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Teil 1:

1. Begriffliches

Ein Verein ist eine Vereinigung von Personen zur Verfolgung gemeinsamer Zwecke, wobei
dieser Zusammenschluss nicht nur Vorübergehenden Charakter hat, und körperschaftlich
organisiert ist sowie in seinem Bestand vom Mitgliederwechsel unabhängig.

Diese Unabhängigkeit des Vereins vom Wechsel seiner Mitglieder sowie die
Verselbständigung seiner Organisation gegenüber seinen Mitgliedern sind die wesentlichen
Gesichtspunkte, die den Verein kennzeichnen. Er unterscheidet sich dadurch von einer
Gesellschaft, die sich über ihre Gesellschafter (Mitglieder) definiert.

Im Unterschied zu den Kapitalgesellschaften fehlen beim Verein Bestimmungen zur


Schaffung, Erhaltung und Sicherung einer ausreichenden Kapitalgrundlage, die
Gläubigerinteressen zu dienen hätte. Rechtsfähigkeit ist kein Wesensmerkmal des Vereins.

2. Arten der Vereine und ihre Entstehung

Wichtige Regelungen des Vereinsrechts enthält das BGB; das öffentliche Vereinsrecht findet
sich im Vereinsgesetz. Daneben gibt es noch Spezialregelungen wie etwa das
Parteiengesetz.

Das BGB unterscheidet:

(1) rechtsfähige (eingetragene) Vereine in §§ 21-54 BGB


(2) (rechtsfähige) wirtschaftliche Vereine in § 22 BGB
(3) (nicht rechtsfähige) Vereine in § 54 BGB

Die erste Stufe auf dem Weg zur Entstehung eines Vereins ist die Gründungsvereinbarung,
der Abschluss eines besonderen Vertrages der zumeist Satzung oder Statut genannt wird.
Rechtsfähigkeit erlangt er, wenn er die Voraussetzungen des Gesetzes erfüllt und in das
Vereinsregister eingetragen ist. Demgegenüber erhält der wirtschaftliche Verein seine
Rechtsfähigkeit durch staatliche Verleihung gemäß § 22 BGB.

3. Die Verfassung des Vereins

Die Verfassung des Vereins ist im Wesentlichen durch seine Organisation sowie durch die
Regelungen für Beginn und Ende der Mitgliedschaft gekennzeichnet. Vorrangig sind die
Bestimmungen der Vereinssatzung zu entnehmen, ergänzend gelten insbesondere die

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zwingenden Gesetzesvorschriften.

Für die innere Vereinsorganisation schreibt das Gesetz als notwendige Organe den Vorstand
und die Mitgliederversammlung vor.

a) Die Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung ist oberstes Organ des Vereins. Sie beschließt mit einfacher
Mehrheit, § 32 BGB. Satzungsänderungen erfordern jedoch eine 3/4 Mehrheit der
erschienenen Mitglieder gemäß § 33 Abs. 1 Satz 1 BGB, sofern die Satzung nicht noch
höhere Anforderungen stellt. Eine Änderung des Vereinszweckes kann sogar nur mit
Zustimmung sämtlicher Mitglieder erfolgen, § 33 Abs. 1 Satz 2 BGB.

b) Der Vorstand

Der Vorstand kann aus einer Person oder aus mehreren Personen bestehen, § 26 Abs. 1
BGB.

Der Vorstand ist ausführendes und geschäftsführendes Organ des Vereins.

aa) Beginn und Ende des Vorstandsamtes

Seine Bestellung erfolgt durch Beschluss der Mitgliederversammlung, § 27 Abs. 1 BGB. Eine
Eintragung in das Vereinsregister ist keine Voraussetzung für eine wirksame Bestellung. Die
Bestellung erfolgt durch Abstimmung der Mitgliederversammlung. Das Abstimmungsergebnis
(Beschluss) muß dem Vorstand bekannt gegeben und von diesem angenommen werden.
Eines weiteren Rechtsaktes bedarf es nicht.

Das Vorstandsamt endet durch einen Widerruf der Bestellung durch die
Mitgliederversammlung. In der Praxis erfolgt der Widerruf durch die Neuwahl neuer
Vorstandsmitglieder. Die Bestellung kann auch aus wichtigem Grunde widerrufen werden, §
27 Abs. 2 BGB.

Der Vorstand hat die Stellung eines gesetzlichen Vertreters und vertritt den Verein gerichtlich
und außergerichtlich, § 26 Abs. 2 BGB. Diese Vertretungsmacht ist nur durch die
Vereinssatzung einzuschränken. Eine solche Beschränkung kann in der Untersagung
bestimmter Geschäfte, in der Begründung von Zustimmungserfordernissen oder in der
Zuweisung von bestimmten Aufgaben an andere Organe liegen.

