Sie sind auf Seite 1von 32

Von : Dj Joyrider <joyrider@mental-arts.

com>
An : mindmail@mental-arts.com <mindmail@mental-arts.com>
Datum : Samstag, 16. Februar 2008, 18:21
Betreff: Gesundheitspolitik: Was derzeit wirklich passiert
Dateien: <none>
--====----====----====----====----====----====----====----====----====----
===--

Gesundheitspolitik: Was derzeit


wirklich passiert
Ich bin 38 Jahre alt und Allgemeinarzt mit einer gut gehenden
Hausarztpraxis in Neuötting, Oberbayern, geistig gesund und ein völlig
normaler Bürger mit einer Lebensgefährtin und einem 15 Monate altem
Sohn, bin seit 12 Jahren Gemeinderat und seit sechs Jahren Kreisrat
der CSU, einer Partei, die sicherlich weit entfernt ist vom Ruf,
linkspolitische und revolutionäre Gedanken zu pflegen. Es ist nicht
meine Aufgabe, solche Texte zu schreiben und es gibt in Deutschland
Tausende, die dies besser, packender und erheblich vollständiger
schaffen und wenigstens einer von denen sollte das auch tun.

Ich bin von tiefstem Herzen Demokrat und, wie mir in den letzten Tagen
bewusst geworden ist, ein hoffnungsloser Idealist. Ich habe nicht mehr
gemacht, als mir selbst die Frage zu beantworten, warum wir
niedergelassenen Ärzte, Hausärzte und Fachärzte aussterben sollen,
obwohl sich an der Charakteristik unseres Berufes und der Faszination
für die nachfolgende Generation nichts geändert hat; der Wunsch dazu
kam mit Sicherheit nicht aus der Bevölkerung, nicht von unseren
Patienten. Von Jan Erik Döllein.

Dass wir zu teuer sind, kann man wirklich nicht behaupten und wertlos
sind wir erst recht nicht, denn mit jedem Krankenhaustag, den wir
durch unsere Arbeit vermeiden können, helfen wir den Krankenkassen
sparen.

Am 30.1.2008 haben sich 7000 von 8000 Hausärzten zu einer


Protestveranstaltung in Nürnberg getroffen und diese war die größte
und eindrucksvollste ihrer Art seit Bestehen der GKV. Keine der großen
Boulevardzeitungen brachte meines Wissens einen adäquaten Artikel,
keiner der privaten und öffentlich-rechtlichen Sender ging tiefer und
nachhaltiger auf diese Veranstaltung ein. Die allermeisten Hausärzte
eines der reichsten und größten Bundesländer drohen mit Widerstand und
niemanden interessiert es. Nur uns Ärzte - der Rest der Bevölkerung
wird außen vor gehalten. Das machte mich stutzig und ich begann, immer
tiefer im Internet nach den Gründen zu suchen, worauf ich stieß, hat
meinen Glauben an den Rechtsstaat im Mark erschüttert und erklärt uns
allen die Frage, was hier wirklich passiert:

Man muss weiter ausholen, spätestens seit der Seehoferreform 1997


wurde uns ja schon klar gesagt, dass die deutsche Bevölkerung immer
mehr überaltert, dass die Gesundheitskosten aus dem Ruder laufen
sollen und die Bezahlung immer weniger vom Solidarsystem übernommen
werden könne. Der Lösungsansatz lag neben den Einsparungen, unter
denen sowohl die Krankenhäuser als auch die Niedergelassenen leiden,
in der fortschreitenden Privatisierung von Teilen unseres
Gesundheitssystems.

Nur allzu gern nahmen viele kommunale Träger die Möglichkeit wahr,
ihre defizitären Krankenhäuser an Klinikkonzerne zu verkaufen. Die
schlechte Einnahmensituation der Häuser war ein Produkt der Reformen.

Grundsätzlich ist diese Tendenz in allen Bereichen unserer


Gesellschaft zu finden, der Staat zieht sich aus wichtigen staatlichen
Aufgaben zurück und verkauft sein Eigentum, mit dem immer auch eine
Sicherstellungsaufgabe verbunden ist, an private Hände. Man kennt dies
von der Bahn, von der Post, von der Stromversorgung und zahlreichen
anderen Bereichen. Auf der Homepage des Bundestages findet man zu dem
Schlagwort Privatisierung über 2000 Einträge aus den letzten fünf
Jahren. Aktuell diskutiert man gerade die Privatisierung des
Gerichtsvollzieherwesens. Schleichend geht damit aber auch ein
zunehmender Machtverlust der Regierung einher und der Bürger ist in
allen Bereichen häufig der Willkür der Konzerne ausgesetzt. Grundlage
dieser Denkrichtung ist der so genannte Neoliberalismus, der eine
Entstaatlichung und eine Übernahme gemeinschaftlicher Felder durch
?die Bürger? propagiert, womit allerdings keine Bürgervereinigungen
gemeint sind, sondern nur die großen Konzerne.

Zurück zu unserer Entwicklung im Gesundheitssystem: Es entstanden also


vier große Klinikketten, namentlich Rhönklinken, Asklepios, Sana und
Fresenius, die miteinander im Jahr 2007 sieben Milliarden Gewinn
erzielt haben, wohl gemerkt, der Klinikmarkt ist noch längst nicht
komplett aufgeteilt, sondern befindet sich noch zu großen Teilen in
den Händen der Kommunen. Es ist aber zu Zeiten der politisch
gewünschten DRG-Abrechnung zu erwarten, dass die stetig größer
werdenden Defizite die Landkreise immer mehr zwingen werden, sich von
der Schuldenlast zu befreien, ihre Krankenhäuser den interessierten
Klinikketten zu verkaufen. Die Gewinnerzielung läuft, auch wenn das
stetig verneint wird, über eine Personalkostenreduzierung, indem man
aus dem BAT-Tarif aussteigt und Haustarife anbietet, denen die
Mitarbeiter zustimmen müssen.

Zitat aus der Homepage der Rhönkliniken: ?Wir würden den Versuch, uns
auf BAT-Niveau binden zu wollen, als Angriff auf die Zukunft unserer
Krankenhäuser betrachten.?

Auch die Synergieeffekte wie gemeinsamer Einkauf, Labor etc. der


Klinikketten helfen, dass sich vormals rote Zahlen bald in Gewinne
verwandeln. Über kurz oder lang werden sich die meisten Krankenhäuser
mittelbar oder unmittelbar im Besitz der großen Vier befinden.

Was geschieht nun bis 2020 mit den niedergelassenen Ärzten in


Deutschland? Die werden einfach aussterben. Die Ursache ist ja leicht
erklärt, auch im ambulanten Sektor ist die Honorierung so schlecht
geworden, dass sich für einen jungen Arzt das Risiko in die
Selbstständigkeit einfach nicht mehr lohnt. Alle Gesundheitsreformen
der letzten Jahre hatten nur ein Ziel, nämlich die gesamten
Leistungserbringer derart in finanzielle Misslage zu bringen, dass man
sich förmlich nach einem Heilsbringer in Form eines professionellen
Großbetriebes sehnt, der einem die Last der stetigen Existenzbedrohung
von den Schultern nimmt. Durch die Reformen wurde sicherlich auch Geld
für die Krankenkassen gespart, aber das war nur der nachrangige Sinn,
in Wahrheit wurde hier die komplette Privatisierung der gesamten
Gesundheitsversorgung unserer Bevölkerung vorbereitet.

Man gründet heute MVZ (Medizinische Versorgugs-Zentren), weil


argumentiert wird, dass der Zusammenschluss die Kosten senkt und die
Patienten kürzere Wege haben. Dem kann man nicht widersprechen, aber
in Wirklichkeit liefern die, derzeit häufig noch in den Händen von
einzelnen Ärztegenossenschaften liegenden, Einrichtungen die ideale
Basis für eine Übernahme durch die großen Konzerne. Ab einer
entsprechenden Summe wird sicher jeder schwach. Es wird dann
fortwährend angestrebt, die, in der Region übrigen Arztsitze
allmählich billig aufzukaufen, denn andere Interessenten gibt es kaum.
Sollte dann der gleiche Konzern auch noch das entsprechende
Krankenhaus besitzen, liegt das Monopol der Gesundheitsversorgung
einer ganzen Region in den Händen eines einzelnen Privatunternehmens.

Ab dann würden nicht mehr die Krankenkassen den Preis diktieren,


sondern der Monopolist, denn niemand anderes kann die Sicherstellung
der medizinischen Versorgung garantieren. Die Gelder der
Beitragszahler werden reichlich in die Taschen der Besitzer fließen
und der mündige Bürger wird in seiner Versorgung komplett auf die
Bestimmungen des jeweiligen Konzerns angewiesen sein.

Rechte wie die freie Arztwahl will ich hier gar nicht erwähnen, man
wird froh sein, dass sich überhaupt noch jemand der Bürger annimmt.
Unsere breit gefächerte Arztlandschaft soll also ganz bewusst umgebaut
werden zu einer reinen Monokultur, die nur der Gewinnerzielung dient
und den einzelnen Patienten als Wertschöpfungsfaktor und nicht als
Mensch behandelt.

Mit Sicherheit entstehende Mehrkosten für die Versicherten müssen die


Patienten aus der eigenen Tasche bezahlen. Man bezahlt auch, denn man
hat ja keine Behandlungsalternative. Ab diesem Zeitpunkt sind übrigens
auch Strukturen wie Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenkassen oder
Ärztekammern völlig unsinnig geworden, denn einem Alleinanbieter redet
niemand mehr drein. Berufsständische Gebote wie Schweigepflicht,
Ehrenkodex, Werbungsverbot werden ebenfalls keine Geltung mehr haben,
der Arzt ist ein reiner angestellter Dienstleister für den
Profitkonzern. Bis 2020 ist alles abgeschlossen.

Diese ganze Entwicklung ist verursacht allein durch die von unserem
Staat veranlassten Gesundheitsreformen und man muss sich natürlich
fragen, wie können unsere gewählten Volksvertreter diesen Ausverkauf
der Persönlichkeit und der Intimität seiner Bürger nicht nur zulassen,
sondern sogar auslösen wollen? Wie kann ein Staat bewusst seine
Mitglieder zu gläsernen Wirtschaftsgütern machen?

Bewusstes Handeln möchte ich den meisten gar nicht unterstellen, denn
durch die Nomenklaturen, Umfragen, scheinbaren Kompliziertheiten und
angeblichen Komplexitäten wissen die allermeisten unserer
Bundestagsabgeordneten überhaupt nicht mehr Bescheid, welche
Konsequenzen die Reformen langfristig auslösen werden. Auch die
Gesundheitsministerin Ulla Schmid sieht in den MVZ offenbar immer noch
eine großartige Wiedererweckung der alten Polikliniken aus
Ostdeutschland, wobei sie einen entscheidenden Unterschied vergisst,
in der DDR bestand natürlich eine Kostenstabilität durch den
Staatsbesitz, während MVZ in den Händen monopolistischer Konzerne die
Gesundheitsausgaben sicher ans Limit treiben werden und auch mit den
Patientendaten noch Geschäfte gemacht werden.

Die ganzen Ziele dieser entsolidarisierten Übernahme der Bevölkerung


werden den Politikern von den Initiatoren angepriesen mit den
Begriffen Vernetzung, Qualitätssteigerung, Kommunikationssteigerung
und so weiter. Ich glaube fest daran, dass viele unserer Politiker
insgesamt davon überzeugt sind, es richtig zu machen, denn die Daten,
die sie erhalten, bestärken sie.

