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“Ein und derselbe Mond spiegelt sich in allen Wassern. Alle Monde im Wasser sind eins
“Ein und derselbe Mond spiegelt sich in allen Wassern. Alle Monde im Wasser sind eins

“Ein und derselbe Mond spiegelt sich in allen Wassern. Alle Monde im Wasser sind eins in dem einen einzigen Mond”

“Ein und derselbe Mond spiegelt sich in allen Wassern. Alle Monde im Wasser sind eins in

Einführung in die vedische Astrologie (Jyotish)

DIE WURZEL VEDISCHER KULTUR

 

4

 

5

WARUM VEDISCHE ASTROLOGIE?

 

6

1.1 DIE HEILIGE ASTROLOGIE INDIENS

 

6

1.2 DER TROPISCHE UND DER SIDERISCHE TIERKREIS

 

8

1.2.1 DER TROPISCHE TIERKREIS

 

8

1.2.2 DER SIDERISCHE TIERKREIS

 

9

1.2.3 DER UNTERSCHIED ZWISCHEN DER WESTLICHEN UND DER

 

TRADITIONELLEN INDISCHEN GESELLSCHAFT

 

9

1.2.4

DIE NEUN PLANETEN IM JYOTISH

 

12

1.2.5.

DIE HÄUSER IM JYOTISH

 

14

1.2.6.

DIE ZEICHEN            

 

16

1.3

WIE ERSTELLT MAN EIN INDISCHES HOROSKOP?

 

17

1.3.1 AYANAMSA

 

17

1.3.2 DAS NEUE HOROSKOP

 

19

1.3.3 FESTLEGUNG DES ASZENDENTEN UND DER HÄUSER

 

20

1.3.4 DIE VERSCHIEDENEN DARSTELLUNGSMÖGLICHKEITEN DES

 

INDISCHEN HOROSKOPS

 

21

2.0 Was ist Karma?

 

23

2.1 Wiedergeburt

 

25

Grundbegriffe der vedischen Philosophie

 

26

Die 3 spezifischen Gunas (Qualitäten)

 

27

Kontaktadresse:

 

29

GANESH:

 

29

3

DIE WURZEL VEDISCHER KULTUR

Die Indologen haben bei ihren wissenschaftlichen Forschungen die empirischen Maßstäbe übernommen, wie sie in der westlichen Kultur auf den Gebieten der Geschichte, Anthropologie, Archäologie, Philologie und damit verwandter Disziplinen angewendet werden. Seit Beginn der indologischen Studien im 18. Jahrhundert wurde die Forschung auf jedem Gebiet immer weiterentwickelt. Dennoch stimmen die Gelehrten darin überein, dass ihre kritische Rekonstruktion über den Ursprung und das Wesen der vedischen Kultur höchst ungewiss ist.

Übereinstimmend erklären die altindischen Schriften (shastras), die vedische Literatur sei vor 5000 Jahren zu Beginn des Kali-Yugas niedergeschrieben worden, nachdem sie vorher schon viele Millionen von Jahren in der Form von shrutis (dem Gehörten) von Philosophen, Yogis und Heiligen (rishis) in langen Schülertraditionen weitergereicht wurde. Obwohl die Empiriker diese vielschichtige Gesamtheit der vedischen Kultur oft nicht berücksichtigen, räumen sie zumindest ein, die Geschichte der Menschheit sei durch diese Datierung und die weltweiten Entdeckungen neu geschrieben worden. Immerhin geht der allgemeine Trend bei der Neuschreibung der Geschichte der Menschheit dahin, die angenommenen Daten für den Beginn der modernen Zivilisation immer weiter in die Vergangenheit zurückzuverlegen.

Für gewöhnlich ist es die Archäologie, die speziell darauf ausgerichtet ist, etwas über alte Kulturen herauszufinden. Einiges, was die vedische Geschichtsschreibung erzählt, wird durch archäologische Funde bestätigt, allerdings sind die empirisch ermittelten Daten zu bruchstückhaft, um uns ein klares Bild der vedischen Zivilisation vermitteln zu können. Viele der geographischen Orte, die in den Schriften erwähnt werden, sind noch heute bekannt und manche indische Tempel werden entsprechend der Tradition Tausende von Jahren erhalten. Doch konnten diese Orte keine handfesten archäologischen Belege hervorbringen und die Ausgrabungen von Städten und Tempeln lassen keinen empirischen Schluss über den Beginn der vedischen Kultur zu.

Ein interessanter Hinweis kommt vielleicht etwas unerwartet aus dem Bereich der Astronomie. Surya-siddhanta, Paitamahasiddhanta des Vishnudharmottara Purana und Brahmagupta-siddhanta sind drei vedische Bücher über Astronomie, in denen die Himmelskoordinaten verschiedener Sterne angeben sind. Diese Koordinaten weichen jedoch auf den ersten Blick deutlich von den Erkenntnissen der modernen Astronomie ab. Mit Hilfe moderner Messtechniken und Berechnungen wurden die Sternenbewegungen zurückverfolgt und zeitigten ein überraschendes Ergebnis. Die in den vedischen Texten enthaltenen Koordinaten sind doch zutreffend - allerdings zu einem Zeitpunkt der Tausende von Jahren in der

Vergangenheit liegt. Einige Angaben beschreiben Konstellationen, wie sie vor mehr als 50.000 Jahren am Himmel zu sehen waren.

Die westliche Archäologie beginnt in Indien im frühen 19. Jahrhundert, als die Landvermesser der East India Company viele Tempel, heilige Stätten, alte Münzen und Inschriften nicht mehr gesprochener Sprachen entdecken. Im Jahre 1830 wird das Felsedikt von Kaiser Ashoka entziffert und so datiert man den Beginn der indischen Zivilisation auf 300 v. Chr.

Erst im 20. Jahrhundert kommt neue Bewegung in die Suche nach den Wurzeln der indischen Hochkulturen, als die Forschungsexpedition des englischen Archäologen Sir John Marshall 1924 bei Mohenjo-Daro Reste einer Kultur entdeckt, die älter ist als alles, was man bisher kennt. Der Fund befindet sich im heutigen Pakistan, am westlichen Ufer des unteren Indus. Kurze Zeit später wird einige hundert Kilometer weiter nördlich bei Harappa eine weitere Stadt desselben Alters ausgegraben. Die archäologischen Funde weisen auf eine Kultur mit gut funktionierenden sozialen Stadtgemeinschaften hin, die untereinander einen regen Handel treiben und über ein Schriftsystem verfügen. Zuerst nimmt man an, die Wurzeln dieser Kultur liege in Mesopotanien, doch die späteren Funde lassen 1998 die Archäologen Richard H. Meadow von der Harvard Universität und J. Mark Kenoyer von der Universität Wisconsin, Madison zum Schluss kommen, dass es sich um eine eigenständige Hinduzivilisation handelt, die bereits in einer Zeit etwa 3000 v. Chr. existiert hat (Geburt einer Zivilisation von Jonathan Mark Kenoyer Vizedirektor des Harappa Archaeological Research Project, erschienen beim Archaeological Institute of America, Ausgabe 51, Nr. 1, Januar/Februar 1998).

Der amerikanische Historiker Will Durant weist in seiner "Kulturgeschichte der Menschheit, Das Vermächtnis des Osten" darauf hin, diese Hochkultur sei vermutlich bereits früher, noch entwickelter gewesen. Er schreibt:

"Sonderbar genug, die untersten Schichten dieser Überreste (von Mohenjo-Daro) weisen eine höher entwickelte Kunst auf als die oberen - als ob die ältesten Lager von einer bereits Hunderte, vielleicht Tausende

von Jahren alten Kultur herrührten

Siegelschnitt und der Anmut der Tonwaren zu schließen, war die Induskultur zu Beginn des dritten Jahrtausends v. Chr. der babylonischen überlegen. Aber das war eine späte Phase der indischen Kultur; sie könnte auch schon früher führend gewesen sein."

Nach der Hausarchitektur, dem

Heute unterstreichen neue Funde, wie die versunkene Stadt "Dwarka" und die 1,7 Mio Jahre alte Brücke zwischen Indien und Sri Lanka auf eine unermesslich große alte vedische Kultur hin, die im Ramayana mit seinem Herrscher "RAMA" beschrieben wird.

