugt, dass diese Entscheidung dazu dient, das Anwerfen der Gelddruckmaschine durch die US-Behörden zu verschleiern; damit wird es zu einem Zusammenbruch des Dollars kommen, während die US- Schulden, sowohl private als auch öffentliche, monetarisiert werden. Viele Experten gehen heute davon aus, dass die US-Schulden niemals mehr zurück bezahlt werden können 3 , da die Summe inzwischen zu hoch und der Anstieg zu schnell ist. Die öffentlichen US-Schulden belaufen sich inzwischen auf mehr als 8.000 Milliarden Dollar, also mehr als vier Mal den US-Bundeshaushalt 2006 4 . Nach Berechnungen der sehr konservativen Heritage Stiftung belaufen sich die realen US- Schulden, wenn man die neulichen Entscheidungen der Regierung Bush mit Auswirkungen auf den US-Haushalt (Gesundheit und Renten) mit einbezieht, auf 42.000 Milliarden Dollar, also 18 Mal den US-Haushalt, und dreiundhalb Mal das US-BSP 2005 5 .

und

die Irankrise, in der die Zeit inzwischen für die Regierung in Teheran läuft.

Auch wenn wir weiterhin davon ausgehen, dass die iranische Entscheidung über die Eröffnung einer in Euro abrechnenden Ölbörse entscheidend für den Fortgang der Ereignisse ist (im übrigen haben iranische Stellen vor kurzem verlauten lassen 6 , dass sie, falls die Krise sich intensivieren sollte, beginnen könnten, ihre Ölverträge, wie schon vor ihnen Syrien 7 , in Euro abzurechnen), denken wir, dass die Sackgasse, in der sich die Angelegenheit inzwischen beim VN-Sicherheitsrat befindet, dafür spricht, dass die Krise zu einer Aktion der Amerikaner und Israelis außerhalb des VN-Rahmens führen wird.

Denn China und Russland lassen inzwischen keinen Zweifel mehr daran, dass sie nicht bereit sind, Wirtschaftssanktionen mitzutragen, von militärischen ganz zu schweigen 8 . In Europa würde die in Berlin die Koalitionsregierung eine Unterstützung der Amerikaner bei einem Militärschlag gegen den Iran nicht überstehen; die SPD würde unverzüglich die Zusammenarbeit mit Angela Merkel aufkündigen. Gleichzeitig wird Jacques Chirac in Frankreich, wenn er weiterhin den Schulterschluss mit Washington und London sucht, sich einer feindlichen öffentlichen Meinung gegenüber sehen und auch in Europa in Schwierigkeiten kommen, da sein Hauptpartner in Europa, Deutschland, diese Position nicht wird mit tragen können.

3 Verlautbarung von Brian Riedl, Chef Volkswirt der Heritage Stiftung

4 Quelle Budget Explorer

6 Quelle AFP, Vienne vom 9.März 2006:

« Iran wird momentan nicht die Ölwaffe einsetzen, denn wir wollen keinen Konflikt mit den anderen Ländern. Aber wenn die Lage sich ändern sollte, wären wir verpflichtet, unsere Haltung und unsere Politik zu ändern », hat Javad Vaidi, Numero 2 des Höchsten Rats der nationalen Sicherheit gegenüber AFP erklärt.

8 Quelle: AP, 15/03/2006

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Und in London ist Tony Blair in einer politisch sehr labilen Situation, denn er hat mit einer Rebellion in einem Teil seiner Labour-Partei gegen seine Politik insgesamt und besonders gegen sein Irak- Engagement zu kämpfen. Eine mögliche Beteiligung Großbritanniens an einem Militärschlag, und sei es auch nur eine logistische Unterstützung, würde unmittelbar zu einer Absetzung Blairs von seinem Vorsitz der Labour-Partei und damit auch von seinem Posten als Premier Minister führen.

Für LEAP/E2020 ist damit zweifelsfrei, dass, falls es zu einem Militärschlag kommen sollte, dieser in einem Überraschungsluftschlag bestehen wird, ohne eine Einbindung der VN und ausschließlich getragen von den USA und Israel. Wir wir schon im Februar 2006 schrieben, wird dies den Ausbruch einer größeren globalen Krise und den Zusammenbruch des Dollars provozieren, dem schon heute nicht mehr viele Investoren großes Vertrauen entgegen bringen.

