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Vollständiges Transkript Thomas Jogy Wolfmeyer (Die Buntkarierten) bei neuwal.com zur Landtagswahl Vorarlberg 2014 #VBG14
Vollständiges Transkript Thomas Jogy Wolfmeyer (Die Buntkarierten) bei neuwal.com zur Landtagswahl Vorarlberg 2014 #VBG14

Vollständiges Transkript

Thomas Jogy Wolfmeyer (Die Buntkarierten) bei neuwal.com zur Landtagswahl Vorarlberg 2014 #VBG14 #UE

Datum:

Sonntag, 29.- Juni 2014, 15:30 Uhr (Google Hangout)

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@neuwal.com Artikel auf http://neuwal.com/?p=34488 Videointerview auf http://neuwal.com/?p=34488
“Bei uns wird man sich die Zähne ausbeißen, wenn wir im Landtag sitzen.” Dieter Zirnig
“Bei uns wird man sich die Zähne ausbeißen, wenn wir im Landtag sitzen.” Dieter Zirnig

“Bei uns wird man sich die Zähne ausbeißen, wenn wir im Landtag sitzen.”

Dieter Zirnig (neuwal): Herzlich Willkommen Herr Jogi Thomas Wolfmeyer von den Buntkarierten im neuwal walmanach Gespräch zur Landtagswahl in Vorarlberg im September 2014. Die Buntkarierten sind eine politische Kleinpartei in Vorarlberg, die bereits zweimal bei einer Landtagswahl in Vorarlberg angetreten sind. Und zwar 2004 und 2009 in einem Wahlbündnis. 2004 hatten die Bundkarierten ca. 0.14 % erreicht (207 Stimmen) und fünf Jahre später im Wahlbündnis 1.74 % (knapp 4.000 Stimmen). 2014 versuchen Sie es wieder alleine. Was machen Sie diesmal anders?

Thomas Jogi Wolfmeyer (DBK): Wir haben gesehen, dass wir gegenüber den Großparteien nur eines machen können: Mit Flyern auf uns aufmerksam machen. Wir haben dieses Budget nicht, wir sind von keinem Unternehmer gesponsert. Wir sind wirklich vom Bürger. Wir sind eigentlich alles Bürger. Wir haben nicht das Budget, das Großparteien haben. Wir müssen auf andere Art und Weise auf uns aufmerksam machen. Es darum, dass sich auch der Bürger für Politik interessieren muss. Was momentan etwas schwierig ist, da die Bürger Desinteresse zeigen, weil die Großparteien machen, was sie wollen.

Sie beschreiben sich als "kosmopolitische Liste im Auftrag der Jugend". Das klingt space-ig. Was kann man sich darunter genau vorstellen?

Wir sind eine offene Liste. Es gibt bei uns keine Einschränkungen. Egal welcher Herkunft, egal welcher Zugehörigkeit, wir sind einfach offen. Und die Zukunft von der Politik sollte eigentlich immer für die Jugend gemacht werden. Wir können heute nicht Politik machen, und sagen: was später ist, geht uns nichts an.

Wir machen im Prinzip Politik, dass die Jugendlichen, die später dann einmal in unserem Alter sind, dann auch mit dieser Politik leben können oder gerne leben wollen. Wenn wir heute eine Steuerlast haben, die bereits bei 60 % ist, dann haben wir, bis die älter sind, eine Steuerlast von ca. 80 Prozent. Und dann ist das Leben nicht mehr lebenswert. Und deshalb müssen wir jetzt reagieren und schauen, dass in Zukunft die Jugendlichen auch hier bleiben wollen und

nicht wo anders hin auswandern wollen und sagen: "Österreich ist mir zu teuer, dann gehe
nicht wo anders hin auswandern wollen und sagen: "Österreich ist mir zu teuer, dann gehe

nicht wo anders hin auswandern wollen und sagen: "Österreich ist mir zu teuer, dann gehe ich eben wo anders hin." Die Situation haben wir bereits derzeit und sehr viele sagen: "So teuer, wie Österreich ist, können wir uns das nicht mehr leisten. Wir wandern aus."

Jetzt zurück zum Namen Buntkariert und zu ihrer Partei. In ganz wenigen Worten und Begriffen erklärt: Was sind die Buntkarierten eigentlich?

