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Mag.

Dietmar Innerwinkler

Schüler/innenpartizipation an der Handels-


akademie und Handelsschule Völkermarkt
Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ..............................................................................1
2. Die gesetzlichen Grundlagen ....................................................2
2.1 Allgemeine Bestimmungen ................................................2
2.2 Bestimmungen zur Schüler/innenmitverwaltung ...................4
2.3 Bestimmungen zur Schulgemeinschaft ................................8
3. Die Handelsakademie und Handelsschule Völkermarkt:
Entwicklung und Gegenwart ................................................... 13
4. Partizipation im Schulalltag .................................................... 15
4.1 Klassen- bzw. Jahrgangssprecher/in ................................. 15
4.2 Schulsprecher/in ............................................................ 16
4.3 Schulgemeinschaftsausschuss .......................................... 17
4.4 Direktion....................................................................... 18
5. Schlussbemerkungen ............................................................ 19
6. Zusammenfassung................................................................ 20
7. Literaturverzeichnis .............................................................. 22
8. Anhang ............................................................................... 24
1. Einleitung
Partizipation und Beteiligung sind Schlüsselbegriffe in der Beschäftigung
mit Jugendlichen. In der Schule ist Partizipation von Kindern und Ju-
gendlichen ein unverzichtbares Element jeder Schulentwicklung. Des-
halb schreibt der Lehrplan der Handelsakademie im Kapitel II ALLGE-
MEINES BILDUNGSZIEL unter anderem die Entwicklung folgender
Kompetenzen vor:
„Sie sollen auf ihre Aufgabe als verantwortliche Mitgestalter in Staat
und Gesellschaft, vor allem auf ihre Rolle als Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer bzw. Unternehmerinnen und Unternehmer und als
Konsumentinnen bzw. Konsumenten vorbereitet sein; insbesondere
sollen sie
- ihre Persönlichkeit finden (Personalisation) und in die Gesellschaft
hinein wachsen (Sozialisation) sowie individuelle berufsbezogene
Werthaltungen entwickeln und Aspekte des Gemeinwohls erkennen
und umsetzen.“ (LP HAK 2004)

Das Schulwesen ist nicht nur in Österreich durch eine Reihe von gesetz-
lichen Bestimmungen sehr genau geregelt. Auch die Partizipation von
Schülerinnen und Schülern findet sich in diesen Gesetzen und Verord-
nungen.
Jedes Mitglied unserer Gesellschaft hat in Schule und Erziehung betref-
fenden Angelegenheiten eine große Reihe von Erfahrungen, ein großer
Teil auch negative. So fühlen sich viele verpflichtet, als Spezialisten in
Sachen Unterrichts- und Erziehungsarbeit aufzutreten.

Wie agiert die Schule – in diesem speziellen Fall die Bundeshandelsaka-


demie und –handelsschule Völkermarkt – in diesem Umfeld? Wie erfüllt
sie die ihr gestellten Aufgaben? Diese Fragen sollen in dieser Arbeit be-
handelt werden.
Nicht behandelt werden in dieser Arbeit partizipatorische Ansätze in der
methodischen Arbeit in der Klasse, die zweifelsohne einen wesentlichen
Faktor für den Erfolg des Unterrichts bieten. In der Handelsakademie

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und Handelsschule Völkermarkt sind solche Formen moderner Unter-
richtsarbeit (wie z.B. Offenes Lernen, Cooperatives Offenes Lernen, Ei-
genverantwortlichen Arbeiten und Lernen) sehr gebräuchlich.

2. Die gesetzlichen Grundlagen

Schule und Bildung sind im höchsten Maße gesellschaftsprägend. Dem-


entsprechend hat jede Gemeinschaft auch ein fundamentales Interesse,
Schule und Bildung zu reglementieren. Dies gilt naturgemäß für eine
ganze Reihe von Gremien der jeweiligen Gesellschaft. Im folgenden soll
versucht werden, die wesentlichen Bestimmungen zum Thema Partizi-
pation in der Schule aufzulisten.

2.1 Allgemeine Bestimmungen

Am 20. November 1989 wurde von den Vereinten Nationen die Kinder-
rechtskonvention beschlossen, die insbesondere im § 12 auf die Mit-
bestimmungsrechte von Kindern und Jugendlichen eingeht:
„Artikel 12 Berücksichtigung des Kindeswillens
Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene
Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind
berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen
die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter
und seiner Reife.“ (KRK, §12)
Diese von Österreich am 6. August 1992 ratifizierte Konvention wurde
vom Nationalrat im Rang eines einfaches Gesetz genehmigt und ist so-
mit nicht verfassungsrechtlich verankert. Trotzdem ist sie die wesentli-
che Grundlage für die Rechte von Kindern und Jugendlichen.
„Eine zentrale Errungenschaft bei der Ausarbeitung der Kinder-
rechtskonvention stellt die Aufnahme des Art 12 KRK dar; damit
wurde erstmals auf globaler Ebene anerkannt, dass über die beson-

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deren Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen auf Schutz vor be-
stimmten Gefahren und Sicherstellung von materiellen Rahmenbe-
dingungen für eine menschenwürdige Existenz (Nahrung, Unter-
kunft, Gesundheit) hinaus Mitgestaltung, Mitbestimmung, Einbezie-
hung in Entscheidungsprozesse wesentliche Elemente für die Ent-
wicklung der Persönlichkeit des Kindes sind.“ (Kinderrechte, S 6)

Grundsätzliche gesetzliche Bestimmungen zu allen Bereichen des Zu-


sammenwirkens in den österreichischen Schulen finden sich im Bun-
desgesetz über die Ordnung von Unterricht und Erziehung in den
im Schulorganisationsgesetz geregelten Schulen (Schul-
unterrichtsgesetz 1986 - SchUG). Im 9. Abschnitt dieses Gesetzes-
werkes (Schulordnung) findet man die Pflichten der Schüler fest-
geschrieben:
„§ 43. (1) Die Schüler sind verpflichtet, durch ihre Mitarbeit und ihre
Einordnung in die Gemeinschaft der Klasse und der Schule an der
Erfüllung der Aufgabe der österreichischen Schule (§ 2 des Schulor-
ganisationsgesetzes) mitzuwirken und die Unterrichtsarbeit (§ 17)
zu fördern. Sie haben den Unterricht (und den Betreuungsteil an
ganztägigen Schulformen, zu dem sie angemeldet sind) regelmäßig
und pünktlich zu besuchen, die erforderlichen Unterrichtsmittel mit-
zubringen und die Schulordnung bzw. die Hausordnung einzuhal-
ten.“ (SchUG, §43)
Der Gesetzgeber verlangt dementsprechend von seinen Schülerinnen
und Schülern die Mitarbeit, wenn auch mit anderen Worten. Im 5. Ab-
schnitt (Unterrichtsarbeit und Schülerbeurteilung) legt er auch die Krite-
rien für die Beurteilung dieser Aufgaben fest:
„Beurteilung des Verhaltens in der Schule
§21 (3) Durch die Noten für das Verhalten des Schülers in der Schu-
le ist zu beurteilen, inwieweit sein persönliches Verhalten und seine
Einordnung in die Klassengemeinschaft den Anforderungen der
Schulordnung bzw. der Hausordnung entsprechen. Bei der Beurtei-
lung sind die Anlagen des Schülers, sein Alter und sein Bemühen um
ein ordnungsgemäßes Verhalten zu berücksichtigen.“ (SchUG, §21
(3))

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Die Schulordnung verpflichtet also die Schülerinnen und Schüler zur
Partizipation, wenngleich in einer reduzierten und nicht gleich-
berechtigten, gleichsam passiven Form.

