You are on page 1of 36

da

n
1
Berlin /lnd€
ciEcfp*j ['III 'JI.flflj
Proben
fürnS
- Erfahrungen mit dem Olgrob-
prüfgerät,
- Organisation der Schmierungs-
technik in einem Kraftverkehrs-
betrieb anhand eines praktischen
Beispiels,
- Schmierstoffsortiment im Kraft-
verkehr,
Teilnahmebedingungen und Rück-
fragen sind zu richten an: Kammer
der Technik, 15 Potsdam, Wein-
bergstraße 20, Telefon 2 34 26
oder 2 19 14.
Suhler Vögel 1978
In diesem Jahr wird der VEB Fahr-
ug und Jagdwaffenwerk „Ernst
inälmann" Suhl, Stammbetrieb des
IFA-Kombinates für Zweiradfahr-
zeuge, insgesamt 179 000 Klein-
krafträder produzieren, die im In-
und Ausland verkauft werden.
Der Anteil der Erzeugnisse mit
dem Gütezeichen „0" an der prüf-
pflichtigen Warenproduktion soll
auf über 70 Prozent erhöht werden.
Außerlich werden die 78er Suhler
Vögel vom lyp S 50 (ab Februar)
durch einen neuen Tank zu erken-
nen sein (siehe Foto).
Luftschlauch-
sortiment
In den 70er Jahren wurde das
Reifensortiment des PNEUMANT-
Reifenkombinates erheblich erwei-
tert nicht zuletzt durch die Pro-
duktionsaufnahme von Radialrei-
fen. Dabei zeigte sich, daß die
bis dahin gefertigten Luftschläuche
nicht mehr den neuen Anforde-
rungen genügten, weder in der
Zuordnung der vorhandenen
Schlauchgrößen zu den Reifen-
größen noch in den Gebrauchs-
parametern.
Deshalb wurde mit der Entwicklung
und Produktionsaufnahme neuer
Luftschläuche begonnen, was
jedoch nur schrittweise erfolgen
kann. Das Ergebnis waren soge-
nannte Gruppenschläuche. Der
erste dieser Art wurde Ende 1975
eingeführt.
Das Reifenkombinat stellte uns nun
eine Tabelle zur Verfügung, aus
der hervorgeht welcher Gruppen-
schlauch zu welchen Reifengrößen
paßt. Aus redaktionellen Gründen
können wir diese Ubersicht jedoch
erst im nächsten Heft veröffent-
lichen.
Arbeitsfreie
Sonnabende in
der VR Polen
In diesem Jahr sind noch folgende
arbeitsfreie Sonnabende in der VR
Polen zu erwarten: 8. April, 13. Mai,
10. Juni, 8. Juli, 5. August, 2. Sep-
tember, 7. Oktober, 11. November
und 2. Dezember.
Es ist wieder
soweit
Wenn Sie dieses Heft in die Hand
bekommen, ist es Ende März!
Anfang April. Hohe Zeit daran
zu denken, daß bis zum 30. April
wieder einmal die jährlichen Bei-
träge zur Kraftfahrzeugsteuer bzw.
zur Haftpflichtversicherung zu
zahlen sind - falls es nicht schon
geschehen ist, sonst wird die Kfz-
Zulassung ungültig.
Die Osterfeiertage wurden von vielen Familien zu
größeren Ausfahrten genutzt. Unter ihnen waren
eine Reihe Fahrschulabsolventen erstmals mit am
„Start", und der diesmal etwas härtere Winter ließ auch
manchen Kraftfahrer - besonders die Zweirad-
fahrer - pausieren. Sie alle, ob nun Anfänger oder
Routiniers, fahren diese gegenwärtige Sommerfahr-
verkehrsprobe an den frühlingshaften Wochenenden
unter den Bedingungen der neuen Straßenverkehrs-
ordnung. Das erfordert von jedem Verkehrsteilnehmer
ein konsequentes Einhalten der fünf Grundforde-
rungen des Paragraphen 1 StVO.
Während dieser Wochenenden hat die Verkehrs-
polizei alle Hände voll zu tun. Bereits am Freitag
erwartet sie in den späten Nachmittagsstunden eine
zunehmende Verkehrskonzentration. Eine ähnliche
Spitze gibt es am Sonntag ab den frühen Nach-
mittagsstunden.
Leider hatte zum Beispiel Ostern 1977 auch die
Verkehrsunfallbereitschaft viel zu tun. Von Freitag
bis Sonntag ereigneten sich in der DDR 361 Verkehrs-
unfälle, bei denen 324 Personen verletzt und
14 getötet wurden. Mit 68,3 Prozent standen die
Pkw-Fahrer an der Spitze der Unfallverursacher.
40 Prozent der Toten waren unter den Motorradfahrern
zu beklagen. Wie die Verkehrspolizei dazu mit-
teilte, waren die Gefahrenschwerpunkte nach wie vor
die Fernverkehrsstraßen und Autobahnen sowie die
Kurven. In erster Linie wurde mit Geschwindigkeiten
gefahren, die den Fahrbahnverhältnissen, dem Kurven-
verlauf usw. nicht angepaßt waren. Leichtfertiges
Überholen, wobei die Abstände zum Gegenverkehr
nicht ausreichten, um ein gefahrloses Einordnen zu
ermöglichen, führte zu Unfällen, die im Kolonnen-
verkehr meistens schwerwiegende Folgen hatten.
Im Februar dieses Jahres schätzte der Leiter der
Hauptabteilung Verkehrspolizei im Ministerium des
Innern, Generalmajor H. MaIIy, ein, daß sich mit der
neuen StVO eine neue Qualität des Verhaltens im
Straßenverkehr herausgebildet hat. Diese neue
Qualität sollten wir auch an jedem Wochenende
erneut unter Beweis stellen, meint Ihr
I
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978  -p
Fackel-Transporter
Das Olympische Feuer soll 1980 mit
einem Spezialbus aus dem Rigoer
Autobuswerken durch die Sowjet-
union nach Moskau transportiert
werden. Das Fahrzeug erhält ein
extra Abteil für die Aufbewahrung
der Ersatzfackeln.
Die mitfahrende Busbesatzung
kann an einem Arbeitstisch sitzen
Für das Wohl der Mannschaft
kann ein Kühlschrank sorgen. Der
Bus enthält außerdem einen
Kleiderschrank und weitere Sitz-
gelegenheiten zum Ausruhen.
Das ungarische Handelsunterneh-
men Merkur verkaufte 1977 insge-
samt 94222 neue Pkw. Das waren
9000 mehr als ursprünglich ge-
plant. Für 1978 war auf Grund der
zwischenstaatlichen Verträge des
laufenden Fünfjahrplanes der Im-
port von 88700 Pkw vorgesehen.
Bei entsprechenden Verhandlungen
gelang es jedoch dem Unterneh-
men Merkur, überplanmäßige
Lieferungen zu vereinbaren. Damit
werden 100000 neue Pkw in die-
sem Jahr ihre ungarischen Besitzer
finden. Fahrzeugimporte in dieser
Höhe waren planmäßig erst für
1980 vorgesehen.
So werden u. a. statt 33000 Pkw
vom Typ Lada im Jahre 1977 in
diesem Jahr 40000 nach Ungarn
geliefert. Beim Trabant wird der
Import auf insgesamt 20 500 ge-
steigert. Ferner werden 14000
Wartburg, 5700 Polski-Fiat 126p,
10000 Skoda und 2500 Docia
eingeführt.
Parken in Paris
Ende vergangenen Jahres waren in
Paris etwa drei Millionen Pkw zu-
gelassen. Täglich kommen etwa
1,2 Millionen Autos nach Paris und
etwa ebenso viele verlassen die
Stadt. Diesem Autobestand stehen
nur 726 800 Parkplätze gegenüber.
240000 davon entfallen auf
öffentliche Straßen, 232 000 auf
private Garagen und 162200 auf
gebührenpflichtige Garagen.
Fahrradmuseum
Das traditionelle Fahrradland, die
Niederlande, wird noch in diesem
Jahr das erste Fahrradmuseum
erhalten. In ihm soll die Entwick-
lung des „Drahtesels" von der
Jahrhundertwende bis zur Gegen-
wart gezeigt werden.
promovierte Jurist bereits sechs
ausstellungsreif restauriert. In
seiner Utrechter Werkstatt befin-
den sich auch diverse Ersatzteile
wie kupferne und vernickelte
Karbid-Fahrradlampen, hölzerne
Griffe, verschiedene Lenkertypen,
Pedale und Sättel, die ebenfalls
ausgestellt werden sollen. Die künf-
tigen Besucher werden sich in eine
Fahrradhandlung anno 1900 ver-
setzt fühlen.
Das Fahrrad beherrscht trotz stei-
gender Motorisierung das nieder-
ländische Straßenbild. Die „Stif-
tung Fahrrad" gab bekannt, daß
allein 1976 über 1,2 Millionen Fahr-
räder neu „zugelassen" wurden.
Einige davon werden aber auch
immer wieder eingezogen. Die
Gesetzeshüter „kassieren" nämlich
alle abgestellten Räder, die nicht
gesichert sind, „ein".
Nach derStVO,
§
3 Abs. 4, dürfen
Fahrzeugführerbekanntlich bei
Rot nurnoch nach rechts abbiegen,
wenndas durch einenzusätzlichen
grünenPfeil angezeigt ist. Im
Bild 1 ist ein solcherPfeil nicht
angebracht, deshalb biegendie
beidenPkw vom Typ Wartburg
nicht ab. Im Bild 2 ist derGrünpfeil
vorhanden, derFußgänger- und
Fahrzeugverkehrwird inder frei-
gegebenen Richtung nicht gefähr-.
det oderbehindert, deshalb kann
derLade nach rechts abbiegen.
Bild 3 zeigt dagegeneinenVer-
kehrsteilnehmer, der diese Bestim-
mung entwedernoch nicht kennt,
sie bewußt ignoriert odereinfach
nach alterGewohnheit, vielleicht
noch auf seiner„ Hausstrecke”
fährt. Er müßte sich also entw
,
eder
schnellstens mit derStVO 77 ver-
traut machenoderdas Wissen
auch anwendenoderdie alten
Gewohnheitenändern.
Ärzte aufFahrrädern
Wer in London erkrankt, muß zu-
nehmend damit rechnen, daß ihn
sein Arzt nicht zu Hause aufsuchen
kann, da fehlende Parkplätze die
Ärzte immer mehr davon abhalten,
Hausbesuche zu machen. Die
Parkwächter und Politessen strafen
Ärzte, die im Parkverbot parken,
ebenso ab wie alle anderen Ver-
kehrsteilnehmer. Eine Reihe von
Ärzten ist deshalb in der Innen-
stadt auf Fahrräder umgestiegen,
andere nehmen nur noch Patienten
an, deren Wohnungen zu Fuß er-
reichbar sind, andere lehnen Hai
besuche ganz ab.
Scotland Yard will nun zumindest
für Ärzte im Notdienst Park-Son-
dergenehmigungen vergeben.
Sparen durch warten
Die britische Champion Spark
Plug Compony untersuchte den
technischen Zustand von Pkw, die
in Westeuropa zugelassen sind.
Sie kam u. a. zu der Schlußfolge-
rung, daß die Autofahrer 11 Pro-
zent Kraftstoff sparen könnten.
wenn sie stets für einen optimalen
Zustand ihres Fahrzeuges sorgten.
Die Untersuchungsergebnisse
schwankten von Land zu Land. In
Großbritannien hatte jedes vierte
untersuchte Fahrzeug ein mangel-
haft eingestelltes Zündsystem. In
Spanien waren gar 60 Prozent mit
solchen Mängeln behaftet. In der
BRD verbrauchen 45 Prozent der
Wagen zu viel Kraftstoff im Leer-
lauf. In Italien müßten 25 Prozent
der überprüften Pkw mit neuen
Zündkerzen ausgestattet werden.
Seit vielen Jahren schon sammelt
Frits de Graaf alles, was irgendwie
zu einem Fahrrad gehört. Von den
Pkw-Import nach Ungarn bisher 30 zusammengetragenen
alten Fahrradmodellen hat der
76  DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
Für die Beförderung körperbehin-
derter Kinder, die in der neu-
errichteten Musterbildungsstätte
in Berlin eine sonderpädagogische
Ausbildung erhaltenwerden,
wurde vom Industriezweig Auto-
mobilbau in Zusammenarbeit mit
Fachexperten des Ikarusbuswerkes
Budapest ein Versehrtenbus mit
der Bezeichnung Ikarus/IFA 260
gebaut. Mit dem Bus können auch
Körperbehinderte befördert
werden, die ständig an den Roll-
stuhl gefesselt sind.
Mit dem Einsatz des Busses wird
_es möglich, Kinder, die bisher in
r elterlichen Wohnung unter-
richtet werden mußten, zum Unter-
richt in die Sonderschule zu fahren.
Das Ein- und Aussteigen bzw. Be-
und Entladen des Busses wird
durch eine elektrohydraulische
Hebeeinrichtung erleichtert.
Für Ferienfahrten bzw. Betriebs-
exkursionenkönnendie 9 Roll-
stuhl- und 12 Sitzplätze in2 Roll-
stuhl- und 26 Sitzplätze umgerüstet
werden.
Auf der Leipziger Herbstmesse 1977
wurden mit dem ungarischen
Partner Verhandlungen übereine
Kleinserienproduktionab 1978
geführt.
Sog beseitigt
Beim Fahren entsteht bekanntlich
hinter jedem Fahrzeug eine Sog-
wirkung, die von der Form des
Fahrzeuges und der gefahrenen
Geschwindigkeit abhängig ist. Sie
hat auf ein Fahrzeug bremsende
Wirkung. Englische Wissenschaftler
haben ein Versuchsfahrzeug kon-
struiert, an dem diese Sogwirkung
erfolgreich beseitigt wurde. Ober
Rohrleitungen lenken sie den Stau-
druck von der Frontseite des Fahr-
zeuges über Luftverteilungsdüsen
auf die Rückseite. Die Rohrleitun-
gen wurden unter dem Fahrgestell
montiert. Die Beseitigung des
Soges brachte eine Senkung des
Kraftstoffverbrauchs und führte zum
Wegfall der Verschmutzung der
Heckscheiben.
Warum rechts?
