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Staffelsee-Gymnasium Murnau Kollegstufenjahrgang 2007/2009

Facharbeit
aus dem Fach

Geschichte

Thema: Entwicklung der zivilen Luftfahrt und die Auswirkungen auf die
Gesellschaft von 1900 bis zum Ende des 2. Weltkrieges

Verfasser: Johann Eder


Leistungskurs: Geschichte
Kursleiter: Martin Lohmann
Abgabetermin: 30.01.2009

Erzielte Punkte: ................ in Worten: ..........................


..........
(einfache Wertung)

.......................................................................
(Unterschrift der Kursleiterin / des Kursleiters)

1
Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Zeitalter des Zeppelins 4

2.1 Entstehung und Entwicklung bis 1914 4


2.2 Ausbau und Ende 1937 6
2.3 Auswirkung auf die Gesellschaft ?

3. Schwerer als Luft: Das Flugzeug ?

3.1 Anfänge ab 1900 ?


3.2 Fortschritt des Motorflugs bis zum Kriegsende ?
3.3 Einfluss in das Alltagsleben ?

4. Schluss ?

5. Literaturverzeichnis ?

2
Einleitung

Die Geschichte der Luftfahrt beginnt schon sehr früh. Im alten China
gibt es eine Legende über den Kaiser Shun, welcher aus ersucht worden
war den Thron zu übernehmen. Dazu bekam er vom derzeitigen Kaiser
zwei Töchter zur Frau und einigen Besitz, unter anderem mehrere
Getreidespeicher. Die Familie von Shun beneidete ihn allerdings darum
und wollte ihn umbringen um so den Besitz unter sich aufzuteilen. Als
Shun eines Tages das Dach eines Getreidespeichers ausbessern wollte,
steckte sein Stiefvater den Speicher in Brand und entfernte die Leiter
welche zum Dach hinaufführte. Shun hatte aber zwei Bambushüte dabei
und flog wie ein Vogel vom Dach herunter.1 Dies ist zwar nur eine
Legende, aber dennoch findet man hier schon das Motiv des Fliegens.

Eine bekanntere Sage aus dem Altertum wäre die Flucht von Dädalus
und Ikarus. Vater und Sohn waren auf der Insel Kreta gefangen und
sehnten sich nach ihrer Heimat. Dazu baute der Erfinder Dädalus Flügel
aus Wachs und Federn, gleich denen eines Vogels. Auch ermahnte er
seinen Sohn nicht zu hoch oder zu tief zu fliegen, sondern genau in der
Mitte. Selbst Flugvorschriften lehrte er. Doch dies alles nützte nichts.
Ikarus kam, vom jugendlichen Leichtsinn gepackt, der Sonne zu nahe
und stürzte ins Wasser, als das Wachs von den Flügeln schmolz und die
Federn sich lösten.2 Somit war Ikarus, wenn man so will, das erste
Opfer in der noch frühen Geschichte der Luftfahrt.

Da der Mensch aber schon seit jeher vom Fliegen träumt kann selbst so
ein Schicksalsschlag diesen Traum nicht zerstören. Es kamen andere,
wie die Brüder Montgolfièr die ihren Ballonen um 1783 die ersten
Menschen in die Lüfte erhoben.3 Ein anderer herausragender Mann war
Otto Lilienthal. er beschäftigte sich sein ganzes Leben mit dem Versuch

1
http://german.cri.cn/chinaabc/chapter16/chapter160102.htm , 18.1.2009
2
Metamorphosen, S. 14-19
3
2000 Jahre Weltgeschichte, S. 265

3
es dem Vogel nachzumachen. Dazu studierte er über 20 Jahre lang die
Mechanik des Fluges und stellte seine Erkenntnisse in seinem Buch "Der
Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst".4 Leider ging am 10. August
1896 der Menscheit ein bedeutender Forscher verloren als Lilienthal
seinen Verletzungen, die er sich bei seinem Absturz am Tag zuvor
zugezogen hatte, erlag. Doch mit ihm war es nicht zu Ende, im
deutschen Reich kam ein neuer Mann der die Geschichte mit seiner
Ausdauer und Begeisterung veränderte: Friedrich Graf von Zeppelin.

