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Annja Krautgasser

IP-III
Vernetzte räumliche Geografien
Networked Spatial Geographies
Roland Schöny Begehbare Resonanzverhältnisse, die sich durch begriff des Raumes eingesetzt, um halten und der Kommunikation der
Installatio- eine Mehrzahl multilateral korres- annäherungsweise eine Vorstellung Nutzer relationale, temporäre, dynami-
nen eröffnen pondierender Pole definieren lassen. vom rasanten Ausbau eines Koordina- sche Subräume.“ 1
im Rahmen Selbstverständlich gilt diese Form des tensystems zu evozieren, das sich als Durch die Erschaffung von Kartografien
der Reihe O.K spektral die Sicht auf vernetzten Interagierens auch für die System zeitweise miteinander verbun- über alphanumerische Codierungs-
aktuelle Entwicklungen im Bereiche Erstellung architektonischer Entwürfe, dener Inseln oder Zonen denken lässt formen kam es zur beschriebenen
von Electronic Culture und Sound. für die Kommunikation in der wissen- und sich somit durch seine spezifische Überlagerung unterschiedlicher
Während draußen im Mainstream der schaftlichen Zusammenarbeit oder Struktur von der klassischen – euklidi- Sichtweisen und Interpretationen der
Musikproduktion kürzlich noch erhitzte schlicht und einfach auch für die Ab- schen – Geometrie entfernt. Realität, was sich aus dem Umgang mit
Kontroversen um das Format MP3 wicklung der sich permanent wieder- Die netzbasierte Rauminstallation medialen Apparaten innerhalb bisher
ausgetragen wurden und mittlerweile holenden Abläufe im Alltagsbusiness. *IP-III* von Annja Krautgasser, die in als gültig empfundener klassischer
ganze Regale von Pop-Schallplatten als Dass die sukzessive Entkopplung von Zusammenarbeit mit Rainer Mandl, Raumzusammenhänge erklären lässt.
komprimierte Datenmenge auf modisch klassischen Raumzusammenhängen in Josef Deinhofer und Michael Aschauer Die an komplexe Rechner und Hoch-
designten Playern abgespeichert in der der Erfahrung des Hörens oder bei der entwickelt und in der speziell für die leistungsnetzwerke angeschlossenen
Hosentasche umherge-tragen werden Produktion von Sound, beispielsweise Reihe O.K spektral erstellten Version Bildschirme scheinen offenbar nicht
können, wird das breite Feld der Neuen aber auch in der Forschung oder bei mit den Sounds von Dieter Kovacic aka den Blick auf die Welt zu verstellen,
Elektronik und Digital Music längst der Entwicklung komplexer Baupläne Echelon verknüpft wurde, reflektiert sondern viel mehr neue symbolische
als tentakelhaft vernetzte Struktur am Computer, zum integrativen Teil diesen Schwenk in der räumlichen Ebenen zu erschaffen. Das bedeutet,
gedacht. Szenen und kreativ produ- einer radikal veränderten Wahrneh- Wahrnehmung von den seit der Renais- dass die Neuen Medien nicht bloß
zierende Communities funktionieren mungsform wurde, die unmittelbar an sance her perspektivisch organisierten Verbindungslinien zwischen zwei
als flottierende Inseln mit temporären die technologischen Entwicklungen des Verhältnissen in Richtung eines sich Orten zeichnen – wie dies das be-
Andockstellen. Durch Kooperations- ausgehenden 20. Jahrhunderts ge- ständig verändernden Hybrids, das sich rühmte Shannon/Weaver-Modell zu
formen per Internet, die über die bunden ist, spiegelt sich in Begriffen durch Cluster von Knoten und Schnitt- illustrieren versuchte, das Kommunika-
gemeinhin übliche Zusammenkunft von wie Cyberspace, Webspace oder stellen definiert. Dabei konstatiert tion lediglich zwischen einem Sender
