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Baden ist.

Infrastruktur
Ein Stadtführer zur Badener Infrastruktur

Herausgeber & Copyright: Yvo Bühler, Severin Etzensperger und Gabriel Müller

Maturarbeit zum Download verfügbar unter: www.badenistinfrastruktur.ch.vu

E-Mail: maturarbeit@baden.ch

1. Auflage 2008

Bildquellen:
Seite 8: www.flickr.com
Seite 9: www.thermalbaden.ch
Seite 10: Buch „Baden, Vielfalt in der Kleinstadt“, Franz & Hugo W. Doppler
Seite 11: www.bluecityhotel.ch
Seite 12: www.aargautourismus.ch
Seite 17: www.hkp-bauing.ch
Seite 27: www.baden.ch
Übrige Fotos vom Herausgeber
Vorwort Verkehr
Auch Baden hat seine Verkehrsprobleme. Jeden Morgen und Abend stauen sich auf
Mit diesem Führer möchten wir Ihnen die Möglichkeit bieten, die Badener Infra-
den wichtigsten Einfallachsen die Autos während längerer Zeit, besonders vor der
struktur besser kennen zu lernen. Er führt Sie auf einen Rundgang mit 20 Stationen
Hauptkreuzung, dem Schulhausplatz. Als grösster Knotenpunkt des Kantons beein-
durch die Innenstadt von Baden. Insgesamt acht Infrastrukturbereiche werden Ih-
flusst er die Verkehrssituation der gesamten Region.
nen dabei näher erläutert.

Entstanden ist dieser Stadtführer im Rahmen einer Maturarbeit über die Badener Schulhausplatz
Infrastruktur. Anhand von selbst durchgeführten Interviews mit Vertretern aus Egal, aus welcher Richtung
Quartiervereinen, sowie aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport gewannen wir man das Stadtzentrum errei-
Erkenntnisse über den Zustand der städtischen Infrastruktur. chen will, es führt kein Weg
am Schulhausplatz vorbei.
Ziel unserer Arbeit war, herauszufinden, in welchen Bereichen die Infrastruktur der Die Mellingerstrasse führt
Stadt Baden den Vorstellungen der Bevölkerung entspricht und wo noch Hand- den gesamten Verkehr von
lungsbedarf besteht. Als die zwei grössten Probleme stellten sich die schlechte Ver- Westen her in das Stadtzent-
kehrssituation und die Vernachlässigung des Bäderquartiers heraus. Im Allgemei- rum, Richtung Norden liegt
nen wird die Infrastruktur aber als sehr zufriedenstellend beurteilt. das grosse Industrieareal.
Auch aus südlicher Richtung,
Für mehr Informationen ist das gesamte Dossier der Arbeit mit den detaillierten von der Autobahn her, ist der
Auswertungen und allen Interviews im Internet (siehe Adresse links) einsehbar. Schulhausplatz unumgäng-
lich. Auf der östlichen Ein-
fallachse drängen ebenfalls Autokolonnen von Wettingen und Ennetbaden über
diese Hauptkreuzung ins Stadtzentrum. Vor allem für die Radfahrer und Fussgänger
ist der Schulhausplatz absolut unattraktiv. Die Verkehrsverhältnisse sind sehr eng
und daher ziemlich gefährlich. Als Fussgänger ist man gezwungen, die wenig einla-
denden Unterführungen zu benutzen.
Es ist deshalb schon seit längerem klar, dass der Schulhausplatz dringend und kom-
plett saniert werden muss. Die Stadt Baden führte seit 2003 mehrere Verkehrsfo-
ren durch, bei denen die Bevölkerung ihre Anliegen und Ideen zu den Themen Ver-
kehr und Mobilität einbringen und diskutieren konnte. Es wurde bald klar, dass eine
einfache Belagssanierung nicht in Frage kommt, sondern die Chance genutzt wer-
den soll, eine effiziente und nachhaltige Lösung für den Schulhausplatz zu finden.
Im Laufe der Zeit kristallisierten sich zwei Sanierungsmodelle heraus: Der Bau eines
Grosskreisels oder der Ausbau der heute bestehenden Kreuzung. Bei beiden Varian-
ten ist eine unterirdische, jedoch sehr offen und hell gestaltete Ebene für Fussgän- Parkplätze
ger, Radfahrer und Geschäfte vorgesehen.