Die Initiatoren, die still und heimlich unsere Politiker derart stark
beeinflusst haben, dass sie zufrieden und mit reinem Gewissen die
Grundfesten unseres Staates auf den Markt werfen, sind klar zu nennen:
es handelt sich um Liz und Reinhard Mohn, unterstützt von ihrer
Freundin Frieda Springer.
Sie haben diese Namen fast noch nie gelesen, sie halten sich
weitestgehend aus den Medien heraus und doch werde ich Ihnen erklären,
dass es nahezu niemand anderes ist, der das deutsche Gesundheitssystem
zur Ernte für Investoren vorbereitet hat. Das Ehepaar Mohn besitzt,
als reiner Familienbetrieb, sowohl die Bertelsmann AG, als auch die
Bertelsmann Stiftung, ein geniales Steuersparmodell, denn die Stiftung
ist derzeit immer noch als gemeinnützig anerkannt, obwohl sie zu 75%
Besitzer der Aktien der AG ist, 25% der Aktien befinden sich in
direktem Familienbesitz. Durch die Gemeinnützigkeit muss die Stiftung
die Dividendenausschüttung erheblich begünstigter versteuern, als es
die Familie Mohn müsste, wenn sie als privater Eigner Steuern zahlen
würde. Die Einsparungen liegen in Milliardenhöhe, denn beispielsweise
im Jahr 2006 kursiert ein Gewinn der Bertelsmann AG von 9,7 Mrd. Euro
und der Umsatz des Konzerns war 2005 mit 16,8 Milliarden Euro so hoch
wie der der nächsten zehn Medienkonzerne zusammen.

Ein ?global player?, der insgesamt in über 60 Ländern vertreten ist


und sich vor allem über die Vermarktung von Kommunikation im weitesten
Sinne finanziert. Unter anderem gehört der Bertelsmann AG sowohl die
RTL Group, als auch der Gruner + Jahr Verlag, aber auch die, auf
breiter internationaler Ebene agierende Arvato, die sich auf alle
Kommunikationsplattformen zwischen Bürger und Staat spezialisiert hat.
Insgesamt gehört dieser unglaublich mächtige Konzern einer einzigen
Familie, der Familie Mohn. Frieda Springer, die Witwe von Axel
Springer besitzt die Hauptanteile des Springerkonzerns und die beiden
Damen sitzen häufig bei einem Plausch bei ihrer Freundin Angela
Merkel. Ob sich unsere Kanzlerin diese Freundschaft allerdings frei
wählen konnte, ist angesichts der Medienallmacht von Liz Mohn und
Frieda Springer, die übrigens einen ausgesprochen sympathischen
Eindruck machen, mehr als fraglich. Ein Kaffeekränzchen regiert unser
Land.

Die politische Einflussnahme erfolgt über die Bertelsmann Stiftung,


eine Institution, die sich vom Steuersparmodell schnell zum größten
und durch den Medienhintergrund mächtigsten Think Tank der Republik
gewandelt hat. Obwohl man in den Medien kaum den Namen Bertelsmann
hört, ist es doch erklärte Politik, die Gesellschaft zu verbessern, zu
reformieren und zu perfektionieren, vorwiegend in den Hinterzimmern
der Macht. Übrigens relativ klar formuliert von Reinhard Mohn selbst,
der wohl auch aufgrund seines Alters mittlerweile die personelle
Führung in die Hände seiner Ehefrau gelegt hat.

Ich muss gestehen, dass mich der extrem apodiktische Anspruch und die
verlockenden Heilsbotschaften leider an die Ideen von Scientology
erinnert haben, jedoch habe ich bei allen Recherchen keine Verbindung
entdecken können und behaupte dies auch nicht. Letztendlich ist dies
aber wohl auch der Grund, warum auf zahlreichen Internetseiten von der
?Mohn-Sekte? gesprochen wird und gerade wir Deutschen müssen immer
hellhörig werden, wenn jemand für sich allein den Anspruch
proklamiert, zu wissen, was eine bessere Welt ist. Eine Frage, die
sich mir ständig stellt, ist, wie verfassungskonform ein Lobbyismus
ist, bei dessen Nichtbeachtung unsere Volksvertreter fürchten müssen,
über die Vernichtung in den Medien ihren Job zu verlieren. Wenn ein
Beruf, wie der des Politikers so stark von der öffentlichen Meinung
abhängt und diese Meinungsbildung in den Händen zweier netter Damen
liegt, wie viel ist dann eigentlich unsere Demokratie noch wert?

Nun zurück zum Gesundheitssystem: Die Bertelsmann Stiftung berät, aus


natürlich nur idealistischem Grund die gesamte Bundesregierung, aber
natürlich auch viele andere Konzerne mit Fakten, Demographie,
Benchmarks und Qualitätskriterien. Sie schafft Diskussionsforen und
Kongresse, bei denen ausgewählte Referenten Bertelsmannpositionen
vertreten und fortwährende, subtile Meinungsbildung aus einem Guss
erfolgt. Dabei hat die Stiftung in Deutschland aufgrund ihrer
?Uneigennützigkeit? gerade in Politikerkreisen eine außergewöhnlich
große Reputation erlangt.

Der Volksvertreter muss, um richtige Entscheidungen treffen zu können,


wissen, mit welcher Sachlage er konfrontiert ist, was die Bevölkerung
will und welche Risiken bestehen. Diese Daten liefert Bertelsmann,
gleich kombiniert mit den entsprechenden Lösungsansätzen. Die Macht
der Demographie und Demoskopie ist überragend. Wenn mir jemand sagt,
ich solle meine Praxis renovieren, habe ich die Möglichkeit, frei zu
entscheiden, wenn mir aber jemand sagt, 87% der Bürger unserer Stadt
finden die Einrichtung und die Farbwahl meiner Praxis schrecklich, wie
sehr gerate ich dann bei meiner Entscheidung unter Druck? Deshalb kann
man den Politikern letztendlich gar keine Vorwürfe machen, denn sie
meinen ja, ihre Reformentscheidungen für das Volk zu treffen.
Anprangern könnte man höchstens, dass sich viele schon so weit vom
Bürger entfernt haben, dass sie ihn nicht mehr selbst befragen können.

Ähnlich verhält es sich auf alle Fälle mit dem Gesundheitssystem,


ständig wird von Bertelsmann kritisiert, die Kommunikation und die
Zusammenarbeit zwischen den ambulanten und den stationären Ärzten ist
schlecht, die Qualitätskriterien werden nicht beachtet, man kann
unsere Arbeit nicht messen und statistisch erfassen. Die Medien
beschränken sich in der Berichterstattung nur auf Fehler und
Versäumnisse unseres Berufsstandes, die tägliche Arbeit um die
Gesundheit unserer Bevölkerung findet keine Erwähnung.

So sturmreif geschossen, glauben viele Politiker, an dieser


?desolaten? Situation etwas ändern zu müssen, zumal, ich gestatte mir
zu sagen angeblich, das Geld immer weniger wird.

Heilsbringer sind hier wieder die privaten Träger, die dem chaotischen
System der Einzelpraxen mit einer Fülle an Controlling,
Effizienzsteigerung, Qualitätsmanagement, Benchmarking und
repräsentativer Außenwirkung entgegentreten. Das ist der Anspruch, der
von der gemeinnützigen Stiftung in die Köpfe der Bundespolitiker
geimpft wird, das ist alles so schön nachvollziehbar und welcher
Politiker möchte nicht im Gesundheitssystem Qualität und messbare
Größen? Doch wird menschliche Nähe und soziale Wärme jemals
quantifizierbar sein?

Offensichtlich bemerken Viele nicht, auf welche Gefahr wir zusteuern:


wenn das System der Einzelpraxen dem Monopolismus einiger weniger
Konzerne weicht, wie groß ist dann deren Macht? Was Bertelsmann davon
hat, unsere Bürger zu vermarkten? Nun, Frau Liz Mohn sitzt im
Aufsichtsrat der Rhön Kliniken AG, dem größten privaten
Klinikbetreiber in Deutschland. Und ich bin überzeugt, dass es noch
tausend anderer gewinnversprechender Gründe gibt, mit denen sich die
Bertelsmann AG dieses völlig neue, bisher geschützte Wirtschaftsfeld
erschließen wird. Sei es durch Schriftmedien,
Kommunikationsplattformen Fernsehprogrammen etc.

Interessant, fand ich auch die Rolle des Herrn Frank Knieps, der noch
2003 als AOK-Geschäftsführer vor einer Privatisierung der
Gesundheitswirtschaft warnte, weil diese über kurz oder lang die
Kosten in die Höhe schnellen lasse. Mittlerweile steht er auf der
Referentenliste jeder Bertelsmannveranstaltung und sitzt im
Bundesgesundheitsministerium als Verantwortlicher für die Umsetzung
der Reformen.
Ich kann mir ein Zitat aus einem Interview von 1999 mit den
?Verbrauchernews? einfach nicht verkneifen, es ging um die Forderungen
der Reformkommission Soziale Marktwirtschaft, gesponsert von der
Bertelsmannstiftung: ?Die Kommission ruft zur Abkehr von den tragenden
Strukturprinzipien der sozialen Krankenversicherung auf? Gesundheit
soll von den wirtschaftlichen Möglichkeiten des Einzelnen abhängig
gemacht werden. ? Die Vorschläge der Kommission enthalten keine neuen
und schon gar keine brauchbaren Gedanken zur politischen und
finanziellen Stabilisierung der Krankenversicherung. Sie sind
Blendwerk, weil sie Gesetze der Marktwirtschaft im Gesundheitswesen
einführen wollen, die dort gar nicht gelten können.?

Bewundernswert, soviel fällt mir dazu ein, wie schnell gut dotierte
Referentengehälter die Meinung nahezu um 180 Grad drehen können.

Nett ist auch die Geschichte mit der E-card, die von den
Stiftungsgremien immer als Weg aus der Intransparenz und dem
angeblichen Mangel an Kommunikation zwischen den medizinischen
Leistungserbringern hochgehalten wird. Obwohl sich alle Ärzteverbände
dagegen aussprechen, weil die E-card eindeutig ein Eingriff in die
ärztliche Schweigepflicht und die Individualität des einzelnen Bürgers
ist, betreibt das Bundesgesundheitsministerium weiter deren
Einführung.

Beauftragt, für ein Volumen von vorrausichtlich 1,9 Milliarden Euro


ist der Konzernteil Arvato. Es ist übrigens müßig zu nennen, dass
dieses Unternehmen zusammen mit dem Verlag Gruner + Jahr und dem
Springer Konzern das modernste Druckzentrum Europas Prinovis hält. Je
tiefer man sucht, desto öfter findet man die Verquickung der
selbsternannten Eliten, die uns in Wirklichkeit regieren. Ich gebe zu,
gar nicht tiefer gestöbert zu haben, denn eigentlich wollte ich ja nur
die Frage klären, warum unsere Situation ist, wie sie ist. Ich habe
auch bei Frau Springer und ihrem ganzen Konzern keine offizielle
Beteiligung an den großen Klinikkonzernen gefunden, deshalb kann ich
mir letztendlich nur vorstellen, dass entweder entsprechender
Aktienbesitz oder die multiplen Verwebungen mit dem Bertelsmann
Konzern der Grund sind, warum sich die Springerpresse so mitschuldig
macht an der Vernichtung der ambulanten Patientenversorgung durch
niedergelassene Ärzte.

Abschließend möchte ich noch einmal kurz zusammenfassen:


- Krankenhäuser machen politisch gewollte Defizite, werden an
Klinikketten verkauft.
- Niedergelassene Ärzte verdienen politisch gewollt so wenig, dass der
Nachwuchs ausbleibt. Sie werden durch MVZ ersetzt, die zu guter letzt
ebenfalls den Klinikkonzernen gehören werden.
- Die medizinische Versorgung unseres Landes liegt dann nicht mehr in
der Verantwortung von Ärzten, sondern von Konzernen.
- Monopolstrukturen und die Lenkung der Patientenströme garantieren
bei einer überalterten Bevölkerung eine geradezu utopische
Ertragssituation.
- Ärztliche Standestraditionen werden dem reinen Streben nach Ertrag
geopfert werden. Die gesundheitspolitische Landschaft wird sich von
Grund auf radikal verändern und entsolidarisieren.
- Die Ursache liegt nicht in dem Wunsch der Bevölkerung, sondern in
der geschickten Manipulation der Regierung durch hochpotente
Lobbyisten, die die Macht haben, über das Schicksal der Politiker zu
verfügen.

