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Michael Aschauer

Norbert Pfaffenbichler
Lotte Schreiber
24!
Induktion
Induction
Roland Schöny Der Log-in- tierenden Zeichen und Infosplittern Die Zielrichtung dieses technifizier- In seiner Funktion als Kurator reagierte
Button führt überladenen mediatisierten Alltags- ten Produktionsprozesses allerdings der Künstler Norbert Pfaffenbichler
in ästhetische welt begannen zahlreiche MusikerIn- nimmt tendenziell emanzipatorischen auf die breite Bewegung in diesem
Zwischen- nen und KünstlerInnen, deren Arbeit Charakter an, weil das alte, aus dem Feld und präsentierte bereits im Jahr
räume oder auch in jene Zonen der sich größtenteils aus dem Kontext industriellen Zeitalter stammende 1999 einen viel beachteten Querschnitt
Überschreitung, die zu den aktuellen von Digital Culture heraus entwickelt Mensch-Maschine-Herrschaftsver- dieser damals neuen Strömung als
Parametern von Medienkultur zählen. hat, bereits in den 1990er Jahren aus hältnis in eine dem Medienzeitalter eigene Programmschiene im Rahmen
Sound heißt das Ausgangsmoment der einer kritischen und medienreflexiven entstammende freundschaftliche, des österreichischen Filmfestivals
Reihe O.K spektral, in der Bild, Ton und Position Strategien der Reduktion zu schöpferische Entität umgewandelt Diagonale, wo in den Folgejahren noch
Architektur konzeptuell miteinander verfolgen. Doch anders als etwa in wird. Nicht die Technologie soll den weitere Ausgaben dieser Reihe zusam-
verschaltet werden. Den Auftakt bildet der Malerei oder der Musiktradition Umgang mit den Zeichen bestimmen, mengestellt wurden.
ein paradigmatisches Kooperationspro- der Moderne, wo dem Freilegen und sondern im Rahmen der die Gegenwart Dass die gemeinsam von Michael
jekt des Künstlers Norbert Pfaffenbich- Wiederzusammensetzen kleinster bestimmenden numerisch generierten Aschauer, Lotte Schreiber und Norbert
ler, der Architektin Lotte Schreiber und bedeutungstragender Einheiten Verfahrensweisen werden aus einem Pfaffenbichler als wichtigen Expo-
des Musikers und Mediendesigners langwierige analytische Prozesse souveränen und reflexiv abgefederten nenten genreübergreifender Verfah-
Michael Aschauer, das dazu einlädt, in vorangingen, basiert diese kulturelle Verhältnis zu den Apparaten heraus rensweisen entwickelte Installation
ein neues Kapitel der fein verästelten Praxis im Medienbereich auf komple- eigene, auf sich selbst bezogene 24! an den Beginn der Präsentationen
Kartografie von Clicks, Cuts und Micro- xen Codierungsformen digitaler Algo- Zeichenwelten erschaffen. Die damit Reihe O.K spektral am O.K Centrum
samples einzutauchen. Auf geradezu rithmen. Diese künstlerische Arbeit mit verbundenen Gestaltungsprinzipien für Gegenwartskunst gesetzt wurde,
hypnotische Weise verdeutlicht die kleinsten semantischen Partikeln ist kommen nicht mehr aus der Tradition kann durchaus als programmatische
eigens für den Präsentationsraum weniger auf bloßer Rückführung auf der Repräsentation und Interpretation Markierung gelesen werden. Denn aus-
der Reihe O.K spektral konzipierte extrem vereinfachte molekulare Zei- von Wirklichkeit mit visuellen Aus- gehend vom Begriff Sound als Signatur
Installation 24! , wie das aus der chenstrukturen – wie etwa durch die drucksformen wie in der Geschichte des neuen Medienzeitalters und damit
klassischen Avantgarde der bildenden malerische Geste – aufgebaut, sondern der bildenden Kunst, sondern werden größtenteils auch entlang der Kurve
Kunst kommende Thema der Abstrakti- hat vielmehr komplexe Rechenoperati- sowohl auf der Ebene von Sound wie numerisch generierter Kunstformen
on in den Szenen der Neuen Elektronik onen zur Grundlage, die am Computer auch in visuellen Darstellungsformen versteht sich die Reihe O.K spektral als
aufgegriffen und interpretiert wird. als dem Apparat der digitalisierten aus dem Kern der digitalen Matrix Experimentierstrecke zur Erschließung
Vor dem Hintergrund einer mit flot- Welt schlechthin ausgeführt werden. heraus entwickelt. und Erweiterung des Terrains der
Mit teils radikalem, diskursivem Neuen Elektronik. Am Beginn sollen
Impetus kam es auf diesem Weg in den Konzepte logischer, ästhetischer Ver-
Szenen der Neuen Elektronik zu einer knüpfungen aus Sound, Bild und der
Vielzahl von Experimenten und Schar- Auseinandersetzung mit den jeweiligen
nierbildungen im Interferenzbereich räumlichen Bedingungen auf der Basis
Impressum/Imprint von Sound und Bild. Motiviert durch des binären Codes stehen. Im Gegen-
Michael Aschauer / Norbert Pfaffenbichler / Lotte Schreiber die intensive Auseinandersetzung mit satz zu den – ihrem Charakter nach
24! <http://m.ash.to/24> dem Thema Abstraktion, gestalteten flüchtigen und für andere Qualitäten
O.K.spektral Ausstellung / Exibition: 4.4.–27.4.2003
MusikerInnen und KünstlerInnen, des Erleben angelegten – Formaten
O.K Centrum für Gegenwartskunst Oberösterreich deren Hauptproduktionsmittel kapazi- draußen in den Clubs bietet hier eine
Direktor O.K / Director O.K: Martin Sturm
Kurator / Curator: Roland Schöny tätsstarke Computer bzw. Laptops sind, speziell für diese Reihe definierte
Produktion / Production: Norbert Schweizer höchst unterschiedlich konzipierte Black-Cube-Situation in einem gale-
Programmierung und Audiotechnik / Programming and Audio Technics: Michael Aschauer Kurzvideos und formulierten damit rieähnlichen Raum des durch seine
Projektinstechnik / Projection Technics: Rainer Jessl