Die Frage, warum auf der Welt
überwiegend rechts gegangen und
gefahren wird, beantwortete die
Betriebszeitung „Verkehrsecho"
vom Kraftverkehr Halle in ihrer
Nr. 22/77 wie folgt: „Die Regel des
Rechtsverkehrs entstand bereits im
Altertum. Egal, ob man zu Fuß
unterwegs war oder auf einem
Pferd, trug man rechts ein Schwert
oder einen Dolch, links einen Schild.
Begegneten sich zwei auf der
Straße, wichen sie so einander
aus daß man dem Vorbeikommen-
den die mit dem Schild geschützte
Seite zeigte. So kam die Gewohn-
heit, sich rechts zu halten, zu-
stande."
Ein
Ehepaar
führt Auto
Sie: Es warQuatsch, auf der
glitschigenStraße zu bremsen.
Er; Ich habe gebremst, weil du
ins Lenkrad gefaßt hast.
Sie: Ich habe reingefaßt, weil
du nach links gefahrenbist
Er: Ich binnach links gefahren,
weil du die Handbremse
angezogenhast,
Sie: Weil du plötzlich „Mein
Gott 1" gerufenhast.
Er: Ich habe „MeinGottl"
gerufen, weil du meinenFuß
vom Gaspedal gestoßenhast.
Sie; Ja Weil du nicht auf mich
gehört hast.
Er: Weil du gesagt hast, ich soll
einenAffenam Seil, aber
keinAuto führen.
Sie: Ich habe dirdenRat mit
dem Affengegeben, weil du wie
einVerrücktergefahrenbist.
Er: Ich binwie einVerrückter
gefahren, weil ich endlich
diesenWartburg los sein
wollte, dessenFahrerdu beim
Uberholenbeschimpft hast.
Sie: Ich habe ihnbeim Uber-
holenbeschimpft, weil ermich
angesehenund sich dann
gegendie Stirngetippt hat.
Er; Erhat direinenVogel
gezeigt, weil du die rechte
Hand aus dem Fenstergehalten
hast, als wolltenwirabbiegen.
Sie: Die rechte Hand habe
ich ausgestreckt, um dirzu
zeigen, anwelchem Baum wir
landenwerden, wenndu
weiterhinso blödsinnig fährst.
Er: Ja, Ja! Aberwirsind nun
gegeneinenganz anderen
Baum gefahren.
Sie: Eben! Du machst ja nie,
was ich dir sage 1
Aus: Gute Fahrt,
Betriebszeitung des
VEB Kombinat Kraftverkehr
Frankfurt (Oder), Nr. 26/77
„Nichts geht übereine gute Sicht.
Fotos: Landsiegel, Scheibe,
Zwingenberger(3)
Karikatur: Wilfried Löpke
Tankstellenservice
Eine Tankstelle in Vancouver
(Kanada) errang jüngst zum
fünften Male hintereinander den
Preis der „gepflegtesten und am
besten geführten Tankstelle von
Kanada". Die Tankstelle wird nur
von Frauen bedient.
Gurtpflidit in Jugoslawien
Jugoslawien ist das 17. europäische
Land, das das Tragen der Sicher-
heitsgurte im Pkw zur Pflicht
gemacht hat. Die Vorschrift trat
im Januar in Kraft und gilt für
Touristen ebenso wie für die
Einheimischen.
Sachen gibt es
Ein Amerikaner kaufte sich in
Stockholm für 1200 Kronen einen
Gebrauchtwagen und ließ ihn ncid
dem Gebrauch einfach stehen.
Die Polizei nahm den Wagen in
Gewahrsam und schickte dem
Besitzer folgende Nachricht: „ihr
Auto war ein Verkehrshindernis. E
wurde versteigert. Nach Abzug
der fälligen Gebühren überweisen
wir Ihnen 1490 Kronen."
Heimlich malte Pat Stanley,
Besitzer eines Lebensmittel-
geschäftes in Newmark (US-Staat
Ohio), einen Zebrastreifen auf
die Straße, um damit den Kunden
strom ungefährdet zu seinem
Geschäft zu lotsen. Der erste
Benutzer des Zebrastreifens war
ein Polizist. Er kassierte vom
Ladeninhaber 20 Dollar Strafe
wegen eigenmächtiger Verkehrs-
regelung.
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978  T
Hohe Verk hrssicherheit
Die mit den Beschlüssen des IX. Parteitages
der SED auch für das Verkehrswesen gestell-
ten Aufgaben bedingen neue, höhere Anfor-,
derungen an die Maßnahmen zur Gewährlei-
stung der Sicherheit im Straßenverkehr. Dabei
sind Ordnung, Disziplin und Sicherheit die
Voraussetzung für einen störungsfreien Ablauf
der Transportprozesse, insbesondere im Perso-
nen- und Güterverkehr. Besonders der Kraft-
fahrzeugverkehr ist zum entwicklungsbestim-
menden Element des modernen Straßenver-
kehrs geworden. Die ständige Zunahme der
Verkehrsleistungen im ökonomischen Bereich,
die Erhöhung der Fahrleistungen im indivi-
duellen Sektor und die erhebliche Steigerung
des Touristen- und Transitverkehrs erfordern
besondere Anstrengungen aller Verkehrsteil-
nehmer. Die Situation im Straßenverkehr wird
auch durch die ständige Zunahme der zugelas-
senen Kraftfahrzeuge bestimmt. 'Gegenwärtig
sind über 6 Millionen Kraftfahrzeuge sowie
etwa 780 000 Anhänger zum öffentlichen Stra-
ßenverkehr zugelassen. Der größte Zuwachs
ist bei den Personenkraftwagen zu verzeich-
nen. Uber 2 Millionen PKW befinden sich im
Eigentum der Bürger.
Mit der am II. Januar in Kraft getretenen
neuen Straßenverkehrsordnung geht es, wie
die zentrale Verkehrssicherheitskonferenz vom
13. Dezember in Berlin hervorhob, vor allem
um die weitere und auf eine höhere Stufe ge-
hobene Verwirklichung des Programms zur Er-
höhung von Ordnung, Sicherheit und Flüssig-
keit im Straßenverkehr in der DDR. Das erfor-
dert erhebliche Anstrengungen der gesamten
Gesellschaft, aber auch jedes einzelnen Ver-
kehrsteilnehmers, um sich auf die neuen An-
forderungen im Straßenverkehr einzustellen
und sie zu beherrschen, damit Verluste an
Menschen und materielle Auswirkungen so ge-
ring wie möglich gehalten werden. Es ist nicht
damit getan, daß wir erhebliche materielle An-
strengungen zur Verbesserung der Straßen, zur
Beschilderung und der Errichtung kostspieliger
Signalsysteme unternehmen. Diese notwendi-
gen Maßnahmen müssen ergänzt werden
durch die Erziehung und Einsicht aller Ver-
kehrsteilnehmer, sich so zu verhalten, daß an-
dere und sie selbst nicht gefährdet und der
sozialistischen Volkswirtschaft keine Verluste
zugefügt werden. Die Forderung, sich auf-
merksam, rücksichtsvoll, diszipliniert und ver
-
antwortungsvoll auf den Straßen zu verhalten,
ist daher stets aktuell. Sie ist nicht mit der
intensiven Schulung in Vorbereitung auf das
Inkrafttreten der neuen StVO abgeschlossen.
Leben und Gesundheit schützen
Das Plenum des Obersten Gerichts der DDR
beschäftigte sich am 22. Dezember 1977 damit,
wie gemeinsam mit den Angehörigen der
Deutschen Volkspolizei und den gesellschaft-
lichen Kräften mit Inkrafttreten der neuen
StVO noch besser und wirksamer als bisher
Ordnung, Disziplin und Flüssigkeit vor allem
im Straßenverkehr durchgesetzt werden können.
Es wurden Maßnahmen beraten, um die Recht-
sprechung zur Verhütung und wirksamen Be-
Oberrichter Dr.Joachim Schlegel
Mitglied des Präsidiums
des Obersten Gerichts der DDR
kämpfung von Verkehrsstraftaten noch effekti-
ver zu gestalten.
Im Mittelpunkt stand und steht dabei das An-
liegen,
• das Leben und die Gesundheit der Bürger
wirksamer zu schützen;
• die gesellschaftliche Mitwirkung bei der Be-
kämpfung der Hauptunfallursachen zu för-
dern;
• die Rechtskenntnisse über die Verkehrsvor-
schriften zu vertiefen und die .Bürger zum
richtigen Verhalten im Straßenverkehr zu
veranlassen.
Die Tätigkeit der Gerichte ordnet sich damit in
die Zielstellung und Maßnahmen ein, die sich
aus dem Programm zur weiteren Erhöhung der
Ordnung, Sicherheit und Flüssigkeit im Stra-
ßenverkehr in der DDR im Zeitraum bis 1980
- Verkehrssicherheitsprogramm - als gesamt-
gesellschaftliches Anliegen ergeben (vgl. hier-
zu Der Deutsche Straßenverkehr Heft 12/77,
S.402).
Gute Ergebnisse bei der Vorbeugung von Un-
fällen haben diejenigen Gerichte erzielt, die
sich auf die gesellschaftlichen Kräfte und deren
Bereitschaft zur Mitwirkung an der Erhöhung
der Verkehrssicherheit stützten, die aktive Mit-
arbeit der Werktätigen, besonders in Ver-
kehrssicherheitsaktiven, Arbeitsgruppen für
Verkehrssicherheit und Verkehrserziehungs-
zentren zielstrebig förderten sowie im Zusam-
menhang mit der Durchführung von Verkehrs-
strafsachen festgestellte Ursachen und begün-
stigende Bedingungen den örtlichen Organen
und den zuständigen Leitern der Betriebe
und Genossenschaften übermittelten. Diese
Zusammenarbeit festigte auch in zunehmen-
dem Maße das Vertrauen der Bürger zur
sozialistischen Gesetzlichkeit.
Haupterscheinungsformen
der Verkehrsstraftaten
Durchschnittlich ereignen sich jährlich in der
DDR 57 000 Verkehrsunfälle. Dabei werden
pro Jahr etwas über 2200 Personen getötet
und annähernd 48000 verletzt. Hauptunfall-
ursachen sind:
Nichtbeachten der Regeln der Vorfahrt, Nicht-
einhalten der rechten Fahrbahnseite, Alkohol-
einfluß, unangemessene Geschwindigkeit ent-
sprechend der Verkehrsloge und Nichteinhal-
ten der Fahrspur.
Gefahrenschwerpunkte sind vorrangig Kur
-
ven, Kreuzungen und Einmündungen, was sich
u. o. darin zeigt, daß Auffahrunfälle sich mit
60 Prozent an solchen Stellen konzentrieren.
Neben den Auswirkungen auf Leben und Ge-
sundheit gibt es erhebliche materielle Folgen,
die in die Millionen gehen und zu Verspä-
tungen im Berufsverkehr, Ausfallstunden, ver-
lorener Transportkapazität, Nichterfüllen von
Verpflichtungen führen.
Wie ist solches Verhalten zu bewerten?
Die Gerichte gehen in ihrer Rechtsprechung
zutreffend davon aus, daß folgende Rechts-
pflichtverletzungen in der Regel eine leicht-
fertige Einstellung zu den Anforderungen im
Straßenverkehr offenbaren und bei strafrecht-
licher Verantwortlichkeit die Schuld erhöhen:
• Führen eines Kraftfahrzeuges bei verr
derter Fahrtüchtigkeit;
• unangemessen hohe Fahrgeschwindigkeit
bei der Annäherung an Fußgängerüber-
wege und Haltestellen mit einfahrenden
oder haltenden öffentlichen Verkehrsmit-
teln
• Nichtbeachten der besonderen Vorsicht
gegenüber Kindern, hilfsbedürftigen und
älteren Personen;
• Verkehrsraserei
• bewußte Mißachtung der Regeln der Vor-
fahrt und des Zeichens „Halt";
• riskantes Überholen trotz Gegenverkehr
und an unübersichtlichen Stellen;
mehrfacher Fahrspurwechsel ohne Rück-
sicht auf den übrigen Verkehr, insbeson-
dere auf den Sicherheitsabstand (Lücken-
springen);
• Fahren mit verkehrs- und betrieis-
unsicheren Fahrzeugen.
Wie wird durch Gerichte reagiert?
Die zu treffenden Maßnahmen sind abhängig
von der Schwere der Tat (insbesondere der
eingetretenen Folgen), des Grades der Schuld
und dem Verhalten des Unfallverursachers vor
und nach der Tat. So gibt es z. B. Fahrzeug-
führer, die langjährig unfallfrei gefahren sind,
sich vorbildlich und diszipliniert verhalten
haben und infolge einer, vielleicht sogar ge-
ringen Unaufmerksamkeit einen folgenschwe-
ren Unfall herbeiführten. Sie sind nicht zu
vergleichen mit Personen, die wiederholt
disziplinlos ihre Pflichten aus der StVO miß-
achteten, deshalb zur Verantwortung gezogen
werden mußten, oder die einen ausgespro-
chenen Fahrerlaubnisentzug ignorierten oder
solche, die bereits wegen Fahren unter Alko-
holeinfluß bestraft wurden.
Oft handelt es sich hierbei um Ersttäter und
der Grad der Schuld ist häufig gering. Es wird
auch zutreffend berücksichtigt, daß die ge-
wachsene Kraft der Kollektive in den Betrie-
ben »nd deren Bereitschaft, an der Verhü-
tung von Verkehrsstrafsachen und der Erzie-
78  
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
unser gemei nsames Anis gen
hung von Rechtsverletzern mitzuwirken, die
Grundlage dafür bietet, besonders bei Erst-
tätern Strafen ohne Freiheitsentzug anzuwen-
den. Wirksam ist es auch, wenn im Zusam-
menhang mit Bewährungsverurteilungen fest-
gelegt wird, daß der Täter den verursachten
Schaden schnell wiedergutzumachen bzw. un-
bezahlte gemeinnützige Freizeitarbeit zu lei-
sten hat. Diese Praxis hat sich bewährt. Frei-
heitsstrafen werden zutreffend in den schwe-
ren Fällen des § 196 Abs. 3 StGB, insbeson-
dere wenn der Unfall auf Fahren unter Alko-
holeinfluß zurückzuführen ist, ausgesprochen.