Der Vorstand führt die Geschäfte des Vereins gemäß § 10 der Satzung. Zur
Geschäftsführung gehören alle Handlungen, die der Vorstand für den Verein vornimmt. Da
die Satzung nichts anderes bestimmt, entspricht der Umfang der Geschäftsführungsbefugnis

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dem Umfang der Vertretungsmacht.

Der Vorstand kann im Rahmen seiner Geschäftsführungsbefugnis und Vertretungsmacht


Vollmachten an einzelne Vorstandsmitglieder oder an einen Geschäftsführer erteilen

bb) Sorgfalt des Vorstands bei der Geschäftsführung

Der Vorstand ist verpflichtet, sein Amt mit der Sorgfalt eines ordentlichen Sachwalters
wahrzunehmen. Er ist dem Verein gesetzlich zur Rechenschaft und damit zur
Rechnungslegung verpflichtet gemäß § 27 (3) i.V.m. 666, 259 BGB. Hierfür genügt eine
geordnete Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben, die für einen sachkundigen Dritten
leicht nachvollziehbar ist.

Ist der Verein im handelsrechtlichen Sinne Kaufmann, hat er nach § 238 ff. HGB
Handelsbücher zu führen. Steuerrechtlich bestimmt sich die Buchführungspflicht nach §§ 140,
141 Abgabenordnung im wesentlichen ab einer Umsatzgrenze aus Gewerbebetrieb von Euro
260.000 oder Gewinn aus Gewerbebetrieb von Euro 25.000, es bestehen weitere
Vorschriften.

Im Zusammenhang mit der ordnungsgemäßen Buchführung ist insbesondere für die


vereinsrechtlich organisierten Wohlfahrtsverbände das sogenannte Kontroll- und
Transparenzgesetz (KonTraG) von besonderer Bedeutung. Ursprünglich für
Aktiengesellschaften geschaffen finden dessen Maßstäbe für eine ordnungsgemäße
Geschäftsführung heute nicht nur für GmbHs sondern auch für Vereine mit wirtschaftlicher
Betätigung Anwendung. Der vom KonTraG verlangten Einrichtung von Kontrollmechanismen
und Frühwarnsystemen zur Vermeidung von Insolvenzen können viele ehrenamtliche
Vorstände nicht genügen.

Vom besonderen Interesse sind die Haftung des Vereins für den Vorstand nach § 31 BGB.
Diese Vorschrift wird entsprechend auf alle juristischen Personen und sogar auf die OHG und
die KG mindestens entsprechend angewendet. Nach dieser Vorschrift haftet der Verein ohne
Entlastungsmöglichkeit für Schäden, die der Vorstand in Ausführung der ihm zustehenden
Verrichtungen einem Dritten zufügt.

Daneben haftet der Vorstand unter besonderen Bedingungen dem Dritten persönlich. Wird
der Verein von dem Dritten in Haftung genommen für den Vorstand, kommt eine Ersatzpflicht
des Vorstandes an den Verein in Betracht, wenn der Vorstand seine Pflichten vorsätzlich oder
grob fahrlässig bei der Ausführung seiner Verrichtung verletzt hat.

Für Juristen ist zu beachten, dass es sich beim § 31 BGB nicht um eine Anspruchsgrundlage,
sondern vergleichbar § 278 BGB um eine Zurechnungsnorm handelt. Es muß also ein
besonderer Haftungsanspruch, etwa aus § 823 Abs. 1 BGB des Dritten gegeben sein.

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Soweit die erforderlichen Mitglieder des Vorstandes fehlen, sind sie in dringenden Fällen für
die Zeit bis zur Behebung des Mangels auf Antrag eines Beteiligten vor dem Amtsgericht zu
bestellen, dass das zuständige Vereinsregister führt, § 29 BGB.

c) Die Mitgliedschaft

Mitglied eines Vereins ist, wer als einer von mindestens 7 Gründern an der Gründung
teilgenommen hat oder später gemäß der Satzung seinen Beitritt erklärt hat und
aufgenommen worden ist.

Die Mitgliedschaft umfasst verschiedene Rechte, insbesondere das Recht auf Nutzung der
Vereinseinrichtungen, auf Gleichbehandlung mit den übrigen Mitgliedern und Wahrnehmung
des Stimmrechts in der Mitgliederversammlung, aber auch Pflichten wie Beitrags- und
Mitwirkungspflichten.

