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Martin Doll

Fälschung und Fake

Zur diskurskritischen Dimension des Täuschens

Kulturverlag Kadmos Berlin

Gedruckt mit Hilfe der Geschwister Boehringer Ingelheim Stiftung für Geisteswissenschaften in Ingelheim am Rhein und der Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung, Hamburg.

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Copyright © Dezember 2012

D.30

Kulturverlag Kadmos Berlin. Wolfram Burckhardt Alle Rechte vorbehalten Internet: www.kv-kadmos.com Umschlaggestaltung: kaleidogramm, Berlin. Gestaltung und Satz: kaleidogramm, Berlin Druck: Spauda Printed in EU ISBN (10-stellig) 3-86599-140-8 ISBN (13-stellig) 978-3-86599-140-9

Inhalt

Vorwort

7

Einleitung

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1. Eine Theorie der Fälschung

 

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Die ›Fälschung‹ Das ›Fake‹

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Die ›Fälschung‹ im semantischen Spannungsfeld ihrer Gegenbegriffe

26

Die ›Fälschung‹ als ›falsche Identifikation‹

34

Fälschungen und Fakes als Diskursphänomene

39

2. Naturwissenschaft: Paläontologie und Paläanthropologie

 

77

»Wunder des Autors der Natur« – Die ›Würzburger Lügensteine‹ (1726)

 

77

»The entrance to a long-past world of humanity« – The Piltdown Man (1912 1953)

105

3. Gefälschte Literatur oder Fälschungen als Literatur

 

141

»Genuine remains of ancient Scottish poetry« – James Macphersons »Ossian« (1759)

 

147

»A poet of tremendous power« – Ern Malley (1943)

199

4. Journalismus

 

247

Print

253

A »kind of ›exercise‹, or experiment, in the plausible or verisimilar style« – Edgar Allan Poes ›Hoaxes‹ (1835 1849)

 

254

Gegen die »Autorität der Druckerschwärze« – Die ›Grubenhunde‹ von Arthur Schütz (19111931)

265

»ZUR GÄNZE ERFUNDEN« – Die DADA-Zeitungsbluffs (1918/19)

272

Exkurs: »An article liberally salted with nonsense« – Der ›Sokal Hoax‹ (1994)

273

»Hook, line and sinker« – Joey Skaggs’ ›Pranks‹ (1976 1987)

296

»Eine Implosion des Realen«? – Tom Kummers Starinterviews (1996 2000)

305

5

Inhalt

Fernsehen

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. Das Indexikalische der Fälschung

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Kurze Typologie audiovisueller journalistischer Fälschungen

 

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. »Bilder logen schon immer« – Die gefälschten TV-Beiträge von Michael Born (1990 1996)

Was ist

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ein

Dokument? .

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Das diskurskritische Potential journalistischer Fakes und Fälschungen

358

5. Fakes und (elektronische) Gegenöffentlichkeit

 

377

Originalität und Authentizität im Zeitalter des Internets

377

»Authorized voices within the public relations sector« – ›The Yes Men‹ (1999 heute)

391

Schlusswort

417

Literatur- und Quellenverzeichnis

431

Abbildungsnachweise

467

Personenregister

470

Sachregister

474

6

Einleitung

Ob handgeschnitzte ›Fossilien‹, Gesänge eines kaledonischen Barden aus dem 3. / 4. Jahrhundert oder erfundene Prominenten-Interviews – die Liste spektakulärer Fälschungen ist lang und vielfältig. Dabei oszilliert die Haltung, die gegenüber ihren Urhebern eingenommen wird, zwischen Hochachtung und Verachtung: Auf der einen Seite zollt man ihnen angesichts ihrer raffinierten und kreativen Vorgehensweisen Respekt und erhebt sie in den Stand der genialen Fälscher; auf der anderen Seite verurteilt man ihre Praktiken als moralisch verwerfliche Betrugsdelikte und bezeichnet die ›Täter‹ mitunter sogar als pathologische Persönlich- keiten. Verschiebt man jedoch den Gesichtskreis weg von einer ebenso auf Personen wie auf deren moralische Beurteilung konzentrierten Be- trachtung und berücksichtigt sowohl die Umstände, die zur Akzeptanz von Fälschungen geführt haben, als auch deren manchmal folgenschwere Konsequenzen, kann ein analytischer Blick frei werden auf die vielgestal- tigen Prozesse und Präsuppositionen, die bei ihrer Akzeptanz im Spiel sind, bzw. auf die manchmal weitreichenden kritischen Dynamiken, die bei ihrer Aufdeckung angestoßen werden. Fälschungen und Fakes scheinen dabei zunächst zwingend auf die Frage nach der Wirklichkeit zu verweisen. Diese Annahme wird dadurch gestützt, dass die Begriffe zu einer Zeit Konjunktur hatten, als die Wirklichkeit sich durch die mediale Virtualisierung als Ganzes in eine Fälschung zu verwandeln oder, um mit Baudrillard zu sprechen, hinter dem medialen Simulakrum verloren zu gehen drohte. Dieser ausufernde Diskurs über das ›Verschwinden der Wirklichkeit‹ war nämlich in den 1980er und 1990er Jahren fast schon obsessiv mit der Frage nach der Ununterscheidbarkeit von Fälschung und Nicht-Fälschung beschäftigt. Jean Baudrillard schreibt Ende der 1970er Jahre in seinem vielzitierten Artikel La précession des simulacres: »Die Wahrheit, die Referenz, der objektive Grund haben aufgehört zu existieren«; 1 um dann einige Seiten

1 Jean Baudrillard, »Die Präzession der Simulakra«, in: ders., Agonie des Realen, Berlin:

Merve 1978, S. 769, hier: S. 11 – »[L]a vérité, la référence, la cause objective ont cessé d’exister« (Jean Baudrillard, »La précession des simulacres«, in: ders., Simulacres et simulation, Paris: Éd. Galilée 1981, S. 9 68, hier: S. 13); Übersetzung modifiziert.

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Einleitung

später zu spezifizieren: »Die Tatsachen […] entstehen im Schnittpunkt von Modellen, eine einzige Tatsache kann von allen Modellen zugleich erzeugt werden.« 2 Mit dem Realen verschwinde so die gesamte abend- ländische Metaphysik, weil eine Unterscheidung zwischen ›Wahrem‹ und ›Falschem‹, ›Realem‹ und ›Imaginärem‹ von der Simulation grundsätzlich in Zweifel gezogen werde. 3 Durch eine solche negative Ontologie, die ex negativo wiederum zu ontologischen Fragestellungen führt, müssten je- doch Fälschungen und Fakes im Rekurs auf ein dahinterstehendes – bzw. verlorengegebenes – Wirkliches neben allen anderen Phänomenen zu gleichwertigen Elementen eines Nichtwirklichen, Nicht-Realen, Hyper- realen erklärt werden. Die hier verfolgte Herangehensweise ist indes bestrebt, sich von solchen ontologischen Fragen zu entlasten. Vor dem Hintergrund grober Einteilungen in wirklich / nicht-wirklich oder real / imaginär bleibt nämlich der Blick verstellt auf die fein abgestuften Bedingungen, die – jenseits jeder essentialistischen Bestimmbarkeit – heute ebenso wie vor 300 Jahren die Geltung oder den Wert von etwas Originalem, Authentischen, Autorisierten, Faktischen oder Evidenten bzw. deren Fälschung je regeln bzw. regelten. Wenn Baudrillard in seinen oft zi- tierten Beispielen davon spricht, dass simulierte Diebstähle »objektiv« nicht mehr von »realen«, simulierte Krankheitssymptome nicht mehr von »wahren« zu unterscheiden seien, 4 so ließe sich dem entgegen- halten, dass ein Banküberfall, der allen gegenwärtigen Kriterien der Kriminalistik gemäß wie ein solcher wirkt, auch als ein ›realer‹ Bank- überfall diskursiviert und geahndet wird oder dass Symptome, die den gegenwärtigen Praktiken der Medizin gemäß auf eine bestimmte Krankheit schließen lassen, auch dazu führen, dass diese als ›wahre‹ Krankheit bezeichnet und behandelt wird. Ob den Phänomenen ein metaphysisches, objektives Sein (noch) zugrunde liegt oder nicht, sei also dahingestellt, auch wenn sie unter Umständen in entsprechenden Aussagen unter dem Siegel der ›objektiven Wahrheit‹ in Zirkulation gebracht werden. Interessieren sollen im Folgenden allein die konkreten diskursiven Bedingungen, unter denen dies geschieht.

2 Baudrillard, »Die Präzession der Simulakra«, a. a. O., S. 30 – »Les faits […] naissent à l’intersection des modèles, un seul fait peut être engendré par tous les modèles à la fois« (frz. S. 32); Übersetzung modifiziert.