Ich weiß, dass ich Ihnen hier viele Fakten und Daten zugemutet habe,
aber ich verspreche Ihnen, dass es sich hierbei nur um die absolute
Spitze des Eisberges handelt. Ich könnte die Entstehung der
Hochschulgebühren oder die Beeinflussung der Schulpolitik nennen, ich
könnte die Agenda 2010 der rot-grünen Regierung nennen, die in all
ihren Details nahezu komplett aus der Feder der Bertelsmannstiftung
stammt. Ich empfehle Ihnen nur einmal, in Ihre Suchmaschine die zwei
Schlagwörter ?Bertelsmann? und ?Kritik? einzugeben und Sie finden eine
derartige Fülle an Informationen, wie dieser Konzern Deutschland fest
im Griff hat und seine Bevölkerung zu Schafen degradiert, deren Wolle
reichlich Gewinn abwirft. Dabei ist es völlig unwichtig, ob man ein
Arbeitsschaf, ein Landtagsschaf oder ein Bundestagsschaf ist, die
gesamte Bevölkerung trägt dazu bei, den Nachschub an Wolle zu liefern.

Ich weiß nicht, wie wir alle es verhindern können, dass Gesundheit zu
einer profitablen Beute für die mächtigen Konzerne werden wird, nur
haben wir Ärzte generell eine nicht kontrollierbare
Kommunikationsplattform, nämlich unser Wirken vor Ort, bei den
Bürgern. Informieren Sie sich erst mal selbst, machen Sie sich ein
eigenes Bild, bevor Sie mir alles glauben. Betrachten Sie die Medien
einmal unter dem neu gewonnenen Aspekt der Unfreiheit und
Manipulation. Wenn wir uns der Hintergründe bewusst werden, sieht man
auch, wie unwichtig eigentlich die Streitereien der Berufsverbände
sind, wie sensationell allerdings der Protest der Hausärzte in Bayern
war.

Ich habe noch so viele Fragen, die ich Sie alle bitte zu beantworten,
z.B. welche Rolle spielen die Krankenkassen? Ich kann mir nicht
vorstellen, dass diese sehenden Auges in eine Zwangssituation laufen
wollen, in der sie ausgemolken werden wie nie zuvor. Auch ist es doch
höchst fragwürdig, ob man überhaupt dann noch Krankenkassen benötigt:
wenn ohnehin die Versorgung monopolistisch in den Händen der großen
Konzerne liegt, ist es wohl zu erwarten, dass man seinen
Krankenversicherungsbeitrag unmittelbar dorthin überweisen wird. Das
ist in letzter Instanz das System des amerikanischen Konzerns Kaiser
Permanente, mit dem unsere, hoffentlich getäuschte
Gesundheitsministerin durchs Land zieht und das auf allen
Internetseiten des Bundesgesundheitsministeriums so überzeugt
angepriesen wird.

Wie ist das mit Healthways, sind die so klug, dass sie die Vermarktung
unserer Republik bereits erkennen und ähnlich einem Bohrteam die
besten Pfründe sichern wollen? Oder besteht hier eine Übereinkunft mit
der Bertelsmann AG, für die es ein leichtes wäre, die Bevölkerung
gegen diesen potentiellen Gegner aufzubringen? Geben Sie mal
?Atlantikbrücke? in ihre Suchmaschine ein, erweitert den Horizont
erheblich.

Ich habe Angst vor dieser ganzen Verstrickung und erst recht vor dem
Gedanken, in einem Land zu leben, das längst in den Händen von
Konzernen ist. Ich kann nur diese Ergebnisse meiner Recherche
darstellen und allen verantwortungsvollen Bürgern erklären, in der
Hoffnung, dass dadurch eine Diskussion angeregt wird, in allen
Bereichen des täglichen Lebens.

Ich kann als Arzt Menschen nicht verändern, ich kann als Arzt aber die
Menschen informieren über Gefahren, die in ihrem Verhalten gründen,
kann sie warnen und versuchen, über die Risiken und Nebenwirkungen
aufzuklären. Das Internet scheint mittlerweile der einzige Weg,
Informationen noch ungefiltert austauschen zu können. Ich lade Sie
alle ein, mitzusuchen, mitzustöbern, die Geschichte publik zu machen.
Zeigen Sie diese Zusammenfassung gerne allen interessierten Menschen,
Journalisten und Entscheidungsträgern, die sich längst fragen, woher
das Gefühl kommt, in diesem Staat nur noch ein Wirtschaftsgut zu sein,
die sich tagtäglich die Frage stellen, warum das Leben hier immer
weniger schön ist. Zeigen Sie diese und Ihre eigenen Erkenntnisse den
Menschen, die Macht und Einfluss haben, diskutieren Sie, ob diese
Allmacht gewollt ist, oder so schleichend entstanden ist, dass sie
einfach übersehen wurde. Vertreten Sie ein Menschenbild, das mehr ist,
als die RTL-Vision von Superreichen und armen Bürgern, die sich bei
DSDS für uns zum Idioten machen. Die weitestgehende Anspruchslosigkeit
unseres Medienangebots zeugt meiner Meinung nach deutlich von dem
Respekt, den die Regierenden vor uns haben. Wenn wir nach all den
Gesprächen dann gemeinsam erkennen sollten, dass diese Entwicklung
unveränderbar ist und in Zukunft der Weg unserer Gesellschaft in diese
Richtung führen soll, muss jeder selbst wissen, ob er dort leben will
oder nicht. Nur wissen sollte jeder, warum alles so abläuft.

Hinterfragen Sie, warum ein Mann wie Horst Seehofer, obwohl er die
Türen geöffnet hat für diese Politik, heute in der Passauer Neuen
Presse als scharfer Kritiker des Neoliberalismus zitiert wird und
erinnern Sie sich, bei aller Fragwürdigkeit, warum er gerade vor der
Bewerbung zum CSU-Vorsitz durch die Medien geprügelt worden ist.
Dieses Schicksal droht allen Abtrünnigen und natürlich habe auch ich
persönlich echte existentielle Angst vor den Auswirkungen dieses
Dossiers.

Die Lösung des Problems der Rettung unseres Gesundheitssystems wäre


einfach: würde man den Beruf des selbstständigen Arztes wirklich
wieder attraktiver machen, würde diese Berufsgruppe immer ein
mächtiges Kontrollorgan und einen Gegenpol zu der Konzernpolitik
darstellen, zumindest solange, bis man uns auch korrumpiert hat.

Die grundsätzliche Beurteilung der derzeitigen Lage unserer Nation


überlasse ich sehr gerne anderen, denn die werden dafür bezahlt. Es
ist wichtig, dass der Staat sich wieder seiner Verantwortung für den
einzelnen Bürger bewusst wird und nicht für den Bürger in der
Definition des Neoliberalismus.

Machen Sie sich Gedanken und, was mich freuen würde, überzeugen Sie
mich, dass ich mich irre, dass alles, was ich heute hier verfasst habe
nicht wahr ist und das Hirngespinst eines Spinners, Sie könnten mir
keine größere Freude machen.

Dr. med. Jan Erik Döllein


Allgemeinarzt, CSU-Kreis- und Gemeinderat
Mitglied des Verwaltungsrates der Kreiskliniken Altötting/Burghausen
URL: http://www.nachdenkseiten.de/?p=2965

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=
Von : Dj Joyrider <joyrider@mental-arts.com>
An : mindmail@mental-arts.com <mindmail@mental-arts.com>
Datum : Dienstag, 12. Februar 2008, 19:00
Betreff: Gefangene offshoren?
Dateien: <none>
--====----====----====----====----====----====----====----====----====----
===--
Gefangene offshoren?

Ein Beispiel dafür, warum man


Gefängnisse nicht privatisieren
sollte:
http://www.chieftain.com/metro/1202311113/4

?Eine private Gefängnisfirma droht damit, alle ihre Gefangenen in


einem Gefängnis in Colorado zu verlegen, wenn der Bundesstaat ihr
nicht mehr bezahlt als bisher.?

Jetzt werden also neuerdings nicht mehr nur Arbeitsplätze abgebaut und
dorthin verlegt wo es sich lohnt, sondern auch Gefangene? Was für eine
Welt.

Und man beachte folgenden Satz:


?Momentan verfügt die Firma (?) über 460 freie Betten.?

Was automatisch bedeutet, dass die zunehmende Kriminalisierung der


halben Bevölkerung und damit die Füllung der ?freien Betten? für
gewisse Kreise kein gesellschaftliches Problem, sondern finanziell
erstrebenswert ist.

Kommentar von Logiker am 11. Februar um 12:41 Uhr

Was ist denn wenn da mal ein privates Gefängnis pleite geht? Werden
dann ALLE entlassen ?

URL: http://politblog.net/nachrichten/2008/02/09/1955-gefangene-offshoren/

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=
Von : Dj Joyrider <joyrider@mental-arts.com>
An : mindmail@mental-arts.com <mindmail@mental-arts.com>
Datum : Dienstag, 12. Februar 2008, 10:56
Innenministerium will
Betreff:

Datenbankzugriff für BND, BKA und


Konsorten auf Bundesmelderegister
Dateien: <none>
--====----====----====----====----====----====----====----====----====----
===--

Alle Steuerzahler zentral erfasst


Innenministerium will Datenbankzugriff für BND, BKA und Konsorten

Erinnert sich jemand? "Befürchtet wird unter anderem, dass - analog


zur Mautdatenspeicherung - nach Einführung der Zentraldatei die
versprochene Beschränkung des Zugriffs auf die Finanzämter schnell
unter den Tisch fällt und Strafermittler, Geheimdienste und andere
Behörden Zugriff auf die Datensammlung erhalten." Keine zwei Monate
hats nun gedauert, schon ist es soweit: das geplante zentrale
Bundesmelderegister soll neben eindeutiger Steuer-ID aller
Bundesbürger zahlreiche andere Daten erfassen - und den einschlägigen
Behörden zur Verfügung stehen. Unter anderem die Piratenpartei
protestiert.

Nach den vorerst aus "technischen Gründen" auf die lange Bank
geschobenen Plänen für eine zentrale Datenbank aller steuerpflichtigen
Bürger will das Bundesinnenministerium ein zentrales Melderegister
einführen, in dem - Überraschung! - auch die bundesweit zentral
vergebene, lebenslange Steuernummer der Bürger erfasst werden soll.
Weiter ein Datensatz aus vorerst 27 Angaben zur Person wie Name und
Anschrift, aber auch beispielsweise die Religionszugehörigkeit. In der
Diskussion sind über 60 zu erfassende Merkmale.

Stärkerer Datenschutz, wenn schon mehr und sensibleres Material


gesammelt wird? Im Gegenteil: Geheimhaltungspflichten gegenüber den
Meldeämtern sollen bei der neuen Zentraldatenbank - anvisierter Start
2009 - weitgehend ausgehebelt werden. So sollen nach dem Entwurf BND
und Militärischer Abschirmdienst auf alle beim Bundesmelderegister und
den Meldebehörden gespeicherten Daten zugreifen dürfen, ebenso
Polizei, Staatsanwaltschaften, Justizvollzugsbehörden, Zollfahndung
und zur Strafverfolgung auch Finanzbehörden.

Jan Huwald, Politischer Geschäftsführer der Piratenpartei Deutschland


kommentiert:

"Die ärztliche Schweigepflicht soll fallen, wenn es der Gefahrenabwehr


dient. Vermieter und zur Geheimhaltung verpflichtete Stellen sollen
verpflichtet werden, den Verdacht auf falsche Angaben im Melderegister
zu melden. Die informationelle Selbstbestimmung wird von allen Seiten
angegriffen: Dem BMI kann es für innere Sicherheit nicht genug
Ausnahmen geben. ... Einen Widerspruch gegen diese Auskünfte darf man
höchstens dann erwirken, wenn Gefahr für das eigene Leben droht."