Als weitere wesentliche Bestimmung soll der Grundsatzerlass zum


Unterrichtsprinzip Politische Bildung in den Schulen (GZ
33.464/6-19a/78, wiederverlautbart mit GZ 33.466/103-V/4a/94 vom
9. März 1994) angeführt werden. Durch seine Gültigkeit für alle Schul-
formen und Schulstufen kommt ihm zweifelsohne eine wichtige Rolle zu.
„Politische Bildung will die Bereitschaft des Schülers wecken und
fördern, politische Vorgänge aktiv mitzugestalten. Der Schüler soll
bereit sein, Entscheidungen, die er nach eigenständigen Wertauffas-
sungen getroffen hat - gegebenenfalls auch unter Belastung und un-
ter Hintansetzung persönlicher Interessen - in politisch verantwor-
tungsbewußtes Handeln umzusetzen.“

2.2 Bestimmungen zur Schüler/innenmitverwaltung

Aktive Formen der Partizipation von Schülerinnen und Schüler definiert


das SchUG im 11. Abschnitt (Schule und Schüler). Dort heißt es an
§43 anknüpfend:
„Rechte der Schüler
§ 57a. Der Schüler hat außer den sonst gesetzlich festgelegten
Rechten das Recht, sich nach Maßgabe seiner Fähigkeiten im Rah-
men der Förderung der Unterrichtsarbeit (§ 43) an der Gestaltung
des Unterrichtes und der Wahl der Unterrichtsmittel zu beteiligen,
ferner hat er das Recht auf Anhörung sowie auf Abgabe von Vor-
schlägen und Stellungnahmen.“ (SchUG, §57a)
Im nachfolgendem Paragraph werden die Formen der Schülermitverwal-
tung detailliert beschrieben:

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„Schülermitverwaltung
§ 58. (1) Die Schüler einer Schule haben das Recht der Schülermit-
verwaltung in Form der Vertretung ihrer Interessen und der Mitges-
taltung des Schullebens. Die Schüler haben sich bei dieser Tätigkeit
von der Aufgabe der österreichischen Schule (§ 2 des Schulorgani-
sationsgesetzes) leiten zu lassen.
(2) Im Rahmen der Interessenvertretung gegenüber den Lehrern,
dem Schulleiter und den Schulbehörden stehen den Schülervertre-
tern folgende Rechte zu:
1. Mitwirkungsrechte:
a) das Recht auf Anhörung,
b) das Recht auf Information über alle Angelegenheiten, die die
Schüler allgemein betreffen,
c) das Recht auf Abgabe von Vorschlägen und Stellungnahmen,
d) das Recht auf Teilnahme an Lehrerkonferenzen, ausgenommen
Beratungen und Beschlußfassungen über Angelegenheiten der Leis-
tungsbeurteilung einzelner Schüler und des § 20 Abs. 6, § 25, § 31b
und des § 31c sowie über dienstrechtliche Angelegenheiten der Leh-
rer und ausgenommen die Teilnahme an Lehrerkonferenzen zur
Wahl von Lehrervertretern,
e) das Recht auf Mitsprache bei der Gestaltung des Unterrichtes im
Rahmen des Lehrplanes,
f) das Recht auf Beteiligung an der Wahl der Unterrichtsmittel;
2. Mitbestimmungsrechte:
a) das Recht auf Mitentscheidung bei der Anwendung von Erzie-
hungsmitteln gemäß § 47 Abs. 2,
b) das Recht auf Mitentscheidung bei der Antragstellung auf
Ausschluß eines Schülers;
c) das Recht auf Mitentscheidung bei der Festlegung von Unter-
richtsmitteln.
Die in Z 1 lit. d und Z 2 genannten Rechte stehen erst ab der 9.
Schulstufe zu.
(3) Im Rahmen der Mitgestaltung haben die Schüler gemeinsam je-
ne Aufgaben wahrzunehmen, die über die Mitarbeit des einzelnen
Schülers hinausreichen. Als solche kommen Vorhaben in Betracht,
die der politischen, staatsbürgerlichen und kulturellen Bildung der
Schüler im Sinne demokratischer Grundsätze dienen, ihr soziales
Verhalten entwickeln und festigen und ihren Neigungen entspre-
chende Betätigungsmöglichkeiten in der Freizeit bieten.

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(4) Veranstaltungen der Schülermitverwaltung (Abs. 3) unterliegen
nicht der Aufsichtspflicht des Lehrers (des Schulleiters). Die Befug-
nis der Lehrer (des Schulleiters), an diesen Veranstaltungen teilzu-
nehmen, wird davon nicht berührt.
(5) Die Schulleiter haben die Tätigkeit der Schülervertreter zu un-
terstützen und zu fördern.“ (SchUG §58)

Im weiteren Text definiert der Gesetzgeber sehr genau die Gremien der
Schüler/innenmitverwaltung, ihre Wahl und ihre Aufgaben. Der Geset-
zestext ist in diesem Kapitel sehr ausführlich, was die Wichtigkeit der
Erziehung zum Demokratiebewußtsein der österreichischen Jugend un-
terstreichen soll. Alle Abschnitte, die nicht die Handelsakademie und
Handelsschule betreffen und beim §59a (Wahl und Abwahl der Schüler-
vertreter) die Ziffern (5) bis (12), bleiben unzitiert.
„Schülervertreter; Versammlung der Schülervertreter
§ 59. (1) Zur Interessenvertretung (§ 58 Abs. 2) und zur Mitgestal-
tung des Schullebens (§ 58 Abs. 3) sind an allen Schulen, (…),
Schülervertreter zu bestellen. Werden an einer Schule mehrere
Schularten geführt, so ist nur eine Schülervertretung zu bestellen,
deren Tätigkeitsbereich sich auf die gesamte Schule erstreckt.
(2) Schülervertreter im Sinne des Abs. 1 sind:
1. die Klassensprecher, die an Schulen mit Jahrgangseinteilung als
Jahrgangssprecher zu bezeichnen sind, (…)
5. die Schulsprecher (…) an mittleren und höheren Schulen.
(3) Die Schülervertreter werden im Fall der Verhinderung jeweils
von ihrem Stellvertreter vertreten. Die Wahl der Stellvertreter er-
folgt gleichzeitig mit der Wahl der Schülervertreter, wobei für die
Schulsprecher jeweils zwei Stellvertreter und für die übrigen Schü-
lervertreter jeweils ein Stellvertreter zu wählen sind. Der Schulspre-
cher wird von jenem Stellvertreter vertreten, der die höhere Zahl an
Wahlpunkten aufweist. (..)
(4) Die Interessenvertretung (§ 58 Abs. 2) und die Mitgestaltung
des Schullebens (§ 58 Abs. 3) obliegen
1. dem Klassensprecher, soweit sie nur einzelne Klassen betreffen,
(…)
3. dem Schulsprecher (…), soweit sie mehrere Klassen (Abteilun-
gen) betreffen.

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Angelegenheiten, die nur einzelne Klassen (oder Abteilungen)
betreffen, dürfen gegenüber Schulbehörden, Schulleiter, Abteilungs-
leiter oder Klassenvorstand auch vom Schulsprecher (…) wahrge-
nommen werden. Das Recht auf Teilnahme an Lehrerkonferenzen (§
58 Abs. 2 Z 1 lit. d) ist von den Vertretern der Schüler im Schulge-
meinschaftsausschuß (§ 64 Abs. 5) auszuüben.
(5) Die im Abs. 2 genannten Schülervertreter bilden in ihrer Ge-
samtheit die Versammlung der Schülervertreter. Der Versammlung
der Schülervertreter obliegt die Beratung über Angelegenheiten der
Interessenvertretung der Schüler (§ 58 Abs. 2) und der Mitgestal-
tung des Schullebens (§ 58 Abs. 3), soweit diese von allgemeiner
Bedeutung sind. Ferner dient die Versammlung der Schülervertreter
der Information der Schülervertreter durch den Schulsprecher, den
Abteilungssprecher und den Vertreter der Klassensprecher. Die Ein-
berufung der Versammlung obliegt dem Schulsprecher (Vertreter
der Klassensprecher). Die Versammlungen dürfen bis zu einem
Ausmaß von insgesamt fünf Unterrichtsstunden je Semester, (…),
während der Unterrichtszeit stattfinden. Darüber hinaus dürfen Ver-
sammlungen der Schülervertreter während der Unterrichtszeit nur
nach vorheriger Genehmigung der Schulbehörde erster Instanz ab-
gehalten werden, welche nur erteilt werden darf, wenn die Teilnah-
me von Schülervertretern an der Versammlung wegen für die Schul-
fahrt benötigter Verkehrsmittel außerhalb der Unterrichtszeit un-
möglich ist.
Wahl und Abwahl der Schülervertreter
§ 59a. (1) Die Schülervertreter (§ 59 Abs. 2) sind von den Schülern
in gleicher, unmittelbarer, geheimer und persönlicher Wahl zu wäh-
len.
(2) Wahlberechtigt sind zur Wahl
1. des Klassensprechers (Jahrgangssprechers) die Schüler einer
Klasse (eines Jahrganges), (…),
4. des Schulsprechers die Schüler einer Schule, (…).
(3) Wählbar sind
1. zum Klassensprecher (Jahrgangssprecher) jeder Schüler der
betreffenden Klasse (des betreffenden Jahrganges) (…)
4. zum Schulsprecher jeder Schüler der Schule, (…).
(4) Gleichzeitig mit der Wahl der Schülervertreter hat die Wahl der
Stellvertreter der Schülervertreter (§ 59 Abs. 3) sowie die Wahl der
Stellvertreter der Vertreter der Schüler im Schulgemeinschaftsauss-
chuß (§ 64 Abs. 5) zu erfolgen. (…)