Den Mietgliedern kann das Recht zum Austritt aus dem Verein nicht genommen werden. Die
Satzung kann nur den Zeitpunkt des Austritts näher regeln.

Die Satzung kann die Möglichkeit vorsehen, die Mitgliedschaft durch Ausschließung, also
zwangsweise zu beenden. Gegen eine solche Maßnahme ist der Rechtsweg zulässig. Neben
der Einhaltung des satzungsgemäßen Verfahrens kann in rechtlicher Hinsicht eine
Ausschließung nur daraufhin überprüft werden, ob sie gesetzwidrig, sittenwidrig oder offenbar
unbillig ist. Offenbar unbillig und damit unwirksam ist eine Ausschließung, die beispielsweise
unter Verstoß gegen den Grundsatz der gleichmäßigen Behandlung erfolgt ist.

Mit der Auflösung oder sonstigen Beendigung des Vereins endet naturgemäß auch die
Mitgliedschaft im Verein.

4. Beendigung des Vereins

Durch Beschluss der Mitgliederversammlung, der vorbehaltlich abweichender


Satzungsregelung einer ¾ Mehrheit bedarf, kann der Verein aufgelöst werden. Ergehend
hierdurch in das Abwicklungsstadium (Liquidation) und endet nach Abwicklung bzw.
Auseinandersetzung des noch vorhandenen Vereinsvermögens.

5. Eingetragene (rechtsfähige) Vereine

a) Die Eintragung in das Vereinsregister

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Nach Anmeldung durch den Vorstand, § 59 Abs. 1 BGB, bei dem Amtsgericht, in dessen
Bezirk der Verein seinen Sitz haben soll, § 55 BGB, erfolgt seine Eintragung im
Vereinsregister. Zur Anmeldung genügt, wenn die Vorstandsmitglieder die Anmeldung in
vertretungsberechtigter Zahl vornehmen. Allerdings könnten sich Vorstandsmitglieder zur
Vornahme von Anmeldung auch untereinander bevollmächtigen.

Der Anmeldung beizufügen sind die Vereinssatzungen in Ur- und Abschrift (kein besonderes
Formerfordernis beispielsweise eines Notars) sowie eine Abschrift der Urkunde über die
Bestellung des Vorstandes, § 59 Abs. 2 BGB. Die Satzung soll mindestens von 7 Mitgliedern
unterzeichnet sein, § 56 BGB.

Änderungen der Verfassung eines Vereins sind aufgrund entsprechender Anmeldung im


Vereinsregister einzutragen:

Jede Vorstandsänderung, also jede erstmalige Bestellung eines Vorstandsmitgliedes ebenso


wie jede Satzungsänderung oder etwa die Auflösung des Vereins.

b) Entziehung der Rechtsfähigkeit

Unter den Voraussetzungen des § 73 BGB kann dem eingetragenen Verein die
Rechtsfähigkeit entzogen werden. Er hört dann allerdings nicht auf zu existieren sondern
besteht als nichtrechtsfähiger Verein fort.

c) Einsicht in das Vereinsregister

Auch ohne Nachweis eines besonderen rechtlichen Interesses kann jedermann Einsicht in
das Vereinsregister und die vom Verein eingereichten Schriftstücke nehmen sowie auch eine
beglaubigte Abschrift verlangen, § 79 BGB.

6. Nicht rechtsfähige Vereine

§ 54 BGB unterstellt nicht rechtsfähige Vereine aus historisch politischen Gründen nicht dem
Vereinsrecht, sondern dem Recht der BGB-Gesellschaft. Da sich diese Regelung nicht in
jeder Hinsicht als sachgerecht erwiesen hat, behandelt die heutige Praxis die
nichtrechtsfähigen Vereine in manchen wichtigen Fragen durchaus ähnlich dem
eingetragenen Verein, vor allem in Fragen der gerichtlichen Parteifähigkeit und der Haftung.

7. Die Haftung der Organmitglieder dem Verein und den Vereinsgläubigern gegenüber

7.1 Die Haftung der Organmitglieder gegenüber dem Verein

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a) Die Haftungsgrundlagen

Das Vereinsrecht des BGB enthält keine Aussage über die Haftung der Organmitglieder
gegenüber dem Verein für den Fall der schuldhaften schlechten Erfüllung der übertragenen
Aufgaben.

Deshalb entfällt jedoch eine Haftung der Organmitglieder gegenüber dem Verein nicht. Nach
allgemeinen Grundsätzen haftet das Organmitglied vielmehr wegen schuldhafter
Schlechterfüllung entweder eines Auftragsvertrages oder eines auf Dienstleistung gerichteten
Geschäftsbesorgungsvertrag.