3 Vgl. ebd., S. 8 u. 10 (frz. S. 11f.).

4 Vgl. ebd., S. 10ff. u. 35ff. (frz. S. 12ff. u. 36ff.).

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Einleitung

Das Sprechen von Fälschungen hat nämlich weitreichende epistemo- logische Implikationen: Die Annahme ihrer Existenz – oder besser: ihre Wirkungsweise – dementiert zugleich positivistische und relativistische Positionen: Einem radikalen Positivismus zufolge müssten Fälschungen sofort als solche transparent werden; einem radikalen Relativismus fol- gend würde, wie soeben angedeutet, das Sprechen von Fälschungen ge- nerell sinnlos. Um aber überzeugend über Fälschungen und Fakes nach- denken zu können, ist eine Bezugnahme auf die Opposition von wahr und falsch nicht zu vermeiden, weil jene innerhalb dieser Koordinaten funktionieren und zirkulieren. Im Rekurs auf Foucaults archäologische Beschreibungswerkzeuge soll daher der Fokus auf epistemologische oder wissenshistorische Problemstellungen verlagert und damit ein Raum eröffnet werden, in dem Wahrheit nicht essentiell, sondern diskurs- spezifisch ihre durch den jeweiligen geschichtlichen Zeitpunkt bedingte praxisabhängige flexible Bestimmung erfährt. Durch diese praktische Definition wird Wahrheit untrennbar an zeitspezifische Praktiken, mit ›Erkenntnissen‹ und ›Objekten‹ umzugehen, geknüpft. Dadurch wird sie zu einer Art ›empirischer Wahrheit‹ oder zu einer Wahrheit mit empi- rischem Gehalt, die durch das definiert wird, was in einer bestimmten Zeitspanne als wahr galt und warum. Entsprechend können dann auch Fälschungen und Fakes als Diskursphänomene betrachtet werden, d. h. in erster Linie in den Kontext ihrer Diskursivierung gerückt werden, sei es im Allgemeinen die Rede über sie oder im Besonderen ihre Positio- nierung in einem jeweiligen Wissensgebiet. Ausgehend davon kann dann gefragt werden, aufgrund welcher diskursiven Bedingungen bestimmte Diagnosen, Fälschungsverurteilungen bzw. Verteidigungen etwa eines ›Originalen‹, ›Echten‹, ›Wahren‹ vorgenommen werden. Fälschungen, nicht als essentielle Elemente begriffen, schließen nämlich den zeit- und diskursspezifischen Blickwinkel mit ein, d. h., die Täuschung stellt sich nur aus bestimmten Betrachterperspektiven ein, verändert sich aber auch mit der Verschiebung der jeweiligen Gesichtspunkte. 5 Das Problem von Fälschungen und Fakes liegt somit nicht in irgendeiner ›Natur der Sache‹, sondern in bestimmten Wech- selbeziehungen zwischen Subjekten, Objekten und Begriffen. Damit wird das Umfeld einer Fälschung, die Form des Beobachtens, sei es für wissenschaftliche, literarische, journalistische oder politische Aspekte

5 Diese Überlegungen zur Perspektive sind angelehnt an: Gilles Deleuze, »Platon et le simulacre«, in: ders., Logique du sens, Paris: Éd. de Minuit 1969, S. 292 307, hier:

S. 298. Dt. »Platon und das Trugbild«, in: ders., Logik des Sinns, übers. v. Bernhard Dieckmann, Frankfurt / M.: Suhrkamp 1993, S. 311 324, hier: S. 316.

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Einleitung

geschärft, zum Teil der Fälschung. Denn obwohl man es bei Fälschungen per definitionem mit Artefakten zu tun hat, kommt ihnen untrennbar ein prozessualer Charakter zu. Dies betrifft nicht nur die Dynamik aus Fälschung und Aufdeckung, d. h. das Kippen von einem Akzeptiertwer- den zu einem Verworfenwerden, sondern schon die Methoden, die dazu führten, dass ihnen ein Platz in bestimmten Wissensgebieten eingeräumt wurde: u. a. das Aufrufen bestimmter Konzepte, die Vergleichbarkeit mit bestimmten Objekten, ihre Aushändigung an mit einem bestimmten Status verbundene Personen (die zeitspezifisch anerkannte Praktiken im Umgang mit den betreffenden Gegenständen ausführen dürfen) bzw. das In-Zirkulation-Bringen an institutionellen Orten, an denen die genannten Verfahren ausgeführt werden können. Die folgenden Überlegungen zielen daher darauf ab, sowohl die historisch spezifischen Bedingungen, die die Existenz von Fälschungen ermöglichten und ihre Gültigkeit bestimmten, als auch die Wirkmächtigkeit, die von ihnen ausgehen kann, herauszustellen. Ein besonderes Augenmerk soll in den nachstehenden Ausführungen entsprechend darauf gelegt werden, inwiefern aufgedeckte Fälschungen und Fakes sich als praktisch-immanente Diskurskritik auswirken. Es ist hier von ›praktisch‹ die Rede, um das Artefakthafte der Fälschung im Gegensatz zu einer theoretischen Auseinandersetzung hervorzuheben. Und es ist von ›immanent‹ die Rede, weil mittels der einzelnen Artefakte oder Aussagen nicht von einer Meta-Ebene aus über die Funktions- bedingungen – wissenschaftliche Verfahren, bestimmte Lektürearten oder Authentizitätsannahmen – eines Diskurses geurteilt wird, sondern diese innerhalb seines Rahmens thematisch werden. Denn Fälschungen und Fakes – so eine leitende These – lassen, nachdem sie sich in einem Diskurs ins Werk gesetzt haben, in ihm ex post ihre Akzeptanzbedingun- gen und damit die des Diskurses fragwürdig werden. Damit stören sie das reibungslose Funktionieren bestimmter Wissensgebiete, institutioneller Bereiche oder Kommunikationsordnungen von innen heraus in actu, insofern sie dafür sorgen, dass in diesen Feldern gültige Aussagen und Praktiken auf den Prüfstand gestellt werden. Sie irritieren so nicht nur nach ihrer Entlarvung das Selbstverständnis, mit dem man zu wissen glaubt, was als wahr, echt, authentisch, original oder autorisiert gilt, sondern lassen mitunter auch gesicherte Vorstellungen, was eine Fäl- schung ist, ins Wanken geraten. Das kritische Potential von Fälschungen kann somit im doppelten Wortsinne verstanden werden: Zum einen, weil sie den Blick auf die Bedingtheiten von Erkenntnissen, Erfahrungen und Diskurspraktiken schärfen; zum anderen, weil sie mitunter einen

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Einleitung

grundlegenden Dissens gegenüber vorgefundenen Ordnungen, wie Wis- sen verteilt, oder allgemein, wie regiert wird, 6 zur Artikulation bringen, mit dem Effekt, ansatzweise deren jeweilige Verunsicherung und Ver- änderung zu bewirken. Im Verweis auf Foucault lässt sich präzisieren:

»Kritik heißt nicht, dass man lediglich sagt, die Dinge seien nicht gut so, wie sie sind. Kritik heißt herausfinden, auf welchen Erkenntnissen, Gewohnheiten und erworbenen, aber nicht reflektierten Denkweisen die akzeptierte Praxis beruht. Kritik […] zeigt, dass die Dinge nicht so selbstverständlich sind, wie man meint, damit sie nicht mehr so selbst- verständlich hingenommen werden. Kritik heißt, Dinge, die allzu leicht von der Hand gehen, ein wenig schwerer zu machen.« 7 Wie gravierend die kritischen Effekte von Fälschungen indes sind, ist als Fragestellung diskursspezifisch an den Einzelfällen herauszuarbeiten, z. B. ob sie nur zur Brüskierung einer einzelnen Autorität, eines einzelnen Gelehrten führen oder bis hin zur Diskreditierung einer ganzen Diszi- plin in einer bestimmten Zeitspanne reichen; ob sie nur den Ausschluss eines bestimmten poetischen Texts aus dem Literaturbetrieb zur Folge haben oder die Grundannahmen gegenüber Literatur ins Wanken ge- raten lassen; ob nur einzelne Journalisten der unlauteren Arbeitsweise bezichtigt werden oder ob die Autorität des Mediensystems, ›objektive‹ Tatsachen zu liefern, leidet; ob sie lediglich als eine Art Studentenstreich wahrgenommen werden oder erreichen, rationale Erklärungsmuster, mit denen der Welthandel legitimiert wird, zu entwerten. Insgesamt soll also das Augenmerk darauf gerichtet werden, ob Fälschungen und Fakes Transformationen eines Diskurses induzieren können. Im Zusammenhang mit dieser Dynamik lässt sich vorab als Hypothe- se formulieren, dass Fakes von Fälschungen in gewisser Hinsicht gelernt haben. Während bei Letzteren die Offenlegung dem Zufall überlassen bleibt, ist sie bei Fakes von vornherein mitkalkuliert. Diese sind ticken- de Zeitbomben, die zum gegebenen Zeitpunkt die sie zertifizierenden Eigenschaften und Voraussetzungen zum Einsturz bringen. Während Fälschungen also bei ihrer Aufdeckung zufällig bestimmte Effekte zei- tigen, sind Fakes auf diese Effekte aus, d. h., der Fälscher lüftet zum gegebenen Zeitpunkt sein Wissen um die Gefälschtheit des Artefakts.

6 Vgl. Michel Foucault, Was ist Kritik?, Berlin: Merve 1992. Frz. »Qu’est-ce que la critique?«, in: Bulletin de la Société française de Philosophie 84.2 (1990), S. 35 63.

7 Michel Foucault, »Ist es also wichtig, zu denken?« (1981), in: Schriften, übers. v. Michael Bischoff u.a., IV, Frankfurt / M.: Suhrkamp 2005, S. 219 223, hier: S. 221f. Frz. »Est-il donc important de penser?«, in: Dits et écrits, hg. v. Daniel Defert u. François Ewald, II, Coll. Quarto, Paris: Gallimard 2001, S. 997 1001, hier: S. 999.