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Schülervertreterstunden
§ 59b. (1) Der Schulsprecher, (…), hat das Recht, die Schüler einer
Klasse innerhalb der Schulliegenschaft zur Beratung und Informati-
on über Angelegenheiten, die sie in ihrer Eigenschaft als Schüler
betreffen, zu versammeln.
(2) Die Schülervertreter nach Abs. 1 haben eine beabsichtigte Schü-
lervertreterstunde zeitgerecht und unter Angabe des gewünschten
Versammlungsortes, der Anzahl der voraussichtlich teilnehmenden
Schüler sowie der Tagesordnungspunkte beim Schulleiter anzuzei-
gen.
Während der Unterrichtszeit dürfen Schülervertreterstunden im Ge-
samtausmaß von höchstens drei Unterrichtsstunden in jedem Se-
mester durchgeführt werden; während dieser Zeit sind die Schüler
der betreffenden Klasse zur Teilnahme an der Schülervertreterstun-
de verpflichtet. Der Schulleiter hat die Schülervertreterstunde zu
untersagen, wenn die Gewährleistung eines ordnungsgemäßen Un-
terrichts nicht gegeben ist und die Sicherheit der Schüler oder sons-
tiger in der Schule tätiger Personen gefährdet wäre.
(3) Schülervertreterstunden, die außerhalb der Unterrichtszeit statt-
finden unterliegen nicht der Aufsichtspflicht des Lehrers.“ (SchUG
§59)

2.3 Bestimmungen zur Schulgemeinschaft

Im 13. Abschnitt (Lehrer, Schüler und Erziehungsberechtigte) wird der


Schulgemeinschaftsausschuss behandelt. Er ist ein wesentliches In-
strument der inneren Demokratie in der Schule, dient er doch zur Koor-
dination der Interessen von Schulleitung, Lehrer/innen, Schüler/innen
und Eltern. Die Kompetenzen sind im §64 SchUG geregelt. Auch hier
werden nur die relevanten Passagen zitiert.
„Schulgemeinschaftsausschuß
§ 64. (1) In (…) den mittleren und höheren Schulen ist zur Förde-
rung und Festigung der Schulgemeinschaft (§ 2) ein Schulgemein-
schaftsausschuß zu bilden.
(2) Neben den auf Grund anderer gesetzlicher Bestimmungen über-
tragenen Entscheidungsbefugnissen obliegt dem Schulgemein-
schaftsausschuss:

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1. die Entscheidung über
a) mehrtägige Schulveranstaltungen,
b) die Erklärung einer Veranstaltung zu einer schulbezogenen Ver-
anstaltung (§ 13a Abs. 1),
c) die Durchführung (einschließlich der Terminfestlegung) von El-
ternsprechtagen (§ 19 Abs. 1),
d) die Hausordnung gemäß § 44 Abs. 1,
e) die Bewilligung zur Durchführung von Sammlungen gemäß § 46
Abs. 1,
f) die Bewilligung zur Organisierung der Teilnahme von Schülern an
Veranstaltungen gemäß § 46 Abs. 2,
g) die Durchführung von Veranstaltungen der Schulbahnberatung,
h) die Durchführung von Veranstaltungen betreffend die Schulge-
sundheitspflege,
i) Vorhaben, die der Mitgestaltung des Schullebens dienen (§ 58
Abs. 3),
j) die Erlassung schulautonomer Lehrplanbestimmungen (§ 6 Abs. 1
und 3 des Schulorganisationsgesetzes (..)),
k) die schulautonome Festlegung von Eröffnungs- und Teilungszah-
len (§ 8a Abs. 2 des Schulorganisationsgesetzes (..)),
l) schulautonome Schulzeitregelungen (§ 2 Abs. 5 und 8 sowie § 3
Abs. 2 des Schulzeitgesetzes 1985),
m) die schulautonome Festlegung von Reihungskriterien (§ 5 Abs.
4),
n) die Erstellung von Richtlinien über die Wiederverwendung von
Schulbüchern (§ 14 Abs. 7),
o) Kooperationen mit Schulen oder außerschulischen Einrichtungen;
2. die Beratung insbesondere über
a) wichtige Fragen des Unterrichtes,
b) wichtige Fragen der Erziehung,
c) Fragen der Planung von Schulveranstaltungen, soweit diese nicht
unter Z 1 lit. a fallen,
d) die Wahl von Unterrichtsmitteln,
e) die Verwendung von der Schule zur Verwaltung übertragenen
Budgetmitteln,
f) Baumaßnahmen im Bereich der Schule.

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(3) Dem Schulgemeinschaftsausschuß gehören der Schulleiter und
je drei Vertreter der Lehrer, der Schüler und der Erziehungsberech-
tigten an. (…)
(4) Die Vertreter der Lehrer sind von der Schulkonferenz aus dem
Kreis der an der betreffenden Schule tätigen Lehrer innerhalb der
ersten drei Monate eines jeden Schuljahres für die Zeit bis zur
nächsten Wahl zu wählen. (…) Gleichzeitig mit der Wahl der Vertre-
ter der Lehrer sind drei Stellvertreter zu wählen. Die Wahl der Ver-
treter der Lehrer ist unter der Leitung des Schulleiters durchzufüh-
ren.
(5) Die Vertreter der Schüler im Schulgemeinschaftsausschuß sind
der Schulsprecher und seine zwei Stellvertreter (§ 59 Abs. 2 und 3).
Die drei Stellvertreter werden gemäß § 59a Abs. 4 gewählt. Zu
Stellvertretern sind jene Kandidaten gewählt, die die dritt- bis fünft-
höchste Zahl an Wahlpunkten (unter Außerachtlassung der Zahl der
Wahlpunkte des Schulsprechers) erhalten haben.
(6) Die Vertreter der Erziehungsberechtigten sind von den Erzie-
hungsberechtigten der Schüler der betreffenden Schule, bei volljäh-
rigen Schülern von deren Eltern, sofern sie im Zeitpunkt der Been-
digung der Minderjährigkeit ihrer Kinder erziehungsberechtigt wa-
ren, aus deren Kreis innerhalb der ersten drei Monate, (…), eines
jeden Schuljahres für die Zeit bis zur nächsten Wahl zu wählen.
Gleichzeitig mit der Wahl der Vertreter der Erziehungsberechtigten
sind drei Stellvertreter zu wählen. Besteht für die Schule ein Eltern-
verein im Sinne des § 63, so sind die Vertreter der Erziehungsbe-
rechtigten jedoch von diesem zu entsenden; hiebei dürfen nur Er-
ziehungsberechtigte von Kindern, die die betreffende Schule besu-
chen, bzw. bei volljährigen Schülern der betreffenden Schule deren
Eltern, sofern sie im Zeitpunkt der Beendigung der Minderjährigkeit
ihrer Kinder erziehungsberechtigt waren, entsendet werden.
(7) Die Wahl der Vertreter der Lehrer, der Schüler (mit Ausnahme
des Schulsprechers und des Vertreters der Klassensprecher) und der
Erziehungsberechtigten ist nach den Grundsätzen der Verhältniswahl
durchzuführen. Die Wahl ist geheim. Gewählt ist, wer die höchste
Zahl an Wahlpunkten auf sich vereinigt. Bei gleicher Punktezahl ent-
scheidet das Los. Bei Ungültigkeit der Wahl ist diese unverzüglich zu
wiederholen.
(8) Der Schulleiter hat den Schulgemeinschaftsausschuß einzuberu-
fen, wenn dies ein Drittel der Mitglieder des Schulgemeinschaftsaus-
schusses unter gleichzeitiger Einbringung eines Antrages auf Be-
handlung einer der im Abs. 2 genannten Angelegenheiten verlangt;
die Frist für die Einberufung beträgt eine Woche, gerechnet von dem
Zeitpunkt, zu dem das Verlangen gestellt wurde. Der Schulleiter hat
auch ohne Verlangen auf Einberufung den Schulgemeinschaftsauss-
chuß einzuberufen, sofern eine Entscheidung gemäß Abs. 2 Z 1 er-