Ungelöst sind hingegen noch die Verkehrsbefreiung der Weiten Gasse und die da- Baden verfügt in verschiedenen Parkhäusern und auf mehreren öffentlichen Plät-
von abhängige Linienführung der Busse. zen über ein recht grosses Parkplatzangebot. Aber nur die absolut zentralen weisen
Gesamthaft schätzen die Stadt Baden und der Kanton die Baukosten für das wich- eine gute Auslastung auf.
tigste Projekt zur Verbesserung der Verkehrssituation, das Projekt Schulhausplatz,
auf rund 35 Millionen Franken. Nach der für 2010 erwarteten Volksabstimmung soll Parkleitsystem
der Baustart im Jahre 2012 erfolgen. Um den Suchverkehr in der
Innenstadt zu reduzieren,
Die Verkehrssituation in Baden ist hochkomplex und von grosser Tragweite für die
erstellte die Stadt ein Park-
ganze Region. Es ist auch der Stadt klar, dass die Sanierung des Knotens Schulhaus-
leitsystem und erhöhte die
platz nicht die Lösung sämtlicher Verkehrsprobleme darstellt. Es ist aber sicher die
Parkgebühren auf zentralen
Grundvoraussetzung für weitere erfolgreiche Sanierungs- und Verkehrsverbesse-
Parkplätzen massiv. Damit
rungsmassnahmen im Bereich Mellingerstrasse und Brückenkopf Ost.
sollte eine Regulierung der
Man darf also gespannt sein, wie sich die Verkehrssituation in Baden in den folgen- Parkplatzbenützung er-
den Jahren und Jahrzehnten verändern wird. Sollten die geplanten Projekte tat- reicht werden.
sächlich so umgesetzt und weitere, nachhaltige Konzepte erarbeitet werden, ist Mit diesen beiden Mass-
eine grundlegende Verbesserung der städtischen Verkehrssituation zu erwarten. nahmen hat die Stadt Ba-
Nicht zuletzt kann auch ein Umdenken der Bevölkerung einen beträchtlichen Bei- den erste Schritte in Rich-
trag dazu leisten, sei es nur, indem man einmal anstatt ins Auto auf das Fahrrad tung eines wirkungsvollen
steigt. Verkehrsmanagements
gemacht. Die Stadt wird
aber nicht darum herum
kommen, das Parkleitsys-
tem zu erweitern und die
Anzahl der in den Parkhäu-
sern noch verfügbaren Plätze anzuzeigen. Zudem müssen diese Informationen dem
Automobilisten bereits am Stadteingang zur Verfügung stehen, damit unnötige
Fahrten für die Suche eines Parkplatzes vermieden werden können.
Parkhaus Theaterplatz Bäderquartier
Das Parkhaus Theater-
Die Thermalquellen im heutigen Badener Bäderquartier wurden schon von den
platz ist das zuletzt
Römern genutzt. Bis im Mittelalter entwickelte sich Baden zu einem weit herum
realisierte und gleich-
bekannten Kurort. Von diesem Glanz ist heute nicht mehr viel zu spüren. Die Anzahl
zeitig auch das zent-
der Kurgäste ging in den letzten Jahrzehnten stark zurück, weil in der Region neue
ralste Parking der
und modernere Bäder entstanden.
Stadt. Mit seinem Bau
war es möglich, alle
oberirdischen Park-
Bäderhotels
plätze verschwinden In den 1980er Jahren begann der Nie-
zu lassen und der Be- dergang des einst berühmten Badener
völkerung einen sehr Bäderquartiers. Die ehemals grossen und
schön gelegenen öf- bei den Badegästen hoch angesehenen
fentlichen Platz zu schaffen. Zugleich konnten die durch die Projekte „Neugestal- Hotels „Verenahof“, „Ochsen“ und „Bä-
tung Schlossbergplatz“ und „Neubau Gstühl“ wegfallenden Parkplätze kompensiert ren“ mussten aufgrund mangelnder Aus-
werden, sodass die Innenstadt weiterhin über genügend attraktive Parkmöglichkei- lastung ihren Betrieb einstellen. Unge-
ten verfügt. nügende Investitionen im Hotel- wie im
Badebereich führten dazu, dass diese
Einrichtungen nicht mehr den Ansprü-
chen der Gäste entsprachen. Bei einem
Gang durch das heutige Bäderquartier ist
der Niedergang an den leerstehenden
und heruntergekommenen Hotelgebäuden und den ehemals schönen, heute aber
wild überwachsenen Pärken gut sichtbar. Lediglich zwei Hotels sind noch immer in
Betrieb. Zum einen das Atrium Hotel Blume, das bereits 1421 das erste Mal in der
Stadtgeschichte erwähnt wird, zum anderen der Limmathof, der im Jahre 1834
erbaut und in den letzten Jahren einer vollständigen Renovation unterzogen wurde.
