Sie sind auf Seite 1von 28
KURS 1 Einführung in Datenbanksysteme
KURS 1
Einführung in Datenbanksysteme

Lector dr. Dana Boldeanu

2014

Daten und Informationen

• werden.
werden.

Die Daten sind diejenigen Elemente, die vom Computer verarbeitet

•

Die Informationen sind Wissenselemente, welche durch die Analyse von Daten erhalten werden können.

Die Daten haben als solche, keine Bedeutung (z.B.5 Kilo, Thomas, 20

die Informationen haben eine individuelle Bedeutung (z.B.

Jahre,

Thomas ist 20 Jahre alt).

),

Daten sind Informationen, aber Informationen nicht unbedingt Daten. Damit Informationen zu Daten werden, müssen Sie in ein einheitliches System gebracht werden.

Daten = Systematische (vergleichbare) Informationen zur Verarbeitung

und Speicherung.

Information = Kenntnisse (Details) über Dinge oder Vorgänge

Infos mit Intelligente

Netzwerk

Quelle: www.cronos.de

Rohmaterial

Dataien und Datenbank

•

Die Datei ist eine Sammlung von Daten / Informationen die von

mehreren Benutzer einer einzigen Sicht über die Daten verwendet

werden kann.

In einer Datei können die Daten folgendermaßen strukturiert sein:

eine Datei mit Datensätzen welche Datenfelder enthalten (z.B.

Personaldatei mit Personalstammsätzen, die aus den Feldern

Name, Adresse, PLZ, u.s.w. bestehen).

Die Dateien können auch unstrukturiert sein (Format frei), wie die

Textendateien (z.B. Briefe, Berichte,

).

Datenbank und Datenbanksystem

Datenbank und Datenbanksystem • Die Datenbank ist eine Sammlung von Datenbeständen, die von mehreren Benutzern in

Die Datenbank ist eine Sammlung von Datenbeständen, die von mehreren Benutzern in mehrfacher Sicht verwendet werden kann.

• Ein Datenbanksystem
• Ein
Datenbanksystem

ist

ein

(elektronisches)

Speicherung und Wiedergewinnung von Daten.

System

zur

In einer Datenbank sollen alle Informationen nur einmal gespeichert sein (Redundanzfreiheit), um bei einer Änderung keine Inkonsistenzen zu bekommen.

als

identifizierendes und verknüpfendes Element in mehreren Dateien / Tabellen enthalten sein können.

Die Daten in der Datenbank können nur über das Daten-

bankenverwaltungssysteme (DBVS) eingefügt, gelesen, geändert oder gelöscht werden.

Eine

Ausnahme

bilden

Schlüssel-merkmale,

die

Wie ist eine Datenbank aufgebaut?

Eine Datenbank(-system / DBS) besteht aus zwei Teilen:

1. Die bereitgestellten Informationen werden in Datensätzen,

sogenannten Records, gebündelt und in der Datenbank hinterlegt.

2. Die Software, die für die Verwaltung der Datenbank zuständig ist, wird als Datenbankmanagementsystem (DBMS) oder Daten- bankenverwaltungssysteme (DBVS) bezeichnet.

zuständig ist, wird als Datenbankmanagementsystem (DBMS) oder Daten- bankenverwaltungssysteme (DBVS) bezeichnet. 6

Datenbanksystem(DBS)

Das Datenbanksystem(DBS) ist die Zusam-menfassung von Datenbank und Daten-bankverwaltungssystem.

DBS = DB + DBVS

DBS ermöglichen die anwendungsübergreifende Nutzung von Daten

und isoliert Anwender-programme von Hardware und Betriebssystem

(und deren Änderungen).

Datenbanksysteme werden auf verschiedene Weise klassifiziert:

generische DBS: für beliebige Anwendungen gedacht

spezifische DBS: nur für spezielle Anwendungsfelder geeignet (z.B. Multimedia-DB, Bild-DB, Geo-IS)

Datenbankenverwaltungssystem (DBVS)

Es

ist

ein

Softwaresystem

zum

Organisieren,

Analysieren und Ändern von Datenbeständen.