Auf eine solche Strafe wird auch in den zah-
lenmäßig geringen Fällen wiederholter Straf-
fälligkeit erkannt, vor allem wenn der Täter
aus vorangegangenen Bestrafungen keine
Lehren gezogen hat. Die Freiheitsstrafe findet
•er auch dort Anwendung, wenn ein Mensch
tätet wurde und der Grad der Schuld des
Unfallverursachers sehr erheblich war.
Fahren unter Alkoholeinfluß
Aber auch in den Fällen, wo in Folge von
Alkoholeinfluß und damit verbundener Fahr-
untüchtigkeit eine erhebliche Gefährdung
von Leben und Gesundheit anderer Verkehrs-
teilnehmer verursacht wird, wird auf Frei-
heisstrafe erkannt. So verurteilte das Oberste
Gericht in einem Kassationsverfahren einen
Täter, der im angetrunkenen Zustand wieder-
holt ein Fahrzeug geführt hatte und nunmehr
eine erhebliche Gefahr während der Haupt-
verkehrszeit in einer Großstadt herbeigeführt
hatte, zu der Höchststrafe von einem Jahr
Freiheitsstrafe gemäß § 200 StGB (vgl. Der
Deutsche Straßenverkehr 2/1976, S. 57). In
einem solchen Verhalten spiegelt sich eine
erhebliche Schuld wider und es ist nicht ge-
rechtfertigt, solche unbelehrbaren Verkehrs-
nehmer, wenn sie eine Straftat gemäß
00 StGB wiederholt begehen, nur mit Geld-
strafe oder Verurteilung auf Bewährung zu
bestrafen. Hier bedarf es einer strengen diszi-
plinierenden Einwirkung auf den Täter als Vor-
aussetzung für eine künftig den gesellschaft-
lichen Erfordernissen entsprechende Verhal-
tensweise.
In diesem Zusammenhang soll noch einmal zu
der Gefährlichkeit des Fahrens unter Alkohol-
einfluß Stellung genommen werden. Die von
jedem Fahrzeugführer im Interesse der Ver-
kehrssicherheit geforderte dauernde Aufmerk-
samkeit und das schnelle Reagieren setzt
seine uneingeschränkte Fahrtüchtigkeit vor-
aus. Alkoholeinfluß schränkt die Informations-
aufnahme und Reaktionssicherheit ein. Dies,
äußert sich z. B. in Reaktionsträgheit und Ent-
hemmung. 'Das Führen von Fahrzeugen unter
Alkoholeinfluß ist deshalb mit der Gefahr der-
Herbeiführung von schweren Verkehrsunfällen
und bei ihrem Eintritt mit besonders schweren
Folgen verbunden. Daraus ergibt sich die
Konsequenz, jegliches Führen von Fahrzeugen
im Verkehr unter Alkoholeinfluß zu unter-
sagen.
Die Gefährdungen, die sich im Verkehr infolge
erheblicher Beeinträchtigung der Fahrtüchtig-
keit der Fahrzeugführer ergeben, haben unter-
schiedlichen Grad. Sie betreffen sowohl Einzel-
personen als auch eine Vielzahl von Men-
schen. Der Eintritt von Schäden wird vielfach
nur durch das besonnene Verhalten der ande-
ren Verkehrsteilnehmer verhindert, Im Tatver-
halten offenbart sich in den meisten Fällen
eine äußerst leichtfertige Einstellung der Täter
zu ihren sich aus § 1 Abs. 1, 7 StVO ergeben-
den Pflichten. Die Mißachtung des Verbots,
nach Alkoholgenuß ein Fahrzeug zu führen, ist
daher eine schwerwiegende Verletzung der
Straßenverkehrsvorschriften; sie ist mit einem
sozialistischen Verkehrsverhalten unvereinbar.
Ist daher ein schwerer Verkehrsunfall auf Fah-
ren unter Alkoholeinfluß zurückzuführen, wird
grundsätzlich auf Freiheitsstrafe erkannt. Bei
einem Blutalkoholgrenzwert von 1
0 J
ist die
Fahrtüchtigkeit des Fahrzeugführers erheblich
beeinträchtigt. Dieser auf gesicherten medizi-
nisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen beru-
hende Standpunkt hat sich bewährt und wird
in Auswertung der eignen und der intrnatia-
nalen Erfahrungen beibehalten. Dieser Grenz-
wert findet auf alle Personen Anwendung, die
im Verkehr ein Fahrzeug führen oder die eine
berufliche Tätigkeit zur unmittelbaren Gewähr-
leistung der Sicherheit des Verkehrs ausüben.
Liegt nun eine Verkehrsgefährdung durch
Trunkenheit vor, kann übrigens eine Bestra-
fung auch dann nach dem Strafgesetzbuch er-
folgen, wenn das Fahrzeug innerhalb eines
abgeschlossenen Betriebsgeländes geführt
wurde. Strafbar nach § 200 StGB macht sich
schließlich auch derjenige, welcher unter Ein-
fluß von Alkohol ein Sportboot führt, obwohl
er in seiner Fahrtüchtigkeit erheblich beein-
trächtigt ist.
Es geht also nicht um eine Kriminalisierung
des Fahrens unter Alkoholeinfluß, wenn keine
Folgen und keine Gefährdung gemäß §200
StGB eingetreten ist. Nachdrücklich wenden
wir uns jedoch dagegen, das Fahren unter
Alkoholeinfluß zu bagatellisieren und ein sol-
ches Verhalten immer nur als Ordnungswidrig-
keit zu charakterisieren.
Unbefugte Benutzung von Fahrzeugen
Zu Recht sind Fahrzeuginhaber darüber em-
pört, wenn ihr Fahrzeug unbefugt benutzt
wird. Diese Handlungen werden vielfach 'durch
Täter begangen, die wiederholt straffällig
geworden sind, sowohl einschlägig als auch
wegen anderer Straftaten. Zum Teil werden
die Fahrzeuge im Zustand der erheblichen
Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit durch
Alkoholgenuß benutzt. Typisch ist, daß diese
Delikte ohne längere Planung oder Vorberei-
tung begangen werden, wobei hauptsächlich
Zweiradfahrzeuge unbefugt benutzt werden.
In vielen Fällen ist die Intensität hierbei nicht
sehr groß, weil die Täter meist keine größeren
Hindernisse zu überwinden haben. Nur in
wenigen Fällen wird die Wiederauffindung des
Fahrzeugs wesentlich erschwert. Daraus resul-
tiert auch, daß in vielen Fällen diese Delikte
durch die gesellschaftlichen Gerichte geahn-
det werden können bzw. daß eine Strafe ohne
Freiheitsentzug durch die staatlichen Gerichte
ausgesprochen wird. Andererseits ist der An-
teil der Freiheitsstrafen größer als bei den
anderen Verkehrsdelikten. Dies ergibt sich
daraus, daß verschiedentlich die unbefugte
Benutzung mit anderen Straftaten einher-
geht, z. B. das anschließende Zerstören oder
„Ausschlachten" der Fahrzeuge. Unabhängig
davon sollten aber die Fahrzeugbesitzer mehr
Aufmerksamkeit der ordnungsgemäßen. Ab-
sicherung ihrer Fahrzeuge widmen.
Zu den Voraussetzungen
des Fahrerlaubnisentzuges
Als wirksame Zusatzstrafe wird in den meisten
Fällen der Verkehrsdelikte der Fahrerlaubnis-
entzug ausgesprochen (§ 54 StGB). Der Ent-
zug ergänzt oft in richtiger Weise die ausge-
sprochene Verurteilung auf Bewährung oder
die Geldstrafe. In der Rechtsprechung der Ge-
richte hat sich der Grundsatz herausgebildet,
daß der Fahrerlaubnisentzug dann auszu-
sprechen ist wenn
durch den Verkehrsunfall mehrere Perso-
nen getötet wurden (§ 196 Abs. 3 Ziff 1
StGB);
die Herbeiführung eines schweren Ver-
kehrsunfalles auf einer rücksichtslosen Ver-
letzung von Schutzbestimmungen beruht
(§ 196 Abs. 3 Ziff. 2 StGB);
der Täter wegen Verkehrsgefährdung durch
Trunkenheit bestraft wird (§ 200 StGB);
eine schwere Straftat durch den Täter im
Zusammenhang mit dem Führen eines
Kraftfahrzeuges begangen wurde;
der Täter bereits wiederholt wegen bewuß-
ter Mißachtung von Rechtsvorschriften im
Zusammenhang mit dem Führen von Kraft-
fahrzeugen strofrechtlich oder mit Ord-
nungsstrafmaßnahmen zur Verantwortung
gezogen wurde.
In anderen Fällen ist die Entscheidung dar-
über, ob die Fahrerlaubnis zu entziehen ist
und, wenn ja, welche Dauer sie haben muß,
von den konkreten Bedingungen des Einzel-
falles abhängig.
Es kann also festgestellt werden, daß die
Rechtsprechung der Gerichte dazu beigetra-
gen hat, Rechtsverletzungen im Straßenverkehr
wirksam zu bekämpfen. Die Erfahrungen zei-
gen, daß die ergriffenen Maßnahmen überwie-
gend zu einem disziplinierten Verhalten der
Verkehrsteilnehmer führten.
Beachten wir stets, daß unser eigenes Verhal-
ten maßgeblich die Situation im Straßenver-
kehr bestimmt. Auf das disziplinierte Verhalten
eines jeden Verkehrsteilnehmers kommt es an.
Das bewußte Handeln im Sinne der Grund-,
sätze des § 1 StVO ist entscheidend dafür,
Ordnung, Sicherheit und Flüssigkeit im Ver-
kehrsgeschehen im Interesse aller durchzu-
setzen.
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978  
79
Gespräche über das Einfahren eines neuen
Fahrzeuges oder eines generalüberholten
Motors hoben oft etwas Geheimnisvolles an
sich. Es wird von thermischen Spannungen, ört-
lichen ljberhitzungserscheinungen und typ-
spezifischen Eigenschaften geredet. Doch die
meisten Fahrzeugbesitzer fahren ihr Auto ohne
solche Spezialkenntnisse ein. Und dabei be-
zahlen einige Lehrgeld - viel Lehrgeld! Im
schlimmsten Falle sind das verbrannte Ventile
oder festgegangene Kolben. Falsches Verhal-
ten kann auch „nur" zur Verringerung der
Lebensdauer beispielsweise des Motors füh-
ren. Das fällt unmittelbar beim Einfahren aber
noch nicht auf.
Wie wird richtig eingefahren? Zum besseren
Verständnis seien einige technische Einzelhei-
ten vorausgeschickt: Während des Einfahrpro-
zesses sollen die durch mechanische Bearbei-
tung und Montage entstandenen Unebenhei-
ten so weit geglättet werden, daß sich das
konstruktiv vorgesehene Paßmaß (Spiel) er-
gibt, sich dadurch eine möglichst geringe Rei-
bung einstellt und sich Paarungen (wie Kol-
benring - Zylinder oder Ventil - Ventilsitz)
auf der gesamten dafür festgelegten Fläche
berühren.
Hitze und Druck - Gefahr!
Im Verbrennungsraum über dem Kolben treten
Temperaturen bis zu
20000C
und gleichzeitig
Drücke bis zu 40 hp/cm2 auf. Das sind bis zu
2000 kp pro Kolben. Also etwa die doppelte
Pkw-Masse! Die hohen Temperaturen führen
zu Formänderungen (Ausdehnungen des Ma-
terials) am Kolben, die nach Größe und Lage
vom Konstrukteur bei der Festlegung des
Spiels zwischen Kolben und Zylinder berück-
sichtigt wurden.
Es ist wohl jedem klar, daß sich der Kolben
nicht auf 20000C erhitzen darf. Er würde so-
fort schmelzen. Die Wärme muß abgeleitet
werden. Das geschieht hauptsächlich über die
Kolbenringe an die Zylinderwandung. Um das
zu ermöglichen, müssen die Kolbenringe ein-
wandfrei über den vollen Umfang anliegen.
Zu Beginn des Einfohrvorganges ist das jedoch
nicht der Fall. Bei hoher Belastung bereits zu
diesem Zeitpunkt wird der Kolben deshalb zu
heiß, weil die Wärme nicht genügend schnell
abgeführt wird, das Schmieröl verkokt. Die
Kolbenringe klemmen dann oft im Kolben.
Das verschlechtert die Wärmeabfuhr noch
mehr, der Kolben dehnt sich mehr als kon-
struktiv vorgesehen aus, reibt an der Zylin-
derlaufbahn, zerreißt den Schmierfilm und
geht fest. Er „frißt", wie es heißt. Dadurch
kann es zum plötzlichen Stillstand des Motors
kommen. Geübte Fahrer können durch blitz-
schnelles Auskuppeln das Blockieren der An-
triebsräder und damit ein Schleudern vermei-
den.
Bei Fahrzeugen mit Freilauf (Wartburg, Tra-
bant 601 im 4. Gang) kommt es nicht zum
Blockieren der Räder.
Kann der Anlasser den Motor noch einiger
Zeit wieder durchdrehen, so darf vorsichtig
weitergefahren werden, falls starke Geräusche
dos nicht von selbst verbieten. Es ist jedoch
unbedingt ein guter Fachmann zu konsultie-
ren, der entscheiden muß, ob eine Reparatur
erforderlich ist. Spurlos geht dieser Vorgang
begreiflicherweise an keinem Motor vorüber.
Ventile müssen richtig sitzen
Auch hier ist häufig eine gewisse Einlaufzeit
erforderlich, bis die Ventile einwandfrei in
ihren Führungen gleiten und vor allem ein-
wandfrei am Ventilsitz anliegen. Wichtig ist,
daß während des Einfahrprozesses - der auch
nach der Montage eines neuen oder über-
holten Zylinderkopfes erforderlich wird - ge-
nau auf dos Ventilspiel geachtet werden muß.
Das Ventilspiel kann sich durch das Einlaufen
schnell verändern.
Fehlendes Ventilspiel verhindert die Wärme-
abgabe vom Ventil an den Zylinderkopf, da
das Ventil nicht mehr richtig am Ventilsitz
anliegt. Das Ventil erhitzt sich so stark, daß
der hochwertige Stahl zu schmelzen beginnt.