Seit über 20 Jahren versuchen die Entwicklungsabteilungen von Baden und Ennet-
baden in enger Zusammenarbeit mit den Eigentümern der wichtigsten Hotels das
Bäderquartier wieder zu neuem Leben zu erwecken. Seit Herbst 2006 ist eine Inves-
torengruppe daran, ein Gesamtprojekt zur Überbauung des Bäderquartiers auszu-
arbeiten. Die unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Hotelbauten sollen reak-
tiviert, das heisst, mit modernster Bade- und Hotelinfrastruktur versehen werden.
Thermalbad Hotellerie
Absolute Priorität bei der Wieder-
Die glorreichen Zeiten, als Touristen von weit her gereist kamen, um im Badener
belebung des Bäderquartiers hat
Thermalwasser zu kuren, sind seit längerem vorbei. Darunter leidet auch die Hotel-
der Bau eines neuen öffentlichen
lerie. Doch trotz diesem Umstand gibt es in Baden zu wenige Hotelbetten. Heute
Thermalbades. Damit sollen als
liegt der Schwerpunkt der Hotellerie in Baden nämlich nicht mehr auf den Badegäs-
erstes die täglich 1 Million Liter
ten, sondern auf den Geschäftsleuten, für die es einfach zu wenige Hotels hat.
des schweizweit mineralreichsten
Da die Bäderhotels bereits im Teil des Bäderquartiers behandelt wurden, werden
und 47 Grad warmen Thermal-
sie hier nicht noch einmal erwähnt.
wassers genutzt werden. Heute
fliesst aus den 20 Quellen der
grösste Teil ungenutzt in die Lim- Blue City Hotel
mat. Für die Erstellung der Neu- Mit den international erfolgreichen
bauten wird mit Kosten von rund Firmen ABB und Alstom, die ihren
50 Millionen Franken gerechnet. Firmensitz in Baden haben, kom-
500‘000 Besucher pro Jahr, also men sehr viele Geschäftsleute
rund dreimal so viele heute, sollen nach Baden. Dies kann man sehen,
in Zukunft dieses einmalige Quar- wenn man sich über Mittag vor
tier neu beleben und ein ausgewogenes Wellness-Angebot geniessen. den Trafokomplex stellt und die
Bis Ende 2008 sollen die entsprechenden Projektstudien für das gesamte Bäder- vielen Geschäftsleute sieht, die an
quartier vorliegen. Mit einem Baubeginn ist nicht vor 2010, mit der Eröffnung des einem vorbei gehen. Diese Perso-
neuen Thermalbades nicht vor 2012 zu rechnen. nen sind nicht an einem Luxushotel
in den Bädern interessiert, sondern
Die in Aussicht stehenden Projekte im Bäderquartier lassen die Hoffnung aufkom- an einem Geschäftshotel, das nahe
men, dass der ehemals gute Ruf der Stadt Baden als Bäderstadt wieder hergestellt an ihrem Arbeitsort liegt und ein-
und die Idee der „Blauen Stadt“ verwirklicht werden kann. fach zu erreichen ist. Das im No-
1 Thermalbad vember des Jahres 2007 eröffnete
2 Verenahof Businesshotel „Blue City“ ist per-
4 2 1
3 Ochsen fekt auf diese Kundschaft ausge-
3 4 Bären richtet. Zusammen mit der Alstom wurde die Einrichtung auf die Bedürfnisse der
6 Geschäftsleute ausgerichtet. Auch die Lage, zwischen Bahnhof und Industriegebiet,
5 Limmathof
6 Atrium Hotel Blume ist absolut ideal. Es überrascht also nicht, dass dieses Hotel schon nach kurzer Zeit
5
mit einer Belegung von 90% brillieren kann. Das Blue City Hotel kann als Vorzeige-
projekt für weitere Hotels dienen, denn der Bettenmangel ist bei weitem noch
nicht behoben.