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forderlich ist oder eine Beratung gemäß Abs. 2 Z 2 zweckmäßig er-
scheint. Mit jeder Einberufung ist die Tagesordnung zu übermitteln.
Die Einberufung hat spätestens zwei Wochen vor der Sitzung zu er-
folgen, sofern nicht sämtliche Mitglieder einem früheren Termin zu-
stimmen. Jedes Schuljahr haben mindestens zwei Sitzungen, davon
die erste innerhalb von zwei Wochen nach der Bestellung der Leh-
rer-, Schüler- und Elternvertreter für dieses Schuljahr, stattzufin-
den; (…).
(9) Den Vorsitz im Schulgemeinschaftsausschuß führt der Schullei-
ter.
(10) Jedem Mitglied der im Schulgemeinschaftsausschuß vertrete-
nen Gruppen (Lehrer, Schüler, Erziehungsberechtigte) kommt eine
beschließende Stimme zu. Stimmenthaltung ist unzulässig. Eine Ü-
bertragung der Stimme auf eine andere Person ist unzulässig und
unwirksam. Der Schulleiter hat keine beschließende Stimme.
(11) Der Schulgemeinschaftsausschuß ist beschlußfähig, wenn mehr
als die Hälfte der Mitglieder mit beschließender Stimme und mindes-
tens je ein Mitglied der im Ausschuß vertretenen Gruppen (Lehrer,
Schüler, Erziehungsberechtigte) anwesend sind (…). Für einen
Beschluß ist die unbedingte Mehrheit der abgegebenen Stimmen er-
forderlich. Bei Stimmengleichheit in den Fällen des Abs. 2 Z 1 ent-
scheidet der Schulleiter; in den Fällen des Abs. 2 Z 2 gilt der Antrag
als abgelehnt. Für einen Beschluß in den Fällen des Abs. 2 Z 1 lit. d,
j bis m und o sind die Anwesenheit von mindestens je zwei Dritteln
der Vertreter der Lehrer, der Schüler und der Erziehungsberechtig-
ten sowie eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der in jeder
Gruppe abgegebenen Stimmen erforderlich.
(12) Für die Vorberatung einzelner der im Abs. 2 genannten Angele-
genheiten kann der Schulgemeinschaftsausschuß Unterausschüsse
einsetzen. Die Einsetzung eines Unterausschusses unterliegt den
Beschlußerfordernissen des Abs. 11. (…)
(14) Über den Verlauf der Sitzungen ist eine schriftliche Aufzeich-
nung zu führen, die den jeweiligen Mitgliedern zugänglich zu ma-
chen ist.
(15) Der Schulgemeinschaftsausschuß kann bei Bedarf eine Ge-
schäftsordnung beschließen. Diese ist der Schulbehörde erster In-
stanz zur Kenntnis zu bringen.
(16) Der Schulleiter hat für die Durchführung der nach Abs. 2 Z 1
gefaßten Beschlüsse des Schulgemeinschaftsausschusses und des
Unterausschusses (Abs. 12) zu sorgen; hält er einen derartigen
Beschluß für rechtswidrig oder aus organisatorischen Gründen nicht
durchführbar, hat er diesen auszusetzen und die Weisung der
Schulbehörde erster Instanz einzuholen. Sofern ein Beschluß in den

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Fällen des Abs. 2 Z 2 nicht an den Schulleiter gerichtet ist, hat er
diesen Beschluß an die zuständige Stelle weiterzuleiten.
(17) Kann der Schulgemeinschaftsausschuß in den Fällen des Abs. 2
Z 1 lit. a und c bis i keine Entscheidung treffen, weil die Beschlußfä-
higkeit nicht gegeben ist, hat der Schulleiter den Schulgemein-
schaftsausschuß unverzüglich zu einer neuerlichen Sitzung einzula-
den; der Schulgemeinschaftsausschuß ist in der neuen Sitzung je-
denfalls beschlußfähig, sofern die Einladung ordnungsgemäß ergan-
gen und seit dem vorgesehenen Beginn der Sitzung eine halbe
Stunde vergangen ist und zumindest je ein Mitglied der im Ausschuß
vertretenen Gruppen anwesend ist. (…).“ (SchUG §64)
Mit diesen weit reichenden Kompetenzen ist der Schulgemeinschafts-
ausschuss wohl das wesentliche Entscheidungsgremium. Durch die of-
fensichtlich demokratische Zusammensetzung kommt den Schü-
ler/innen eine wichtige Entscheidungskompetenz zu. Das Funktionieren
dieses Schulgemeinschaftsausschusses ist auch ein wichtiger Indikator
für das Demokratieverständnis innerhalb einer Schule.

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3. Die Handelsakademie und Handelsschule
Völkermarkt: Entwicklung und Gegenwart

Die Bundeshandelsakademie und –handelsschule Völkermarkt wurde


1973 im Zuge der sozialdemokratischen Bildungsrevolution als Exposi-
tur der Handelsakademie II in Klagenfurt gegründet. Im ersten Schul-
jahr 1973/74 wurden drei Parallelklassen der Handelsschule eingerich-
tet. Aufgrund der Abweisungen in Klagenfurt wurden auch etliche Schü-
ler/innen aus der Landeshauptstadt aufgenommen.
Im Schuljahr 1974/75 wurde auch ein Jahrgang der Handelsakademie
eingerichtet.
Die Schule wurde im Gebäude der alten Bürgerschule eingerichtet, das
den Anforderungen bei weitem nicht entsprach. Deshalb wurde 1980
mit einem Um- und Zubau begonnen, der 1982 bezugsfertig war.
Die Schüler/innen- und Klassenzahlen wuchsen ständig an, so dass im
Schuljahr 1984/85 die Höchstzahl von 22 Klassen erreicht wurde. Da-
nach ist eine Abnahme der Klassen- und Schülerzahlen bemerkbar.
Gründe sind in der demographischen Entwicklung des Bezirkes und in
dem zunehmenden Konkurrenzdruck von den zwei Handelsakademien
im Zentralraum Klagenfurt zu finden, seit etlichen Jahren aber vorwie-
gend in den Sparmaßnahmen der Regierung.
Durch verstärkte Marketingmaßnahmen konnte in den letzten Jahren
die Zahl der Schüler/innen annähernd konstant gehalten werden, die
Klassenzahl ist jedoch weiter zurückgegangen. Im Schuljahr 2005/2006
führte die Handelsakademie und Handelsschule Völkermarkt 14 Klassen
(11 HAK, 3 HAS) mit 306 Schüler/innen.

