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RE - Elektrische Resonanz, Blockpraktikum - Herbst 2005

13. Oktober 2005

RE - Elektrische Resonanz Blockpraktikum - Herbst 2005

Tübingen, den 13. Oktober 2005

1 Vorwort

Analog zur mechanischen Resonanz kann man bei elektrischen Schwingkreisen ganz ähnliche Effekte beobachten. Hierzu untersuchten wir in diesem Versuch exemplarisch einige einfache Schwingkreise.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Komplexe Wechselstromlehre

An einen Stromkreis liege eine sinusförmige Wechselspannung U (t) = U 0 · cos ωt an. Die Stromstärke I ändert sich dann ebenfalls periodisch, es gilt

I(t) = I 0 · cos ωt

Mit der eulerschen Identität exp iϕ = cos ϕ + i · sin ϕ lassen sich Spannung und Stromstärke auch komplex darstellen:

U(t) = U 0 · e iωt

I(t) = I 0 · e (iωt+ϕ)

wobei die tatsächlich messbaren Werte nur dem Realteil entsprechen.

2.2 Widerstände im Wechselstromkreis

2.2.1 Spule

Legt man an eine Spule der Induktivität L eine Wechselspannung U mit Kreisfrequenz ω an, so gilt nach der Kirchhoffschen Maschenregel

U (t) + U L (t) = 0

Die Spule induziert eine Gegenspannung U L = L dI . Also ist

dt

, wobei U (t) = U 0 sin ωt

Durch Integrieren erhält man:

U 0

sin ωt ·

L = dI(t) dt

1

U 0

I(t) = ωL · cos ωt

und somit für den komplexen Widerstand Z L

Z L = i · ωL

2.2.2 Kondensator

Analog zur Spule gilt bei einem Kondensator der Kapazität C, an den eine Wechselspannung angelegt wird:

U (t) + U C (t) = 0

Für die am Kondensator abfallende Spannung gilt:

U C (t) = Q(t)

C

In obige Gleichung eingesetzt und nach Q(t) aufgelöst ergibt sich:

Da I(t) = dQ(t)

dt

Q(t) = U 0 sin ωt · C

I(t) = U 0 cos ωt ·

also ist der komplexe Widerstand eines Kondensators Z C

Z C =

i

ωC

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2.3 Resonanz

Stimmen Erregerfrequenz ω und Eigenfrequenz ω 0 des Schwingkreises überein, so wird die Amplitude der Stromstärke I maximal, da der Widerstand minimal wird. Hierbei wird die Phasenverschiebung ϕ = 0, was wir später zur rechnerischen Bestimmung der Resonanzfrequenz nutzen werden.

3 Schwingkreise

3.1 Serienschwingkreis

R L C Serienschwingkreis
R
L
C
Serienschwingkreis

Beim Serienschwingkreis werden ein Kondensator der Kapazität C, ein Ohmscher Widerstand R und eine Spule der Induktivität L in Reihe geschaltet. Für den Gesamtwiderstand Z gilt dann

also

Z = R + iωL

i

ωC

|Z| = R 2 + (ωL

1

ωC ) 2

Mit Hilfe der Gaußschen Zahlenebene lässt sich leicht ablesen, dass für die Phasenverschiebung ϕ gilt

tan ϕ =

1

Z =

Z

ωL

ωC

R

Wie oben erwähnt, ist die Bedingungen für die Resonanzfrequenz ω 0

und damit

3.2 Parallelkreis 1.Ordnung

ϕ(ω) = 0

1 1 ωL − ⇒ ω 0 = ωC = 0 LC R C L
1
1
ωL −
ω 0 =
ωC = 0
LC
R
C
L
Parallelkreis 1. Ordnung
⇒ ω 0 = ωC = 0 LC R C L Parallelkreis 1. Ordnung Beim Parallelkreis

Beim Parallelkreis 1.Ordnung werden Spule, Kondensator und Widerstand zueinander parallel geschaltet. Es ist

und damit

bzw.