Wer das Ventilspiel selbst einstellen kann,
sollte den Ventilen für die ersten 2000 km
0,05 mm mehr Spiel (als im Handbuch vorge-
schrieben) geben. Abgeschlossen dürfte das
Einfahrproblem „Ventile" sein, wenn sich das
Ventilspiel über einen längeren Zeitraum nicht
mehr ändert.
Für langes Lagerleben
Alle Zweitakt-Motoren besitzen wälzgelagerte
Kurbeltriebe, d. h., alle Lagerstellen sind mit
Kugel- oder Rollenlagern ausgerüstet. Hier
gibt es nichts einzufahren.
Im Gegensatz dazu sind Viertakt-Motoren mit
Gleitlagern ausgerüstet. Es gleitet hartes auf
weichem Material, getrennt durch einen
hauchdünnen Schmierfilm. Ob überhaupt und
welche Einlaufzeit erforderlich ist, hängt weit-
gehend von der Auslegung, der Genauigkeit
der Herstellung der Lager und der Exaktheit
der Montage ab. Da diese Daten dem Fa
zeugbesitzer nicht bekannt sind, muß beispiei
weise nach dem Auswechseln eines defekten
Pleuellogers einige Zeit vorsichtig gefahren
werden.
Neue Reifen rutschen
So ungewohnt es vielleicht klingen mag -
auch Reifen müssen eingefahren werden.
Neue Reifen weisen noch nicht die gute Haf-
tung auf wie Reifen, die bereits einige hun-
dert Kilometer gerollt sind. (Das ist allerdings
weniger bei einem neuen Fahrzeug interes-
sant, denn hier fährt der stolze Besitzer zu
Beginn ja ohnehin vorsichtig.)
Wechselnde Belastung
Im wesentlichen gilt es, während der Einfahr-
zeit die Oberlastung des Kolbens (und des
Kurbeltriebs bei Viertaktern) durch Kräfte und
Temperaturen zu vermeiden. Die größte Be-
lastung entsteht bei Vollgas und hoher Dreh-
zahl, da dann vom Motor die größte Leistung
gefordert wird. Schädlich ist aber auch
gasgeben bei niedrigen Drehzahlen,
Drücke und Temperaturen nahezu unabhän-
gig von der Drehzahl wirksam sind. Deshalb:
Während der Einfahrzeit nie (längere Zeit)
Vollgas geben!
Nach Möglichkeit soll das Einfahren eines
neuen Motors nicht auf Kurzstrecken erfolgen.
da dann der Motor zu lange unterhalb seiner
normalen Betriebstemperatur läuft, einige
Bauteile jedoch ihre endgültige Lage bzw.
Form erst durch die temperaturbedingte Aus-
dehnung bei Betriebstemperatur erreichen.
Wählen sollte man also immer längere
Strecken zum Einfahren. Das heißt nun wie-
derum nicht, vielleicht die Autobahn von Ber-
lin nach Suhl und zurück mit 60 km/h zu fah-
ren. Es kommt vielmehr darauf an, die Beib-
stung des Motors während der Einfahrperiade
nach und nach zu erhöhen, damit alle Bau-
teile auch im Bereich h ö h er er Belastung
einlaufen können. Und darin liegt eben die
Hauptschwierigkeit des Einfahrens. In welcher
Stufung die Belastung zu erhöhen ist, hängt
nämlich von vielen Faktoren ab.
Die Hersteller überarbeiteten ihre Einfahrvor-
schriften in den letzten Jahren und nahmen
Höchstgeschwindigkeiten auf, die das zügige
80  
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
Endmontage.Noch warten die Wagen auf
die erste Fahrt mit ihrem neuen Besitzer.Wie
sie sich bewähren werden, hängt nicht
zuletzt auch vom Einfahren der Motoren ab...
Einfahren unterstützen. Aber wie lange darf
man mit diesen Geschwindigkeiten fahren?
Und darf diese Geschwindigkeit auch an Stei-
gungen - dann jedoch notwendigerweise mit
Vollgas (oder knapp davor) - gewählt wer-
den?
Ein „verdorbener" Motor
Selten sind in den Angaben der Hersteller
auch Hinweise über die minimalen Geschwin-
digkeiten zu finden.
Den Werksangaben widerspricht unser Bei-
spiel (Berlin—Suhl und zurück) nicht. Es ist
jedoch keinesfalls zu praktizieren! Durch Ein-
fahren mit annähernd gleichbleibender Dreh-
zahl wird der Motor nicht vollgasfest. Wer also
nur die vorgeschriebenen „ Einfahrkilometer"
solviert, ohne den Motor unterschiedlich zu
-
 
 lasten, braucht sich nicht zu wundern, wenn
dann eines Tages der Motor festgeht. Im Be-
reich hoher Belastung, in dem der Motor bis-
her noch nicht betrieben wurde, war der Ein-
fahrvorgong noch nicht abgeschlossen.
Auch wenn es keinen Kummer oder sonst auf-
fallenden direkten Arger gibt, bleibt die Lei-
stung eines nach obigem Beispiel eingefah-
renen Motors immer hinter einem zügig ein-
gefahrenen Motor zurück.
Ein Motor ist zwar kein Mensch voller Ge-
wohnheiten, in gewisser Weise drückt die
Fahrweise des Besitzers dem Fahrzeug aber
einen Stempel auf. Wird der Motor vorwiegend
in unteren Drehzahlen betrieben, so bilden
sich beispielsweise im Zylinder Markierungen.
die eben für diese Drehzahl typisch sind. Bei
dann vielleicht doch irgendwann einmal ver-
suchten höheren Drehzahlen treten höhere
Fliehkräfte auf, der Kolben erhält am oberen
Totpunkt eine neue Lage, die um winzige Be-
träge von der bisherigen abweicht. Das ge-
'--gt aber schon, um die Kolbenringe an die
ilagen-Morkierung anstoßen zu lassen, die
von niedrigeren Drehzahlen fixiert wurde. Ge-
räusche, Leistungseinbuße, Nichterreichen der
maximalen Drehzahl und Schwingungen kön-
nen auftreten. Sie sind ein Zeichen dafür, daß
der Motor diesen „Fahrstil" nicht gewöhnt ist.
Von Zweitaktmotoren, deren mit öligen Rück-
ständen zugesetzte Auspuffrohre die gleiche
Ursache haben, braucht in diesem Zusammen-
hang wohl nicht ausführlich gesprochen zu
werden.
Was heißt „zügig einfahren"?
Höhere Drehzahlen (Geschwindigkeit) sind
bereits nach den ersten 1000 km zulässig. Die
thermische Belastung wächst dadurch nicht.
In der Praxis kommt es zur gewünschten Dreh-
zahlerhöhung z. B. beim Beschleunigen, wenn
sie in den einzelnen Gängen kurzzeitig bis
nahe an die Höchstdrehzahl gesteigert wird.
Man kann das Gaspedal kurzzeitig voll durch-
treten. Vollgas und Maximaldrehzahl sind
aber erst am Ende der Einfahrzeit gleichzeitig
zu nutzen.
Ein kurzzeitiges Uberschreiten der vom Her-
steller vorgeschriebenen Einfahrgeschwindig-
keit um 5 km/h oder 10 km/h (im 3. oder
Ventilsitz
Kolben
10 0 0 0 Bewe-
gungenje
Minute
Ma/bengeschwin-
digheft zwischen
0 und 451rm/h
(Bewegungs-
umkehr)
4. Gang) ist kein Fehler, solange dies nicht bei
voll durchgetretenem Gaspedal erfolgt!
Der Motor muß wählend des Einfahrens
unterschiedlichen Belastungen aus-
gesetzt werden. Auch auf der Autobahn -
wenn man diese während der Einfahrzeit be-
nutzt - ist die Geschwindigkeit also häufig zu
wechseln.
Das könnte z. B. beim Trabant wie folgt ge-
schehen:
Der Wagen wird im 4. Gang langsam mit
wenig Gas von etwa 70 km/h auf 90 km/h be-
schleunigt. Mit dieser Geschwindigkeit wird
ungefähr 4 bis 5 Kilometer gefahren, um dann
wieder langsam bis auf 75 km/h abzufallen.
Dieses lntervalltraining kann sich durchaus auf
eine Strecke von 10 km verteilen. Anschließend
wiederholt sich der Vorgang.
Auf Lands t r ß e n kommt dieser Effekt
durch Ortsdurchfahrten, Kurven, (iberholvor-
gänge praktisch von allein zustande. Das
Augenmerk ist hier auf das Einhalten der Ge-
schwindigkeiten in den einzelnen Gängen und
den vorsichtigen Gasfuß zu legen.
Im Stadtverkehr, der sich zum Einfah-
ren wegen seines Kurzstreckenchorakters nicht
eignet, aber durchaus in der längeren Einfahr-
strecke enthalten sein kann, hat zuerst der
Schnellstart an den Ampeln zu unterbleiben.
Nicht quälen
Genauso schädlich wie das starke Ci b e r -
schreiten der erlaubten Drehzahl ist das
U n t e r schreiten einer Minimaldrehzahl. Wer
seinen Wagen im 3. Gang im Stadtverkehr um
eine Ecke quält, handelt falsch. Fahren Sie
nach Möglichkeit nicht langsamer als die
halbe Höchstgeschwindigkeit im jeweiligen
Gang beträgt. (Das soll eine Faustformel sein
und kein Gesetz!). Natürlich kann dieser Wert
beim Ausrollen unterschritten werden. Dafür
ist aber am Berg schon vor dem Erreichen die-
ser Drehzahl herunterzuschalten.
Hier gleich ein paar Beispiele:
Trabant 601
Höchstgeschwindigkeit
im 4. Gang 100 km/h
Geringste Einfahrgeschwindigkeit
im 4. Gang 50 km/h
Höchstgeschwindigkeit
im 3. Gong 72 km/h
min. Einfahrgeschwindigkeit
im 3. Gong 36 km/h
Moskwitsch 1500
Höchstgeschwindigkeit
im 4. Gang 140 km/h
min. Einfahrgeschwindigkeit
70 km/h (50 km/h)
Höchstgeschwindigkeit
im 3. Gong 114 km/h
min. Einfahrgeschwindigkeit
im 3. Gong 57 km/h (40km 'h)
Lada 21011
Höchstgeschwindigkeit
im 4. Gang 140 km h
min. Einfahrgeschwindigkeit
im 4. Gong 70 hrn h (50 km!h)
Höchstgeschwindigkeit
im 3. Gang 95 km h
min. Einfahrgeschwindigkeit
im 3. Gang 47 km h (33 kmih)
Während beim relativ leistungsschwachen Tra-
bant diese Werte durchaus auch für das auf
einer geraden Strecke dahinroltende Fahrzeug
anwendbar sind, können stärkere Viertakt-
Fahrzeuge im Betrieb ohne hohe Leistungsan-
forderung (z. B. konstante Geschwindigkeit auf
gerader Landstraße) bis auf etwa 350/0 der
jeweiligen Höchstgeschwindigkeit herunterge-
fahren werden. Diese Werte stehen jeweils in
Klammern.
Selbstverständlich gilt die „50-Prozent-Regel"
nicht auch für den ersten und zweiten Gang.
Hier können die Tempo-Prozente weit gerin-
ger sein, weil bei diesen Getriebeübersetzun-
gen immer genügend Zugkraftreserven vorhan-
den sind.  -
Auto ist nicht Auto
In welcher Zeit ein Fahrzeug richtig eingefah-
ren ist, hängt sowohl von der Konstruktion des
Motors als auch von der Einfahrmethode ab.
Eine detaillierte Anweisung über das richtige
Verhalten beim. Einfahren eines Fahrzeuges
kann es nicht geben. Abgesehen von subjek-
tiven Faktoren (fahrerisches Gefühl und Kön-
nen), ist es ein ganz wesentlicher Unterschied,
ab beispielsweise ein Trabant oder ein Mosk-
witsch eingefahren wird. Für beide gilt nicht
das gleiche Rezept.
Das geht bereits aus den Einfahrvorschriften
der Hersteller hervor. Während beim Tra-
bant 601 von Anfang an 850/0 der Höchstge-
schwindigkeit zulässig sind, werden dem Mosk-
witsch diese 85 0/0 erst nach 2000 km Fahrt-
strecke zugebilligt. Zu diesem Zeitpunkt schon
gibt Sachsenring für den 601 keine Begren-
zung mehr vor.
Am Berg zeitig schalten
Ein häufiger Fehler sei nach angesprochen:
Am Berg wird oft viel zu spät heruntergeschal-
tet. Verliert das Fahrzeug am Berg an Ge-
schwindigkeit, so ist während des Einfahrens
das Gaspedal auf keinen Fall kräftiger durch-
zutreten. Sobald die Drehzahl beispielsweise
im 4. Gang so weit abgesunken ist, daß der
3. Gang mit der höchsten zu diesem Zeitpunkt
zulässigen Drehzahl verwendet werden kann,
ist sofort herunterzuschalten und mit nur wenig
Gas weiterzufahren.  G.Voss
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978  81
Aktuelle N tiz
n in Sachen
Verkehrssicherheit
So sehr sich jeder über den Frühling in der
Natur freut, für die Sicherheit auf den Straßen
birgt diese Jahreszeit einige besondere Gefah-
ren. In den Monaten April/Mai sind in den
vergangenen Jahren wesentlich mehr Ver
kehrsunfölle passiert als in anderen Monaten,
dabei auch Verkehrsunfälle, die durch Fuß-
gänger verursacht wurden.
Es gibt dafür eine Erklärung: Die  Kinder
genießen wieder das Spielen im Freien, nach-
dem sie über die Winterszeit mehr in geheiz-
ten Räumen zugebracht haben. Die älteren
Menschen suchen die warmen Sonnenstrah-
len, nachdem sie während der Wintermonate
nur die notwendigsten Wege gemacht haben.
Beide, Kinder und ältere Menschen, sind aber
auch über die vergangenen Wochen mehr oder
weniger der im Straßenverkehr notwendigen
besonderen Vorsicht und Aufmerksamkeit ent-
wöhnt. Spontanes unüberlegtes Laufen auf die
Fahrbahn ist gerade in dieser Zeit typisch
für Konfliktsituationen zwischen Kindern und
Kraftfahrern. Mancher Altere wiederum will
ein Nachlassen der Reaktionsbereitschaft und
der Informationsaufnahme nicht wahrhaben.