Speichern,

Zugreifen,

DBVS

eingerichtet wird.

ist

die

Software,

die

für

das

Datenbanksystem

installiert

und

DBVS garantiert:

Richtigkeit der Daten (Einhaltung der definierten Konsistenzregeln)

Richtigkeit im Mehrbenutzerbetrieb (concurrency control)

Datensicherheit, d.h. Richtigkeit bei fehlerhaftem Ablauf einzelner Anwendungen und Systemabsturz.

Im DBVS wird die Grundlage für die Datenbank festgelegt. Die Grundlage für eine Datenbank ist das Datenbankmodell, das je nach Projektart ausgewählt wird.

Die Wahl des richtigen DBVS hängt von folgenden Faktoren ab:

Wie viele Benutzer interagieren mit der Datenbank? Welche Art und wie viel Daten werden in der Datenbank erfasst? Wie sieht es mit der Sicherheit in einer Datenbank aus? 8

Motivation für den Einsatz eines Datenbank- Verwaltungssystems

Typische Probleme bei Informationsverarbeitung ohne DBVS:

Redundanz und Inkonsistenz

Beschränkte Zugriffsmöglichkeiten

Probleme beim Mehrbenutzerbetrieb

Verlust von Daten

Integritätsverletzung

Sicherheitsprobleme

hohe Entwicklungskosten für Anwendungsprogramme

9

Source: Gartner (October 2013)

Magic Quadrant for

Operational Database

Management Systems

Warum sollten Sie sich für Datenbanken interessieren?

Warum sollten Sie sich für Datenbanken interessieren? 11

Warum sollten Sie sich für Datenbanken interessieren?

Daten sind wichtig!

In fast jeder größeren Applikation steckt heutzutage eine Datenbank

Datenmodellierung ist ein wichtiges Thema

Bei vielen Arbeitgebern und vielen Arbeitsfeldern ein Muss

Eigenschaften eines Datenbanksystems

A.

Datenunabhängigkeit

Physische Datenunabhängigkeit :

Änderungen an den Speicherstrukturen

sind für Anwenderprogramme und ad-hoc Queries unsichtbar.

und Zugriffspfaden

Logische Datenunabhängigkeit :

Änderungen

Anwenderprogramme und Queries unsichtbar.

an

der

logischen

Sicht

sind

für

Bemerkung - Jede Anwendung erhält eine eigene Sicht des

gemeinsamen Datenbestandes.

Die Abstraktionsebenen eines Datenbanksystems

Sicht1

Sicht 2

Sicht 3

eines Datenbanksystems Sicht1 Sicht 2 Sicht 3 Logische Ebene Physische Ebene Datenunabhängigkeit: •

Logische Ebene

eines Datenbanksystems Sicht1 Sicht 2 Sicht 3 Logische Ebene Physische Ebene Datenunabhängigkeit: • physische
Physische Ebene
Physische Ebene

Datenunabhängigkeit:

physische Unabhängigkeit

logische Datenunabhängigkeit

Logische Datenmodelle

Hierarchisches Datenmodell

Netzwerkmodell

Relationales Datenmodell Objektorientiertes Datenmodell

Eigenschaften eines Datenbanksystems

B. Datenschutz

DBVS kontrolliert den Zugriff zu den Daten und deren Sichtbarkeit.

Gesetzgebung regelt erlaubte Nutzung und Veröffentlichung von Daten.

C. Datensicherheit

DBVS garantiert, daß die Datenbank immer in einen konsistenten Zustand gebracht werden kann, daß Transaktionen (minimale DB- Prozes-seinheiten) atomar und dauerhaft verlaufen.

Eigenschaften eines Datenbanksystems

D. Concurrency Control DBVS garantiert, daß parallele Transaktionen isoliert und konsistent abgearbeitet werden.

Isolation= Illusion einer Transaktion, allein Zugriff auf die Datenbank zu haben. Eine Transaktion sieht nur einen konsistenten Zustand der Datenbank .