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Einleitung

Nicht selten werden dann die Kriterien, die zuvor mit für die Anerken- nung der Fälschung – z. B. als echter paläontologischer Fund – sorgten, fragwürdig. Wenn nämlich durch quasi-evidente Fälschungen nach ihrer Entlarvung scheinbar selbstverständliche Weisen ihrer Betrachtung, Beobachtung und Konzeptualisierung infrage gestellt werden, ergeben sich dadurch zwei Konsequenzen: Erstens müssen sich die beteiligten Personen, insofern sie für sich beanspruchen, einen direkten Zugang zu einem Wesen etwa eines Textes, eines Erkenntnisobjekts oder einer Bildes zu haben, fragen lassen, warum ihre unerschütterlichen Methoden im Umgang mit diesen Gegenständen auch bei Fälschungen, denen nach ihrer Aufdeckung dieses Wesentliche oder Substantielle offensichtlich fehlt, funktionierten bzw. warum die Methoden dieses Fehlen nicht ha- ben hervortreten lassen. Zweitens lässt sich unter Umständen sichtbar machen, inwieweit das involvierte Personal sogar entgegen den expliziten Normen ihres jeweiligen Diskurses verfuhr, weil die Fälschung zu gut in die Matrix bestehender Theorien oder Modelle zu passen schien. Um die Wirkungsweise von Fälschungen und Fakes verstehen zu können, ist es also unabdingbar, sich mit ihren jeweiligen Akzeptanzbe- dingungen zu beschäftigen. Alle nachstehend bearbeiteten Fälschungen und Fakes stimmen darin überein, dass in ihnen etwas Neues aufschien und sie nicht nur falsche Stellvertreter bereits existierender oder nicht mehr existierender Gegenstände, z. B. eines ›Unikats‹, waren, so wie eine gefälschte Mona Lisa für die echte gehalten werden kann. 8 Sie sind viel- mehr dadurch bestimmt, dass sie jeweils ein Originales, Authentisches, Faktisches oder Autorisiertes ins Werk setzten, das ohne ein einmalig existierendes Vorbild auskommt, d. h., sie wurden in gewisser Weise nicht falsch identifiziert, weil es einen singulären Gegenstand schon gab und sie sich an dessen Stelle setzten, sondern weil sich an sie bestimmte Wissenspraktiken hefteten. Da sie somit nicht als voraussetzungslos zu betrachten sind, kann an ihnen vorzugsweise ihr impliziter Rekurs auf

8 Fälschungen in den bildenden Künsten aber – das am besten erforschte Thema, wenn es um Falsifikate geht – werden aufgrund dieser Fokussierung auf Fälschungen, bei denen ein Gegenstand, der als konkrete Vorlage benutzt werden könnte, nie existiert hat, keine Berücksichtigung finden. Bei Kunstfälschungen werden nämlich meist Teile von bestehenden Bildern übernommen und neu arrangiert bzw. bereits vorhandene Kunstwerke – z. B. zweitklassige Werke, Schüler- und Werkstattarbeiten – durch Über- malungen und Ergänzungen zum Original ›aufgearbeitet‹ (vgl. »Fälschung«, in: Brock- haus-Enzyklopädie digital, Ravensburg: Munzinger Archiv GmbH u. Leipzig / Mann- heim: Bibliographisches Institut / F. A. Brockhaus AG 2000 2010, www. munzinger. de / search / document?coll=mol-12&id=12007008705&type=text / html&qid=query-sim ple&qnr=1&template= / templates / publikationen / brockhaus / document.jsp, zuletzt aufgerufen am 14.09.2010.

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Einleitung

jeweils bestehende Verfahren, bestimmte Gegenstände oder Artefakte aufzufassen, kenntlich gemacht werden oder, anders gesagt, deutlich gemacht werden, wie sie sich durch die Kompatibilität mit – manchmal mehr, manchmal weniger – komplexen zeitspezifischen Operationen akzeptabel machten. Zum Phänomen Fälschung existieren zwar unzählige Veröffentli- chungen, die hier im Einzelnen nicht aufgeführt werden können, aber nur selten wird der hier im Vordergrund stehende Aspekt der Dis- kurskritik in den Mittelpunkt gerückt. Ähnliche Herangehensweisen finden sich allein in mit anderen Ansätzen verbundenen Abhandlungen über literarische Fälschungen. Dabei ist vor allem Kenneth K. Ruth- vens Faking Literature 9 hervorzuheben und die Studie The Forger’s Shadow 10 von Nick Groom. Die besonderen diskursiven Bedingungen der Authentifizierung von Fälschungen reflektiert Ian Haywood in sei- ner Abhandlung The Making of History, in der er sich mikrohistorisch mit den Interdependenzen von Geschichtsschreibung und Literatur im 18. Jahrhundert beschäftigt. 11 Hier wird jedoch das Ziel verfolgt, über die Ränder einzelner Diskurse hinauszublicken und sie miteinander zu vergleichen, indem Fälle aus verschiedenen Feldern ausgewählt wurden. Viele kulturwissenschaft- liche Untersuchungen konzentrieren sich, wie bereits angeführt, auf

9 Ruthven entscheidet sich nach eigenem Bekunden gegen einen makrohistorischen Horizont. Dabei zeichnet er mit zeitspezifischen Differenzierungen die Geschichte der Begriffe ›spuriosity‹, ›authorship‹, ›originality‹ und ›authenticity‹ nach. Angesichts der unzähligen Verweise auf die Literaturgeschichte kann er die behandelten Fälle und die Dynamiken, die dabei im Spiel sind, allerdings nur kursorisch streifen. Zentrales Thema seiner Ausführungen ist der Nachweis, dass literarische Fälschungen nicht das schändliche Gegenüber von echter Literatur sind, sondern dass Literatur aufgrund ihrer langen Verbindung zur Rhetorik immer schon in gewisser Hinsicht unecht und falsch gewesen ist. Dabei spielt auch das kritische Potential von gefälschter Literatur eine Rolle, »to disturb the societies in which they are produced, and to do so in ways resented by the guardians of cultural institutions such as literary studies, book-reviewing and the literary awards system« (Kenneth K. Ruthven, Faking Literature, Cambridge u. a.: Cambridge Univ. Press 2001, S. 2, vgl. a. S. 60ff.).

10 Groom rekurriert ähnlich wie Ruthven gelegentlich auf poststrukturalistische Theorie und versucht, in Abgrenzung von mit Fragen nach geistigem Eigentum und Urheberrech- ten verbundenen juristisch-ökonomischen Definitionen von literarischen Fälschungen ein spezifisch Literarisches in ihnen aufzuspüren, das sich in seinen Worten u. a. in einem die poetischen Darstellungsmodalitäten reflektierenden und zugleich aufs Spiel setzenden ›hybrid realism‹ niederschlägt. Dabei bezieht er auch die jeweiligen kultu- rellen Rahmenbedingungen der einzelnen Falsifikate ein, konzentriert sich aber mehr auf die Lebensgeschichte der Fälscher als auf eine genaue Lektüre ihrer Texte (vgl. Nick Groom, The Forger’s Shadow. How Forgery Changed the Course of Literature, London: Picador 2002).

11 Vgl. Ian Haywood, The Making of History, Cranbury: Associated Univ. Presses 1986.

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Einleitung

die Betrachtung eines Gebietes. Neben einigen deskriptiv bleibenden Fälschungs-Lexika und -Kompendien 12 ist die einzig bekannte wissen- schaftliche Monographie, in der versucht wird, verschiedene Disziplinen miteinander zu konfrontieren, Faking It von Ian Haywood. Dieser greift dort seine Überlegungen aus dem zuvor genannten Buch über literari- sche Fälschungen in einem langen Kapitel wieder auf, erweitert seinen Korpus jedoch auf den Zeitraum der letzten 200 Jahre und skizziert in kurzen Abhandlungen Fälschungen in der Literatur, der Paläontologie (die bei ihm als Archäologie firmiert) und der bildenden Kunst. 13 Inter- disziplinäre Perspektiven finden sich sonst eher in Herausgeberschriften, in denen zwar verschiedene Fachwissenschaften versammelt sind bzw. verschiedene Wissensgebiete aus einer kulturwissenschaftlichen Per- spektive beleuchtet werden, die aber, dem Veröffentlichungsformat der Aufsatzsammlung folgend, keiner einheitlichen Fragestellung verpflichtet sind. 14 Durch die hier vorgenommene Gegenüberstellung von naturwis- senschaftlichem, literarischem, journalistischem und politisch-sozialem bzw. ökonomischem Wissen sollen indes unter dem Gesichtspunkt der praktisch-immanenten Diskurskritik interdiskursive Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich gemacht werden können. Viele Fälle wurden dabei in Betracht gezogen, mussten aber – ob- wohl sie zum Teil zur Problemstellung gepasst hätten – im Laufe der Zeit auch aus pragmatischen Gründen, d. h., um Raum für detaillierte

12 Vgl. Werner Fuld, Lexikon der Fälschungen. Lügen und Intrigen in Kunst, Geschichte und Literatur, München: Piper 2000; Alex Boese, The Museum of Hoaxes. A History of Outrageous Pranks and Deceptions, London: Plume 2002 u. Curtis C. MacDougall, Hoaxes, erw. u. überarb. Aufl. d. Ausg. New York 1940, New York: Dover 1958.

13 Weil dabei aber keine Methodik oder ein bestimmtes Forschungsinteresse erkennbar wird, beschränkt sich die Behandlung der einzelnen nicht-literarischen Fälle meistenteils auf episodische Nacherzählungen (vgl. Ian Haywood, Faking It. Art and the Politics of Forgery, Brighton: The Harvester Press 1987).

14 Im von Peter Night and Jonathan Long edierten Buch Fakes und Forgeries liegt der Schwerpunkt wiederum auf Fälschungen in der Literatur, während im von Anne-Kathrin Reulecke herausgegebenen Band zur gleichnamigen Tagung Fälschungen. Zu Autorschaft und Beweis in Wissenschaften und Künsten darüber hinaus vielfältige Wissensgebiete, wie etwa die Geschichtswissenschaften (mitsamt der Wissenschaftsgeschichte), die Kunstge- schichte, die Theologie, die Kriminalistik oder die Medienwissenschaft, nebeneinander Berücksichtigung finden. Besonders lesenswert sind die methodischen Überlegungen von Reulecke in der Einleitung (vgl. Peter Knight/ Jonathan Long (Hg.), Fakes and Forgeries, Amersham: Cambridge Scholars Press 2004 u. Anne-Kathrin Reulecke (Hg.), Fälschungen. Zu Autorschaft und Beweis in Wissenschaften und Künsten, Frankfurt/M.:

Suhrkamp 2006, bes. S. 2131; vgl. a. Karl Corino (Hg.), Gefälscht! Betrug in Politik, Literatur, Wissenschaft, Kunst und Musik, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1992 u. Hannes Etzlstorfer/ Willibald Katzinger/ Wolfgang Winkler (Hg.), echt_falsch. Will die Welt betrogen sein?, Wien u. a.: Kremayr & Scheriau/ Orac 2003).