CAD planning hardware and construction: Fred Fürholzer aufs äußerste zugespitzte Statements. Infrastruktur für solche Produktionen
Aufbau / Setup: Claudia Czimek, Roland Felderer, Mitra Gazvini, Martin Haselsteiner, besonders geeigneten O.K Centrum für
Dietrich Killer, Franz Obojes, Andreas Steindl, Michael Weingärtner
O.K Team: Erika Baldinger, Max Fabian, Maria Falkinger, Wolfgang Feichtenschlager, Gegenwartskunst das Potenzial für län-
Marion Gillhofer, Gottfried Gusenbauer, Franz Krug, Jörg Lehner, Barbara Mair, gerfristige Planungen und somit auch
Wolfgang Nagl, Karin Pils, Franz Quirchtmayr, Brigitte Rosenthaler, Genoveva Rückert, für Verdichtungen und Präzisierungen.
Markus Schiller, Ulrike Schimpl, Georg Seyfried
Die dem Leitgedanken der Reihe ent-
O.K.spektral Broschüre / Brochure gegenkommende Raumsituation soll
Projektbeschreibung / Project description: Norbert Pfaffenbichler, Lotte Schreiber über einen längeren Zeitraum hindurch
Redaktion / Editors: Ingrid Fischer-Schreiber die Möglichkeit bieten, unter ähnlichen
Übersetzung / Translation: Mel Greenwald, Jennifer Taylor-Gaida Bedingungen Vergleichswerte im hoch
Fotos / Photos: Otto Saxinger, Norbert Pfaffenbichler
Grafiken / Graphics: Lotte Schreiber spannenden Feld der Neuen Elektronik
Visuelle Gestaltung / Graphic Design: Erwin Bauer KEG ± www.d-lab.at herzustellen.
© O.K Centrum für Gegenwartskunst, KünstlerInnen und AutorInnen / Artists and Authors 2004
Zugleich wird einer weithin beob-
O.K Centrum für Gegenwartskunst Oberösterreich Mit Unterstützung/With support from: achtbaren Entwicklung Rechnung
O.K Center for Contemporary Art Upper Austria getragen, die sich als Verschwimmen
Dametzstraße 30, A-4020 Linz
Tel. +43(0)732-78 41 78 bzw. Erweiterung traditioneller
Fax +43(0)732-77 56 84 Identitätsmuster von KünstlerInnen
office@ok-centrum.at
www.ok-centrum.at umschreiben ließe und unmittelbar
The log-in button spirits us away into relationship of the industrial age is
intermediary aesthetic spaces or into being transformed into a more friendly,
cross-border zones that are among creative entity in the age of media.
the current parameters of media Technology should no longer dictate
culture. Sound is the parameter that how we treat signs, but instead, in the
forms the point of departure for the context of the numerically generated
O.K spektral series, in which image, procedural modes that govern our
sound and architecture are conceptu- present, we can now create our own
ally cross-wired. The prelude to the self-referential semiotic worlds born
show is a paradigmatic cooperative of a more confident and reflexively
project between artist Norbert Pfaf- cushioned relationship to the machi-
fenbichler, architect Lotte Schreiber nes that surround us. The resulting
and musician and media designer design principles no longer echo the
Michael Aschauer. Their installation art-historical tradition of representing
invites us to immerse ourselves in and interpreting reality using visual
a new chapter in the finely reticula- forms of expression, but are developed
ted cartography of clicks, cuts and instead from the core of the digital
microsamples. In an almost hypnotic matrix, taking shape both on the levels
mit den Produktionsmethoden an Bild- sonst in teils ähnlichen, aber auch sehr way the installation 24!, conceived of sound and of visual representation.
schirm und PC verzahnt ist. In einem unterschiedlichen Zusammenhängen expressly for the exhibition space A whole series of experiments arose
kreativ aufgeladenen Feld, in dem die auftreten. hosting the O.K spektral series, along these lines on the New Electro-
permanente Neu- und Umorganisation In der Installation 24! wurden äußerst elucidates how the theme of abstrac- nics scene, exploring connections in
miniaturisierter Informationseinhei- diffizile Planungs- und Programm- tion stemming from the classic fine the interference zone between sound
ten die Grundlage jeglicher Form von schritte im Bereich der Projektionen, arts avant-garde has now been taken and image, and at times exhibiting a
Gestaltung bildet, konstituieren sich der Verschaltungen der Speaker oder up and re-interpreted on the New radical, discursive impetus. Motivated
zunehmend Szenefelder, wo Künstle- auch in der Synchronisation von Electronics scene. by the urge to come to grips with the
rInnen mitunter als MusikerInnen oder Lichtprojektionen mit permanent neu Against the backdrop of our media- theme of abstraction, musicians and
GrafikerInnen und vice versa auftreten, generierten Soundkombinationen im crowded everyday world, overloaded artists, using computers or laptops
weil sie mit der Verwendung des technischen Bereich mit dem Prinzip as it is with signs and information as their central means of production,
Computers das gleiche Werkzeug und der völligen Reduktion auf semanti- fragments floating through the at- created short videos based on highly
mitunter sogar die gleiche Software scher Ebene miteinander verzahnt. Auf mosphere, many of the musicians and diverse concepts, which they used to
benützen. Die verschiedenen Welten dieser Grundlage entstand 24! als Ma- artists whose work had originally formulate their exceedingly pointed
liegen oft nur einen Mausklick neben- nifestation eines radikalen Minimalis- developed out of the context of the statements.
einander. Im Zuge der Arbeit entstehen mus, der mehrere Diskursebenen und digital culture began to take a more In his function as curator, artist