Wir sind keiner politischen Farbe zugehörig. Wir haben keine Tendenzen irgendeiner Partei zuzugehören. Sondern bei uns geht es einzig und alleine darum, dass jeder Bürger Interessen hat. Und diese Interessen sind sicherlich nicht Grün. Weil auch die Grün-Wähler verfolgen ja auch nicht sämtliche Konzepte der Grünen und sagen, das ist alles gut. Sondern, die sagen, dass was die Grünen hier machen ist gut, was die Blauen hier machen ist gut, was die Schwarzen hier machen ist gut. Aber sie verfolgen eigentlich ein eigenes Ziel. Sie wollen etwas für sich selber rausholen.

Und deshalb wollen wir auch, dass die Politik auch auf die einzelnen Interessen der einzelnen Bürger eingeht. Und nicht auf die, die die größte Community und die größten Lobbys haben. Und derzeit ist es so, dass die großen Parteien eigentlich nur mehr Lobbyisten sind.

Haben Sie ein Parteiprogramm und wie viele Leute sind bei den Buntkarierten?

Wir haben die Kernpartei und die Kernliste besteht aus fünf Mitgliedern, die seit 15 Jahren bei jeder Wahl dabei waren und sich intensiv mit der Politik beschäftigen. Es gibt auch neue Leute, die sich gerne engagieren und mitarbeiten möchten. Es ist alles eine finanzielle Frage. Wenn wir heuer reinkommen, würde sich Buntkariert sehr schnell zu einem großen Wollknäul aufbauen. Es haben sehr viele Leute etwas zu sagen und wir möchten eigentlich unsere Liste als Medium bereitstellen, damit Leute hierherkommen und ihre Probleme loswerden können.

Die Presse beschreibt sie auch als "Protestpartei". Die Vorarlberger Nachrichten als "Alternative für Wutbürger". Sind das zwei Begrifflichkeiten, mit denen Sie etwas anfangen können oder möchten Sie Ihre Bewegung lieber wo anders hin rücken?

Ich finde das auch sehr gut, dass man das wirklich so beschreibt. Der Bürger hat wirklich genug von dieser Parteipolitik. Sie wollen mehr Politik mit Verstand und mehr Politik, die ehrlich rüber kommt. Wenn ich heute sage "Nein, wir sind da dagegen" und nach der Wahl schaut es wieder ganz anders aus: Darum sind ja die Leute Politikverdrossen, weil genau

diese Versprechen im Nachhinein nicht eingehalten werden. Wer mich kennt, weiß genau, wie ärgerlich ich
diese Versprechen im Nachhinein nicht eingehalten werden. Wer mich kennt, weiß genau, wie ärgerlich ich

diese Versprechen im Nachhinein nicht eingehalten werden.

Wer mich kennt, weiß genau, wie ärgerlich ich sein kann, wenn ich irgendwo sitze. Und ich glaube, das werde ich auch tun, wenn ich im Landtag sitze. Es geht ja auch darum, dass wir auch schon bereits gezeigt haben, dass wir keine einfache Liste sind. Bei uns wird man sich die Zähne ausbeißen, wenn wir im Landtag sitzen. Und nicht wie andere Parteien klein bei geben werden. Sondern wirklich das Beste für den Bürger herausholen. Und nicht sagen, wir bekommen da von dem und dem eine Unterstützung und deshalb machen wir das.

Es geht wirklich darum, die Interessen der Bürger wahrzunehmen. Und nicht die der Großkonzerne. Ich stehe nicht im Auftrag der Großkonzerne, sondern ich stehe im Auftrag der Bürger. Und das werde ich auch im Landtag vertreten. Und werde uns auf keinen Fall von irgendeinem Unternehmer sponsern lassen.

Sie sind jetzt eine Partei von fünf, die um Unterstützungserklärungen ansucht und am Stimmzettel stehen möchte. Angenommen, es kommen jetzt alle Parteien zur Wahl, auf den Stimmzettel, dann wären es neun Parteien. Sehen Sie Ähnlichkeiten zwischen ihrer und den weiteren kandidierenden Parteien?

Es gibt inzwischen keine Bürgerlisten mehr. Sämtliche Bürgerlisten, die damals waren, haben sich irgendwie aufgelöst und es sind nur mehr die Großparteien übrig geblieben. Weil einfach das Budget fehlt, weil die Leute dieses Budget nicht aufbringen können. Sie werden auch keinen Unternehmer finden, der sie fördert, damit sie für die Bürger Politik machen. So etwas existiert nicht. Sie haben das beim Team Stronach gesehen. Er hat sich sogar die Abgeordneten gekauft.

