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Michaela Grill

Christof Kurzmann
Place Becomes Time,
Space Becomes Mine
Im Resonanzfeld der Geschichte
In the Resonance Field of History
Roland Schöny Alle Zeichen des Raumes schweifen. Es gleicht Bildmaterial. der Linzer AnwohnerInnen durchaus
sprechen für einer Manege mit von fremder Hand Fragmentarisch erkennbar tauchen noch präsente Umfunktionierung
den Beginn gesteuerter Gerätschaft. Die begehbare charakteristische architektursprach- des aus dem klerikal-konservativen
einer rätsel- Installation *Place Becomes Time, liche Zitate des Gebäudes des O.K Österreich stammenden Schulhauses in
haften Vorstellung mit offenbar genau Space Becomes Mine* der Videokünst- Centrums auf. Geradezu einen Déjà-vu- die heutige Kunstinstitution. Fokussiert
geplantem dramaturgischem Ablauf. lerin Michaela Grill und des Musikers Effekt erzeugt etwa eine von Schlieren man die zeitgeschichtliche Folie, vor
Im Halbdunkel einer atmosphärisch Christof Kurzmann hinterlässt den durchzogene Projektion der hochfor- der dieser Transformationsprozess über
durchgestalteten Raumsituation rucken Eindruck einer radikalen Inversion matigen Fensterreihe des großen Saals die Bühne ging, so erweist sich bald,
die Magazine zweier im Gegenüber vertrauter Präsentationsformen von im zweiten Stock, die gewöhnlich als dass das der Schule inhärente kirchlich
montierten Diaprojektoren an und Medienkunst. Weder werden Bild- einprägsames Icon im Fassadenverlauf autoritäre Erziehungssystem und des-
beginnen auf teils transparente Folien folgen direkt an die Wände geworfen wahrgenommen wird, weil ihre Ge- sen Strukturen von Kontrolle mit den
zu projizieren. Aus der Stille heraus noch wurden Sitzmöbel bereitgestellt, staltung an die Bauform romanischer sich zuspitzenden gesellschaftlichen
wird das regelmäßige Klacken der und am wenigsten lässt sich die Kirchen erinnert. Schließlich verweist Verhältnissen draußen korrelierte.
einrastenden Diamagazine hörbar. Darbietung von einem zentralen Ort ein auf den um seine eigene Achse krei- Im Jahr 1931 - nur zwei Jahre vor dem
Ein sich im hinteren Raumdrittel aus in ihrer Gesamtheit aufnehmen. senden Spiegel gestrahltes Zerrbild auf Regierungsantritt des austrofaschis-
drehender Spiegel sowie die schließ- Offenbar verbindet sich mit der streng die Geschichte des Hauses und dessen tischen Bundeskanzlers Engelbert
lich auch noch von zwei Beamern abgegrenzten und schmalen Durch- ursprüngliche Funktion als Lehranstalt. Dollfuß - eröffnet, fielen bereits die
kommenden Projektionen werden gangszone am Rande die Aufforderung Schemenhaft lässt die Aufnahme eines ersten Jahre der damaligen Schule der
allmählich von punktuell auftauchen- an die BesucherInnen, auf und ab zu mit dominierendem Kreuz behäng- Ursulinen mit dem politischen System
den gedämpften Vibrationsgeräuschen wandern, um etwaige Zusammenhänge ten Klassenzimmers der ehemaligen des autoritären Österreich und die von
und bald auch von einem metallischen aus dem dislozierten Bildmaterial zu Mädchenschule des Ursulinenordens Umnutzungen geprägte Geschichte des
