Analyst View // Carlo Velten

© Crisp Research 2014





OpenStack auf dem Weg zum Cloud-Standard
Analyst View

Autor: Carlo Velten, Senior Analyst

Datum: 23.05.2014
Tags: Cloud, Icehouse, Open Source, Openstack






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Das offene Cloud-Management Framework OpenStack
gilt bei vielen CIOs und Cloud-Strategen immer noch als
reine Marketingmaschine. Doch dieser Eindruck täuscht!
Mit neuem Release (“Icehouse”) und der ernsthaften
Unterstützung großer IT-Anbieter mausert sich das Open
Source-Projekt zum führenden Cloud-Standard.

Das offene Cloud-Management Framework OpenStack gilt bei
vielen CIOs und Cloud-Strategen immer noch als reine
Marketingmaschine. Doch dieser Eindruck täuscht! Denn die
OpenStack-Community hat nicht nur mit dem jüngsten Release
namens “Icehouse” den Beweis echter Innovationskraft angetreten.
Das Ökosystem entwickelt sich kontinuierlich weiter, so dass Crisp
Research davon ausgeht, dass sich OpenStack in Europa in den
kommenden 18-24 Monaten zum de-facto Standard für das
Management von hybriden Cloud-Umgebungen entwickeln wird.

Berechtigterweise fragen sich viele IT-Entscheider warum ein
relativ neues Open Source-Framework innerhalb von nur 3 Jahren
eine solche Relevanz entwickeln konnte. Dafür gibt es gute Gründe.
Und diese haben viel mit der Entwickung des Cloud-Marktes in
den letzten Jahren zu tun.




Seitens AWS und Google wurde lange propagiert, dass “echtes”
Cloud Computing nur in Form von Public Clouds (Self Services +
Shared Infrastructures) daherkommt. Das ist vor dem Hintergrund
der Strategie der beiden Unternehmen auch verständlich. Haben
Cloud-Realität 1: Hybride Clouds
bestimmen die Unternehmens-IT




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beide doch nur dieses eine Betriebskonzept im Angebot. Die
Unternehmensrealität sieht aber anders aus. Deswegen machen die
Investitionen in Private Cloud-Umgebungen in Europa auch noch
mehr als 80% der Ausgaben für IaaS aus. Dennoch wollen große
Unternehmen und Behörden nicht darauf verzichten, temporär
oder für ausgewählte Workloads (eCommerce, Digital Marketing,
Mobile) auch skalierende IaaS-Ressourcen extern einzukaufen. So
haben sich in fast allen großen Unternehmen hybride Cloud-
Betriebskonzepte herausgebildet.

Hinzu kommt, dass in vielen Unternehmen bereits mehrere Cloud-
Umgebungen existieren, die nun miteinander verbunden werden
wollen. Dieser neuen Realität beginnen sich einige der Public
Cloud-Anbieter anzupassen. Salesforce baut mit T-Systems einen
Brückenkopf und lokale Infrastrukturen in Deutschland. AWS baut
seine Angebote im Bereich Dedicated Connections aus, um die
Anforderungen der Enterprise-Kunden besser zu erfüllen. Doch für
die Verbindung multipler Cloud-Umgebungen fehlt heute noch ein
einheitlicher Standard. OpenStack stellt zum jetzigen Zeitpunkt,
eine der wenigen Möglichkeiten dar, um hybride Cloud-
Umgebungen einheitlich und zukunftssicher aufzubauen und zu
betreiben.