Dies kann durch die Satzung geschehen, besondere Abreden können anlässlich der
Bestellung des Organs oder des Abschlusses eines Anstellungsvertrages getroffen werden.
Das kann auch ein Vereinsherkommen und eine ständige Übung von Beachtung sein.

b) Der von der Haftung erfasste Personenkreis

Dem Verein gegenüber haften die Mitglieder des Vertretungs- und


Geschäftsführungsvorstandes sowie die Liquidatoren, die gerichtliche Vorstands- und
Liquidatorenbestellung lässt die Haftung unberührt. Andere Organmitglieder können zur
Haftung herangezogen werden, wenn Sie wenigstens nach Auftragsgrundsätzen tätig waren.

Die Haftung beginnt mit der Annahme des Vorstandsamtes und endet im Regelfall mit dem
Ablauf der Amtszeit. Ist jedoch das Organmitglied in dieser Eigenschaft tatsächlich noch für
den Verein tätig verbleibt es bei der Haftung, auch wenn die Weiterführung der Geschäfte auf
einer Gefälligkeit beruht.

c) Mögliche Pflichtverletzung

Jeder Inhaber einer Organstellung hat die damit verbundenen Aufgaben mit der Sorgfalt
eines ordentlichen Sachwalters für den Verein zu erfüllen.

Die Anforderungen, die an einen ordentlichen Sachverwalter gestellt werden, sind von Verein
zu Verein verschieden, es kommt auf die Art seiner Betätigung, seine Größe und seine
Zwecksetzung an. Hat ein Verein mehrere Organe, so trifft regelmäßig die Inhaber des
Vorstandsamtes ein Bündel von Verpflichtungen, während die Inhaber weiterer Vereinsämter
hieran gemessen nur Teilaufgaben zu erfüllen haben.

7.2 Die Haftung des Vorstandes gegenüber den Vereinsgläubigern

a) Die allgemeine Deliktshaftung

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Trifft den Verein die Organhaftung, weil sein Vorstand einen Dritten widerrechtlich schuldhaft
geschädigt hat, (beispielsweise durch eine Urkundenfälschung, weil die fehlende Unterschrift
eines weiteren Vorstandsmitgliedes unbefugt nachgemacht worden ist), so haftet auch das
schuldige Vorstandsmitglied dem Geschädigten auf Schadensersatz wegen unerlaubter
Handlung.

b) Die Haftung wegen eines Arbeitsunfalls

Hat ein Vorstandsmitglied nach Ausführung der ihm zustehenden Verrichtung einen
Arbeitsunfall vorsätzlich oder groß fahrlässig herbeigeführt so haftet es dem Träger der
Unfallversicherung auf Schadensersatz neben dem Verein.

8. Die Haftung wegen unterlassener rechtzeitiger Insolvenzantragstellung

Der Vorstand hat im Falle der Überschuldung des Vereins, dessen Zahlungsunfähigkeit oder
drohender Zahlungsfähigkeit besondere Sorgfaltspflichten bei der Geschäftsführung. Dem
Grunde nach darf er den Verein nicht auf Kosten Dritter sanieren.

Bestimmte Handlungen sind als Insolvenztaten strafbar. Hierzu gehören Gläubiger- und
Schuldnerbegünstigung, Verletzung der handelsrechtlichen Buchführungspflichten sowie
Bankrotthandlungen wie Bilanzfälschung oder das Beiseiteschaffen von Insolvenzmasse.

Allerdings kann auch der Einkauf von Waren oder Dienstleistungen in Kenntnis der
Zahlungsunfähigkeit als Betrug strafbar sein.

In all diesen Fällen haftet der Vorstand gemäß § 823 Absatz 2 BGB aufgrund der Verletzung
eines Schutzgesetzes.

9. Haftung der Vorstände für Steuern und Sozialbeiträge

Haften in diesem Sinne heißt Einstehen müssen für eine fremde Schuld. Der Zweck der
Haftung besteht in der Ausdehnung des Schuldverhältnisses für Steuern oder öffentliche
Abgaben auf andere Personen, um bei einem Ausfall des Steuerschuldners das
Steueraufkommen oder Abgabenaufkommen zu sichern. Haftungsschuldner und
Primärschuldner sind regelmäßig Gesamtschuldner.