Rasseln begleitet. rekonstruieren. Während das gelegent- erkennen. Schulgebäudes daraufhin mit jener des
Ein parallel zu den Wänden ver- lich vom Boden her ertönende Knattern Freilich bilden die aufflackernden Nationalsozialismus zusammen. 1938
laufendes Metallgeländer reguliert plötzlich von einem grellen Klingeln historischen Details lediglich die wurde das Frauenhaus Klosterschule
die Bewegungen des umhergehenden abgelöst wird, schält sich eines der Rahmung für den Plot der gesamten per Erlass der Nationalsozialisten
Publikums, sodass die Blicke unwill- Leitmotive aus dem oft ins schemen- Dramaturgie. Sie bieten assoziative aufgelöst und in ein Gefängnis der
kürlich auf das Szenario im Inneren haft Abstrakte überschwimmenden Annäherungen an die im Bewusstsein Wehrmacht – somit also in ein männ-
lich codiertes Gebäude – umgewidmet,
Impressum/Imprint was die symbolische Bedeutung des
Michaela Grill / Christof Kurzmann Gebäudes als Spiegelbild für Gewalt
Place Becomes Time, Space Becomes Mine
und Repression verschärfte. 1 Nach der
O.K spektral Niederschlagung des Nationalsozialis-
Ausstellung / Exhibition: 3. 10. - 14. 11. 2004 mus kehrten sich am Ende des Zweiten
O.K Centrum für Gegenwartskunst Oberösterreich Weltkriegs die Machtverhältnisse um,
Direktor O.K / Director O.K: Martin Sturm als die Schule für kurze Zeit von den
Kurator / Curator: Roland Schöny
Produktion / Production: Georg Seyfried, Michael Weingärtner
amerikanischen Besatzern als Gefäng-
nis für Wehrmachtsangehörige genutzt
Werkstätten / Workshops: Franz Quirchtmayr wurde, wobei es Sache der Frauen
Medientechnik / Medialab: Gottfried Gusenbauer
Präsentationstechnik / Presentation: Rainer Jessl blieb, die Spuren der Zerstörung
Aufbau / Setup: Michael Schweiger, Jarno Bachheimer, Martin Haselsteiner, Andreas Steindl, Franz wegzuräumen. Im Jahr 1968 schließlich
Obojes, Claudia Czimek
wurde die Ursulinenschule wegen
O.K Team: Stefan Blaschek, Max Fabian, Maria Falkinger, Tamara Haberfellner, Schwesternmangels aufgrund einer
Marion Gillhofer, Gottfried Gusenbauer, Rainer Jessl, Franz Krug, Jörg Lehner, Barbara Mair, Bettina zunehmenden Mentalitätsveränderung
Mülleder, Wolfgang Nagl, Karin Pils, Franz Quirchtmayr, Brigitte Rosenthaler,
Genoveva Rückert, Markus Schiller, Ulrike Schimpl, Norbert Schweizer endgültig geschlossen. Somit stand das
Gebäude der heutigen Kunstinstitution,
O.K spektral Broschüre / Brochure
Katalogredaktion / Catalog Editor: Ingrid Fischer-Schreiber
das ursprünglich außerdem von einer
Übersetzung / Translation: Aileen Derieg Schulmauer als deutliche Demarkati-
Fotos O.K / Photos O.K: Otto Saxinger onslinie gegen außen hin abgeschlos-
Gestaltung / Graphic Design: Erwin Bauer KEG ± www.d-lab.at
Lithografie / Lithography: Christian Schepe sen war, während seiner gesamten
Druck / Printing: Holzhausen Druck & Medien, Wien Geschichte hindurch als Symbol für
Dank / Thanks to: Firma B.Laufenberg Papierveredlung, Krefeld, Oberösterreichisches Landesarchiv,
gesellschaftlichen Drills, persönliche
Archiv der Stadt Linz, Thomas Edlinger, Martin Siewert und / and Team O.K Centrum Maßregelung und Abgesperrtsein vom
Lebensalltag draußen.