Z =

Für die Phasenverscheibung ϕ ergibt sich damit

1

1

i

Y =

ωL + iωC

Z

R

=

|Y | =

2 + ωC

1

R

ωL 2

1

1 ωC

ωL ) 2 ) i

1

ωL

R(

1

R

2 + (ωC

1

1

R

2 + (ωC

1

ωL ) 2

1 tan ϕ = −R(ωC − ωL ) Tobias Müller,Alexander Seizinger 2
1
tan ϕ = −R(ωC −
ωL )
Tobias Müller,Alexander Seizinger
2

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und als Resonanzfrequenz wieder

3.3 Parallelkreis 2.Ordnung

1 ω 0 = LC L R C
1
ω 0 =
LC
L
R
C

Parallelkreis 2. Ordnung

Bei einem Parallelkreis 2.Ordnung wird ein mit einer Spule in Reihe geschalteter Widerstand mit einem Kondensator parallel geschaltet. Es gilt dann

und somit

wobei k = R 2 + ω 2 L 2 . Weiterhin ist dann

Z =

Y = iωC +

1

R + iωL

R + i(ωCk ωL) = kR + i(ωLk ωCk 2 )

k

R 2 + (ωCk ωL) 2

tan ϕ = ωLk ωCk 2

kR

=

ω

R (L CR 2 + 2 L 2 )

Bei der Bestimmung der Resonanzfrequenz findet man

und daher

2

ω 0 =

LC R 2

1

L

2

ω 0 =

LC R 2

1

L

2

Mathematisch würden sich zwar noch eine Lösung mit negativem Vorzeichen und ω 0 = 0 ergeben, beide Fälle sind jedoch physikalsich nicht sinnvoll bzw. für ω 0 = 0 würden wir den Gleichstromfall betrachten.

4 Auswertung

4.1 Analog-Oszilloskop

Mit dem Analogoszilloskop wurde ein Reihenschwingkreis vermessen. Hierbei wurden Bauteile mit den Werten R = 21.93kΩ (Eigentlich

L = 305.4mH und C = 4980pF verwendet. Es die Lissajous

Figur wurde in ein Quadrat eingepasst und dann Widerstand, große und kleine Halbachse so wie die Einstellungen des Oszilloskop notiert. Daraus lassen sich dann Impedanz und Phasenverschiebung (wobei das Vorzeichen der kleinen Halbachse aus der Theorie kommen muss) berechnen. Wir gehen davon aus, das wir die Werte für a und b mit einer Genauigkeit von 1mm ablesen konnten. Dann gilt für die Fehler:

wäre hier mit 1.5kΩ zu messen gewesen, nur da hat jemand geschlafen

),

σ ϕ =

R

4σ

2

ab

a 2 + b 2

Für den systematischen Fehler der Bauteil soll 1% des Nennwertes angenommen werden. Da |Z| = p x X 0 R gilt für den Fehler (da

X 0 = Y 0 = 30mm):

p y Y 0

Z = p x

p

y

0 (2∆ s + 0.01X 0 ) = p x R · 0.5mm

X

p

y

3

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Phasenverschiebung

Messwerte Theorie 80 60 40 20 0 -20 -40 -60 -80 0 1000 2000 3000
Messwerte Theorie
80
60
40
20
0
-20
-40
-60
-80
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
7000
8000
Phasenverschiebung [Grad]

Frequenz [Hz]

Impedanz

Messwerte Theorie 34000 32000 30000 28000 26000 24000 22000 20000 0 1000 2000 3000 4000
Messwerte Theorie
34000
32000
30000
28000
26000
24000
22000
20000
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
7000
8000
Impedanz [Ω]

Frequenz [Hz]

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4.2 Digital-Oszilloskop

Mit dem Digitaloszilloskop wurde ein Parallelscjwingkreis 1. Ordnung vermessen. Hierbei wurden Bauteile mit den Werten R = 21.93kΩ, L = 305.4mH und C = 4980pF verwendet. Das Digitaloszilloskop ermöglicht direkt die Messung der Amplituden und Phasenverschiebung, so das die Messung relativ einfach und genau (bis auf einen Ausrutscher) von statten ging.