WARUM VEDISCHE ASTROLOGIE?

1.1 DIE HEILIGE ASTROLOGIE INDIENS

Wörtlich übersetzt bedeutet 'Veda' Weisheit. In mehreren heiligen althinduistischen Schriften, den Veden, finden wir Lebensweisheiten, die alle denkbaren Ebenen des Lebens umfassen, inklusive der Astrologie. Im Rig Veda, vermutlich einige Jahrtausende vor Christi Geburt entstanden, werden astrologische Methoden und Berechnungen erwähnt. Es wird vermutet, dass die Griechen zu irgend einem Zeitpunkt Kontakt zu indischen Astrologen hatten, weil es zwischen den Griechen (die übrigens als Begründer der westlichen Astrologie gelten) und den Indern viele Parallelen gibt.

Jyotish, der Name der Astrologie der Veden, ist ein Sanskritwort, das am besten mit "die Wissenschaft vom Licht" übersetzt wird. Von den sechs Vedangas oder Glieder der Veden wird es als das wichtigste angesehen, das wahre "Auge" der Veden, denn es ist durch das Studium von Jyotish, dass wir alles über unsere Umstände hier auf Erden sehen. Die alte

Wissenschaft des Jyotish offenbart die subtilen Einflüsse, die zu uns aus dem Universum kommen. Die besonderen Umstände, in die wir hineingeboren werden, sind das Resultat unserer Karmas von früheren Geburten. Das will nicht heißen, dass wir hilflos sind oder nichts tun können um unsere Umstände zu verändern; aber die äußeren Ereignisse unseres Lebens werden von unseren Handlungen aus der entfernten Vergangenheit bewegt. Dies zu wissen, hilft uns, unsere jetzigen Bedingungen zu akzeptieren und danach zu streben, die Zukunft durch die Handlungen in diesem Leben in einem besseren Licht zu formen. Das Ziel des Lebens ist es, jenseits aller äußeren Begrenzungen zu gehen und zu jenem ursprünglichen Selbst zurückzukehren, das unsere wahre Natur ist. Durch Jyotish können wir eine bessere Einschätzung bekommen, wie wir

dieses

Ziel

erreichen.

SCHWIERIGE ZEITEN

Die westliche Astrologie hat turbulente Zeiten durchlebt. Vieles geriet in Vergessenheit während den dunklen Zeiten des Mittelalters und während der Blüte des Rationalismus. Erst seit den 60er Jahren erlebt die westliches Astrologie eine weite Verbreitung. Man könnte behaupten, das gegen Ende der 60er Jahre bestimmte Werte zum ersten Mal beachtet wurden und ein Interesse erwachte, die spezifischen menschlichen Potentiale zu entdecken und zu entfalten. Die Astrologie lieferte einen Beitrag zu dieser Selbstentdeckung. Eine Konsequenz dieser Bewegung ist die ausgeprägte psychologische Orientierung der westlichen Astrologie. Obwohl es sich hierbei zweifelsohne um eine fruchtbare Variante handelt, ist das Resultat jedoch teilweise eine übermäßige Beschäftigung mit der

Psychologie anstatt mit der Astrologie. Die indische Astrologie hat sich währenddessen die rein astrologische Denkweise bewahrt. In vielerlei Hinsicht ist die indische Astrologie demzufolge hinsichtlich ihrer Berechnungsmöglichkeiten der westlichen Astrologie um einiges voraus. Der Grund dafür mag darin liegen, dass die indische Astrologie nie eine Abtrennung von ihren Wurzeln verkraften musste, im Gegensatz zur westlichen Astrologie.

ASTROLOGIE ALS EIN TEIL DER INDISCHEN KULTUR

Es ist viel einfacher für die indische Astrologie innerhalb ihres kulturellen Umfeldes zu funktionieren als für die westliche Astrologie bei uns, da die indische Astrologie als ein Element der hinduistischen Volksreligion in Indien integriert ist. Die Beziehung zwischen der westlichen Astrologie und dem Christentum könnte man im Gegensatz dazu als ambivalent bis feindlich beschreiben. Einerseits finden wir viele astrologische Symbole in der Bibel, wie z.B. die 12 Apostel und verschiedene Päpste holten astrologische Ratschläge ein. Andererseits gibt es Strömungen innerhalb des Christentums, die die Astrologie als ein 'Teufelswerkzeug' bezeichnen. Der Rationalismus, eine Art weit verbreiteter Ersatzreligion bringt die Astrologie in Zusammenhang mit Aberglaube.

In Indien existiert diese Problematik nicht. Einige Astrologen sind hier Priester und genießen hohes Ansehen innerhalb der Gesellschaft. Der Termin für die indische Unabhängigkeit wurde beispielsweise verschoben, um ein günstiges Horoskop für den unabhängigen Staat zu erhalten. Auch die Regierung berücksichtigt die Astrologie. So wurde z. B. das Lahiri Ayanamsa System (Ein System zur Festlegung des 0 Punktes des Zodiaks, mehr dazu später) staatlich festgelegt. Wir könnten uns nicht vorstellen, dass das Parlament eines europäischen Staates zusammenkommen würde, um eine astrologische Problematik zu diskutieren. In Indien nimmt die Astrologie innerhalb von Gesellschaft und Religion eine zentrale Stellung ein. Im Westen werden Astrologen nicht unbedingt ernst genommen und auch aus religiöser Sicht erscheint die Astrologie eher suspekt.

KONTAKT

ZWISCHEN

DER

WESTLICHEN

UND

DER

ÖSTLICHEN

ASTROLOGIE

Es ist nicht gerade überraschend, dass die westliches Astrologie eine Tendenz aufweist, bestimmte indische Techniken aus dieser schier unerschöpflichen Schatztruhe zu übernehmen. Leider werden dieses Techniken nicht immer richtig eingesetzt oder gar missbraucht. Wenn wir das Navamsa studieren, werden wir hierfür eindeutige Beispiele finden. In den USA und England gibt es mittlerweile ein starkes Interesse an der indischen Astrologie und gleichzeitig existiert in Indien ein großes Interesse an der westlichen Astrologie. Einige indische und westliche Astrologen benutzen beide Systeme und schöpfen die Stärke des jeweiligen Systems aus. Wir erwarten für die Zukunft mehr produktive

Zusammenarbeit zwischen West und Ost und hoffen sehr, dass dieser Kurs einen kleinen Beitrag leistet, diese Tendenz zu fördern.

1.2 DER TROPISCHE UND DER SIDERISCHE TIERKREIS

Der offensichtlichste Unterschied zwischen der westlichen und der östlichen Astrologie liegt in der Verwendung zwei verschiedener Tierkreise (Zodiak).Vor ca. 1700 Jahren, als die westliche Astrologie ihren Ursprung nahm, wurden die damals gültigen Positionen im Tierkreis als Grundlage genommen. Damals stand die Sonne am Frühlingsanfang auf 0 ° Widder. Mittlerweile ergaben sich Verschiebungen, so dass heute die Sonne bei Frühjahrsbeginn fast am Ende des Widderzeiches steht.

1.2.1 DER TROPISCHE TIERKREIS

Den Zodiak, den die westlichen Astrologen benutzen, nennen wir den tropischen Tierkreis. Der Anfangspunkt dieses Tierkreises basiert nicht auf Positionen des Fixsternhimmels, sondern auf den Positionen der Sonne. Wenn der Winter zu Ende geht und die Tag-Nacht-Gleiche erreicht ist, befindet sich die Sonne an einem bestimmten Punkt am Himmel. Dieser Punkt stellt den Anfangspunkt des tropischen Zodiaks dar. In der westlichen Astrologie wird der Punkt, den die Sonne am Frühlingsanfang erreicht, 0° Widder genannt. Diesen Punkt bezeichnet man auch als den Frühlingsäquinoxialpunkt. Es würde zu weit führen, die gesamten astronomischen Zusammenhänge zu erläutern. Was an dieser Stelle von Bedeutung ist, ist, dass der tropische Tierkreis auf der Stellung der Sonne basiert.