© O.K Centrum für Gegenwartskunst, KünstlerInnen und Autor / Artists and Author 2004
O.K Centrum für Gegenwartskunst Oberösterreich Doch selbst nach der im Sinne des O.K
O.K Center for Contemporary Art Upper Austria Mit Unterstützung/With support from: Centrum für Gegenwartskunst 1998
Dametzstraße 30, A-4020 Linz
Tel. +43(0)732-78 41 78
abgeschlossenen Adaptierung gene-
Fax +43(0)732-77 56 84 riert auch das heutige Raumdisplay
office@ok-centrum.at aus ehemaligen Klassenzimmern und
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kontrollierende Übersicht gewähr-
leistenden Schulgängen ein Assozia- befragen die Gestaltung von sozialen
tionsfeld, das an die gesellschaftlich Repräsentationsflächen und Ordnungs-
omnipräsente Erfahrung disziplinie- strukturen. Die Schule als Ort einer
render Hierarchien anknüpft. Der sich Disziplinierung, die unter dem Regime PLAN
unmittelbar anbietende Vergleich mit des Nationalsozialismus auch ge-
dem historischen Background des samtgesellschaftlich ihren Höhepunkt
ehemaligen Schulgebäudes forderte erreichte, wird den inneren Abläufen
KünstlerInnen schon mehrmals dazu und Konventionen in einem seiner
heraus, in ortsbezogenen Arbeiten die Programmatik nach emanzipatorisch
Funktionsverlagerung des Hauses mit- orientierten Kunstraum gegenüberge-
zureflektieren, woraus beispielsweise stellt.
im Jahr 1998 das Interviewprojekt *Wir Aus diesem punktuell bloß in Bild-
waren ja nur Mädchen*2 resultierte. fragmenten angetippten komplexen
Michaela Grill und Christof Kurz- historischen Beziehungsgeflecht ergibt
mann formulierten aus diesem in sich jedoch nur eine Leserichtung in der
der Architektur des O.K immer noch Dramaturgie der begehbaren Installa-
mitschwingenden gesellschaftspoliti- tion. Letztlich eröffnen Michaela Grill
schen Subtext einen Leitgedanken ihrer und Christof Kurzmann, die mit *Boiled
für die Reihe O.K spektral konzipierten Frogs* im Rahmen des Musikprotokolls
Arbeit *Place Becomes Time, Space beim steirischen Herbst schon einmal
Becomes Mine*. Mit Bezug auf die in ähnliche Themen aufgegriffen haben,
einem einzigen Gebäude verortbaren einen Resonanzraum, in dem für eine
zeitlichen Schichtungen und Spuren Kunstinstitution typische Wahrneh-
setzen sie mit den Mitteln von Foto- mungskonventionen und konstruierte
grafie, Video und Sound verschiedene Blickbeziehungen selbst in Form von
Bedeutungsebenen gegeneinander und Verschiebungen und Überlagerungen Blablabla
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ins Zentrum gerückt werden. In den Tonanlage eine tragende Rolle zugeteilt unterlaufen sie die imaginierte Strenge
Präsentationszusammenhang der wird, was etwa der deutsche Regis- aber auch wieder, da das fragmentie-
Reihe O.K spektral, die aus der Neuen seur Michael Simon mit seinem Stück rende Bildmaterial und die Unmöglich-
Elektronik herkommenden Sounds und *Römische Hunde* (1991) umsetzte. Er keit einer für alle gleichen zentralen
ihren visuellen Anbindungen gewidmet stellte eine an Friedrich Kieslers visi- Perspektive an die Instabilität von Prä-
ist, bringen Grill und Kurzmann eine onäre Raumbühne (1924) angelehnte sentation und Wahrnehmung medialer
streng durchgeplante Inszenierung mit bewegliche Konstruktion als Haupt- Kunst erinnern.