Von diesem Jahr jedoch ist durch die neue
Straßenverkehrsordnung jedem Teilnehmer am
Straßenverkehr die Rechtspflicht auferlegt,
gegenüber Kindern, älteren und hilfsbedürf-
tigen Personen besondere Vorsicht und Rück-
sichtnahme walten zu lassen. Diese im § 1
festgelegte Grundregel richtet sich in erster
Linie an die Adresse der Fahrzeugführer. Sie
müssen mit unbedachten Fehlverhaltensweisen
von Kindern und älteren Bürgern rechnen und
ihr Verhalten danach einrichten. Die Verkehrs-
polizei wird in den kommenden Wochen bei
der Verkehrsüberwachung besonders auf die
Erfüllung dieser Rechtspflicht durch die Ver-
kehrsteilnehmer achten.
Aber auch alle Fußgänger selbst werden kri-
tisch beobachtet werden ob sie entsprechend
den Bestimmungen der Straßenverkehrsord-
nung gehen. Die in den ersten Wochen dieses
Jahres gesammelten Erfahrungen stellen in
dieser Hinsicht den Fußgängern nicht das
beste Zeugnis aus. Sie überqueren fast alle
die Straßen wie eh und je; sie halten sich noch
nicht an die zwingende Regel, die Fahrbahnen
bis zu 50 Meter von Begrenzungslinien, Fuß-
gängerüberwegen, -brücken und -tunneln ent-
fernt nicht zu übrschreiten. Offensichtlich muß
ihnen in aller Eindeutigkeit gesagt werden:
Die einzelnen Bestimmungen der Straßenver-
kehrsordnung sind keine Empfehlungen, son-
dern für jeden Teilnehmer am Straßenverkehr
zwingende Vorschriften. Wer sich nicht daran
hält muß durch geeignete Maßnahmen zur
Erfüllung seiner Pflichten veranlaßt werden.
Die Verkehrssicherheitsaktivs und die Arbeits-
gruppen für Verkehrssicherheit können solche
Beobachtungen ihrer Kollegen oder Mitbewoh-
ner selbst anstellen. Fotografische Beweise ver-
fehlen dabei nie die Wirkung. Gerade durch
staatliche Maßnahmen und gesellschaftliche
Aktivitäten werden Rechtsnormen konsequen-
ter und schneller durchgesetzt.
Generalmajor H.MaIly, Leiter der
Hauptabteilung Verkehrspolizei
im Ministerium des Innern
In diesem Zusammenhang möchte ich die Ver-
kehrserziehurigszentren und die Arbeitsgrup-
pen für Verkehrssicherheit bitten, sich bereits
jetzt der Vorbereitung der Schulanfänger auf
den ersten Schulweg anzunehmen; auch die
Verkehrssicherheitsaktivs der Betriebe, die
Patenschaften für Kindergärten und Schulen
übernommen haben, können dabei mithelfen.
Während der Sommerferien ist das schon zu
spät. Ober die Elternaktivs in den Kindergärten
und über die Schulleitungen sollten Wege
gesucht werden, um in Elternversammlungen
die Eltern jener Kinder auf die Vorbereitung
des sicheren Schulwegs vorzubereiten, die
Anfang September Schulanfang haben, In den
Sommerferien ist das zu spät, denn der von
den Eltern ausgewählte, mit möglichst wenig
Fahrbahnüberquerungen verbundene Weg zur
Schule und nach Hause soll mit den Kindern
möglichst  oft  gemeinsam  gegangen
werden; später sollen sich die Eltern von den
Kindern denselben Weg führen lassen, bis sie
schließlich ihre Kinder allein gehen lassen und
dabei unbemerkt beobachten. Am vorteilhafte-
sten sind für diese Schulweg-Ubungen die
gleichen Uhrzeiten an Werktagen oder Sonn-
abenden, damit die Kinder an die ähnlichen
Bedingungen gewähnt werden, unter denen
sie später allein diese Wege gehen müssen.
Im Frühjahr setzt auch wieder die große Zeit
..
Die im § 1geforderte besondere Vorsicht und
Rücksichtnahme gegenüber Kindern kann zum
Beispiel bedeuten, daß angehalten werden
muß, wenn Kindergruppen die Straße über-
queren und dafür keine gesonderten Uber-
wege oder Tunnel zur Verfügung stehen.
der Krafträder ein. Es gab und gibt Fragen,
warum die neue StVO lediglich Motorradfah-
rern das Tragen von Schutzhelmen bei jeder
Fahrt vorschreibt. Selbstverständlich liegt es
im Interesse jedes Benutzers von Krafträdern,
sich durch den Schutzhelm vor schweren Ver-
letzungen zu schützen. Die Pflicht zum Tragen
von Schutzhelmen ist nur deshalb vorerst
Motorradfahrern auferlegt, weil das Handels-
angebot einem einmaligen Ansturm von etwa
4
72 Millionen Kraftradbenutzern nicht stand-
halten könnte; es ist also eine vorläufige Fest-
legung.
Ungeachtet dessen sind für die Sicherheit der
Kraftradbenutzer mehr Aktivitäten als bisher
erforderlich. Auf Motorrädern und Mopeds
fahren überwiegend junge Menschen.  i
einem Unfall sind fast ausnahmslos Körpei
letzungen - tragischerweise meist lebens-
gefährliche Kopfverletzungen - die Folge. Die
dem entgegenwirkenden Maßnahmen sind
noch nicht effektiv genug.
Die Verkehrserziehungszentren bemühen sich
noch nicht ausreichend um eine jugendgemäße
Verkehrserziehung. Die Erfahrungen mit den
im Bezirk Suhl gebildeten Jugend-Verkehrs-
sicherheitsaktivs reichen für eine Verallgemei-
nerung noch nicht aus. GST und ADMV der
DDR haben nur in einigen Kreisen auf eine
massensportliche Basis für die Befriedigung
motorsportlicher Interessen der Jugendlichen
orientiert. Die Realisierung des Verkehrssicher-
heitsprogramms bis 1980 fordert auf diesem
Gebiet mehr konkrete Maßnahmen. Sie sollen
auch mehr von den Jugendlichen in eigener
Verantwortung ergriffen werden. $Yie gegen-
wärtig wieder beginnende hohe Jahreszeit des
Motorrads ist der rechte Zeitpunkt dafür.
Entsprechend den terminlichen Festlegungen
der 1. Durchführungsbestimmung zur Stra.'  -
verkehrsordnung wird die Aufstellung .r
neuen Verkehrszeichen planmäßig fortgesetzt.
Es geht dabei nicht um eine Auswechslung der
alten Verkehrszeichen schlechthin. Vielmehr
muß gesichert werden, daß die Aufstellung
der einzelnen Verkehrszeichen an den bisheri-
gen Stellen eine bessere Verkehrsorganisation
gewährleistet.
In den nächsten Wochen wird aber auch jedem
vor Augen geführt werden, was ein Zuwachs
von etwa 180000 Personenkraftwagen im Jahr
auf unseren Straßen praktisch bedeutet. Denn
in der warmen Jahreszeit holt jeder sein Fahr-
zeug heraus. Vor allem an den Wochenenden
wird das zu einer dichten Fahrzeugbelegung
der Verkehrsräume führen. Dadurch darf die
hohe Verkehrssicherheit in der DDR nicht
beeinträchtigt werden.
Entscheidend für die Sicherheit im Straßenver-
kehr ist der Mensch, sind sein Verhältnis zu
den anderen Fußgängern und Kraftfahrern,
seine Aufmerksamkeit, Vorsicht, Rücksicht-
nahme und Disziplin, eben all die Eigenschaf-
ten, die im § 1 der Straßenverkehrsordnung
zur Grundregel erhoben wurden. Den Beweis
dafür werden wir in dem vor uns liegenden
Frühjahrs- und Sommerverkehr erneut antreten.
82  
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3!1978
Rechtzeitig auf
Verkehrsregelung
einstellen
Beim Heranfahren an Kreuzungen oder Ein-
mündungen müssen vom Kraftfahrer die ver-
schiedensten Informationen verarbeitet und die
entsprechenden Entscheidungen getroffen wer-
den. Vorwegweiser erleichtern Ortsunkundigen
die Wahl der Fahrtrichtung. Pfeilzeichen auf
der Fahrbahn und auf der Tafel am Fahrbahn-
rand geben Hinweise zur Fahrspuraufteilung.
Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme erfordern
aber auch der übrige Fahrzeug- und Fußr"-
 - -
- gerverkehr.
ine entscheidende Frage bleibt offen: Sind
an der Kreuzung oder Einmündung die Vor-
fahrtregeln zu beachten oder erfolgt eine
Verkehrsregelung?
Auf eine Verkehrsregelung weisen hin:
- Das Warnzeichen „Lichtsignalanlage" (An-
lage 2 Bild 105 StVO), das vor Ampeln, die
nicht rechtzeitig erkennbar sind, aufgestell' List;
- Das Fahrverhalten vorausfahrender Fanr-
zeuge durch das Aufleuchten des Bremslichtes
sowie durch die Verringerung der Geschwindig-
keit.
Führt das allgemeine Verbot des Parkens ai
Fernverkehrsstraßen nicht zu unbilligen Härte
bei längeren Fahrten?
Im Paragraph 23 Absatz 4 Buchstabe b StV
wird das Parken nur auf den Fahrbahnen d
Fernverkehrsstraßen untersagt, nicht aber dc
generelle Parken auf der Straße. In den Schi
lungen wurde deshalb auch erläutert, wori
der Unterschied zwischen Straße und Fahi
bahn (Paragraph 10 StVO) besteht (vergleich
Ziffer 8 und 23 der Anlage 3 StVO).
Ein Fahrzeugführer kann bei der Benutzun
einer Fernverkehrsstraße parken, wenn er di
befestigte Fahrbahn verläßt und sein Fah
zeug auf den—en-deren Teilen der Straße ab
stellt (Randstreifen usw.). Allerdings ist e
nicht berechtigt, verbotswidrig auf Rad- od€
Gehwegen zu parken. Das Parken ist auc
dann untersagt, wenn die Randbefestigunge
oder Bepflanzungen an den Straßen beschä
digt werden können.
'Hauptabteilung VerkehrspolizE
Darum vor allem bei Dunkelheit oder schlech-
ter Sicht vorsichtig an die Kreuzung oder
Einmündung heranfahren, auch wenn, man
Benutzer der Hauptstraße ist um sich recht-
zeitig über die gegebene Situation informieren
und entsprechend reagieren zu können.
Aus Tafelserie „Neue StVO"
1 Aufmerksames Heranfahren an die
Kreuzung. 2 Orientierung am Vorwegweiser:
In welche Richtung muß ich fahren? 3 Nach
dem Blinken und unter Rücksicht auf den nach-
folgenden Verkehr muß man sich auf Grund
der vorhandenen Fahrbahnmarkierungen
richtig einordnen. 4 Das Einordnen muß vor
den Sperrlinien abgeschlossen sein. 5 Farb.
zeichen der Ampelanlage beachten: Welche
Zeichen gilt für die gewählte Fahrspur?
Zeichnung: Archi
,.,-. ;k.... A...,..k,...-.  k: t II:L..  — ...I....-k  ..Il,.
11  'IiCI  JC% ng
fällen oder erheblicher Gefahr für Leben,
Gesundheit oder Sachen andere Bürger
zur Hilfeleistung aufzufordern und selbst
erste Maßnahmen zur Abwehr der Gefahr
und zur Beseitigung der Störung einzu-
leiten sowie gegen ordnungswidrige
Handlungen einzuschreiten, hohen die
freiwilligen Helfer der Volkspolizei die
Befugnis, Personalien festzustellen, soweit
das zur Durchführung weiterer Maßnahmen
erforderlich ist (vgl. § 3 Abs. 2 Buchstabe d
der Verordnung vom 16. März 1964 über
die Zulassung und die Tätigkeit der frei-
willigen Helfer zur Unterstützung der
Deutschen Volkspolizei . . . GBI. II S.241).
Weitere Maßnahmen im Sinne dieser
Verordnung sind z. B. die Forderung an
einen Bürger zur Verständigung eines
Arztes, der Volkspolizei, des Kranken-
transportes; die Fordeing zum Transport
eines Verletzten, die Aufnahme der
Personalien, weil der betreffende Bürger
eine Ordnungswidrigkeit begangen hat
und eine mündliche Verwarnung wegen
der Art und Schwere der Ordnungswidrig-
keit nicht ausreicht und deshalb eine
Mitteilung an die Volkspolizei gemacht
werden muß, die Feststellung der Perso-
nalien, weil der Betreffende Zeuge eines
Verkehrsunfalles war usw.
Die Entscheidung darüber, ob die Per-
sonalien eines Bürgers wegen weiterer
Maßnahmen benötigt werden, trifft
der freiwillige Helfer der Volkspolizei.
Dem Bürger erwächst die Rechtspflicht,
sich gegenüber dem freiwilligen Helfer
mit seinem Personalausweis oder einem
cac,., SJtCt._' ges .CSCI
(z. B. Dienstbücher und Dienstausweise
der bewaffneten Organe. Wehrpässe in
Verbindung mit dem Einberufungsbefehl,
Dienst- und Reisepässe, vgl. hierzu §2
Abs. 2 der Verordnung vom 23. September
1963 über die Personalausweise der
Deutschen Demokratischen Republik -
Personalausweisordnung - (GBI. II S. 700))
auszuweisen.
Entsprechend § 5 Abs. 3 StVZO sind der
Fahrerlaubnisschein und der Berechti-
gungsschein zur Fahrerlaubnis beim Führen
eines Kraftfahrzeuges mitzuführen. Diese
Dokumente sind den freiwilligen Helfern
der DeUtschen Volkspolizei auf Verlangen
zur Prüfung auszuhändigen.
In der letztgenannten Norm wird von
„ermächtigten Personen" gesprochen.