Die pädagogische Grundausrichtung der Schule ist aus ihrem Leitbild zu


erkennen:
Das Leitbild der HAK/HAS Völkermarkt orientiert sich am Leitbild
für kaufmännische Schulen in Österreich und wurde erstellt von den

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Lehrerinnen und Lehrern der Schule. Es zeichnet sich durch
folgende Aspekte in besonderer Weise aus:
Unsere Grundausrichtung im Unterricht schafft ein besonderes un-
ternehmerisches Denken und Handeln, in dem der Mensch und die
Verantwortung gegenüber der Gesellschaft im Mittelpunkt stehen.
Wir vermitteln die Bedeutung des lebenslangen Lernens als
Grundstein für berufliche und persönliche Entwicklung.
Gegenseitige Respektierung und Wertschätzung sowie partner-
schaftliches Denken und Handeln im Umgang miteinander prägen
ein angstfreies Schulklima.
Wir stehen für eine kontinuierliche Qualitätsentwicklung, in der
unter Einbeziehung aller Teile der Schulgemeinschaft (Eltern, Leh-
rer/-innen, Schüler/-innen) die sich ändernden Bedürfnisse und An-
forderungen berücksichtigt werden.
Wir bekennen uns zur Leistungsorientierung im ganzheitlichen
Sinn als wesentliches Fundament für eine solide kaufmännische und
allgemeine Ausbildung und beruflichen Erfolg.
Wir fördern Eigenverantwortung, Teamfähigkeit, soziale Kompetenz
und kommunikative Fähigkeiten durch innovative Lehrmethoden
und aktivierende Lehr- und Lernformen (COOL – kooperatives, offe-
nes Lernen, EvA – eigenverantwortliches Lernen) und sehen dies als
bewussten Beitrag zur Vorbereitung unserer Schüler/-innen auf die
Herausforderungen des Wirtschaftslebens.
Die bestmögliche Förderung unserer Schüler/-innen ist für uns
ein grundlegender pädagogischer Auftrag. Unsere Lehrer/-innen
verstehen sich in diesem Zusammenhang als Betreuer, Berater und
Trainer.
Mit unserem Sprachangebot berücksichtigen wir die kulturellen
und sprachlichen Besonderheiten des Alpen-Adria-Gebiets und er-
öffnen unseren Schüler/-innen Perspektiven für berufliche Tätigkei-
ten in diesem interregionalen Kulturraum.
Die Praxisorientierung unserer Ausbildung kommt in der intensi-
ven Kooperation mit der Wirtschaft, den Wirtschaftsverbänden, Be-
hörden und Vereinen unserer Region zum Ausdruck.
Durch Exkursionen, Unternehmensanalysen, Patenschaften mit Fir-
men und Projektarbeiten gewährleisten wir einen hohen Praxisbezug
und einen permanenten Erfahrungsaustausch zwischen Schule und
Wirtschaft in der Region.
Als einzige kaufmännische Schule im Bezirk leisten wir einen we-
sentlichen Beitrag zur Stärkung der Region.

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4. Partizipation im Schulalltag

Wie schon im Leitbild ersichtlich, ist die Partizipation der Schüler/innen


ein Prinzip in der Handelsakademie Völkermarkt. Das Eingehen auf die
Anliegen hat – wie in vielen kleinen Schulen – eine lange Tradition: die
Schule ist gemeinhin als „schüler/innenfreundlich“ bekannt. Dies wird
bei diversen Treffen von Absolvent/innen immer wieder positiv hervor-
gehoben.

4.1 Klassen- bzw. Jahrgangssprecher/in

Die Wahlen zu den Klassen-, Jahrgangs- und Schulsprecher/innen wer-


den von der Schuladministration sehr gewissenhaft vorbereitet. Den
Kandidat/innen wird die nötige Zeit eingeräumt, sich vorzustellen und
die eigenen Ideen darzulegen. Es gibt Wahlurnen für jede Klasse, so-
dass auch durch das Procedere die Wichtigkeit dieser Willensbildung
ausgedrückt wird.
Zur Wahl der Klassen- bzw. Jahrgangssprecher/innen stellen sich leider
oft Kandidat/innen, die nicht die richtige Einstellung für diese für die
Klasse sehr wichtige Aufgabe haben. Vielfach sind es Repetent/innen,
die schon im Vorjahr durch ihr Verhalten eher negativ aufgefallen sind.
Dies ist vor allem in den ersten und zweiten Klassen und Jahrgängen
der Fall. Probleme sind dann meist vorprogrammiert: einerseits durch
schlechte Vorbildwirkung, andererseits durch sehr geringes Engagement
der Vertreter/innen. Manchmal (wie im heurigen Schuljahr in der ersten
Klasse der Handelsschule) kommt es im Laufe des Schuljahres zur Ab-
wahl.
Sehr wesentlich für den/die Klassensprecher/in ist ein konstruktives
Verhältnis mit dem Klassenvorstand. Ein partnerschaftliches Verhältnis
ist sehr entscheidend für den Erfolg der Klasse. Hier zeigt sich beson-
ders deutlich, ob Demokratie in der Schule mehr als ein Schlagwort ist.

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4.2 Schulsprecher/in

Wie bei den jeweiligen Klassen- bzw. Jahrgangessprecher/innen ist auch


die Funktion des/der Schulsprecher/in sehr stark mit dem persönliches
Engagement verbunden. Die Arbeit in diesem Gremium ist sehr zeitin-
tensiv und konfrontiert die Funktionäre oftmals vor sehr schwierigen
Problemen. Es ist jedoch anzumerken, dass in den letzten Jahren nur
sehr gewissenhafte Personen die Aufgaben übernommen haben. Die
derzeitige Schulsprecherin hat etliche Schulungen durchlaufen und ist
auch in der Schülerunion engagiert. Sie betont auch die Wichtigkeit die-
ser Schulungen, um in Konfliktsituationen richtig zu handeln und nicht
zwischen den Fronten aufgerieben zu werden.
Die Schulsprecherin und ihr Stellvertreter sehen ihre Hauptaufgabe in
der Lösung anstehender Probleme, die zwischen Schüler/innen, Leh-
rer/innen und Direktion auftreten. In dieser Tätigkeit fühlen sie sich von
allen Gruppen gut angenommen und in ihrer Kompetenz nicht in Frage
gestellt. Bei der Festlegung von Schülervertreterstunden fühlen sie sich
von der Direktion unterstützt, nicht behindert. Doch fühlen sie sich
manchmal auch in ihrer Funktion (von diversen Schüler/innen) ausge-
nützt.

Von den im § 58 SchUG angeführten Mitwirkungs- und Mitbestim-


mungsrechten der Schülermitverwaltung nimmt die Schülervertretung
der Handelsakademie einige nicht wirklich wahr. Es sind dies vor allem
das Recht Beteiligung bei der Wahl der Unterrichtsmittel und das Recht
auf Mitentscheidung bei der Festlegung von Unterrichtsmitteln. Am we-
sentlichsten erscheint mir aber, dass auf das Recht auf die Teilnahme
an Lehrerkonferenzen seit Jahren verzichtet wird. Dies mag daran lie-
gen, dass der konsensuale Aspekt bei Problemen mit Lehrer/innen und

- 16 -
Direktion im Mittelpunkt steht. Manche bezeichnen die Schülervertre-
tung deshalb auch als „zu zahm“.

4.3 Schulgemeinschaftsausschuss

Der Schulgemeinschaftsausschuss als paritätisch besetztes Gremium


(Schüler/innen, Lehrer/innen, Eltern), in dem der Direktion nur die Lei-
tung obliegt, ist aufgrund seiner umfassenden Kompetenzen ein proba-
tes Mittel, wesentliche Aspekte der Schule zu bestimmen. Die Handels-
akademie Völkermarkt ist in der angenehmen Lage, einen funktionie-
renden Elternverein zu besitzen, so dass der Schulgemeinschaftsaus-
schuss auch seine regelmäßigen Sitzungen durchführen kann. Im Schul-
jahr 2005/06 wurden drei Sitzungen abgehalten, im Schuljahr 2004/05
zwei, im Schuljahr 2003/04 hingegen nur eine, obwohl laut §64 (2)
SchUG mindestens zwei Sitzungen pro Schuljahr durchzuführen sind.
Die besprochenen Themen konzentrierten sich um wenige Teilbereiche:
Genehmigung von Schulveranstaltungen, Festlegung von schulautono-
men Tagen, Elternsprechtagen und anderer Termine, Schulball und die
2004 stattgefundene 30-Jahr-Feier, alles ziemlich alltägliche und un-
spektakuläre Tagungsordnungspunkte. Einzig mit den Diskussionspunk-
ten Hausordnung und Verhaltensvereinbarung wurden für die Schulent-
wicklung wesentliche Dinge besprochen, jedoch keine Entscheidungen
herbeigeführt.
Viele Fragen, die laut SchUG § 64 (2) im Schulgemeinschaftsausschuss
behandelt werden sollen, wie etwa die Kooperationen mit Schulen oder
außerschulischen Einrichtungen, die Verwendung von der Schule zur
Verwaltung übertragenen Budgetmitteln, oder die Baumaßnahmen im
Bereich der Schule, wurden im Schulgemeinschaftsausschuss überhaupt
nicht diskutiert.
Die befragte Schulsprecherin und ihr Stellvertreter fühlten sich in dem
Gremium sehr gut aufgehoben und glauben, dass sie als gleichberech-

- 17 -
tigte Partner/in angenommen werden. Ihren unmittelbaren Einfluss
schätzen sie jedoch nicht besonders groß ein und in der Frage, ob das
Gremium nach demokratischen Spielregeln arbeitet, sind sie sich nicht
einig. Verbesserungswürdig ist nach Meinung der Schülervertretung die
Kommunikation mit den Elternvertreter/innen. Die „Macht“ der Direktion
wird direkt angesprochen, obwohl die Direktorin de jure im Schulge-
meinschaftsausschuss nur die Leitung hat und nur im Falle der Stim-
mengleichheit stimmberechtigt ist.