Wieso soll ich jemanden wählen, der reich ist? Wir haben auch keine reichen Leute bei uns auf der Liste, sonst könnten wir auch ganz anders agieren. Wir haben eher die Bevölkerungsschicht, denen es eben nicht so gut geht. Die eben nicht Millionen auf dem Konto haben.

Eingangs habe ich kurz erwähnt: 2004 und 2009 sind sie schon einmal angetreten. Was wollen Sie diesmal anders machen, um den Sprung in den Landtag zu schaffen?

Wir hoffen jedenfalls, dass die Bürger endlich kapieren, dass die Großparteien sie im Prinzip nur an der Nase herumführen. Wir haben das Superbeispiel eines riesengroßen Märchens in Vorarlberg. Es ist die Arbeiterkammer, dominiert von der ÖVP - der ÖAAB ist schwarz. Und

dieser ÖAAB macht Unterschriftenaktion gegen die zu hohen Lohnsteuern. Und schickt die dann dem Spindelegger,
dieser ÖAAB macht Unterschriftenaktion gegen die zu hohen Lohnsteuern. Und schickt die dann dem Spindelegger,

dieser ÖAAB macht Unterschriftenaktion gegen die zu hohen Lohnsteuern. Und schickt die dann dem Spindelegger, der ja von derselben Partei ist. Wir haben eigentlich das größte Kasperltheater im Prinzip in Vorarlberg. Weil so etwas ist doch nicht glaubwürdig.

Wir haben beides Mal die Absolute: Einmal in der Arbeiterkammer und einmal im Landtag. Das so etwas nicht funktionieren kann, das zwei sich so scheinmäßig bekriegen ist so etwas von unglaubwürdig.

Die Bürger haben sich diese Situation in Vorarlberg gewählt: Wir sind meilenweit von einer Demokratie entfernt. Und wir wollen heuer ändern, dass diese Demokratisierung von Vorarlberg endlich stattfindet und, dass diese Absolute der ÖVP abgeschafft wird.

Sie haben das Thema schon vorgelegt: Eigenheiten von Vorarlberg. Wien - Vorarlberg ist eine ziemlich große Distanz. Und für mich ist Vorarlberg ganz weit weg und ein unentdeckter Ort. Wie würden Sie mir Vorarlberg, als jemanden, der noch nie dort war und der Vorarlberg nur aus den Medien kennt, beschreiben und politische näher bringen?

Die ganzen Unternehmer machen ihre Arbeit und stehen für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg. Wenn allerdings nur die Unternehmen gefördert werden, ist es so, dass die Leute dann zu kurz kommen. Es sind nichtnur die Unternehmer für Vorarlberg wichtig, sondern die Bürger sind genauso wichtig.

Derzeit ist es so, dass in Vorarlberg derzeit das Unternehmertum den goldenen Löffel in die Hand bekommt. Und die ganzen Bürger werden mehr oder weniger auf der Straße gelassen. Und möglicherweise wird - wie zum Beispiel Frau Merkel das gemacht hat -, sogar noch den Arbeitslosen die Schuld gibt, in man ihnen Hartz IV gibt. Das ist einfach. Es ist die Aufgabe der Regierung, für Arbeit und für Wohlstand zu sorge. Die Regierung muss eine Möglichkeit finden, dass jeder Mensch Arbeit hat und das Jugendliche im Arbeitsprozess einen Platz finden können. Sonst haben wir bald an die 15 Prozent Arbeitslose. Wobei ich jetzt damit rechne, dass wir 12 % haben - mit den gefälschten Zahlen, die abgegeben werden, bei denen Leute in irgendwelche Schulungen gesetzt werden, um schöne Zahlen zu haben. Das ist nicht notwendig, dass wir in Vorarlberg eine so hohe Prozentzahl an Arbeitslosen haben. Ich sehe das nicht ein.

Sie haben den Wirtschaftsstandort, die große Kluft zwischen Bürgern und Unternehmertum angesprochen. Was gibt es noch, um Vorarlberg, für jemanden, der

etwas außerhalb steht, zu beschreiben und politisch näher zu bringen? Wir haben riesengroße Kulturmöglichkeiten. Die
etwas außerhalb steht, zu beschreiben und politisch näher zu bringen? Wir haben riesengroße Kulturmöglichkeiten. Die

etwas außerhalb steht, zu beschreiben und politisch näher zu bringen?