Überschreitungen oder auch Zusam- grafische Gestaltungsprinzipien mit critical and reflexive stance on media Norbert Pfaffenbichler already started
menschlüsse, die als Produktionsviel- geometrisch skulpturalen Architektur- as early as the 1990s, and to pursue reacting to the broad-based movement
heiten entweder in Personalunion oder elementen und einem auf der Basis von strategies of reduction. But unlike in this field in 1999 by presenting a
in Form von Kooperationen auftreten 24 Kanälen generierten Raumklang- in painting, for example, or in the highly acclaimed cross-section of this
können. konzept zusammenführt. Die schein- modernist musical tradition, where new wave as a self-contained program
Solche temporären oder längerfris- bare Erfassbarkeit in ihrer Gesamt- uncovering and reconstructing the section at the Austrian Diagonale film
tigen Clusterbildungen konstituieren heit dieser nach Kriterien extremer smallest meaningful units was al- festival, where further installments
sich entweder auf sozialer Ebene aus Abstraktion aufgebauten Installation ways preceded by protracted analyti- in this series followed in subsequent
ähnlichen Szenezusammenhängen wird jedoch durch das essenzielle Ein- cal processes, this cultural practice years.
oder aus der Struktur von Arbeitsge- beziehen der Zeit als vierte Dimension in the media sphere is based instead The fact that the 24! installation, deve-
meinschaften. Eines der gemeinsamen unterlaufen, da relativ bald erkennbar on complex methods used to encode loped jointly by Michael Aschauer,
Schnittfelder von Aschauer, Schreiber wird, dass es unzählige Menschenalter digital algorithms. This artistic work Lotte Schreiber and Norbert Pfaffen-
und Pfaffenbichler wäre etwa das in brauchen würde, um die Komposition with the smallest semantic particles bichler as an important exponent of
Wien ansässige Medienstudio vidok. 24! ein einziges Mal linear abzuspielen. is built less upon mere reduction the cross-genre technique, was placed
org., das als Plattform und diskursiver Genau diese Erfahrung, 24! niemals in to extremely simplified molecular at the beginning of the O.K spektral
Knotenpunkt für unterschiedliche der projektierten Gesamtheit, sondern structures of signification – as in the series at the O.K Center for Contem-
Produktionszweige in der Sphäre stets nur ausschnittsweise wahrneh- painterly mode, for example – but is porary Art can readily be interpreted
von Digital Culture gegründet wurde. men zu können, scheint das Mensch- founded instead upon complex mathe- as having programmatic character.
In der Entstehung der gemeinsam Maschine-Verhältnis ein weiteres Mal matical operations performed using a Postulating sound as the signature of
konzipierten Installation 24! für die umzukehren und den – digitalen – computer, the supreme instrument of the new media age, and thus mainly
Reihe O.K spektral kondensierten die Maschinen Eigenleben und Souveräni- the digitized world. keeping to the curve of numerically
jeweiligen Kompetenzen und einander tät einzuhauchen, da ihre konzep-tuell Today, however, this technology-laden generated art forms, the O.K spektral
überschneidenden Interessen und projektierte Lebenszeit weit über das production process is tending to take series sees itself as an experimental
Fluchtlinien dieser temporär formier- biologische Ende der Rezipienten off in a more emancipatory direc- route to opening up and expanding the
ten Gruppe, deren ProtagonistInnen hinausreicht. tion; the old human/machine power terrain covered by New Electronics.
It all starts with concepts for logical, was the Viennese media studio Grundsätzliche Überlegungen Fundamental Considerations
Der binäre Code liegt jedem digitalen Binary code is the basis of every digital computer
aesthetic linkages of sound and “vidok.org.“, which was founded as Computersystem zugrunde. Daten an sich sind system. Data in and of themselves are neutral;
image and the treatment of the a platform and discursive node for neutral, erst ihre Aktualisierung erfordert it is only the process of updating them that
respective spatial conditions as if disparate production branches in die Interpretation durch Programme; d. h. calls for interpretation by programs—i.e. the
they were based on binary codes. By the digital culture sphere. As their die gespeicherte Information muss in ein stored information must be translated into an
für den Menschen wahrnehmbares Ereignis event that human beings can perceive. Thus, for
contrast with the art forms out on the mutually conceived installation übersetzt werden. So lassen sich z. B. aus ein example, both optical and acoustic results can be
club scene – which by virtue of their for the O.K spektral series, 24!, und derselben Datenmenge sowohl optische generated from one and the same batch of data.
very character are more transient emerged, the artists’ respective areas als auch akustische Ergebnisse generieren. Bei 24! is a systematic and categorical treatment
and designed to evoke other qualities of expertise telescoped, as did the 24! wird dieses Phänomen systematisch und of this phenomenon—that is to say, a simple
kategorisch bearbeitet. Ein simpler binärer binary code is translated into spatial, acoustic
of experience – a Black Cube setting overlapping interests and alignments
