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Blätter und Feuchtigkeit
Blätter und Feuchtigkeit
Blätter und Feuchtigkeit
Blätter und Feuchtigkeit

Blätter und Feuchtigkeit

Blattquerschnitt, einheimischer Laubbaum

Blattquerschnitt, einheimischer Laubbaum

Die Summe aller Stomata-Öffnungen beträgt nur 0,5 bis 2% der Blattfläche. Aufgrund des sog. Randeffekts verdunstet

Die Summe aller Stomata-Öffnungen beträgt nur 0,5 bis 2% der Blattfläche. Aufgrund des sog. Randeffekts verdunstet ein Blatt jedoch mittels Transpiration bis zu 60% der Wasserdampfmenge, die von einer gleich großen unbedeckten Wasseroberfläche abgegeben wird.

Wasserverlust und CO 2 -Aufnahme: ein Dilemma der Landpflanzen

Wasserdampfabgabe und CO 2 -Austausch vollziehen sich gemeinsam durch die Spaltöffnungen und Änderungen des stomatären Widerstands müssen daher unvermeidlich beide Prozesse gleichermaßen betreffen:

Werden die Stomata weit geöffnet, um die CO 2 -Aufnahme für die Photosynthese möglichst wenig zu behindern, nimmt zwangsläufig auch die Transpiration und damit die Gefahr des Austrocknens der Pflanze zu.

Schließt die Pflanze jedoch die Stomata, um dieser Gefahr zu begegnen, werden auch die CO 2 -Aufnahme und damit die Photosynthese blockiert.

Landpflanzen haben also zwischen „Verdursten" und „Verhungern" zu wählen. Dieses Dilemma verschärft sich, wenn Wasser am Standort der Pflanze knapp ist.

Lüttge/Kluge/Thiel, Botanik, Die umfassende Biologie der Pflanzen, Weinheim 2010, S. 755

Wie könnte sich der Blattquerschnitt modifizieren um besonders gut an einen trockenen Standort angepasst zu sein?

Wie könnte sich der Blattquerschnitt modifizieren um besonders gut an einen trockenen Standort angepasst zu sein?
Merkmal Spezielle Anpassung
Merkmal
Spezielle Anpassung
Blatt vom Oleander (Nerium oleander), quer. Xeromorphes Blatt mit eingesenkten Spaltöffnungen

Blatt vom Oleander (Nerium oleander), quer. Xeromorphes Blatt mit eingesenkten Spaltöffnungen

Eingesenkte Spaltöffnung mit Haarzellen beim Oleander (Nerium), Durchlichtmikroskop,100fach

Eingesenkte Spaltöffnung mit Haarzellen beim Oleander (Nerium),

Durchlichtmikroskop,100fach

Eingesenkte Spaltöffnung mit Haarzellen beim Oleander (Nerium), Durchlichtmikroskop,100fach
Xeromorphe Blätter (Querschnitte). Nerium oleander (Oleanderstrauch): Hartlaubblatt mit eingesenkten Stomata. Festuca ovina (Schafschwingelgras): Rollblatt Die nur

Xeromorphe Blätter (Querschnitte).

Nerium oleander (Oleanderstrauch):

Hartlaubblatt mit eingesenkten Stomata.

Festuca ovina (Schafschwingelgras):

Rollblatt Die nur auf der Blattoberseite liegenden Stomata befinden sich in einem Raum mit geringer Luftkonvektion und damit größerer Wasserdampfsättigung.

Xeromorphe Blätter (Querschnitte). Nerium oleander (Oleanderstrauch): Hartlaubblatt mit eingesenkten Stomata. Festuca ovina (Schafschwingelgras): Rollblatt Die nur
Oleander

Oleander

Salbei

Salbei

Salbei
Salbei

Salbei

Salbei

Bei Stachys lanata (Filziger Ziest) wurden 120 Haare / Quadratmillimeter gezählt. Eine mikroskopische Analyse zeigt, dass Haarzellen oft stark verzweigt und abgestorben sind. Daraus ergeben sich für die Pflanze gleich zwei Vorteile:

Das Lumen toter Zellen ist mit Luft gefüllt. Es verleiht den Zellen wegen totaler Refexion des einfallenden Lichts ein weißlich-silbriges Aussehen. Der dichte Haarfilz schützt vor übermäßiger Sonneneinstrahlung und reduziert die Erwärmung.

