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CAF im Heatset-Rollenoffsetdruck

Die Abkürzung CAF (Cracking at the Fold) steht für Brechen des Strichs am Falz. Damit wird das Phänomen bezeichnet, dass gestrichenes Papier in einer Falzmaschine bricht.

Dieses Brechen des Strichs kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein, wofür eine Reihe von Produkt- und Verfahrensparametern wie Flächengewicht, Papieroberfläche, Strichqualität, Farbdeckung, Drucksystem, Falzschema etc. ausschlaggebend sind.

Das Problem, das hauptsächlich bei mehrfach gestrichenem Karton und Papieren mit hohem Flächengewicht auftritt, ist seit Jahren bekannt und gut dokumentiert. Es gibt zahlreiche Studien zu dem Thema und noch mehr Empfehlungen, wie dieser Effekt verhindert oder zumindest minimiert werden kann, die sich hauptsächlich um den Einfluss der Faserrichtung und um die Bedeutung des Rillens vor dem Falzen drehen.

In jüngster Zeit stehen wir einer neuen Variante dieses alten Problems gegenüber. Diesmal im Bereich des Heatset-Rollenoffsetdrucks, wo das Brechen des Strichs am Falz schon bei sehr niedrigen Flächengewichten auftritt. Darüber hinaus beschränken sich die auftretenden Brüche nicht auf den Strich, diese dringen in den Falz selbst ein, als ob das Papier mit einem Messer geschnitten worden wäre.

Da es sich um einen allgemeinen Trend bei allen gängigen Papiersorten der großen Hersteller handelt, können wir die Lösung nicht bei einem einzelnen Hersteller suchen. Das Problem wird nicht durch spezielle Papiereigenschaften hervorgerufen, die durch Modifizierungen des Produktionsprozesses geändert werden könnten. Allgemeine Papiereigenschaften sind bei der Verarbeitung für die Flexibilität des Papiers und in der Folge die Eignung für das Falzen verantwortlich. Dem gegenüber stehen seine Steifigkeit und damit seine Anfälligkeit für das Brechen des Strichs. Auf diese Papiereigenschaften müssen wir uns konzentrieren, sie richtig verstehen und dann den Trend umkehren.

Ein Schlüsselparameter ist die Feuchtigkeit. Bei der Frage: „Brechen oder nicht brechen?kommt es eindeutig auf den Wassergehalt an.

Der Wassergehalt wird in Prozent relativer Feuchte gemessen, wobei die absolute Feuchtigkeit in Gramm Wasser pro Kilogramm Trockenluft oder Wassergehalt als ein prozentueller Bestandteil der Papiermasse ausgedrückt wird. Ein und dasselbe Papier hat demnach z. B. eine relative Feuchte von 50 %, 10 g H2O/kg Trockenluft oder 5% Masse als Bestandteil.

Es ist sehr wichtig, diese Konzepte und die genaue Bedeutung dieser Ausdrücke zu verstehen, um eine Vorstellung davon zu erhalten, womit wir es zu tun haben und was getan werden kann, um optimale Werte zu erzielen. Die Technische Broschüre von Sappi über Klima und Papier ist ein ausgezeichnetes Hilfsmittel, um sich intensiver mit dem Thema zu befassen.

Der normale Wassergehalt von Papier für Bogendruckmaschinen liegt bei 50 % relative Feuchte oder 10 g H2O/kg Trockenluft, im Vergleich zu 40 % relative Feuchte oder 8 g H2O/kg Trockenluft in Papier für Heatset-Rollenoffsetmaschinen (HSWO). Der geringere Wassergehalt verhindert in diesem Fall Blasenbildung. In der Trockenpartie einer Druckmaschine wird das Papier extrem hohen Temperaturen ausgesetzt, die je nach Trocknerart und Druckmaschinengeschwindigkeit und -größe variieren, aber in jedem Fall über 100°C liegen. Bei dieser Temperatur verdampft Wasser. Je nach Oberflächenveredlung und Farbdeckung muss das Papier ausreichend porös sein, um das Entweichen des Dampfes zu ermöglichen. Ist die Porosität zu gering, entsteht Blasenbildung.

Im Fall von Brechen des Strichs in Verbindung mit geringer Feuchtigkeit neigen wir dazu, uns auf den Wassergehalt des Papiers beim Einzug in die Druckmaschine zu konzentrieren. Tatsächlich ist die Das digitale Universum des Papier- und Druck-Know-hows

Tatsächlich ist die Das digitale Universum des Papier- und Druck-Know-hows 19/05/14 ● www.sappi.com/houston

19/05/14 ● www.sappi.com/houston

Anfangsfeuchtigkeit nicht wirklich von Belang, da das Papier vor dem Falzen durch die Trockenpartie der Druckmaschine läuft, wo ohnehin nahezu der letzte Rest Wasser entfernt wird.

Wenn das Papier die Trockenpartie verlässt, liegt die Feuchtigkeit praktisch bei Null (0,5 bis 1% relative Feuchte). Papier in diesem Zustand weiterzuverarbeiten ist sinnlos. Es würde einfach in Stücke brechen. Die Lösung liegt offenbar in der Wiederbefeuchtung.

Praxistests zeigen, dass Papier eine Mindestfeuchtigkeit von 30 % relative Feuchte oder mehr als 7 g H2O/kg Trockenluft aufweisen muss, um problemlos weiterverarbeitet werden zu können. Diese Feuchtigkeit muss, wenn das Papier gefalzt werden soll, am Stapler gemessen werden. Im Fall von Papierbogen erfolgt die Messung an der Auslage.

Es gibt verschiedene Arten der Wiederbefeuchtung. Eine Möglichkeit ist die Verwendung von Kühlwalzen, die, abgesehen davon, dass sie die Papiertemperatur absenken, einen Kristallisierungseffekt in der Druckfarbe erzeugen und damit die Feuchtigkeit erhöhen. Je kühler die Walze, desto stärker die Wiederbefeuchtung.

Eine andere Option zur Erhöhung des Wassergehalts besteht am Silikonauftragsgerät, wo eine Schicht chemisches Material auf das Papier aufgetragen wird, um die Falzbarkeit zu erhöhen. Dasselbe Verfahren kann verwendet werden, um den Wassergehalt zu erhöhen. Die Verringerung der Silikonkonzentration und die Zugabe von weiterem Wasser ist eine gute Möglichkeit, die Feuchtigkeit wieder ins Papier zu bringen.

Eine dritte Möglichkeit ist die Installierung von Befeuchtungskammern, Sprühgeräten, Nebeldüsen, Wassernebelpumpen oder anderen Geräten, die den Wassergehalt erhöhen.

Nicht zuletzt ist die präzise Steuerung der Trocknertemperatur ein wesentlicher Faktor. Jeder Grad Temperaturabsenkung, der der effektiven Trocknung nicht entgegenläuft, ist ein Punkt beim Verhindern von Brechen des Strichs im Falz, mit dem zusätzlichen Vorteil der Energieersparnis. Die Absenkung der Trocknertemperatur ist demnach ein wesentliches Ziel für den Drucker. Während das Trocknen bei hohen Temperaturen das Risiko von Farbabrieb kaum senkt, wirkt es sich verheerend auf die Qualität des Falzes aus ganz zu schweigen von den Gesamtkosten des Drucks.

aus – ganz zu schweigen von den Gesamtkosten des Drucks. Das digitale Universum des Papier- und

Das digitale Universum des Papier- und Druck-Know-hows

19/05/14 ● www.sappi.com/houston