Dies bedeutet, dass entsprechend dem tropischen Tierkreis die Sonne am ersten Frühlingstag auf 0° Widder steht, am ersten Sommertag auf 0° Krebs, am ersten Herbsttag auf 0° Waage und am ersten Wintertag auf 0° Steinbock. Wir sollten jedoch nicht erwarten, dass die Sonne am Frühlingsanfang tatsächlich in 0° Widder zu finden ist, da die astronomische Konstellation 0 Grad Widder nicht mehr mit der in der Astrologie verwendeten Konstellation übereinstimmt.

Da die westliche Astrologie auf dem Stand der Sonne basiert, können wir die westlichen Astrologie auch als Sonnenastrologie bezeichnen. In der Tat beschäftigt sich die westliche Astrologie sehr stark damit, wie die Energie der Sonne durch die einzelnen Planeten des Tierkreises verteilt wird. Analog zu dieser Vorgehensweise werden im Westen das Bewusstsein und das Ego (entsprechen sozusagen der Sonne) sehr hoch bewertet. Wichtige Ziele in der westlichen Astrologie sind somit die psychologische Entwicklung des Menschen,

1.2.2 DER SIDERISCHE TIERKREIS

Andererseits beschäftigt sich die indische Astrologie mit dem Menschen und seiner Beziehung zum Kosmos. Der Zodiak, der in der östlichen Tradition verwendet wird, basiert auf der Position der Fixsterne und wird deshalb der Siderische Tierkreis genannt. Auch der siderische Tierkreis hat eine gewisse Ungenauigkeit, da nicht jedes Tierkreiszeichen genau 30° entspricht. Trotzdem liegt der siderische Widder wesentlich näher am astronomischen Widder, als dies beim tropischen Widder der Fall ist. Der Mittelpunkt des indischen Zodiaks, der vom Widderpunkt 180° entfernt liegt, (0° Waage) entspricht im siderischen Tierkreis dem Fixstern Spica.

Kurz zusammengefasst: Der westliche Zodiak basiert auf dem Sonnenstand, der indische auf dem Fixsternhimmel. Westliche Astrologie ist somit Sonnenastrologie, östliche Astrologie ist kosmische Astrologie. Westliche Astrologie analysiert die Art und Weise, wie die Planeten die solare Energie reflektieren und hat ihren Schwerpunkt auf der psychologischen Ebene. Im Gegensatz dazu bezieht die vedische Astrologie die gesamte Beziehungsvielfalt zwischen Mensch und Universum mit ein.

1.2.3 DER UNTERSCHIED ZWISCHEN DER WESTLICHEN UND DER TRADITIONELLEN INDISCHEN GESELLSCHAFT

Ein Europäer bemerkt schnell, das in der indischen Gesellschaft in ihrer ursprünglichen Form wesentlich weniger Egozentriertheit existiert als in der westlichen. So würde beispielsweise bei uns eine vermittelte, von anderen arrangierte Heirat strikt abgelehnt werden. Unserer Meinung nach sollten zwei Menschen dann heiraten, wenn sie sich lieben. Eine Eheschließung ist somit eine Angelegenheit zwischen zwei Menschen.

In Indien ist eine Eheschließung jedoch eine Entscheidung zwischen zwei Familien. Oftmals wird noch ein Astrologe befragt, ob der Kosmos der Heirat zustimmt. Die Gefühle der Betroffenen werden zwar berücksichtigt, geben jedoch nicht den Ausschlag. Das Individuum stellt in der indischen Gesellschaft lediglich einen Teil des Ganzen dar. Im Westen erhält das bewusste Ego (die Sonne) vergleichsweise viel mehr Aufmerksamkeit. Auf der einen Seite mag dies zu einer enormen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit geführt haben, während andererseits ein kosmisches Ungleichgewicht und eine ökologische Katastrophe resultierten.

Unserer Ansicht nach erfüllt die westliche Astrologie ein wichtige Aufgabe, vor allem auf dem Gebiet der Analyse persönlicher Probleme und deren psychologischen Hintergründen. Die psychologische Astrologie hat eine Aufgabe zu erfüllen. Die vedische Herangehensweise kann uns jedoch wichtige Informationen über die Beziehung zwischen Mensch und Kosmos bieten.

Westliche Astrologie

Indische Astrologie

Psychologische Ausrichtung: Versucht die psychologischen Prägungen des Menschen zu erkennen und zu heilen, seine Beziehung zu anderen Menschen zu verbessern.

Kosmische Ausrichtung: Versucht die Gesetzmäßigkeiten des Kosmos zu verstehen und den Menschen in Beziehung zum Kosmos zu setzen

Seit einigen Jahrhundert verbannt aus dem täglichen Leben, Außenseiterdasein, belächelt bis verfolgt von Kirche und Gesellschaft

Integriert in das tägliche Leben und die Religionsausübung, unterstützt von Gesellschaft und Kirche

Der Mensch wird vor allem als Individuum betrachtet; das Bewußtsein soll entwickelt werden, die Sonne ist der wichtigste Planet

Die Empfänglichkeit des Menschen wird als sehr wichtig erachtet, seine Wahrnehmungs- und Anpassungsfähigkeit sollen entwickelt werden; der Mond ist der wichtigste Planet

Der Mensch soll darin unterstützt werden, seine eigene Individualität zu entfalten, seine Stärken zum Ausdruck zu bringen und seine Schwächen zu überwinden, das höchste Ziel lautet Selbstverwirklichung

Der Mensch soll seinen Platz innerhalb der Gesellschaft finden und einnehmen, er soll demütig anerkennen, welche Talente er besitzt und schon aus anderen Inkarnationen mitgebracht hat. Das höchste Ziel lautet Moksha (die Befreiung von irdischen Fesseln, Erleuchtung)

Aussagen hinsichtlich der konkreten Verwirklichung der Anlagen sind schwierig, die Aussagen bleiben vage

Aussagen hinsichtlich der konkreten Verwirklichung der Anlagen sind möglich und konkret

Fixsterne werden kaum mehr berücksichtigt

Fixsterne fließen durch die Nakshatras in die Bewertung mit ein

Der tropische, am Sonnenstand orientierte Tierkreis wird verwendet

Der siderische, am Fixstern Spica orientierte Tierkreis wird verwendet

Prognostisch ist die westliche Astrologie eher schwach, arbeitet mit Transiten, Progressionen und Direktionen

Prognostisch ist die vedischen Astrologie sehr stark, arbeitet mit Transiten und verschiedenen Dasa-Systemen

Die äußeren Planeten werden miteinbezogen

Die äußeren Planeten werden kaum berücksichtigt (nur bei moderneren indischen Astrologen)

Außerdem werden im indischen System nicht nur die 12 Sonnenzeichen berücksichtigt, sondern auch die 27 Mondzeichen (Nakshatras), die eine subtilere Energie symbolisieren und eine Feindeutung der Planetenqualitäten ermöglichen. Die Nakshatras bringen übrigens die Ebene der Fixsterne in die Deutung hinein, eine Ebene die bei den westlichen Astrologen dieses Jahrhunderts mehr und mehr in Vergessenheit geraten ist.

Außer der weiteren Einteilung des Tierkreises in 27 Nakshatras (Sterne) von 360 Grad in 12

Außer der weiteren Einteilung des Tierkreises in 27 Nakshatras (Sterne) von 360 Grad in 12 Konstellationen von je 30 Grad, gibt es eine weitere Anordnung des Himmels, in der jeder 13 Grad und 20 Minuten im Tierkreis einnimmt. Alle Planeten befinden sich im Bereich einer dieser Sterne, aber derjenige, in welchem der Mond steht, wird der "Geburtsstern" genannt.

Jeder Nakshatra hat einzigartige Eigenschaften, die er diesem besonderen Teil des Himmels vermittelt, sowie den Planeten, die sich darin befinden. Die Nakshatras sind weiterhin in Padas (Viertel) von je 3 Grad und 20 Minuten unterteilt, was im Ganzen 108 Abteilungen des gesamten Tierkreises ausmacht. Jede dieser Einteilungen entspricht einer spezifischen Sanskrit-Silbe, welche traditionell bei der Namensgebung des Kindes gebraucht wurde, entsprechend dem Nakshatra und dem Pada, unter denen es geboren wurde.

Neben

einigen

anderen

wichtigen

Unterschieden

ist

sicherlich

von

Bedeutung,

dass

im

indischen

System

die

äußeren

Planeten

nicht

berücksichtigt werden.