Phasenverschiebung

Messwerte Theorie 80 60 40 20 0 -20 -40 -60 -80 0 1000 2000 3000
Messwerte Theorie
80
60
40
20
0
-20
-40
-60
-80
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
7000
8000
Phasenverschiebung [Grad]

Frequenz [Hz]

Impedanz

25000 Messwerte Theorie 20000 15000 10000 5000 0 0 1000 2000 3000 4000 5000 6000
25000
Messwerte Theorie
20000
15000
10000
5000
0
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
7000
8000
Impedanz [Ω]

Frequenz [Hz]

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4.3 Cassy-Lab

Mit Cassy-Lab wurden alle 3 Schaltungen mit je 2 Widerständen automatisch durchgemessen. Die Spule hatte den Wert L = 300.9mH und der Kondensator den Wert C = 21.23nF.

4.3.1 Reihenschaltung

Phasenverschiebung

80 Messwerte R=1.5kΩ Messwerte Theorie Theorie R=3.3kΩ R=3.3kΩ R=1.5kΩ 60 40 20 0 -20 -40
80
Messwerte R=1.5kΩ
Messwerte Theorie Theorie R=3.3kΩ R=3.3kΩ R=1.5kΩ
60
40
20
0
-20
-40
-60
-80
0
1000
2000
3000
4000
5000
Phasenverscheibung [Grad]

Frequenz [Hz]

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Impedanz

60000 Messwerte R=1.5kΩ Messwerte Theorie Theorie R=3.3kΩ R=3.3kΩ R=1.5kΩ 50000 40000 30000 20000 10000 0
60000
Messwerte R=1.5kΩ
Messwerte Theorie Theorie R=3.3kΩ R=3.3kΩ R=1.5kΩ
50000
40000
30000
20000
10000
0
0
1000
2000
3000
4000
5000
Impedanz [Ω]

Frequenz [Hz]

Impedanz Ortskurve

60000 Messwerte Messwerte R=3.3kΩ R=1.5kΩ 40000 20000 0 20000 40000 60000 0 10000 20000 30000
60000
Messwerte Messwerte R=3.3kΩ R=1.5kΩ
40000
20000
0
20000
40000
60000
0
10000
20000
30000
40000
50000
6000
Impedanz [Ω]

Impedanz []

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Admittanz

0.0007 Messwerte Messwerte Theorie R=1.5kΩ R=3.3kΩ R=1.5kΩ Theorie R=3.3kΩ 0.0006 0.0005 0.0004 0.0003
0.0007
Messwerte Messwerte Theorie R=1.5kΩ R=3.3kΩ R=1.5kΩ
Theorie R=3.3kΩ
0.0006
0.0005
0.0004
0.0003
0.0002
0.0001
0
0
1000
2000
3000
4000
5000
Admittanz [1/Ω]

Frequenz [Hz]

Admittanz Ortskurve

0.0006 Messwerte Messwerte R=3.3kΩ R=1.5kΩ 0.0004 0.0002 0 0.0002 0.0004 0.0006 0 0.0002 0.0004 0.0006
0.0006
Messwerte Messwerte R=3.3kΩ R=1.5kΩ
0.0004
0.0002
0
0.0002
0.0004
0.0006
0
0.0002
0.0004
0.0006
0.0008
0.001
0.0012
0.00
Admittanz [1/Ω]

Admittanz [1/]

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4.3.2 Parallelschaltung 1. Ordnung

Phasenverschiebung

80 Messwerte R=22kΩ Messwerte Theorie Theorie R=47kΩ R=22kΩ R=47kΩ 60 40 20 0 -20 -40
80
Messwerte R=22kΩ
Messwerte Theorie Theorie R=47kΩ R=22kΩ R=47kΩ
60
40
20
0
-20
-40
-60
-80
0
1000
2000
3000
4000
5000
Phasenverscheibung [Grad]

Frequenz [Hz]