Code wird in räumliche, akustische und optische and optical reference systems. In going about
created especially for this series in a of this temporary group whose Referenzsysteme übersetzt. Dabei wurde der this, we have sought common denominators and
gallery-like room offers the potential protagonists otherwise appear in kleinste gemeinsame Nenner gesucht und auf dispensed with decorative elements so that the
for long-term planning and hence for sometimes similar, but at other times dekorative Elemente verzichtet, sodass die fundamental structure is identical with the final
further consolidation and fine-tuning. quite disparate contexts. zugrunde liegende Struktur ident ist mit dem work. The installation presents itself in the form
endgültigen Werk. of its own skeleton.
Moreover, the overall infrastructure In the 24! installation the artists Die Installation präsentiert sich in Form des Music is by definition the deliberate organization
of O.K Centrum for Contemporary undertook extremely difficult tech- eigenen Skelettes. Musik ist per Definition die of sound in time (and in space), just as a (motion)
Art is particularly conducive to such nical planning and programming willentliche Organisation von Klang in der Zeit picture is the organization of forms on a physical
productions. The chosen spatial set- steps, networking the speakers and (und im Raum), so wie ein (Bewegungs-)Bild die surface (in time) and architecture is the plastic
Organisation von Formen auf einer Fläche (in der organization of space. A principle that could not
up, which accommodates the central synchronizing light projections with Zeit) und Architektur die plastische Organisation conceivably be any simpler is invoked as the
idea behind the series so effectively, continually regenerated sound com- von Raum ist. Es wird ein denkbar einfaches basis for a composition and applied in these three
is destined to provide ongoing binations, and then coupled this with Prinzip als Kompositionsgrundlage herangezogen disciplines.
opportunities for creating comparable a complete reduction on the semantic und in diesen drei Disziplinen angewandt.
works under similar conditions in the plane. Thus 24!manifests a radical
high-voltage field of New Electronics. minimalism, bringing together seve-
At the same time, the series also pays ral discursive planes while combi-
tribute a widespread development ning graphic design principles with
that can be described as a blurring or elements at the same time geometric,
extension of the traditional identity sculptural and architectural and a
patterns of artists, and which is spatial sound concept generated by
closely intertwined with production 24 channels. The seeming simplicity
methods centered on the computer and comprehensibility of the whole
monitor. In a creatively charged world of this installation, based as it is on
in which the incessant organization the criteria of extreme abstraction,
and reorganization of miniaturized is however belied by the essential
information units forms the basis for involvement of time as the fourth
every form of creative design, fields dimension. Relatively soon it becomes
of endeavor are increasingly coming apparent that it would take countless
onto the scene in which artists per- generations to play the 24! compositi-
form as musicians or graphic artists on just once as a linear arrangement.
and vice versa, since they are all It‘s precisely this experience of never
using the computer as common tool, being able to perceive 24! in its pro-
and sometimes even the same softwa- jected entirety, but only ever in short
re. The various realms are sometimes excerpts, that seems to once again Ausstellungsgsansicht / Exhibition View
separated by a single mouse-click. In reverse the man-machine relationship O.K Centrum für Gegenwartskunst Oberösterreich 2003
O.K Centre for Contemporary Art Upper Austria 2003
the course of their work, the artists and to breathe new life and superiori-
often cross invisible lines between ty into the – digital – machines, since
disciplines, or come together to form their conceptually projected lifetime
productive multiplicities in the form far surpasses the biologically dictated
of personal collaboration or coope- endpoint of the recipients.
ration.
These kinds of temporary or more
long-lasting clusters are constituted
either on the social level stemming
from shared contexts on the arts
scene, or arise from the structure of
working groups. One of the common
interfaces between Aschauer, Schrei-
ber and Pfaffenbichler, for example,
Das System The System
Die Arbeit basiert auf dem Bit-System und This work is based on the bit system, and
überträgt die vier möglichen Zustände, die 2 Bit translates the four possible states that two bits can
beinhalten (00, 01, 10, 11), auf das kartesianische represent (00, 01, 10, 11) into the Cartesian system
-y -y
Koordinatensystem. So werden vier eindeutige of coordinates. The result is the definition of four
Punkte definiert, deren Lage zueinander die distinct points whose positions with respect to one
Form eines Quadrats beschreibt. Die Festlegung another describe the form of a rectangle (which,
von sechs Bewegungsachsen setzt eine endliche in turn, corresponds to the shape of a pixel, the
Anzahl von möglichen Positionsänderungen smallest visual entity of the computer system).
der vier Eckpunkte fest. Somit ergeben sich 24 The establishment of six axes of movement [01] [11] [01] [11]