Weiterhin werden in der Interpretation der Planeten in Zeichen und Haus, die sich teilweise vom westlichen Verständnis unterscheidet, weitere Faktoren berücksichtigt:

Die Häuser werden unterteilt, gemäß Ihrer Ausrichtung auf eine materielle oder spirituelle Ebene und gemäß des Schwierigkeitsgrades, der mit Ihrer Umsetzung verbunden ist. Die Häuser sind gleichgroß (30 Grad).

Die Planeten werden in Benefics, Malefics und neutrale Planeten eingeteilt, wiederum orientiert an der jeweiligen Aufgabe, die mit ihnen verbunden ist.

Yogas werden als sehr wichtig betrachtet. So wird ein Planet, der z. B. das 5. und das 10. Haus beherrscht, zum sog. Raja Yoga Karaka und erhält eine besondere Rolle. Yogas werden gebildet, indem zwei oder mehrere Planeten eine Verbindung eingehen, bestimmte Häuser besetzt sind bzw. unbesetzt sind etc. Es gibt mehr als 2000 Yogas, nur einige hundert werden jedoch normalerweise verwendet.

Die Vargas (Harmonics), insbesondere das Navamsa (9. Harmonic) werden stark gewichtet und zur Interpretation best. Lebensgebiete herangezogen.

Die Mondknoten (Rahu und Ketu) werden stark gewichtet.

Transite werden auf zwei Arten bewertet : 1. Die Position im Haus und 2. Die Position im Abstand zum Mond.

Das Dasa System (zeitliche Auslösung eines Planeten) bietet eine zusätzliche Ebene in der Prognose.

1.2.4 DIE NEUN PLANETEN IM JYOTISH

        

Jyotish entsprechend gibt es neun Hauptplaneten (Grahas): Die Sonne, der Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Saturn, Rahu und Ketu. Rahu und Ketu sind keine physischen Planeten, sondern die Knoten des Mondes (d.h. die Stellen, an denen sich eine Sonnen-oder Mondfinsternis ereignen kann). Die äusseren Planeten Uranus, Neptune und Pluto werden nicht in den vedischen Texten erwähnt. Zusätzlich zu den neun Hauptplaneten gibt es viele zusätzliche Planeten, "Upagrahas" (subtile Planeten) genannt. Das Sanskrit-Wort Graha heisst tatsächlich "das, was etwas ergreift". Die Planeten üben deshalb ihren Einfluss auf uns aus, indem sie uns ergreifen und uns dazu zwingen, verschiedene Handlungen durchzuführen. Sogar positive Handlungen wie karitative Geschenke, selbtloses Dienen usw. sind das Resultat von Zwängen, die in uns von den Planeten geschaffen werden, wenn auch als nützliche Aspekte der Planeten, die uns veredeln.

Sonne: Die Sonne herrscht über den Atman (die Seele oder das innere Selbst), den Vater, den rationalen Geist, die Intelligenz, das Status, das Bewusstsein, das Selbstvertrauen, den Stolz und die Integrität. Der Edelstein für die Sonne ist der Rubin.

Mond: Der Mond bezieht sich auf die Mutter, das gefühlsbetonte Gemüt, die Empfänglichkeit, die Geselligkeit, das Glück, das Zuhause, die Popularität, die Empfindlichkeit und den Geistesfrieden. Der Edelstein für den Mond ist die Perle.

Mars: Mars regiert die Stärke, die Energie, den Mut, den Wagemut, die Handlung, die Brüder, die Wissenschaft, die Logik, die Gewalt, die Eifersucht, den Skandal, die Krankheit und Unfälle. Der Edelstein für den Mars ist die rote Koralle.

Merkur: Der Merkur herrscht über die Sprache, die Kommunikation, den Handel, die Intelligenz, die Unterscheidungsfähigkeit, die Erziehung, die Astrologie, die Schriftstellerei, die Diplomatie und die Empfindlichkeit. Sein Edelstein ist der Smaragd.

Jupiter: Jupiter steht für das göttliche Wissen, den Guru, den spirituellen Weg, das Gesetz, die Gnade, die Freude, den Optimismus, die Kinder, den Glauben, das Glück, die Grosszügigkeit und die Wahrheit. Der Edelstein für den Jupiter ist der gelbe Topas.

Venus: Die Venus herrscht über die Ehe, die Liebe, die Zuneigung, die Schönheit, die edlen Künste, die Kultur, den Charm, das Charisma, die Geselligkeit, den Luxus, die Eitelkeit und die Grazie. Ihr Edelstein ist der Diamant.

Saturn: Der Saturn regiert die Langlebigkeit, das Alter, die Krankheit, das Leid, die Unglücke, die Lethargie, die Depression, die Armut, die Losgelöstheit, die Leidenschaftslosigkeit, den Asketismus und die Einsamkeit. Sein Edelstein ist der blaue Saphir.

Rahu: Rahu herrscht über die kollektiven Trends, die Massenunruhen, die Angst, falsche Argumente, Hautkrankheiten, starke Körperschmerzen, Körperschwellungen und Halluzinationen. Sein Edelstein ist der Gomedha.

Ketu: Ketu herrscht über die Rettung, die Selbstaufopferung, die Losgelöstheit, über unerwartete Ereignisse, psychische Einblicke, über Krankheit, Verneinung, den Zweifel, Fanatismus, Isolation und Trennung. Sein Edelstein ist das Tigerauge.

Die Planeten handeln entsprechend ihrer Stellung im Horoskop. Für jeden Planeten gibt es sowohl erhebende wie auch behindernde Resultate. Je mehr ein Planet gut in einem Horoskop platziert ist, desto mehr positive Eigenschaften werden natürlicherweise für jene Person dominieren. Viel von dem Verständnis, wie ein bestimmter Planet unter bestimmten Umständen handeln wird, hat mit der Stellung des Planeten im Zeichen zu tun, ob er in einem freundlichen Zeichen steht, in seinem eigenen Zeichen, im Zeichen des Feindes, ob er exaltiert ist (das beste Zeichen), oder geschwächt (das schlechteste Zeichen) oder verbrannt ist (zu nahe an der Sonne).

Die Stärke eines Planeten wird beurteilt, indem man eine Vielfalt von Messtechniken benutzt. Planetarische Verbindungen und Aspekte sind auch lebenswichtig im Jyotish. Alle Planeten aspektieren das 7. (entgegengesetzte) Zeichen von demjenigen, in dem sie stehen (das wird in der westlichen Astrologie als Opposition bezeichnet). Zusätzlich haben die äusseren Planeten spezielle volle Aspekte: Mars aspektiert das 4. und 8.Haus von seiner Stellung aus, Saturn das 3. und das 10. und Jupiter das 5. und das 9. Es gibt keine allgemeinen Quadraturen wie in der westlichen Astrologie.

1.2.5. DIE HÄUSER IM JYOTISH

Die Haupteffekte, die von jedem der 12 Häuser beurteilt werden, sind:

Das erste Haus herrscht über das Selbst, den Körper, die physische Konstitution, die Individualität, die Begeisterung fürs Leben, die Vitalität, den Ausblick auf das Leben, die Zeit und den Ort der Geburt, die Integrität, den Ruhm und die Selbstachtung.

Das zweite Haus herrscht über die Sprache, die Demut, den Reichtum (alle Quellen), die Familienmitglieder, die frühe Kindheit, das Gesicht, die Augen, die Nase, die Zähne, die Nahrung, mündlich lernen und die Qualität der Sprache.

Das dritte Haus steht für Mut, die jüngeren Brüder und Schwestern, das Gehör, die Kehle, den Hals, die Schultern, die Arme, die Stärke, kurze Reisen, Tugenden, die Künste und das Stehvermögen.

Das vierte Haus herrscht über das Zuhause, das Glück, die Mutter, die Verwandtschaft, den Wohnort, das Herz, das Eigentum, die heiligen Orte, Meditation, Beförderungen und die Fähigkeit zum Ausruhen und zur Entspannung.

Das fünfte Haus herrscht über die Kinder, die Kreativität, das Talent, den Magen, karmische Verdienste, Vergnügen, Frömmigkeit, Freundschaft, Spekulation, Reichtum, Intelligenz und höhere Erziehung.