Natürlich lassen sich hybride Cloud-Umgebungen auch ohne
OpenStack realisieren. Aber es existieren nur wenige globale
Technologieanbieter deren Cloud-Portfolio die komplette
Spannbreite vom Private Cloud-Bau bis hin zu Public Cloud
Cloud-Realität 2: Keine Single-Vendor
Clouds




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Services abdeckt. HP, IBM, Microsoft sind hier klar in der
Führungsposition. Für Anwender die eine komplette Single-
Vendor-Strategie fahren, lassen sich hybride Cloud noch relativ
leicht aufsetzen, ohne dass die Integrationskosten ins
unermessliche steigen. Doch diesen Vendor-Lockin wollen nur
noch wenige Anwender langfristig eingehen. Und das zu Recht. In
der Realität bestehen Cloud-Umgebungen im Enterprise-IT-
Umfeld aus eine Mehr- bzw. Vielzahl an Komponenten und
Technologien. Beim Bau und Bertrieb einer Private Cloud werden
durchschnittlich sechs verschiedene Anbieter eingesetzt. Sollen
nun unterschiedliche Cloud-Infrastrukturen miteinander verzahnt
oder Public Cloud (AWS, Azure, Google, HP) angebunden werden,
steigt die Komplexität und das Schnittstellenmanagement
dramatisch an.

Es ist davon auszugehen, dass auch zukünftig nur wenige “Single-
Vendor Clouds” existieren werden. Das Zusammenspiel der
Technologiekomponenten untereinander und die Unterstützung
offener Standards ist daher auch für die Anbieter absolut
erfolgsentscheidend. Denn nur wenn deren Cloud-Dienste und -
Technologien untereinander kompatibel sind, lässt sich das Cloud-
Marktpotenzial voll ausschöpfen. Aus diesem Grund investieren
viele der führenden Technologie- und Serviceprovider in die
Entwicklung von OpenStack. So kündigte HP kürzlich weitere
Investments in Höhe von 1 Milliarde US Dollar an, um einerseits
das eigene Portfolio OpenStack-ready zu machen sowie
andererseits die Community bei der Weiterentwicklung des
OpenStack-Kernel zu unterstützen.






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Für CIOs und Cloud-Architekten stellt sich schon seit einiger Zeit
die Frage, wie sich Cloud-Umgebungen für den
Unternehmenseinsatz idealerweise gestalten lassen. Während die
letzten Jahre noch im Zeichen des “Trial and Error” standen und
die Mehrzahl der Cloud-Deployments eher explorativen Charakter
hatten, werden nun auch großvolumige Projekte für den
produktiven Einsatz gestartet. Im Jahr 2014 ist bei
Ausschreibungen gegenüber 2012 nahezu eine Verfünffachung der
Server- bzw. Storage-Kapazitäten zu verzeichnen.

Doch nach welchen “Cloud Design Principles” sollen neue Cloud-
Umgebungen geplant und ausgeschrieben werden? Crisp Research
empfiehlt Anwender sich an den Prinzipien Offenheit, Sicherheit
und Effizienz zu orientieren. Und gerade in den Bereichen
Offenheit und Effizienz liefert OpenStack einen entscheidenden
Beitrag.

So stellt OpenStack den derzeit einzigen de-facto Standard für
IaaS-Management in Private und Public Cloud-Umgebungen und
wird von einer Vielzahl von Technologie- UND Serviceprovider
unterstützt (Überblick siehe hier). Das bedeutet für Anwender,
dass bei der Anbindung externer Cloud-Infrastrukturen keine
Probleme entstehen und VMs oder Workloads “barrierefrei” von
einer auf die andere Plattform wandern können. Hinzu kommt,
dass OpenStack unter Apache Lizenz als quelloffenes System
entwickelt wird. Es besteht für kundige Anwender die Möglichkeit
der Einflussnahme und völlige Transparenz im Hinblick auf die
Entwicklungshistorie und das Release Management. Hinzu kommt,
dass auch die technologische Reife von OpenStack sukzessive
Cloud-Realität 3: Cloud Design
Principles - Open, Secure, Efficient




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zunimmt und mit der neuen Version auch Updates im Laufenden
Betrieb möglich sind, sprich ohne die VMs herunterfahren zu
müssen.