Bei wirtschaftlicher Betätigung eines Vereins haben der Vorstand als gesetzlicher Vertreter
der Rechtsperson Verein und der Vorstand von nicht rechtsfähigen Vereinen (Gesellschaft
des bürgerlichen Rechts) die steuerlichen Pflichten der von ihnen vertretenen Vereine zu

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erfüllen. Sie haben insbesondere dafür zu sorgen, daß die Steuern aus Mitteln entrichtet
werden, die sie verwalten.

Die Vorstände, Geschäftsführer und auch die Prokuristen haften, soweit Ansprüche aus dem
Steuerschuldverhältnis infolge vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Verletzung der ihnen
auferlegten Pflichten nicht oder nicht rechtzeitig festgesetzt oder erfüllt oder soweit infolge
dessen Steuervergütungen oder Steuererstattungen ohne rechtlichen Grund gezahlt werden.
Die Haftung umfasst auch die infolge der Pflichtverletzung zu zahlenden Säumniszuschläge.

Sind in einem Verein mehrere Vorstände und Geschäftsführer bestellt, trifft grundsätzlich
jeden von ihnen die Verantwortung für die steuerlichen Pflichten der Gesellschaft. Die
Gesamtverantwortung verlangt eine gewisse Überwachung der Geschäftsführung im Ganzen.
Diese kann nur begrenzt durch einen Geschäftsverteilungsplan, der zwingend schriftlich
abgefasst sein muß, begrenzt aber nicht aufgehoben werden. Ist die Wahrnehmung der
steuerlichen Belange der Gesellschaft wirksam einem Mitgeschäftsführer zugewiesen, so tritt
für die anderen Geschäftsführer der Umfang ihrer Pflichten nur insoweit und solange zurück,
wie für sie unter dem Maßstab der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes kein Grund
für die Annahme besteht, die steuerlichen Pflichten würden nicht genau erfüllt.

Zeichnet sich die nahende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung ab, ist jeder einzelne
Vorstand bei Kenntnis hiervon verpflichtet, sich um die Gesamtbelange des Vereins zu
kümmern. Das gleiche gilt, wenn im konkreten Fall die Person eines handelnden
Mitvorstandes, Geschäftsführers oder Angestellten Veranlassung zu einer Überprüfung gibt,
zum Beispiel wenn sich aus dem Betriebsablauf der Gesellschaft, insbesondere dem
Zahlungsverkehr, ergibt, daß keine oder kaum Steuerbeiträge an das Finanzamt abgeführt
werden.

Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung Abzugssteuern sind als treuhänderische


Fremdgelder stets vorrangig vor sonstigen Verbindlichkeiten abzuführen. Dazu gehören die
Lohnsteuer, die Lohnkirchensteuer, die Kapitalertragsteuer, der Steuerabzug bei beschränkt
Steuerpflichtigen und die Umsatzsteuer im Abzugsverfahren. Gleiches gilt für den
Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung.

Demnach können etwaige Liquiditätsschwierigkeiten des Vereins den Vorstand nicht von
seiner Verpflichtung zur Einbehaltung und Abführung der vorgenannten Steuern und
Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung befreien.

Fall die zur Verfügung stehenden Mittel zur Zahlung der vollen Löhne einschließlich des
Steueranteils nicht ausreichen, darf der Geschäftsführer die Löhne nur gekürzt als Vorschuss
oder als Teilbetrag auszahlen, und er muß aus den dann übriggebliebenen Mitteln die
entsprechende Lohnsteuer an das Finanzamt abführen. Kommt der Geschäftsführer seiner
Verpflichtung zur gleichrangigen Befriedigung der Arbeitnehmer hinsichtlich der Löhne und

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des Finanzamts nicht nach, handelt er zumindest grob fahrlässig und erfüllt den
Haftungstatbestand.

Hinsichtlich der übrigen Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis, zum Beispiel


Umsatzsteuer, pauschalierte Lohnsteuer, Körperschaftsteuer, Einkommensteuer, steuerliche
Nebenleistungen gilt der Grundsatz der anteiligen Tilgung. Danach darf der Vorstand das
Finanzamt bei Verwendung der verfügbaren Mittel nicht gegenüber anderen Gläubigern
benachteiligen, wenn die Mittel zur Befriedigung aller Schuldner nicht mehr ausreichen. Beim
Fehlen ausreichender Mittel zur Tilgung sämtlicher Verbindlichkeiten sind die rückständigen
Steuerbeträge vom Geschäftsführer ungefähr in dem gleichen Verhältnis zu tilgen wie die
Verbindlichkeiten gegenüber anderen Gläubigern. Hierin liegt häufig eine Haftungsfalle, denn
in der Not werden Lieferanten oft vorrangig befriedigt, um den Geschäftsbetrieb noch
aufrechterhalten zu können in der Hoffnung auf bessere Zeiten. Ist eine anteilige Tilgung
unterblieben, so liegt im Umfang des die durchschnittliche Tilgungsquote unterschreitenden
Differenzbetrages eine schuldhafte Pflichtverletzung vor, für die der Geschäftsführer als
Haftungsschuldner einzustehen hat.