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Einleitung

Erörterungen zu haben, wieder ausgeschlossen werden. Dadurch soll auch verhindert werden, dass die Überlegungen zu einem enzyklopädi- schen Projekt ausufern. 15 Die im Folgenden analysierten Fälle wurden ausgewählt, weil sie entsprechend der profilierten Fragestellung dieser Untersuchung mindestens eins der folgenden Kriterien erfüllen: Erstens, weil an ihnen in außerordentlicher Weise zeitgenössische Diskursprak- tiken zum Vorschein gebracht werden können; oder zweitens, weil sie an bestimmten historischen Schwellen situiert waren und sich an ihnen ungewöhnlich folgenschwere kritische Effekte nachweisen lassen, die einzelne Diskurs-Transformationen entscheidend mitaffizierten; oder drittens, weil an ihnen auch die Grenzen des kritischen Potentials von Fälschungen und Fakes deutlich gemacht werden können.

15 Dies gilt z. B. für den Fälschungsskandal im Jahr 1983 um die Hitler-Tagebücher, der nicht genauer behandelt wird, weil die folgenden Ausführungen über den Journalismus auf Fälle eingegrenzt wurden, bei denen Journalisten selbst zu Fälschern wurden (vgl. dazu das nicht unumstrittene Buch des britischen Journalisten und Romanautors Robert Harris:

Selling Hitler. The Story of the Hitler Diaries, London: Faber and Faber 1986). Wer u. a. einen Abschnitt zu Die Protokolle der Weisen von Zion vermisst, sei auf drei Fachpublikationen verwiesen: Jeffrey L. Sammons, Germanist in Yale, hat die Protokolle 1998 neu ediert, kommentiert und mit einer ausführlichen Einführung versehen (Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Grundlage des modernen Antise- mitismus – eine Fälschung. Text und Kommentar, hg. v. Jeffrey L. Sammons, Göttin- gen: Wallstein 1998); als Standardwerk gilt nach wie vor Warrant for Genocide des amerikanischen Historikers Norman Cohn. Eine um eine kommentierte Bibliographie der verfügbaren Forschungsliteratur erweiterte deutsche Neuauflage erschien 1998 (Norman Cohn, Warrant for Genocide. The Myth of the Jewish World-Conspiracy and the Protocols of the Elders of Zion, London: Eyre & Spottiswoode 1967. Dt. »Die Protokolle der Weisen von Zion«. Der Mythos der jüdischen Weltverschwö- rung, mit einer kommentierten Bibliogr. von Michael Hagemeister, Baden Baden u. a.:

Elster 1998). 2007 publizierte der Historiker und Antisemitismusforscher Wolfgang Benz zu dieser Thematik ein neues informatives Buch, in dem er die Entstehung der ›Protokolle‹ sowie ihre Wirkung und Verbreitung als zentrales Referenzdokument des Antisemitismus von der Vergangenheit bis in die Gegenwart (z. B. als Schlüsseltext der islamistischen Propaganda) nachzeichnet. Zu Recht rückt er die Wirkungsgeschichte der Protokolle weniger in den Zusammenhang von Fälschungen, sondern in den Kontext verschwörungstheoretischer Konstrukte und dabei aktivierter Präokkupationen und stereotyper Mythen. Vor diesem Hintergrund liefert er auch gleichsam die Begründung, warum die Fälschung hier nicht berücksichtigt wurde: »Wenn ein längst als Falsifikat dechiffriertes irrationales Pamphlet mehr als ein Jahrhundert nach seiner Entstehung im politischen Konflikt, aber auch zur alltäglichen Welterklärung instrumentalisiert werden kann, dann ist es vor allem Gegenstand der Vorurteilsforschung« (Wolfgang Benz, Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Legende von der jüdischen Weltver- schwörung, München: Beck 2007, S. 8). Die Bearbeitung der 1998 als Fälschung markierten Kindheitserinnerungen von ›Binjamin Wilkomirski‹, Bruchstücke, wurde ebenfalls verworfen, weil die Aufdeckung im Vergleich zu den behandelten Fällen kaum nachhaltige Diskurseffekte zeitigte und das Buch sehr schnell aus dem Literaturbetrieb ausgeschlossen wurde (siehe dazu Fn. 16 auf S. 147).

17

Einleitung

Doch trotz dieser Einschränkungen ist man zwangsläufig mit dem Problem konfrontiert, welchen Zeithorizont und welche damit verbunde- ne Analyseperspektive man für die Untersuchung wählt. Grob eingeteilt bietet sich zum einen die Möglichkeit, Fälschungen und Fakes als trans- historische Phänomene zu verstehen und ihre zeitlose innere Struktur im Laufe der Geschichte vor Augen zu führen; zum anderen kann man sie als unhintergehbar kontextabhängige Phänomene betrachten, um die zeitspezifischen und kulturell variablen Voraussetzungen und Effekte zum Vorschein zu bringen. Wählt man den erstgenannten makrohistorischen Weg, wird man Übereinstimmungen finden, 16 wählt man den zweitgenann- ten mikrohistorischen, werden Unterschiede deutlich. Hier wird versucht, eine Art Zwischenlösung zu finden: Dadurch dass die einzelnen Fälle sehr genau analysiert werden, können ihre jeweiligen Existenzbedingungen und Auswirkungen minutiös herausgearbeitet werden; ferner kann durch das Interesse an den Einzelphänomenen zutage befördert werden, wie Fälschungen den Lauf der jeweiligen Diskursgeschichte beeinflusst haben oder ihrerseits von ihr maßgeblich bestimmt wurden. Indem zugleich aber ein großer historischer Zeitraum gewählt wurde, wird es auch möglich, eine reine Historisierung zu vermeiden und das gleichbleibende oder ähn- lich gelagerte kritische Potential von Fälschungen und Fakes im Stadium ihrer Aufdeckung zu beleuchten. Die nachstehend behandelten Objekte und mit ihnen verbundenen Prozesse verteilen sich daher auf die lange historische Zeitspanne von fast 300 Jahren. Sie wurden in die vier Ge- biete der Paläontologie, 17 des Literarischen, des Journalistischen und der Gegenöffentlichkeit eingeteilt. Für die einzelnen Felder wurde jeweils ein möglichst weit zurückliegender und ein möglichst gegenwartsnaher Fall sowie je mindestens eine Fälschung und ein Fake ausgewählt. Dadurch soll erreicht werden, im Laufe der Untersuchung sowohl Veränderungen in den diskursspezifischen Wahrnehmungsweisen aufscheinen zu lassen als auch die kritischen Effekte, die bei Fälschungen zufällig auftreten und bei Fakes mitentworfen sind, einander zu konfrontieren.

16 Als ein Exemplar dieses Typus kann Fälscher und Kritiker von Anthony Grafton angesehen werden. Er schreibt dort bezüglich literarischer Fälschungen, dass sich die »grundsätzlichen Techniken und Topoi« im Laufe der Geschichte nicht geändert hätten: »Fälscher waren über die Jahrhunderte in der Wahl ihrer Methoden ebenso stetig, wie sie in ihren Persönlichkeiten und Interessen verschieden waren. Die Palette des Fälschers weist, heute wie vor zwei Jahrtausenden, eine relativ begrenzte Anzahl Farben auf« (Anthony Grafton, Fälscher und Kritiker. Der Betrug in der Wissenschaft, Berlin: Klaus Wagenbach 1995, S. 35 u. 51).

17 Im Bereich der Naturwissenschaften wurde die Paläontologie gewählt, weil dort die Geschichte der Lebewesen bzw. der Mensch selbst (sein ›Ursprung‹) das Objekt menschlicher Erkenntnistätigkeit ist.