Aber auch im Hinblick auf das Cloud-Design-Prinzip der Effizienz
leistet OpenStack seinen Beitrag. So bietet OpenStack als Open
Source-Framework unter Apache Lizenz eine Möglichkeit die
Kosten für Bau und Betrieb einer Cloud-Umgebung zu reduzieren.
So machen heute die Lizenzkosten für die Cloud-Management und
Virtualisierung noch rund 30% der gesamten Cloud-TCO aus. Über
50 Startups und große Softwareanbieter - allen voran VMware und
Microsoft - haben in den letzten Jahren mit der Lizensierung
entsprechender Tools gutes Geld verdient. Nun haben Anwender
die Möglichkeit die Basis-Funktionalitäten für das Provisionieren
und Verwalten von VMs und IaaS-Umgebungen über OpenStack zu
realisieren. Entweder durch den Einsatz der kostenfreien
Community-Edition oder auch als professionelle Distribution mit
Enterprise Support - beides Möglichkeiten, die Cloud-Lizenzkosten
deutlich zu reduzieren. OpenStack wird somit vor allem VMware
und Microsoft unter Druck setzen und Anwendern helfen, die
derzeit ihre Clouds noch nach “License-Driven-Architectures”
aufbauen.





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OpenStack ist nach einer kurzen Hypedebatte auf gutem Wege
neben Microsoft Cloud OS einer der zentralen Standards für den
Betrieb von hybriden Cloud-Umgebungen zu werden. Das
Committment und die Investitionszusagen nahezu aller großen
Technologieanbieter sprechen eine deutliche Sprache. Auch das
neue Release (“Icehouse”) kann als Meilenstein hinsichtlich
Stabilität und Funktionalität gelten und hat viele Fehler
ausgemerzt.

Jetzt stellt sich die Frage, welcher der großen Cloud-Anbieter in
der Lage sein wird seine Partner und Kunden am schnellsten von
OpenStack zu überzeugen. Denn nach dem jahrelangen Cloud-
Marketinghype sind viele müde und wollen sich nur ungern wieder
mit neuen Technologien und Standards auseinandersetzen. Auf
Seiten von HP, IBM, Red Hat & Co sind also echte
Ausblick




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Überzeugungsarbeit und lokale Use Cases gefragt, die die
Versprechen der OpenStack-Cloud nachvollziehbar und belegbar
machen.






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Dr. Carlo Velten ist Managing Director des IT-
Research- und Beratungsunternehmens Crisp
Research. Seit über 15 Jahren berät Carlo Velten
als IT-Analyst namhafte Technologieunternehmen
in Marketing- und Strategiefragen. Seine Schwerpunktthemen sind
Cloud Strategy & Economics, Data Center Innovation und Digital
Business Transformation. Zuvor leitete er 8 Jahre lang gemeinsam
mit Steve Janata bei der Experton Group die „Cloud Computing &
Innovation Practice“ und war Initiator des „Cloud Vendor
Benchmark“. Davor war Carlo Velten verantwortlicher Senior
Analyst bei der TechConsult und dort für die Theman Open Source
und Web Computing verantwortlich. Dr. Carlo Velten ist
Jurymitglied bei den „Best-in-Cloud-Awards“ und engagiert sich
im Branchenverband BITKOM. Als Business Angel unterstützt er
junge Startups und ist politisch als Vorstand des Managerkreises
der Friedrich Ebert Stiftung aktiv.

Dr. Carlo Velten, Senior Analyst & Managing Director
carlo.velten@crisp-research.com
https://www.xing.com/profiles/Carlo_Velten

Autor




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Crisp Research ist ein europäisches IT-Research- und
Beratungsunternehmen. Mit einem Team erfahrener Analysten,
Berater und Software-Entwickler bewertet Crisp Research aktuelle
und kommende Technologie- und Markttrends. Crisp Research
unterstützt IT-Anbieter in Strategie-, Contentmarketing- und
Vertriebsfragen.

Cloud Computing und Digital Business Transformation sind die
Themenschwerpunkte von Crisp Research. Wir verfügen in
unseren Crisp Labs über ein internes Software-Developer Team
und testen aktuelle Cloud Services und Produkte unter Live-
Bedingungen.


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