4.4 Direktion

In der Struktur der mitbestimmenden Schulpartnerschaft ist die Direkti-


on (als nicht stimmberechtigter Part des Schulgemeinschaftsausschus-
ses) in einer schlechteren Position. Trotzdem ist die Direktion selbstver-
ständlich bestimmend (vor allem gegenüber der Einflussnahme der
Schüler/innenvertreter) in der Führung einer Schule.
Die Schüler/innenvertretung bezeichnet das Verhältnis mit der Direktion
als gut, sie fordern jedoch mehr Information und Unterstützung ein.
Die Direktorin betont in der Befragung, dass sie aufgrund ihres Informa-
tionsvorsprunges (und dem der Lehrervertreter/innen) mehr Möglichkei-
ten hat, ihre Interessen durchzubringen. Sie ist sich der Machtlosigkeit
der Schülervertreter/innen bewusst, obwohl sie sie persönlich schätzt.
Ihrer Meinung nach arbeiten sie aktiv und konstruktiv mit, allerdings
ohne überragende Eigeninitiative und Gestaltungswillen.
Freilich ist auch festzustellen, dass die Direktion zunehmend unter ei-
nem nicht unerheblichen Druck von den übergeordneten Dienstbehör-
den steht. Dies führt sehr oft zu Irritationen, Missverständnissen und
weiteren Problemen. Auch kann sie sich dem Druck der „Öffentlichkeit“
und der Medien nicht entziehen

- 18 -
5. Schlussbemerkungen

„Partizipation und Beteiligung sind in der Diskussion um Kinder und


Jugendliche zu Schlüsselbegriffen geworden. Ihre Thematisierung
erfolgt auf unterschiedlichen Ebenen. Im gesellschaftlichen Bezugs-
rahmen wird mehr Partizipation gefordert, um die Integration in das
demokratische System zu gewährleisten. Ziel ist es, das politische
Interesse zu erhöhen oder auch die Bindung an Parteien oder
Gewerkschaften wieder zu stärken.“ (Alt, S 24)
Kann die Schule ein Übungsfeld der Demokratie sein, vor allem unter
den gesetzlichen Voraussetzungen, die in Österreich zu berücksichtigen
sind? Finden junge Menschen in der Schule, im speziellen in der Han-
delsakademie und Handelsschule Völkermarkt, Strukturen vor, die ein
Lernfeld zur Partizipation bereitstellen? Sind die im SchUG festgeschrie-
benen Normen dazu geeignet, das Demokratiebewußtsein junger Men-
schen zu entwickeln, zu fördern und zu festigen?

Ich denke, dass der Rahmen, der durch den Gesetzgeber geschaffen
wurde, in den österreichischen Schulen sehr offen interpretiert wird. In
vielen Schulen wird den Schüler/innen vorgeführt, dass Mitbestimmung
in der Praxis nur sehr lückenhaft funktioniert, nur als Hülle über ein
durchaus restriktives System gestülpt wird. Dies kann sogar dazu füh-
ren, dass die vielfach in der Bevölkerung vorhandene Demokratie-
verdrossenheit durch diese negativen Erlebnisse in der Schule schon in
jungen Jahren verstärkt wird. Schüler/innen lernen sehr schnell, wer die
„wirkliche“ Macht in der Schule hat, und viele partizipatorische Einrich-
tungen nur die Machtlosigkeit kaschieren sollen.
Ich glaube weiters, dass nicht die Schulstruktur, wohl aber der Unter-
richt in der Klasse bewirken kann, dass Schüler/innen wesentliche de-
mokratische und partizipatorischen Fähigkeiten entwickeln. Hier ist je-
de/r Lehrer/in gefordert, die Schule als Übungsfeld der Demokratie zu

- 19 -
sehen. Gegenseitige Anerkennung, Diskussionsbereitschaft, Offenheit
und Verständnis können die Zauberworte sein.
„Partizipation setzt persönliche und soziale Kompetenzen voraus, die
in Kindheit und Jugend gelernt werden. Wer früh die Möglichkeit ge-
boten bekommen hat, zu argumentieren und sich für die eigenen
Belange selbstverantwortlich stark zu machen, wer bereits als Kind
als respektabler Partner akzeptiert wurde, der wird im späteren Le-
ben mit höherer Wahrscheinlichkeit bereit sein, sich politisch aktiv
zu verhalten und auch in gesellschaftlichen Zusammenhängen Ver-
antwortung zu übernehmen.“ (Alt, S 31)

6. Zusammenfassung

Partizipation, Beteiligung und Mitgestaltung sind Schlüsselbegriffe in der


Schulentwicklung geworden. Die Schulen setzten sich in ihrem gesell-
schaftlichen Kontext immer stärker damit auseinander. Hier sind es vor
allem die gesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen, auf die Be-
dacht genommen werden muss, beginnend mit der Kinderrechtskonven-
tion der Vereinten Nationen über den Grundsatzerlass zum Unterrichts-
prinzip Politische Bildung zu den wesentlichen Bestimmungen des Schul-
unterrichtsgesetzes, die detailreich die innere Schulstruktur regeln.

Wie stellt sich nun die Situation in der Bundeshandelsakademie und –


handelsschule Völkermarkt, einer kleinen, relativ jungen Schule an der
Peripherie des Klagenfurter Zentralraumes, dar? Die Schule definiert
sich in ihrem Leitbild als partnerschaftlich, praxis- und leistungsorien-
tiert und innovativ. Sie verfügt über eine gut funktionierende Schulpart-
nerschaft. Die Schulsprecherin und ihr Schulsprecher fühlen sich in ihrer
Funktion von allen Seiten angenommen, der Schulgemeinschaftsaus-

- 20 -
schuss tritt regelmäßig zusammen, Beschlüsse werden gefasst und pro-
tokolliert.

Trotz dieser partizipatorischen Ansätze bleibt aber die Tatsache beste-


hen, dass die wesentlichen Entscheidungen auf anderen Ebenen (auch
auf außerschulischen) fallen und bei den Schüler/innen manchmal eine
gewisse Demokratieverdrossenheit auftritt.

Die effektiven Erziehungsschritte hin zu mehr Partizipation und Demo-


kratiebewusstsein können jedoch in der unmittelbaren Klassenarbeit
geleistet werden, wo gegenseitige Anerkennung, Diskussionsbereit-
schaft, Offenheit und Verständnis die methodischen Werkzeuge sind.

- 21 -
7. Literaturverzeichnis

Alt, Christian / Teubner, Markus / Winklhofer, Ursula: Partizipation in


Familie und Schule – Übungsfeld der Demokratie, in: Aus Politik und
Zeitgeschichte 41/2005, Berlin 2005, S 24 – 31.

Bundesgesetz über die Ordnung von Unterricht und Erziehung in den im


Schulorganisationsgesetz geregelten Schulen (Schulunterrichtsgesetz
1986 - SchUG) StF: BGBl. Nr. 472/1986 (WV), zuletzt geändert durch
BGBl. I Nr. 20/2006; im Internet:
http://www.bmbwk.gv.at/schulen/recht/gvo/schug.xml?style=text

Gärtner, Reinhold: Politik und Demokratie in der Schule, in: Politisches


Alltagsverständnis. Demokratie, Geschlechterverhältnisse, Arbeitswelt,
Medien und Bildung, Innsbruck – Wien 1999.