Die Immobilienblase ist nun sehr wohl geplatzt Im übrigen sind einige der Voraussagen von LEAP/E2020 schon heute Wirklichkeit geworden, wie z.B. das Platzen der US-Immobilienblase (Rückgang um 5% der Verkäufe von neuen Häusern im Januar 2006 im Vergleich zu Januar 2005 – erstmalig seit fünf Jahren – und ein Vorrat von zu verkaufenden Häusern für sechs Monate – höchste Zahl seit 1998 9 )). Das Ende der amerikanischen Immobilienblase wird immer mehr den Konsum der US-Privathaushalte beeinträchtigen, der sehr stark von der immer höheren Verschuldung finanziert wird, die durch steigende Immobilienpreise abgesichert wird 10 ; gleichzeitig wird die geringere Bautätigkeit sich negativ am Arbeitsmarkt bemerkbar machen, denn in diesem Bereich wurden in den letzten fünf Jahren 40% der neuen Arbeitsplätze in den USA geschaffen.

ein Börsenkrach hat gerade die Aktienmärkte der arabischen Staaten heimgesucht Seit dem 14.März 2006 verlieren die arabischen Börsen 11 massiv an Wert, darunter auch die von Saudi-Arabien und den Vereinigten Emiraten. Sie haben in nur 24 Stunden Kursrückgänge von 15% verzeichnen müssen, und Experten vor Ort gehen von Rückgängen in den nächsten Wochen von 50% bis 60% aus.

und die Vertrauenskrise in die US-Wirtschaft ist ein Schlüsselfaktor für den Ausbruch der weltweiten Krise Eines der Elemente, dass uns darin bestärkt, dass die Krise bereits dabei ist auszubrechen, ist das ungeheuerliche Echo auf die LEAP/E2020-Warnung vom Februar 2006, an dem man ablesen kann, dass viele Menschen auf der ganzen Erde sich wegen der Wirtschaft Sorgen machen. Nach unserer Auffassung ruht das gesamte internationale Finanzsystem und insbs. seine Grundlage, der « Dollar » nur noch auf zwei mit einander verbundene Pfeiler. Zum einen das Vertrauen der Marktteilnehmer in das System selbst, zum anderen die Statistiken, die die Entwicklung des Systems beschreiben sollen. Was diesen zweiten Pfeiler angeht, ist das weltweite Echo der LEAP/E2020-Warnung ein wichtiger Faktor, der zu analysieren ist; denn die Seiten wurden millionenfach angeklickt, die Webseite von Europe 2020 hatte Hundertausende Besucher, der Artikel wurde ohne unser Zutun in zwanzig Sprachen übersetzt und von hunderten Webseiten, Blogs und Medien weltweit übernommen. Insbs. das Echo, das wir in den USA fanden, beweist, dass immer mehr Menschen sich immer größere Sorgen über die Nachhaltigkeit des Systems machen. Dies ist einer der Auslöser der umfassenden weltweiten Krise, denn ohne Vertrauen kann dieses System nicht mehr bestehen.

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2- Teleskop

Analyse der neun Anzeichen vom Anfang der umfassenden weltweiten Krise

Eine umfassende Krise, insbs. von weltweitem Ausmaß, passiert nicht so von heute auf morgen. Im Gegenteil, es handelt sich dabei um eine lange Entwicklung, die eventuell vorhergesehen werden kann, wenn man Indizien herausarbeitet, die nachweisen, dass das System intern instabil wird, dass es zu Brüchen innerhalb des Systems kommt, dass die Schlüsselakteure des Systems versuchen, das System zu manipulieren oder wichtige Indizien zu verschleiern oder zu unterdrücken. Denn wenn eine Krise von dieser Art ausbricht, bleibt den Schlüsselakteuren des Systems, wenn überhaupt, nur noch die Kontrolle über ein einziges Element, nämlich den Zeitpunkt, wenn allgemein bewußt wird, dass das System in einer Krise steckt. Falls ein Unternehmen Pleite geht, reden die Geschäftsführer über den möglichen Konkurs zuerst mit ihren Freunden und Partnern, von denen sie sie glauben, dass es für sie schlimmer wäre, sie nicht zu informieren, als sie zu informieren. Bei den anderen Gläubiger, den Lieferanten, den Kunden, den Angestellten werden sie vielmehr versuchen, ihnen so spät wie möglich reinen Wein einzuschenken, also die Information so lange hinaus zu schieben, bis die Betroffenen vom Konkurs in der Zeitung lesen. Nach unserer Auffassung verfolgen die US-Regierung und ein Teil der Entscheider an den internationalen Finanzmärkten genau die selbe Strategie.