18

Einleitung

Aus dem zeitlichen Abstand von unter Umständen mehreren Jahr- hunderten werden manche (historische) Fälschungen und Fakes milde belächelt, weil ihr Akzeptiertwerden und selbst ihre Markierung als Fälschung aus heutiger Perspektive unglaublich erscheint. In 200 Jahren mag dieses müde Lächeln nicht nur unseren Irrtümern gelten, sondern auch demgegenüber hervorgebracht werden, was heute als gesichert gilt. Dies lässt zugleich augenscheinlich werden, wie sehr selbst das Verständ- nis von einer ›Fälschung‹ als solcher von zeitspezifischen Deutungs- und Erkenntnispraktiken bestimmt ist. D. h. aber auch, dass das genannte kritische Potential von Fälschungen und Fakes wiederum selbst diskur- siven Bedingungen unterliegt. Denn nur dann, wenn das Akzeptieren von Fälschungen nicht aus einer moralischen Perspektive auf ein betrogenes Vertrauen – auf den Missbrauch eines freiwilligen Kontrollverzichts – zu- rückgeführt wird, sondern auf ein defizitäres Urteilsvermögen, führt ihre Aufdeckung nicht dazu, dass sich der Fälscher verantworten muss, sondern zu einem Rechtfertigungsdruck oder einer Desavouierung der getäuschten Person oder des gesamten mit der Fälschung in Berührung gekommenen Personals eines Wissensgebiets. Die jeweiligen Reaktionen machen somit auch sichtbar, inwiefern die Dichotomie wahr/ falsch, in die Fälschungen und Fakes immer verstrickt sind, im Einzelnen auf bestimmte Vorstellungen von Wahrhaftigkeit oder von Wahrheit zurückzuführen ist. Der als Zweites genannte Rückschluss, die Akzeptanz von Fälschungen mit einem ungenügenden Erkenntnisvermögen des Getäuschten zu be- gründen, lässt sich gewissermaßen als Erbe des Projekts der Aufklärung verstehen. Der Zeitrahmen, in dem sich die für die folgenden gegen- standsnahen Betrachtungen ausgewählten Fälle ›ereigneten‹, wurde daher auf das beginnende 18. Jahrhundert bis heute begrenzt. Denn mit der prominenten Denkfigur des »Je pense, donc je suis« (Cogito, ergo sum) von René Descartes wird dem erkenntnisgeleiteten Zweifel der Vorrang eingeräumt. Damit kann jeglicher Irrtum, jegliches Getäuschtwordensein darauf zurückgeführt werden, dass man – trotz der Beschränktheit oder des Mangels der eigenen Erkenntnisfähigkeit bzw. des eigenen Verstan- desvermögens – Urteile über Dinge gefällt hat, die man nicht versteht. Eine einschlägige Stelle bei Descartes lautet:

Denn es ist in der Tat keine Unvollkommenheit in Gott, daß er mir die Freiheit gegeben hat, gewissen Dingen beizustimmen oder nicht beizustim- men, deren klaren und deutlichen Begriff er meinem Denken eingeprägt hat, ohne Zweifel ist es aber eine Unvollkommenheit in mir, daß ich jene Freiheit nicht richtig gebrauche und über das, was ich nicht recht einsehe, ein Urteil fälle. Dennoch sehe ich, daß Gott es leicht hätte so einrichten können, daß ich mich trotz Freiheit und beschränkter Erkenntnis niemals irrte, wenn

19

Einleitung

er nämlich meinem Verstande einen klaren und deutlichen Begriff von all dem verliehen hätte, das ich jemals erwägen würde […]. Und […] wenn ich mich auch nicht auf die erste Art von Irrtum bewahren kann, die nämlich eine klare Einsicht in all das voraussetzt, was zu erwägen ist, so kann ich es doch auf die zweite, die nur voraussetzt, sich gegenwärtig zu halten, daß man sich des Urteils enthalten soll, sooft nicht klar ist, wie es mit einer Sache in Wahrheit bestellt ist. […] [D]enn wenn ich nur den Willen beim Urteilen immer so in Schranken halte, daß er sich auf das allein erstreckt, was ihm der Verstand klar und deutlich vorzeigt, so kann es keinesfalls geschehen, daß ich irre. 18

Dies lässt sich als eine Wurzel der Gelehrten- oder Autoritätskritik an- sehen, die im Verlaufe der Untersuchung immer wieder in verschiedenen zeithistorischen Ausprägungen – z. B. als ›Charlatanerie‹ oder ›Hoffär- tigkeit‹ der Gelehrten des 18. Jahrhunderts, als Mangel an ›sufficient discrimination‹ vonseiten einer literarischen Bewegung, als angemaßte ›Autorität der Druckerschwärze‹ im frühen 20. Jahrhundert oder als ›imposture intellectuelle‹ oder ›eleganter Unsinn‹ Ende des 20. Jahrhun- derts – herausgearbeitet werden wird. Bevor die einzelnen Fälschungsfälle analysiert werden, wird jedoch im ersten Kapitel eine methodische Fundierung vorgenommen, d. h. die um die schillernden Begriffe der Fälschung und des Fake angeordne- ten Definitionen, Modelle und semantischen Felder dargelegt. Daran anschließend wird ausgehend von einer Relektüre der Archäologie des Wissens und angrenzender Texte aus den Dits et écrits ein Horizont von Foucaults Denken aufgespannt, um eine Theorie der Fälschung und des Fake zu erarbeiten. In den darauffolgenden gegenstandsnahen Kapiteln sollen Fälschungen und Fakes dann als besondere Erfahrungs- und Er- kenntnisobjekte untersucht werden und mit ihnen sowohl zeitspezifische Akzeptanzkriterien von epistemischen Objekten, literarischen Texten, journalistischen Informationen und an bestimmte Sprecherpositionen geknüpften Internetseiten zum Vorschein gebracht werden als auch das mit ihrer Aufdeckung verbundene Potential, auf die diskursiven Ord- nungen, innerhalb deren sie zirkulieren, zurückzuwirken und Anlass zu ihrer Umkonstellierung oder Transformation zu geben. Dadurch dass diesen komplexen Implikationen nachgegangen wird, soll ein Beitrag zu dem geleistet werden, was Kenneth K. Ruthven augenzwinkernd als Forschungsdesiderat der ›Spuriosity Studies‹ umrissen hat. 19

18 René Descartes, Meditationen über die Grundlagen der Philosophie, aufgr. d. Ausg. v. Artur Buchenau neu hg. v. Lüder Gäbe, Hamburg: Meiner 1992 3 , S. 111ff. [»Me- ditationes de prima philosophia« IV].

19 Vgl. Ruthven, Faking Literature, a. a. O., S. 199.

20

Personenregister

Ackermann, Ulla 189

Boucher de Perthes, Jacques

126

Adorno, Theodor W. 240, 278

Boule, Marcellin

128f.

 

Althusser, Louis

42, 287f.

Brecht, Bertolt

382

Angry Penguins (Gruppe) 203 207,

Breton, André

221 225, 227f., 236,

212, 215, 217 220, 227, 231, 235,

243, 297

241, 243 245, 329, 422

Bricmont, Jean

277, 268, 288, 294

Aristoteles 29, 91, 98, 151

Briet, Suzanne

345 347

Aronowitz, Stanley 286f.

Buchanan, George

172

 

Arp, Hans 222, 272 Avicenna 91

Busk, George

126

Baader, Johannes 273 Babbage, Charles 25

Canguilhem, Georges 47, 57 Capote, Truman 311 Carnot, Adolphe 126

Bachelard, Gaston 69

Cäsar, Gajus Julius

166, 169

Bachtin, Michail M. 232f. Balzac, Honoré de 269 Barbrook, Richard 381 Barthes, Roland 142, 229 232, 234, 238, 317, 338, 355 Baudrillard, Jean 9f., 249, 305, 342, 368, 425

Charles, Reginald siehe Ingamells, Rex Chatterton, Thomas 150, 152, 197 Cicero, Marcus Tullius 29 Clemens, Samuel siehe Twain, Mark Coleridge, Samuel Taylor 198f.

Baumgartner, James 394, 405 Benjamin, Walter 340f., 378f., 403 Beringer, Johann 77 105, 107, 138,

Conan Doyle, Arthur 117 Cooper, Anthony Ashley siehe Shaf- tesbury

153, 218, 248, 269, 420, 422,

Cuvier, Georges

50f., 88 90, 96

425

Bernhard, Hans 394, 405

Dart, Raymond

131, 133

Bichlbaum, Andy

410

391, 394 399,

Blair, Hugh 148, 151f., 161, 166, 169, 174 180, 182, 184, 187, 190, 193, 421 Blanqui, Auguste 403 Boal, Augusto 411 414 Bohr, Niels 283 Bolingbroke, Henry 153, 155 Bonanno, Mike 391f., 410 Borges, Jorge Luis 82 Born, Michael 344f., 349 357, 360, 365, 423 Boswell, James 181, 183

470

Darwin, Charles 106, 114 118, 123, 131, 395 Daston, Lorraine 32, 88, 90, 291f. Dawkins, Boyd 110, 119 Dawson, Charles 105 108, 110, 112, 117, 119, 121f., 126 129, 130f., 135, 137 de Chardin, Teilhard 117, 137,

139f.

de Man, Paul 142f., 144f., 187f.,

317 319, 321, 426

de Réaumur, Antoine Ferchault 82 de Vries, Hugo 123 Defoe, Daniel 144, 201, 259f.

Personenregister

Deleuze, Gilles 11, 48, 293, 430

Guattari, Félix

293, 420

Derrida, Jacques 36f., 144, 189, 193, 230f., 238, 240, 279, 285, 293, 317, 352, 371 375, 419 Descartes, René 19f., 422 Diderot, Denis 31, 428 Diederichsen, Diedrich 316, 320 Dobell, William 237 Doesekker, Bruno siehe Wilkomirski, Binjamin Dubois, Eugène 106 Duckworth, Wynfrid Lawrence 119 Dutton, Geoffrey 203, 207, 209

Gumbrecht, Hans Ulrich

Häckel, Ernst 115f. Hajj, Adnan 342 Haraway, Donna 279, 293 Harris, Max 199 201, 203 210, 212f., 215 219, 227f., 232, 236240, 241246 Hinton, Martin 111, 125f. Hobsbawm, Eric 173, 178 Hope, Alec Derwent 204f. Horkheimer, Max 278 Hugo, Victor 196

284

Eckhart, Georg von

77f., 81, 102

Hume, David 159f., 169, 198

Eco, Umberto 28, 3439, 75, 80, 174, 176, 212, 227, 340, 392, 417

Treatise of Human Understanding 159f.

Einstein, Albert

283f., 292

Hutten, Christoph Franz von 86,

Eliot, T.S.

Elliot, Brian

204 206, 233

102

199, 216f., 228

Engels, Friedrich

262

Ingamells, Rex

202

Espenschied, Dragan

383f.

Innes, Thomas

157

 

Ireland, William Henry

152

Fish, Stanley 286, 288f. Fordun, John 172 Foucault, Michel 11, 13, 39 76, 82, 87, 89, 102 105, 109, 120, 123, 139, 141f., 145, 147, 151,

154, 186, 196, 206f., 227, 233f., 242f., 247f., 251f., 262, 269, 277, 290, 295f., 325, 388f., 392f., 400,

414 417, 422, 425, 427, 429f.