Die Piraten konstatieren, dass es mitnichten mehr um Terrorismus,


sondern schlicht nur noch um den gläsernen Bürger geht - während
Verwaltung, Politik, Geheimdienste und Ermittlungsbehörden zunehmend
klandestin agieren, wenn sie es nicht ohnehin bereits tun.

Heise zitiert den Bielefelder Staatsrechtler Christoph Gusy mit den


Worten "Die Daten sind weitgehend zweckfrei gespeichert." Seiner
Einschätzung nach bietet der Referentenentwurf auch die Möglichkeit
zur Dateneinsicht für private Stellen - heise nennt die GEZ oder
"Inkassounternehmen".

Jens Seipenbusch von den Piraten:

"Schritt für Schritt fällt die Maske. Wer ernsthaft geglaubt hat, es
ginge bei den Überwachungsgesetzen der letzten Jahre um Terrorismus
oder Verbrechen, muss sich jetzt eines besseren belehren lassen. Die
Bundesregierung will den gläsernen Bürger, und das ohne Vorbehalte!
Zentrale Speicherung, automatisierter Datenaustausch und Onlinezugriff
bilden das Rückgrat des technokratischen Überwachungsstaats."

Abgesehen davon, dass der Bürger auch gegenüber der Privatwirtschaft


gar nicht transparent genug werden kann: so falsch wird er nicht
liegen.

(Der Vollständigkeit halber: Auch FDP und Grüne sind im Moment gegen
die Pläne des Innenministeriums.)

URL: http://www.gulli.com/news/alle-steuerzahler-zentral-2008-02-11/

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=
Von : Dj Joyrider <joyrider@mental-arts.com>
An : mindmail@mental-arts.com <mindmail@mental-arts.com>
Datum : Montag, 11. Februar 2008, 18:49
Betreff: Polizei im Datenrausch
Dateien: <none>
--====----====----====----====----====----====----====----====----====----
===--
Offshore Data

Was haben ?Arbeitsschutzbestimmungen bei der Wartung von


Offshore-Windanlagen? und ?Vorkehrungen gegen Alkoholmissbrauch auf
See? gemeinsam, außer vielleicht, dass sie anscheinend ein Thema
betreffen, mit dem die bravsten aller Bundesbürger, namentlich die
Bayern und die Schwaben, angesichts fehlender Meeresküsten vor der
Haustür nichts anfangen können?

Ganz einfach: Man kann darin wunderbar unscheinbar ein neues


Salamischeibchen unserer zahlenmäßig zunehmenden Überwachungsgesetze
verstecken, um ohne große politische Diskussion im Bundestag durch die
Abstimmung gemogelt werden zu können.

Es geht um den jetzt mit linken Tricks beschlossenen automatisierten


Zugriff auf die Daten von 29 Millionen Schiffspassagieren, die
Deutsche Häfen nutzen, welche verdachtsunabhängig auf unbestimmte Zeit
gespeichert werden sollen. Also so etwas wie die berühmt-berüchtigte
?Fluggastdatenspeicherung?, die Flüge in die USA und demnächst auch
die EU selbst betrifft, nur eben für Schiffsreisen.

Darüber regt sich die Opposition, allen voran die FDP, jetzt auf. Die
Art und Weise, wie diese Gesetzesänderung klammheimlich in die
Abstimmung kam, bezeichnet der FDP-Politiker Patrick Döring als
?echten Klopper?.

Dabei sind die Oppositionsparteien im Bundestag schon vor knapp drei


Monaten auf ähnliche Art und Weise und sogar zu einem ähnlichen Thema
hereingelegt worden: http://www.netzeitung.de/deutschland/826271.html

Mal sehen, welche Mittel und Wege unsere schwarzroten ?Demokraten?


noch aus dem Ärmel zaubern, um unliebsame Gesetzesentwürfe bis zur
eigentlichen Abstimmung vor den bösen bösen Oppositionsparteien
geheimhalten zu können.

URL: http://zweicent.brostedt.de/index.php/2008/02/offshore-data/
--

Gesetzentwurf
Polizei im Datenrausch
VON STEFFEN HEBESTREIT
Berlin. Die Bundespolizei wird künftig automatisch Zugriff auf die
Daten von 29 Millionen Schiffspassagieren haben, die pro Jahr einen
deutschen Hafen ansteuern oder von dort abreisen. So sieht es ein
kleiner Passus des Gesetzentwurfs "zur Änderung
seeverkehrsrechtlicher, verkehrsrechtlicher und anderer Vorschriften
mit Bezug zum Seerecht" vor, dem Regierung und Bundestag jüngst
zugestimmt haben.

Irgendwo zwischen den Arbeitsschutzbestimmungen bei der Wartung von


Offshore-Windanlagen und den Vorkehrungen gegen Alkoholmissbrauch auf
See ist versteckt, was der FDP-Verkehrspolitiker Patrick Döring als
"echten Klopper" bezeichnet. Für eine "verbesserte Nutzung vorhandener
Datenbanken des Bundes", so heißt es lapidar, soll die Bundespolizei
automatisch Namen, Geschlecht, Geburtstag, -ort, Staatsangehörigkeit,
Ausweisnummer und etwaige Visa-Informationen eines jeden Passagiers
erhalten - und auf unbestimmte Zeit speichern dürfen. Ohne einen
konkreten Verdacht können die Behörden diese Daten auswerten.

Döring spricht von einem "schwerwiegenden Eingriff in die


Bürgerrechte". An der Opposition vorbei habe die Regierung diese
Regelung durch den Bundestag geschleust, kritisiert er. Durch
"Täuschung und billige Tricks" habe Schwarz-Rot eine öffentliche
Debatte im Bundestag darüber verhindert. Der entsprechende Passus sei
in einem Wust unwichtiger Regelungen versteckt worden.

Der federführende Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD)


versteht die Aufregung nicht. Die betroffenen Daten lägen ohnehin den
Behörden vor. Mit der automatisierten Regelung sollten nur die
"seeverkehrlichen Abläufe" erleichtert werden.

Tatsächlich ist das Gros der Informationen über die Schiffsgäste


bereits heute in den Passagierlisten aufgeführt, die vor dem Auslaufen
eines Schiffes an das "Havariekommando" geschickt werden. Im Falle
eines Schiffsunglücks hat die Behörde, die die Rettung organisiert,
dann wichtige Informationen über Zahl und Herkunft der Betroffenen.
Wenn es nicht zu einer Havarie kommt, werden die Daten sofort
vernichtet.

Unklar ist hingegen, wie lange die Bundespolizei die sensiblen Daten
speichert. Auf FR-Anfrage teilte das Verkehrsministerium am
Dienstagnachmittag mit: "Die Dauer der Speicherung der Daten richtet
sich nach den Zwecken, für die diese Daten benötigt werden." Wie lange
die Bundespolizei diese Informationen für die Gefahrenabwehr benötigt,
könne es beim besten Willen nicht sagen.

Am 15. Februar befasst sich der Bundesrat mit dem Gesetz. Eine
Aussprache ist nicht geplant, die Zustimmung gilt als sicher.

Kritik an Weitergabe der Daten

FDP und Grüne haben geplante Regeln für die Weitergabe von Millionen
Schiffspassagierdaten an die Bundespolizei scharf kritisiert.

Die Speicherung von Passagierlisten und deren Nutzung durch die


Sicherheitsdienste schaffe kaum mehr Sicherheit, dafür aber um so mehr
Kontrolle, sagte der FDP-Verkehrspolitiker Patrick Döring am Mittwoch
in Berlin.

Grünen-Chefin Claudia Roth sagte, der für den Schiffsverkehr


zuständige Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) brauche "dringend
Nachhilfe in punkto Datenschutz". Das Bundesinnenministerium betonte,
die kritisierte Regelung enthalte keine neue Speicherbefugnis. mit dpa

URL: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1283521

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=
Von : Dj Joyrider <joyrider@mental-arts.com>
An : mindmail@mental-arts.com <mindmail@mental-arts.com>
Datum : Samstag, 9. Februar 2008, 10:47

Innenministerium forciert
Betreff:

Pläne für zentrales


Melderegister
Dateien: <none>
--====----====----====----====----====----====----====----====----====----
===--
...und noch mehr verfassungsfeindliche Pläne:
----------------------------------------------------------------------

Innenministerium forciert Pläne für zentrales Melderegister

Die Bundesregierung konkretisiert ihre Pläne für ein zentrales


Bundesmelderegister. In dieser Datenbank sollen deutlich mehr
Informationen über die rund 82 Millionen Einwohner Deutschlands
gespeichert werden als heute in den Meldestellen. So sieht es ein
Referentenentwurf des Bundesinnenministeriums zum Meldegesetz vor.
Auch bei den über 5000 kommunalen Meldestellen sollen mehr
personenbezogene Daten vorgehalten werden. Zudem würden Behörden Daten
leichter abrufen und austauschen können. Das Innenministerium
argumentiert, durch Schaffung zentraler Strukturen solle ein
"effizienter und wirtschaftlicher Vollzug" erreicht werden. Die
"Qualität der Daten" solle erhöht und damit den "zu Recht
eingeforderten datenschutzrechtlichen Anforderungen Rechnung getragen
werden", heißt es in der Antwort[1] (PDF-Datei) auf eine Kleine
Anfrage der FDP-Fraktion. Das Gesetz könne Anfang 2009 in Kraft
treten. Datenschützer bezweifeln, dass ein zentrales
Bundesmelderegister notwendig ist und warnen seit langem[2] vor einer
"Superdatensammelbehörde" nach DDR-Vorbild.

Seit der Föderalismusreform I hat der Bund die alleinige Kompetenz,


das Melderecht zu regeln. Schon vor einem Jahr hatte das
Innenministerium ein zentrales Melderegister angekündigt[3]. Der
Referentenentwurf sieht jetzt vor, dass das Bundesmelderegister beim
Bundesverwaltungsamt[4] angesiedelt wird. Von jeder in Deutschland
gemeldeten Person würden mindestens 27 persönliche Daten gespeichert,
wesentlich mehr als heute in den Meldebehörden erfasst sind. Darunter
das Geschlecht, die Religionszugehörigkeit, der Familienstand sowie
die Steueridentifikationsnummer[5], die jeder Steuerpflichtige sein
Leben lang behält. Auch Pass- und Ausweisdaten sollen gespeichert
werden, nicht allerdings die biometrischen Merkmale[6].

Unter Umständen könnte der Datensatz jeder Person auf über 60 Einträge
anwachsen. Neben der "elektronische Bürgeradresse", einer Art
Online-Postfach bei den geplanten Bürgerportalen des Bundes, sowie
Hochzeitstag- und Ort sollen auch die gesetzlichen Vertreter samt
Doktorgrad, Anschrift, Geburtstag, Geschlecht und Todestag im
Bundesmelderegister erfasst werden. Die gleichen Daten werden von
Ehegatten, Lebenspartnern und minderjährigen Kindern gespeichert.
Weitere Informationen sollen für bestimmte Zwecke erfasst werden: Darf
die Person wählen oder gewählt werden? Ist sie bereits für den
Wehrdienst erfasst worden? Wurde eine Waffenerlaubnis erteilt; wenn
ja, wann? Wurde eine sprengstoffrechtliche Erlaubnis erteilt; wenn ja,
wann?

In einem zentralen Melderegister dürften allenfalls die


"Grundpersonalien" gespeichert werden, mahnt unterdessen der
Bundesdatenschutzbeauftragte[7] Peter Schaar, "keinesfalls aber
Waffenschein oder Steuernummer". Weil das Bundesmelderegister gegen
Entgelt Aufgaben der kommunalen Meldebehörden übernehmen kann, würde
das Bundesverwaltungsamt zu einer "Superdatensammelbehörde",
kritisiert die innenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion
Gisela Pilz. Durch die vorgesehene Speicherung der
Steueridentifikationsnummer sei der Weg vorgezeichnet zu einem
zentralen Einwohnerregister mit Personenkennzeichen, ähnlich dem in
der ehemaligen DDR. Die "Datensammelwut" des Staates lasse das
Melderegister unnötig anschwellen, kritisiert Pilz. Überflüssige
Daten, die sich ständig ändern, machten das Bundesmelderegister
ineffektiv und würden dazu führen, dass die Datenbank mit einer
"Vielzahl falscher Daten belastet wird".