Boutiquehotel im Trafo 2 Plätze und Pärke
Das vor wenigen Jah-
Plätze und Pärke sind eines der Markenzeichen einer Stadt. Sie dienen als Treff-
ren eröffnete Kultur-
punkt, als Ort der Begegnung und sind somit für das soziale Leben wichtig. Daher ist
und Kongresszentrum
es im Interesse jeder Stadt, diese so gut wie möglich zu gestalten, damit sie ihre
Trafo (siehe Bild) bie-
Funktion ohne Vorbehalte erfüllen können. Dies ist der Stadt Baden jedoch nicht
tet Platz für Tagungen
immer ganz gelungen. In Zukunft besteht hier sicherlich noch Handlungsbedarf,
mit weit über 300
damit sich die Badener Bevölkerung in ihrer Stadt noch wohler fühlt.
Personen. Doch in
ganz Baden, inklusive
Aussenquartiere, gibt Kurpark
es gerade mal 390 Beim Kurpark
Betten. gehen die Mei-
Baden liegt verkehrstechnisch optimal an der Hauptverkehrsachse Zürich–Bern und nungen der Be-
ist auch mit dem Zug sehr gut erreichbar. Genügend Parkplätze wären auch vor- fragten weit aus-
handen. Doch trotz dieser guten Ausgangslage sind Kongresse in Baden nicht sehr einander. Einige
attraktiv, da die Übernachtungsmöglichkeiten fehlen. Ganz in der Nähe ermöglicht begrüssen die
einem das Grand Casino Baden, welches Kundschaft von weit her anzieht, sein Geld Sanierung, andere
bei Glückspielen zu vermehren. Wie die Geschäftsleute wären auch die Casinobe- reden von ver-
sucher froh, wenn sie direkt in Baden eine Übernachtungsmöglichkeit hätten. Um schwendetem
diesem Mangel vorzubeugen, ist ein neues Projekt in Planung. Von der Alstom in Geld. Die grösste
die Wege geleitet, soll das Trafo 2, die ehemalige Halle 38, aufgestockt werden. Es bauliche Verände-
soll ein Boutiquehotel inklusive Restaurant entstehen. Dieses Projekt steht zwar rung, nämlich der
noch am Anfang und auch die Investoren sind noch nicht gefunden, doch es wäre Ersatz des alten,
ein weiterer guter Schritt, um die eher schlechte Hotelsituation in Baden zu entlas- undichten Wei-
ten. hers durch einen grösseren, stösst zwar durchwegs auf positive Resonanz. Auch die
neue Beleuchtung und die Verlegung des Gehweges werden von allen gutgeheis-
sen, da diese dazu beitragen sollen, die Sicherheit im Park zu erhöhen und das
Problem des Litterings in den Griff zu bekommen.
Doch grundsätzlich wirft man den Verantwortlichen vor, dass sie sich in der Ver-
gangenheit nicht wirklich überlegt haben, was man im Park ändern müsste, um ihn
für eine Nutzung während des ganzen Jahres attraktiver zu machen. Eine Antwort
darauf wird die aktuelle Umgestaltung wohl nur zum Teil liefern können.
Legende

1 Oberer Bahnhofplatz
2 Limmatsteg/Promenadenlift
12
3 3 Bäderquartier
4 Kurtheater
4
5 Kurpark
5 6 Casino
7 Blue City Hotel
6 8 Kultur- und Kongresszentrum Trafo
10 8
11 9 Boutiquehotel im Trafo 2
0 9
7 10 Trafoplatz
11 Bruggerstrasse
12 Nordportal
1
13 Parkleitsystem
13
14 Merkker
2 15 Löschwasserbecken
16 Schulhausplatz
14
17 Weite Gasse
20 18 Schlossbergplatz
15 19
19 Theaterplatz
18 19 Parkhaus Theaterplatz
20 Badstrasse

17

16
Trafoplatz Schlossbergplatz
Der Trafoplatz ist wohl Wenn man in diesen
mit Abstand der meist Tagen in Richtung
gescholtene Platz in Schlossbergplatz
Baden. Er wird teilwei- geht, hört man von
se sogar als völlig dort oft lauten Ma-
missraten bezeichnet. schinenlärm und
Einer der Hauptkritik- handwerkliches Ge-
punkte dabei ist, dass tue, denn der
der Kiesbelag des Plat- Schlossbergplatz wird
zes völlig falsch ge- völlig neu gestaltet.