E. Integritätskontrolle

DBMS garantiert, daß ihm bekannte Integritätsregeln (Konsistenzregeln) eingehalten werden.

F.

Ad-hoc Queris

 

DBVS

unterstützt

spontane

Anfragestellung.

Anfragen

werden

(meistens) von System optimiert.

Datenmodelle

In jedem System, in dem Daten verwaltet werden, müssen

diese eine bestimmte Struktur haben. Diese Struktur heißt

"SCHEMA" einer Datenbank. Diese Struktur, zusammen mit

den assoziierten Operatoren wird als Datenmodell, logisches

Modell oder konzeptuelles Modell bezeichnet.

Es gibt:

Hierarchische Datenmodelle (mit einer Baumstruktur),

Netzwerkdatenmodelle (mit einer Netzstruktur)

Relationale Datenmodelle.

Das bekannteste und zugleich abstrakteste Modell stammt von

1970 und wird relationales Datenbankmodell genannt. Der

Verfasser heißt E. F. CODD.

Datenmodellierung

Ausschnitt der Realen Miniwelt
Ausschnitt der
Realen Miniwelt

Konzeptuelles Schema

(ER-Schema)

Manuelle/intellektuelle

Modellierung

Halbautomatische

Transformation

Modellierung Halbautomatische Transformation Netzwerk Schema Relationales Schema Relationales

Netzwerk

Schema

Relationales

Schema

Relationales Datenbanksystem
Relationales
Datenbanksystem

Objektorientiertes

Schema

19

Studenten Professoren Vorlesungen Reale Welt: Universität
Studenten
Professoren
Vorlesungen
Reale Welt: Universität
Studenten Professoren Vorlesungen Reale Welt: Universität Studenten hören Modellierung einer kleinen

Studenten

hören
hören
Vorlesungen Reale Welt: Universität Studenten hören Modellierung einer kleinen Beispielanwendung Konzeptuelle

Modellierung einer kleinen Beispielanwendung

Konzeptuelle Modellierung

PersNr Professoren Name lesen Überschrift VorlNr
PersNr
Professoren
Name
lesen
Überschrift
VorlNr

20

Student Code

Name Geburtstag
Name
Geburtstag

Vorlesungen

Vorlesungen
Titel
Titel

Das relationale Datenmodell - Beispielanwendung

Studenten MatrNr Name 26120 Fichte 25403 Jonas
Studenten
MatrNr
Name
26120
Fichte
25403
Jonas
 

Vorlesungen

VorlNr

Titel

5001

Grundzüge

5022

Glaube und Wissen

Relationale Datenbanken speichern nicht nur die Daten, sondern auch Beziehungen zwischen Daten. Im obigen Beispiel sind das die Beziehungen ( Relationen ) hören zwischen den Gegenstandsmengen

Vorlesungen

dargestellt

Studenten

den

und

in

hören MatrNr VorlNr 25403 5022 26120 5001
hören
MatrNr
VorlNr
25403
5022
26120
5001
Vorlesungen dargestellt Studenten den und in hören MatrNr VorlNr 25403 5022 26120 5001 Diagrammen. 21

Diagrammen.

21

Datensprache und Benutzerkategorien

Die Datensprache ist eine Sprache zur Definition (Data Description Language - DDL) und Manipulation (Data Manipulation Language - DML) von Datenbeständen.

Es gibt drei Benutzerkategorien und zwar:

Der

Datenbankverwalter

-

Er

muß

das

definieren

Instandhaltung der Datenbank versichern.

und

den

Datenschutz,

die

konzeptuelle

Analisierung

Schema

und

die

Die Programierer - Er hat arbeiten die Anwendungsprogramme aus.

Die eigentlichen Benutzer - Er benützt das ganze System: die Datenbank, den Hardwareteil, den Softwareteil (DBMS / SGBD) und die Anwendungsprogramme.

