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1. Mai 1930.

Buchbesprechungen.

Stahl

und Eisen.

615

getragen worden sind, die allerletzte Bearbeitung vermissen lassen, die dem fertigen Gebäude erst eine wirklich einheitliche und ge­ fällige Form gegeben hätte, ohne jedoch dam it der B auarbeit im ganzen die ihr gebührende A chtung und Anerkennung zu versagen

D ie Schriftleitung.

Werkstoffhandbuch Nichteisenmetalle.

Hrsg. von der D e u ts c h e n

G e se lls c h a ft

fü r

M e ta llk u n d e

im

Verein

deutscher

Ingenieure.

Schriftleitung:

G.

M a sin g ,

W .

W

u n d e r,

H.

G

ro eck .

Berlin:

Beuth-Verlag,

G.

m.

b.

H.

8°.

N achtrag

1.

1929.

(14 Bl.)

3,50 J U l.

Bei der Besprechung des „W erkstoffhandbuches

Nichteisen­

metalle“ unm ittelbar nach dessen Erscheinen1) lagen eine Anzahl

Blätter, die in

vor.

das wichtige W erk um von 28 Seiten.

Drei der neuen B lätter behandeln Einzelabschnitte der Metallprüfung. Der Tiefungsversuch nach Erichsen wird in knapper und doch vollständiger Form besprochen, das B latt „Innendruckversuch“ bringt eine kurze Besprechung der Prüfung von Hohlgefäßen auf W iderstand gegen inneren Druck, und ein

die technologischen Versuche.

Die Ausführungen sind, da sie m it den entsprechenden U nter­ suchungen an Eisen und Stahl gleichlaufen, auch für den Eisen­ hüttenmann von Bedeutung. Zwei weitere B lätter betreffen das Löten, Schweißen, N ieten usw. von Messing und das techno­ logische Verhalten der Zink-Kupfer-Legierungen bei hohen Temperaturen. In dem B latte über Rotguß h ätten vielleicht die Di-Normen etwas stärker betont werden können. Je ein B latt behandelt ferner K obalt, die Platinm etalle und die Amalgame.

umfangreicheres B latt behandelt

Gesamtumfang

dem Gesam taufbau vorgesehen waren, noch nicht dieser B lätter ist jetzt naehgeliefert; er erweitert

Ein Teil

neun

Abhandlungen

im

Die Nachträge stellen eine wertvolle samtwerkes dar.

Rönnow,

P e h r

Sixten:

H ille s tr ö m

o c h

Bereicherung des

Ge­

E .

H .

Schulz.

h a n s

B r u k s -

o ch

B

e rg v e rk s m ä ln in g a r.

W ith a Summary in English.

Stock­

holm 1929: Nordiska Museets Förlag (i Distribution).

(481 S.)

4».

33 Kr.

 

Pehr

Hilleström

(1732—-1816)

w ar

ursprünglich

Gobelin­

weber. Durch eine Reise nach Paris weitergebildet, wandte er sich im Alter von vierzig Jah ren der Oelmalerei zu. Als Maler des königlichen Hofes und seiner Festlichkeiten leistete er nichts Bedeutendes, wohl aber w ar er ein tüchtiger Genremaler, der es verstand, das behäbige Bürgerleben seiner Zeit ansprechend zu schildern. Talent und Fleiß hielten bei ihm bis in das hohe Alter an. Er starb als Akademiedirektor und Professor, wegen seiner freundlichen Bescheidenheit allgemein beliebt.

Im

Juni 1781 besuchte

der K ünstler die berühm te K upfer­

grube von Falun. E r kletterte auf den schlüpfrigen Fahrten bis 267 m unter Tage, aber die Gefahren und Beschwerden schreckten

ihn nicht, er hatte nur Sinn für die vom Scheine der Fackeln

malerisch beleuchteten

tauchten Bergarbeiter. D ann besuchte er die K upferhütten bei

Falun m it ihren flam m enden

Berg- und H üttenw esen ebenso stark

genossen Leonard Defrance. Gemeinsam ist allen seinen Bildern, daß die Szenen nur durch das Licht beleuchtet werden, das die Fackeln der Bergleute oder die Oefen, Herde und glühenden Metalle ausstrahlen. Zur Erzielung eines Gegensatzes zu den lebhaft be­ wegten Gruppen von A rbeitern h at H illeström häufig D arstel­ lungen vornehmer Besucher eingefügt, wie m an es auch auf den Bildern von Defrance und Heinsius sieht.

Oefen, und nun fesselten ihn das

Grubenbaue

und

die in

H albdunkel

ge­

wie seinen belgischen Zeit­

Hilleströms Bilder sind wegen ihrer klaren Darstellung für die Geschichte der Technik von hohem W erte. W ir erhalten bei­ spielsweise Einblick in den Geschütz- und Kugelguß aus dem Hochofen sowie in die Arbeiten an den Frischherden. Einzigartig sind die Darstellungen einer Hochofengicht m it einem wunder­

')

St.

u.

E. 48 (1928)

S.