Archäologie des Wissens 20, 39f.,

42, 52 62, 65, 68, 70, 72 75,

145

Franklin, Benjamin 253, 255 Freud, Sigmund 225f. Freude, Alvar 383f.

Genette, Gérard 145f., 226, 283, 302, 317 Gesner, Conrad 94 Gibbon, Edward 151, 154 Glaser, Peter 328f. Goethe, Johann Wolfgang von 148,

196

Gould, Steven Jay 91, 104, 108, 127f., 137 Gross, Paul R. 276, 286 Groys, Boris 364, 378 381, 390

471

Jakobson, Roman 142 Jauch, Günther 350, 352

Johnson, Samuel 148, 151, 153, 172,

181 185

Joyce, James 201

Kämmerling, Christian 306f., 328 Kant, Immanuel 374 Keating, Geoffrey 172 Keats, John 211, 233 Keith, Arthur 116f., 120, 124f., 127, 130f., 137 Kennard, Alfred 111 Kircher, Athanasius 80 Kisch, Egon Erwin 307 Kluge, Alexander 313 Kraus, Karl 267f., 270f., 289, 318, 359, 362, 365, 428 Kristeva, Julia 232f., 236, 238,

316f.

Kujau, Konrad 352

Kuleschow, Lew Wladimirowitsch

340

Kummer, Tom 305f., 311 330, 347, 357, 360, 362, 365, 368, 370, 375, 423, 425f.

Lacan, Jacques 285f., 293

Personenregister

Osborn, Henry Fairfield 121f.

Lachmann, Karl

192

Ossian 147 199, 233f., 420f., 423,

Laing, Malcolm

185

425

Lamarck, Jean-Baptiste 41, 96, 115 Lankester, Ray 110, 118, 130 Latour, Bruno 275, 285f., 288, 293,

295f.

Le Gros Clark, Wilfrid 76, 124f.,

138f.

Lenin, Vladimir I. 60

Levitt, Norman 276, 286 Locke, John 23, 157 160, 167 169, 177, 198, 369 Essay on Human Understand-

ing

157 159

Locke, Richard 255 Love, Courtney 305, 312 314 Lubbock, John 105 Luhmann, Niklas 250f., 348, 361,

368

Lukács, Georg 60 Lukrez 96

Lyssenko, Trofim Denissowitsch

41 43, 61

Macpherson, James 147 199, 255, 420f., 423

Malley, Ern 199 246, 274, 327, 423,

425f.

Malley, Ethel 199, 209, 211, 234,

245

Marinetti, Filippo Tommaso 221 Marker, Chris 341

Martius, Ernst Wilhelm 89 91, 98,

102

Mason, Monck 255, 257 McAuley, James 200, 204 206, 208,

210 213, 217 236, 241, 244 246,

274, 423 425 Mencke, Johann Burkhardt 79, 97

Mendel, Gregor

47, 123f.

Millar, Gerrit S.

112f.

Newton, Edwin

110

Nichols, Thomas Low 258 Nietzsche, Friedrich 45f., 51, 54 Nolan, Sidney 203, 210, 235

O’Flaherty, Roderick Oakley, Kenneth P.

172

134f., 138, 140

472

Fragments of Ancient Poetry 148,

160 162, 164f., 168, 174, 190f.

Fingal 148, 160, 163 169, 172f.,

175, 180f., 183, 193, 196, 420 Temora 148, 160, 163f., 166f., 169f., 171 173, 185, 193f., 420 Ovid 84, 86

Parkinson, James

101, 104f.

Peichl, Markus

311, 326f., 329

Peirce,CharlesSaunders 36,333341, 344, 351f.

Percy, Thomas

155

Platon 143

Plinius 166

Plot, Robert

94

Poe, Edgar Allan 253265, 301, 309,

349, 359f., 388

Popper, Karl

35, 277f.

Poschardt, Ulf

306, 316, 329

Pound, Ezra

197, 205

Prestwich, John

126

Protsch von Zieten, Reiner

139

Quintilian, Marcus Fabius

30

Read, Herbert 207, 215, 227 Reed, John 200, 204, 209, 212f., 215f., 218, 228, 235, 239, 245 Reed, Rex 312 Reid, Barrie 229, 242f., 245 Rheinberger, Hans-Jörg 69 Rilke, Rainer Maria 203f. Robbins, Bruce 278, 285, 287f., 294

Roderique, J. Ignatz 77f., 81, 100,

102

Ross, Andrew 285 288, 294 Rowley siehe Chatterton, Thomas RTMark 391f.

Scheuchzer, Johann Jacob 88, 92 Schleiden, Matthias Jakob 47 Schleiermacher, Friedrich 188, 233 Schütz, Arthur 265 273, 282, 289, 301f., 304, 323, 340, 359, 363, 365f., 399, 407, 421, 424, 428 Schwalbe, Gustav 127f.

Personenregister

Scott, Walter 185f., 197f.

Searle, John R.

322

Walch, Johann Ernst Immanuel 103 Walpole, Horace 197

Seeßlen, Georg

353

Seidl, Christian 327 Seneca 30, 267, 401 Serner, Walter 272 Servin, Jacques siehe Bichlbaum, Andy Shaftesbury 180

Smith, Grafton Elliot 114, 119 122,

Warhol, Andy 315, 317, 321 Wark, McKenzie 286 Weber, Max 277 Weber, Samuel 330, 354 Weidenreich, Franz 134 Weinberg, Steven 276, 280, 289,

296

Weiner, Joe S. 106, 109, 125f., 135,

Weischenberg, Siegfried 324 326

Shannon, Claude Elwood 332f. Sheldrake, Rupert 284

138, 140

Sidney, Philip 143 Skaggs, Joey 296 305, 359f., 363 365, 421, 425 Smith, Adam 156

Welles, Orson 331 Wilkomirski, Binjamin 17, 147, 189 Wise, Norton 296 Wolfe, Tom 307 311, 327 Woodward, Arthur Smith 105 107,

125, 127, 130, 133, 137 Sokal, Alan 273 296, 368, 399,

110

112, 114, 117, 119 122, 125,

428

127

132, 135, 137

Sollas, William 110, 122 Somerville, Stewart 204, 206 Stewart, Harold 200, 204f., 208, 210 214, 217 236, 241, 244f.,

274, 423, 425 Stewart, J.I.M. 216 Swift, Jonathan 255

Tranter, John 239, 246

Trump, Ivana 315f., 360 Turkle, Sherry 385f., 388f. Twain, Mark 253, 260 262, 320,

359f.

Tzara, Tristan

223f., 272

Woolgar, Steve 295 Wordsworth, William 198

Yes Men, The

391 416, 421, 424,

428

Acceptable Risk Calculator BBC-Bhopal 398f.

CILS (Salzburg)

CNBC

CPA Australia

Fibres and Textiles (Tampere) 396, 401f., 407

Halliburton SurvivaBall

Yes, Bush Can!

Yes Lab

409

394, 401, 407f.

395f., 401, 407

397f., 407

409f.

413

410

ubermorgen.com

394, 404f.

 

Zamar, Nima

189

vote-auction.com

382f., 394, 404f.

Ž

i ž ek, Slavoj

403

Valentin, Karl

254

Vamos, Igor

siehe Bonanno, Mike

473

Sachregister

Agence France Press (AFP) 264 Agonismus 415f. Altertumskenner 153 155, siehe auch Antiquar Analog 338, 342f. Anonymität, anonym 385 Antiquar, antiquarian, antiquarisch

156, 164, 184, siehe auch Alter- tumskenner Apriori, historisches 54 56, 59, 112 Archäologie, archäologisch 39, 46, 54, 56, 59 61, 6365, 68, 71, 74f.,

295

Archetyp 192f. ARD 353 Associated Press (AP) 264 Attrappe 269, 304, 360, 419 Aussage, diskursive 39f., 45, 52 64, 66, 70 74, 109, 145, 196, 393, 400, 403, 425, 428 Aussagemodalität, diskursive 52, 60f., 96, 111, 154, 243, 247, 270, 390,

400, 420, 424 Außen, wildes 47f., 69, 123, 425 Australopithecus 120, 131, 133 Authentizität, authentisch, Authenti- fizierung, authentifizieren 21, 26, 28f., 32 34, 38, 68f., 109f., 113, 118, 120 122, 126, 136, 141, 146, 148 152, 156f., 160 163, 165 168, 171, 174 178, 182 184, 186, 189, 192, 196f., 199, 209f., 212, 248, 253, 255f., 262f., 282, 285, 291, 297, 301, 310, 313f., 316, 319 321, 349, 353, 358, 360 362, 364, 374, 377f., 386, 388 390, 407f., 418, 421 423, 425, 428 Autor 31, 33 35, 72, 77, 80, 88, 141f., 144 147, 149, 161, 186, 188f., 192, 194, 198, 209f.,

474

212 214, 216f., 219, 221, 228f., 230 236, 238, 242, 267, 317, 329, 385, 419, 423, 425 Tod des 147, 196, 229232, 317 -Funktion 141f., 145, 147, 194,

199, 211, 234f. Autorität, Autorisierung, autorisiert, autoritativ 10, 12 14, 20f., 26,

29 34, 49, 68 70, 75, 86, 96, 98,

102, 109 112, 125, 141 143, 152,

154, 166, 168, 174, 177, 181, 189, 212, 218, 252, 257, 263, 265 267, 270f., 273, 284f., 289, 293, 303, 321 323, 325, 352, 357 359, 367, 393, 399 401, 405, 411 413, 417 423, 428

Barbie Liberation Foundation (BLO)

391

Barde 155, 157, 161, 164, 168f., 172,

177, 180, 185, 189f., 191 194 BBC 389f., 407

Begriffe, diskursive 11, 47, 50, 52f., 55, 60f., 70, 249, 270, 400 Beweis 36, 87, 89, 93, 95, 99f., 106, 108, 111, 115f., 118f., 120 122, 124, 127f., 136, 139, 142, 158f., 161, 165 168, 174 177, 180, 182f., 185, 217, 220, 229f., 268, 277 279, 281, 345 347, 357, 368f., 371, 373, 389, 417, 420,

426

ex auctoritate siehe Autorität Borderline-Journalismus 306, 316, 321, 326

British Museum 105, 110f., 124,

137f.

