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Arbeitskreis ENERGIEWENDE BEZIRKSVERBAND OBERBAYERN An • alle MdB der CSU Landesgruppe im Deutschen Bundestag,
Arbeitskreis
ENERGIEWENDE
BEZIRKSVERBAND OBERBAYERN
An
alle MdB der CSU Landesgruppe im Deutschen Bundestag,
insbesondere Dr. Andreas Lenz, Mitglied im Ausschuss
für Wirtschaft und Energie
Bezirksvorsitzender:
die Bayerische Staatsregierung,
insbesondere Herrn Ministerpräsidenten Horst Seehofer
und Staatsministerin Ilse Aigner
Martin Ehrenhuber
Höhenweg 28, 82541 Münsing
Telefon: 0177-2134315
Telefax: 08177 / 9987-46
E-Mail: martin@ehrenhuber.org
Geschäftsstelle CSU BV Oberbayern:

alle MdL der CSU Fraktion im Bayerischen Landtag

per E-Mail

Adamstr. 2, 80636 München E-Mail: oberbayern@csu.de

20. Juni 2014

Geplante EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch aus EEG- und KWK-Anlagen

Sehr geehrte Damen und Herren,

der CSU Arbeitskreis Energiewende (AKE) Oberbayern möchte sich mit diesem Schreiben den Protesten zahlreicher Wirtschafts- und Umweltverbände gegen die geplante EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch anschließen. Die derzeit vorgesehene Regelung (40% der EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch aus allen neuen EEG- und KWK-Anlagen) bringt keinerlei messbaren Nutzen, würde aber die Umsetzung der Energiewende insbesondere bei Privathaushalten und Gewerbe zukünftig erheblich behindern und beachtlichen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten. Darüber hinaus ist die jetzt geplante Regelung im höchsten Maße ungerecht und mit einem kaum vertretbaren Verwaltungsaufwand verbunden, der eigentlich nur dazu dient, den weiteren Ausbau der Stromerzeugung durch Einsatz der erneuerbaren Energien zu behindern, wenn nicht sogar zu verhindern.

1. Die Regelung leistet keinen messbaren Beitrag zur Stabilisierung des Strompreises

Der Ertrag aus der geplanten EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch (die hauptsächlich Betreiber von klei- nen und mittleren PV-Anlagen betrifft) kann selbst langfristig die Größenordnung von (je nach Szenario) 30 bis 100 Mio. kaum überschreiten. Das entspricht etwa 0,15-0,5% des heutigen Umlagevolumens oder 0,01-0,03 ct/kWh. Anders gerechnet: Für einen Vierpersonenhaushalt würde sich die Umlage durch die Regelung selbst im Jahr 2020 um lediglich 0,50 bis 1,50 im Jahr vermindern (in den ersten Jahren noch um weit weniger). Dabei sind der Verwaltungsaufwand und die damit verbundenen Kosten noch nicht einmal eigerechnet.

2. Die Regelung behindert insbesondere die dezentrale Umsetzung der Energiewende

Die geplante Belastung des Eigenverbrauchs würde die Amortisationszeit gewerblicher PV-Anlagen um etwa die Hälfte verlängern und damit den Großteil gewerblicher PV-Investitionen unrentabel machen. Ähnliches gilt für Privathaushalte. Im Ergebnis würde vor allem der Zubau kleinerer und mittlerer PV- Anlagen zukünftig weitgehend zum Erliegen kommen. Das Gleiche gilt für die dezentrale Speicherung,

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die sich trotz Förderung jetzt schon kaum rechnet und mit der EEG-Umlage vollständig unwirtschaftlich wird. In gleicher Weise sind die vielen KWK-Anlagen von Stadtwerken, Gewerbe und Privathaushalten betroffen.

3. Die Regelung richtet beachtlichen volkswirtschaftlichen Schaden an

Da die geplante EEG-Umlage den Zubau vor allem kleinerer und mittlerer PV-Anlagen weitgehend zum Erliegen bringt, gefährdet sie massiv Existenzen und Arbeitsplätze bei den ausführenden Handwerksbe- trieben im ländlichen Raum, aber auch bei den verbliebenen deutschen Herstellern von PV- Komponenten. Nicht betroffen sind dagegen zentrale Großanlagen, die industriell gefertigt werden und ihre Komponenten im Wesentlichen günstig von fernöstlichen Herstellern beziehen. Auf diese Weise verringert sich die regionale Wertschöpfung und verstärkt die Abhängigkeit des heimischen Markts von ausländischen Anbietern. Eine solche Entwicklung liegt mit absoluter Sicherheit nicht im Interesse der heimischen Wirtschaft und Gesellschaft.

4. Die Regelung ist im höchsten Maße ungerecht

Dass der Eigenverbrauch aus EEG-Anlagen zukünftig in erheblichem Maße mit Umlagen belastet werden soll, während der absolut um ein Vielfaches höhere Eigenverbrauch der umweltbelastenden Kohlekraft- werke – einschließlich des riesigen Stromverbrauchs für die Braunkohlegewinnung – weiterhin befreit bleiben soll, erscheint unter dem Aspekt der Gerechtigkeit schlicht unerträglich und ist der Gesellschaft bzw. der Wählerin und dem Wähler nicht vermittelbar.