Das sechste Haus regiert die Krankheit, die Schulden, die Feinde, das Verdauungssystem, die Wunden, Unfälle, die Impulsivität, Dienstleistungen, die Fähigkeit für große Arbeiten, die Sorgen, die Laster und die Vorwürfe.

Das siebte Haus steht für Heirat, den Heiratspartner, die Leidenschaft, die Fähigkeit, andere zu beeinflussen, fremde oder entfernte Orte, die Position und Partnerschaften.

Das

Erfindung,

die Zerstörung, die Unehre, die

Langlebigkeit,

achte Haus

regiert

den Tod,

die

Erbschaft,

die

Forschung

oder

Transformation, Geldverlust, Sünde und äußerste, mentale Qual.

Das neunte Haus regiert das Dharma, den Guru, die Prinzipien oder Ideale im Leben, den Vater, die Gnade, Glück, Buße, Reinheit des Gemüts, Religion, lange Reisen, Rituale, Opfer und Philosophie.

Das zehnte Haus regiert das Karma, die Karriere, den Erfolg, das Können, das Ergebnis, die Ehre, die Gunst des Herrschers, den Titel, den Respekt, die Selbstkontrolle, die herrschende Macht und die Position.

Das elfte Haus steht für Gewinn, ältere Brüder und Schwestern, alle Arten von Einkünften, die Zunahme des Glücks, humanitären Dienst, die Bestrebung und das Erreichen des gewünschten Ziels.

Das zwölfte Haus regiert den Verlust, die Kosten, fremde Orte, das Wandern, die Beschränkung, geheime Vergnügen, Trennung, Losgelöstheit, Entsagung und Befreiung.

Für jedes Haus werden sowohl positive wie auch negative Hinweise gegeben, obschon im Ganzen gesehen, das sechste, das achte und das zwölfte Haus als die schwierigsten angesehen werden. Gutartige Planeten fördern die positiven Eigenschaften der Häuser, die sie innehaben oder aspektieren, während bösartige Planeten mehr die zerstörerischen Bedeutungen herausbringen. Die Kombinationen von gutartigen und bösartigen Planeten geben gemischte Resultate. Hier ist es wichtig zu verstehen, welcher Planet, der ein Haus beeinflusst, am stärksten ist, da sein Einfluss natürlicherweise dominieren wird.

welcher Planet, der ein Haus beeinflusst, am stärksten ist, da sein Einfluss natürlicherweise dominieren wird. 15

1.2.6. DIE ZEICHEN

           

Ein Zeichen gibt uns immer Auskunft über das WIE. Das Zeichen, in dem sich der Planet befindet sagt uns, WIE dieser Planet funktionieren wird.

Zum Beispiel: Der Mond (symbolisiert die Wahrnehmung, den Geist) im Zeichen Stier gibt einen Hinweis darauf, dass der Mensch eine stabile Wahrnehmung und innere Haltung besitzt, denn Stabilität ist ein Charakteristikum des Zeichens Stier.

WIDDER: Der erste Impuls, impulsiv, willensstark, Unternehmungsgeist, Tatmensch.

STIER: Stabil, vertrauenswürdig, solide, beständig, genießt die schönen Dinge des Lebens.

ZWILLINGE: Flexibel, kommunikativ, neugierig, manchmal ruhelos.

KREBS: Sensibel, häuslich, warmherzig, manchmal etwas scheu.

LÖWE: Stolz, möchte in Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, großmütig, fordernd.

JUNGFRAU: Kritisch, genau, bescheiden, hilfsbereit, fleißig

WAAGE: Liebt Harmonie und Gerechtigkeit, romantisch, gesellig, hohes ästhetisches Empfinden.

SKORPION: Intensive Leidenschaftlichkeit, geheimnisvoll, beschäftigt sich mit Transformation und Macht.

SCHÜTZE: Optimistisch, möchte ständig den eigenen Horizont erweitern, philosophisch, manchmal dogmatisch.

STEINBOCK: Konservativ, kann hart arbeiten, ernsthaft, lernt aus Erfahrungen, kommt langsam und beständig weiter.

WASSERMANN: Etwas exzentrisch, ideenreich, erfinderisch, sprunghaft, lebendig, spontan.

FISCHE: Intuitiv, lebhafte Phantasie, idealistisch, sehr sensibel, manchmal mangelhafte praktische Fähigkeiten, Tendenz zur Selbstaufopferung.

KLASSIFIZIERUNG DER ZEICHEN

Widder, Löwe und Schütze sind FEUER-Zeichen. Sie gelten als die Zeichen für Individualität und Selbstausdruck. In Indien werden diese Zeichen mit Raja Yogas in Verbindung gebracht. Hierbei handelt es sich um ein 'königliches' Yoga mit dem Ziel, die kreativen Fähigkeiten eines Menschen zum Einsatz zu bringen.

Stier, Jungfrau und Steinbock sind ERD-Zeichen. Hier handelt es sich um die praktischen Zeichen, verankert in der Materie. Den Erdzeichen wird das Karma Yoga zugeordnet. Ziel dieses Yogas ist

es, den Menschen die Verknüpfung zwischen den alltägliche Pflichten und der spirituellen Entwicklung zu lehren.

Zwillinge, Waage und Wassermann sind die LUFT-Zeichen, die Zeichen, die mit menschlichem Kontakt und Kommunikation assoziiert sind. Mit ihnen ist das Jnana Yoga verknüpft. Es befaßt sich mit der kosmischen Komplexität (durch Denken und Studieren). Astrologie ist eine Ausdrucksform für das Jnana Yoga.

Krebs, Skorpion und Fische sind die WASSER-Zeichen. Ihr zentrales Thema ist die Empfänglichkeit. Hier befindet sich das Reich des Bhakti Yogas. Es besteht aus Hingabe und Verschmelzung mit dem Göttlichen (die Hare Krishna Bewegung ist ein Beispiel hierfür).

Es ist wahrscheinlich neu für einen westlichen Astrologen, dass die Elemente mit einem bestimmten Yoga in Zusammenhang gebracht werden. In diesem Zusammenhang könnten wir Yogas definieren als einen Prozess, durch den der Mensch versucht, mit dem Göttlichen in Kontakt zu kommen. Es gibt vielfältige Möglichkeiten für dieses Prozess und Sie sollten diese Yogas keinesfalls mit den körperlichen Yogaübungen verwechseln.

1.3 WIE ERSTELLT MAN EIN INDISCHES HOROSKOP?

Nun zur praktischen Seite. In dem nun folgenden Abschnitt möchten wir Ihnen die Berechnung des indischen Horoskops erklären. Das Radix- oder Geburtshoroskop wird Rashi Chakra genannt. Sollten Sie ein westliches Geburtshoroskop besitzen, werden Sie mit Hilfe der nun folgenden Informationen in der Lage sein, es in ein östliches umzuwandeln.

1.3.1 AYANAMSA

Die Differenz zwischen dem tropischen und dem siderischen Tierkreis wird als Ayanamsa bezeichnet. Wenn Sie ein westliches Horoskop haben, subtrahieren Sie einfach das Ayanamsa von jeder Position eines Planeten und auch des Aszendenten. Das Ayanamsa verändert sich jährlich. In Tabelle 1 finden Sie die Berechnungen für das Lahiri Ayanamsa für einige Jahre.

Hierbei handelt es sich um das Ayanamsa, das von den meisten indischen Astrologen verwendet wird. Es beruht auf der Position des Fixsterns Spica. Dazwischenliegende Daten werden durch Interpolation berechnet. Einige westliche Computerprogramme bieten die Möglichkeit der Berechnung eines siderischen Horoskops. Diese Berechnungen werden jedoch meist abgeleitet von Fagan und Bradleys Berechnungen. Diese beiden Amerikaner verwenden ein Ayanamsa, das um ca. 52 Minuten (52') vom Lahiri Ayanamsa abweicht.

TABELLE 1: LAHIRI AYANAMSA 1. Januar 1920 22°45' 1. Januar 1930 22°53' 1. Januar 1940

TABELLE 1: LAHIRI AYANAMSA

1. Januar 1920

22°45'

1. Januar 1930

22°53'

1. Januar 1940

23°01'

1. Januar 1950

23°10'

1. Januar 1960

23°18'

1. Januar 1970

23°26'

1. Januar 1980

23°35'

1. Januar 1990

23°43'

1.