Und hier jetzt die neun Indizien, die belegen, dass die umfassende Krise bereits eingesetzt hat:

1. Die Insolvenz der US-Regierung seit Mitte Februar, als die Schuldenobergrenze, wie vom Kongress genehmigt, erreicht war. Seit diesem Datum hat die US-Regierung die Ausgabe von « State and Local Government series (SLGS) nonmarketable Treasury Securities », Kredite der US-Städte und Gemeinden, eingestellt, um weiter US-Schatbriefe ausgeben zu können 12 . Nach Angaben des US-Fi- nanzminsters John Snow wird, wenn der Kongress nicht bis Mitte März einer Anhebung der Obergren- ze um weitere 800 Milliarden Dollar (also 10% der aktuellen Obergrenze von 8.200 Milliarden) zuges- timmt haben wird, die US-Regierung ihre Zahlungen einstellen müssen. Bis zu dem heutigen Tag hat sich der Kongress dieser Frage noch nicht angenommen und scheint dafür auch keine besondere Lust zu verspüren, da er wohl fürchtet, das könnte bei den republikanischen Wählern vor den November- wahlen 2006 einen sehr schlechten Eindruck machen. Und noch viel mehr bei den ausländischen Käufern der US-Schatzbriefe 13 . Man muss sich die Frage stellen, ob, genau wie bei der Geldmenge M3, die Regierung nicht dazu übergehen wird, die genaue Höhe der US-Schulden lieber zu verschleiern. Diese Tendenz der Täuschung der Öffentlichkeit statt Transparenz verstärkt das Misstrauen in die Stärke des Dollars, in die US-Schatzbriefe und die US-Wirtschaft im allgemeinen. Sie zeigen, dass in- nerhalb der US-Regierung niemand ist, der bereit ist, für eine verantwortliche Geld – und Haushalt- spolitik einzutreten.

13 Quelle Charlston Gazette

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2. Der überraschende Rücktritt der Nummero 2 der US-Zentralbank Roger Ferguson, verantwortlich für das Krisenmanagement. Er trat eine Woche nach der Veröffentlichung unserer Warnung vom Februar zurück, obwohl sein Mandat erst in acht Jahren endete 14 . Ohne das überbewerten zu wollen, denken wir doch, dass der überraschende Rücktritt der Nummero 2 wenige Tage nach der Ernennung einer neuen Nummero 1 kein positives Zeichen ist. Zum einen galt Roger Ferguson als der erfolgreiche Krisenmanager nach dem 11. September, als Alan Greenspan in Europa weilte; zum anderen war allgemein bekannt, dass er die Auffassung des neuen Vorsitzenden über die Inflationsziele überhaupt nicht teilte. Ohne uns näher mit seinen Motiven zu beschäftigen zu wollen, können wir doch festhalten, dass sein Rücktritt die US-Zentralbank um ihren besten Krisenmanager bringt, und dies zu einem Zeitpunkt, als der Mann, dem alles Vertrauen der Märkte gehörte, Alan Greenspan, die Leitung aus der Hand gab. Dies schwächt das Vertrauen in die FED und könnte im Falle einer Krise zu einer fatalen Schwäche ausarten. Eine solche Schwächung kann auch nicht durch die Ernennung von neuen Mitgliedern des Rats der Gouverneure der FED wie Kevin Warsh 15 ausgeglichen werden, der ohne jede Ausbildung in Wirtschaftswissenschaften ist, keine Bankerfahrung besitzt, und dessen Hauptqualifikation darin besteht, dass sein Vater ein großer Spender der Republikanischen Partei ist und der selbst der Ehemann der Nichte von Estée Lauder. Wie eine solche Ernennung die Investoren beruhigen soll, darf man sich gerne fragen. Ohne viel zu übertreiben, kann man sich die Frage stellen, ob die FED nicht bald wie die FEMA 16 ist, bevor der Wirbelsturm Katrina über New Orleans hinweg ging.

3. Die chinesische Zentralbank, die für China die Währungsreserven verwaltet, hat seinen Kunden eingeräumt, ihre US-Dollar gegen Gold einzutauschen, um auf diese Art und Weise seine Währungsreserven zu diversifizieren und nicht beinahe ausschließlich auf Dollar 17 angewiesen zu sein. Heute weiß eigentlich niemand mehr genau, wieviele Dollar in den Tresoren Chinas als Währungsreserven liegen, denn der Verkauf von US-Schatzbriefen ist sehr intransparent und die Verkäufe werden nicht registriert . Aber auf diese Art und Weise kann China ohne viel Aufheben die Zusammensetzung seiner Währungsreserven zu Ungunsten des Dollars verschieben. Eine weitere Frage stellt sich: Was würde die US-Regierung unternehmen, wenn China androhte, seine US- Schatzbriefe an den internationalen Finanzmärkten zu verkaufen, es sei denn, die USA wären bereit, sie von China zu einem festgelegten Preis wieder zurück zu kaufen? Ein System, das vor der Implosion steht, versucht alles, auch die ungewöhnlichsten Geschäfte, um sich zu retten. Zur Zeit herrscht ein solches Niveau an Intransparenz und Unsicherheit angesichts der Zukunft der US-Währung, dass auch so eine Möglichkeit erwägt werden muss.