Hierzu gehören die freiwilligen Helfer
der Volkspolizei (vgl. auch die Festlegungen
in § 1 Abs. 4 sowie 4 Abs. 1 der Verord-
nung vom 26. Mai 1977 über das Verhalten
im Straßenverkehr GBI. Nr. 20 vom
7. Juli 1977).
Dr. Wolfgang Surkau
Kontrolle
der
Personalien
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978  8
Neuer Skoda im Detail
Gesehen hat ihn unterdessen wohl jeder schon
irgendwo auf der Straße, den neuen Skoda
Typ 742, der zunächst parallel zum Vorgän-
germodell ‚.S 100/110" gebaut wurde und seit
etwa März 1977 die Szene im Werk von
Mlada Boleslav allein beherrscht. Nun kommt
er - von zahlreichenSkoda-Anhängern lang
erwartet - auch ins Angebot des lfa-Vertrie-
bes. (In unserer Februarausgabe verwiesen
wir bereits kurz auf die entsprechenden Import-
vereinbarungen). Wir nehmen den Import zum
Anlaß. den Skoda im Detail vorzustellen, ohne
dabei den Erfahrungen mit dem Testwagen
vorzugreifen, auf den wir warten. (Erste Infor-
mationen enthielt bereits die Ausgabe 10/76).
Die Modelle
Vom Bann rollen vier Modelle, deren Typen-
bezeichnungen auf den Hubraum und die
Ausstattungsvarionte hinweisen: Das „" steht
für „Skoda", nämlich: 9 105 S, S 105 L
120 L und 3 120 LS. Wie die Leistungs-
unterschiede bei den drei Motorversionen zum
Ausdruck kommen, verdeutlicht die tabel-
larische Ubersicht. Vielfältiger noch sind die
Unterschiede in der Ausstattung der vier
Modelle, die übrigens alle auf der Importliste
stehen. Allerdings wird der Star des derzei-
tigen Skoda-Programms, der „S 120 LS", noch
längere Zeit auf sich warten lassen. Ein Moto-
kov-Vertreter erklärte uns gegenüber, daß das
Werk das Spitzenmodell gegenwärtig noch
nicht in größeren Stückzahlen bauen könne,
weil sich die Zulieferungen bestimmter Teile
erst einspielen müßten.
Der S 105S und S 1051
Der .leistungsschwächere Skoda 5 105 wird
in einer Standard- und einer Luxusausführung
gebaut, deren Unterschiede weniger techni-
scher Art sind. Verzichtet wurde beim S-Modell
u. a. auf verstellbare Vordersitzlehnen (keine
Liegesitze!). Armstützen an den Türen (dafür
Schlaufen zum Zuziehen), Kurbelfenster und
Aschenbecher an den Fondtüren, auf Rund-
instrumente im Armaturenbrett, die Warn-
blinkonloge, die Innenbeleuchtung über der
Beifahrertür, Halogenscheinwerfer und die
selbsttätige Rückstellung des Blinkerhebels.
Außerdem kommen anderen Materialien beim
Wagenteppich (Nadelfilz mit Gummitrittplat-
ten) und Sitzbezug zum Einsatz. Die Fenster-
einfassungen bleiben ohne Zierköder, an der
Türschwelle, am schwarzen Plastgriff und am
Dach (Regenrinne) gibt es keine Zierleisten.
120 1und S 120 LS
Obwohl beide Motoren den gleichen Hubraum
haben, ist der höher verdichtete des „5 120 LS"
um 6 PS leistungsstärker. Daraus resultieren
unterschiedliche Fahrleistungen.
Technik-Unterschied zwischen den beiden 1,
Wagen gibt es, aber es sind nicht viele: Ats
einziges Skoda-Modell ist der „5 120 IS" mit
einem Bremskraftverstärker, einer leistungs-
fähigeren Drehstromlichtmaschine (42A an-
stelle 35 A), Hologen-Doppelscheinwerfern
und Drehzahlmesser ausgerüstet. Bei der Aus-
stattung fallen z. B. die verstellbaren Kopf-
stützen auf den Vordersitzlehnen des „LS"
und die Chromblenden an den Türfenster-
rahmen ins Auge.
Die Konzeption
Die Linienführung des neuen Skoda sei
„modern, aber nicht modisch". Zeitlose Eleganz
und funktionelle Zweckmäßigkeit bestimmten
die Konturen der Karosserie, erklären die
Schöpfer des Wagens. Bei der Umgestaltung
der Karosserie ging es aber wohl zuerst
darum, die Elemente der passiven Sicherheit
zu verstärken und Folgen eventueller Un-
fälle konstruktiv vorzubeugen. Der neue
Skoda hat - wie jedes Auto aus heutiger
Fertigung - umfangreiche Zerreißproben so-
wohl auf Prüfständen als auch bei Crash-Tests
hinter sich bringen müssen.
Daß die Fahr- und Triebwerkskonzeption im
84  
.-..  DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
1Wenig Kniefreiheit für Fondpassagiere...
Beim „S 105 S": Türschlaufen und kein Kurbel-
fenster an den Fondtüren
2 Dreiedcausstellfenster gibt es nicht
3 Abgeklappter Reserveradtröger
4 Armaturenbrett des „ 105 S" mit verbes-
sertem Anzeigeinstrument des  100"
5 Armaturenbrett des „ 120 1" mit Rund-
instrumenten
' Blick in die rechte Hälfte des Motorraums
Hauptkofferraum.Hinter der Rücksitzlehne
gibt es noch einen zweiten (siehe Zeichnung
aufnächster Seite)
3
4
 
5
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978  -  85
wesentlichen vom Vorgängermodell „ 100/110'
übernommen wurde, überraschte anfangs.
Mancher hatte wohl sogar Frontantrieb erwar-
tet. Aber wie von Ingenieuren bei Motokov zu
erfahren war, soll - selbst wenn der Motor
eines Tages nach vorn kommt  der Antrieb
auch dann per Hinterachse erfolgen.
Kühler kam nach vorn
Obwohl der Motor wiederum im Heck unter-
gebracht wurde, entschied man sich aber zur
Verlegung des Wasserkühlers (abgeschlosse-
nes, frostsicheres System) nach vorn in den
Bug, um thermische Probleme, die beim S 100
auftraten, zu lösen, aber auch die Wagenhei-
zung zu verbessern. Wörmetauscher und Hei-
zungsgebläse liegen jetzt in Armaturenbrett-
nähe. Der Wasserkühler hinter dem schwarzen
Plastgrill bekommt bei Bedarf Unterstützung
8 Heiz- und Frischluftführung (oben), Liege-
sitzposition (Mitte) und Lage der beiden Kof-
ferräume (unten).
9 Wendekreis und Steigvermögen
durch einen Elektrolüfter, der über einen
Wärmeschalter im rechten Kühlerteil selbst-
tätig bei etwa 92'C Kühlmitteltemperatur ein-
und bei ungefähr 85°C wieder ausgeschaltet
wird.
Die hinteren Pendelhalbachsen werderv von
Längslenkern geführt und von Schraubenfedern
abgestützt. Dreiecklenker führen die scheiben-
gebremsten Vorderräder, Schraubenfedern
übernehmen des Abstützen. Ein Stabilisator
(Drehstab) unterdrückt die Kurvenneigung.
Hauptdaten
(Werte für Skoda 120 L und LS in Klammern)
Motor:
Hubraum:  1046 (1174) cm3
Bohrung/Hub:  68/72 (72/72) mm
Verdichtung:  8,5 (9,5) 1
max. Leistung
105 S u. L:  33,9 kW bzw. 46 PS
bei 4800 U/min
5120L:  38,3 kW bzw. 52 PS
bei 5000 U/min
S12OLS:  42,7kW bzw. 58PS
bei 5200 U/min
max. Drehmoment:
105 S u, 1:  74,5 Nm bzw. 7,6 kpm
-  bei 3000 U/min
5 120 L:  85,2 Nm bzw. 8,7 kpm
bei 3000 U/min
120 LS:  90,2 Nm bzw. 9,2 kpm
bei 3250 U/min
Maße und Massen:
Spurweite v/h: 1280/1250 mm
Wendekreis-
durchmesser: 11000 mm
Radstand: 2400 mm
Bodenfreiheit: 170 mm
Gesamtlänge: 4 160 mm
Gesamtbreite: 1 595 mm
Höhe des belaste-
ten Fahrzeugs: 1 400 mm
Eigenmasse
(fahrbereit): 855 (875, 885) kg
Nutzmasse: 400 kg
Gesamtmasse: 1255 (1275, 1285) kg
Fahrleistungen:
Höchst-
geschwindigkeit:  130 (140, 150) km/h
Steigvermögen:  31(34, 39) 0/0
Beschleunigung
von 0 auf 100 km/h: 23(19,17) s
Kraftstoffverbrauch:
(Normverbrauch)  7,0 (7,9; 8,6)1/100km
Preise:
51055 (mit Radialreifen)  15915 Mark
S1O5L  17450 Mark
$120L  18200 Mark
(zuzüglich jeweils 122 Mark für Sicherheits-
g u rte)
Schwingungen werden an allen vier Rädern
von hydraulischen Teleskopstoßdämpfern
abgebaut. Zwei unabhängige Bremskreise
(jeweils für vordere Scheibenbremsen und hin-
tere Trommelbremsen) haben selbstverständ-
lich alle Skoda-Modelle.
Bereift wird der „105 5" in der von Skoda
vorgesehenen Grundausstattung mit Reifen in
Diagoncilbouort (155-14). Bei den anderen
Modellen kommen Radialreifen (155 SR 14)
auf die Normalfelge 4
1/
J X 14. Nur als Son-
derausführung vorgesehen sind gegossene
Leichtmetallfelgen der Dimension 5,50 X
13,
auf die dann Radialreifen der Größe 165 SR 13
aufgezogen werden.
Wolfram Riedel
(Alle Angaben sind Skoda-Unterlagen entnom-
men, Abweichungen bei den Importfahrzeugen
sind nicht ausgeschlossen).
86  DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
wi
HaIt-1st.Ile!
Lu den besonderen Gefahrenstellen im Stra-
ßenverkehr zählen die Haltestellen der öffent-
lichen Verkehrsmittel. Deshalb hat der Gesetz-
geber festgelegt, wie sich die Verkehrsteil-
nehmer an ihnen zu verhalten haben. Für die
Fahrzeugführer gilt insbesondere der § 19 der
StVO.
Haltestelle
Im § 19, Abs. 1 und in der Anlage 3 zur StVO
(Begriff 16 „Haltestelle") wird darauf ver-
wiesen, daß eine Haltestelle an das Vorhan-
densein eines Verkehrszeichens nach Anlage 2
Bild 243 oder 244 gebunden ist. Daraus erge-
ben sich die Rechtspflichten für die Fahrzeug-
führer.
In § 19, Abs. 1 wird von der Haltestelle
schlechthin gesprochen. Die Pflicht zur Vorsicht
und Rücksichtnahme gilt also für Bushalte-
stellen und Haltestellen von Schienenfahrzeu-
gen gleichermaßen. Eine Pflichterfüllung ist
vor allem durch die Wahl einer angemessenen
schwindigkeit zu realisieren und macht sich
ich Erläuterung 5 zum § 19 in drei Situatio-
nen notwendig:
-beim Vorbeifahren an öffentlichen Verkehrs-
mitteln, und zwar nicht nur, wenn links an
einem rechts haltenden öffentlichen Ver-
kehrsmittel (das wird meist ein Omnibus
sein) vorbeigefahren wird, sondern auch,
wenn der Omnibus oder die Straßenbahn
im Gegenverkehr halten, weil hier mit her-
vortretenden Fahrgästen vor oder hinter
dem öffentlichen Verkehrsmittel zu rechnen
ist;
-gegenüber Personen, die die Fahrbahn zwi-
schen einem öffentlichen Verkehrsmittel und
dem Gehweg bzw. Fahrbahnrand über-
queren;
-gegenüber Personen, die sich auf Halte-
stellerünseln befinden, wenn das Verkehrs-
zeichen 244 aufgestellt ist. Das wird vor
allem im Berufsverkehr notwendig sein, wenn
die Zahl der auf der Insel Wartenden so
groß ist, daß einige die Fahrbahn betreten
müssen oder die Gefahr besteht, daß Per-
sonen unbeabsichtigt auf die Fahrbahn ab-
gedrängt werden. Das gilt auch, wenn sich
keine Straßenbahn auf der Haltestelleninsel
befindet.
Obwohl diese Haltestelle von der baulichen
Gestaltung einer Haltestelleninsel ähnelt,
ist sie im rechtlichen Sinne eine Haltestelle,
weil sie mit dem Verkehrszeichen der Anlage 2,
Bild 244 gekennzeichnet ist. Hier ist am
Ende des Schienenfahrzeuges anzuhalten (die
beiden Fahrzeugführer hätten also noch
etwas vorziehen können)) unabhängig davon,
ob sich das Ende des Schienenfahrzeuges in
oder vor der Haltestelle befindet. Sind in eine
Doppelhaltestelle zwei Schienenfahrzeuge
eingefahren, muß am Ende des zweiten
angehalten werden, ist nur eines in der
Haltestelle, am Ende dieses einen. Fährt
dann ein zweites ein, bevor das erste weg-
ge1ahren ist, braucht nicht zurückgefahren zu
werden (Bild links).
Haltestellen beginnen in Höhe des aufge-
stellten Verkehrszeichens und enden, soweit
nicht durch Fahrbahnmarkierungen eine
andere Begrenzung festgelegt ist, 50 m nach
dem Zeichen. Die bisherigen Haltestellen-
schilder bleiben als Zeichen der Verkehrs-
betriebe weiterhin bestehen, haben jedoch
keine verkehrsrechtliche Bedeutung.
Auch Radfahrer sind Fahrzeugführer und
dürfen sich deshalb nicht zwischen den ein-
und aussteigenden Fahrgästen hindurch-
schlängeln, sondern müssen - wenn nötig -
ebenfalls am Ende des Schienenfahrzeuges
anhalten (Bild rechts).
Im Abs. 2 des § 19 werden besondere Forde-
rungen für das Verhalten an Haltestellen von
Schienenfahrzeugen erhoben. So muß die
Fahrgeschwindigkeit vor den Haltestellen
rechtzeitig und allmählich vermindert werden,
wenn ein Schienenfahrzeug in die Haltestelle
einfährt oder sich in ihr befindet. Die Forde-
rung, daß anzuhalten ist, sofern beim Wei-
terfahren die Fußgänger auf der Fahrbahn
behindert oder gefährdet werden könnten,
läuft in den allermeisten Fällen auf eine
Anhaltepflicht hinaus. Nur unter bestimmten
Umständen (zum Beispiel menschenleere,
breite Straße zur Nachtzeit bei ausreichender
Beleuchtung, keine Fahrgäste, die aussteigen,
obwohl die Straßenbahn schon relativ lange
hält) können diese Forderungen auch ohne
Anhalten erfüllt werden.