  • 2. Über der Blattoberfläche wird ein zirkulationsberuhigter Raum geschaffen. Mit anderen Worten: Wasserverluste an der Blattoberfläche werden auf ein Minimum reduziert, d.h. tote Haare sind ein wirksamer Transpirationsschutz. Der Effekt ist der gleiche, der mit dicken Wachsschichten erreicht wird. verändert nach biologie.uni-hamburg.de

Bei Stachys lanata (Filziger Ziest ) wurden 120 Haare / Quadratmillimeter gezählt. Eine mikroskopische Analyse zeigt,
Bei Stachys lanata (Filziger Ziest ) wurden 120 Haare / Quadratmillimeter gezählt. Eine mikroskopische Analyse zeigt,
Thymian

Thymian

Thymian
Thymian
Euphorbis handiensis

Euphorbis handiensis

Euphorbis handiensis Euphorbis aphylla Fotos: biologie.uni-regensburg.de

Euphorbis handiensis

Euphorbis handiensis Euphorbis aphylla Fotos: biologie.uni-regensburg.de

Euphorbis aphylla

Fotos: biologie.uni-regensburg.de

Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre) ←←←← Familie: Dickblattgewächs e (Crassulaceae) Pracht- Fetthenne (Sedum spectabile) syn. Hohe Fetthenne
Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre) ←←←← Familie: Dickblattgewächs e (Crassulaceae) Pracht- Fetthenne (Sedum spectabile) syn. Hohe Fetthenne

Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre)

←←←←

Familie:

Dickblattgewächs e (Crassulaceae)

Pracht-

Fetthenne (Sedum spectabile) syn. Hohe Fetthenne

Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre) ←←←← Familie: Dickblattgewächs e (Crassulaceae) Pracht- Fetthenne (Sedum spectabile) syn. Hohe Fetthenne
Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre) ←←←← Familie: Dickblattgewächs e (Crassulaceae) Pracht- Fetthenne (Sedum spectabile) syn. Hohe Fetthenne

Die Pflanzen der (Halb-) Wüste

haben zwei große Feinde:

1) Die Trockenheit und 2) hungrige/durstige Tiere

1) Sukkulenz bedeutet den Besitz von fleischig saftigem Gewebe in bestimmten Pflanzenorganen. Das bedeutet die Fähigkeit zur Wasserspeicherung während der kurzen Regenperioden.

Die Pflanzen der (Halb-) Wüste haben zwei große Feinde: 1) Die Trockenheit und 2) hungrige/durstige Tiere

Stammsukkulenz finden wir z.B. bei Kakteen, Wolfsmilchgewächsen (=Euphorbien), usw. Der längsgerippte Spross kann durch das enthaltene Speichergewebe je nach Wasserfüllung auseinanderweichen oder zusammenfallen.

2) Dornen und Stacheln schützen vor Fressfeinden.

Die Pflanzen der (Halb-) Wüste haben zwei große Feinde: 1) Die Trockenheit und 2) hungrige/durstige Tiere

Folgende Abbildung zeigt die gleichartige Ausgestaltung nicht verwandter Arten (unterschiedliche Familien !).

Nicht „jede grüne Säule mit Rippen und Dornen“ ist ein Kaktus.

Durch die Anpassung an ähnliche Umwelt haben sie eine sehr ähnliche

Gestalt. A

Kaktus (Cactaceae)

B

Wolfsmilchgewächs (Euphorbiaceae)

  • C Schwalbenwurzgew. (Asclepiadaceae)

    • D Korbblütler (Asteraceae)

E

Weinrebengew.

Folgende Abbildung zeigt die gleichartige Ausgestaltung nicht verwandter Arten (unterschiedliche Familien !). Nicht „jede grüne Säule
Sproßepidermis der xeromorphen Kaktee Rhipsalis dissimilis . Links: Epidermis in Aufsicht . Erkennbar sind kraterförmige Einsenkungen,

Sproßepidermis der xeromorphen Kaktee Rhipsalis dissimilis.

Links: Epidermis in Aufsicht. Erkennbar sind kraterförmige Einsenkungen, in deren Tiefe jeweils eine Spaltöffnung liegt.

Rechts: Querschnitt durch Epidermis und darunterliegende Gewebeportionen. Erkennbar sind die sehr tief versenkten Schließzellen sowie die extrem verdickte Kutikula. Die beiden Aufnahmen zeigen die klassische Adaptation eines Xerophyten.