teils mechanischen Abläufen ein, die protagonisten in den Mittelpunkt, Nicht von ungefähr kommt es da, dass
ihrem Wesen nach an ein postindus- um Funktionselemente des Theaters auch die Erwartung elektronischer
trielles Maschinentheater erinnern, gleichsam in der Intention Brecht‘scher Sounds in ihr Gegenteil mündet und in
dessen miteinander verschaltete Verfremdung pur ins Rampenlicht zu den in der geometrischen Anordnung
Protagonisten aus dem technischen rücken. eines symmetrischen Baumes auf dem
Equipment des Kunstraums selbst be- Dementsprechend merkte der Musikku- Boden angebrachten Speakern diverse
stehen. Sämtliche Installationsdetails rator Christian Scheib in der Beschrei- Materialien wie Schrauben, Beilag-
wie die Lichtführung und die geräusch- bung eines anderen Werks – *My scheiben, Reis oder Münzen auf Tellern
voll ablaufende Diaprojektion, der mo- Kingdom For A Lullaby* -, an dem aus Plastik oder Metall in Vibrationen
torisierte Drehspiegel oder die präzise Michaela Grill und Christof Kurzmann versetzt werden. Nachdem im Bereich
im Rauminneren abgehängten, teils mit beteiligt waren, an: „Es ist das Ende der Neuen Elektronik Störgeräusche
gelber Folie überzogenen Plexiglas- der Repräsentation (...). Die Arbeit, und Zufallsereignisse von Datenträ-
scheiben, mit Silikon beschichtetes die das Instrumentarium verrichtet, gern als Click & Cuts längst zur eigenen
Industriepapier und nicht zuletzt eine ist das etwas, das erzählt wird. (...) Ästhetik erhoben wurden, welche das
mit Gaze verspannte Lichtwand hinter Die Künstler fungieren als Konstruk- Eigenleben der Produktionsmittel
der sich 16 Scheinwerfer verstecken, teure von (musikalischen, optischen, selbst zum Thema hat, 4 erscheint es
die den Raum am Ende des 16 Minuten sozialen) Versuchsanordnungen und naheliegend, noch einen Schritt weiter
dauernden Ablaufs jäh aufhellen, Schaltkreisen, deren Selbstdarstellung zu gehen und metallische Klingelgeräu-
verwandeln sich über ihre technische das Reale als Ahnung des Imaginären sche und Rasseln mechanisch, durch
Funktion hinaus in eigenständige for- (unter Umgehung des Symbolischen) die Vibrationen der Lautsprecher zu er-
male Elemente, die Bühnendarstellern zur Kunst transformiert.“ 3 zeugen. Per Pro-Tools-Musikprogramm
gleich eine ihnen per Skript zugedachte So führt *Place Becomes Time, Space und mit Tiefton-Frequenzen arbei-
Rolle absolvieren. Becomes Mine* in eine Feedback- tendem Amplifier wird die Elektronik
Das Publikum wird in eine Inszenierung schleife, da die beiden Maschinisten zurück in Mechanik übersetzt; eine Everything suggests the beginning of
geführt, deren Perfektion beinahe die Michaela Grill und Christof Kurzmann, neue Variante im Widerspiel zwischen a puzzling presentation with an ap-
diffizil getimte und größtenteils digitale die beide den Diskurs in der Neuen alt und neu bzw. Gegenwart und parently precisely planned dramatur-
Steuerung dahinter vergessen lässt Elektronik aktiv mitschreiben, mit ihrer Vergangenheit. Letztere wird durch die gical course. In the semi-darkness of
und die wirkt, als würde den einzelnen Installation nicht bloß einen inhaltli- scharf ertönenden und an die Disziplin an atmospherically designed spatial
in Bewegung befindlichen Elementen chen Kontrast zu den Beschränkungen gebietende Schulglocke erinnernden situation, the magazines of two slide
ähnlich wie schon im barocken Maschi- im einstigen Schulraum herstellen Klingeltöne wach gerufen, bevor der projectors mounted opposite one
nentheater zumindest für einige wollen, sondern auch eine begriffliche Raum hell und desillusionierend er- another move up and start projecting
Momente Leben eingehaucht werden. Parallelform zur dort ehemals herr- leuchtet wird und zeigt, wie sehr alles onto partially transparent sheets. In
Spätestens da jedoch kippt die Auffüh- schenden Disziplinierung aufbauen, Inszenierung war, deren Anbindungen the silence the periodic clicks of the