Wir bitten Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen, um dieses unsinnige und für unsere Umwelt wie un- sere Volkswirtschaft schädliche Vorhaben noch zu verhindern.

Sofern überhaupt eine Regelung gefunden werden muss, fordern wir, stattdessen die von Herrn Josef Göppel MdB bzw. vom AKE Oberbayern eingebrachten Änderungsvorschläge umzusetzen (s. Anlagen).

Herzliche Grüße,

umzusetzen (s. Anlagen). Herzliche Grüße, i.A. Martin Ehrenhuber Bezirksvorsitzender CSU Arbeitskreis

i.A. Martin Ehrenhuber

Bezirksvorsitzender CSU Arbeitskreis Energiewende (AKE) Oberbayern Mitglied im AKE Landesvorstand

(Bitte beachten Sie auch die Anlagen auf den Folgeseiten)

Anlagen:

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1. Ziffer 3 (Eigenversorgung) aus den Änderungsvorschlägen zum Entwurf des Erneuerbare- Energien-Gesetzes; Stand: 9. Mai 2014 von Josef Göppel MdB

2. Über die von Josef Göppel MdL hinaus gehende Forderung des CSU AKE Oberbayern

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Anlage 1:

Ziffer 3 (Eigenversorgung) aus den Änderungsvorschlägen zum Entwurf des Erneuerbare-Energien- Gesetzes; Stand: 9. Mai 2014 von Josef Göppel MdB:

Eigenversorgung

§ 58: Besonders Bürgerenergieanlagen haben hohes Interesse am Bezug des selbst erzeugten Stroms. Wer eigenerzeugten Strom nutzt, muss jedoch das öffentliche Netz mit finanzieren, auf das er im Be- darfsfall zurückgreift. Deshalb ist ein leistungsabhängiges Netzentgelt verursachergerecht.

Bei der Beteiligung der Eigenerzeugung an der EEG-Umlage sollten die ersten 1,25 Mio. kWh erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen von der Umlage befreit bleiben. Damit wird der Eigenverbrauch im kleingewerblichen Bereich und in Privathaushalten nicht abgewürgt.

Der Entwurf sieht eine erheblich geringere Belastung von gewerblicher Eigenversorgung aus fossil be- feuerten Anlagen als aus Anlagen zur erneuerbaren Stromerzeugung vor! Der Teilbericht Photovoltaik zum EEG- Erfahrungsbericht weist nach, dass der Eigenverbrauch die Voraussetzung für den wirtschaftli- chen Betrieb von Dachanlagen ist. Die Ungleichbehandlung von Eigenversorgung ist mit den Zielen der Energiewende nicht vereinbar!

Deshalb sollte die Belastungshöhe des industriellen Eigenverbrauchs von 15% der EEG-Umlage auch für Gewerbe, Dienstleistungen und private Haushalte gelten. Der Eigenverbrauch von dezentral erzeugtem Strom glättet Lastspitzen und führt insgesamt zu größerer Netzstabilität.

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Anlage 2:

Über den in Anlage 1 zitierten Vorschlag von Josef Göppel MdL hinaus gehende Forderung des CSU AKE Oberbayern:

Der CSU AKE Oberbayern fordert, die geplante Belastung des Eigenverbrauchs aus EEG- und KWK- Anlagen mit EEG-Umlage komplett zu streichen.

Begründung: Eine Belastung des Eigenverbrauchs mit lediglich 15% der EEG-Umlage – wie von Josef Göppel angeregt – erscheint grundsätzlich tragbar und auch nicht ungerecht. Es ist aber zu befürchten, dass der damit zusammenhängende Mess- und Abrechnungsaufwand (der zweifellos zu Lasten der An- lagenbetreiber gehen würde) den wirtschaftlichen Effekt der Umlage selbst in vielen Fällen übersteigt. Durch die Umlagenerhebung würden die einzelnen Anlagenbetreiber teils über die Grenze der Wirt- schaftlichkeit hinaus belastet. Dadurch würden voraussichtlich zahlreiche Projekte wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit nicht mehr verwirklicht – mit den entsprechenden negativen Auswirkungen auf Ar- beitsplätze und Steuereinnahmen. Umgekehrt wären die Zusatzeinnahmen aus der geplanten Belastung jedenfalls insgesamt so gering, dass dadurch eine messbare Minderung der EEG-Umlage (im Sinne einer „Strompreisbremse“) nicht erreicht werden könnte. Die geplante Umlagenerhebung bewirkt somit eine erhebliche Gefährdung für die dezentrale Umsetzung der Energiewende und einen beachtlichen volks- wirtschaftlichen Schaden, ohne dass dem ein messbarer Nutzen beim Strompreis gegenüber steht.