MusikerInnen im Studio oder auf der Chatroom. Es werden geografischen Annja Krautgasser zwei unterschied- und einem Empfänger stattfinden ließ.
Bühne hinausgehen, entstanden neue Metaphern rund um den Zentral- liche Konzeptionen, die im Bewusstsein Statt dessen wird durch die Vernetzung
parallel präsent zu sein scheinen: der Neuen Medien eine neue Landkarte
„... die eines absoluten und die eines geschrieben, was bereits der Medien-
relativen Raumes. Der Cyberspace wird theoretiker Herbert Marshall McLuhan
Impressum/Imprint als stabiler, übergeordneter Behälter in einem seiner legendären Interviews
Annja Krautgasser imaginiert, der unabhängig von seiner behauptete. „The new media are not
IP-III - www.ip-3.org
In Zusammenarbeit mit / in Cooperation with, Rainer Mandl, tatsächlichen Nutzung existiert, der bridges between man and nature, they
Sepp Deinhofer, Michael Aschauer, Echelon betreten oder verlassen wird, ohne sich are nature.” 2
Ausstellung / Exhibition: 18. 6. - 13. 7. 2003
zu verändern. In diesem Behälterraum Als permanente Installation im Internet
definieren sich jedoch aus dem Ver- wie auch in Form einer modularen,
O.K Centrum für Gegenwartskunst Oberösterreich mit Sound verbundenen Ausstellungs-
Direktor O.K / Director O.K: Martin Sturm
Kurator / Curator: Roland Schöny situation wurde *IP-III* als variables
Produktion / Production: Karin Pils, Georg Seyfried Modell entwickelt, um diese veränderte
Aufbau / Setup: Markus Fabian, Roland Felderer, Martin Haselsteiner,
Wahrnehmungssituation visuell und
Dietrich Killer, Jörg Lehner, Franz Quirchtmayr, Andreas Steindl akustisch zu übersetzen. Die zur Dar-
Projektionstechnik / Projection: Rainer Jessl stellung angewendete Operation ist in
CAD Planung Hardware und Aufbau / CAD Planning Hardware and Setup: Fred Fürholzer
einigen Aspekten vergleichbar mit den
Methoden der Kartografie, die darauf
O.K Team: Erika Baldinger, Max Fabian, Maria Falkinger, Wolfgang Feichtenschlager,
Tamara Haberfellner, Marion Gillhofer, Gottfried Gusenbauer, Rainer Jessl, Franz Krug,
abzielt, komplexe Raumzusammen-
Jörg Lehner, Barbara Mair, Bettina Mülleder, Wolfgang Nagl, Karin Pils, Franz Quirchtmayr, hänge durch Schritte der Vereinfachung
Brigitte Rosenthaler, Genoveva Rückert, Markus Schiller, Ulrike Schimpl, Georg Seyfried, erfassbar zu machen.
Norbert Schweizer
Sichtbar und hörbar werden durch
O.K Spektral Broschüre / Brochure die Installation *IP-III* jene digital
Redaktion / Editor: Ingrid Fischer-Schreiber
aufgezeichneten Spuren, welche die
Übersetzung / Translation: Aileen Derieg Internet-NutzerInnen im Zuge ihres
Lektorat / Copy-Editing: Horst Ebner Einloggens auf der *IP-III*- Home-
Fotos / Photos: Otto Saxinger
Visuelle Gestaltung / Graphic Design: Erwin Bauer KEG ± www.d-lab.at page – bzw. auch den Websites des
Druck / Printing: Holzhausen Druck & Medien, Wien O.K Centrum und des Ars Electronia
© O.K, KünstlerInnen und Autor / artists and author 2004
Center – in Form ihrer IP-Adressen
O.K Centrum für Gegenwartskunst Oberösterreich Mit Unterstützung/With support from: hinterlassen. Letztere werden als
O.K Center for Contemporary Art Upper Austria Basismaterial kurzfristig gesammelt
Dametzstraße 30, A-4020 Linz
Tel. +43(0)732-78 41 78 und im Rahmen der Installation auf
Fax +43(0)732-77 56 84 vier im Quadrat zueinander ange-
office@ok-centrum.at
www.ok-centrum.at
1 Margit Rosen: *IP-III. Annja Krautgasserr 2003. Netzbasierte
Rauminstallation (...)*, Katalog. Lothringer 13 / halle. München 2003, S. 100