Camera obscura 95 Charlatan, Charlatanerie siehe Scharlatanerie Chimäre siehe Schimäre

Sachregister

Computer 339, 341f., 373, 379, 383,

385

Counter Intelligence Program (COIN-

TELPRO)

401

Dadaismus, dadaistisch 217, 220, 222 225, 272f., 296 Dawn Man siehe Piltdown Man Différance 36f., 285f., 293 Digital 338f., 342f., 373, 378, 381 Diskurs (Begriff) 39 76 unbewusster 53, 71, 109, 120 Diskursanalyse 39 76 Diskursgesellschaft 206, 208, 217, 227, 237 Diskurskritik, diskurskritisch siehe Kritik Diskurstransformationen siehe Transformationen Dispositiv 63 65 Disziplin 13, 46 48, 74, 95f., 109f., 247, 427 Dokument, dokumentieren 23, 37f., 71f., 80, 90, 120, 125, 149, 152, 155f., 160 164, 166, 176, 180, 182, 188, 251, 311, 345 349, 354, 357f., 370, 374, 378f., 393, 401, 412, 417 Dokumentation, dokumentarisch, Do- kumentarfilm 340, 343f., 347349, 351, 354f., 357, 360f. Dow Chemical 392 394, 398 400, 406 408

Eoanthropus dawsoni siehe Piltdown Man Ereignis diskursives 60, 63, 72f., 251 seltsames 72, 417, 427 Evidenz, evident 10, 14, 49, 65, 68 70, 76, 104, 109, 125, 131, 167, 418, 423 Existenzbedingungen, diskursive 18, 43, 52 57, 59, 72, 76, 251, 363, 419, 426f. Experiment, experimentell 69, 72, 98f., 123, 200, 212, 218, 222, 225, 227 230, 232, 234, 236, 242, 244 246, 254, 259, 269f., 272, 274, 277, 279, 281f., 285, 287,

289, 292, 295, 304, 306, 311, 328, 340, 359f., 383f., 407, 412, 415, 425, 428f., siehe auch Test Experte 31, 40, 50, 72, 107, 109112, 123, 125, 212, 267, 269, 331, 393, 401, 403, 421, 427 Fake (Begriff) 24f., 32 Faksimile 34, 36, 38 Faktum, Faktizität, faktisch 10, 13f., 21, 26, 32f., 37, 45, 52, 68f., 98, 109f., 114f., 117 122, 124 126, 135, 137, 139141, 146, 149155, 157, 159f., 162, 164 166, 170,

172f., 176f., 188f., 196, 199, 213, 217, 231, 233, 249, 253f., 257 260, 262 265, 277, 279, 281, 288f., 294, 297, 304f., 307, 309f., 317, 319 321, 324, 327, 331, 333f., 336, 345, 347 349, 358f., 361 363, 368 370, 388, 393, 406, 417, 421 426, 428 Fälschung (Begriff) 22 24, 33 als Experiment siehe Experiment ex nihilo 35, 75, 176, 388, 418 Falsifikation, falsifizieren 35, 45, 49, 71, 89, 277, 322, 349, 365f., 428 Fernsehen 247, 252, 313, 325, 330, 340f., 345, 347 359, 361, 364, 367, 377, 392, 399, 401 Fiktion, fiktiv, fiktional 25, 32, 142 145, 150f., 156, 160, 167, 171f., 182, 187, 189, 198, 211, 213, 217, 233f., 250f., 254, 257, 259f., 262264, 297, 301, 305308, 310f., 316318, 321f., 324, 327, 331, 337, 342, 347 349, 360, 369, 371 374, 388f., 392, 422f., 424, 426 Film, filmisch 308, 333, 335, 338 345, 347 351, 354f., 357, 373, 379, 408 410 Formation, diskursive 22, 39, 44,

52 56, 58 60, 62, 68, 71 74, 207,

241, 269, 331, 429

Fossilien 86, 88f., 91f., 94, 96, 103f., 106, 113, 115, 118, 124, 126, 131,

135

Fragment 105, 107, 109, 113f., 117f., 120 122, 134, 156, 161 165, 190f., 196f., 211, 223

475

Sachregister

Freiheit

19, 65, 67f., 381, 385f., 403,

414 416, 429f.

Genealogie, genealogisch 39, 63 65, 71, 74, 192 Genie 27, 179, 198, 317 Geological Society 105, 110, 112,

131

Geschichtsschreibung 15, 30, 45f., 95, 149 160, 162 164, 166, 169f., 172f., 176, 178, 183, 189 konjekturale 122, 157, 166, 172, 180, 183, 187f., 213 Glaubwürdigkeit, glaubwürdig 2830, 33, 76, 151, 163, 166, 171, 251, 255, 325, 338, 352f., 364, 371 375, 428 Grubenhund 265 273, 282, 289, 322f., 358f., 363, 366, 399, 407, 424, 428

Highland Society of Scotland 148, 161, 181, 184f. Historiographie siehe Geschichts- schreibung Hitler-Tagebücher 17, 352 Hoax (Begriff) 25, 78 Homo heidelbergensis 112, 119 Hyperreale, hyperreal 10, 249 Hypertext 226

ICANN 382 Identifikation, falsche 14, 26, 34 39, 55, 69, 391, 404, 417 Identität, nationale 126 128, 131, 147, 150, 157, 164, 170, 172, 176, 180, 185, 202 205, 244 Identitätskorrektur 391f., 408 Ideologie, ideologisch 42, 61, 249, 270, 274, 278, 281, 287f., 294, 378, 392, 402, 406, 413, 424 Kalifornische 381 der Sprache 143f.

249,

Ideologiekritik, ideologiekritisch 291, 295, 378, 392

Ikon, Ikonizität 36, 335 337, 339,

351

Imitation, imitieren siehe Nachah- mung Index, Indexikalität 330 342, 344,

347, 351

Information, informativ 20, 22, 70, 74, 76, 110, 144, 151, 156, 187, 211, 247, 259, 263, 299, 303f., 309f., 319, 324, 327f., 332, 335f., 339f., 345, 347, 353f., 356f., 365f., 368f., 371, 380f., 383, 388, 401,

421, 424, 426 Inszenierung, inszeniert 62, 191, 297, 299, 313, 331, 344, 355, 364, 412,

425

Internet 20, 75, 280, 328, 366, 377 394, 398, 404, 415f., 426 Intertextualität, intertextuell 232, 239, 242, 315f., 319

Iterabilität, Iterierbarkeit 36, 190,

373

Jakobiter

Java-Mensch

Jindyworobak 202f., 205f., 208, 244

Komik, komisch 225f. Kopie 23, 26 30, 125, 379f.

Kräfte, extradiskursive 61f., 127, 170, 237 Kritik, kritisch 12 20, 29 32, 42, 50f., 57, 75, 79, 136 139, 143f., 153f., 164, 171f., 175, 181 184, 187, 203 205, 208, 220f., 228f., 236, 242f., 249, 253, 261, 265, 267, 271, 276 278, 280 282,

285 288, 290, 292 294, 303 305,

312, 316, 322, 329, 342, 353,

358 375, 377f., 382, 392f., 395f.,

401, 404 408, 410, 412f., 415, 417, 420424, 427429, siehe auch Ideologiekritik

Kunstfälschungen 14 Laterna magica 95 Literalität 159f., 166, 169, 183, 190,

170f., 174 106, 112, 119, 133

192 194

Literarizität 70, 186, 188, 233, 317f.,

426

Lithographiae Wirceburgensis

77 105, 248, 281, 422

Lonelygirl15 386 389

Lüge 22f., 143, 269, 327, 352, 362,

369 373, 388

Macht, Machtanalytik, Mikrophysik der 31, 39 44, 46, 57 66, 68, 70,

476

Sachregister

84, 91, 97f., 202, 231, 247f., 291, 318, 331, 382, 390, 400, 408, 411, 413 416, 425, 428 430

Manuskript 69, 148 150, 152, 163, 168, 181, 183, 190, 192, 196, 210,

255

Marxismus, marxistisch 42, 60, 62, 276, 286f. Mathematik, mathematisch 56f., 123, 158, 167, 274, 279, 282, 284, 289 293, 296, 332f. Missing Link 105f., 114 117, 119, 125, 127, 134 Mockumentary 348f. Monstrum, Monstrosität, monströs 47f., 74, 87, 105, 122, 139f., 171, 186, 227, 425

Moral, moralisch 9, 19, 22f., 64, 183, 201, 205, 236 238, 288, 322, 354, 369, 374, 403, 409, 424, 426f. Moulin-Quignon-Kiefer 126 MUD (Multi-User Dungeon) 385f.,

389

Mündlichkeit, mündlich siehe Ora- lität

Museum of Natural History, Ameri- can 111 Mutation 123f.