Januar 2000

23°51'

Wie fängt man an? Man subtrahiert von der westlichen Position das Ayanamsa des entsprechenden Jahres. Zum Beispiel: Jemand ist 1950 geboren und hat die Sonne auf 25° Fische stehen. Das Ayanamsa für 1950 beträgt 23°10'. Subtrahiert man dies nun von der Position der Sonne: 25 - 23°10' = 1°50' . Also steht die Sonne im Vedischen Horoskop auf 1°50' Fische.

Nun lassen Sie uns eine etwas kompliziertere Rechnung vornehmen. Ein anderer Mensch, der 1950 geboren ist, hat die westliche Sonne auf 15° Fische. Das Ayanamsa für 1950 beträgt 23°10'. Subtrahieren Sie dies von der Position der Sonne (23°10' - 15° = 8°10' dann 30° - 8°10' = 21°50'). Die Sonne befindet sich nun auf 21°50' Wassermann. Setzen Sie die Berechnungen für die verbleibenden Planeten und den Aszendenten nach diesem Schema fort.

1.3.2 DAS NEUE HOROSKOP Jetzt werden Sie ein paar Überraschungen erleben. Jemand, der bisher der

1.3.2 DAS NEUE HOROSKOP

Jetzt werden Sie ein paar Überraschungen erleben. Jemand, der bisher der Überzeugung war, dass sein Sonnenzeichen Fische ist, wird plötzlich entdecken, dass seine Sonne im Wassermann steht. Was jedoch wichtig ist, ist das Gesamtbild, das entsteht. Mit ziemlicher Sicherheit wird die Fische-Energie im neuen Horoskop durch irgend einen anderen Faktor repräsentiert (möglicherweise befinden sich nun der Mond oder der Aszendent in den Fischen).

Alles in allem sollten wir uns vergegenwärtigen, wie stark wir unter Umständen auf unser Sonnenzeichen fixiert sind. Das Geheimnis liegt darin, sich für neue Möglichkeiten zu öffnen und zuzulassen, dass ähnliche Ergebnisse auf eine völlig andere Art und Weise gefunden werden können.

Es gibt viele Möglichkeiten, etwas Interessantes über einen anderen Menschen zu erfahren, wie z. B. die Numerologie, das Tarot, das Handlesen, die westliche Astrologie und natürlich auch die Vedische Astrologie. Verschiedene Methoden liefern verschiedene Informationen, da das jeweilige Thema immer wieder aus einer neuen Sicht betrachtet wird. So verhält es sich auch mit der indischen Astrologie. Obwohl es verführerisch sein mag, Ihr westliches Horoskop mit dem Vedischen zu verglichen und sogar herauszufinden, welches von beiden besser passt, empfehlen wir Ihnen genau diese Vorgehensweise nicht. Wir haben es hier mit zwei eigenständigen Systemen zu tun, die hervorragend funktionieren, wenn man sie nebeneinander betrachtet. Im Verlaufe dieses Kurses werden Sie feststellen, dass die Herangehensweise und Interpretation eines indischen Horoskop sich sehr stark unterscheidet von der Betrachtung eines westlichen Geburtsbildes. Eine momentan verspürte Unsicherheit wird hoffentlich im Laufe dieses Kurses geklärt werden und verschwinden.

1.3.3 FESTLEGUNG DES ASZENDENTEN UND DER HÄUSER

Angenommen, dass unsere zuvor durchgeführte Berechnung stimmt, haben wir den indischen Aszendenten bereits festgelegt. Der Aszendent heißt im indischen Horoskop Lagna.

Das gesamte Tierkreiszeichen, in das der indische Aszendent fällt, bildet das erste Haus.

Ein Beispiel: Sollte der indische Aszendent auf 2° Zwillinge fallen, entspricht das gesamte Zwillingszeichen dem 1. Haus. Auch wenn der Aszendent auf 29° Zwillinge stehen würde, würde das gesamte Zwillingszeichen das 1. Haus bilden.

Jedes Haus besteht somit aus einem kompletten Tierkreiszeichen. Im obigen Beispiel würde das 2. Haus in 0° Krebs beginnen, das 3. Haus in 0° Löwe usw.

Dies könnte als ein vereinfachtes Häusersystem erscheinen. Wir sollten uns jedoch vergegenwärtigen, dass auch die alten Griechen dieses System der gleichgroßen Häuser verwendet haben.

Außerdem bietet die indische Astrologie viele andere Möglichkeiten, die sehr differenzierte Aussagen zulassen. Als Beispiel dafür möchten wir das sog. Bhava Chakra (Bhava = Haus) anführen, das sehr an westliche Häusersysteme erinnert. Da das Bhava Chakra jedoch nur eine begrenzte Rolle innerhalb der Interpretation eines Horoskops spielt, werden wir es in diesem Kurs nicht näher betrachten.

1.3.4 DIE VERSCHIEDENEN DARSTELLUNGSMÖGLICHKEITEN DES INDISCHEN HOROSKOPS

In der indischen Astrologie werden meist zwei verschiedene Horoskopgrafiken verwendet. Es gibt den sog. nordindischen Horoskopstil und den südindischen. Für die meisten westlichen Astrologe ist es einfacher, mit dem südindischen Horoskop zu arbeiten. In dieser Grafik haben die Zeichen einen festen Platz, während im nordindischen Horoskop die Häuser immer an der gleichen Stelle stehen.

Horoskop die Häuser immer an der gleichen Stelle stehen. Südindisches Horoskop In Mahatma Gandhis Horoskop sehen

Südindisches Horoskop

In Mahatma Gandhis Horoskop sehen Sie anhand des nordindischen Horoskops, dass sich sein Aszendent in der Waage befindet und das 1. Haus somit aus dem Waagezeichen besteht. Mars, Venus und Merkur stehen ebenfalls im Zeichen Waage und somit im 1. Haus. Das Skorpionzeichen, in dem auch Saturn steht, wird zum 2. Haus, das Schützezeichen zum 3. Haus usw.

Beachten Sie bitte, dass wir die Häuser nicht in der gleichen Richtung zählen wie im westlichen Horoskop. Im Südindischen Horoskop folgen die Häuser im Uhrzeigersinn aufeinander – im Nordindischen entgegengesetzt. Immer wieder ein verwirrender Punkt für Neulinge im indischen System.

Die Vedas berichten uns, dass das Eisenzeitalter (Kali Yuga), in dem wir uns nun befinden,

Die Vedas berichten uns, dass das Eisenzeitalter (Kali Yuga), in dem wir uns nun befinden, der Materie die allergrößte Bedeutung beimisst und dass die Technik versucht, die Materie zu beherrschen. Wir leben nun also in dieser Zeit der Malefics und Technologie. Das Zeitalter der Goldenen Ära, die Kultur der Benefics, die einst existierte (Paradies), war keine derart verzerrte technische Kultur, sondern eine Kultur, in der die Menschen sich nicht mit der Materie identifizierten und in Einklang (nicht im Konflikt) mit ihrer Umgebung lebten.

2.0 Was ist Karma?

Karma ist ein Sanskrit-Ausdruck, der meistens mit "Handlung" übersetzt wird, aber die ganze Bedeutung ist viel tiefer. Wenn wir in der Welt handeln, fällt dies unter den Begriff Karma. In der Tat, das 10. Haus im Horoskop wird das Haus des Karma genannt, und bezieht sich in erster Linie auf unsere Beziehung mit der Welt im großen Ganzen durch unsere Karriere, unsere karitativen Taten in der Gesellschaft, die Handlungen der Führung, des Erfolgs und der Anerkennung usw.