unterschiedliche Bewegungsfolgen innerhalb lays down a finite number of possible position


des vorgegebenen geometrischen Systems. Jedes changes of the four defining points and thus yields
mögliche Bewegungsmuster wird mit jedem 24 different sequences of movements within
weiteren kombiniert und in allen Variationen the specified geometric system. Every possible
zueinander abgespielt, was eine endliche Anzahl pattern of movement is combined with all others
von 24! (vierundzwanzig Fakultät) sich nicht and played out in all variations with respect to
wiederholender Durchläufe ergibt. one another, which yields a finite number of 24!
Nach jeweils 24 abgespielten Permutationen (twenty-four factorial) different permutations. [00] [10] [00] [10]
werden die Pixel neu angeordnet. Vergleichbar Once a bloc of 24 permutations has been played
einem Refrain bei einem Lied, bewegen sich alle out, the layout of the pixels is rearranged. Just as
sichtbaren Pixel unisono, um sich anschließend in a song’s refrain, all visible pixels move in unison
wieder neu zu gruppieren und mit dem nächsten in order to then once again regroup and to begin
Variationssatz zu beginnen. Entsprechend with the next set of variations. The animation
der Anzahl der Vektoren läuft die Animation is played out alternately at six different speeds
alternierend in sechs unterschiedlichen corresponding to the number of vectors.
Geschwindigkeiten ab.
-y -y