rung in eine Befragung und Themati- indem sie auf die Konstruktion von an die Realität dann doch kein Ende slide magazines snapping into place
sierung des Präsentationsapparates Aufmerksamkeit und das Lenken nehmen. Ein minimalistisch endlos is audible. A rotating mirror in the
Kunstraum und seiner Möglichkeits- von Blickbeziehungen im Kunstraum wiederholtes historisches Foto auf back third of the room and the projec-
felder. Der Ablauf erinnert aber auch verweisen. dem Geländer rund um die Installation tions coming from two projectors are
an auf der Theaterbühne praktizierte Während sie von ihrem Publikum zeigt eine Perlustrierung in der Linzer gradually accompanied by periodical-
Experimente der jüngeren Vergangen- jedoch verlangen, ihre Arbeit nach Bahnhofstraße im Jahr 1934, als der ly emerging muted vibration sounds
heit, in denen der Bühnenlandschaft, genauen Regeln wie etwa fix festge- Republikanische Schutzbund im Zuge and soon also by a metallic rattling.
den Kulissen, Scheinwerfern und der setzten Eintrittszeiten mitzuverfolgen, der Februarkämpfe zerschlagen wurde. A metal railing running parallel to

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the walls regulates the movements often overflows into the schematic residents of Linz, was turned into the power relations were reversed as
of the audience walking around, abstract. the art institution it is today. If one the school was used for a short period
so that glances are involuntarily Characteristic quotations from the ar- focuses on the historical foil, against by the American occupation forces as
drawn to the scenario in the interior chitectural language of the O.K build- which this transformation was car- a prison for former members of the
of the space. It resembles a circus ing emerge, only recognizable in frag- ried out, it soon becomes evident that Wehrmacht, although clearing away
ring with devices that seem to be ments. It has something like a déjà-vu the ecclesiastical authoritarian edu- the traces of destruction was left
operated by an invisible hand. The effect, for instance, when a projection cational system and its control struc- to women. The Ursuline school was
walk-in installation *Place Becomes of the row of high windows in the tures correlated with the increasingly closed for good in 1968 because of a
Time, Space Becomes Mine* by the large hall on the second floor appears drastic conditions of society outside. lack of nuns against the background
video artist Michaela Grill and the covered with lines, whereas it is usu- Opened in 1931, only two years be- of an increasing change of mental-
musician Christof Kurzmann creates ally perceived as a striking icon in fore the Austro-fascist Federal Chan- ity. Thus the building that houses
the impression of a radical inversion the facade because its design recalls cellor Engelbert Dollfuß‘s accession to the art institution today, which was
of familiar forms of presenting media the building form of Romanesque power, the early years of the former originally enclosed by a school wall
art. The image sequences are neither churches. Finally, a distorted image Ursuline School already coincided as a clear line of demarcation against
cast directly onto the walls nor is reflected from mirror rotating around with the political system of authori- the outside, has stood throughout its
seating provided, and the presenta- its own axis refers to the history of tarian Austria and the history of the entire history as a symbol of societal
tion can least be grasped as a whole the house and its original function as repeatedly converted school building drills, personal chastisement and
from a central location. The strictly a school. A classroom of the former subsequently with that of National- being closed off from the everyday
delimited and narrow passage zone girls‘ school of the Ursuline nuns, Socialism. In 1938 the convent school life outside.