Die tiefere Bedeutung des Ausdrucks Karma reflektiert die andere Seite der Gleichung: das Resultat unserer Handlungen. "Für jede Handlung gibt es eine gleiche und entgegengesetzte Reaktion," dies ist ein gutbekanntes wissenschaftliches Prinzip. "Wie du säest, so sollst du ernten," verkündet die Bibel. "Was rundum geht, kommt herum," ist ein populärer Ausspruch. Dies alles zeigt auf die Kräfte hin, die am Werk sind beim Reifen des Karma im Kontext der Ereignisse, die im Leben geschehen und über die wir keine Kontrolle haben; auch können wir die Ursache nicht feststellen. Zum Beispiel, welches Karma würde den Tod eines neugeborenen Kindes verursachen? Es kann sicher nicht durch Fehler verursacht sein, die in diesem Leben begangen wurden. Ohne das Gesetz des Karma gibt es keinen Weg, solche Ereignisse zu erklären. Vielleicht im Falle eines neugeborenen Kindes, das stirbt, muss man in das Karma der Mutter Es kann sein, dass sie diese Seele in einer vorigen Geburt verlassen hat und jetzt das Leiden ertragen muss, das mit diesem Verlust verbunden ist, um die karmische Schuld auszugleichen, die sie sich vorher aufgeladen hat.

Einige Karmas können verändert werden, aber andere können es nicht. Deshalb haben die alten Seher und Weisen die verschiedenen Upayas (Heilmittel) verschrieben, die daran arbeiten, den Impakt des Karma zu verändern oder zu mindern, wie Pujas, das Tragen von Edelsteinen, Mantras (heilige Worte), Yantras (heilige Symbole), Askese wie Fasten und Schweigen und andere Formen der spirituellen Praxis. Die Heilmittel, die wir anwenden, arbeiten daran, die Art und Weise zu verändern, wie wir unsere Karmas erleben. Jedoch, trotz unserer ehrlichsten Anstrengungen mögen einige Aspekte des Lebens für uns blockiert bleiben. Dies ist, weil verschiedene Karmas veränderlich sind und andere nicht.

Karma kann in die folgenden vier Kategorien eingeteilt werden:

Sanchita Karma

Dies ist die kumulative Summe aller Karmas von all unseren vorigen Geburten. Der grösste Teil dieses Karma ist uns unbekannt, da wenige von uns sich an ihre vorigen Geburten erinnern. Es ist wie ein Lagerhaus von Karmas, das sich durch unsere vielen Geburten an uns geheftet hat. Dieses Karma schliesst sowohl positive wie negative Aspekte ein. Z.B. hat jemand ein spezielles Talent, sagen wir für Musik, das spontan in frühem Alter aufkommt und zur Anerkennung dieses Talents führt, verursacht durch gute Karmas (und viel harte Arbeit in früheren Geburten). (1. Haus)

Prarabdha Karma

Dies ist das Karma, das dazu bestimmt ist, in diesem Leben durchlebt zu werden. Es bildet einen Teil des Sanchita Karma, aber nicht alles davon. Sowie eine Frucht vom Baum fällt, wenn sie reif ist, so sind diese Karmas die reifende Frucht unserer Handlungen in vergangenen Leben, die in dieses Leben "fallen". Da die Natur der Resultate sowohl gut als auch schlecht ist, dürfen wir nicht daraus schliessen, dass, nur weil jemand viele Probleme im Leben hat, er notgedrungen ein schwierigeres Karma hat. Sie mögen absichtlich beschlossen haben, praktisch all ihr negatives Karma in diesem Leben abzuarbeiten, und damit das geschieht, mag ihr gutes Karma zeitweise für sie unzugänglich sein, obschon es bedeutend sein kann. (4./5./8. Haus)

Kriyamana Karma

Dies sind unsere Handlungen der Gegenwart, die unsere Zukunft formen. Dort üben wir unseren "freien Willen," um zu versuchen, ungünstige Bedingungen in unserem Leben zu meistern. Während die zwei ersten Arten von Karma mehr schicksalhaft sind, in dem Sinne, dass sie die Resultate unserer vergangenen Handlungen sind, unternehmen wir durch Kriyamana Karma Schritte, um uns eine bessere Zukunft zu sichern, oder sogar die Effekte des vergangenen Karma zu verändern. Alle Upayas fallen in diese Kategorie. (2./3./6./10./11. Haus)

Agama Karma

Dies ist das Karma unserer zukünftigen Handlungen. Hier nehmen wir uns vor, zukünftige positive Veränderungen in unserem Leben zu machen und arbeiten darauf hin, sie durchzuführen, obschon das eine gewisse Zeit dauern kann. (9./12. Haus

In der Regel bleiben die karmischen Einflüsse 3 Leben lang bestehen bevor sie transformiert oder aufgelöst werden.

1.

Haus: (Adi Karma: Summe des Karmas vergangener Inkarnationen) /

5.

Haus: (Purva Punya Karma: gutes Karma aus früheren Leben) /

8.

Haus: (Dush Karma: schlechtes Karma aus früheren Leben)

im Horoskop des Menschen ist festgelegtes Karma zu erkennen, unter dessem direkten Einfluss wir in diesem Leben stehen und man im Leben gehen wird.

2.1 Wiedergeburt

Weiterer wichtiger Bestandteil der vedischen Philosophie ist das Wissen um die Wiedergeburt, eine Lehre, die sowohl der Buddhismus vom Hinduismus übernommen hat, als auch das frühe Christentum und den meisten Naturreligionen.

Jedes Lebewesen hat eine unsterbliche Seele (atman), die darauf drängt, nach dem Tode wiedergeboren zu werden. Je nach dem persönlichen Karma (siehe oben), d.h. nach den positiven und negativen Handlungen, Gedanken und Bedürfnissen, wird jeder in einer bestimmten Gestalt wiedergeboren. Ziel ist es, diesem ewigen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt zu entkommen und das Nirvana, das Einswerden mit dem Brahman, dem Ewigen und Absoluten, zu erreichen.

Meditation, Yoga, Askese sind Hilfsmittel auf diesem Weg wie auch die Arbeit mit einem Guru (siehe 'Ashrams'). Der Weg von Jyotish versucht, dem Dharma (Gesetz) entsprechend zu leben. Das Dharma beschreibt die moralischen und sittlichen Werte, das gesellschaftliche Leben, die Regeln der Kaste und auch das universelle Gesetz. Das universelle Dharma erklärt auch, dass wir zur Zeit im Kaliyuga leben, einem Zeitalter, das mit dem Niedergang der Werte und der Hinwendung zum Materiellen verbunden ist.

So wie das menschliche Leben Tod und Wiedergeburt (und den 3 Gunas) unterworfen ist, ist auch das Universum einem solchen Wechsel unterworfen. Auf Zeiten, in denen sich die Menschheit ganz im Materiellen zu verlieren droht, folgen spirituelle Perioden,(Satyuga) in denen die Menschheit höhere geistige Fähigkeiten besitzt und neue Hochkulturen entstehen.

Zu früheren Zeiten war das Leben in vier Phasen unterteilt: Kindheit, Zeit des Lernens, Zeit der Familiengründung und des Besitzerwerbens und die Phase, in der jeglicher weltlicher Besitz aufgegeben wurde, um sich ganz dem Spirituellen zu widmen. Aus dem Wissen um die Wiedergeburt ergibt

sich auch ein ganz anderes Verhältnis zum Tod. Der Tod ist etwas Natürliches, der alte Körper wird aufgegeben, und die Seele wartet auf ihre neue Inkarnation in einem neuen, jungen Körper. Die Seele ist ewig, sie ist Teil des Höchsten, aber auch getrennt davon, und dies ist der Grund für das Verbleiben im Samsara, im ewigen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt. Sie muss immer wiederkehren, um sich in immer reinere und bewusstere Formen zu verwandeln und am Ende zu ihrem Ursprung zurückzukehren, wieder eins zu werden mit dem Brahman.

Alles Leben führt zu diesem Ziel hin, und die Menschen wissen, dass selbst ein Buddha Hunderte von Leben brauchte, um zum Buddha, zum Erleuchteten, zu werden. Warum deshalb unglücklich sein mit dem jetzigen Leben? Der in diesem Glauben lebende Mensch ist voller Zuversicht und kann auch noch im größten Elend glücklich sein. Gerade in Bettlern oder Behinderten ob in Indien, Indonesien, Iran, Philippinen, Brasilien oder Paraguay, Länder die ich besuchen und in denen ich leben durfte, habe ich oft sehr starke und liebende gastfreundliche Persönlichkeiten erlebt, von denen ich tausendmal mehr Liebe empfing, als ich ihnen durch Geld hätte beweisen können oder es an Freundlichkeit selten in unserer "zivilisierten" Welt gibt.

