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Oft kreisen in mir Gedanken die sich mit mir und meiner Umwelt beschäftigen, doch was 

unterscheidet die Gedanken über mich von denen über meine Umwelt? Einen Anfang zu machen ist 
ebenso schwer, wie leicht, denn was mich erwartet ist ein Blick in mich selbst. Doch wie werde ich 
selber mit meinem Innersten umgehen? Eine gewisse Fassung wird es brauchen, um nicht an der 
drückenden Last der Eindrücke zu Grunde zu gehen. Doch wovon spreche ich eigentlich, nun es ist 
weiter nichts, als die Suche nach Erkenntnis der Existenz und den damit verbundenen Freuden und 
Ängsten. Denn nicht nur die Zukunft kann einem Sorgen bereiten, auch die Vergangenheit geizt nicht 
mit ihren schlechten Omen. Auch wenn es nicht wirklich sinnvoll ist sich auf die Vergangenheit 
einzulassen, so ist es doch ein Schritt, der zur Erkenntnis meiner Selbst führt. Denn was wären wir in 
der Gegenwart ohne die Eindrücke der Vergangenheit und der Wünsche und Vorstellungen für die 
Zukunft? Wohl nichts weiter, als eine leer Hülle Existenz. Unfähig sich seiner Ursprünge bewusst zu 
werden und genauso unfähig sich seiner zukünftigen Aufgaben gerecht zu entwickeln. Denn das 
Koma das im Geist entsteht, wenn man die Vergangenheit verleugnet ist gleichzeitig das Mittel, dass 
dazu führt, dass in Gegenwart und Zukunft ähnliche Fehler aufs Neue begangen werden. Es heißt 
nicht umsonst „lerne aus der Vergangenheit“, dieser Ausspruch kommt nicht von ‚ungefähr‘, denn 
genauso ließen sich viele unschöne Erscheinungen vermeiden. 

Worauf ich eigentlich hinaus will ist die Orientierung, meiner Selbst in dieser Welt, bei all den 
Eindrücken und Erinnerungen die ich mit mir herumtrage, wohl keine leichte Überlegung. Meine 
persönliche Entwicklung wurde durch viele wesentliche Ereignisse geprägt, eines Schöner oder 
Schlimmer als das andere, aber das ist bei jedem so, denn wo kein Licht da auch kein Schatten. Es ist 
also nötig den Sinn hinter den Dingen zu verstehen, um mit ihnen umgehen zu können. Der Umgang 
wird bei mir dadurch erschwert, dass die vorgefallenen Dinge nicht auf einen Ursprungsfehler zurück 
zuführen sind, vielmehr eine Verkettung ungünstiger Umstände und Zusammenhänge. Es ist auch 
nicht wichtig einzelne Events zu nennen oder bestimmten Umständen besonders lange 
nachzutrauern. Was mich heute an mir interessiert ist die Frage, wie mache ich weiter im Leben. 
Verlasse ich mich auf die Stimmen in meinem Kopf oder höre ich gar auf andere Menschen die sich 
hier und da in mein Leben begeben? Viele von ihnen hinterlassen nichts, Andere dagegen prägen 
mich bleibend, worauf das Zurückzuführen ist vermag ich nicht zu sagen, aber vielleicht findet man in 
jedem Begleiter etwas, dass ich wie den Spiegel der eigenen Seele betrachten würde. Man weiß nicht 
was es aus macht, aber irgendwie fühlt man sich gut dabei. Doch wenn man ganzes Streben nur die 
Suche nach einem Glücksgefühl ist, was ist dann der tiefer Sinn dahinter? Glück, als Sinn des Lebens?! 
Klingt auf Anhieb erst einmal sehr abwegig aber wir sollten uns doch die ein oder andere Minute 
nehmen und eben diese Annahme etwas genauer zu beleuchten. Welche Vorteile birgt das Glück, da 
wäre wohl einzig das Glück übrig, denn auch wenn man nie das Wort mit dem Wort definieren soll, 
so wäre es kein leichtes eben dieses bei jenem Begriff zu versuchen, denn für jeden bedeutet der 
Begriff etwas anders und aus diesem Grund wäre eine von mir gemachte Definition auf jeden Fall 
unvollständig. Aus diesem Grund begnüge ich mich mit der Annahme, dass ein erreichen des Glücks 
mit dem Moment erreicht ist, wo jeder fühlt das es da ist. (Sicherlich trivial, aber meist der einzige 
Weg, denn nicht alle einfachen Dinge sind auch falsch.  ) Weiterhin ist aber das Erreichen des Glücks 
an Rahmenbedingungen geknüpft, zum ersten muss es etwas sein, das nicht alltäglich vorhanden ist, 
denn auf etwas das man immer haben kann, sind die wenigsten Menschen glücklich. Ab einer 
gewissen Gewöhnung schleift sich eine Abstumpfung ein, die die Freude an der Sache mindert. Grade 
in einem Industriestaat, wie Deutschland (stellvertretend für die gesamte „westliche“ Welt), wo nur 
nach Macht und Geld gestrebt wird, zeigt sich diese Annahme recht deutlich. Es ist nicht mehr 
wesentlich, dass man mit sich glücklich uns zufrieden ist, sondern man muss immer irgendwelchen 
äußeren Maßstäben gerecht werden. Sei es nun ein bestimmter sozial‐kultureller Status oder eine 
Errungenschaft, wie ein Anwesen oder andere vergleichbare (Luxus) Güter. Wie kann man unter 
diesen Gesichtspunkten überhaupt längerfristig glücklich sein, doch nur dann wenn die innere 
Knechtschaft zur Leistungsbereitschaft ein stetiges Erreichen neuer Ziele und damit eines neuen 
Glücksgefühls begünstigt.  