wählt wurde, denn die Wo früher einmal der
riesige Kiesfläche wirkt Blinddarm und die
fast erdrückend, wenn bei Jugendlichen
man den Platz durchquert. Doch die Wahl eben dieser Kiesfläche war sehr wohl beliebte Manorkurve waren, entstehen jetzt Cafés und Geschäfte. Inmitten des
begründet. Der Trafoplatz sollte nämlich als Platz gestaltet werden, an dem man ein Platzes ist ein Brunnen geplant. Daneben wird natürlich auch der ganze Belag er-
Open Air Kino aufbauen oder andere grosse Events durchführen konnte. Da solche neuert, denn das Ziel der Neugestaltung des Schlossbergplatzes ist das Stadtbild
Veranstaltungen sehr viel Material erfordern, wählte man einen Kiesbelag, da die- von Baden aufzubessern. Weiter ist der Schlossbergplatz der wohl wichtigste Platz
ser die Anlieferung mit schweren Lastwagen ohne Probleme zulässt. Dadurch rela- in ganz Baden, denn hier gehen die meisten Leute durch. So wurde dann auch der
tiviert sich auch der Vorwurf von fehlender Möblierung, denn diese würde bei ei- Baukredit von mehr als 8 Millionen Franken mit grosser Mehrheit gutgeheissen.
nem Open Air Kino nur im Weg stehen. Doch bei all dieser zwecksorientierten Pla- Dennoch gibt es auch hier Kritiker. Vor allem Anwohner fordern bereits seit länge-
nung hat man einen wichtigen Aspekt vergessen, nämlich die Nähe zum Wohnquar- rer Zeit, dass die Weite Gasse und damit verbunden der Schlossbergplatz völlig
tier Martinsberg. Das Problem, das übersehen wurde, liegt konkret darin, dass verkehrsfrei wird. Doch sieht die Stadt bis heute noch keine umsetzbaren Alternati-
sämtliche dieser Veranstaltungen mehr oder weniger hohe Lärmemissionen zur ven, um auch noch den Bus aus der Weiten Gasse zu verbannen. Andere Kritiker
Folge haben. Daher ist nur eine sehr beschränkte Anzahl solcher Events möglich, da befürchten, dass mit der Schliessung des Blinddarmes sich die Verkehrssituation bei
sonst die Anwohner durch den Lärm zu fest gestört würden. der Haselstrasse noch weiter verschlechtern wird. Doch gesamthaft kann man si-
Doch was soll nun in Zukunft mit dem Trafoplatz geschehen? Im Moment leider cherlich sagen, dass sich die Badener Bevölkerung auf einen neuen Schlossberg-
nichts, man hofft lediglich, dass durch die Fertigstellung des zweiten Teils des Tra- platz freut.
focenters mit den Wohnbauten sich die Situation verbessern wird, da dann auch
mehr Leute dort wohnen. Doch ausser diesen Hoffnungen hat die Stadt momentan
nichts Weiteres vorzuweisen. Daher wird es wahrscheinlich noch eine gewisse Zeit
dauern bis auch auf dem Trafoplatz leben einkehrt.
Theaterplatz Fussgänger
Neben dem Tra-
In vielen Verkehrskonzepten wird der Fussverkehr unterschätzt, obwohl das Zu-
foplatz hat auch
fussgehen 40% des gesamten Unterwegsseins ausmacht. In Baden ist man sich des-
der Theaterplatz
sen bewusst und daher wurde im Jahre 2007 ein Fusswegkonzept erarbeitet, das
einiges an Kritik
die aktuelle Situation der Fussgänger in Baden zeigen sollte. Herausgekommen sind
abbekommen. Im
dabei 197 Schwachstellen. Die Stadt ist nun bestrebt in den nächsten Jahren diese
Gegensatz zum
Mängel zu beseitigen. Doch es gibt neben den Mängeln natürlich auch einige posi-
Trafoplatz gab es
tive Aspekte.
aber auch einige
positive Aussagen.