223.

vollen Gegensatz zwischen der haushohen Gichtflamme und dem schwarzen Himmel. Auch die damals weltberühmte Anker­ schmiede von Söderfors h a t Hilleström gemalt: Das Bild von 1782 zeigt auf der einen Seite bewegte Gruppen nerviger Schmiede und auf der anderen Seite die ruhigen Gestalten des reichen H ütten­ besitzers und seiner Begleitung vornehmer Herren und Damen, denen der W erksdirektor die Arbeit erklärt. W enn der K unst­ lichter das Bild auch nicht als das am besten gestaltete ansieht, dürfte es dem Techniker doch als eine der schönsten Darstellungen des Berufslebens seiner Vorgänger erscheinen. Schweden besitzt in Pehr Hilleströms Gemälden ein schönes Denkmal der Blütezeit seiner Kupfer- und Eisengewinnung im

18.

Jahrhundert.

Sixten Rönnows W erk,

das m it über vierzig

zum Teil farbigen W iedergaben geschmückt und m it, man möchte sagen, Hilleströmschem Fleiße geschrieben ist, befriedigt techno­ logisch wie kunstgeschichtlich vollkommen und stellt eine des wackeren Meisters würdige Erinnerungsgabe dar.

Völklingen (Saar).

Otto Johannsen.

Tänzler, Fritz, D r.:

A r b e itg e b e r v e r b ä n d e

1904— 1929. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Arbeit­

D ie

d e u ts c h e n

geberbewegung.

H., 1929.

Berlin: Otto Elsner, Verlagsgesellschaft m. b.

8°.

Geb. 7,50 J lJ l.

(259 S.)

Die deutsche Arbeitgeberbewegung ist ihrer Entstehungs­ geschichte nach eine natürliche Gegenbewegung gegen die gewerk­ schaftlichen Fronten, die die Arbeiter zur Erkämpfung und Be­

hauptung wirtschaftlicher und sozialer

nehmer bildeten. Je geschlossener die F ront auf der einen Seite vorging, desto notwendiger wurde auch auf der anderen Seite ein Zusammenschluß. Der große Arbeiterausstand in der sächsischen Textilindustrie im Jahre 1903 wurde für die Arbeitgeber ein dring­ licher M ahnruf zur Sammlung. So kom m t es, daß gerade das Jah r

1929 für die Geschichte der Arbeitgeberbewegung ein Ja h r der

kritischen Rückschau geworden ist; denn 1904 wurden unter der

Einwirkung des Krim mitschauer Ausstandes nicht nur manche neue Arbeitgeberverbände gegründet, sondern es gelang endlich auch, die bestehenden Verbände zu gemeinsamer Arbeit zusammenzufügen. Es entstanden zunächst zwei Spitzenverbände, die sich dann im Jahre 1913 zu der „Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberver­ bände“ zusammenschlossen, einer Gesamtorganisation, die heute die Spitze von 180 H auptverbänden bildet und Betriebe m it etwa

6,4

Vorteile gegen die U nter­

Mill. A rbeitnehmern um faßt.

Es ist dankenswert, daß die Vereinigung aus Anlaß dieser 25jährigen Gedenkfeier einer geschlossenen Arbeitgeberbewegung der Oeffentlichkeit aus der Feder ihres langj ährigenGeschäftsführers ein an innerem Gehalt wie an äußerer A usstattung gleich w ert­ volles W erk vorlegt. Der Verfasser gibt in außerordentlich lebendiger Schilderung, die das eigene Miterleben von den A n­ fängen her erkennen läßt, ein Bild von der äußeren Entwicklung und den Zielen der Arbeitgeberbewegung. E r zeigt an H and der Aufgaben, die den Arbeitgeberverbänden besonders in der Kriegs­ und Nachkriegszeit erwuchsen, wie aus der zunächst im wesent­ lichen nur auf Abwehr beschränkten Tätigkeit eine wirksame Be­ tätigung m it eigenen bestim m ten Zielen wurde. Die Arbeitgeber­

verbände wurden angesichts des m it

staatlichen M achtmitteln

immer mehr geförderten Grundsatzes, den Massen in der W irt­ schaft M acht zu verleihen, zum Träger einer den Einzelwillen stärkenden W irtschaftspolitik, die in der E rhaltung der verant­ wortungsbewußten Unternehm erpersönlichkeit eine Grundvoraus­ setzung für einen W iederaufstieg der deutschen W irtschaft sieht.

Sie wurden aber auch zum Förderer einer tätigen Sozialpolitik,

die vernünftig ist, wenn und solange

schaft selbst Rechnung trägt und den Menschen in der W irtschaft — sowohl dem Arbeitgeber wie dem A rbeitnehmer — eine gesunde Verantwortungsfreudigkeit läßt. Die Ausführungen sind von ruhiger Sachlichkeit getragen und legen ein beredtes Zeugnis dafür ab, daß die Arbeitgeber von sich aus nicht dem Kampf, sondern der friedlichen Verständigung mit den Arbeitnehmern das W ort reden. Dr. W. Steinberg.

sie den Grenzen der W irt­

Mitsliederverzeichnis 1930.

Das

Mitgliederverzeichnis

1930

ist

fertiggestellt

und

unseren

Mitgliedern

am

19. April 1930 zugleich mit der Einladung zur diesjährigen Hauptversammlung kostenfrei

zugesandt worden.

Verein deutscher Eisenhüttenleute.