appears to be linked with an exhorta- dominated by a cross, can be dimly for girls was disbanded by decree Yet even after the conclusion of the
tion to the visitors to wander back recognized in the image. from the National-Socialists and adaptation of the building for the O.K
and forth to reconstruct possible Of course, the flickering historical turned into a Wehrmacht prison Center for Contemporary Art in 1998,
conjunctions from the dislocated details only form a frame for the plot – and thus into a masculinely coded today‘s display of space from former
image material. While the rattling of the overall dramaturgy. They offer building – which intensified the sym- classrooms still generates a field of
that occasionally arises from the floor associative approaches to the way bolic meaning of the building as a associations that ties into the experi-
is suddenly succeeded by a glaring the school building from a clerical- mirror image of violence and repres- ence of disciplining hierarchies that
ringing, one of the leitmotifs detaches conservative Austria, which is still sion. Following the defeat of National- is omnipresent in society today. The
itself from the picture material that certainly present in the minds of the Socialism at the end of World War II, immediately suggestive comparison
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with the historical background of the visual links, Grill and Kurzmann
former school building has already introduce a strictly planned staging
incited a number of artists to include with partly mechanical operations.
a reflection on the shifted function These are essentially reminiscent of
of the building in their site-specific a post-industrial machine theater, of
work, resulting, for example, in the which the interconnected protago-
1998 interview project „Wir waren ja nists consist of the technical equip-
nur Mädchen“. ment of the art space itself. All the
From this socio-political subtext installation details, such as the light
that still resonates in the architec- arrangement and the noisy slide pro-
ture of the O.K, Michaela Grill and jection, the motorized rotating mirror
Christof Kurzmann have formulated or the Plexiglas sheets precisely hung
a leitmotif for their work *Place in the interior and partly covered in
Becomes Time, Space Becomes Mine*, yellow, industrial paper laminated
conceived for the series O.K spektral. with silicone and, not least of all,
With reference to the layers and a wall of light covered with gauze,
traces of time that can be located in a behind which sixteen spotlights are
single building, they contrast various hidden, which abruptly illuminate
levels of meaning using photogra- the space at the end of the 16-minute
phy, video and sound, querying the process – all of these are transformed
arrangement of social planes of rep- beyond their technical function into
resentation and structures of order. independent formal elements, rather
The school as a site of disciplining, like stage performers carrying out
which reached its pinnacle under the their assigned roles following a
National-Socialist regime in society script.
as a whole, is juxtaposed with an art The audience is led into a staged
space programmed to have an eman- production, whose perfection almost
cipative orientation in its internal makes one forget the subtlety timed
operations and conventions. and largely digital control behind it.
Visual focal points for this are both It seems as though life is breathed
the projected architectural sequences into the single moving elements at
and the historical pictures from a least for a few moments, in a way
classroom, of which the negative similar to the machine theater of
has been deformed and distorted the Baroque era. At this point at the
through heating. As an image newly latest, though, the presentation turns
segmented again and again, distorted into a query and discussion of the
traces left in the space by the rotat- art space as presentation apparatus
ing mirror, the individual picture and its fields of possibilities. Yet the
particles in the space format an echo course of events is also reminiscent
chamber of memory. of experiments of the recent past
However, this complex historical carried out on the theater stage,
interweaving of relationships that in which the stage landscape, the
is merely touched on in places in sets, the spotlights and the sound
image fragments is only one way of system are assigned a major role, as
reading the dramaturgy of the instal- implemented, for example, by the
lation. Michaela Grill and Christof German director Michael Simon with
Kurzmann, who have already dealt his play *Römische Hunde* (1991).
with similar themes in *Boiled At the center he placed a movable
Frogs* for the Musikprotokoll of construction based on Friedrich
the steirischer herbst, ultimately Kiesler‘s „space stage“, spotlighting
open up a resonance space, in which the functional elements of the theater
the conventions of perception and in keeping, so to speak, with the
the constructed gaze relations that intention of Brechtian alienation in its
are typical of an art institution are pure form.