Ein wichtiger Kri- Badstrasse
tikpunkt war wie Im Jahre 1973 führ-
beim Trafoplatz te Baden als erste
der Kiesbelag. Gemeinde der
Dieser sei nämlich Schweiz eine ver-
bei Trockenheit sehr staubig und bei Nässe sei er ebenfalls unangenehm. Auch die kehrsfreie Fussgän-
Leblosigkeit des Platzes wurde von diversen Seiten kritisiert. Diese soll nach Mei- gerzone in der
nung der Befragten durch zusätzliche Möblierung bekämpft werden. Es gibt jedoch Badstrasse ein. Dies
auch diverse positive Stimmen, die die vorhandene Möblierung als gut beschreiben. zeigt, dass die Stadt
Ein wichtiger positiver Punkt ist sicherlich der zentrale, freie Platz, der sich gut für Baden im Bereich
Veranstaltungen nutzen lässt. So wurde zum Beispiel die Liveübertragung der EM- der Fussgängersitu-
Spiele auf dem Theaterplatz von vielen Seiten gelobt, da dadurch der Platz optimal ation bereits da-
genutzt werden konnte. mals eine Vorreiter-
Es ist aber nach wie vor so, dass sich die Geister am Theaterplatz scheiden. Die ei- rolle übernahm. Die
nen finden ihn gelungen, während andere ihn kritisieren. Der Stadtammann Ste- Badstrasse wurde
phan Attiger beschwichtigt und glaubt, dass der Theaterplatz einfach seine Zeit damit endgültig zur Flaniermeile und ist nicht mehr die Verkehrsverbindung zwi-
brauche und sieht momentan keinen Handlungsbedarf. Man hofft, wie beim Trafo- schen Altstadt und Bäderquartier, die sie über Jahrhunderte war. Bereits ab dem
platz, auf eine zunehmende Akzeptanz des Platzes in der Zukunft. Diese Haltung Jahre 1830 entwickelte sich die damalige Badhalde zur Ladenstrasse von Baden. Die
stimmt die Kritiker aber keineswegs zufrieden, denn sie verlangen einen belebteren Buchhandlung Doppler gibt es beispielsweise schon seit über 120 Jahren. Heute ist
Platz mit Strassencafés und zusätzlichen Sitzmöglichkeiten. die Badstrasse zu fast jeder Zeit mit Menschen bevölkert. Die Badstrasse eignet sich
nicht nur, um in einem der vielen Geschäfte zu shoppen, sonder sie beherbergt
auch noch einige Cafés und Restaurants.
Begegnungszone Oberer Bahnhofplatz Weite Gasse
Der Bahnhofplatz Ost ist eine Bis im Jahre 1845
der vier Begegnungszonen in zwängte sich noch
Baden (Bahnhofplatz, Lä- der gesamte Durch-
gernstrasse, Martinsberg, gangsverkehr nach
Schmiedeplatz). Erst seit dem Mellingen durch
Jahre 2002 sind Begegnungszo- die enge Mittlere
nen offiziell zugelassen und seit Gasse. Mit dem
diesem Jahr gibt es auch die steigenden Ver-
Begegnungszone am Bahnhof- kehrsaufkommen,
platz. Hier teilen sich Autos, bedingt durch den
Velos, Fussgänger und die vie- Bau der Spa-
len Busse die Fahrbahn. Dies ist nicht ganz unumstritten, denn obwohl der Fuss- nischbrödlibahn
gänger eigentlich immer Vortritt hätte, ist dies einigen Verkehrsteilnehmern noch (1847) und die In-
nicht klar. Man bemerkt schnell, dass man auch als Fussgänger nicht gedankenlos dustrialisierung,
über den Platz schlendern kann. entwickelte sich dann die Weite Gasse zur Verkehrsader. Diese war vorher lediglich
die Marktgasse gewesen. Nun bildeten sich vor dem Schulhauplatz oft lange Fahr-
Limmatsteg/Promenadenlift rad- und Autokolonnen, vor allem nach Dienstschluss bei der BBC. Heute ist der
Der Limmatsteg und der Promenadenlift sind ein Verkehr weitgehend aus der Weiten Gasse verbannt. Doch noch immer zwängen
kürzlich realisiertes Projekt, welches sogar den sich viele Busse durch die enge Gasse. Diese würden die meisten Anwohner aber
Schweizer Stahlbaupreis „Prix Acier“ 2007 ge- gerne verbannen. Ein erster Schritt, um die Situation für die Fussgänger zu verbes-
wonnen hat. Nun kann man innert kürzester Zeit sern, wurde bereits verwirklicht. Zwischen dem Geschäft „Mode Baumgartner“ und
von Ennetbaden den Bahnhofplatz erreichen und dem „Little Italy“ ist die Fahrbahn nur noch einspurig befahrbar. Dies ermöglicht
muss nicht mehr den Umweg über die schiefe den Restaurants auch draussen Stühle aufzustellen. Im Zusammenhang mit der
Brücke oder die Holzbrücke nehmen. Es ermög- Schulhausplatzerneuerung sucht man nun auch nach einer Lösung, um den Bus
licht nun auch nach dem Flanieren in der ganz aus der Weiten Gasse zu verbannen. Dies würde die Lebens- und Flanierquali-
Badstrasse einen kurzen Abstecher an die Lim- tät wohl erheblich steigern.