Zeitalter des Zeppelins


Entstehung und Entwicklung ab 1900

Nach vielen Schwierigkeiten und Problemen konnte am 2. Juli 1900 um


8 Uhr abends das Luftschiff "LZ 1" starten.5 Es hielt sich 18 Minuten in
der Luft6 und läutete somit ein neues Zeitalter ein. Die Planung erwies
sich im groben als korrekt, doch mussten noch viele Erfahrungen
gesammelt werden im Umgang mit dem Luftschiff und der
Beanspruchung während der Fahrt. So startete "LZ 1" zunächst sehr
buglastig, da die hintere Gondel zu lange am Boden festgehalten wurde.
Auch fiel in der Luft ein Motor und der Apparat für die Höhensteuerung
aus, wodurch Graf Zeppelin die Fahrt abbrach und landete.7 Da auch die
Geldmittel schon vor dem ersten Flug sehr in Anspruch genommen
worden waren musste Graf Zeppelin die "Gesellschaft zur Förderung der
Luftschiffahrt" auflösen und verkaufen. Er behielt allerdings das
Luftschiff, die Werkstätten und die Halle, sowie einige Mitarbeiter.8

Doch auch dies hielt nicht lange vor und so erschien im Jahr 1903 in der
Zeitschrift "Die Woche" der "Notruf zur Rettung der Flugschiffahrt".9
4
http://www.lilienthal-museum.de/olma/soest.htm , 18.1.2009
5
Zeppelin, S. 33, Z. 3
6
a.a.O., S. 34, Z. 7
7
a.a.O., S. 33 f.
8
a.a.O., S. 40
9
a.a.O., S 42, Z. 37

4
Allerdings wurde dieser Ruf nicht von vielen aufgenommen, deshalb
kamen nur 175.000 Mark aus einer Lotterie in Württemberg und einer
Spende aus Preußen zustande. Daimler und der Kommerzienrat Berg
spendeten ebenfalls Motoren und Aluminium für den Bau neuer Schiffe.
Dies alles reichte aber noch nicht ganz und so musste der Graf
zusätzlich noch Besitz seiner Frau verkaufen um alle Kosten zu
decken.10 Mit diesen Mitteln konnte er nun den "LZ 2" bauen mit den
verbesserten Motoren von Daimler. Am 2. Januar 1906 gelang
schließlich der Start nach einigen Verzögerungen, doch wurde der
Zeppelin während des Fluges beschädigt und musste nahe Kißlegg
landen. Durch ungünstige Winde wurde er abgetrieben und musste
aufgrund der darauf folgenden Beschädigungen letztendlich abgewrackt
werden.11

Zunächst schien es als würden die Zeppeline nicht den Anforderungen


genügen, doch genauer betrachtet führten mehrere ungünstige Zufälle
zu der Zerstörung des "LZ 2". So begann Graf Zeppelin sich und seinen
Männern wieder Mut zu geben und überzeugte sogar den Kriegsminister
davon, dass die Luftschiffe doch zu gebrauchen waren. Er erhielt aus
einer nochmaligen Lotterie in Württemberg und von der Regierung die
nötigen Mittel um neue Luftschiffe zu bauen. Allerdings verlangte das
Militär, bevor sie einen Zeppelin aufkauften, eine 24 stündige Probefahrt
um zu testen ob diese Schiffe auch den Erwartungen entsprachen.12

Am Morgen des 4. August 1908 begann die Fahrt und sollte am Rhein
entlang bis Mainz und zurück führen, insgesamt etwa 1500 km. Als in
der Nähe von Oppenheim ein Motor ausfiel landete man auf dem
Wasser um die Reparaturen durchzuführen. Diese wurden erfolgreich
beendet und man war gegen Mitternacht in Mainz. Auf der Rückfahrt fiel
jedoch der gleiche Motor schon wieder aus. Bei Echterdingen entschied
man sich zur Landung um den Motor von den nahe gelegenen Daimler
10
a.a.O., S. 43, Z. 8ff.
11
a.a.O., S43f.
12
a.a.O, S 44f.