themselves moved into the center in Accordingly, in the description of
the form of shifts and overlaps. In another work that Michaela Grill and
the presentation context of the series Christof Kurzmann were involved
O.K spektral, which is devoted to the with, *My Kingdom for a Lullaby*,
sounds of New Electronics and their the music curator Christian Scheib
remarked: „It is the end of representa- its opposite and that various materi- Michaela Grill
tion (...). The work that the array of als such as screws, plain washers,
instruments performs is the some- rice or coins on plates made of plastic Geboren 1971 in Wien / Born 1971 in Vienna
thing that is told. (...) The artists act or metal are made to vibrate on the Lebt und arbeitet in Wien / Lives and works in Vienna
as constructors of (musical, optical, speakers arranged on the floor in the
social) experimental arrangements geometrical form of a symmetrical Studium in Wien, Glasgow und London.
and circuit boards, whose self-pres- tree. Since disruptive noise and ran- Seit 1999 diverse Film- und Videoarbeiten, Installationen und Live-Visuals.
entation transforms the real as a dom events from data carriers have Festivalteilnahmen, Konzerte und Ausstellungen im In- und Ausland.
premonition of the imaginary into art long been raised to a special aesthetic
(avoiding the symbolical).“ in New Electronics as clicks&cuts, Studied in Vienna, Glasgow and London.
*Place Becomes Time, Space Becomes addressing the inner life of the Since 1999 various film and video works, installations and live visuals.
Mine* thus leads into a feedback production means themselves, going Festival participation, concerts and exhibitions at home and abroad.
loop, as the two machinists Michaela a step further and mechanically
Grill and Christof Kurzmann, both generating metallic ringing noises
active participants in the discourse in and rattling through the vibrations
New Electronics, do not seek only to of the loudspeakers seems to suggest
establish a content-based contrast to itself. Using the music program Pro Christof Kurzmann
the constraints in the former school Tools and an amplifier working with
room with their installation. They low frequencies, the electronics are Geboren 1963 in Wien / Born 1963 in Vienna
also develop a concept form parallel translated back into mechanics; a Lebt und arbeitet in Berlin / Lives and works in Berlin
to the discipline that predominated new variation in contrasting old and
there by referring to the construction new, present and past. The latter is Seit 1985 freiberuflicher Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitungen und
of attention and the steering of gaze evoked through the sharp sound of beim ORF. 1987 Gründung des Avant-Rock Duos „Extended Versions“
relations in the art space. ringing tones reminiscent of school (gemeinsam mit Helmut Heiland), 1990 Gründung der Avant-Rock-
While they require the audience to bells commanding discipline, before Formation „N.W.O.“; 1991 Gründung der „More Extended Versions“. Seit
adhere to rigid rules - such as fixed the room is brightly and disillusion- 1994 Beschäftigung mit elektronischer und elektroakustischer Musik und
admission times - to view their work, ingly illuminated, showing how it verstärkte kompositorische Tätigkeit im Bereich Neuer Musik. Seit 1995
they subvert this imagined rigidity was all staged, although the connec- Kurator verschiedener Musikfestivals. 1999 Gründung des Labels „
again, as the fragmentary picture tion to reality is still not at an end. charhizma“ (HYPERLINK „http://www.charhizma.com/“). Seither
material and the impossibility of a A minimalist, endlessly repeated Herausgabe von 20 Veröffentlichungen.
central perspective that is the same historical photo on the railing around
for everyone call to mind the instabil- the installation shows a police inspec- Since 1985 freelance work for various newspapers and for ORF.
ity of the presentation and perception tion in the Bahnhofstrasse in Linz in 1987 founded the avant-rock duo „Extended Versions“ (together with
of media art. 1934 as the Republican Schutzbund Helmut Heiland); 1990 founded the avant-rock formation „N.W.O.“; 1991
It is not by chance that the expecta- was crushed in the course of the founded „More Extended Versions“. Since 1994 involved with electronic
tion of electronic sounds merges into February battles. and electroacoustic music and more compositional work in the field
of New Music. Since 1995 curator of various music festivals. 1999
founded the label „charhizma“ (http://www.charhizma.com).