Welche Daten im Bundesmelderegister erfasst werden, stehe noch nicht


fest, sagt hingegen Hans Bernhard Beus, Staatssekretär im
Bundesinnenministerium und Beauftragter der Bundesregierung für
Informationstechnik. Das werde "zu recht noch Gegenstand einer
öffentlichen Diskussion" sein. Gisela Pilz wirft der Bundesregierung
vor, das Parlament über die Planungen zum Bundesmeldegesetz "im
Unklaren" gelassen zu haben. Obwohl bereits im November 2007 einen
Referentenentwurf vorlag, heißt es in einer Antwort auf eine kleine
Anfrage der FDP am 3.12.07: "Konkrete Festlegungen zu Einzelfragen
eines zukünftigen Bundesmeldegesetzes gibt es derzeit noch nicht." Das
sei korrekt, versichert Bundes-CIO[8] Hans Bernhard Beus, denn bisher
handele es sich lediglich um "Überlegungen eines Referenten".

Die Notwendigkeit eines Bundesmelderegisters sei nie schlüssig


dargelegt worden, kritisiert Wolfgang Wieland, rechtspolitischer
Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag. Die Abfragen bei den
kommunalen Meldestellen seien "sehr umständlich", entgegnet
Staatssekretär Beus, ein zentrales Melderegister werde Erleichterungen
bringen. Dafür reiche es, die Meldestellen besser zu vernetzen,
entgegnet wiederum Grünen-Experte Wieland. Der Aufwand sei zu hoch,
hält Bundes-CIO Beus dagegen: "Ein zentrales Melderegister ist die
bessere Lösung."

Wieland befürchtet, dass mit dem Bundesmelderegister eine Struktur


geschaffen wird, die mit immer mehr Daten gefüttert werden könnte,
etwa den biometrischen Fingerabdrücken: "Das ist eine Melodie, die wir
kennen", sagt Wieland mit Blick auf die Maut-Daten[9], die
Sicherheitspolitiker gern aus ihrer Zweckbindung befreien würden. Dem
Referentenentwurf zufolge, sollen in den kommunalen Meldebehörden noch
mehr Daten gespeichert werden als im Bundesmelderegister. Für die
Ausstellung von Lohnsteuerkarten sollen unter anderem erfasst werden:
Steuerklasse, Freibeträge, rechtliche Stellung der Kinder, Namen und
Anschrift der Stiefeltern. Auch Name und Anschrift der
Wohnungseigentümer müssten erfasst werden.

Der Bielefelder Staatsrechtler Christoph Gusy spricht nach Lektüre des


Gesetzentwurfs von einem "erheblichen Maß an Zentralisierung". Es
fände eine "enorme Ausweitung der Datenbestände" statt. Neu sei, dass
die Daten der Meldebehörden zur Feststellung der Identität genutzt
werden könnten, so Gusy. "Das hatten wir bisher nicht." Derzeit seien
nur wenige Daten bei den Meldebehörden hinterlegt, etwa Name,
Geburtsdatum, Geburtsort, früher Wohnsitz, Tag des Zuzugs und das
Geschlecht. Mit der nach dem Referentenentwurf geplanten umfangreichen
Datenspeicherung sei eine Identifizierung von Personen wesentlich
leichter.

Der Gesetzentwurf, so Gusy, sehe zudem eine "erhebliche Ausweitung der


Zugriffsmöglichkeit für Geheimdienste und Verfassungsschutz" vor. BND
und Militärischer Abschirmdienst dürften auf alle beim
Bundesmelderegister und den Meldebehörden gespeicherten Daten
zugreifen. Das gleiche Recht hätten auch Polizei,
Staatsanwaltschaften, Justizvollzugsbehörden, Zollfahndung und zur
Strafverfolgung auch Finanzbehörden.

Auch alle anderen "öffentlichen Stellen" könnten auf sämtliche Daten


der Meldebehörden und des Bundesmelderegisters zugreifen, wenn zwei
Bedingungen erfüllt sind: Ohne die Meldedaten könnte die Stelle ihre
rechtmäßige Aufgabe nicht wahrnehmen. Außerdem müssen die Daten bei
den Betroffenen entweder nur mit unverhältnismäßigen Aufwand gesammelt
werden können oder aber der Zweck, für den die Daten gebraucht werden,
muss der Datensammlung beim Betroffenen entgegenstehen.

Auch private Stellen bekämen besseren Zugriff auf den Datenschatz der
Meldebehörden und des Bundesmelderegisters. Die geplanten
Auskunftsregelungen, gingen "zum Teil ziemlich weit", so
Staatsrechtler Gusy. Wer "berechtige Forderungen" geltend machen könne
&#8211; etwa die GEZ[10] oder Inkassounternehmen &#8211; könnte "mehr
Daten abfragen als bisher". Die erhebliche Ausweitung der
Datenbestände bei den Meldebehörden, so Gusy, geschähe "ohne
besonderen Zweck". Während das Bauamt beispielsweise Daten für eine
Baugenehmigung speichere, solle die Meldebehörde die Daten nur
verwalten und weitergeben: "Die Daten sind weitgehend zweckfrei
gespeichert." Das widerspreche dem Datenschutz.

Das Originaldokument zum Referentenentwurf des BMI kann hier


eingesehen[11] werden.

(Philip Banse) /
(pmz[12]/c't) (pmz/c't)

URL dieses Artikels: http://www.heise.de/newsticker/meldung/103157

Links in diesem Artikel:


[1] http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/073/1607383.pdf
[2] http://www.heise.de/newsticker/meldung/88305/
[3] http://www.heise.de/newsticker/meldung/83859/
[4] http://www.bva.bund.de/
[5] http://www.heise.de/newsticker/meldung/99172
[6] http://www.heise.de/newsticker/meldung/100594
[7] http://www.bfd.bund.de/DE/Home/homepage__node.html
[8] http://www.heise.de/newsticker/meldung/101104
[9] http://www.heise.de/newsticker/meldung/97703
[10] http://www.heise.de/newsticker/meldung/97772
[11] http://philipbanse.de/docs/Referenenentwurf_Meldegesetz.pdf
[12] mailto:pmz@ct.heise.de

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=
Von : Dj Joyrider <joyrider@mental-arts.com>
An : mindmail@mental-arts.com <mindmail@mental-arts.com>
Datum : Freitag, 8. Februar 2008, 19:30
jailed for four years in Dubai
Betreff: Briton

after customs find cannabis weighing less


than a grain of sugar under his shoe
Dateien: <none>
--====----====----====----====----====----====----====----====----====----
===--
...damit ist Dubai auf der Liste der Orte die ich niemals besuchen
möchte auf Platz 1 gerutscht.
----------------------------------------------------------------------

Briton jailed for four years in Dubai after customs find cannabis
weighing less than a grain of sugar under his shoe

A father-of-three who was found with a microscopic speck of cannabis


stuck to the bottom of one of his shoes has been sentenced to four
years in a Dubai prison.

Keith Brown, a council youth development officer, was travelling


through the United Arab Emirates on his way back to England when he
was stopped as he walked through Dubai's main airport.
A search by customs officials uncovered a speck of cannabis weighing
just 0.003g - so small it would be invisible to the naked eye and
weighing less than a grain of sugar - on the tread of one of his
shoes.

Dubai International Airport is a major hub for the Middle East and
thousands of Britons pass through it every year to holiday in the
glamorous beach and shopping haven.

But many of those tourists and business travellers are likely to be


unaware of the strict zero-tolerance drugs policy in the UAE.

One man has even been jailed for possession of three poppy seeds left
over from a bread roll he ate at Heathrow Airport. Painkiller codeine
is also banned.

If suspicious of a traveller, customs officials can use high-tech


equipment to uncover even the slightest trace of drugs.

Mr Brown was detained and arrested in September last year and has been
held in a cell with three other men in the city prison ever since.

This week the youth worker, who has two young children and a partner
at home in Smethwick, West Midlands, was sentenced to four years in
prison.

A 25-year-old Briton who was found with a similar speck in one pocket
as he arrived on holiday has been awaiting sentence since November.

Meanwhile a Big Brother TV executive has so far been held without


charge for five days after being arrested for possessing the health
supplement melatonin.

The authorities claim to have discovered 0.01g of hashish in his


luggage.

Last night Mr Brown's brother Lee said his case "defied belief".

"For that sort of amount common sense should prevail, from where it
was found it was obviously something that had been crushed on the
floor - it could have come from anywhere."

Rastafarian Mr Brown had been returning from a short trip to Ethiopia,


where one of his children lives and where he owns property.

He was travelling with his partner Imani, who was also stopped and
detained for more than a week.

Normally he flew direct to and from the UK, but decided to stop off in
Dubai.

"He was incensed when he called me," said driving instructor Lee, 57.
"It would be funny if the circumstances weren't so unpleasant.

"Bugs are crawling out of his mattress when he's sleeping. His family
are frantic with worry and can't call him."

Last night campaign group Fair Trials International advised visitors


to Dubai and Abu Dhabi to "take extreme caution".

Chief Executive Catherine Wolthuizen said: "We have seen a steep


increase in such cases over the last 18 months.
"Customs authorities are using highly sensitive new equipment to
conduct extremely thorough searches on travellers and if they find any
amount - no matter how minute - it will be enough to attract a
mandatory four-year prison sentence."

Mrs Wolthuizen added: "We even have reports of the imprisonment of a


Swiss man for 'possession' of three poppy seeds on his clothing after
he ate a bread roll at Heathrow.

Held: A campaign is underway to secure the release of Cat Le-Huy from


a Dubai jail

"What many travellers may not realise is that they can be deemed to be
in possession of such banned substances if they can be detected in
their urine or bloodstream, or even in tiny, trace amounts on their
person."

Only two months after Mr Brown was stopped economics graduate Robert
Dalton was detained in almost identical circumstances.

Mr Dalton, from Gravesend, on Kent was with two friends when he was
stopped and asked to empty his pockets.

Officials found 0.03g of cannabis in a small amount of fluff. He is


currently on trial and if convicted, is likely receive a four-year
prison sentence.

Last night his brother Peter, 26, told how it took 24 hours to find
out why he had been stopped.

"As we understand, the amount of cannabis was barely visible to the


human eye and was at the bottom of the pocket of an old pair of jeans.

"He's not a drug user, but he goes clubbing and the speck was so
small."

Last week Cat Le-Huy, a London-based German national, was arrested on


arrival at the airport.

Mr Le-Huy, 31, head of technology with Big Brother production company


Endemol, was arrested on suspicion of possessing illegal drugs after
customs officers found melatonin, a health supplement used for jet lag
available over the counter both in Dubai and in the US.

Authorities also claim they discovered fragments in one of his bags


which they believe to be hashish. Fair Trials International said the
amount was 0.01g.

URL: http://www.thisislondon.co.uk/news/article-23436226-
details/Briton+jailed+in+Dubai+after+officials+find+cannabis+weighing+less+
than+a+grain+of+sugar+under+his+shoe/article.do

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=
Von : Dj Joyrider <joyrider@mental-arts.com>
An : mindmail@mental-arts.com <mindmail@mental-arts.com>
Datum : Donnerstag, 7. Februar 2008, 13:28

The world's rubbish dump: a


Betreff:

garbage tip that stretches from


Hawaii to Japan
Dateien: <none>
--====----====----====----====----====----====----====----====----====----
===--
..die Meldung hatten wir zwar vor ca. 1 Jahr schon mal...aber das
bedeutet wohl das es sich hierbei um keine Ente handelt. Ein
Plastikmüll-Teppich von der 2-fachen Größe der USA? OH my gosh! Jetzt
muss mir nur noch einfallen wie wir diese brachliegende Rohstoffquelle
verwerten können....
---------------------------------------------------------------------

The world's rubbish dump: a garbage tip that stretches from Hawaii to
Japan

By Kathy Marks, Asia-Pacific Correspondent, and Daniel Howden


Tuesday, 5 February 2008

The vast expanse of debris &#8211; in effect the world's largest


rubbish dump &#8211; is held in place by swirling underwater currents.
This drifting "soup" stretches from about 500 nautical miles off the
Californian coast, across the northern Pacific, past Hawaii and almost
as far as Japan.