Blattsukkulente

z.B. Agave, Aloe fleischige Blätter als Wasserspeicher

Blattsukkulente z.B. Agave, Aloe fleischige Blätter als Wasserspeicher Agave Aloe

Agave

Aloe

Blattsukkulente z.B. Agave, Aloe fleischige Blätter als Wasserspeicher Agave Aloe
Blattsukkulente z.B. Agave, Aloe fleischige Blätter als Wasserspeicher Agave Aloe
Welwitschia mirabilis, Namibia. Weiblich, etwa mannshoch, geschätztes Alter: 1500 Jahre

Welwitschia mirabilis,

Namibia. Weiblich, etwa mannshoch,

geschätztes Alter: 1500 Jahre

Wurzelsukkulente

Wurzeln zur Wasserspeicherung

Welwitschia mirabilis

Wurzelsukkulente Wurzeln zur Wasserspeicherung Welwitschia mirabilis

Für die Landpflanzen kann nicht nur trockene, sondern auch sehr feuchte Luft ein Problem bedeuten. Transpiration kann zwar den Wasserhaushalt gefährden, und die Pflanzen müssen sich entsprechend schützen; auf der anderen Seite ist sie aber zur Aufrechterhaltung des Wasser- und Nährsalztransportes in den Gefäßen erforderlich. Nahe der Wasserdampfsättigung der Luft ist jedoch das Wasserpotentialgefälle zwischen Blatt und Außenluft und damit die treibende Kraft der Transpiration gering.

Pflanzen, die dauernd von feuchter Luft umgeben sind, z.B. die Bewohner des Unterbewuchses tropischer Regenwälder, werden als Hygrophyten (Feuchtpflanzen) bezeichnet. Die Anatomie ihrer Blätter ist dergestalt angepasst, dass bei hoher Luftfeuchte die Transpiration erleichtert ist.

Lüttge/Kluge/Thiel, Botanik, Die umfassende Biologie der Pflanzen, Weinheim 2010, S.

760f.

Wie könnte sich der Blattquerschnitt modifizieren um besonders gut an einen feuchten Standort angepasst zu sein?

Wie könnte sich der Blattquerschnitt modifizieren um besonders gut an einen feuchten Standort angepasst zu sein?
Merkmal Spezielle Anpassung
Merkmal
Spezielle Anpassung
Querschnitt durch das Blatt von Ruellia portellae . Die Pflanze wächst in tropischen Regenwäldern und zeigt

Querschnitt durch das Blatt von Ruellia portellae. Die Pflanze wächst in tropischen Regenwäldern und zeigt den für Hygrophyten -typischen Blattbau mit emporgehobenen -Spaltöffnungen der unterseitigen Epidermis. (Nach Fitting.)

1. Blattunterseite des Baumfarnes Cibotium schiedei . Extrem hohe Zahl von Spaltöffnungen pro Flächeneinheit einer in
1. Blattunterseite des Baumfarnes Cibotium schiedei . Extrem hohe Zahl von Spaltöffnungen pro Flächeneinheit einer in

1. Blattunterseite des Baumfarnes Cibotium schiedei. Extrem hohe Zahl von Spaltöffnungen pro Flächeneinheit einer in tropischen Nebelwäldern lebenden Art. 2. Spaltöffnung der Blattunterseite vom Buchsbaum (Buxus sempervirens). Der Buchsbaum hat keine spezielle ökologische Präferenz. Buxus ist aber mikromorphologisch das beste Beispiel für erhabene Stomata.

Ceratophyllum demersum (Hornblatt) Hydrilla verticillata (Wasserquirl)
Ceratophyllum demersum (Hornblatt) Hydrilla verticillata (Wasserquirl)

Ceratophyllum demersum (Hornblatt)

Hydrilla verticillata (Wasserquirl)

Hydrophyten (= Wasserpflanzen)

Querschnitt durch ein Seerosen Schwimmblatt

Hydrophyten (= Wasserpflanzen) Querschnitt durch ein Seerosen Schwimmblatt Der Gefäßteil ist zurückbebildet. Da sich die Pflanze
Hydrophyten (= Wasserpflanzen) Querschnitt durch ein Seerosen Schwimmblatt Der Gefäßteil ist zurückbebildet. Da sich die Pflanze
Hydrophyten (= Wasserpflanzen) Querschnitt durch ein Seerosen Schwimmblatt Der Gefäßteil ist zurückbebildet. Da sich die Pflanze

Der Gefäßteil ist zurückbebildet. Da sich die Pflanze bereits im Wasser befindet, braucht sie kaum Gefäße. Die Spaltöffnungen liegen auf der Oberseite, da sie nur mit der Oberseite im ständigen Kontakt zur Luft sind. Es ist kaum Festigungsgewebe vorhanden, Stabilität durch Wasser. Bei Hydrophyten ist das Palisadengewebe mehrschichtig.