Haltestelleninsel
Die StVO 77 macht erstmals einen deutlichen
Unterschied zwischen einer Haltestelle und
einer Haltestelleninsel (siehe dazu die An-
lage 3, zur StVO, Begriff 17 „Haltestellen-
insel"). Soweit es sich hierbei um eine bau-
ich oder durch Markierung von der Fahr-
bahn abgegrenzte Fläche handelt, die den
Ein- und Aussteigenden einen Schutz gewähr-
leistet (z. B. Schutzgitter mit Fußgängerüber-
weg), wird kein Verkehrszeichen „Haltestelle"
(Anlage 2 Bild 243 oder 244) aufgestellt.
Damit entfallen hier auch die entsprechenden
Rechtspflichten für Fahrzeugführer nach § 19
StVO. Ist dagegen eine „von der Fahrbahn
abgegrenzte Fläche" zwar als solche zu erken-
nen, dieser Bereich aber mit dem Verkehrs-
zeichen Anlage 2, Bild 243 oder 244 gekenn-
zeichnet, so handelt es sich im rechtlichen
Sinne nicht um eine Haltestelleninsel, son-
dern um eine echte Haltestelle im Sinne des
§ 19 StVO mit allen sich hieraus ergebenden
Rechtspflichten.
Dr. Hans Neumann
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978  87
10 0 Stunden im Transit durch die CSSR (2)
Naturgebilde von ungewöhnlicher Schönheit
le  befinden sich unweit nördlich von Brno, im
AufEinladung des
Mährischen Korst (Moravsky Kras). Zu errei-
chen sind diese unterirdischen Sehenswürdig-  
tschechoslowakischen Verkehrs-
keiten in Richtung Blansko. Kurz vor Blansko  büros Cedok waren wir 100 Stun-
fahrt man die Abzweigung nach rechts und  
den aufder E15 und E16 in der
kommt zu jenen Kalkhöhenzügen, die in vielen  
CSSR unterwegs, um uns über
w  Jahrhunderten vom Wasser ausgehöhlt wur-
den. Heute sind in diesem Gebiet fast alle  die Transitbedingungen und
klassischen Karstformen konzentriert.  
Reisemöglichkeiten zu informieren.
Vier Höhleikomplexe können besucht werden.
In den Prospekten heißt es, daß man sich erst
1
nach Besichtigung aller vier Höhlen eine ab-
geschlossene  Vorstellung  von  den  unterirdi-
schen  Schönheiten  des  Mährischen  Karstes
machen kann.
Wir nahmen  in der Punkva-Höhle  nur eine
Ir e,
optische Kostprobe. Duch die Tropfsteinhöhle
mit Stolaamiten und Stalaktiten führt der Weg 1 11
zum -ube der sagenumwobenen tia m ttee'
Macocha-SchlLzcht. Mit Booten. geht es auf
unterirdischernflüssertrsedeei, .z"er  Tiefen
zwischen 35zewsdrnd 48mHiegen. weiter. 'ite
Die umkäterädt  Stadt
In den Morenstunden aes 2. Dezember 1ß05 iber1805
begann vor Wen Osttoren Brncs ein Blutbad,
das als DreikaiserscIIht  ;n  die Geschichte te
einging.  esJ7g. bei AusterJitk-Slav- -
94,44c
kov u Brna)i.einen.Sie  ttber- dt  Truen
des
österreichischen  K'ieisnd"ctes  ruftslscher n
Zaren, '
Rechts der Hauptstrt3e *..4Es  efUstI  kh .  -
auf  einer Anhöho. -jene'  Siejin, -van der aus
. Napoleon  seine  Mannen  in  dae:Gemetzel
schickte. Auf diesem historischen Huge----Mon
dem man weit in die 'J's gebung, bJi-cku kann e -
- ist der in Bronze.  idstpla; zu
sehen.
2
en
In Slavkov uBfjov  enftriel  ‚dieee Den .rc-.
kaiserschlacIilmrbtocks,chlafdeisSIadt '.e'-
für
den beispiebweise Anderrn an den fronzö-
ings
sischen Feldherren aufbewahrt
md.
isen
den Die Gurkilttrkenstctdt
iche
in Südwestlich B  bfihdisbhootDiese' n_
tant altertümliche. sahenswarte Ststsirtbete vor
- --
afe
allem durch die in der Umgbttg ähsgebou- - Du-
nter
ten Gurken bekannt. Zu Delikatefgsiiken ve-r
r.  
ve'
ge-
arbeitet, tragen sie den $4a  dtenSes1 über Lbe
die  Landesgrenze  hinaus. rlochinouch  viele In  viele
- h
Baudenkmölr machsm lnojnwh.weltweit be- er  be
t es
rühmt.  r
ädt.
0111.1
ner Den mittelolhchen Grundßelso6Zstem'o be' -
und wahrt. Zu dass kostbarsten Bejden4tncl'm oe •.-
ran-
hören die Burg sowie dieas&s,4ert ii.
hundert stammende romunche Ro*eed'e. Sie nue
äu- steht auf dem Getändeiriden&aue-
,
ert2 r&. Bei unsererneBesuch war akexiegs der
1oti  
Schlüssel nicht o.dztitreilens so daIiir en  -  - -
las 900jährigen Rundbau-nursmußerhch bemrskhten  +r'
beikonnten.  
- -  -
Das altertümliche der Stadt wird alljährlich
durch die historische „Znojmoer Weinlese"
lebendig, Dann ziehen Ritter durch die Gas-
sen, werden Turniere veranstaltet und ein
königliches Festmahl gerichtet.
Die Stadt der Heilbäder
In den nordwestlichen Ausläufern der Donau-
niederung liegt 162m über dem Meeresspie-
gel der größte und bekannteste slowakische
Kurort Pietony. Au der Vh mncbdeWihl&Nd der E
legen, bietet die Stadt nicht mfurrKsinfe.1enderKurrei
Erholung.
Im Hotel ‚Magnaliof' (katgorie A) stehen für ste
unsere louristen,Ziffmeisibereit, die allerdings all
für diesen Samdiesebeitr ausgebucht sind. u&
Die Zweig stellen7descR-Reisebüros nehmen ss
ansonsten die Buchungäri dafür vor. Außer den Auf
komfortablen Zimmern, die eine wohnliche wo
Atmosphäre besitzen, stehen 100 Plätze in Pk
dem geschmackvoll eFngedchtten Restaurant Res
sowie weitere IOOPlätm imiotdem Hotei-Gefei Hat
zur Verfügung. In -dgmgCath werde6atet rder
anderem 20 vers edme,d(afee-Arten altge- rten
boten.
Hotelgäste können für Fahrten fufFdrtMh f d
die hoteleigenen Boote nutze Frneetgit es ier
einen eiaerrerm Strand, der zum Bckn einlrädt. en
Auf drn Dadorten hat inartcsschtmtnttnniner
herrlichen Blickrdber die Stocihesoädeßmoab, uøddern
ein Gelegenheit(zu einereitvom dikzel veranHotel
stolteten gemöistben Beisaiirhnsisornmensein.
Piefany bestelirjedoch nicht nöräuiurlsw-aus l
sem und Hotels. Es besitzt einige setierwjsehe
Kulturdenkmäler. So beispielsweise die goeke di
schen Kirchen- und Ktosterreste, bzw, die klab-zw. d
sizistische St Stephonskirdie An - den ab-zw. d
Ayl
1978
88  88  
DER DEUTSOflE
Austerlitz (Slavkov u Bma) siegreichen franzö-  1 Sommers wie Winters herrschen
+
5 °C in
sischen Kaiser erinnert in Pie.fony das Napo-  den Höhlen des Möhrischen Karstes.Unser
leon-Kurhaus.  
Foto zeigt einen Ausschnitt aus dem ersten
Teil der Punkva-Höhle.
Die »zweite" Hauptstadt
Am Treffpunkt der E 15 und E 16 liegt Bratis-
lava. Es ist nach der Bevölkerungszahl die
drittgrößte Stadt der CSSR. Flächenmäßig ist
die Hauptstadt der Slowakischen Sozialisti-
schen Republik ebenso groß wie Praha.
Um den alten, erhaltenen Stadtkern wuchs -
allem in den letzten Jahren - Bratislava
großflächig nach außen. Und es wächst wei-
ter. Auffallend ist, daß zwischen den Neubau-
komplexen nicht mit Grün gespart wurde;
große Rosenflüchen und Parks geben der
Stadt etwas Erholsames.
Unterkünfte in der Donaustadt vermitteln die
Zweigstellen des DDR-Reisebüros in den
Hotels „Bratistava", „Cariton" und „Kyjev".
Die Burg von Bratislava wurde am 28. Mai
1611 durch einen Großbrand vernichtet. 142
Jahre blieben die ausgebrannten lJberreste
stehen, bis 1953 die Restaurierung begann.
Heute beherbergt sie das slowakische Natio-
nalmuseum.
Zu den repräsentativen Bauwerken der Ge-
genwart zählen das noch im Bau befindliche
Funkhaus, das die Farm einer auf die Spitze
gestellten Pyramide hat, der 200 m hohe Fern-
sehturm und die Brücke des Slowakischen
Nationalaufstandes. Diese Brückenkonstruk-
tion ist zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt
im Dreiländereck geworden.
Das Bauwerk wird nur mit Seilen über der
Donau gehalten. Die Seile sind in einem Pylan
verankert, auf dem sich in 80 m Höhe das
2 Der Eingang zur Punkvo-Höhle.
3 Die 900jährige Rotunde aufdem Gelände
einer Brauerei der südmährischen Stadt
Znojmo.
Fotos Schadewald
4 Detail des Planes der Dreikaiserschlocht
von 1805 vor den Toren Brnos. Napoleon
errang bei dieser Schlacht um Austerlitz
einen Sieg über die österreichischen und
russischen Truppen.
Panoromarestaurant „Bystrica" befindet. Für
3,— Ks pro Person ist man in Sekunden-
schnelle per Fahrstuhl oben. Allerdings ist der
Aufenthalt in dem attraktiven Rundbau nicht
jedermanns Sache. Während unseres Besu-
ches blies ein kräftiger Wind, der den Pylon
samt Restaurant mehr oder minder stark schüt-
telte. Das eigentümliche Rütteln war nicht nur
körperlich zu spüren, sondern auch an den
Flüssigkeiten sichtbar, die sich in den Tassen
und Gläsern bewegten.
Der von uns erhoffte Ausblick auf das Lichter-
meer des abendlichen Bratislavas blieb aus.
Die Innenbeleuchtung des Restaurants ist so
stark, daß sich alles in den Scheiben spiegelt.
Lediglich die angestrahlte Burg und die
Donaubrücke unter uns waren zu erkennen. Bei
guten Sichtverhältnissen scheint sich ein Be-
such am Tage eher zu lohnen.
De Weinstadt
Unmittelbar am Stadtrand Bratislavas begin-
nen die Kleinen Karpaten (Malä Korpaty). Ver-
läßt man die SSR-Hauptstadt nordöstlich in
Richtung Modra, zieht sich die Straße durch
unendlich scheinende Weinfelder, die in die-
sem Gebiet die Südhänge der Karpaten säu-
men. Modra selbst ist der größte Weinort der
CSSR. Der Weinanbau geht hier auf eine jahr-
hundertealte Tradition zurück. Doch nicht nur
Weinkenner kommen auf ihre Kosten.
Die dichtbewaldeten Karpaten laden zu erhol-
samen Wanderungen ein. Ferner gibt es eine
slawische Burgstätte aus dem 9. Jahrhundert,
Stodtbefestigungsreste aus dem 17. Jahrhun-
dert sowie andere wertvolle Bauwerke zu be-
wundern. Auch für Unterkunft ist gesorgt, Im
Berghotel „Zochova Chota', das bereits
außerhalb der Stadt in den Karpaten steht,
kann man auf Vermittlung der Zweigstellen
des DDR-Reisebüros Zimmer bestellen. Aller-
dings sind diese für den Sommer 1978 eben-
falls bereits verkauft.
Der gesamte Bau - einschließlich der Innen-
ausstattung - ist im rustikalen Stil gehalten,
was eine angenehme Atmosphäre schafft. Die
2-Bett-Zimmer (mit und ohne Bad) sowie die
Bungalows (bis maximal 5 Personen) verspre-
chen einen erholsamen Aufenthalt.
Schlußbemerkungen
Natürlich gibt es noch andere, besuchenswerte
Gegenden an den Transitstrecken durch die
CSSR. Einige von Ihnen, liebe Leser, werden
da eigene Erfahrungen gesammelt haben oder
sammeln können. Leider konnten wir aus
Platzgründen nur andeutungsweise wieder-
geben, was wir während der 100 Stunden in
der CSSR sahen (Teil 1 im Heft 2/1978,
Seite 48). Bei fast allen Zielen auf unserer
Tour - und so wird es vielen Transitreisenden
gehen - bedauerten wir, nicht mehr Zeit zu
haben. Eines wurde uns dabei deutlich: Süd-
mähren und die Westslowakei sind mehr als
einen Transitaufenthalt oder e i n e n Urlaub
wert.
Herbert Schadewald
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978  
89
In den vergangenen Wochen hatten wir alle
Hände voll zu tun, um die vielen Postkarten
zu unseren Preisausschreiben „StVO 77" im
Heft 11/1977 auszuwerten. Die überwiegende
Mehrzahl der Einsender notierte die richtigen
Antworten. Das beweist, wie gut die Verkehrs-
teilnehmer auf die neuen Anforderungen vor-
bereitet wurden. In der Praxis der letzten zwei
Monate hat sich das ebenfalls bestätigt, so
daß die StVO-Premiere als gut bestanden ge-
wertet werden kann.
Bei der Antwort gab es keine Probleme. Der
Paragraph 1 StVO enthält die Grundregeln für
das Verhalten im Straßenverkehr. Das sind:
Verantwortungsbewußtsein, Disziplin, Aufmerk-
scimkeit, Vorsicht und gegenseitige Rücksicht-
nahme. Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so
zu verhalten, daß Personen oder Sachwerte
nicht gefährdet oder geschädigt und Personen
nicht mehr als unvermeidbar behindert oder
belästigt werden.