5
Werken austauschen zu lassen. In der Nacht kam ein Sturm auf der das
Luftschiff gegen die Bäume trieb, wobei sich das Gas entzündete und
das Luftschiff verbrannte.13 Diese "Katastrophe von Echterdingen" war
entgegen allen Erwartungen Zeppelins der Aufschwung seines Traumes.
Das deutsche Volk nahm in unbekannter Weise Anteil daran und jeder
spendete sein Möglichstes. So kamen etwa 6 Millionen Mark zusammen,
die es ermöglichten weitere Zeppeline in der "Luftschiffbau Zeppelin
GmbH" herzustellen.14

Diese gründete am 16. November 1909 die erste Luftverkehrs-


Gesellschaft der Welt, die "Deutsche Luftschiffahrts Aktien-Gesellschaft"
(kurz DELAG). Die DELAG benutzte die Luftschiffe für Rundfahrten. Bis
zum Ausbruch des ersten Weltkrieges befanden sich 7 Zeppelin im
Dienst der DELAG. Für einen stattlichen Betrag von 200 Mark konnte
man eine etwa 2 stündige Fahrt buchen.15 Mehr als 10.000 Fluggäste
wurden über 160.000 km zwischen 1911 und 1914 befördert.16

Ausbau und Ende 1937

Im ersten Weltkrieg wurden die Zeppeline zur Aufklärung und


Bombardierung eingesetzt. Das deutsche Heer kaufte am Ausbruch des
Krieges fast die Hälfte aller Luftschiffe ab die die "Luftschiffbau
Zeppelin" bis dahin gebaut hatte.17 Im Krieg selbst wurden viele
Neuerungen durchgeführt und das Luftschiff war zum Ende für einen
echten Passagiertransport gewappnet. So konnte das Luftschiff immer
länger in der Luft bleiben, unter anderem gab es Fahrten an die 100
Stunden.18 Auch wurde der Wetterdienst verbessert, die Zeppelin waren
dank ihrer Größe in starken Winden nur schwer unter Kontrolle zu
13
The Airships - Episode 1 of 3 - Lift Off - Part 2 of 6
14
Zeppelin, S. 46
15
http://www.zeppelinfan.de/html-seiten/deutsch/luftschiff_zeppelin.htm , 21.1.2009
16
Lift Off, Part 2 of 6
17
Zeppelin, S 64.
18
a.a.O., S 64

6
halten und kamen auch nur langsam voran. Die Erfindung des Echolotes
erleichterte die Höhenmessung erheblich, vorher wurde dies durch eine
einfachere Methode durchgeführt. Allerdings war diese nicht immer
möglich, um die Höhe zu messen warf man Sprudelflaschen vom Schiff
herunter und maß die Zeit bis diese auf dem Boden aufschlug. Danach
konnte man in Tabellen nachsehen wie hoch der Zeppelin gerade war.19
Gegen Ende des Krieges war der Zeppelin "vom Schönwetterschiff zum
Allwetterschiff" geworden.20

Im Jahre 1917 plante das Kolonialministerium Nachschub per Luftschiff


in die Kolonie in Deutsch-Ostafrika zu bringen. Zunächst wurde eine
Probefahrt mit dem "LZ 120" über die Ostsee durchgeführt, um die
Belastungen während eines solchen langen Fluges zu testen. Die Fahrt
dauerte 101 Stunde und wurde erfolgreich beendet. Das Luftschiff hätte
sogar noch weitere 33 Stunden in der Luft bleiben können ohne ernste
Schwierigkeiten zu erwarten.21 Am 21. November des selben Jahres war
es soweit, das Luftschiff "L 59" nahm Fahrt auf in Richtung Afrika,
welche später als die "Afrikafahrt" bekannt werden sollte. Zuvor gab es
jedoch einige Schwierigkeiten. Geplant wurde die Fahrt mit "L 57", doch
dieses verbrannte in einem Unwetter nahe Jüterbog. "L 59" wurde
daraufhin das Luftschiff der Wahl und es erreichte auch den
Ausgangsort der "Afrikafahrt", Jambol, nach 28 Stunden Fahrt, als es
am 3. November von Staaken aus auf Kurs ging. Am 16. November
sollte die Fahrt beginnen, doch wurde es während der Fahrt durch
"Friendly Fire", also durch Beschuss der eigenen Verbündeten, stark
beschädigt und zum Umkehren gezwungen war. Dies konnte nur
geschehen, da die Fahrt an sich streng geheim gehalten worden war.
Doch selbst nach erfolgreichem Start konnte das Unternehmen nicht
erfolgreich beendet werden, die Kolonie ging an die Engländer

19
a.a.O., S 66
20
a.a.O., S 68
21
a.a.O., S. 70

7
verloren.22 Dennoch war diese Fahrt eine Meisterleistung. Das Luftschiff
hatte 6757 km in 95 Stunden bewältigt mit einer Last von etwa 15 t.
Dieser Rekord wurde erst 1919 vom englischen Luftschiff "R 34"
übertroffen, das als erstes mit Passagieren in die USA und zurückflog.23