Informationsblätter zum Schulrecht, Teil 2: Schuldemokratie und Schul-


gemeinschaft, Wien 2001; im Internet:
http://www.bmbwk.gv.at/schulen/recht/info/Schuldemokratie_und_Sch
u1625.xml

Kinder haben Rechte! Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes.
Eine Einführung. Köln 2001. Im Internet:
http://www.unicef.de/fileadmin/mediathek/download/D0011.pdf

Kinderrechte in die Verfassung! Kurzinformation zum Thema sowie zur


Studie „Die verfassungsrechtliche Umsetzung der UN-Kinderrechts-
konvention in Österreich“, hgg. vom Ludwig Boltzmann Institut für Men-
schenrechte (BIM). Wien 2000. Im Internet:

- 22 -
http://www.kinderhabenrechte.at/erwachsene800/pdf/pdfs/Studie_Kind
errechte_in_die_Verfassung.pdf

Lehrplan der Handelsakademie. BGBl. II - Ausgegeben am 19. Juli 2004


- Nr. 291. Im Internet:
http://www.bmbwk.gv.at/medienpool/11701/vo_aend_lp_hak_hasch_a
nl1.pdf

Übereinkommen über die Rechte des Kindes (UN-Kinderrechts-


konvention vom 20. 22. 1989. Im Internet:
http://www.unicef.at/kinderrechte/download/crcger.pdf

Wolf, Andrea (Hg): Der lange Anfang. 20 Jahre „Politische Bildung in


den Schulen“, Wien 1998.

Link im Internet:
www.jugendbeteiligung.cc

- 23 -
8. Anhang

Fragebogen wurden in elektronischer Form übermittelt und werden un-


kommentiert und unkorrigiert wiedergegeben:

Fragebogen zu Schüler/innenpartizipation an der Handels-


akademie und Handelsschule Völkermarkt.

Schulsprecherin:

1. Warum hast du dich entschlossen, als Schulsprecherin zu kandidieren?


Da ich schon einschlägige Erfahrungen hatte (stv. Schulsprecherin
2004/2005) und mir die Arbeit als Schülervertreter sehr gefallen hat!

2. Bist du in einer (politischen) Schüler/innenvereinigung integriert? Wenn ja,


in welcher? Landesschülervertretung Kärnten und Schülerunion Kärnten

2.1. Wenn ja: Hast du an Schulungen und Kursen dieser Organisa-


tion teilgenommen?
Ich habe bislang 4 Seminare besucht (LSV und SU)

2.2. Wenn ja: Was haben dir diese Schulungen persönlich und für
deine Tätigkeit als Schulsprecherin gebracht?
Die Schulungen bzw. die Seminare haben mir sehr viel für mich per-
sönlich gebracht! In manchen Situationen habe ich eher intuitiv ge-
handelt, durch diese Seminare habe ich gelernt wie man mit den ver-
schiedensten Situationen fertig wird.

3. Was sind deine Haupttätigkeiten in deiner Funktion als Schulsprecherin?


Wie viele Stunden pro Woche musst du durchschnittlich dafür aufwenden?
Meine Haupttätigkeiten sind eben für die Schüler ein offenes Ohr zu haben
und bei etwaigen Problemen für sie da zu sein. Leider ist auch meine
„Macht“ begrenzt und ich kann nicht jedes Problem lösen.
Da ich die Arbeit unheimlich gern mache, zähle ich die Stunden nicht! Es
sind bestimmt über 10 pro Woche aber wenn ich die Erfolge unsere Arbeit
sehe (die der gesamten Schülervertretung), dann ist mir der Arbeitsaufwand
relativ egal!

- 24 -
4. In welchen Bereichen des Schulalltages fühlst du dich in deiner Funktion
eingebunden?
Ich fühle mich in allen Bereichen sehr eingebunden. Mein Hauptanliegen ist
es, dass ich allen SchülerInnen bei ihren Problemen helfe. Weiters möchte
ich zur Gestaltung der Schule (Freizeitraum usw ...) beitragen. Natürlich
gibt es bestimmte Bereiche in denen ich nichts zu suchen habe, aber ich
merke bei den SGA-Sitzungen das die Meinung der Schüler genauso viel
zählt, wie die, der Lehrer oder Eltern!

5. Wie ist dein Verhältnis zu den Schüler/innen, Lehrer/innen, Schulleitung?


Inwiefern hat sich dieses Verhältnis durch deine Funktion als Schulspreche-
rin verändert?
Das Verhältnis zu den Schüler/innen hat sich nicht wirklich verändert. Ich tu
mein bestes und ich glaube das merken sie auch!!
Mich freut es, dass die Lehrer auf uns zurück greifen! Ich beziehe mich da-
bei auf die Probleme der 1AS. Sanel und ich werde sehr oft gebeten mit
den Kids zu reden und ich persönlich sehe schon Verbesserungen.
Mein Verhältnis zur Schulleitung ist besser geworden. Es war nie eigentlich
schlecht, aber dadurch dass wir eng miteinander zusammenarbeiten er-
gänzen wir uns in den verschiedenen Situationen. Unsere Meinung wird
sehr wohl berücksichtigt.

6. Wie wirst du in deiner Funktion von deinen Schüler/innenkolleg/innen an-


genommen? Welche der folgenden Begriffe treffen deiner Meinung nach
am ehesten zu bzw. nicht zu. Gib eventuell auch Erklärungen ab: Informati-
onsträger, Krisenmanager, „Reibebaum“, Vollziehungsorgan der Direktion,
Berater, Mittler zwischen Lehrer/innen- und Schüler/inneninteressen, Mode-
rator in Konflikten.
Ich denke, ich werde schon relativ gut angenommen. Ich bin auch nur ein
Mensch, aber ich versuche mein bestes! Mir ist es wichtig, dass alle aktuel-
len Ereignisse, Informationen oder sonstige Dinge direkt zu den Kollegen
gelangen. Als Krisenmanager oder „Reibebaum“ werde ich wohl auch „be-
nützt“ aber nicht (!) „ausgenützt“!! Eigentlich war ich in jeder oben angeführ-
ten Situation schon einmal involviert!

7. Fühlst du dich in deiner Funktion von den Lehrer/innen und der Direktion
bestätigt oder behindert? Kannst du Beispiele für Bestätigungen oder Be-
hinderungen geben?
Ich fühle mich überhaupt nicht behindert durch Lehrer oder Direktion! Wenn
ich einen Vorschlag habe, egal was betreffend, dann wird dieser meist mit
Freud angenommen. Wenn ich für wichtig halte, eine Klassensprechersit-
zung zu machen, dann spreche ich es mit der Direktion ab und meist finden
wir dann einen gemeinsamen Termin und es werden Tagesordnungspunkte
für diese Sitzung erarbeitet. Der Ton macht die Musik! ☺

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8. Findet deiner Meinung nach in der Schule eine politische Diskussion statt?
Wenn ja, in welcher Form und wo?
Da sich eher wenige für die Schulpolitik interessieren werden solche Dis-
kussionen nicht gemacht!

9. Wie stark kannst du deine Interessen (die Interessen der Schüler/innen) im


SGA einbringen?
Meine Interessen werden sicher mit einbezogen, insofern sie realisierbar
sind.

10. Fühlst du dich im SGA als gleichberechtigte Partnerin angenommen?


Ja

11. Sind die Vorgänge im SGA deiner Meinung nach demokratisch?


Ja

12. Wessen Interessen werden deiner Meinung nach im SGA am besten


durchgebracht?
Ich finde, dass weder Lehrer-, Eltern- oder Schülerinteressen bevorzugt
werden. Es wird versucht, ein Gleichgewicht herzustellen, so dass das Er-
gebnis alle „Parteien“ zufrieden stellt.

13. Was könnte deiner Meinung nach im SGA verbessert werden?


Ich bin eigentlich ganz zufrieden, so wie es jetzt im SGA läuft. Vielleicht
sollte man die späteren Schulsprecher mehr über den SGA aufklären. Zu
Beginn seiner „Macht“ könnte sich die Direktion Zeit nehmen und den SGA
genau erklären. Denn nicht jeder Schulsprecher hat Ahnung was dieser
macht oder welche Aufgaben er hat.

- 26 -
Fragebogen zu Schüler/innenpartizipation an der Handels-
akademie und Handelsschule Völkermarkt.