16 Die FEMA ist die Bundesagentur für Zivilschutz (Federal Emergency Management Agency), die zuständig ist für Hilfsaktionen bei Naturkatastrophen und Unfällen. Seine Ineffizienz beim Einsatz in New Orleans war insbs. das Ergebnis der Unfähigkeit ihres unerfahrenen Führungspersonals, das von G.W.Bush ernannt worden war. Quelle: Washington Post, 9/09/2005

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4. Das ständige Anwachsen der öffentlichen Defizite und des Außenhandelsdefizits der

USA 2006 (110 Milliarden bzw. 68,5 Milliarden USD im Januar) zeigt, dass die US-Regierung über die Finanzen jegliche Kontrolle verloren hat, und dass die Lage sich mit jedem Monat noch verschlimmert. Das monatliche Defizit ist höher als je zuvor. In Washington wird noch nicht einmal mehr davon geredet, dass man die öffentlichen Haushalte wieder sanieren müsste; man begnügt sich mit der Behauptung, heute hätten Defizite keine Bedeutung mehr, denn die Wirtschaft funktioniere heute anders. Dies kommt einem doch bekannt vor: Genau dies sagte man während der Internet-Blase und der sogenannten « Neuen Wirtschaft » 18 . Bis die Blase platzte. Nur zur Information: In den letzten fünf Jahren haben die USA vom Rest der Welt mehr Geld geliehen als in ihrer ganzen bisherigen Geschichte von 1776 bis 2000 zusammen 19 .

5. Die US-Sparquote gerät tiefer in den roten Bereich: -0,7% im Januar 2006 20 . Diese

ungebremste Entwicklung in katastrophaler Richtung weist ebenfalls auf eine Situation hin, die in absolutem Widerspruch zu den offiziellen US-Statistiken steht, die eine US-Wirtschaft beschreiben, die seit mehreren Jahren wächst. Nach unserer Auffassung beweist die negative Sparquote aber vielmehr, dass der normale Verbraucher immer ärmer wird; um seinen Lebensstandard zu halten, muss er sich immer weiter verschulden. Sie ist auch ein Hinweis darauf, dass der Privatkonsum in den nächsten Monaten deutlich nachlassen wird. Da die Wirtschaft in den USA im wesentlichen vom privaten Konsum getragen wird, ist dies eine sehr düstere Aussicht für die USA.

6. Das Ende der Politik des billigen Geldes der Japanischen Zentralbank und der Anstieg der

europäischen Leitzinsen, wodurch die Anlage in Dollar weniger attraktiv wird, insbs. wenn man berücksichtigt, dass die Dollar-Geldmenge im ständigen Wachstum begriffen ist 21 . Die Auswirkungen dieser Maßnahmen machen sich im übrigen schon bei den schwächeren Währungen der Schwellenländer bemerkbar. In der Woche vom 20. Februar 2006 führte eine Herabstufung der isländischen Krone durch die internationalen Rating-Agenturen mit Bezug auf den Umfang der isländischen Defizite zu einem Kurzsturz dieser Währung um 10%. Kurstürze der brasilianischen, süd- afrikanischen, mexikanischen und indonesischen Währung 22 folgten, da Spekulateure entsprechende Positionen auf diese Währungen aufzulösen gezwungen waren. In der Woche vom 6. März 2006 gerieten die Währungen der mittel – und osteuropäischen Länder 23 wegen der Sorgen, die ihre exzessiven Defizite angesichts der Leitzinserhöhungen und/oder Geldmengenreduzierungen der europäischen und japanischen Zentralbank auslösten, unter Druck. Wenn, wovon wir ausgehen, eine umfassende Krise sich entwickelt und dabei zuerst die schwachen Glieder der Kette gesprengt werden, dann sind diese beiden Mini-Krisen die Vorzeichen für eine viel bedeutendere Krise, die in den nächsten Wochen die Stabilität einer der großen Währungen gefährden wird. Vielleicht ist diese große Währung noch nicht der Dollar, sondern eine nicht ganz so wichtige Währung wie z.B. eine Währung eines westeuropäischen Landes, das nicht in der Eurozone ist.