matpromenade zu unternehmen. Die rege Be-
nützung zeigt, dass dies ein absolut gelungenes
Projekt ist.
Bruggerstrasse Kultur
Ein grosser Teil des
Die Stadt Baden hat gemessen an der Bevölkerungszahl ein sehr grosses kulturelles
motorisierten Ver-
Angebot. Dies hängt selbstverständlich auch mit Badens Funktion als Zentrumsstadt
kehrs, der jeden
zusammen. Aber auch auf nationaler und internationaler Ebene hat die Stadt ein
Tag in die Stadt
gutes Ansehen durch Veranstaltungen wie Figura oder Fantoche. Doch lässt sich
rollt, kommt über
generell keine einheitliche Bewertung für das Kulturangebot abgeben, da einige
die Bruggerstrasse.
Bereiche besser bei der Bevölkerung ankommen als andere.
Doch für die Fuss-
gänger ist sie ein
Dorn im Auge. Sie Kultur- und Kongresszentrum Trafo
hat eine Trennwir- Durch die Schaffung
kung, indem sie die eines Multiplex-Kinos
Stadt in West und konnte im Trafo ein
Ost teilt. Die Über- Angebot geschaffen
querung ist alles werden, das jedes
anders als attraktiv. Bei der Überquerung eines Fussgängerstreifens mit Lichtsignal Wochenende unzähli-
muss man lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Eine Alternative wären die wenigen ge Filmfreunde nach
Unterführungen entlang der Bruggerstrasse. Diese ermöglichen einem zwar das Baden lockt. Daneben
Vermeiden solcher Wartezeiten, doch auch die Unterführungen sind unattraktiv entstand ein neues
gestaltet. Eine ähnlich Trennwirkung wie die Bruggerstrasse hat auch beispielsweise Kultur- und Kongress-
das Bahntrassee mitten durch die Stadt. Diese Ergebnisse brachte das Fusswegkon- zentrum, da vor ein
zept des Jahres 2007. paar Jahren auch der
damalige Kursaal
hierher verlegt wurde. Dieser erntet aber heute immer noch Kritik, weil er keinen
ebenbürtigen Ersatz für den ehemaligen Kursaal im Casino darstelle und ihm der
Charme fehle. Zusätzlich sind im Komplex unterschiedliche Bars und Restaurants
untergebracht, die das breite Angebot an Kultur sinnvoll ergänzen. Dank des gros-
sen unterirdischen Parkhauses haben sich zudem besucherintensive Betriebe des
Wellness-Fitness-Bereiches und verschiedene Geschäfte eingemietet. Das Trafo ist
heute ein allseitig akzeptiertes Begegnungszentrum, das ein breit gefächertes Frei-
zeitangebot aufweist. Es finden im Trafosaal unzählige Konzerte, Parties, nationale
und internationale Tagungen und Ausstellungen statt.
Kurtheater Casino
Beim Thema Kurthea- Die bei der
ter war der mit Ab- Schaffung des
stand am meisten Grand Casinos
genannte Punkt die mit A-Lizenz
dringend nötige Re- geäusserten
novierung, welche in Bedenken im
den letzten Monaten moralischen
Gegenstand vieler Bereich sind
öffentlicher und poli- bei einem Teil
tischer Diskussionen der Bevölke-
war. Hauptsächlich rung auch heu-
ging es dabei um die te noch nicht
Neugestaltung des verstummt,
Sachsfoyers. Die eher obwohl die
konservativen Mei- Casino-Betreiber alles unternehmen, um Spielsüchtige vom ständigen Besuch abzu-
nungen bevorzugen halten. Das Casino ist andererseits aber zu einem wichtigen Steuerzahler der Stadt
aus Respekt gegenüber den ehemaligen Architekten eine Renovierung der beste- Baden geworden und trägt damit zur guten finanziellen Lage der Stadt bei. Durch
henden Gebäudeteile, die eher progressiven wünschen sich eine moderne Neuges- den Erfolg wird es wohl auch in Zukunft noch lange weiterbestehen.