Nach dem Krieg musste das deutsche Reich alle Luftschiffe an die
Entente abgeben.24 Dennoch baute die "DELAG" ein kleines Luftschiff
mit 20.000 cbm Inhalt, welches innerhalb der Grenzen des 30.000 cbm
Inhalts des Protokolls von London war. Mit diesem Luftschiff wurde eine
Linie Friedrichshafen-Berlin eingeführt. Diese erste Fahrplanmäßige
Linie konnte 24 Passagiere mit Post und Fracht innerhalb von 6 Stunden
zum Ziel befördern. Die Eisenbahn zu dieser Zeit brauchte in etwa das
dreifache. Als man diese Linie mit Ziel Stockholm verlängern wollte und
auch ein zweites Luftschiff im Bau war musste die "DELAG" 1920 beide
Schiffe abgeben, die Siegermächte sahen in diesen rein friedlichen
Bestrebungen eine Gefahr.25

1922 gelang es Dr. Eckener die USA zu überzeugen statt den


geforderten 3,2 Millionen an Reparationen ein Luftschiff zu ordern.
Damit setzte er alles auf eine Karte. Das Luftschiff sollte nämlich im
deutschen Reich gebaut werden und über den Atlantik in die USA
gebracht werden. Daher lag es nahe die einschränkenden
Bestimmungen für den Luftschiffbau im deutschen Reich aufzuheben für
dieses zu lockern. Am 12. Oktober 1924 begann die riskante Fahrt über
den Atlantik in Richtung USA. Keine Versicherung wollte die
Verantwortung übernehmen und man hatte nur das Wort von Dr.
Eckener das Luftschiff sicher abzuliefern. Falls es dennoch zu einer
Katastrophe kommen sollte und "ZR III" nicht in den USA ankommen
sollte gab er die "Luftschiffbau Zeppelin" als Sicherheit. Doch "ZR III"

22
a.a.O., S. 70f.
23
a.a.O, S. 191
24
http://www.versailler-vertrag.de/vv5.htm , 28.1.2009
25
Zeppelin, S. 73

8
kam sicher nach 85 Stunden Fahrt in Lakehurst an.26

Nach dieser erfolgreichen Überquerung des großen Teichs plante man


den Bau eines neuen Luftschiffs, des "LZ 127". Doch fehlte es auch hier
wie so oft in der Geschichte der "DELAG" am Geld. Die Regierung gab
etwa 1 Million Mark, doch dies reichte nicht für den Bau eines Zeppelins.
So musste sich Dr. Eckener an die deutsche Bevölkerung wenden um
den Rest des benötigten Geldes zu bekommen. Mit Vorträgen über die
Überquerung gingen er und die Besatzung des "LZ 127" von Stadt zu
Stadt bis sie die stattliche Summe von 2,5 Millionen Mark gesammelt
hatten. Jetzt konnte der Bau beginnen und nach 2 Jahren konnte der
"LZ 127" auf den Namen "Graf Zeppelin" am 8.7.1928 durch Gräfin
Hella von Brandenstein-Zeppelin getauft werden, dem 90. Geburtstags
des Erfinders dieser großen Luftschiffe.27 Am 11. Oktober 1928 begab
sich der "Graf" auf seine erste große Reise in Richtung Amerika. Nach 4
Tagen erreichten sie die USA und wurden wie schon zuvor mit großem
Jubel begrüßt. Zwar gab es auch bei dieser Fahrt Probleme, doch
konnten diese bewältigt werden. Zurück im deutschen Reich auf dem
Empfangsfest fasste Dr. Eckener zusammen: "Wir haben gesehen, daß
man den Ozean im Luftschiff befahren kann, bis zu einem regelmäßigen
Verkehr müssen wir aber noch viel lernen."28

Vom 24. bis 28. März 1929 begab sich der "Graf" auf eine Orientfahrt,
die einen sehr merkwürdigen Rekord beinhalten sollte. Während dieser
Fahrt überquerte der Zeppelin das Tote Meer in einer Höhe von 70
Metern. Dieses Meer liegt 208 Meter unter dem Meeresspiegel, somit
unterbot ein Luftschiff den damaligen Tiefenrekord der Unterseeboote.29

Am 1. August 1929 begab sich Dr. Eckener mit 41 Mann Besatzung und
20 Passagieren aus 10 verschiedenen Ländern auf eine gefährliche