Charles Moore, an American oceanographer who discovered the "Great


Pacific Garbage Patch" or "trash vortex", believes that about 100
million tons of flotsam are circulating in the region. Marcus Eriksen,
a research director of the US-based Algalita Marine Research
Foundation, which Mr Moore founded, said yesterday: "The original idea
that people had was that it was an island of plastic garbage that you
could almost walk on. It is not quite like that. It is almost like a
plastic soup. It is endless for an area that is maybe twice the size
as continental United States."

Curtis Ebbesmeyer, an oceanographer and leading authority on flotsam,


has tracked the build-up of plastics in the seas for more than 15
years and compares the trash vortex to a living entity: "It moves
around like a big animal without a leash." When that animal comes
close to land, as it does at the Hawaiian archipelago, the results are
dramatic. "The garbage patch barfs, and you get a beach covered with
this confetti of plastic," he added.

The "soup" is actually two linked areas, either side of the islands of
Hawaii, known as the Western and Eastern Pacific Garbage Patches.
About one-fifth of the junk &#8211; which includes everything from
footballs and kayaks to Lego blocks and carrier bags &#8211; is thrown
off ships or oil platforms. The rest comes from land.

Mr Moore, a former sailor, came across the sea of waste by chance in


1997, while taking a short cut home from a Los Angeles to Hawaii yacht
race. He had steered his craft into the "North Pacific gyre" &#8211; a
vortex where the ocean circulates slowly because of little wind and
extreme high pressure systems. Usually sailors avoid it.

He was astonished to find himself surrounded by rubbish, day after


day, thousands of miles from land. "Every time I came on deck, there
was trash floating by," he said in an interview. "How could we have
fouled such a huge area? How could this go on for a week?"

Mr Moore, the heir to a family fortune from the oil industry,


subsequently sold his business interests and became an environmental
activist. He warned yesterday that unless consumers cut back on their
use of disposable plastics, the plastic stew would double in size over
the next decade.

Professor David Karl, an oceanographer at the University of Hawaii,


said more research was needed to establish the size and nature of the
plastic soup but that there was "no reason to doubt" Algalita's
findings.

"After all, the plastic trash is going somewhere and it is about time
we get a full accounting of the distribution of plastic in the marine
ecosystem and especially its fate and impact on marine ecosystems."

Professor Karl is co-ordinating an expedition with Algalita in search


of the garbage patch later this year and believes the expanse of junk
actually represents a new habitat. Historically, rubbish that ends up
in oceanic gyres has biodegraded. But modern plastics are so durable
that objects half-a-century old have been found in the north Pacific
dump. "Every little piece of plastic manufactured in the past 50 years
that made it into the ocean is still out there somewhere," said Tony
Andrady, a chemist with the US-based Research Triangle Institute.

Mr Moore said that because the sea of rubbish is translucent and lies
just below the water's surface, it is not detectable in satellite
photographs. "You only see it from the bows of ships," he said.

According to the UN Environment Programme, plastic debris causes the


deaths of more than a million seabirds every year, as well as more
than 100,000 marine mammals. Syringes, cigarette lighters and
toothbrushes have been found inside the stomachs of dead seabirds,
which mistake them for food.

Plastic is believed to constitute 90 per cent of all rubbish floating


in the oceans. The UN Environment Programme estimated in 2006 that
every square mile of ocean contains 46,000 pieces of floating plastic,

Dr Eriksen said the slowly rotating mass of rubbish-laden water poses


a risk to human health, too. Hundreds of millions of tiny plastic
pellets, or nurdles &#8211; the raw materials for the plastic industry
&#8211; are lost or spilled every year, working their way into the
sea. These pollutants act as chemical sponges attracting man-made
chemicals such as hydrocarbons and the pesticide DDT. They then enter
the food chain. "What goes into the ocean goes into these animals and
onto your dinner plate. It's that simple," said Dr Eriksen.

URL: http://www.independent.co.uk/environment/the-worlds-rubbish-dump-a-
garbage-tip-that-stretches-from-hawaii-to-japan-778016.html
=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=
Von : Dj Joyrider <joyrider@mental-arts.com>
An : mindmail@mental-arts.com <mindmail@mental-arts.com>
Datum : Dienstag, 5. Februar 2008, 19:05

Fat People Cheaper to Treat,


Betreff:

Study Says
Dateien: <none>
--====----====----====----====----====----====----====----====----====----
===--
...Futter für den Zyniker in uns:
----------------------------------------------------------------------

Fat People Cheaper to Treat, Study Says

By MARIA CHENG
AP Medical Writer

LONDON (AP) -- Preventing obesity and smoking can save lives, but it
doesn't save money, researchers reported Monday. It costs more to care
for healthy people who live years longer, according to a Dutch study
that counters the common perception that preventing obesity would save
governments millions of dollars.

"It was a small surprise," said Pieter van Baal, an economist at the
Netherlands' National Institute for Public Health and the Environment,
who led the study. "But it also makes sense. If you live longer, then
you cost the health system more."

In a paper published online Monday in the Public Library of Science


Medicine journal, Dutch researchers found that the health costs of
thin and healthy people in adulthood are more expensive than those of
either fat people or smokers.

Van Baal and colleagues created a model to simulate lifetime health


costs for three groups of 1,000 people: the "healthy-living" group
(thin and non-smoking), obese people, and smokers. The model relied on
"cost of illness" data and disease prevalence in the Netherlands in
2003.

The researchers found that from age 20 to 56, obese people racked up
the most expensive health costs. But because both the smokers and the
obese people died sooner than the healthy group, it cost less to treat
them in the long run.

On average, healthy people lived 84 years. Smokers lived about 77


years, and obese people lived about 80 years. Smokers and obese people
tended to have more heart disease than the healthy people.

Cancer incidence, except for lung cancer, was the same in all three
groups. Obese people had the most diabetes, and healthy people had the
most strokes. Ultimately, the thin and healthy group cost the most,
about $417,000, from age 20 on.

The cost of care for obese people was $371,000, and for smokers, about
$326,000.
The results counter the common perception that preventing obesity will
save health systems worldwide millions of dollars.

"This throws a bucket of cold water onto the idea that obesity is
going to cost trillions of dollars," said Patrick Basham, a professor
of health politics at Johns Hopkins University who was unconnected to
the study. He said that government projections about obesity costs are
frequently based on guesswork, political agendas, and changing
science.

"If we're going to worry about the future of obesity, we should stop
worrying about its financial impact," he said.

Obesity experts said that fighting the epidemic is about more than
just saving money.

"The benefits of obesity prevention may not be seen immediately in


terms of cost savings in tomorrow's budget, but there are long-term
gains," said Neville Rigby, spokesman for the International
Association for the Study of Obesity. "These are often immeasurable
when it comes to people living longer and healthier lives."

Van Baal described the paper as "a book-keeping exercise," and said
that governments should recognize that successful smoking and obesity
prevention programs mean that people will have a higher chance of
dying of something more expensive later in life.

"Lung cancer is a cheap disease to treat because people don't survive


very long," van Baal said. "But if they are old enough to get
Alzheimer's one day, they may survive longer and cost more."

The study, paid for by the Dutch Ministry of Health, Welfare and
Sports, did not take into account other potential costs of obesity and
smoking, such as lost economic productivity or social costs.

"We are not recommending that governments stop trying to prevent


obesity," van Baal said. "But they should do it for the right
reasons."

---

On the Net:

PLoS: http://medicine.plosjournals.org

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=
Von : Dj Joyrider <joyrider@mental-arts.com>
An : mindmail@mental-arts.com <mindmail@mental-arts.com>
Datum : Montag, 4. Februar 2008, 20:06
Frachtkontrollen: Der Staat hat
Betreff:

sich ausgeklinkt
Dateien: <none>
--====----====----====----====----====----====----====----====----====----
===--

Frachtkontrollen: Der Staat hat sich ausgeklinkt

Flughafen ? Während im Handgepäck bei jeder Zahnpastatube mit


potenziellem Sprengstoff gerechnet wird, geht es bei der Fracht
weitaus lockerer zu. Staatliche Kontrollen gibt es längst nicht mehr.

Flughafen - Die Simulationskammer am Münchner Flughafen hat einst 20


Millionen Mark gekostet und gilt als die modernste Europas. Darin kann
die Luftamt Südbayern zur Überprüfung von Gepäck jene Bedingungen
herstellen, die an Bord es Flugzeuges herrschen. Aber die Kammer steht
leer, seitdem der Staat sämtliche Überprüfungen eingestellt hat. Seit
zwei Jahren ist für die Kontrolle der Luftfracht nicht mehr das
Luftamt Südbayern zuständig.

Die Verantwortung wurde gemäß einer EU-Verordnung den Speditionen und


Logistik-Unternehmen übertragen, die allerdings eine Zulassung zum so
genannten ,,Reglementierten Beauftragten" benötigen. Die zu erwerben,
ist nicht schwer, sagt ein Insider. ,,Es gibt keine Rechtsgrundlage,
lange nicht einmal ein normiertes Verfahren." Dennoch sind in
Deutschland derzeit 550 Unternehmen zertifiziert, teilt Cornelia
Cramer mit, Pressesprecherin des dafür zuständigen
Luftfahrt-Bundesamtes (LBA). Zudem gibt es unzählige weitere, denen
die Behörde aufgrund eigener personeller Engpässe eine ,,Vorläufigen
Zulassung" ausstellte. Diese würden ,,nach Prüfung der eingereichten
Unterlagen auf Inhalt und Plausibilität bis spätestens 29. Februar"
dieses Jahres beschieden, heißt es seitens des LBA. Schließlich sei
nun dafür extra ein Sachgebiet gegründet worden.

Insider halten den Rückzug des Staates bei den Frachtkontrollen für
riskant. So darf nun ein Gepäckstück bereits dann ungeprüft an Bord,
wenn der Reglementierte Beauftragte den Versender als sicher
anerkennt. Der Rest muss vom Spediteur überprüft werden. Dafür stünde
zwar die Simulationskammer zur Verfügung. Aber die Miete will sich
kein Spediteur leisten, also bedient er sich der anderen von der EU
erlaubten Möglichkeiten: Röntgenapparate, Sprengstoffdetektionsgeräte,
Spürhunde.

,,Früher", so ein Sicherheitsexperte, ,,führte das LBA eine ,Liste der


bekannten Versender'." Heute sieht das Amt dies nicht mehr als seine
Aufgabe an, also müssen die Speditionen selbst entscheiden, welchen
Kunden sie als ,,nicht sicheren Versender" ansehen. Wohlwissend, dass
sie den Auftraggeber womöglich an einen weniger kritischen Spediteur
verlieren. ,,Hier wird die finanzielle Abhängigkeit wirtschaftlicher
Unternehmen völlig außer Acht gelassen", kritisieren Experten.
Öffentlich möchte sich niemand äußern. . In Fachkreisen allerdings
fragt man sich, wie die Reglementierten Beauftragten die ,,sicheren
Versender" regelmäßig überprüfen.

Die Cargogate, Tochter der Flughafen München GmbH, ist zwar selbst
Reglementierter Beauftragter, führt aber keine Versender-Liste.
Unkontrolliert kommt nur an Bord, was andere Reglementierten
Beauftragte anliefern, die ihrerseits wohl Versender-Listen haben.