Zum zweiten bedarf es einer Orientierung an den eigenen Vorstellungen, denn auch wenn man ein 
lange angepeiltes Ziel erreicht, heißt es noch lange nicht das man dann auch Glück empfindet. 
Mitunter ist es ein knechtendes Ziel, dass zugleich das Erreichen eines großen Ziel kenntlich macht 
und zum anderen für all das steht, was man bis zum Erreichen, eben diesen Ziels eingebüßt hat. Oft 
läuft eine große Errungenschaft parallel zur Reduktion der eigenen Menschlichkeit. Denn nicht 
umsonst spricht man beim Kapitalismus von einer Gesellschaftsform die das Glück mit 
Entmenschlichung erkauft, wenn nicht gar erzwingt.  

Wie wirkt das alles auf mich? Sicherlich ich kann mich den kapitalistischen Zwängen nicht erwehren, 
aber meine Ziele liegen über dem der allgemeinen Unter‐, Mittel‐ und Oberschicht. Für mich besteht 
das Glück in einer geistigen Vervollkommnung, welche sich durch stetiges Streben nach Bildung und 
Weisheit zeigt. Nicht von der Hand zuweisen ist auch hier, dass es kein Glück im Stillstand gibt, denn 
auch ich weiß nicht ab wann ich eben mein Ziel erreicht habe, aber auch darin liegt der größte 
Pluspunkt, denn wenn ich nie ankomme verkommt der Drang nach immer Neuem Größerem und 
Höherem zu streben, für mich betrachtet strebe ich schon nach dem größt möglichem Ziel, dass für 
mich denkbar ist.  

Die eingangs erwähnte Überlegung, nach der Wirkung der Vergangenheit auf die Gegenwart und 
Zukunft ist natürlich immer noch eine Frage, zu der ich jetzt kommen möchte. Die Vergangenheit ist 
bei niemandem eine einfache leichte oder gut zu überschauende Bewusstseinsform, jeder trägt mehr 
oder weniger schwer an der Erinnerung an das Geschehene. Mich persönlich hat meine 
Vergangenheit an den Rand der Normalität getrieben, an einen Punkt an dem es eigentlich nur eine 
Option gibt, Verarbeiten statt Vergessen. Doch wie verarbeitet man ein Kindheitstrauma? Es ist wohl 
nicht einfach damit getan, sich hinzusetzen und sich zu überlegen, wo man stehen würde, wenn alles 
anders wäre und sich danach zu verhalten. Ich glaube man wird nie an einen Punkt kommen an dem 
man alles vollständig hinter sich lässt, aber was ist mit den Defiziten die man durch diese Zeit 
gesammelt hat, wie werde ich diese wieder los? Durch die Stärkung meines Verstandes, wohl eher 
weniger, denn dieser kann nur in gewohnten Bahnen eine übermäßige Kraft entwickeln, denn nur 
dort, wo die Gewöhnung für ein gewisses Grundmuster sorgt, kann die Stärke des Eingreifens 
relativiert und angepasst werden. Eben dies macht mein Verstand jeden Tag, wenn er dafür sorgt, 
dass ich nicht in den Zustand akuter Depression verfalle, denn Gründe gebe es bei genauer 
Betrachtung genügend. Man aufmerksam Lesender wird sich sicherlich fragen, wenn er all das schon 
weiß, warum lässt er sich dann nicht behandeln? Die Frage lässt sich ziemlich schnell beantworten, 
ein Psychotherapeut macht auch nichts anderes, als mir zu helfen, damit ich mir selbst helfen kann. 
Aus dem Grund kann ich mir auch gleich selbst helfen.  

Wie hilft mir mein Verstand? Um diese Frage zu beantworten muss man erst einmal wissen, dass 
eine in frühe Kindheit stattfinde emotionale Kränkung eine sukzessive Vereinsamung nach sich zieht, 
die zu autistischen Verhaltenszügen führt. Dieser gewollte Rückzug in die Einsamkeit geht einher mit 
einer Festigung der geistigen Fähigkeiten, denn ohne etwas an dem man sich festhalten kann würde 
man zerbrechen. Eben diese Art der Bewältigung habe ich auch in der nachfolgenden Zeit nicht mehr 
verloren, so dass ich immer noch gern allein den Tag zubringe aber wissende das auch die 
Zweisamkeit seine Vorzüge besitzt. Nicht umsonst verbinde ich mit dem Gedanken Partnerschaft, 
nicht zuletzt auch die Möglichkeit, der Erreichung meines Ziels. So bleibt mir nicht mehr viel zu sagen, 
als diese vorerst letzten Worte: 

Gehabt euch wohl  wir treffen uns in einer besseren Welt wieder. 

OG3r