01 11 10 01 11 10 01 10 11 01 10 11

00 10 00 11 00 01 00 11 00 10 00 01

00 01 11 00 01 11 00 11 01 00 11 01

10 11 10 01 10 00 10 01 10 11 10 00

11 10 00 11 10 00 11 00 10 11 00 10

01 00 01 10 01 11 01 10 01 00 01 11

10 00 01 10 00 01 10 01 00 10 01 00

11 01 11 00 11 10 11 00 11 01 11 10
Ausstellungsgsansicht / Exhibition View
O.K Centrum für Gegenwartskunst Oberösterreich 2003
O.K Centre for Contemporary Art Upper Austria 2003

Die Installation The installation


versteht sich als Minimal Media Art. Der Sockel, sees itself as a form of Minimal Media Art. The
als Zitat einer klassischen Präsentationsform pedestal, quoting a classic form of presentation
im Kunstkontext, wird als räumliches Element in the art context, is isolated as spatial element
isoliert und seriell gruppiert. Auf die Oberfläche and grouped in a series. On the surface of each of
jedes dieser 24 Podeste trifft jeweils eine these 24 pedestals a projection takes the place of
Projektion. Lichtbilder treten an die Stelle, the small sculpture or art object that one might
die üblicherweise als Basis für Kleinplastiken otherwise expect to find there. Immateriality
oder dergleichen dient. Immaterialität tritt an replaces materiality. Tilting the image surface
die Stelle von Materialität. Weiters wird die form of presentation. Each animation is self-
tradierte Präsentationsform durch das Kippen contained; a black square on a white background
der Bildebene in die Horizontale gebrochen. scans the axes of the pedestal top, thus describing
Jede Animation ist in sich geschlossen; das its surface.
schwarze Quadrat auf weißem Grund scannt die
Flächenachsen der Sockelbasis ab und beschreibt
somit deren Oberfläche.

Technische Daten
24 Lautsprecher
12 Verstärker
4 Datenprojektoren
3 Adat a/d-Wandler
4 PCs Pentium 4
made possible by
open source software:
debian gnu/linux
pd
gem

+y

-z
+y
Michael Aschauer
Geboren / Born 1977 in Steyr / A
Lebt und arbeitet in Wien / Lives and works in Vienna / A
Ausstellungen und Festivalbeteiligungen / Participation in
exhibitions and festivals in Wien, Linz, Graz, San Francisco,
New York, Seoul, Belgrad, Turin, München, etc.