20 releases since then.

1 Gabriella Hauch, „Ein Haus als „Gedächtnisort. Ursulinenschule – Wehrmachtsgefängnis – Offenes


Kulturhaus“, in: *Der Speicher. Versuche zur Darstellbarkeit von Geschichte* (hrsg. von Offenes
Kulturhaus des Landes Oberösterreich), S. 15 – 63, S. 17
Cf. Gabriella Hauch: „Ein Haus als ‚Gedächtnisort‘. Ursulinenschule – Wehrmachtsgefängnis –
Offenes Kulturhaus“. In: *Der Speicher. Versuche zur Darstellbarkeit von Geschichte*,
Offenes Kulturhaus des Landes Oberösterreich (Ed.), p. 15 – 63, p. 17

2 Wir waren ja nur Mädchen, O.K Centrum für Gegenwartskunst, Linz 1998
*Wir waren ja nur Mädchen*, O.K Center for Contemporary Art, Linz 1998

3 Christian Scheib, *My Kingdom For A Lullaby*; unveröffentlichtes Manuskript, Wien 2002
Christian Scheib *My Kingdom For A Lullaby*, unpublished manuscript, Vienna 2002.

4 Vgl. Norbert Schläbitz, “Wie sich alles erhellt und erhält. Von der Musik der tausend Plateaus oder
ihrem Bau”, In: *Soundcultures. Über elektronische und digitale Musik*, (hrsg. v. Marcus S. Kleiner
und Achim Szepanski), Frankfurt / Main 2003, S.107 – 136, S. 123
Cf. Norbert Schläbitz, „Wie sich alles erhellt und erhält. Von der Musik der tausend Plateaus oder
ihrem Bau“, In: *Soundcultures. Über elektronische und digitale Musik* (ed. Marcus S. Kleiner &
Achim Szepanski), Frankfurt / Main 2003, p.107 – 136, p. 123
Michaela Grill
Christof Kurzmann
Place Becomes Time,
Space Becomes Mine

O.K Artists in Residency

Das O.K Centrum für Gegenwartskunst The O.K Center for Contemporary
Oberösterreich ist ein Experimental- Art is an experimental laboratory
labor im Bereich der aktuellen Kunst. in matters of art. It has especially
Es hat die Herausforderungen an ein taken up the challenges that face
zeitgenössisches Kunsthaus angenom- an institution of contemporary art
men und konzentriert sich nicht nur today and focuses explicitly on the
auf die Präsentation, sondern auch production of art works, rather than
ausdrücklich auf die Produktion von on presentation.
künstlerischen Arbeiten.
Als variables Format eröffnet die Reihe As a variable format the series
„O.K spektral“ Zugänge in Zwischenfel- “O.K spektral” opens up access into
der. Ausgehend von den Rasterungen in-between fields. Starting from
aus Clicks, Cuts und Microsamples und the interlocking of clicks, cuts and
den Sounds der Neuen Elektronik, microsamples and the sounds of new
werden Anbindungen mit visuellen Kon- electronics, the series focuses on
zepten, architektonischen Entwürfen connections with visual concepts,
oder entsprechenden Designlösungen architectonic drafts or relevant
fokussiert. Als Brennpunkt zeitgenössi- design solutions. As a hotspot for
scher Kunstproduktion und -diskussion the production and discussion of
bietet das O.K Centrum für Gegenwarts- contemporary art, the O.K Center for
kunst sowohl die technischen wie auch Contemporary art provides the tech-
die strukturellen Voraussetzungen, um nical and the structural conditions to
diesen Routen gegenwärtiger Medien- appropriately explore these routes of
kultur adäquat zu folgen. current media culture.