Wir haben riesengroße Kulturmöglichkeiten. Die Festspielbühne ist sicherlich nur ein Teil der Kultur. Und diese Kultur wird ebenso hochgehalten. Wir haben genügend Leute, die sehr kulturell engagiert sind. Für diese Leute gibt es einfach kein Budget. Wir haben einfach kreative Menschen hier, die nicht gefördert werden. Wir haben Jugendliche hier, die nicht gefördert werden. Es gibt eigentlich für Jugendliche sehr wenig. In einzelnen Kommunen ist es möglich, dass Sachen ausgebaut werden, aber zum großen Teil verhungern bei uns die Künstler und die Jugendlichen. So schaut es eben in Vorarlberg aus.

Mit den Buntkarierten treten Sie bei der Wahl an. Was sind nun ihre politischen Ideen und wie möchten Sie Vorarlberg in ihrem Sinne positiv verändern und mitgestalten? In erster Linie geht es darum, dass es nach den Wahlen sicherlich zu einer großen Budgetprüfung kommen muss. Weil wir ja sehr viele Sachen aufklären müssen: wohin diese Gelder gegangen sind und warum diese Gelder dorthin gegangen sind. Und dann muss entweder von neuem angefangen werden, diese ganze Struktur zu entpolitisieren und aufzurollen.

Es kann nicht sein, dass Vereine, die zum Beispiel sehr viel Sponsoring durch Sammlungen hereinbekommen im Gegensatz zu anderen Vereinen, die diese Möglichkeit nicht haben, weil man da eher nicht spendet, weniger bekommen, als solche, die über Spenden auch Mittel hereinbekommen können. Und das ist in Vorarlberg eben auch so, dass einfach viele Vereine, die eh schon genug Geld haben, noch Unterstützungen bekommen. Im Gegensatz zu Vereinen, die keine oder geringe Sponsorings bekommen.

Das heißt: Förderung ist ein großes Thema. In Vorarlberg, was ich gelesen habe, ist auch "leistbares Wohnen" ein großes Thema. Wird von allen Parteien wird es eigentlich bearbeitet. Ist das ein Thema auch bei Ihnen?

Wir haben schon immer das "leistbare Wohnen" in unserem Programm gehabt. Es ist auch interessant, dass die ganzen Parteien wieder auf leistbares Wohnen gehen. Die haben die letzten 15 Jahre gar nichts getan, haben nur geschlafen. Weil, wir dieses Thema heute schon wieder haben. Heute bezahlt man ca. zwei Drittel von den Einnahmen fürs Wohnen. Sie können inzwischen schon in ein Hotelzimmer ziehen, das kommt zwischenzeitlich sogar billiger. Das kann nicht mehr sein.

Das Wohnen muss irgendwie in einer richtigen Relation. Wenn ich heute in andere Länder

schaue - da kann ich jetzt nach Übersee gehen und ein sehr dummes Beispiel nennen
schaue - da kann ich jetzt nach Übersee gehen und ein sehr dummes Beispiel nennen

schaue - da kann ich jetzt nach Übersee gehen und ein sehr dummes Beispiel nennen und sagen: In Indonesien bezahle ich ein Fünftel des Einkommens für ein Haus. Und wenn wir heute schauen, dass wir zwei Drittel vom Einkommen für Wohnen ausgeben, dann möchte ich wissen, wo wir uns das andere Geld noch hernehmen sollen.

Wo nimmt sich jemand das Geld, her, der zum Beispiel sehr wenig Geld hat? Wir betreiben eine Wohnungsgruppe und inzwischen geht die Tendenz dahin, dass sich die Leute das Wohnen wirklich nicht mehr leisten können und in WGs ziehen. Und ich glaube auch, wenn es mit der Steuerlast so weitergeht, wird sich niemand mehr eine eigene Wohnung leisten können ohne dass er eine WG damit betreibt. Vielleicht auch mit einer Familie ein Haus anmietet, weil wir uns diese Preise alleine nicht mehr leisten können.

Wenn man ihre Vorhaben und Ideen mit den anderen Parteien vergleicht: Worin unterscheiden sie sich und, wenn es jetzt um die Wahlstimme am Wahltag geht:

Warum soll ausgerechnet ich Ihnen meine Stimme geben?