Andere sind noch vorsichtiger. Israelische Airlines, so heißt es,


wollen nicht auf die Überprüfung in der Flugsimulationskammer
verzichten. Sie fahren ihre gesamte Fracht an einen anderen Flughafen
und benützen die dortige, offensichtlich günstigere, Prüfhalle.
URL: http://www.merkur-online.de/regionen/erding/Flughafen-Frachtkontrolle-
Sicherheit;art8853,885597

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=
Von : Dj Joyrider <joyrider@mental-arts.com>
An : mindmail@mental-arts.com <mindmail@mental-arts.com>
Datum : Montag, 4. Februar 2008, 17:44

Betreff: Wir sind dann mal fort


Dateien: <none>
--====----====----====----====----====----====----====----====----====----
===--

Wir sind dann mal fort


von Wolfram Weimer

Alle vier Minuten verlässt ein Deutscher sein Land.

Alle vier Minuten verlässt ein Deutscher sein Land. An jedem Tag
verliert Deutschland ein ganzes Dorf, womit die Zahl der Auswanderer
Dimensionen erreicht wie seit 120 Jahren nicht mehr. Man muss kein
Pessimist sein, um in der Massenflucht ein Misstrauensvotum gegen die
Zukunftsfähigkeit des Landes zu erkennen.

Was die Angelegenheit so heikel macht: Es sind die Besten und


Jüngsten, die genug haben und gehen. Im Gegensatz zu den
Auswanderungswellen des 19. Jahrhunderts verlassen nicht etwa
Analphabeten, Bauern und verzweifelte Arbeiter das Land. Wir erleben
keine Elendsflucht, sondern einen Exodus des gebildeten Mittelstands.
Das Durchschnittsalter unserer Auswanderer beträgt 32 Jahre, es sind
junge Ärzte und Ingenieure, Wissenschaftler und Facharbeiter,
Handwerker, Techniker und ehrgeizige Dienstleister. Nach Angaben der
OECD verliert derzeit kein anderer Staat so viele Akademiker.

Inzwischen gibt es kaum eine Familie mehr, die nicht betroffen ist,
kaum ein Fernsehabend mehr ohne Serien wie ?Umzug in ein neues Leben?
(Kabel 1), ?Goodbye Deutschland? (Vox), ?Die Auswanderer? (Pro7) und
?Deutschland ade? (RTL). Nach einer Allensbach-Umfrage würde jeder
fünfte Deutsche es den Fernsehvorbildern gerne gleichtun.

Der Migrationsforscher Klaus Bade warnt unmissverständlich: ?Wir


befinden uns in einer migratorisch suizidalen Situation.? Während
unser Sozialstaat Hunderttausende Unqualifizierter aus den Randzonen
Europas anzieht, fühlen sich die jungen Vertreter des
Leistungsmittelstands hierzulande immer fremder. Der Handwerksmeister,
der in Australien nicht vom Bürokratenstaat bedrängt wird, der Arzt,
der in Norwegen nicht zum Medizinbeamten degradiert wird, der
Wissenschaftler, der in den USA bessere Forschungsbedingungen hat, die
Hotelfachfrau, die in der Schweiz das Doppelte verdient und dabei auch
noch weniger Steuern zahlt, der Bauingenieur, der in China sein Können
vergoldet bekommt ? die Motive wechseln. Aber eines eint sie alle:
Anderswo geht es ihnen besser als daheim.

Das ist für die Deutschen, die sich jahrzehntelang als die
Wirtschaftswunder-Klassenbesten gefühlt haben, eine schockierende
Erfahrung. Auf einmal arbeiten sie als Gastarbeiter in fremden
Ländern, und wenn die Wirtschaftselite der Welt sich in Davos trifft,
dann sind die Hotelkellner die Deutschen.

Man spürt bei Auslandsreisen, dass die Dinge sich anderswo besser
entwickeln als bei uns, dass unser zivilisatorisches Vorsprungsgefühl
verloren ist. Man muss nicht gleich von ?Ausbluten? und
?Argentinisierung? schwarzmalen, aber beim Mittelstand verfestigt sich
doch der Eindruck, das Land sei langsam geworden und seine Substanz
erodiert.

Die Überlegenheitsgewissheit, die jeden Urlaub im Süden zu einem


Selbstbestätigungs-Event gemacht hat, ist verschwunden. Avantgarde
spürt man nicht mehr daheim, sondern in der Fremde. Doch damit sind
die Kategorien der Orientierung für die nächste Generation der
Talentierten vertauscht. Die Fremde wird zum Ort der Verheißung.

Wenn die Autobahnen in Andalusien inzwischen besser sind als im


Ruhrgebiet, unsere Schulen neben denen in Skandinavien wie Baracken
aussehen, wenn ein deutscher Krankenhausarzt nur noch so viel verdient
wie ein Pförtner in Dubai, wenn eine Facharbeiterfamilie so hohe
Steuern und Sozialabgaben zahlt, dass ihnen weniger übrig bleibt als
einem Koch in Zürich, dann gehen sie eben. Immer mehr Menschen merken,
dass ihnen Deutschland immer weniger bietet.

Während die Politzirkel Berlins noch selbstgefällig über


Zuwanderungsquoten streiten, ist die Abwanderungsquote das eigentliche
Problem. Wohlstandswahrung in der Globalisierung heißt vor allem,
Intelligenz zu binden. Deutschland gelingt das immer schlechter.
Alleine 16000 Ärzte haben das Land verlassen. Ihre teure Ausbildung
ist damit zu einer Subvention der Schweiz, Norwegens, Englands, der
USA geworden.

Während wir endlos über die Extreme von oben (Topmanager und deren
Gier) und unten (Mindestlohn-Empfänger und gewalttätige
Migrationsjugendliche) diskutieren, vollzieht sich ein Bruch der
Gesellschaft in der Mitte. Man erörtert über Jahre, wie man den
Wohlstandskuchen noch ein bisschen gerechter verteilen könnte, doch
unterdessen flüchten diejenigen aus der Küche, die den Kuchen backen
sollen. Unser Problem sind nicht 100 maßlose Manager oder 100000
türkische Familien in vermeintlicher Armut. Es sind die Millionen der
Mittelschicht, die die Gesellschaft tragen, sich aber von ihr
zusehends weniger getragen fühlen. Sie zahlen immer höhere Abgaben,
erleben Wohlstandsverluste, werden bevormundet, müssen ihre Kinder in
schlechte Schulen schicken und werden dem Wettbewerbsdruck der
Globalisierung mit viel weniger Schutz ausgesetzt als die ganz unten
und ganz oben.

Die Flucht aus der Heimat ist eine Volksabstimmung mit den Füßen
geworden, ein Alarmsignal aus der Mitte der Gesellschaft. Die
Auswanderer revoltieren nicht und krakeelen nicht, sie haben keine
Gewerkschafts- oder Partei-Kampagne hinter sich, sie gehen einfach
still und leise fort. Leider.

URL: http://www.cicero.de/kol_print.php?ress_id=&item=10532

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=
Von : Dj Joyrider <joyrider@mental-arts.com>
An : mindmail@mental-arts.com <mindmail@mental-arts.com>
Datum : Montag, 4. Februar 2008, 17:55

Vogelgrippe-Panik macht
Betreff:

Tamiflu wirkungslos
Dateien: <none>
--====----====----====----====----====----====----====----====----====----
===--

Vogelgrippe-Panik macht Tamiflu wirkungslos

Das Medikament Tamiflu ist nicht mehr das Allheilmittel bei Grippe.
Unkontrollierte Einnahme hat viele Grippeviren resistent gemacht.

Bei immer mehr Menschen schlägt das Grippe-Medikament Tamiflu nicht


an. Vor allem bei Kindern werden bei der Europäische
Arzneimittelzulassungsbehörde (EMEA) zunehmend Resistenzen beobachtet.
«Im Falle einer Grippe-Pandemie könnte diese Entwicklung den
klinischen Nutzen des Medikamentes wesentlich einschränken», sagte
Dieter Köhler von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie. Die EMEA
empfiehlt deswegen, zur Vorbereitung auf eine mögliche Grippe-Pandemie
nicht nur Tamiflu, sondern auch das Medikament Relenza einzulagern.

Nach Angaben des Professors kommen alarmierende Meldungen derzeit vor


allem aus Norwegen. 12 von insgesamt 16 Influenza A-Proben aus der
aktuellen Grippesaison seien gegen Tamiflu resistent gewesen. In ganz
Europa seien solche Resistenzen gegen das Standardmedikament bei 19
von 148 Influenza A-Proben beobachtet worden. Dies seien klare
Indizien dafür, dass Tamiflu-resistente Influenza A-Viren weiter auf
dem Vormarsch seien, sagt Köhler.

Im Zuge der Panik um die Ausbreitung der Vogelgrippe im Jahre 2005


hatte sich das Grippeschutzmittel Tamiflu zum Verkaufsschlager
entwickelt. Der Schweizer Hersteller Roche berichtete von
Hamsterkäufen. Zeitweise kam es zu Lieferengpässen. Beim
Internethandelshaus Ebay wechselten einzelne Packungen teilweise für
ein dreifaches des Marktpreises den Besitzer. Normalerweise bezahlt
man für eine Packung Tamiflu in Europa rund 35 Euro. Schon damals
wurde davor gewarnt das Medikament nicht vorbeugend und ohne Grund
einzunehmen, da sich so Resistenzen entwickeln könnten. (nz/AP)

URL: http://www.netzeitung.de/spezial/gesundheit/891620.html

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=
Von : Dj Joyrider <joyrider@mental-arts.com>
An : mindmail@mental-arts.com <mindmail@mental-arts.com>
Datum : Donnerstag, 31. Januar 2008, 21:46
NSA wird zum Chef-
Betreff:

Schnüffeldienst geadelt
Dateien: <none>
--====----====----====----====----====----====----====----====----====----
===--

NSA wird zum Chef-Schnüffeldienst geadelt

Der militärische US-Geheimdienst NSA darf dank einer neuen


Bush-Direktive nun auch im Inland alles und jeden überwachen - auch
die Netzwerke anderer Bundesbehörden.

Die Überwacher dürfen sich nun also gegenseitig überwachen. Schön,


dann sind sie wenigstens beschäftigt. Begründung für diese kuriose
Maßnahme: Die vielen Cyber-Attacken auf US-Dienste und wichtige
Behörden. Per NSA-Lauschangriff sollen also zum Beispiel die Angreifer
auf FBI- oder CIA-Server identifiziert und abgewehrt werden.
Merkwürdige Idee. Ganz nebenbei erlaubt die Direktive der NSA
prinzipiell auch, Wirtschaft und Industrie abzuklopfen. Damit solle
die kritische Infrastruktur des Landes gesichert werden, berichtet die
Washington Post. Darüber hinaus will die Regierung die über 2000
Web-Plattformen aller US-Behörden verdichten - zu einem Netz von nur
noch 50 Portalen. Das solle die Absicherung vereinfachen. Diese
unselige Entwicklung wird natürlich Wasser auf Schäubles Mühlen sein.
(rm)

Link:
http://www.washingtonpost.com/wp-
dyn/content/article/2008/01/25/AR2008012503261_pf.html

URL:
http://www.theinquirer.de/2008/01/29/nsa_wird_zum_chefschnuffeldienst_geade
lt.html

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=
Von : Dj Joyrider <joyrider@mental-arts.com>
An : mindmail@mental-arts.com <mindmail@mental-arts.com>
Datum : Mittwoch, 30. Januar 2008, 16:49

Razzien wegen Hanfanbaus


Betreff:

illegal und schädlich


Dateien: <none>
--====----====----====----====----====----====----====----====----====----
===--

URL: http://hanfverband.de/aktuell/meldung_1201705079.html

Deutscher Hanf Verband


Grüne Hilfe e.V.
Pressemitteilung vom 30.01.08

Razzien wegen Hanfanbaus illegal und schädlich

In einer gemeinsamen Pressemitteilung kritisieren der Deutsche Hanf


Verband und die "Grüne Hilfe" die am Montag durchgeführten Razzien
gegen Kunden des Online-Growshops Catweazel. Die Polizei hatte über
mehrere Monate hinweg heimlich die Kundenbestellungen des Händlers für
Gewächshaustechnik aufgezeichnet. Daraufhin wurden in einer
bundesweiten Aktion bei über 200 Kunden Hausdurchsuchungen
durchgeführt, obwohl sie ausnahmslos legale Produkte gekauft hatten.
Zum Teil hatten sie sogar nur einfache Blumentöpfe bestellt. Die
Polizei begründete die Aktion damit, dass "die Konstellation des
Angebotes" verdächtig sei.