ARCHITEKTUR VON

DATENBANKVERWALTUNGSSYSTEMEN

Eine Datenbank dient dazu, beliebige Objekte der realen oder konstruierten Welt (Personen, Gegenstände, Produkte, Vorgänge , Sachverhalte) zu Verwaltungs- oder Informationszwecken abzubilden.

Um diese Objekte in einer konsistenten Weise zu erfassen, müssen eindeutige Eigenschaften bestimmt werden, die Objekte charak- terisieren. Jedes Objekt weist bestimmte Ausprägungen der einzelnen Merkmale auf.

Gleichartige

oder

Objektklasse.

zusammemgehörende

Objekte

bilden

Beispiel: Bücher, Firmen, Kunstwerke.

eine

Eine Datenbank bildet Informationsobjekte mit ihren Eigeschaften und Beziehungen ab. Es existieren verschiedene Systemtypen, die jeweils den Inhalten, Aufgaben und Zwecken von Datenbanken am besten entsprechen.

23

ARCHITEKTUR VON

DATENBANKVERWALTUNGSSYSTEMEN

Gemäss der Konzeption ANSI-SPARC (American National

Standards Institute - Standard Planning and Requirement

Committee) entwickelt sich eine Datenbank auf drei funktionellen Ebenen:

Externe Ebene (Benutzersichten)

Konzeptuelle Ebene (Logische Gesamtsicht)

Interne Ebene (Physische Sicht)

Intern im Datenbanksystem muß dafür gesorgt werden, daß die Daten den dafür zur Verfügung stehenden

Speichermedien physisch abgelegt werden, und daß in

geeigneter Form auf sie zugegriffen werden kann.

a) externe Ebene (Benutzersicht) - beschreibt die Sicht eines Anwenders/ einer Anwendung auf die Daten der konzeptuellen Ebene. Auf der externen Ebene erfolgt die Koordination der

Datenbank mit den Benutzerbedürfnissen, dadurch daß eine

besondere Datenbankverwaltung installiert wird. b) konzeptuelle Ebene (logische Sicht) - beschreibt die Daten einer Unternehmung sowie deren Beziehungen aus Unternehmens-gesamtsicht. Die Methoden zur Erstellung eines konzeptuellen Schemas erfolgt in der Regel in Zusammenarbeit der DV-Abteilung mit den Fachabteilungen (oder sollte zumindest so erfolgen). c) interne Ebene (technische Sicht) - beschreibt wie die Daten auf dem physischen Speichermedium gespeichert werden. Die wesentliche Speicherformen sind:

sequentielle Speicherung; indizierte Speicherung; index-sequentielle Speicherung; gestreute Speicherung; verkeltete Speicherung.

26

26

Unterscheidung zwischen drei Ebenen

• Externes Schema:
• Externes Schema:

(Teil-)Sichten auf den Datenbestand je nach Anforderung, in relationalen DBS als View realisierbar (Bsp: Sicht auf Personaldaten für Management / Personalabteilung / Mitarbeiter)

Wie werden die Daten dem Benutzer präsentiert?

•
Konzeptuelles Schema:
Konzeptuelles Schema:

Gesamtdarstellung des Datenmodells auf logischer, (möglichst) system- und anwendungsunabhängiger Ebene, beispielsweise in relationaler Darstellung oder im Entity-Relationship-Modell

Welche Daten werden beschrieben?

•
Internes Schema:
Internes Schema:

Beschreibt (DBVS-spezifisch) die interne, physische Darstellung

Satzformat,

Wie werden die Daten persistiert?

der

Daten:

wie und

wo genau

abgelegt, internes

Zugriffspfade

1. Ivancenco V., Boldeanu D. Datenbanken : theorie und praxis”, Bucuresti, Editura ASE, 2006.

2. Alfons Kemper, Andre Eickler, Datenbanksysteme Eine Einführung ”,

Oldenbourg

Verlag,

München,

2009,

7.

aktualisierte

und

erweiterte

Auflage

 

3.

Dr.

Brigitte

Mathiak,

Einführung

in

Datenbanken,

4.

Friedrich-Schiller,

Datenbanksysteme,

Universität

Jena,

28