Grundsätzlich ist es immer so: Wir sind nicht von parteipolitischen Aktionen abhängig. Wir sind frei in den politischen Entscheidungen und wir werden ganz sicherlich diese Entscheidungen für den Bürger treffen. Wir haben keine Sponsoren, die uns aufhalten, die uns sagen, was gut für sie ist. Wir haben nicht diesen Druck, dass es heißt: Ihr habt von uns Geld bekommen, ihr müsst das und das umsetzen; wir sind diejenigen, die euch bezahlen. Das Problem haben wir nicht. Deshalb sind wir einfach die glaubwürdigste Seite.

Die Bürger haben selber keine Möglichkeit mehr, sich in der Politik einzumischen. Sie können nur mehr Großparteien wählen, können aber selber nichts mehr einbringen. Und wir sind eine Bürgerliste, die wirklich als Sprachrohr für die Bürger besteht. Und deswegen sind wir ja für Vorarlberg so wichtig. Und das muss der Vorarlberger endlich kapieren, dass die Großparteien nur mehr ihre eigenen Interessen verfolgen.

Die Presse schreibt, sie verfolgen eine "liberale Politideologie". Was verstehen Sie darunter?

Wir haben eine liberale Politideologie, weil wir uns frei von den ganzen Fesseln lösen. Wenn jemand Rasenmähen geht oder ein Full-Service anmeldet, dann muss einfach eine Möglichkeit sein, dass das ohne große Konzession zu machen; dass jeder eine Möglichkeit hat, so eine Firma zu gründen. Gerade bei den Jungunternehmen hatten wir – glaube ich - 108 Schließungen in Kleinunternehmen in letzten Jahr. Es kann nicht sein, dass der

Kleinunternehmer im Prinzip nicht bevorteilt wird. Die großen Unternehmer werden gerettet, da investiert man Milliarden
Kleinunternehmer im Prinzip nicht bevorteilt wird. Die großen Unternehmer werden gerettet, da investiert man Milliarden

Kleinunternehmer im Prinzip nicht bevorteilt wird.

Die großen Unternehmer werden gerettet, da investiert man Milliarden in die Hypo-Bank, bzw. überhaupt in die Banken. Man investiert in andere Firmen, die schlecht dastehen, die 500 Arbeitsplätze haben, die von Vorarlberg wegziehen würden, wenn wir die nicht retten. Ich sehe das nicht ein. Für Misswirtschaft muss ich niemanden bezahlen. Da ist irgendwo Stopp. Und da muss auch der Bürger sagen „da ist Stopp, das geht nicht“. Wenn jemand Misswirtschaft betreibt, dann muss er selber dafür sorgen, dass er aus diesem Schlamassel rauskommt.

Es wird auch kein Geschäftsführer zu irgendwelchen Sachen herangezogen, wenn man ihnen Geld gibt. Da wird einfach frei verfügbares Kapital ausgelegt. Und das geht einfach nicht. Da muss man schauen, dass man dem Jungunternehmer und dem Mittelbetrieb unter die Arme greift, statt immer nur für die großen da zu sein. Wenn Sie heute die März-Straße hinaufgehen, sind sämtliche Geschäfte leer. Große Ansammlungen von Kaufhandelsketten werden gefördert - auch bei uns gibt es ein riesengroßes Einkaufszentrum, das wird gefördert. Und die kleineren Unternehmer werden immer mehr einzementiert, werden mehr oder weniger in den Konkurs gedrängt.

Das fängt schon beim kleinen Greißler an, der irgendwo im Dorf ist. Den gibt es inzwischen gar nicht mehr. Weil auch die Lohnnebenkosten, die er für die Arbeiter zu bezahlen hat und die Ausgaben für den Arbeitgeber, unmöglich sind. Es gibt Firmen, da arbeitet einer 24 Stunden, weil er sich nicht einmal mehr Mitarbeiter leisten kann. Und dort müssen wir anfangen.

Wenn es um eine Positionierung ihrer Partei geht. Zu Beginn habe ich gehört, Sie können sich vorstellen, die unterschiedlichsten Parteien bei ihren Anliegen zu unterstützen, sofern Sie ihre Interessen betreffen. Dennoch: Auf einer Skala, von rechts bis links, die die politische Ausrichtung anzeigt: Wo sehen Sie sich auf dieser Skala bei Ihren Hauptanliegen wieder?