18 Von 2002 bis 2005 stieg der geschätzte Vermögenszuwachs der US-Privathaushalte um mehr als 13.000 Milliarden Dollar, also um mehr als 33% in drei Jahren, was den bisherigen Rekord von einer Steigerung um 11.000 Milliarden USD zwischen 1997 bis 19999 bei weitem übertriff. Zur Erinnerung: 1997 bis 1999 waren die Hauptjahre der Internetblase. Quelle: US Federal Reserve – Z1

21 Quelle: Stephen Roach, Morgan Stanley Global Economic Forum 03/2006

22 Quelle: Forex, 26/02/2006

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7. Die US-Zentralbank kaufte im vierten Quartal 2005 ein Drittel der von ihr ausgegebenen US-Schatzbriefe selbst auf, während die beiden anderen Drittel nur noch von ausländischen Zentralbanken aufgekauft wurden, die aber auch immer weniger begeistert die US- Schatzbriefe in ihre Bestände nehmen 24 . Für uns ist dies eine sehr bemerkenswerte Situation, denn es drängt sich der Eindruck auf, dass die US-Zentralbank zu vertuschen versucht, dass es zu immer mehr Insolvenzen kommt, indem sie selber ihre von ihr selbst ausgegebenen Wertpapiere aufkauft. Dies ist sicherlich ein sehr beunruhigender Hinweis, insbs. Wenn er zusammen mit dem neunten Hinweis gesehen wird. Dieses Vorgehen erinnert eher an die Praktiken der letzten Monate vor dem Konkurs bei Enron als an eine seriöse Zentralbank.

8. Die wachsenden Zweifel in den USA über die Aussagekraft der US- Wirtschaftsstatistiken 25 , wobei Neuberechnungen der Zweifler ergeben, dass die US-Wirtschaft seit drei Jahren nicht etwa mehr wächst, sondern schrumpft 26 , und dass die wahre Inflationsrate sich zwischen 6 und 12% bewegen dürfte, was natürlich erhebliche Auswirkungen auf Rentabilitätsberechnungen für Investitionsalternativen erzeugt. Die aktuelle US-Methode der Inflationsberechnung, bei der die Preise für Energie, Lebensmittel und Hauspreise außen vor bleiben, entwickelt sich immer mehr zu einer Farce. Dieses Auseinanderklaffen des Warenkorbs der Statistiker und dem tatsächlichen Konsum der US-Privathaushalte, die in den USA der wichtigste Wachstumsmotor sind, ermöglicht zu verstehen, warum in den letzten Jahren die US-Statistiken so anders aussehen als die Lebensrealität, mit der die meisten Amerikaner täglich zu kämpfen haben. Wenn es ein Land gibt, in dem Energie prägend für den gesamten Lebensstil ist, dann sind es die USA. Es mag ja sein, dass eine Inflationsberechnung ohne Energiepreise sich technisch begründen läßt, aber sie taugt überhaupt nicht als Möglichkeit, Aussagen über die Kaufkraftentwicklung der Verbraucher und die Inflation im Allgemeinen zu treffen. Es ist möglich, dass der Wunsch für eine möglichst niedrige Inflationsrate auch darin begründet ist, dass man sich nicht zutraut, die Leitzinsen als Antwort auf eine hohe Inflation zu erhöhen. Abgesehen von den Auswirkungen einer solchen Erhöhung auf die US-Wirtschaft selbst, wie sollte eine Schuldenbedienung noch möglich sein bei einem Zinsniveau von 8 oder 10%? Die Schuldenbedienung verschlingt bereits heute schon 20% des US-Haushalts. Bei einer starken Inflation und einer entsprechenden Anhebung der Leitzinsen würde dieser Anteil auf über 50% ansteigen.

Wir gehen also davon aus, dass eine sehr starke Verbindung besteht zwischen den verschiedenen, hier analysierten Hinweisen und der Entscheidung der US-Behörden, zukünftig auf die Veröffentlichung der Geldmenge M3 zu verzichten; denn die Geldmenge M3 wächst in einer Weise, nämlich ungefähr um 7% bis 8% schneller als M1 oder M2, was in klarem Widerspruch zu den offiziellen Inflationssberichten der US-Zentralbank steht. Also befindet plötzlich die US-Zentralbank, dass die Veröffentlichung von M3 nicht mehr opportun wäre.

24 2004 und 2005 haben ausländische Investoren und Banken 98% der 669,8 Milliarden Dollar Schulden des US- Finanzministeriums finanziert. Und in der selben Zeit hat die US-Zentralbank für 77,6 Milliarden Dollar ihre eigenen Schatzbriefe aufgekauft. Das bedeutet also zusammen gerechnet, dass 110% der Gesamtsumme der ausgegebenen US-Schatzbriefe gekauft wurden, was wiederum bedeutet, dass bei diesen Wertpapieren manipulativ eine zu hohe Nachfrage und damit zu hoher Yield kreiert wurde, und dass vielleicht verschleiert werden sollte, dass für die US-Schatzbriefe nicht mehr ausreichend Käufer vorhanden sind. Quelle: US Federal Reserve – Z1 25 Quelle: Gillespie Research 26 Quelle: JWSGS February 2006 Edition

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9. Der Beschluss der US-Zentralbank, eine Bankengruppe zusammen zu fügen, deren Aufgabe darin besteht, den beiden US-Banken, die die US-Schatzbriefe vertreiben, bei auftretenden Schwierigkeiten beizuspringen (JP Morgan und die Bank of New York 27 ,), ist ein zusätzlicher Hinweis, dass die US-Finanzbehörde sorgenvoll gestimmt sind. Wenn die Lage am US- Schatzbriefmarkt tatsächlich so schlecht ist, wie wir aufgrund der vorhergehenden Hinweise glauben, ist es nicht verwunderlich, dass die beiden US-Banken, die sie vertreiben oder für Drittstaaten verwahren, sich um ihre zukünftige Ertragslage Sorgen machen.