26
a.a.O., S. 82f.
27
a.a.O., S. 84
28
a.a.O., S. 87
29
a.a.O., S. 87

9
Weltreise.30 Die kürzeste Reisezeit um einmal um die ganze Welt zu
gelangen betrug 6 Monate, aufgestellt 1924 von zwei Doppeldeckern
der US Luftwaffe. Hauptfinanzier war der Zeitungskonzern "Hearst" aus
den USA. Dieser stellte die Bedingung, dass Anfang und Ende dieser
Weltreise die Freiheitsstatue war. Man startete also von Lakehurst aus
Richtung Osten um aus Westen über die Statue zu fliegen. Nach einem
Stopp in Friedrichshafen nach 55 Stunden und 19 Minuten Flugzeit um
Proviant und Treibstoff aufzunehmen geht die Reise am 15. August
weiter nach Russland, genauer nach Sibirien. Sollte man hier abstürzen
oder zur Notlandung gezwungen sein wäre dies das Ende aller an Bord.
Doch alles lief glatt, bis der "Graf" das Stonowoygebirge erreichte. Voll
beladen hatte der Zeppelin nur wenig Auftrieb und sie mussten in
niedriger Höhe über das Bergmassiv hinweg fliegen. Als sie den Paß
überflogen fragte der Beobachter der US Navy, Commander Rosendahl
im Scherz "ob wir beabsichtigten, auf der Paßhöhe Butterblumen zu
pflücken".31 Nach 101 Stunden und 40 Minuten Flugzeit hatten sie
11.247 km zurückgelegt als sie in Kasumigaura in Japan landeten.32
Dort wurden sie mit Hochrufen begrüßt. Am 26. August 1929 trafen sie
in Los Angeles ein nach 80 Stunden Flug und 9650 km Strecke. Ab hier
flog der Zeppelin mit wenig Gas, Treibstoff und Proviant weiter.
Dennoch schaffte es der "Graf Zeppelin" nach New York um über die
Freiheitsstatue zu fliegen und in Lakehurst nach insgesamt 503 Stunden
zu landen. Die Gesamtflugzeit betrug 12 Stunden und 11 Minuten, ein
weiterer Rekord in der jungen Geschichte der Luftfahrt.33 Als der
Zeppelin wieder in Lakehurst ankam waren sie sogar noch schneller
gewesen in ihrer Weltumfahrung, sie hatten es von Friedrichshafen nach
Friedrichshafen in nur 20 Tagen geschafft, eine Strecke von knapp
35.000 km.34

30
Airships Episode 2 Part 4
31
Zeppelin, S. 95
32
a.a.aO., S. 96
33
Airships Episode 2 Part5
34
Zeppelin, S. 97

10
Diese Weltumfahrung hatte gezeigt, dass der Zeppelin bereit war um
einen regelmäßigen Personenverkehr zu gewährleisten. Das einzige was
solches verhinderte waren die politischen Spannungen. So musste man
bei der Weltreise Moskau übergehen, da es eine erhebliche
Verlängerung des Weges gewesen wäre. Auch wurden die mitgeführten
Gewehre, die nur im Falle einer Notlandung verwendet werden sollten
um Wild zu erlegen, fälschlicherweise dahingehend gedeutet sich " im
Falle eines Streites gegen die Bolschewisten verteidigen" zu können, wie
es Max Geisenhayer in seinem Pressetelegramm schrieb. Nach
Aufklärung dieses Missverständnisses und einem Besuch in Moskau war
das Verhältnis wieder entspannt. Einem internationalen
Personenluftverkehr stand nun nichts mehr im Wege. 1930 fand dann
die erste Fahrt Friedrichshafen, Sevilla, Rio de Janeiro, Lakehurst,
Friedrichshafen statt.35

Im "Polarjahr" 1931 sollte der "LZ 127 Graf Zeppelin" die Arktis
erforschen. Hierzu wurde das Passagierschiff umgebaut in ein
Expeditionsschiff und mit gut 15 t Ausrüstung und Verpflegung
bestückt. Am 24. Juli 1931 begann diese Expedition von Friedrichshafen
aus. Es ging über Berlin, Königsberg nach Leningrad. Dort stießen auch
die russischen Wissenschaftler zu der Besatzung hinzu und am 26. Juli
begann die eigentliche Expedition nach Norden.

35
a.a.O., S. 98

11