Da wir sehr viele Leute haben, die Konservativ sind und sehr viele Leute, die den Grünen angehören und sagen, „die können ja so nicht mehr wählen“, kann ich ja nur Mittig sein. Es ist wirklich so, dass wir uns in der Mitte platziert haben. Ich selbst habe auch eine wirklich liberale Politik als Einstellung und die anderen, die dazwischenreden und sagen, wir müssen ein wenig in diese oder jene Richtung gehen. Und dadurch ergeben sich auch unterschiedliche Ansichten. Und ich finde es auch interessant, dass sich diese unterschiedlichen Ansichten

immer wieder zu einem Hauptthema vereinen. Und das ist gigantisch. Wen würden wir bevorzugen, wenn
immer wieder zu einem Hauptthema vereinen. Und das ist gigantisch. Wen würden wir bevorzugen, wenn

immer wieder zu einem Hauptthema vereinen. Und das ist gigantisch.

Wen würden wir bevorzugen, wenn wir das und das umsetzen würden. Arbeiten wir da nicht Richtung Unternehmer, was die großen Parteien machen? Und da haben wir gesagt, wir müssen herausfiltern, was wirklich so ist, und was wirklich dem, der am wenigsten verdient nutzt und nicht dem, der am meisten verdient. Da ist unser Hauptaugenmerk immer darauf:

wem nutzt es? Jemand, der schon so viel hat, der braucht nicht mehr davon zu profitieren. Ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass solche Arbeitnehmerabgaben, die der Arbeitgeber zu leisten hat, sich auch noch verringern, wenn das ein Klein- oder Mittelbetrieb ist.

Noch einmal kurz zur Skala. Es waren kürzlich EU-Wahlen, Ende Mai. Und da treten verschiedene Europäische Fraktionen an. In welcher Europäischen Fraktion würden sie sich gerne finden? Um hier eine Art Richtung zu finden.

Ich glaube, dass würde sich dann ergeben, wenn wir bei der EU-Wahl mitmachen würden. Da braucht es etwas mehr Geld, um österreichweit antreten zu können.

Aber rein einmal von der Richtung hier: S&D, ALDE, EVP, ECR, etc. Gibt es irgendwelche Sympathien für eine Fraktion?

Derzeit stellt sich die Frage noch gar nicht. Darum ist es auch so weit weg. Ich kann nicht sagen, nur weil ich liberal bin, treten wir dem liberalen Bündnis bei. Das würde sich dann im Moment entscheiden, wo es anstehen würde und wo die Frage auftritt ob wir einem Bündnis beitreten oder frei bleiben. Für eine Positionierung ist es noch zu früh. Soweit sind wir noch nicht. Sobald wir uns einem Bündnis unterwerfen, hätten wir wieder Einschränkungen. Wir sind reine Bürger, die versuchen, eine Mahnstimme an die Politik im Auftrag der Bürger zu sein.

Es würde niemanden mehr ärgern, wenn wir reinkommen, als die derzeit amtierende Partei, die die Mehrheit hat. Weil schließlich würden wir genau diesen die Stimmen wegnehmen. Wir haben auch den Wählerstrom bis jetzt jedes Mal überprüft: Wir sind die „Abgraber“ der ÖVP, sprich, die ÖVP verliert an uns die meisten Stimmen.

Wie kann man eine bürgernahe Politik in Vorarlberg, im Vergleich zu anderen bestehenden Parteien, die, wo sie sagen "in die andere Richtung gehen", realisieren und umsetzen?

Dazu braucht man Partner. Und Partner kann man dann überzeugen, wenn Inhalte geliefert

werden und diese überzeugend sind. Wenn dahinter auch ein Konzept steht und verstanden wird, um
werden und diese überzeugend sind. Wenn dahinter auch ein Konzept steht und verstanden wird, um

werden und diese überzeugend sind. Wenn dahinter auch ein Konzept steht und verstanden wird, um was es geht. Für das gibt es auch die Möglichkeit, dass man sich live zu einer Landtagssitzung zuschalten kann. Das finde ich wichtig, weil es auch Transparenz geben muss. Und diese Transparenz wollen wir auch weiter forcieren: Wir wollen über alles Bescheid wissen, wir wollen, dass der Bürger weiß, für was sein Geld und seine Steuern ausgegeben werden. Es kann nicht sein, dass es heißt: "Wir sparen fürs Volk" und am Schluss bleibt dem Volk nichts mehr übrig. Wenn ich heute nichts mehr in die Wirtschaft investiere, dann haben wir Stillstand. Und den Stillstand haben wir jetzt. Und das ist zum Teil Schuld der damaligen FPÖ-ÖVP-Koalition, die damals sehr vielen Klein- und Mittelbetrieben die Existenz gekostet hat und der jetzigen Situation, wo einfach nichts dagegen gemacht wird. Es ist absoluter Stillstand.