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3- Fokus

Der Euro, die einzige große Währung, die der Krise widerstehen kann

Im Rahmen der sich abzeichnenden großen Krise für den Dollar wird der Euro nach der Auffassung von LEAP/E2020 die einzige Währung sein, die diesem Sturm wird trotzen können. Diese Überzeugung wurde in letzter Zeit durch verschiedene Faktoren verstärkt. Zum einen durch die Anhebung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank, wodurch sie zeigt, dass sie sehr wohl gewillt ist, die Kontrolle über die Kreditentwicklung zu behalten und sich Spielraum für Zinssenkungen zu verschaffen, falls dies zukünftig nötig sein sollte, um einer Schwächeperiode der Wirtschaft beizuspringen. Es geht darum zu vermeiden, in die Lage der Japanischen Zentralbank zu geraten, die ein Jahrzehnt lang ein Leitzinsniveau und einen Spielraum von Null hatte.

Zum anderen wissen wir inzwischen, dass unsere Arbeiten und insbesondere unsere Empfehlungen zur Krisenkontrolle für die Politiker der Eurozone (vgl. 2. Ausgabe des GEAB) in den führenden politischen und finanziellen Kreisen dieser Länder zirkulierten und diskutiert wurden. Da wir sehr genaue Kenntnis von der Arbeitsweise des Gemeinschaftssystems haben, war eine wichtige Voraussetzung für unsere Vorhersagen über die Stärke des Euro auch in Krisenzeiten unsere Überzeugung, dass unsere Empfehlungen auf höchstem Niveau in der Eurozone zur Kenntnis genommen würden. Dies ist nun geschehen, und wir sind überzeugt, dass nunmehr die Möglichkeit besteht, das allgemeine Vertrauen in die Stabilität des Euro zu erhalten, und zu vermitteln, dass Euroland die einzige Weltregion sein wird, in der eine Währungsstabilität gesichert sein wird. Auch wenn ein starker Euro für den Export ein erheblicher Nachteil sein wird, so wird doch für die Teilnehmer an den Finanzmärkten und die Investoren zumindest im nächsten Jahr wichtiger sein, dass die Währung und ihre Verantwortlichen vertrauenswürdig sind.

Und schließlich ist es endlich einmal an der Zeit, mit einer Mär Schluss zu machen, die regelmäßig seit einigen Monaten in der Finanz- und Wirtschaftspresse kursiert: Kein Land, weder bald noch später, wird aus der Eurozone ausscheren, und schon gar nicht wegen oder während einer schweren Währungskrise. Vielmehr ist eher das Gegenteil wahrscheinlich, wir wir schon in der 2. Ausgabe des GEAB schrieben. Der Weg aus dem Euro hinaus ist extrem lang und komplex. Er könnte nicht geschehen, ohne den Bürgern des betroffenen Landes ein Mitspracherecht zu geben. Es würde erfordern, das nationale Geld wieder neu herzustellen und im Land zu verteilen. Und der Prozess müsste mit den anderen Euroländern abgesprochen und koordiniert werden. Selbst in ruhigen Zeiten ist eine solche Aufgabe nur mit extremem Einsatz möglich. Damit ist in den schwierigen Zeiten einer Krise ausgeschlossen, dass eine Regierung sich in dieses Abenteuer wagen würde, ganz besonders da der Prozess erst abgeschlossen wäre, wenn die Krise bereits seit einiger Zeit beendet wäre.

Im übrigen ist Euroland, was die Außenhandelsumsätze, das Gesamtvolksvermögen oder die Währungsreserven angeht, in einer wesentlich besseren Situation bei einer Dollarkrise als die anderen großen Volkswirtschaften. Japan und China sind strukturell viel stärker mit den USA verbunden, ganz zu schweigen von Großbritannien, dessen Wirtschaft ja beinahe eine Außenstelle der USA ist. Ein Zusammenbruch des Dollars würde das Pfund ebenfalls in den Abgrund ziehen. Die Eurozone dürfte der einzige Währungsraum sein, der eine Dollarkrise relativ glimpflich überstehen würde, und der Euro wird eine der wenigen Währungen sein, die diese Zeit recht stabil hinter sich bringen werden.

