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Solidarität mit den Streikenden!

Wir,   wissenschaftliche   Mitarbeiterinnen   und   Mitarbeiter   der   Friedrich­Alexander­Universität   Erlangen­Nürnberg 


erklären   unsere   Unterstützung   und   Solidarität   mit   den   streikenden   Studierenden,   den   sich   ebenfalls   beteiligenden 
Schülerinnen und Schülern und allen ihren Forderungen.

Unmut ebenfalls unter Forschenden und Dozierenden

Wir   wissen,   dass   auch   unter   den   Forschenden   und   Dozierenden   viel   Unmut   und   Kritik   an   den   gegenwärtigen 
Entwicklungen im Hochschulbereich durch die Umstellung auf Bachelor­ und Master­Studiengänge verbreitet ist. Der 
mit   der   Verschulung   des   Studiums   gestiegene   Betreuungs­/Kontrollaufwand   und   die   in   Managerdiskurse   gehüllte 
Bürokratisierung der organisatorischen Strukturen der Hochschulen führen zu einer schleichenden Verschlechterung der 
Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Lehr­ und Forschungspersonals.
Wie die protestierenden Studierenden setzen wir uns dafür ein, dass die Hochschulen nicht auf die doppelte Funktion 
zugeschnitten werden, einerseits mit wenig Aufwand eine grosse Zahl von “arbeitsmarktbefähigten” Subjekten sowie 
darüber hinaus eine schmale Elite der “Exzellenz” zu produzieren.

Wir fordern exzellente Massenuniversitäten – ohne Gebühren

Der   im   Zuge   des   sog.   „Bologna­Prozesses“   offen   zu   Tage   tretenden   Tendenz   zur   Elitebildung   im   ganzen 
Bildungssystem muss Einhalt geboten werden.
Alle Untersuchungen zeigen: Durch Studiengebühren werden Menschen aus finanziell schlechter gestellten Familien 
vom Studium abgehalten.
Sie haben auch in keiner Weise zu irgendeiner Verbesserung der finanziellen Ausstattung der Hochschulen geführt. 
Prozentual gesehen ist ihr Anteil am Budget dafür erstens viel zu gering. Zweitens ist das, was der Freistaat Bayern kurz 
vor Einführung der Gebühren an den  Hochschulen an  Mitteln  gestrichen hat, sogar höher als das,  was nun durch 
Studiengebühren aufgebracht wird.
An die Stelle von fragwürdigen Eliteprogrammen, die eine höchst spezialisierte, politisch regulierte Wissensproduktion 
mit gesellschaftlichen Privilegien verbinden, müssen Bemühungen und Maßnahmen treten, eine ausgezeichnete Lehre 
und   Forschung   auf   allen   Ebenen,   in   allen   Fachbereichen   und   für   alle   Studierenden   zu   gewährleisten.   Eine 
Massenuniversität kann mit der entsprechenden finanziellen und personellen Ausstattung Exzellenz für alle bieten.

Hochschulleitung und Rektor müssen handeln – nicht sich rausreden

Rektor   Grüske   betont   zwar   sein   Verständnis   für   die   Forderungen   der   Streikenden.   Gleichzeitig   lehnt   er   aber   alle 
Forderungen ab, bei denen er und die Hochschulleitung konkret Verbesserungen bewirken können.
Wir fordern Herrn Grüske daher zu konkretem Handeln auf. Dies bedeutet insbesondere:
• Die Studiengebühren auf das gesetzliche Minimum von 300 € abzusenken.
• In die Studiengebührensatzung der FAU eine soziale Härteklausel aufzunehmen.
• Sich in Verhandlungen mit dem VGN und dem Freistaat Bayern über ein Semesterticket für die Studierenden 
zu begeben, finanzielle Mittel dafür bereitzustellen und sich politisch für diese Forderung einzusetzen.
Desweiteren   fordern   wir   Herrn   Grüske   auf,   als   stellv.   Vorsitzenden   der   Hochschulrektorenkonferenz   auf,   dort   die 
Unterstützung aller Forderungen der Studierenden zu beantragen sowie sich auf Landesebene für diese einzusetzen.

Macht weiter und lasst Euch nicht täuschen!

An   die   protestierenden   Studierenden   richten   wir   die   Ermunterung,   sich   nicht   von   Unterstützung   heuchelnden 
Stellungnahmen der Bundesbildungsministerin oder der Hochschulleitung täuschen oder durch ignorante oder arrogante 
Reaktionen entmutigen zu lassen, sowie den Wunsch, den Austausch mit Forschenden und Dozierenden zu suchen und 
bei ihren Diskussionen und Forderungen auch an die Menschen zu denken, die keinen Zugang zu Hochschulbildung 
haben.
Für eine Demokratisierung der Hochschulen ist die Wiedereinführung der verfassten Studierendenschaft unumgänglich.
Allgemein   muss   eine   Bildungspolitik   durchgesetzt   werden,   die   den   Interessen   der   Menschen   und   nicht   denen   der 
Wirtschaft dient.

Besetzung ist die richtige Antwort!

Die Besetzung des Audimax in Erlangen und die Besetzungen anderswo sind richtig! Nur so kann den Verantwortlichen 
klargemacht werden, dass sich etwas ändern muss.