Zur Feststellung der Haftungssumme kann das Finanzamt vom Haftungsschuldner die
notwenigen Auskünfte über die anteilige Gläubigerbefriedigung im Haftungszeitraum
verlangen. Der Haftungsschuldner ist jedoch nicht verpflichtet, die Gläubiger zu benennen
sowie Angaben über den jeweiligen Schuldgrund und den Zahlungszeitpunkt der einzelnen
Verbindlichkeiten zu machen.

Die Haftungssumme ist zeitraumbezogen zu ermitteln, das heißt hinsichtlich der


Zahlungsverpflichtungen und der hierauf geleisteten Zahlungen ist auf den ganzen
Haftungszeitraum abzustellen.

Eine Haftung entfällt jedoch, wenn zwischen Verletzung der Steuererklärungspflicht und dem
eingetretenen Steuerausfall kein ursächlicher Zusammenhang besteht. Das ist der Fall, wenn
mangels ausreichender Zahlungsmittel und vollstreckbarem Vermögen auch bei fristgerechter
Abgabe der Steuererklärung die geschuldete Steuer nicht hätte beglichen werden können.
Dies kann dann der Fall sein, wenn im Vertrauen auf eine zugesagte Kreditlinie der Hausbank
zunächst anderweitige Dispositionen getroffen worden sind.

Dagegen haftet der Haftungsschuldner ohne Rücksicht auf die Verfügbarkeit von Geldmitteln
für den eingetretenen Steuerausfall, wenn durch die nicht- oder nicht rechtzeitige Abgabe der
Steuererklärungen aussichtsreiche Vollstreckungsmöglichkeiten des Finanzamtes vereitelt
worden sind.

Die Einzelheiten hierzu sind in der Rechtsprechung zwischen den Instanzen und zwischen
den Rechtszügen umstritten. Sowohl der für Sozialabgaben zuständige Bundesgerichtshof
als auch der für Steuern zuständige Bundesfinanzhof hat es jedoch als unbeachtlich

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qualifiziert, wenn ein Geschäftsführer die Einwendung erhob, er sei Nachfolgegeschäftsführer
gewesen. Ein Nachfolgegeschäftsführer haftet auch für die im Zeitpunkt seines Antritts
vorhandenen Rückstände, die sein Vorgänger hat entstehen lassen, wenn er entsprechende
Mittel zur Verfügung hat (BFH BFH NV 1988, Seite 206). Ebenso ist Einwendung eines
Geschäftsführers als unbeachtlich qualifiziert, er habe sich noch in der Einarbeitungsphase
als Geschäftsführer befunden. Die eigentlichen Entscheidungen seien weiterhin vom
Vorgänger getroffen worden (BFH BFH NV 1988, Seite 649). Schließlich wird von einem
Geschäftsführer oder Prokuristen verlangt, auch den Verlust des Arbeitsplatzes in Kauf zu
nehmen. Die Einwendung, der Geschäftsführer sei durch die Gesellschafter an der Erfüllung
seiner steuerlichen Pflichten gehindert worden oder dieser habe befürchtet seinen
Arbeitsplatz zu verlieren, sei unbeachtlich. Letzteres muß ein Geschäftsführer in Kauf
nehmen, wenn er auf anderem Weg als Geschäftsführer keine Möglichkeit gehabt hätte,
seine rechtlichen Aufgaben zu erfüllen.

» Teil 2: Gemeinnützigkeit

Vereinsrecht und Gemeinnützigkeit

Autor: Christian Lentföhr, Rechtsanwalt

Teil 2:

1. Gemeinnützigkeit

Die Steuervorteile der Gemeinnützigkeit werden damit gerechtfertigt, dass die gemeinnützige
Körperschaft selbstlos Aufgaben übernimmt, die eigentlich dem Bereich der staatlichen
Daseinsvorsorge zufallen.