Nach Informationen des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen haben


am Montag (28.01.2008) rund 1.600 Polizeibeamte in ganz Deutschland
235 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht. Dabei wurden zwei
"Profiplantagen" je eine in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg mit
mehr als 1000 Cannabispflanzen, neun Großplantagen (100 bis 1000
Pflanzen) davon acht in Nordrhein-Westfalen und eine in Niedersachsen,
sowie 66 Kleinplantagen (weniger als 100 Pflanzen) entdeckt. Insgesamt
wurden mehr als 5.500 Pflanzen beschlagnahmt. 40 Personen wurden
vorläufig festgenommen und 72.500 Euro Bargeld sicher gestellt. Bei
einem Betreiber einer Profiplantage wurden außerdem rund 120.000 Euro
"eingefroren".

Die meisten aufgeflogenen Gärtner waren aber eher kleinere "Grower".


Zwei Drittel aller Durchsuchungen blieb ohne Ergebnis!

Die "Grüne Hilfe" und der Deutsche Hanf Verband bezeichnen diese
Hausdurchsuchungen als illegal, da die Bestellung legaler Produkte als
Verdachtsmoment nicht ausreiche, um eine Hausdurchsuchung zu
rechtfertigen. Wenn Gerichte diese Rechtsauffassung bestätigen,
dürften die Erkenntnisse, die durch die Aktion gewonnen wurden,
möglicherweise nicht als Beweismittel in einem Strafverfahren gewertet
werden. Der immense Aufwand, den die Polizei in diesem Fall betrieben
hat, wäre dann umsonst gewesen.

Die drogenpolitischen Initiativen halten die Verfolgung insbesondere


"kleiner Fische", die Cannabis nur zur Deckung des eigenen Konsums
anbauen, für schädlich und kontraproduktiv. Insbesondere da in den
letzten Monaten vermehrt gestrecktes Cannabis auf dem Markt
aufgetaucht ist und im Raum Leipzig bereits mehr als 100 Menschen eine
Bleivergiftung erlitten haben, sei der Anbau einiger Hanfpflanzen die
einzige Möglichkeit für viele Konsumenten, sich vor
gesundheitsgefährlichen Streckmitteln zu schützen. Außerdem entzögen
die "Kleingärtner" dem illegalen Markt die Grundlage, weil sie nicht
mehr beim Dealer einkaufen müssten. Deshalb plädieren die DHV und
"Grüne Hilfe" dafür, den Anbau weniger Pflanzen für den Eigenkonsum zu
entkriminalisieren.

Die Verbände rechnen mit vielen weiteren Hausdurchsuchungen, da die


Polizei am Montag weitere Kundendaten der betroffenen Firma
beschlagnahmt hat.

Dazu Georg Wurth vom Deutschen Hanf Verband: "Die Polizei erreicht mit
ihrer Aktion vor allem, dass sich die Konsumenten wieder verstärkt auf
dem illegalen Markt mit Cannabis eindecken werden, anstatt selbst Hanf
zu pflanzen. So unterstützt die Polizei genau die großen Fische, auf
die sie es angeblich abgesehen hat."
Jo Biermannski von der Grünen Hilfe e.V.: "Wenn es für einen
Durchsuchungsbeschluss ausreicht, mit einem entsprechenden Shop in
Verbindung gebracht worden zu sein, muss nun wohl jeder Besucher eines
Growshops mit Polizei-Besuch rechnen. Bleibt zu hoffen, dass andere
Shopbetreiber ihre Kundendaten entsprechend schützen."

_________________________

Kontakt:
Deutscher Hanf Verband
Georg Wurth
Dunckerstr. 70
10437 Berlin

Tel: 030-44716653
Fax: 030-44716654
Email: Georg.Wurth@hanfverband.de
Homepage: http://hanfverband.de

Grüne Hilfe
Jo Biermanski
(Pressesprecher des "Grüne Hilfe-Netzwerk" e.V.)
Untere Fuldergasse 12
36304 Alsfeld

Tel: 06631- 708 224


Email: presse@gruene-hilfe.de
Homepage: http://www.gruene-hilfe.de
--
mailto:joyrider@mental-arts.com

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=
Von : Dj Joyrider <joyrider@mental-arts.com>
An : mindmail@mental-arts.com <mindmail@mental-arts.com>
Datum : Mittwoch, 30. Januar 2008, 14:05

Nummernschilder-
Betreff: Rechtsgutachten:

Scanning verstößt massiv


gegen Verfassung
Dateien: <none>
--====----====----====----====----====----====----====----====----====----
===--

Rechtsgutachten:
Nummernschilder-Scanning verstößt massiv gegen Verfassung

Von Thomas Hillenbrand

Kritiker der automatisierten Erfassung von Kfz-Kennzeichen auf


deutschen Autobahnen bekommen juristische Unterstützung: Einem
Rechtsgutachten zufolge verstoßen sieben deutsche Länder mit ihren
Scanning-Regelungen gegen die Verfassung. Am schlimmsten schnüffelt
Rheinland-Pfalz.

Der Kasseler Rechtsprofessor Alexander Roßnagel hat die in acht


Bundesländern geltenden Scanning-Regelungen untersucht und teils
massive Verstöße gegen das Grundgesetz festgestellt. Das im Auftrag
des Auto-Clubs ADAC erstellte Gutachten liegt SPIEGEL ONLINE vor.

Der Experte kritisiert unter anderem die Unverhältnismäßigkeit der


ständigen automatisierten Straßenüberwachung sowie den Umstand, dass
die betroffenen Autofahrer nichts von der Überwachung erfahren: "Die
Zulassung verdeckter Erhebung greift in besonderer Weise in die
Grundrechte ... ein", so das Gutachten. Betroffene hätten "keine
Möglichkeit ..., in einem vorgeschalteten Verfahren Einfluss auf das
eingreifende Verhalten der Polizei zu nehmen".

Insgesamt acht deutsche Bundesländer wenden das umstrittene


Kennzeichen-Scanning bereits seit Längerem an. Dabei erfasst die
Polizei per stationärer Kamera die Nummernschilder aller
vorbeifahrenden Autos. Die Kennzeichen werden dann per Computer
automatisch mit Fahndungsdatenbanken abgeglichen.

Bagatelle oder massiver Eingriff in Informationsrechte?

Drei Kläger aus Hessen und Schleswig-Holstein haben gegen die


automatisierte Erfassung von Kfz-Kennzeichen Verfassungsbeschwerde
eingelegt. Das Urteil aus Karlsruhe wird im Frühjahr 2008 erwartet.
Bei einer ersten Anhörung im November 2007 hatte der hessische
Innenminister Volker Bouffier erklärt, das Scanning sei völlig
unbedenklich. Der CDU-Politiker sprach seinerzeit von einem
"Grundrechtseingriff an der Bagatellgrenze".

Roßnagel kommt zu einem gänzlich anderen Ergebnis. Lediglich in


Brandenburg seien die gesetzlichen Regelungen verfassungskonform.
Bayern und Mecklenburg-Vorpommern verstießen teilweise gegen das
Grundgesetz. Für Bremen, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und
Schleswig-Holstein konstatiert der Jurist hingegen massive Verstöße
gegen die Verfassung.

Am krassesten sind die Rechtsbrüche Roßnagel zufolge in


Rheinland-Pfalz. Die polizeilichen Regelungen seien in dem von
SPD-Chef Kurt Beck regierten Land besonders schludrig formuliert. "Die
Entscheidung über die Grenzen der Freiheit des Bürgers ist der
Vorschrift nicht zu entnehmen, sondern einseitig in das Ermessen der
Verwaltung gestellt", rügt das Gutachten.

Besonders unverhältnismäßig sei zudem die lange Speicherung der


gesammelten Informationen. Auch die Nummernschilddaten von Autofahren,
gegen die nichts vorliegt, werden in Rheinland-Pfalz zwei Monate lang
gespeichert - und der Polizei zur allgemeinen Nutzung zur Verfügung
gestellt.

Einiges spricht somit dafür, dass die Karlsruher Richter etliche der
bestehenden Landesregelungen kippen werden. Das könnte auch ein
Scanning-Projekt von Innenminister Wolfgang Schäuble ausbremsen: Er
würde am liebsten den gesamten Autobahnverkehr mit Hilfe der Kameras
in den rund 300 deutschen Lkw-Mautbrücken überwachen zu lassen.

URL: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,531451,00.html
=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=

=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=
Von : Dj Joyrider <joyrider@mental-arts.com>
An : mindmail@mental-arts.com <mindmail@mental-arts.com>
Datum : Dienstag, 29. Januar 2008, 19:10

Zahl der Kontenkontrollen


Betreff:

durch Behörden deutlich gestiegen


Dateien: <none>
--====----====----====----====----====----====----====----====----====----
===--

Zahl der Kontenkontrollen durch Behörden deutlich gestiegen

Bis zum gläsernen Bürger ist es offensichtlich nicht mehr weit: Die
Anzahl der elektronischen Kontenkontrollabrufe hat bei uns in
Deutschland in 2007 frei nach dem Motto 'Vertrauen ist gut, Kontrolle
ist besser' deutlich zugenommen. Vertreter von Staatsanwaltschaften,
der Polizei- und andere Behörden haben laut einem Bericht der
Tageszeitung 'Die Welt' in ihrer morgigen Dienstagsausgabe in 93.560
Fällen im Zusammenhang mit der Aufklärung von Strafverfahren die
Kontendaten von Bürgern gezielt abgefragt. Die Statistiken entstammen
der Aufsichtsbehörde des deutschen Finanzwesens, der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Verglichen mit 2006 wurden dabei die Konten der Bundesbürgerinnen und
Bundesbürger rund 15 Prozent häufiger durchleuchtet. Als besonders
fleißige Überwacher scheinen sich dabei vor allem die Mitarbeiter der
Staatsanwaltschaften, der Polizei und Finanzbehörden hervorzutun. Die
Staatsanwälte fragten 18.002-mal die Kontendaten von Verdächtigen ab,
was einer Zunahme von fast 40 Prozent entspricht. Die Polizei
steigerte die Zahl ihrer beauftragten Kontenanalysen um 13 Prozent auf
54.111. Auch der Fiskus legte bei seiner Verfolgung von
Steuerhinterziehungen deutlich zu, um gut zehn Prozent auf 13.061
Fälle. Kein Wunder: Seit Einführung des Kontenabrufs zum 1. April 2005
verzeichnen ausländische Banken einen starken Zuwachs an deutschen
Anlegern. Das Delikate beim Kontenabruf ist unter anderem die
heimliche Durchführung des Abrufs, der überwachte Bürger bekommt davon
nichts mit. Auch die Möglichkeiten sich dagegen zu wehren sind
eingeschränkt. Wie das Finanzgericht Düsseldorf in einem aktuellen
Urteil vom 25. April 2007 feststellte, ist gegen den heimlichen Abruf
direkt keine Klagemöglichkeit gegeben. Erst eigene Auskunftsersuchen
oder Steuerbescheide ermöglichen eine indirekte Anfechtung der
heimlichen Durchleuchtung.

Die Zahlen entstammen der Bundesanstalt für Finanzdienst-


leistungsaufsicht (BaFin). Unklar ist allerdings, wie häufig es
tatsächlich gerechtfertigt war, aus normalen Bürgern Gläserne zu
machen. Freuen wir uns zusammen mit den Mitarbeitern der
Finanzbehörden auf neue Errungenschaften wie z. B. die zum 1. Juli
2007 eingeführte Steuer-Identifikationsnummer. Sogar Neugeborenen, die
mit dieser Nummer ab Geburt gebrandmarkt sind, dürfte es zukünftig
recht schwer fallen, ihre Einnahmen zu hinterziehen.

URL: http://www.gulli.com/news/berwachung-zahl-der-2008-01-28/
=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-
=-=-=