2 Vgl.Frank Hartmann: „Instant Awarness. Eine medientheoretische


Exploration mit McLuhan“, in: *Soundcultures. Über elektronische und
digitale Musik* (hrsg. von Markus S. Kleiner und Achim Szepanski), Blick auf den Ausstellungsraum
Frankfurt a. Main 2003, S. 45 Netz-Installation von Annja Krautgasser
Audio-Komposition und Live-Streaming: Echelon
3 Vgl. Margit Rosen, *IP-III*, S.109 www.ip-3.org

ordneten Projektionsflächen in archi- nikation und Informationsübermittlung


tektonisch aufgebaute Bildkonstruktio- werden so als Geflecht von Beziehun-
nen und Sound umgesetzt. IP-Adressen gen zwischen wechselnden NutzerIn-
zentral als konstituierende Koordinaten nen des Internet sichtbar gemacht und
für die Installation einzusetzen war Strukturen generiert, die auf zeitgleich
naheliegend, da sie Protokolldateien eröffnete gemeinsame Gedankenräume
gleichen und durch sie Vorgänge, oder sich vollziehender Rechenope-
Veränderungen und Bewegungen auf rationen wechselnder und vernetzter
den einzelnen Servern im Internet Mensch-Maschine-Entitäten verwei-
abgebildet werden. Aus Datenschutz- sen, welche sich an ganz verschiedenen
gründen werden die Rahmen von Orten und somit auch in unterschied-
*IP-III* öffentlich aufscheinenden lichen räumlichen Zusammenhängen
IP-Adressen nicht vollständig lesbar befinden. Diese Parallelität von
gemacht. Immerhin würden sie Ver- Speicherungs- und Abbildungsformen
weise auf die Herkunft der UserInnen existiert, seit es transportable Medien
enthalten und damit auch Informatio- wie Bücher oder Transistorradios gibt,
nen über die in historischer Abfolge der die stets vom jeweiligen realen Ort un-
mit ihnen verknüpften Server liefern. abhängig eigene Bewusstseinswelten
Als Logfiles liefern die Daten, die in oder Informationsräume zu erschaffen
*IP-III* akkumuliert und in Echtzeit vermögen. Der graduelle Unterschied
in Bild und Sound umgesetzt werden, zur digitalen Vernetzung am Computer
Auskunft über die zuletzt besuchte liegt in der Beobachtbarkeit der struk-
Seite, den Browser und das benutzte turellen Zusammenhänge durch die
Betriebssystem. Mit diesen Aufzeich- permanente Aufzeichnung von potenzi-
nungen wird an unterschiedlichen ell unvorhersehbaren Vorgängen.
Orten eine in Form addierter Algorith- Wie die Kunsttheoretikerin Margit
men aufgezeichnete Geschichte sowie Rosen schreibt, wird so eine Form
der Charakter der jeweiligen Nutzung der Multiperspektivität visualisiert,
des Netzes generiert und auf dem Bild- die in deutlichem Kontrast zu den seit
schirm in spezifische Raumgeometrien der Renaissance institutionalisierten
übersetzt. Wahrnehmungskonventionen angelegt
In der für die Reihe O.K spektral ist und durch ihre selbstreferentielle
konzipierten Projektionsform erhalten Darstellungsform in Flächen und
die BesucherInnen die Möglichkeit, Linien in der Tradition künstlerischer
gleichsam das Innere des Konstruk- Abstraktion des 20. Jahrhundert gese-
tionszusammenhang zu betreten und hen werden kann. 3
das im Großformat auf vier zueinander In eine solche Konzeption Sound
in Beziehung stehenden Projektionen einzubeziehen drängt sich nahezu
generierte räumliche Gebilde mittels auf. Nicht allein deshalb, weil in der
Trackball perspektivisch heranzu- digitalen Matrix sämtliche Produkti-
zoomen oder zu drehen. Auf diese onsarten zwischen Architekturentwurf,
Weise wird der Eindruck eines realen Bilddesign oder Soundkomposition auf einfach gehaltene und mit Synthesizern form zwischen Raum- und Bild-
Surfens in nichteuklidischen Raum- der Ebene verschaltbarer Rechenope- generierte, glockenähnliche Sounds konzepten aufzubauen.
strukturen vermittelt. Darüber hinaus rationen zusammenfließen. Vielmehr mit tendenziell eher simplem Klangbild Erst durch dieses Zusammenspiel
lassen sich die einzelnen, mit Log-In- ist das digitalen Zeitalter durch zugeordnet. Durch die klare Abgren- mehrerer medialer Ebenen, deren
Informationen „beflaggten“ Raum- Rezeptionssituationen bestimmt, die zung solcher Sound-Eventsvermeidet Echoräume ähnlich wie die sich weiter-
knotenpunkte in die Mitte des Screens sich zunehmend von einem objekti- Echelon störende Überlagerungen, da generierenden Sounds vom Zufall der
legen und „entfalten“. So werden vierbaren Beobachterstatus, wie er in den Projektionen immerhin 20 bis Kommunikation im Internet bestimmt
weitere Informationen freigegeben, ehemals im Konzertsaal oder durch 30, manchmal sogar 100 IP-Adressen sind und als temporäre unwiederhol-
die sonst im Zusammenhang der proji- die Steroanlage zu Hause vorgegeben gleichzeitig ins Spiel kommen. Somit bare Ereignisse im Koordinatensystem
zierten Raumkonstrukte verschwinden. war, entfernen. Deshalb hat Dieter stand eher eine mathematische und realer Raumgeografie miteinander
Sie zeigen etwa, wann und in welcher Kovacic aka Echelon seine Soundarbeit weniger eine kulturelle Umsetzung des verschnitten werden, eröffnet sich
geografischen Zone draußen im analo- mehrspurig konzipiert, sodass einzelne aus einfachen Sinus- und Rechtecks- die Vision von einer weltimmanenten
gen Orientierungssystem des Erdballs Klangkonglomerate ähnlich räumlich überlagerungen generierten und für Transzendenz, die von der Vision
die UserInnen sich eingeclickt haben erfahrbar werden wie die Projektionen 8-Kanal-Linux in der Programmier- grundlegender Veränderung unserer
und wie viele Personen insgesamt auf den vier Leinwänden. Es wurden sprache C erstellten Klangmaterials im Vorstellungswelten durch stets neue
gerade online sind. Sich dynamisch den einzelnen auftauchenden visuellen Vordergrund, um eine geradezu und multiple Verschaltungen der
verändernde Phänomene der Kommu- Knotenpunkten ihrer Natur nach sehr mathematisch konzise Verknüpfungs- Systeme geleitet wird.
1 Margit Rosen, *IP-III. Annja Krautgasser 2003. Netzbasierte
Rauminstallation (...)*, catalogue. Lothringer 13 / halle. Munich 2003, p. 100