Steuern, die zugunsten von Staat und Kommunen erhoben werden, sollen diese
Gemeinwesen in die Lage versetzen, ihre öffentlichen Aufgaben, ihre Gemeinwohlaufgaben
zu erfüllen. Soweit ihnen solche Aufgaben entsprechend dem Subsidiaritätsprinzip von
privaten Körperschaften abgenommen werden, ist es gerechtfertigt, auf Steuern ganz oder
zum Teil zu verzichten. Die gemeinnützigen Körperschaften verwenden ihre Mittel bereits für
Zwecke, für die sonst Staat oder Kommunen notwendigerweise oder zweckmäßigerweise
Mittel einsetzen müssen.

Zu den allgemeinen Problemen des Gemeinnützigkeitsrechts gehört der Mangel an


gesetzlichen Grundlagen. Gemeinnützige Organisationen nehmen aber auch dadurch
Nachteile in Kauf, dass das anzuwendende Recht viele Beschränkungen und Komplikationen
enthält.

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2. Steuerbegünstigte Zwecke

Gemeinnützige Körperschaften, die als steuerbegünstigt anerkannt werden wollen, müssen


mildtätigen, kirchlichen oder sonstigen gemeinnützigen Zwecken dienen.

Mildtätig sind Zwecke, die darauf gerichtet sind, Personen selbstlos zu unterstützen, die
infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer
angewiesen sind; oder deren Einkünfte eine bestimmte Höhe nicht übersteigen.

Kirchlich sind Zwecke, durch deren Erfüllung eine öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaft


selbstlos gefördert wird; die Förderung der Allgemeinheit muß hier nicht gegeben sein.

Die staatliche Abgabenordnung (AO) enthält einen Beispielskatalog gemeinnütziger Zwecke,


wobei auch andere gemeinnützige Zwecke denkbar sind:

 Förderung des Gesundheitswesens


 Förderung der Jugendwohlfahrt
 Förderung des Sports
 Förderung von Wissenschaft und Forschung
 Förderung von Kunst und Kultur
 Förderung der Erziehung, Bildung und Religion
 Förderung des Denkmal-, Landschafts-, Umwelt- und Zivilschutzes
 Fürsorge für bestimmte Personengruppen (Wohlfahrtswesen)
 Förderung der Völkerverständigung und Entwicklungshilfe
 Förderung des demokratischen Staatswesens
 Sonstige wie bspw. traditionelles Brauchtum, Amateurfunken, Modellflug, Hundesport

3. Selbstlosigkeit

Sonstige gemeinnützige Zwecke werden verfolgt, wenn die Tätigkeit der Körperschaft darauf
gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu
fördern.

Hier spielen Faktoren eine Rolle, welche zutreffend als Zeitgeist bezeichnet werden, etwa
Wertvorstellungen der Gesellschaft, die geistige und kulturelle Ordnung, Wissenschaft und
Technik, Wirtschaftsstruktur oder auch die herrschende Staatsauffassung.

Selbstlosigkeit ist immer die freiwillige Abgabe von materiellen Mitteln oder von
Arbeitsleistung ohne einen Anspruch auf Gegenleistung, dies heißt ohne Streben nach
eigenem Nutzen.

Selbstlosigkeit bedeutet, dass nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Interessen, dies heißt

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gewerbliche oder sonstige Erwerbsinteressen, verfolgt werden. Ob die Voraussetzung der
Selbstlosigkeit erfüllt ist, bedarf insbesondere dann einer genaueren Prüfung, wenn auch
wirtschaftliche Interessen der Mitglieder verfolgt werden.

4. Besteuerung

Die unentgeltliche Übertragung von Vermögenswerten auf eine gemeinnützige Körperschaft,


z. Bsp. Verein oder Stiftung unterliegt den Vorschriften des Erbschafts- und
Schenkungssteuergesetzes. Steuerbefreit sind alle Zuwendungen von Todes wegen oder
unter Lebenden bei Gemeinnützigkeit und einigen weiteren Voraussetzungen.

Werden Wirtschaftsgüter aus einem Betriebsvermögen auf eine gemeinnützige Körperschaft


übertragen, so entsteht gegebenenfalls Einkommen- und Körperschaftssteuer bei dem
Übertragenden durch Realisierung stiller Reserven in diesen Wirtschaftsgütern. Daneben
kann die Errichtung einer Körperschaft der Umsatzsteuer oder den Verkehrssteuern
unterliegen.

Unter den Voraussetzungen der Gemeinnützigkeit ist ein Spendenabzug vorgesehen, der das
steuerpflichtige Einkommen des Mäzens als Sonderausgabe mindert. Die Zuwendung kann
auch zum steuerlichen Abzug als Betriebsausgabe oder Werbungskosten berechtigen.

Sofern keine Steuerbefreiung wegen Verfolgung steuerbegünstigter Zwecke oder eine andere
Ausnahme eingreift, unterliegt die Körperschaft selbst laufend der Körperschaftssteuer und
eventuell der Gewerbesteuer.