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Impedanz

50000 Messwerte Theorie R=22kΩ R=22kΩ Messwerte Theorie R=47kΩ R=47kΩ 40000 30000 20000 10000 0 0
50000
Messwerte Theorie R=22kΩ R=22kΩ
Messwerte Theorie R=47kΩ R=47kΩ
40000
30000
20000
10000
0
0
1000
2000
3000
4000
5000
Impedanz [Ω]

Frequenz [Hz]

Impedanz Ortskurve

20000 Messwerte Messwerte R=47kΩ R=22kΩ 15000 10000 5000 0 5000 10000 15000 20000 0 5000
20000
Messwerte Messwerte R=47kΩ R=22kΩ
15000
10000
5000
0
5000
10000
15000
20000
0 5000
10000
15000
20000
25000
30000
35000
4000
Impedanz [Ω]

Impedanz []

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Admittanz

0.0014 Messwerte Theorie R=22kΩ R=22kΩ Messwerte Theorie R=47kΩ R=47kΩ 0.0012 0.001 0.0008 0.0006 0.0004
0.0014
Messwerte Theorie R=22kΩ R=22kΩ
Messwerte Theorie R=47kΩ R=47kΩ
0.0012
0.001
0.0008
0.0006
0.0004
0.0002
0
0
1000
2000
3000
4000
5000
Admittanz [1/Ω]

Frequenz [Hz]

Admittanz Ortskurve

0.001 Messwerte Messwerte R=22kΩ R=47kΩ 0.0005 0 0.0005 0.001 0 0.0002 0.0004 0.0006 0.0008 0.00
0.001
Messwerte Messwerte R=22kΩ R=47kΩ
0.0005
0
0.0005
0.001
0
0.0002
0.0004
0.0006
0.0008
0.00
Admittanz [1/Ω]

Admittanz [1/]

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13. Oktober 2005

4.3.3 Parallelschaltung 2. Ordnung

Phasenverschiebung

80 Messwerte Theorie R=1.5k R=1.5kΩ Ω Messwerte Theorie R=330 R=330Ω Ω 60 40 20 0
80
Messwerte Theorie R=1.5k R=1.5kΩ Ω
Messwerte Theorie R=330 R=330Ω Ω
60
40
20
0
-20
-40
-60
-80
-100
0
1000
2000
3000
4000
5000
Phasenverscheibung [Grad]

Frequenz [Hz]

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Impedanz []

50000

40000

30000

20000

10000

0

Impedanz

Messwerte Theorie R=1.5kΩ R=1.5kΩ Messwerte Theorie R=330Ω R=330Ω 0 1000 2000 3000 4000 5000
Messwerte Theorie R=1.5kΩ R=1.5kΩ
Messwerte Theorie R=330Ω R=330Ω
0
1000
2000
3000
4000
5000

Frequenz [Hz]

Impedanz Ortskurve

20000 Messwerte Messwerte R=330Ω R=1k5Ω 15000 10000 5000 0 5000 10000 15000 20000 0 5000
20000
Messwerte Messwerte R=330Ω R=1k5Ω
15000
10000
5000
0
5000
10000
15000
20000
0 5000
10000
15000
20000
25000
30000
35000
4000
Impedanz [Ω]

Impedanz []

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13. Oktober 2005

Admittanz

0.0014 Messwerte Theorie R=1.5kΩ R=1.5kΩ Messwerte Theorie R=330Ω R=330Ω 0.0012 0.001 0.0008 0.0006 0.0004
0.0014
Messwerte Theorie R=1.5kΩ R=1.5kΩ
Messwerte Theorie R=330Ω R=330Ω
0.0012
0.001
0.0008
0.0006
0.0004
0.0002
0
0
1000
2000
3000
4000
5000
Admittanz [1/Ω]

Frequenz [Hz]

Admittanz Ortskurve

0.001 Messwerte Messwerte R=330Ω R=1k5Ω 0.0005 0 0.0005 0.001 0 0.0005 0.001 0.0015 0.00 Admittanz
0.001
Messwerte Messwerte R=330Ω R=1k5Ω
0.0005
0
0.0005
0.001
0
0.0005
0.001
0.0015
0.00
Admittanz [1/Ω]

Admittanz [1/]