2 Cf. Frank Hartmann, “Instant Awarness. Eine medientheoretische


Exploration mit McLuhan”, in: *Soundcultures. Über elektronische und
digitale Musik*, (ed. Markus S. Kleiner and Achim Szepanski), Frankfurt a.
Main 2003, p. 45

3 Cf. Margit Rosen, *IP-III*, p.109 Panorama-Screenshots IP-III

In the framework of the series O.K developed in cooperation with Rainer its actual use, which can be entered world, but rather to establish new
spektral, walk-in installations open Mandl, Josef Deinhofer and Michael or left without being changed. Yet symbolic levels. This means that New
up a view of current developments Aschauer and linked with sounds by in this container space, relational, Media do not merely draw connect-
in the fields of electronic culture Dieter Kovacic aka Echelon in the temporary, dynamic structures are ing lines between two places – as
and sound. Whereas outside, in the version especially prepared for the defined from the behavior and com- the famous Shannon/Weaver model
mainstream of music production, series O.K spektral, reflects this shift munication of the users.“ 1 attempts to illustrate, where commu-
heated controversies have recently in spatial perception from relations The creation of cartographies through nication takes places solely between a
erupted around the format MP3 and organized on the basis of perspec- alphanumerical forms of coding sender and a receiver. Instead, a new
entire shelves of pop records are tives since the Renaissance towards led to the described overlapping of map is written by networking the
meanwhile carried around in pockets a constantly changing hybrid defined different views and interpretations New Media, as the media theorist Her-
as compressed data on fashionably by clusters of nodes and interfaces. of reality, which can be explained bert Marshall McLuhan asserted in
designed players, the broad field of Here Annja Krautgasser notes two through different ways of dealing one of his legendary interviews. „The
New Electronics and Digital Music different conceptions that seem to with media apparatuses within what new media are not bridges between
has long been thought of as a tenta- be present in the mind in parallel: were previously held as classical man and nature, they are nature.“ 2
cle-like networked structure. Scenes „... that of an absolute space and that spatial contexts. As a permanent installation on the
and creatively producing communi- of a relative space. Cyberspace is The monitors connected to complex Internet and in the form of a modular
ties function as floating islands with imagined as a stable, superordinated computers and high-speed networks exhibition system linked with sound,
temporary docking stations. Forms container that exists independent of do not seem to block the view of the *IP-III* was developed as a variable
of cooperation through the Internet,
which go beyond the still conven-
tional assembly of musicians in the
studio or on stage, have led to new
relationships of resonance, which can
be defined by a plurality of multilater-
ally corresponding poles. Of course
this form of networked joint action
also applies to the preparation of
architectonic blueprints, to communi-
cation in academic collaboration, or
even simply to conducting constantly
repeating processes in everyday busi-
ness. The way that the successive de-
coupling of classical spatial constella-
tions in the experience of listening or
in the production of sound, but also,
for example, in research or in the de-
velopment of complex building plans
on the computer, has become an
integrative part of a radically altered
form of perception directly linked
with technological developments of
the late 20th century, is reflected in
terms such as cyberspace, web-space
or chatroom. Geographical metaphors
revolving around the central concept
of space are employed in an attempt
to evoke an idea of the rapid exten-
sion of a system of coordinates that
can be imagined as a system
of islands or zones that are
sometimes connected with one
another. At the same time, this means
that because of its specific structure,
this system diverges from
classical – Euclidean – geometry.
The net-based spatial installation *IP-
III* by Annja Krautgasser, which was