taltung der Foyers, um das Kurtheater neu zu positionieren. Einigkeit herrscht je-
doch darüber, dass es eine kulturelle Bereicherung für die Stadt ist und unbedingt Grosse Kulturelle Veranstaltungen
finanziell unterstützen muss. In Zukunft soll das Kurtheater neben seiner Funktion
als wichtigstes Theater einer Grossregion im Rahmen der Wiederbelebungsversu- Baden bietet neben dem grossen etablierten
che des Bäderquartiers auch seiner ehemaligen Funktion als Theater für die Kurgäs- Kulturangebot eine Vielzahl von zusätzlichen Events,
te („Kur-Theater“) gerecht werden. Es ist unerlässlicher Bestandteil des Kulturan- die in den letzten Jahren eine nationale und sogar
gebotes in Baden. Das Theater soll jedoch nicht nur äusserlich renoviert werden, internationale Ausstrahlung erreicht haben. Dazu
sondern auch in der Programmgestaltung moderner werden und damit auch ande- gehören neben dem Blues Festival das Fantoche
re Besuchergruppen ansprechen. (Internationales Filmfestival für Animationsfilme)
oder das Figura Festival (Theaterfestival).
Sie haben sich zu richtigen Publikumsmagneten
entwickelt und nehmen im Badener Kulturkalender
einen wichtigen Platz ein.
Jugendkultur Löschwasserbecken
Ein weiteres gros-
Baden ist durch seine Grösse und zentrale Lage eine Zentrumsstadt. Sie zieht aus
ses Lokal, in dem
der ganzen Region Leute an, unter anderem auch viele Jugendliche. Jedes Wochen-
die Jugendlichen
ende strömen sie zu Hunderten aus den umliegenden Gemeinden nach Baden, um
ihre freien Aben-
hier ihre Abende zu verbringen. Ein solcher Ansturm braucht eine entsprechende
de verbringen
Infrastruktur, die nach Aussage unserer Befragten nicht überall gleich gut ausge-
können, ist das
baut ist, beispielsweise wird oft kritisiert, dass ein Jugendhaus für Jugendliche unter
Löschwasserbe-
16 Jahren fehle. Es wird weiter kritisiert, dass viele Jugendliche in Gruppen draus-
cken (LWB). Doch
sen herumhängen und Radau machen. Zudem kommt es teilweise auch zu Schläge-
wie in vielen an-
reien zwischen verschiedenen Gruppierungen.
deren Lokalen gilt
auch hier: Wer
Merkker nicht 18 Jahre alt
Durch die ist, hat keinen
grossen Zutritt. Dieser
Verände- Grund und der relativ hohe Eintrittspreis verunmöglichen es manchen Jugendli-
rungen im chen, vom Angebot des LWB zu profitieren.
Immobilien-
bereich, vor
Nordportal
allem in
Das relativ grosse Nordpor-
Baden Nord,
tal organisiert immer wieder
hat die Stadt
Konzerte für jüngere Bands.
immer wie-
In diesem Jahr fand dort
der grosse
zum Beispiel das Band-X
Probleme,
Aargau statt, ein Wettbe-
das momen-
werb für Schülerbands, der
tane Ange-
den verschiedensten Bands
bot an
die Möglichkeit bot, sich
Treffmöglichkeiten für Jugendliche aufrecht zu erhalten. So hatte sie beispielsweise
erstmals auf einer grösseren
2007 grosse Mühe, neue Räumlichkeiten für das Merkker zu finden, da sie viel zu
Bühne dem Publikum vor zu
lange untätig war, obwohl man genau wusste, dass der Mietvertrag auslaufen wür-
stellen. Daneben finden vermehrt auch ganz spezielle Parties und Tanz-Workshops
de. Glücklicherweise hat sich nun die Situation dank Entgegenkommen der Merker
statt, die sehr unterschiedliches Publikum anziehen.
Immobilien zum Guten gewendet. Das Merkker konnte nach erfolgtem Umbau nun
wieder am gleichen Ort eröffnet werden und kann nun weiterhin als von der Stadt
unterstütztes Jugendhaus fortbestehen.