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Neben dem Hinweis, dass der Euro eine der wenigen Währungen ist, die die Krise in recht gutem Zustand durchstehen wird, versuchen wir auf eine Vielzahl von Anfragen/Bitte um Ratschläge zu antworten, die uns seit dem Erscheinen der 2. Ausgabe des GEAB erreichten. Alle diese Anfragen lassen sich mit den simplen Worten zusammen fassen: Was kann man machen? Auch wenn wir, und dass betonen wir immer wieder, keine Anlageberater sind, erschien es uns dennoch wichtig, ein paar Punkte herauszustellen, die wir für unsere Abonnenten für wichtige Hinweise für Investitionsentscheidungen während der kommenden Krise halten. LEAP/E2020 legt Wert darauf zu betonen, dass unsere Ratschläge von keinerlei finanziellen Interessen bestimmt sind.

1. Die richtige Grundeinstellung: In einer umfassenden Krise kann das einzige vernünftige Ziel

von Anlageentscheidungen nur darin bestehen zu versuchen, kein Geld zu verlieren, nicht etwa Geld zu verdienen. Denn eine umfassende Krise zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass sie alle Inve- storen und alle Investitionsbereiche in Mitleidenschaft zieht. Ihr Ablauf, wenn sie erst einmal ausge- brochen ist, ist hochgradig unvorhersehbar, damit ist jede detaillierte Voraussage über die Werten- twicklung einzelner Bereiche unmöglich gemacht. Der Grad an Verflechtung und Abhängigkeiten des weltweiten Finanz- und Wirtschaftssystems verstärkt diese Unmöglichkeit der Vorhersage noch. Es geht darum, einen kühlen Kopf zu behalten und niemandem Glauben zu schenken, der Wunderlösun- gen verspricht oder behauptet, es gäbe die sicheren Anlagemöglichkeiten.

2. Die Methodik: Um kein Geld oder nicht zu viel Geld zu verlieren, ist es wichtig, seine Anlagen

aufzufächern, da die Auswirkungen der Krise auf die einzelnen Bereiche nicht vorhersehbar ist. Aus- sagen über den Verlauf der Krise wären vergleichbar mit den Versuchen, den Laufweg einer Flip- perkugel vorher zu bestimmen. Eine Auffächerung zwischen (mehreren) Währungen, Aktien, Anleihen,

es sei

Rohstoffen und Immobilien stellt sicher, dass ihr Anlagevermögen sich nicht in Luft auflöst

denn, die Weltwirtschaft insgesamt würde sich in Luft auflösen. Und für diesen Fall wären unsere Ver-

mögensprobleme noch die kleinsten, die uns zu schaffen machen würden.

3. Die Grundstrategie bei Währungen: Jede Währung einer Volkswirtschaft, die stark an die der

USA gekettet ist oder deren ausgebender Staat den überwiegenden Hauptanteil seiner Währungsre- serven in Dollar oder US-Staatsanleihen angehäuft hat, wird von der Dollar-Krise erheblich in Mitlei- denschaft gezogen werden. Jede Währung, die traditionell eine Reservewährung ist (mit Ausnahme des Dollars natürlich) wird von der Krise des Dollars profitieren. Doch Vorsicht, für einige Währungen können beide widersprüchliche Tendenzen wirksam sein. Doch jede Währung, die das Geld eines großen und soliden Wirtschaftsraums ist, wird die Krise in recht gutem Zustand überstehen.

4. Grundsätzliche Anmerkungen zu Rohstoffen: Die Rohstoffe, insbs. Solche, die auch als

Währungsreserven Verwendung finden wie Gold und Silber sind natürliche sichere Anlagen in Zeiten, in denen eine internationale Währungskrise wütet. Aber ihre Preise sind heute auch abhängig von der globalen Industrienachfrage, die im Fall einer langen und tiefen Krise massiv nach unten tendieren wird.

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« Antizipation: mit Weitsicht die richtigen Entscheidungen treffen »

5. Vorsicht bei multinationalen Unternehmen, Banken und Medien: In allen drei Fällen wird denen ihre Größe zum Nachteil. Die großen Medien verbreiten Nachrichten, die den Interessen der großen Unternehmen dienen sollen, mit denen sie in der Regel strukturell verbunden sind. Und die großen Unternehmen sind in der Regel sehr eng mit großen Banken verbunden, die Eigentümer von großen Aktienpaketen sind. Die gleichen großen Banken beeinflussen maßgeblich die Entscheidungen der Regierungen oder internationalen Organisationen, die Grundlage der Krise sind. Das heißt, dass all ihre Berichte, Verlautbarungen, Artikel, Pressemitteilungen oder Studien nur ein Ziel verfolgen, nämlich zu verhindern, dass die breite Masse der Menschen erkennt, wie schwerwiegend die Krise sein wird.