Ansicht auf Installation IP-III


model to visually and acoustically image constructions and sound in which are located in completely dif- individual sound conglomerations can
translate this altered situation of per- the installation on four projection ferent places and thus also in differ- be experienced spatially, in a way
ception. The operation used to depict surfaces arranged in a square. Using ent spatial contexts. This parallelism similar to the projections on the four
it is comparable in several aspects IP addresses as the central constitu- of forms of storage and representation screens. Individually emerging visual
with the methods of cartography, tive coordinates for the installation has existed for as long as there have nodes are assigned according to their
which aim to make complex spatial suggested itself, because they are been transportable media such as nature to simple bell-like sounds
contexts comprehensible through like protocol files and are used books or transistor radios, which are generated with the synthesizer, which
phases of simplification. to depict processes, changes and always capable of creating separate tend to have relatively simple sound
What becomes visible and audible movements on the individual servers worlds of consciousness or spaces of characteristics. With these kinds of
through the installation *IP-III* are on the Internet. For data protection information, independent from the re- clearly delimited sound events, Ech-
the digitally recorded traces left by reasons, the IP addresses that appear spectively real location. The gradual elon avoids disruptive overlappings,
Internet users as they log in to the in conjunction with *IP-III* in public difference from digital networks on since as many as twenty to thirty,
*IP-III* homepage – or the website of are not completely readable. In fact, the computer is due to the observabil- sometimes even a hundred IP ad-
the O.K Center or the Ars Electronica they would contain indications of the ity of the structural connections be- dresses come into play in the projec-
Center – in the form of their IP origins of the users and would thus cause of the permanent recording of tions at the same time. In this way, a
addresses. These are temporarily provide information about the servers potentially unpredictable processes. more mathematical and less cultural
collected as basic material and trans- connected with them in historical se- As the art theorist Margit Rosen transposition of the sound material,
posed into architectonically formed quence. The data accumulated in *IP- writes, multiperspectivity is thus generated from simple sinus and rec-
III* and transposed into image and visualized in a form that is designed tangular overlaps and prepared for
sound in real time supply information in clear contrast to the conventions of 8-channel Linux in the programming
as log files about the last site visited, perception institutionalized since the language of C, was in the foreground
the browser and the operating system Renaissance, and which can be seen to build up an almost mathematically
used. In the form of added algorithms in the tradition of artistic abstraction concise form of linking concepts of
these records generate in different of the 20th century due to its self-ref- space and image.
locations a recorded history and the erential form of representation. There is an interplay of multiple
character of the use of the Internet, Integrating sound in this kind of con- media levels, whose echo chambers
translating this to the screen in ception almost seems imperative. 3 are determined by random communi-
specific spatial geometries. This is not only because every kind cation on the Internet, similarly to the
In the projection form developed for of production between architec- continuously generated sounds. As
the O.K spektral, visitors are given tural drafts, image design or sound temporary, unrepeatable events in the
an opportunity to enter into the inte- composition converges in the digital coordinate system of the geography of
rior of the construction and to zoom matrix at the level of interconnect- real space, they are blended with one
into or turn the spatial structure ible computing operations. The another. It is in this that the vision of
generated on four interrelated large digital age is far more determined a world-immanent transcendence is
format screens using a trackball. An by reception situations that are first opened up, which is guided by
impression of actually surfing in non- increasingly removed from an the vision of a fundamental transfor-
Euclidean space is conveyed in this objectifiable observer status, such as mation of our worlds of imagination
way. In addition, the spatial nodes that which was previously given in through constantly new and multiple
„flagged“ with login information can the concert hall or at home through interconnections of the system.
be placed in the middle of the screen the stereo set. For this reason, Dieter
and „unfolded“. Further information Kovacic aka Echelon has conceived
is revealed in this way that otherwise a multitrack sound work, so that Ansicht auf Installation IP-IIII
disappears in the context of projected
constructs of space. It shows, for
instance, when users from which
geographical zones outside in the
analog orientation system of the globe
have clicked in and how many people
are online now.
Dynamically changing phenomena
of communication and information
transfer are thus visualized as an
interweaving of relationships be-
tween alternating Internet users, and
structures are generated that indicate
simultaneously opened shared mental
spaces or computing operations
being carried out by alternating and
networked human-machine entities,
Echelon / Dieter Kovacic
Geboren / Born 1973
Lebt und arbeitet in Wien / Lives and works in Vienna / A