Wir haben momentan die großen Parteien und wir haben aber niemanden, der sich dem entgegenstellt. Es kann nicht sein, dass die ÖVP in Vorarlberg gegen die Bundes-ÖVP ankämpfen soll. Das ist so unglaubwürdig. Und deswegen braucht es ein starkes Vorarlberg, das unabhängig von dem agiert und sagt: "Wir haben ein Problem. Ihr habt zu viel Steuern, wir zahlen Zuviel fürs Wohnen. Die Leute müssen bald von zwei Drittel ihrer Einnahmen leben. Und so kann es nicht weitergehen.

Wenn ich das als ÖVP Vorarlberg transportieren muss, dann ist das eigentlich ein Genickschuss, weil ich schließlich die eigene Partei kritisiere und sage, ich habe im Prinzip keine Macht in dieser Partei. Und deshalb gegen diesen Stillstand.

In den VN beschreiben Sie die NEOS als Alternative zur ÖVP, bei den Grünen vermuten Sie eine "baldige Milchpreis-Explosion" und der ÖVP möchten Sie einen Denkzettel verpassen. Wie denken Sie über die FPÖ?

Die FPÖ war ja schon in Vorarlberg regierungsbeteiligt. Während dieser Zeit haben sie nichts anderes macht - sie waren im Prinzip Handlanger. Wenn die FPÖ jetzt Stimmen dazu bekommt, dann weiß ich nicht für was. Sie sitzen jetzt in der Regierung, haben einen hohen Prozentsatz und tun auch nichts. Jetzt die Stimme einer Partei zu geben, die in den letzten Jahren ja gar nichts gemacht hat und jetzt plötzlich vor den Wahlen sagt: "Ja, wir setzen uns für euch Bürger ein" - das ist Blendepolitik. Denn schließlich waren sie ja selbst in der Regierung. Sie waren in einer Koalition mit der ÖVP, sie hätten damals etwas ändern können, haben aber zu diesem Zeitpunkt gar nichts geändert. Wir kennen das von Gorbach. Er hat sicher etwas geändert: Er ist mit dem Taxi nach Hause gefahren und diese Kosten hat der Bürger bezahlt.

Also solche Sachen kennen wir von den Parteien. Ich glaube nicht, dass die FPÖ eine
Also solche Sachen kennen wir von den Parteien. Ich glaube nicht, dass die FPÖ eine

Also solche Sachen kennen wir von den Parteien. Ich glaube nicht, dass die FPÖ eine Alternative ist für irgendetwas, da bewege ich wirklich etwas. Die werden die nächsten Jahre wieder weiterschlafen.

Und bei den Grünen ist es so: Wenn die Öko-Steuer kommen würde, hätten wir halt statt der Milch auf zwei Euro, die Milch auf drei Euro. Wir hätten die ganzen Transportwege, die Nahrungsmittel transportieren, rechnen man wieder dem Verbraucher auf. Ich würde einerseits die Lohnsteuer senken und andererseits die Ökosteuer draufknallen. Im Prinzip hätte der Bürger ja gar nichts gewonnen mit so einem System. Somit bin ich auch gegen solche Belastungen, die auf Kosten des Einzelnen gehen. Weil der Unternehmer lässt sich keine Ökosteuer aufdrücken ohne diese niemandem zu verrechnen.

Bei den NEOS ist es so: Der Großteil kommt ja aus der damaligen ÖVP, gerade in Dornbirn haben sie gar keinen Liberalen drinnen. Dort sind sie zu 100 % aus der ÖVP. Dass sie jetzt momentan ihre Ideologien von Tag zu Tag ändern, beweist ja nur, dass sie nicht wissen, wo sie stehen. Es ist wirklich so, dass die NEOS die nächsten zehn Jahre noch suchen werden, wohin sie wollen. Und so lange sollen sie das machen. Sie sollen sich suchen und erst dann wieder antreten, wenn sie wissen, wohin sie wollen. Ich würde den NEOS empfehlen, dass sie diese Wahl aussetzen und erst wieder bei den nächsten Wahlen mitmachen, wenn sie wissen, wo sie überhaupt stehen wollen bzw. wo sie den Bürger erreichen wollen. Momentan finde ich eher, dass sie eine Chaotentruppe sind, die selber nicht weiß, was sie wollen.