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Vertrauliche Mitteilung ‘GlobalEurope Anticipation Bulletin’ N°29 - 18. März 2006

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4- Der GlobalEurometer 28

Die drei TIDEN des März 2006

TIDE – Gouvernance: 47% der Befragten gehen davon aus, dass die EU nicht in der Lage ist, eine Politik zu betreiben, die ihren Vorstellungen entspricht. Das sind 4%-Punkte mehr als noch im Februar 2006 und 11%-Punkte im Vergleich zum Januar 2006. Das zeigt, dass das Ansehen der Eu- ropapolitiker bei den Bürgerinnen und Bürger abnimmt.

TIDE - Legitimität: nur 10,5% der Befragten, als etwas besser als noch im Februar 2006 mit 8,5% gehen davon aus, dass die nationalen Regierungen eine Europapolitik betreiben, die den Er- wartungen der Bürgerinnen und Bürger entspricht. Diese sehr geringen Zustimmungswerte weisen sehr eindringlich auf das Legitimitätsproblem der EU hin, denn die demokratische Legitimität der EU leitet sich von den nationalen Regierungen ab.

TIDE - Aktion: 7% der Befragten gehen davon aus, dass die EU in der Lage ist, die wichtigen Entscheidungen der letzten Jahre auch tatsächlich umzusetzen. Diese Werte verschlechtern sich im Verhältnis zum Februar (12%) und Januar 2006 (24%) erheblich. Die sehr klaren Antworten der Be- fragten über die vermutliche Position der öffentlichen Meinungen für die Möglichkeit eines Mil- itärschlags der USA und Israel gegen Iran (94% gehen davon aus, dass ihre Landsleute dagegen sind, 85% sind überzeugt, dass die Europäer dagegen sind, und 86% vertreten die Auffassung, dass die EU einen solchen Schlag nicht unterstützen dürfe) bedeuten, dass für die Politik der EU ihre Po- sition hierzu ein entscheidender Test für ihre Glaubwürdigkeit und das in sie gesetzte Vertrauen sein wird.

28 Chaque mois, l’équipe de GEAB consulte pour vous 200 leaders d’opinion européens

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GlobalEurometer März 2006 - ERGEBNISSE

GlobalEurometer 03-2006

 

Ja

Nein

Weiß nicht

1. Glauben Sie an eine Zukunft für die europäische Verfassung?

 

7

%

71

%

22

2. Meinen Sie, dass eine Art Wirtschaftsregierung für Euroland eingerichtet wer-

77

%

8

%

15

%

den muss?

     

3. Glauben Sie, dass ein Euroland-Gipfel noch vor Ende 2006 organisiert wird?

 

30

%

30

%

40

%

4. Haben Sie den Eindruck, dass die Regierung Ihres Landes die Erwartungen

14

%

79

%

7

%

Ihrer Landsleute an Europapolitik wiederspiegelt?

     

5.

Spiegelt

die

Regierung

Ihres

Landes

Ihre

eigenen

Erwartungen

an

7

%

 

87

6

%

Europapolitik wieder?

       

6.

Glauben Sie, dass Ihre Landsleute einen Krieg gegen den Iran

6

%

94

%

0

%

unterstützen würden?

       

7. Sind Sie selbst für einen Krieg gegen den Iran?

 

7

%

85

%

8

%

8.

Falls Sie Dollar besitzen, würden Sie sie in den nächsten Monaten

55

%

38

%

7

%

verkaufen?

       

9.

Sind Sie der Meinung, dass die EU einen Krieg der USA und Israel

14

%

86

%

0

%

gegen den Iran unterstützen sollte?

       

10. Können Sie sich vorstellen, dass die öffentlichen Meinungen in der EU einen solchen Krieg gegen den Iran unterstützen würden?

8

%

85

%

8

1

11.

Glauben Sie an eine Zukunft für die europäische Verfassung?

 

7

%

71

%

22

12. Meinen Sie, dass eine Art Wirtschaftsregierung für Euroland eingerichtet werden muss?

77

%

8

%

15

%

13. Glauben Sie, dass ein Euroland-Gipfel noch vor Ende 2006 organisiert wird?

30

%

30

%

40

%

14. Haben Sie den Eindruck, dass die Regierung Ihres Landes die Erwartungen

14

%

79

%

7

%

Ihrer Landsleute an Europapolitik wiederspiegelt?

     

15.

Spiegelt

die

Regierung

Ihres

Landes

Ihre

eigenen

Erwartungen

an

7

%

 

88

23

%

Europapolitik wieder?

       

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