Soloauftritte u. a. als dieb13, dieb14, takeshi fumimoto, bot, echelon, dieter


bohlen. Mitglied von ©,®, efzeg,polyphon, printer, dead moraks,
the residents, kahn / mueller / dieb13, eh, dieb13 / siewert / pure ...
Veröffentlichungen auf den Labels amoebic, charhizma, durian, erstwhile,
for4ears, grob, orf, pilot.fm, rhiz und transacoustic research. Musik für
verschiedene Theater- und Videoproduktionen sowie Ausstellungen.

Solo appearances as dieb13, dieb14, takeshi fumimoto, bot, echelon,


dieter bohlen. Member of ©,®, efzeg,polyphon, printer, dead moraks,the
residents, kahn / mueller / dieb13, eh, dieb13 / siewert / pure ... Publi-
cations on the labels amoebic, charhizma, durian, erstwhile, for4ears,
grob, orf, pilot.fm, rhiz und transacoustic research. Music for theater and
video productions and installations

http://dieb13.klingt.org

Michael Aschauer
Geboren / Born 1977 in Steyr / A
Lebt und arbeitet in Wien / Lives and works in Vienna / A

Ausstellungen und Festivalbeteiligungen / Participation in exhibitions


and festivals in Wien, Linz, Graz, San Francisco, New York, Seoul, Belgrad,
Turin, München, etc.

Projekte (Auswahl) / Projects (Selection)


2002 ./logicaland mit Maia Gusberti, Sepp Deinhofer, Nik Thoenen
2001 cubica, video S: Chris Janka

http://m.ash.to
http://www.re-p.org
http://www.logicaland.net

Sepp Deinhofer
Geboren / Born 1978 in Schladming / A
Lebt und arbeitet in Wien / Lives and works in Vienna / A

1999 Studium visuelle Mediengestaltung / studies visual media design


2000 Studium Informatik / studies informatics

Projekte (Auswahl) / Projects (Selection)


2001 http://www.rgb-game.com
2002 Konzept / Programmierung HYPERLINK „http://www.logicaland.
net/“http://www.logicaland.net, gezeigt bei / shown at big torino (www.
bigtorino.net), ars electronica (www.aec.at), garage
(HYPERLINK „http://www.garage-g.de/“www.garage-g.de) ...
Programmierung von / Programming of http://www.ip-3.com
2003 Konzept, Programmierung von / concept and programming
of seppodrom

http://www.unrast.at
Screenshots-IP-III
Rainer Mandl
Geboren / Born 1969 in Wien / Vienna / A
Lebt und arbeitet in Wien / Lives and works in Vienna / A

1992 - 1997 Musik- und Kulturjournalist (u. a. „Die Presse“, „Der Standard“).
Seit Mitte der 90er in der Film- und Fernsehgestaltung sowie als Medien-
künstler tätig. Derzeit Student an der Universität für angewandte Kunst
Wien, Fachbereich Digitale Kunst.