Grundbegriffe der vedischen Philosophie

In der vedischen Astrologie (Jyotish) analysiert man verschiedene Bereiche des Lebens und betrachtet Psychologie und Soziologie, sowie astrologische Aspekte und Einflüsse, sowie die vier Elemente und 3 Schöpfungsqualitäten /Sattva, Rajas, Tamas) woraus alle bestehenden Objekte der Realität und der Erscheinungswelt (Prakriti) bestehen.

Dharma:

Ordnung, Gesetz, Gebot Gottes, die Pflicht des Menschen (Feuer)

Artha:

Wohlstand, Reichtum, Besitz, Ziele des menschlichen Strebens (Erde)

Kama:

Wunsch, Verlangen, Begierde, Wollust, Habgier, sinnliche Welt (Luft)

Moksha:

Befreiung, Erlösung, Freiheit, das letzte und höchste Ziel der vier Lebensziele (Wasser)

Die 3 spezifischen Gunas (Qualitäten)

Sattva (Ordnung, Reinheit)

Rajas (Aktivität, Ruhelosigkeit, Leidenschaft)

Tamas ( Unbeweglichkeit, Trägheit, Hindernis)

Die 3 Gunas sind Eigenschaften, die dem Herrschaftsbereich der Maya (Illusion, Täuschung, Schein) zuzuordnen und von

Brahman:

(Allumfassende, das Universelle, das alles durchdringende, göttliche, namenlose, formlose, ewige, absolute, allem innewohnende Prinzip, unzerstörbar, größer als das größte und kleiner als das kleinste, das Selbst, das wahre Ich eines jedens und höchste nicht-duale Wirklichkeit, der unpersönliche Aspekt Gottes, das Licht was von ihm ausgeht, lässt sich nicht beschreiben und hat keine relativen Eigenschaften die ihm zugeordnet werden könnten) abhängig sind. Sie verhüllen dessen Wirklichkeit.

Bei vollkommendem Gleichgewicht der Gunas (Sattva, Rajas, Tamas) (im Ayurveda tritt die Parallele in Vata, Pitta und Kapha auf) tritt nichts in Erscheinung.

Bei gestörtem Gleichgewicht entstehen die Manifestationen der Schöpfung.

Sattva tritt in der Welt als das Reine und Feine in Erscheinung (z.B

Sonnenlicht), rajas als Aktivität (z.B. als Vulkanausbruch) und tamas als Schwere und Unbeweglichkeit. (z.B. als Felsblock) . Alle die Gunas sind überall präsent, nur ihr Mischverhältnis ist unterschiedlich. Im Rahmen der Bewusstseinsevolution bezeichnet sattva die Möglichkeit, die wahre Realität zu erkennen, tamas steht als Hindernis der Verwirklichung entgegen; rajas ist die Kraft, die mithelfen kann, tamas zu stärken oder zu überwinden.

als

In der konkreten Erfahrung zeigen sich sattva als Ruhe, Frieden, und Gelassenheit, rajas als Aktivität, Ruhelosigkeit und Leidenschaft, tamas als Trägheit, Interesselosigkeit und Dummheit.

Der jeweils dominierende guna bestimmt Charakter und Stimmung des Menschen. Der spirituell Strebende muss tams mit Hilfe von rajas, d.h. aktivem Bemühen, überwinden und schließlich zur reinen sattva-Qualität kommen. Beim Erkennen des Selbstes (atman) muss auch der Bereich von sattva transzendiert werden.

Im Vedanta werden die 3 Gunas drei Räuber genannt, Dazu gibt es folgende Geschichte:

Drei Räuber überfielen einen Kaufmann, der auf dem Weg in sein Heimatdorf war und raubten ihn aus. Tamas wollte ihn umbringen, um alle Spuren zu beseitigen. Die anderen beiden hatten Bedenken und rajas sagte, "Wir binden ihn an einen Baum. Es ist sein Karma, ob er gefunden wird oder nicht." So fesselten sie ihn an einen Baum und eilten davon. Nach einer Weile kehrt sattva zurück und zerschnitt seine Fesseln. Der Kaufmann war überglücklich. "Du hast mich gerettet, komm mit in mein Dorf, ich werde dich belohnen." "Das geht nicht", sagte sattva, " ich bin bei der Polizei als Räuber bekannt. Das einzige was ich tun konnte, war, dich von den Fesseln zu befreien."

Beratungen Anhand des Geburtshoroskops können Jyotish Experten den Einfluss unserer Gedanken und Handlungen auf unser Leben voraussagen, zum Beispiel auf Gesundheit, Wohlstand, Beruf, Heirat, spirituellen Fortschritt usw. Diese Experten analysieren kommende Ereignisse. Sie sehen günstige oder ungünstige Einflüsse für eine bestimmten Zeitspanne voraus, und sie empfehlen uns Yagyas, die die guten Einflüsse verstärken und den schlechten entgegenwirken, damit wir mehr Glück im Leben haben. Vorhersagen können nicht nur für Personen, sondern auch für Firmen, Städte, Provinzen oder das ganze Land gemacht werden. Dank dieser Vorhersagen können durch entsprechende Maßnahmen unerwünschte Entwicklungen verhindert werden, bevor sie entstehen.

Muhurta ‘Gut begonnen ist halb gewonnen.’ Muhurta ist das System, mit dem man den günstigsten Zeitpunkt für den Beginn einer jeden Unternehmung berechnen kann, sei es Heirat, Geschäftseröffnung, Hausbau, Reisen, usw. Zum Beispiel kann man einem Jyotish Experten eine vierwöchige Zeitspanne nennen, in der man eine neue Geschäftsaktivität beginnen möchte. Er wird dann den günstigsten Tag und die am besten geeignete Tageszeit für den Beginn dieser neuen Aktivität errechnen und bestimmen.

Partnerschaftsanalyse Die Partnerschaftsanalyse unterstützt Harmonie zwischen Partnern und hilft, vermeidbare Konflikte abzuwenden. Dazu werden die Geburtshoroskope der Partner im Hinblick auf ihre harmonischen und disharmonischen Tendenzen genau analysiert. Diese Analyse empfiehlt sich vor einer Eheschließung und für jede andere Art von Partnerschaft, einschließlich Geschäftsverbindungen.

Einführung in die " Vedische Astrologie" - Email:info@jyotishi.de

"Ein Horoskop ohne Interpretation und Analyse ist wie ein ungeöffneter Brief"

Kontaktadresse:

GANUSCH

Joachim F. Nusch Am Fließ 21 D – 50181 Bedburg

Telefonische Beratung nach Terminabsprache. Tel. : 0180 5684375935 (12c/Min) Fax: 012125 36530270

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Aum Namah Ganesha

GANESH:

Ganesh, der Sohn von Shiva und Parvati, trägt einen Elefantenkopf, weil Shiva ihm in einem Anfall von Wut den Kopf abschlug und ihm deshalb vom nächstbesten Lebewesen den Kopf aufsetzen musste, um ihn wieder zum Leben zu bringen. Das erstbeste, gerade greifbare Lebewesen, was mit seinem Kopf nach Norden schlief, war ein Elefant. Das Reittier Ganeshs ist eine Ratte. Die Ratte ist ein Symbol für die Kraft, die selbst im kleinsten Lebewesen steckt und die Fähigkeit in sich birgt, selbst einen Elefanten zu tragen.

Auszug aus einer Rede Mahatma Ghandis:

“Der Hindu ist in religiösen Fragen der toleranteste und weitherzigste Mensch. Seine Religion verkündet nicht einen besonderen Hindu-Gott oder einen besonderen Hindu- Himmel. Gott eist einer, für Hindus so gut wie für Nicht-Hindus. Und jeder gute Mensch kann in den Himmel kommen. Man braucht kein Hindu zu sein, um ein guter Mensch zu sein, und nicht jeder Hindu ist ein guter Mensch. Im Hinduismus gibt es kein Dogma über ´den´ Weg. Es gibt verschiedene Wege, zur Wahrheit zu gelangen und Gott zu verwirklichen. (---)”

Hinduismus ist die älteste der großen Weltreligionen, im Gegensatz zum Christentum ist er nicht organisiert: Keine Hochschulen zum Studium der Theologie, kein gemeinsames Glaubensbekenntnis.