Da kommen mir die Piraten im Sinn, die danach sich mehr oder weniger zerstritten haben, weil sie nicht gewusst haben, auf welcher Position sie eigentlich treffen sollen. Ich glaube auch, dass es wie beim BZÖ, Abspaltungen geben wird und ich glaube nicht, dass die Bürger etwas Gutes tun, wenn sie die NEOS derzeit wählen. Ich wüsste nicht, für was sie derzeit stehen, weil sie haben sicherlich wieder inzwischen das Programm geändert.

Sie haben kurz erwähnt: " Vorarlberg in zehn Jahren?

in

zehn Jahren". Eine der Abschlussfragen: Wo sehen Sie

Nachdem ich mich nicht als Politiker sehe, sondern eher als Philosoph, hoffe ich, dass ich bis dahin wirklich ein Team habe, wo ich mich zur Ruhe setzen kann. Weil ich bin auch nicht mehr der Jüngste. Und ich möchte einfach wirklich schauen, dass in meiner kosmopolitischen Liste im Auftrag der Jugend dem wirklich gerecht wird, dass junge Leute vorne sitzen und junge Leute mit interessanten und frischen Ideen und Politik. Die Jungen haben Ideen und

Potential. Und das wollen wir fördern. Und nicht so ein abgekauertes Spiel, das wir momentan
Potential. Und das wollen wir fördern. Und nicht so ein abgekauertes Spiel, das wir momentan

Potential. Und das wollen wir fördern. Und nicht so ein abgekauertes Spiel, das wir momentan haben. Und zwar nicht so fördern, dass ich ihnen eine NLP-Schulung zahle, damit sie irgendwo bei einem Interview das herunterrattern können, was Parteiprogramm ist.

Sondern, sie sollen sich auch wirklich hinsetzen können und von der Seele weg labern und sprechen können, wie sie wollen. Und nicht ihnen etwas Vorgesetztes hingeben: Schau, und jetzt ratterst das mal schnell runter. Wir kennen das von den ganzen Jugenddiskussionen. Da stellt man einen Jugendlichen hin, gerade von den Großparteien. Kaum kommen Fragen, stehen sie an. Sie stehen auch nicht einmal hinter dem Programm. Sie wurden einfach so gezüchtet um genau für diese Wahl vor den Jugendlichen zusprechen.

Haben null Ahnung von dem Ganzen, über was sie eigentlich sprechen. Wir wollen schauen, dass die Jugendlichen wirklich eigene Ideen entwickeln. Wir wollen sie nicht hemmen darin, in dem das wir sagen: Unsere Partei geht in eine ganz andere Richtung. Sondern, wir wollen sagen: Entfaltet euch frei, wie ihr sein wollt. Ohne Parteiprogramm, macht Vorschläge, bringt euch ein. Und genau das ist das Ziel der Buntkarierten.

Töchter und/oder Söhne?

Das würde schwierig werden, weil ich bin für eine ganz andere Hymne. Ich würde eher die vom Reinhard Fendrich hernehmen, “I am from Austria“. Das würde mir vielleicht als Hymne viel besser gefallen. Ich finde, die grundsätzliche Diskussion, klar, wenn man etwas beschlossen hat, hat man es so zu singen. Dann muss der Herr Gabalier einfach zurückstecken und sagen, "Ja, ich habe diesen Fehler gemacht".

Schließlich werden Sachen nicht beschlossen, in dem man sie einfach ignoriert. Das wäre genau dasselbe, wenn wir heute sagen: "Du sollst keinen töten." Und ich gehe auf die Straße und bringe Leute um. "Ja, mir war heute danach", werden sie genauso zur Rechenschaft gezogen werden. Also, wenn etwas beschlossen wird, dann ist es so zu singen. Und Gabalier kann sich hier nicht als Ausnahme hinstellen. Etwas zu ignorieren und einfach nicht zu singen, weil es ihm gerade besser passt, finde ich nicht gut.

Wenn ich singe, singe ich "Töchter und Söhne", weil es eben ein Beschluss ist, der gefasst wurde. Und ich habe den zu respektieren. Und wenn ich meine Forderung zu "I am from Austria" durchbringe, dann werde ich das singen.