1992 - 97 journalist for music and culture („Die Presse“, „Der Standard“;
among others). Since the mid90s working as media artist for film and TV.
Studies at the University for applied Arts, Vienna, department Digital Art.

Ausstellungen und Projekte (Auswahl) / Exhibitions and Projects (Selection)


2000 war wahr ist (mit / with Thomas Haring), Projectspace Schnell; „Im
Bauch der Kunst“, Altes AKH, Wien / A
2000 rgb-game.com
2001 count8bit, Video, Kunsthalle Wien / A
2001 timeBox(), interaktive Computerinstallation / interactive computer
installation, Arc Galerie, Wien / A
2001 stateInBoxes, interaktives Video-Tryptichon / interactive video
tryptichon, „Zeitwenden - Zeit wenden“ der ORF Kunststücke
2002 walzerwürfelspiel, Installation, Haus der Musik Wien / A
2002 FitOnScreen, Arc-Galerie, Wien / A
2003 stationar I, Wien
2003 pedigree (mit / with Annja Krautgasser) CODeDOC II, Ars Electronica
2003, Linz / A, Transmediale 2004 , Berlin / D

http://syko.info

Annja Krautgasser
Geboren / Born 1971 geboren in Hall / A
Lebt und arbeitet in Wien / Lives and works in Vienna / A

1990 - 1998 Studium der Architektur an der TU Wien und Innsbruck / studied
architecture at the Technical University Vienna and Innsbruck / A
1996 - 2002 Studium an der Universität für Angewandte Kunst in Wien,
Meisterklasse für Visuelle Mediengestaltung / studied at the University of
Applied Arts, Vienna (visual media design)
2000 Gründung des Studios Vidok / founded Studio Vidok
2000 Gründung des Labels lanolin / founded the label lanolin
2003 Assistentin an der TU Graz / Institut für künstlerische Gestaltung /
Architektur / assistent professor at TU Graz, Institute for artistic design /
architecture

Gruppenausstellungen / Group Exhibitions


1999 Sound&Files, Künstlerhaus Wien / A
1999 LKW / 19 Räume, Kunstforum Bregenz / A
1999 Zeichenbau, Künstlerhaus Wien / A
2002 Variable Stücke, Galerie im Taxispalais Innsbruck / A
2003 chrono-files, Lothringerhalle13, München / D
2003 row digits, Medienturm Graz / A
2003 DOM Conference / Ars Electronica Center, Linz / A
2003 coord(), Medienturm Graz / A
2003 Abstraction Now, Künstlerhaus Wien / A
2003 CODeDOC I / Ars Electronica, Linz / A
2004 Fly Utopia! / Transmediale.04, Berlin / D

http://www.vidok.org
Annja Krautgasser
IP-III

O.K Artists in Residency

Das O.K Centrum für Gegenwartskunst The O.K Center for Contemporary
Oberösterreich ist ein Experimental- Art is an experimental laboratory
labor im Bereich der aktuellen Kunst. in matters of art. It has especially
Es hat die Herausforderungen an ein taken up the challenges that face
zeitgenössisches Kunsthaus angenom- an institution of contemporary art
men und konzentriert sich nicht nur today and focuses explicitly on the
auf die Präsentation, sondern auch production of art works, rather than
ausdrücklich auf die Produktion von on presentation.
künstlerischen Arbeiten.
Als variables Format eröffnet die Reihe As a variable format the series
„O.K spektral“ Zugänge in Zwischenfel- “O.K spektral” opens up access into
der. Ausgehend von den Rasterungen in-between fields. Starting from
aus Clicks, Cuts und Microsamples und the interlocking of clicks, cuts and
den Sounds der Neuen Elektronik, microsamples and the sounds of new
werden Anbindungen mit visuellen Kon- electronics, the series focuses on
zepten, architektonischen Entwürfen connections with visual concepts,
oder entsprechenden Designlösungen architectonic drafts or relevant
fokussiert. Als Brennpunkt zeitgenössi- design solutions. As a hotspot for
scher Kunstproduktion und -diskussion the production and discussion of
bietet das O.K Centrum für Gegenwarts- contemporary art, the O.K Center for
kunst sowohl die technischen wie auch Contemporary art provides the tech-
die strukturellen Voraussetzungen, um nical and the structural conditions to
diesen Routen gegenwärtiger Medien- appropriately explore these routes of
kultur adäquat zu folgen. current media culture.