Werke (Auswahl) / Works (Selection)


2001 cubica, Video S: Chris Janka
2002 ./logicaland mit Maia Gusberti, Sepp Deinhofer,
Nik Thoenen
http://m.ash.to
http://www.re-p.org
http://www.logicaland.net

Norbert Pfaffenbichler
Geboren / Born 1967 in Steyr / A
Lebt und arbeitet in Wien / Lives and works in Vienna / A
Medienkünstler und Kurator, Ausstellungen und Festivalbeteili-
gungen / Media artist, curator, participation in exhibitions
and festivals in Vienna, New York, Tokyo, London, Rotter-
dam, Utrecht, Paris, etc.

Werke (Auswahl) / Works ( Selection)


1997 santora, Video mit J. Moritz, S: Christian Fennesz
1998 traxdata, Video mit J. Moritz, S: Christian Fennesz
+x 2000 notes01, CD-Rom; programmed by lia
2001 36, Video mit Lotte Schreiber, S: Stefan Németh
2002 notes on film 01 else, Film, S: Wolfgang Frisch
2003 notes on MAZY, Video, S: Heinz Ditsch
http://www.vidok.org

Lotte Schreiber
Geboren / Born 1971 in Mürzzuschlag / A
Lebt und arbeitet in Wien / Lives and works in Vienna / A
Architekturstudium in Graz und Edinburgh / Study of architecture
in Graz and Edingburgh
seit 2001 Assistentin an der Kunstuniversität Linz / Since 2001
assistant at the University of Art and Industrial Design,
Linz / A
Ausstellungen und Festivalbeteiligungen / Participation in exhi-
bitions and festivals in Wien, Graz, Berlin, New York, Tokyo,
Genf, Utrecht, etc.

Werke (Auswahl) / Works (Selection)


2001 36 Video mit N. Pfaffenbichler, S: Stefan
2002 Quadro, Video, Sound: Stefan Neméth
(Best Experimental Film, NYFF 2003)
2003 I.E. (site o1 isole e olie), Sound: Stefan Neméth

http://m.ash.to/24
Michael Aschauer
Norbert Pfaffenbichler
Lotte Schreiber
24!

O.K Artists in Residency

Die Vektorpfeile zeigen die Bewegungsoption des jeweiligen Eckpunktes an, wobei jeder Punkt vier mal seine Richtung wechselt um wieder an seinen Ausgang zu
gelangen. Der jeweilige Startpunkt ist rot markiert.
Das O.K Centrum für Gegenwartskunst The O.K Center for Contemporary
Oberösterreich ist ein Experimental- Art is an experimental laboratory
labor im Bereich der aktuellen Kunst. in matters of art. It has especially
Es hat die Herausforderungen an ein taken up the challenges that face
zeitgenössisches Kunsthaus angenom- an institution of contemporary art
men und konzentriert sich nicht nur today and focuses explicitly on the
auf die Präsentation, sondern auch production of art works, rather than
ausdrücklich auf die Produktion von on presentation.
künstlerischen Arbeiten.
Als variables Format eröffnet die Reihe As a variable format the series
„O.K spektral“ Zugänge in Zwischenfel- “O.K spektral” opens up access into
der. Ausgehend von den Rasterungen in-between fields. Starting from
aus Clicks, Cuts und Microsamples und the interlocking of clicks, cuts and
den Sounds der Neuen Elektronik, microsamples and the sounds of new
werden Anbindungen mit visuellen Kon- electronics, the series focuses on
zepten, architektonischen Entwürfen connections with visual concepts,
oder entsprechenden Designlösungen architectonic drafts or relevant
fokussiert. Als Brennpunkt zeitgenössi- design solutions. As a hotspot for
scher Kunstproduktion und -diskussion the production and discussion of
bietet das O.K Centrum für Gegenwarts- contemporary art, the O.K Center for
kunst sowohl die technischen wie auch Contemporary art provides the tech-
die strukturellen Voraussetzungen, um nical and the structural conditions to
diesen Routen gegenwärtiger Medien- appropriately explore these routes of
kultur adäquat zu folgen. current media culture.