Nachahmung 23, 27, 34, 50, 67, 90, 93, 171, 179, 196 198, 219, 227f., 231, 257, 263, 283, 362 Nachricht 247, 249, 251, 254, 256, 258f., 261 265, 268f., 272, 297,

299, 302 305, 318 320, 325328, 331 333, 341f., 344f., 348, 351,

365 370, 406 408,

420f., 423, 428 Neandertaler 112, 128f. New Journalism, Neuer Journalismus 306 312, 319, 321f., 325 330 News siehe Nachricht

354f., 357 361, 363, 373 375, 388, 397f.,

Objekte diskursive 11f., 18, 21, 33, 40,

44f., 47, 52, 55, 58 60, 68, 70, 72,

74 76, 417, 419

epistemische 14, 20, 47, 69f., 75, 82, 91, 94, 99, 104, 109, 164, 186,

417f., 422, 425

Objektivität, objektiv 9f., 13, 23, 249, 277, 280, 286, 291, 309, 311, 323, 326f., 329, 331, 350,

357, 359f., 369f., 372f., 375, 378, 417, 426 Oralität, oral 156, 159f., 168f., 190, 192, 194 Original, original 10 12, 14f., 21, 23, 2629, 33f., 35 38, 68f., 105, 121f., 124f., 131, 134, 149f., 152,

159 163, 165, 169 171, 176, 178,

182, 184f., 192 194, 196, 205,

227, 293, 312, 353, 377 382, 384,

390 392, 408, 417, 421

Paläontologie 77 140

Paratext 145f., 194, 213, 233f., 310,

317

Parodie 225, 283, 290f., 294, 302f., 348, 397, 403

Pastiche 226, 283, 348

Pedanterie, Pedant, pedantisch 97,

153

Peking-Mensch 128

Peritext 145, 189 Persiflage, persiflieren 217, 226,

283

Photographie, photographisch 125, 268, 333 339, 341 344, 346, 355, 373, 379 Piltdown 2 121f., 125, 129, 135f. Piltdown Man 105 140, 142, 167,

322, 356, 420 423, 428 Plausibilität, plausibel, plausibilisie- ren 25, 95, 112, 116 118, 129, 133f., 136, 146, 151, 153, 161, 165, 168, 177, 192, 256, 258 260, 269f., 282, 285, 289, 301, 303f., 348, 357, 359, 366, 407f., 420 Pleistozän 105, 121, 135f. Pliozän 128 Polizei, diskursive 48f., 97, 243,

296

Popjournalismus 306, 311, 328 330,

426

Positivismus, positivistisch 11, 33, 277, 290, 295, 327, 333, 368,

370

Positivität

53

477

Sachregister

Pragmatismus, pragmatisch 34, 58, 80, 143, 145, 212, 225, 227, 252,

Prätendent

Scharlatan, Scharlatanerie 20, 50, 79, 97f., 262, 267, 281, 296, 400,

254, 273, 340, 347, 351, 417

422

Praktiken, Praxis

Schimäre 134, 173

diskursive 10 14, 17, 19, 30,

Schriftlichkeit

siehe Literalität

39f., 43, 46f., 48, 50, 52f., 55 60, 63, 65f., 69 72, 74f., 417 419,

Science Wars 274 276, 280, 285, 289f., 295f.

421, 424f., 427 429

Second Life 390

nicht-diskursive 41f., 60 66, 70,

Semiotik, semiotisch 34 40, 333

127, 170, 237

341

Prank 296, 359

Simulation, Simulakren 9 11, 96, 249f., 318, 321, 341f., 368, 374,

Presserecht

35, 38, 174 354f., 358, 370, 372

377

Probabilität siehe Wahrscheinlich- keit Proposition 23, 40, 45, 158, 340 Protokolle der Weisen von Zion 17 Proxy 383f. Pseudonymität, pseudonym 222, 229, 268, 385, 416, 426

Realismus, realistisch 15, 151f., 205, 217f., 242f., 252, 260, 307f., 337,

349

Realität, real 9f., 23, 32, 55, 63, 69, 104, 129, 142 146, 149, 152, 179, 183, 187, 219, 228, 234, 236, 242, 248 252, 260, 263, 278, 284, 286, 289, 291, 305, 310f., 317 319, 321, 325f., 339, 346 349, 351, 355f., 365f., 368f., 378, 383, 385, 388f., 418, 428 Regeln, Regelmäßigkeit, diskursive 40, 45, 47 63, 66 74, 417 419,

429

Reuter’s 264, 342 Rhetorik, Rhetorizität 15, 29 31, 151, 159, 176, 179, 187, 193, 279, 309 Richter 35f., 38, 174, 212, 227, 237 240, 326, 352, 368, 382 Ritual, ritualisiert 112, 173, 247,

393

Royal Society 110, 131 RTL 348f., 367

Satire, satirisch 79, 98, 226, 253, 255, 260 262, 268, 283, 303, 306, 372, 397

478

Skandal, skandalös 17, 189, 193, 217, 229, 236, 241, 248, 253f., 261, 280, 303, 315, 319, 324, 326, 328, 342, 347f., 350, 352f., 356, 359, 361f., 366, 408, 423 Social Text 274 277, 282, 284f., 287 290, 292294, 422

Spiel, diskursives 45, 65 68, 74,

429

Spoofing 391 Sprechakt, seriöser 40, 45, 55, 59, 68, 418 Strategie 40, 60, 62, 65 Subjekt, subjektiv 11, 31, 38, 44,

46f., 52f., 61, 70, 7375, 96, 108, 142, 145, 193f., 206, 208, 212f., 230 233, 235, 238, 316f., 283, 309 311, 316, 327, 350, 372, 388, 393, 418, 422f. Surrealismus, surrealistisch 203f., 206, 220 228, 236, 243f., 296f.,

314

Test, testen 126, 134f., 162, 166, 200, 219, 228, 230, 267, 269, 274,

285, 289, 301, 359, 383, siehe auch Experiment

Taktik, taktisch

Tatsache siehe Faktum Tradition, Tradierung 32, 34, 57f., 150, 156 161, 164, 166 171,

173f., 178, 181, 184, 190 193, 202f., 205, 211, 237, 244 orale siehe Oralität Transformationen diskursive 13, 17, 20, 45, 47,

40, 65, 429

Sachregister

50f., 54f., 62, 67, 74f., 81, 103, 128, 131, 139, 144, 175, 186, 189, 197f., 201, 231 233, 242f., 246,

253, 278, 280, 282 284, 329, 338, 346, 380, 415, 417 419, 424f.,

430

epistemologische 50f.

Überaffirmation 402404, 407f., 413,

424

Überlieferung siehe Tradition Unbewusstes, diskursives siehe Dis- kurs Unsichtbares Theater 411 414 Unwahrheit, unwahr 22f., 42f., 252,

368

Unwahrscheinlichkeit, unwahrschein- lich 121f., 133, 139, 172, 177,

182

Verfälschung 30, 143, 149, 159, 161, 165, 167f., 192, 342f. Verstellung 22, 69, 155, 252, 386 Vertrauen 19, 32, 183, 271, 288, 357, 369 371, 374, 427 Video 338f., 343f., 349, 373, 386f., 389, 393, 401, 412 Viral Marketing 387 Virtuoso 96 98, 153 Voynich-Manuskript 69

Wahrhaftigkeit, wahrhaftig 19, 23, 57, 158, 189, 198, 254, 261, 317, 322, 327, 368 374, 386, 388

Wahrheit, wahr, ›im Wahren‹ 9 12, 18 20, 22f., 28 30, 32f., 38f., 41, 43 52, 57f., 62, 66 70, 74 76, 86, 88, 102, 105, 107 109, 116, 124, 138, 142f., 149, 151f., 156, 158160, 179, 182, 186, 188, 198f., 203, 216, 221f., 227, 229, 245,

247 249, 251 254, 257 259, 265,

267, 270 272, 277f., 281, 290f., 296f., 304, 310, 319f., 323 327, 333, 338f., 341f., 344, 347 349, 354, 356 370, 372 375, 378, 392f., 418 423, 425 427, 429f.

Wahrscheinlichkeit, wahrscheinlich 29, 49, 57, 121 123, 125, 127f., 134 136, 158, 166f., 171, 173, 177, 256, 259, 269f., 304, 366,

419f.

WDR 353f. Wille zur Wahrheit 43 45 Wirklichkeit, wirklich siehe Realität Wissen 11 14, 16, 19, 30, 39 76, 417, 419, 422f., 427, 429 Wissenschaft, Wissenschaftlichkeit 11f., 16, 18, 21, 25, 27, 31f., 41f., 46 51, 53, 55 57, 60f., 63f., 69f., 72 75, 78 80, 82, 84, 87 90, 94 99, 103, 105f., 107 114, 116, 119f., 122129, 131, 133, 135139, 141f., 147, 153f., 156, 158, 174f., 186, 188, 192, 198f., 234, 243, 247, 254, 258, 266, 268, 270, 273296, 317, 322, 324, 345f., 361, 366, 370, 375, 420 423, 428 Witz 25, 225f., 269, 271 Wolff’s Telegraphenbüro 264 World Trade Organization (WTO) 377, 391 398, 400 403, 405 409, 411 415, 424 Wunderkammer 90, 99, 101 Würzburger Lügensteine 77 105 YouTube 387 389 Zeichen indexikalisches siehe Index ikonisches siehe Ikon Zeitungsente 268f., 355 Zeugenschaft, Zeuge, bezeugen 29f., 87f., 106, 109, 116, 123, 125, 156 159, 162, 168, 171, 173, 177, 180 183, 189, 237, 336, 347, 351, 370374, 423, 426, siehe auch Zeugnis Zeugnis 29, 32, 46, 86, 105, 120, 127, 155, 158f., 163f., 166 171, 173, 178, 183, 188, 235, 371374, siehe auch Zeugenschaft Zitat, Zitathaftigkeit 29f., 98, 154, 231f., 274, 284, 293, 314 316,

380

479