Stellvertretender Schulsprecher:

1. Warum hast du dich entschlossen, als Schulsprecherin zu kandidieren?


Es ist mir sehr wichtig das Schüler auch mitreden können, ich wollte einfach die
Stimme der Schüler sein. Ich hatte nie in der ersten und zweiten Klasse mit ei-
nem Schülervertreter geredet ich hab eigentlich so wie die anderen nicht ein-
mal was davon gewusst. Deshalb wollte ich diese Chance den Schülern bieten
weil ich finde, dass auch die unteren Jahrgänge mitentscheiden dürfen.

2. Bist du in einer (politischen) Schüler/innenvereinigung integriert? Wenn ja, in


welcher?

2.1. Wenn ja: Hast du an Schulungen und Kursen dieser Or-


ganisation teilgenommen?

2.2. Wenn ja: Was haben dir diese Schulungen persönlich


und für deine Tätigkeit als Schulsprecherin gebracht?

3. Was sind deine Haupttätigkeiten in deiner Funktion als Schulsprecherin? Wie


viele Stunden pro Woche musst du durchschnittlich dafür aufwenden?
Die Probleme zwischen den Schülern und Lehrern vermitteln und lösen. Bei
Klasseninternen Probleme für die Klasse da zu sein und mit ihnen über Verbes-
serungsvorschläge reden. Kommunikation zwischen Schülern und der Direktion
aufrecht zu erhalten, die Schüler über alles Informieren (Events, etc.)
In der Woche gehen durchschnittlich sieben bis acht Stunden drauf.

4. In welchen Bereichen des Schulalltages fühlst du dich in deiner Funktion ein-


gebunden?
Kommunikation zw. Lehrer und Schüler, Klassensprechersitzungen

5. Wie ist dein Verhältnis zu den Schüler/innen, Lehrer/innen, Schulleitung? In-


wiefern hat sich dieses Verhältnis durch deine Funktion als Schulsprecherin
verändert?
Das Verhältnis zu den Schülern ist sehr gut, Schüler kommen in den Pausen auf
mich zu um mit mir zu reden. Sie schildern mir ihre Probleme und bitten um
Hilfe. Das Verhältnis zu den Lehrern ist eigentlich gleich wie immer es wird
nicht sehr eng mit allen Lehrern zusammengearbeitet. Die Beziehung zu Schul-
leitung ist besser geworden da man jetzt öfters in Kontakt miteinander steht.

- 27 -
6. Wie wirst du in deiner Funktion von deinen Schüler/innenkolleg/innen ange-
nommen? Welche der folgenden Begriffe treffen deiner Meinung nach am
ehesten zu bzw. nicht zu. Gib eventuell auch Erklärungen ab: Informations-
träger, Krisenmanager, „Reibebaum“, Vollziehungsorgan der Direktion, Bera-
ter, Mittler zwischen Lehrer/innen- und Schüler/inneninteressen, Moderator in
Konflikten.
Meine Funktion als st. Schulsprecher wird sehr gut angenommen. Ich fühle
mich eher als Informationsträger und Krisenmanager, denn einerseits vermittle
ich zw. Schüler und Lehrer. Krisenmanager ist ein gutes Wort für die allgemei-
ne Lage in der Schule, da es doch ziemlich viele Aufstände und Beschwerden
gibt.

7. Fühlst du dich in deiner Funktion von den Lehrer/innen und der Direktion bes-
tätigt oder behindert? Kannst du Beispiele für Bestätigungen oder Behinde-
rungen geben?
Ich fühle mich sehr stark bestätigt für meine Funktion, man achtet sehr darauf
uns einzubauen Bsp:(Fotoaktion, Elternsprechtag)

8. Findet deiner Meinung nach in der Schule eine politische Diskussion statt?
Wenn ja, in welcher Form und wo?
Nein es finden keine politischen Diskussionen statt.

9. Wie stark kannst du deine Interessen (die Interessen der Schüler/innen) im


SGA einbringen?
Was mir wichtig ist, ist, dass meine Vorschläge und Meinungen angehört und auch darüber
diskutiert wird. Bis jetzt sind alle meine Vorschläge gut angenommen worden, auch die In-
teressen der Schüler/innen werden angehört und wahr genommen.

10. Fühlst du dich im SGA als gleichberechtigter Partner angenommen?


Ja

11. Sind die Vorgänge im SGA deiner Meinung nach demokratisch?


Nein

12. Wessen Interessen werden deiner Meinung nach im SGA am besten durch-
gebracht?
Es ist verschieden, es hat damit zu tun wer den besseren Vorschlag bringt und
ob alle damit einverstanden sind.

13. Was könnte deiner Meinung nach im SGA verbessert werden?


Die Kommunikation zwischen der Schülervertretung und dem Elternverein.

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Fragebogen zu Schüler/innenpartizipation an der Handels-
akademie und Handelsschule Völkermarkt.

Schulleiterin

1. Findet deiner Meinung nach in der Schule eine politische Diskussion zwi-
schen Lehrer/innen und Schüler/innen statt? Wenn ja, in welcher Form und wo?

Dazu kann ich nichts sagen, weil der Unterricht für mich weitgehend in einer „black
box“ abläuft, vorstellen könnte ich es mir in den Fächern Deutsch, Geschichte und
PBUR und vor allem in den höheren Jahrgängen. Grundsätzlich habe ich den Ein-
druck, dass Schüler/-innen heute sich kaum mit Politik beschäftigen.

2. Wie stark kann die Schüler/innenvertretung ihre Interessen (die Interessen


der Schüler/innen) im SGA einbringen?

Sie haben alle Chancen, sich stark einzubringen, was durch die Schulleitung be-
wusst unterstützt und gefördert wird, z.B. durch die Schülervertretungsworkshops,
wo besondere Identifizierung mit der Rolle erfolgen soll und Raum für Diskussio-
nen und Meinungsbildung gegeben wird. Mir geht es darum, die Führungsfunktion
der Vertreter zu betonen und damit auch deutlich zu machen, welche Fähigkeiten
im Rahmen der Funktion entwickelt werden können (Eigennutzen).

Durch die Schulleitung erfolgt permanent eine aktive Einbindung der Schülerver-
treter in das Schulgeschehen, sie werden z.B. über Einreichtermine für mehrtägige
Schulveranstaltungen, über Fristen (wann ist der letzte Prüfungstag) mit dem Hin-
weis informiert, die Informationen weiter zu geben.

In der Realität bringt sich die Schülervertretung derzeit durchaus aktiv und auch
sehr konstruktiv im SGA ein, allerdings ohne überragende Eigeninitiative und Ges-
taltungswillen.

3. Wird die Schüler/innenvertretung als gleichberechtigter Partner im SGA ange-


nommen?

Absolut, es gibt aus meiner Sicht weder verbale noch nonverbale subtile Ab-
wertungstendenzen, die aus dem Abhängigkeitsverhältnis Schüler-Lehrer-
Schulleitung resultieren könnten. Dazu sollte jedoch die Schülervertretung
selbst befragt werden.

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4. Sind die Vorgänge im SGA deiner Meinung nach demokratisch?

Formal und organisatorisch aus meiner Sicht auf jeden Fall –


defakto siehe Punkt 5.

5. Wessen Interessen werden deiner Meinung nach im SGA am besten durchge-


bracht?

Schulleitung und Lehrerschaft haben aufgrund eines gewissen Informations-


vorsprungs und den Einblick in größere Zusammenhänge im Endeffekt mehr Mög-
lichkeiten, ihre Interessen durchzubringen.

Sie sind es aber auch, die im Wesentlichen die Umsetzung durchführen und den
Alltag mit dem Umgesetzten bewältigen müssen.

6. Was könnte deiner Meinung nach im SGA verbessert werden?

Verbesserungen bedingen immer mehr Einsatz – verbessert werden könnte


vieles – der SGA könnte weitaus intensiver und aktiver das Schulgeschehen
gestalten, allerdings würde das voraussetzen, dass alle SGA-Mitglieder weit-
aus mehr vordenken und mitdenken, im Vorfeld bereits arbeiten und dann auch
in der Umsetzungsphase voll mitarbeiten. Das ist aus meiner Sicht unrealis-
tisch, da alle drei Vertreterkreise mit dem eigenen Alltag zu sehr ausgelastet
sind.

Und so ist der SGA ein Gremium, das in regelmäßigen Abständen zusammen-
tritt und zu jenen Themen Beschlüsse fasst, die weitgehend vom Gesetz oder
der Schulleitung vorgegeben werden.

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