Die Steuerbefreiung in allen Steuerarten hängt von der Einkommensverwendung für die
begünstigten Zwecke ab. Soweit die Körperschaft Einkommen im Rahmen eines
wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes erzielt, entfällt die Steuerfreiheit in allen Steuerarten.

5. Mittelverwendung und Verwaltung

Die Mittel der gemeinnützigen Körperschaft dürfen zur Wahrung der Steuerbegünstigung nur
für gemeinnützige Zwecke verwendet werden. Auch das Vermögen der Körperschaft darf nur
zu begünstigten Zwecken verwendet werden. Bis zur Verwendung ist es allerdings im
Rahmen der Vermögensverwaltung rentierlich anzulegen.

Die Mittel müssen zeitnah, spätestens im folgenden Kalenderjahr, für die steuerbegünstigten
Zwecke verwendet werden. Allerdings darf das Ausstattungskapital der Körperschaft auch
dann gehalten werden, wenn es sich um liquide Mittel handelt. Lediglich die Erträge des
Ausstattungskapitals sind zeitnah zu verwenden.

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6. Vermögensrückfall an den Mäzen

Die Satzung kann vorsehen, das eingebrachte Vermögen an den Mäzen oder seine Erben bei
Auflösung oder Aufhebung der gemeinnützigen Körperschaft zurückzugeben. An einer
solchen Regelung kann dann Interesse bestehen, wenn das Kapital in einer Beteiligung an
einem Familienunternehmen besteht und die Beteiligung bei Auflösung der Körperschaft nicht
in fremde Hände geraten soll.

Aufgrund besonderer gesetzlicher Anordnung ist die Auflösung erbschafts- und


schenkungssteuerpflichtig. Körperschaftssteuerpflicht durch Gewinnrealisierung entsteht nur
bei entgeltlicher Übertragung, sofern diese aus einem Betriebsvermögen erfolgt, und bei
wesentlichen Beteiligungen an Kapitalgesellschaften.

Für eine Bewertung des zurückfallenden Vermögens ist der gemeine Wert vom Zeitpunkt der
Einbringung des Vermögens in die Körperschaft maßgebend.

Die Wertsteigerungen bleiben für steuerbegünstigte Zwecke gebunden. Bei der Rückgabe
eines Wirtschaftsgutes ist deshalb vom Empfänger die Differenz in Geld auszugleichen, die
Vermögensbindung besteht hier also nur für den Vermögenszuwachs.

7. Versorgung des Mäzens

Eine gemeinnützige Körperschaft kann Teile ihres Einkommens dazu verwenden, um in


angemessener Weise den Mäzen und seine nächsten Angehörigen zu unterhalten, ihre
Gräber zu pflegen und ihr Andenken zu ehren.

Es handelt sich in soweit um eine Ausnahme von dem Grundsatz, dass die gemeinnützige
Körperschaft keine Aufwendungen tätigen darf, die dem gemeinnützigen Zweck fremd sind,
und deshalb gegen den Grundsatz der Selbstlosigkeit verstoßen.

Die Leistungen, die zur Versorgung des Mäzens erbracht werden, dürfen bis zu einem Drittel
des Einkommens der Körperschaft ausmachen, ohne dass sich aus allgemeinen
Grundsätzen - etwa weil zuwenig Mittel für den eigentlichen Körperschaftszweck verbleiben -
eine Einschränkung ergibt. Die Verwendung der Einkommensteile beschränkt das Gesetz
allerdings auf den Unterhalt, Grabpflege und die Pflege des postmortalen Personenbildes.

Für die Feststellung, ob diese Grenze eingehalten wird, kommt es nicht auf den Kapitalwert,
sondern auf den Jahreswert dieser Versorgungsleistung im Verhältnis zum Jahreswert des
gesamten Einkommens der Körperschaft an. Maßgebend ist dabei das jeweilige

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Jahreseinkommen, nicht das im Durchschnitt der Jahre erzielte Einkommen. Bei der
Körperschaft gehören zum jährlichen Einkommen ihre gesamten Erträge, auch soweit sie
steuerfrei bleiben, jedenfalls vor Abzug der oben angeführten Aufwendungen.

Eine weitere objektive Grenze besteht darin, dass die gemachten Aufwendungen im Rahmen
bleiben müssen. Maßgebend für die Angemessenheit des Unterhaltes ist der Lebensstandard
des Zuwendungsempfängers im Zeitpunkt der Zuwendung.

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