Die StVO schreibt im Paragraph 13 Absatz 6
vor, daß der Straßenbahn „in jedem Falle die
Vorfahrt zu gewähren" ist. Erstaunlicherweise
gab es einige Leser, die sich auch für die bei-
den anderen Antwortvarianten entschieden.
Das ist um so unbegreiflicher, da wir ebenfalls
im Heft 11/1977 (,‚Vorrang für die Großen")
und bereits im Heft 10/1977 (,‚Kreuzungen")
speziell über dieses Problem schrieben.
„Kraftfahrzeugen, die sich durch die Sonder-
signale Blaulicht, Martinshorn oder Sirene mit
auf- und abschwellendem Ton bemerkbar
machen, ist bereits bei ihrer Annäherung die
ungehinderte Durchfahrt zu ermöglichen und
die Vorfahrt zu gewähren. Alle Fahrzeugfüh-
rer haben zu diesem Zweck unverzüglich so
weit wie möglich nach rechts zu fahren und so
anzuhalten, daß den Fahrzeugen mit Sonder-
signalen die Durchfahrt links der haltenden
Fahrzeuge möglich ist", heißt es im Para-
graph 44 Absatz 1 StVO.
Bei der Grundstellung des Verkehrspostens
quer zur Verkehrsrichtung - Halt - darf grund-
sätzlich nicht mehr nach rechts abgebogen
werden. Entsprechend Paragraph 4 Absatz 2
StVO dürfen Fahrzeugführer jedoch nach
rechts abbiegen, wenn das durch zusätzliche
Zeichen des Verkehrspostens angezeigt und
der Fußgänger- und Fahrzeugverkehr der frei-
gegebenen Verkehrsrichtung nicht gefährdet
oder behindert wird.
Wie bereits bei unserem Preisausschreiben im
Heft 7/1976 machte auch die abermals ge-
stellte Frage noch den Bedingungen zum Auf-
stellen der zugelassenen Warn- und Siche-
rungseinrichtungen im Heft 11/1977 vielen Le-
sern Schwierigkeiten. Darum empfehlen wir
allen, nach einmal einen Blick in die StVO
(Paragraph 25 „Sicherung abgestellter Fahr-
zeuge") zu werfen. Darin wird eindeutig fest-
gelegt, daß betriebsbedingt anhaltende Fahr-
zeuge so weit wie möglich an der rechten
Fahrbahnseite - möglichst außerhalb der
Fahrbahn - abzustellen sind. Bei Dunkelheit,
Nebel oder schlechter Sicht müssen diese ab-
gestellten Fahrzeuge durch zugelassene Warn-
und Sicherungseinrichtungen gekennzeichnet
werden. Und zwar hat das auf allen Straßen
(einschließlich Autobahren) außerhalb von
Ortschaften mindestens 100m hinter dem hal-
tenden Fahrzeug am rechten Fahrbahnrand zu
erfolgen.
Die meisten Einsender entschieden sich richtig
für die Variante b) - Fahrzeug B vor Fahr-
zeug A. Dennoch erreichten uns zu dieser
Frage einige Leserbriefe, aus denen wir ent-
nehmen konnten, daß dieser Vorfahrtsfall -
w f - -- -
--- -
1
Zu unserer Umfrage „Sie über uns"
(Heft 12/1977) erreichten uns ebenfalls
eine Vielzahl an Einsendungen, die ge-
genwärtig im Dresdener Rechenzentrum
noch ausgewertet werden. Uber das
Ergebnis werden wir Sie informieren,
sobald es uns vorliegt. Aber bitte bis
dahin Geduld. Bedanken möchten wir
uns auch für die vielen Hinweise, die
wir in unsere redaktionelle Arbeit ein-
fließen lassen wollen, sofern dies mög-
lich ist.
Dank der Unterstützung der Staatlichen
Versicherung der DDR konnten wir aus
allen Einsendungen die Gewinner von
insgesamt 1000,—Mark ermitteln. Unter
Ausschluß des Rechtsweges wurden fol-
gende Preistöger gezogen, die je
50,—Mark erhalten:
Werner Adler (Greifswald), Heike
Brauer (Holzweißig), Adolf Gensel
(Potsdam), Bernd Heller (Dresden),
Manfred Kahle (Magdeburg), 0. Köhler
(Berlin), Norbert Krooss (Weimar), Irm-
gard Kunze (Käthen), Egon Lindner
(Suhl), Marga Marquardt (Dahmsdorf),
Ralf Merseburger (Berlin), Harry Mül-
ler (Conradsdorf), Peter Reifschneider
(Tambach.Dietharz), Roland Rudolph
(Plauen), D. Sachse (Wilthen) Ingrid
Seibt (Leipzig), Christian Timpert (Mal-
chow), Woißenburger (Jena), Werner
Zaertner (Hagenow), Klaus Zimmer-
mann (Schmölln),
Herzlichen Glückwunsch
der eigentlich nicht unmittelbar mit der neuen
StVO zu tun hat - oft noch Kopfzerbrechen
bereitet. Im Paragraph 13 Absatz 3 StVO heißt
es: „Dem Benutzer der Hauptstraße (Anlage 2
Bild 301) ist vom Benutzer der Nebenstraße
(Anlage 2 Bild 226 oder 227) die Vorfahrt zu
gewähren." Dabei spielt es absolut keine
Rolle, ob der Benutzer der Hauptstraße seine
Fahrtrichtung beibehält oder nicht, Fahrzeug A
(in unserem Beispiel Benutzer der Neben-
straße) muß dem Fahrzeug B als Benutzer der
Hauptstraße die Vorfahrt gewähren, obwohl B
Linksabbieger ist.
Aus den richtigen Einsendungen losten wir
unter Ausschluß des Rechtsweges die folg'
den Gewinner aus;
1000,—Mark: Christel Harcks (Rostock)
500,—Mark: Stefan Hänse (Weida)
250,—Mark: Horst Hasch (Golzow), Rudi Kos-
sack (Senftenberg), Edgar Paul (Berlin), Grit
Schediwy (Gera), Karin Weiß (Heyda)
100,—Mark: Friedrich Bange (Blankenburg
Harz), Silvia Hoffmann (Markkleeberg), Uwe
A. Kamphenkel (Hasselfelde), Dietmar Krause
(Leuna), Günter Kremtz (Eisenhüttenstadt),
Regina Neitzsch (Holzhausen), Harald Raue
(Dresden), E. Schauberger (Halberstadt), Ger-
hard Schrumpf (Sömmerda), Ute Stötzner
(Schmölln)
50,—Mark: Ines Banas (Trebnitz), Bernhard
Bosse (Köthen), Klaus Böhme (Karl-Marx-
Stadt), Karl-Heinz Buller (Nauen), Otto Czwing
(Rostock), Karlheinz Dienel (Bautzen), Klaus
Dittmann (Querfurt), Inge Dowideit (Witten-
burg), G. Ehrhardt (Jena), Heinz Gerlach
(Dresden), Margarete Göschel (Weida), Hein-
rich Graul (Fischersdorf), Sabine Günther
(Karl-Marx-Stadt), H.-J. Hänel (Wittenberg),
Klaus Hass (Genshagen), Ralf Hauschild (
sterwalde), Thomas Hein (Haldenslebi..
Wolfgang Hetze (Lichtenstein), Lisa Hölzer
(Frankfurt/Oder), Eva Hundertmark (Treuen.
brietzen), Dr. G. Israel (Mölkau), Joachim
Knüttel (Coswig), Margot Kreutzer (Kleinau),
Günth  Kuhardt (Schwerin), Frank Maiwald
(Meißen), Liane Mörl (Rudolstadt), Karl-Heinz
Müller (Dresden), Erich Nötzold (Krumher-
mersdorf), Frank Peters (Bergen), Rudolf
Pfeiffer (Radeberg), Simone Pohlensänger
(Magdeburg), Burkhard Preuß (Bergen), Sieg-
fried Röber (Stralsund), Siegfried Ruhmann-
seder (Erfurt), Schenk (Halle), Kurt Schlesin-
ger (Zwickau), Rolf Scholz (Waldenburg),
Helga Schulze (Mölkau), Heinz Seifert (Frau-
reuth), Elke Spiegel (Wernigerode), Gisela
Stündl (Freiberg), Heinz Suk (Hoyerswerda),
Jürgen Täschner (Leipzig), Obermatrose
Matthias Thees (Saßnitz), Reinhard Thus
(Greiz-Pohlitz), Andreas Ullrich (Bergen),
Günter Urban (Zeulenroda), Monika Wegener
(Oderberg), Andreas Weschenfelder (Plauen),
Helmut Witing (Radebeul), Gerhard Wunder
(Eberswalde-Finow),  Herbert  Wunderlich
(Sömmerda), Hans-Henning Zeinert (Gera),
Jürgen Zierke (Stralsund), M. Zippel (Halle)
Wir gratulieren allen Gewinnern. Die Post
bringt Ihnen demnächst das Geld ins Haus.
90  ---..  
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
Künftig werden wir bei all unseren Preisfra-
gen dieses bereits bekannte Antwortschema
verwenden, das Sie bitte ausfüllen möchten,
denn wir wollen auch weiterhin jede Zuschrift
im Dresdener Rechenzentrum auswerten las-
sen. Ihre Antworten auf unsere heutigen Fra-
gen tragen Sie bitte mit einem Kreuz in das
entsprechende Kästchen des Fragespiegels ein.
Beim weiteren Ausfüllen des Vordruckes bitte
die freien weißen Kästchen (einschließlich
denen unter den Nummern 68 und 75) ver-
wenden. Die roten Kästchen und die unter den
Nummern 77 und 78 sind nicht auszufüllen,
Sollte die Postleitzahl Ihres Wohnortes nur
zwei- oder dreistellig sein, so beginnen Sie in
jedem Fall im Kästchen unter der Nummer 44!
Das Schemaschneiden Sie bitte aus und kle-
ben es auf die Rückseite einer Postkarte. Diese
adressieren Sie an
Redaktion
Der Deutsche Straßenverkehr
8072 Dresden
PSF 136
Einsendeschluß ist der 31. Mai 1978 (Datum
des Poststempels). Die rechentechnische Aus-
wertung dieses Fragespiegels erfolgt im
Rechenzentrum anonym. Wer seinen Namen
nicht nennen will, braucht dies nicht zu tun
kann aber nicht in die Auslosung kommen.
Die Hauptabteilung Verkehrspolizei im Ministe-
rium des Innern und die Staatliche Versiche-
rung der DDR stellten uns für die richtigen
Antworten die folgenden 16 Preise zur Ver-
fügung
1)< 500,— Mark
1
)<
250,— Mark
1)< 100,— Mark
13 X 50,— Mark
Es ist am Ende des Schienenfahrzeugs anzu-
halten, sofern beim Weiterfahren die Fußgän-
ger auf der Fahrbahn behindert oder gefähr-
det werden könnten.
C) Wenn sich ein Schienenfahrzeug in einer
Haltestelle befindet, müssen Fahrzeughalter in
jedem Fall am Ende des Schienenfahrzeuges
anhalten, Nach Ertönen bzw. Aufleuchten des
Abfahrtssignals darf die Weiterfahrt fortge-
setzt werden; bis zum Ende der Haltestelle ist
mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren.
Wozu sind Fahrzeugführer an Fußgängerüber-
wegen (Bild 245 und 508 der Anlage 2 zur
StVO) verpflichtet?
A) Fahrzeugführer müssen in jedem Fall vor
der Fahrbahnmarkierung am Fußgängerüber-
weg anhalten, wenn sie am Fahrbahnrand
Fußgänger erkennen, die den Fußgängerüber-
weg benutzen wollen. Nach dem Anhalten
darf mit Schrittgeschwindigkeit weitergefahren
werden, sofern Fußgänger auf der Fahrbahn
nicht gefährdet werden.
B) Bei der Annäherung an Fußgängerüber-
wege müssen Fahrzeugführer die Fahrge-
schwindigkeit rechtzeitig und allmählich ver-
mindern und vor der Fahrbahnmarkierung an-
halten, wenn sich auf dem Fußgängerüberweg
Fußgänger befinden, die beim Weiterfahren
behindert oder gefährdet werden könnten.
Fahrzeugführer dürfen nach dem Anhalten die
Fahrt fortsetzen, wenn sie ausreichende Sicht
auf den Fußgängerüberweg hoben und Fuß-
gänger nicht gefährden.
C) Wenn sich Fußgänger auf dem Fußgänger-
überweg befinden, dürfen Fahrzeugführer nur
mit Schrittgeschwindigkeit weiterfahren.
anzuhalten, wenn keine ausreichende Sic
dem Fußgängerüberweg gegeben ist ad
Kinder bzw. hilfsbedürftige Personen a
Fahrbahn befinden.
Unter welchen Bedingungen ist für Fahr
führer beim Farbzeichen „Rot" das Rech
biegen gestattet?
A) Fahrzeugführer dürfen bei „Rot"
rechts abbiegen, wenn das durch Fahrt
markierungen angezeigt und der Fußgä
und Fahrzeugverkehr der freigegebenen
kehrsrichtungen nicht gefährdet oder b
dert wird.
B) Fahrzeugführer dürfen bei „Rot" nach
abbiegen, wenn das durch einen zusätzl
grünen Pfeil angezeigt ist und der Fußgä
und Fahrzeugverkehr der freigegebenen
kehrsrichtungen nicht gefährdet oder b
dert wird.
C) Fahrzeugführer dürfen bei „Rot"
rechts abbiegen, wenn das durch einen z
iichen grünen Pfeil angezeigt ist. Fußg
und Fahrzeugführer der freigegebenen
kehrsrichtungen müssen abbiegenden
zeugen den Vorrang einräumen.
.
Für die Beantwortung unserer heutigen
empfehlen wir vor dem Ankreuzen noch
Blick in die StVO zu werfen. Dies erhöh
Sicherheit Ihre Gewinnchancen. Wir wüm
Ihnen viel Erfolg!
Ihre Reda
An Haltestellen (Bild 243 oder 244 der An-
lage 2 zur StVO) sind Fahrzeugführer beim
Vorbeifahren an öffentlichen Verkehrsmitteln
und gegenüber Personen, die zum Ein- oder
Aussteigen die Fahrbahn betreten oder sich
auf Haltestelleninseln befinden, zu besonde-
rer Vorsicht und Rücksichtnahme verpflichtet.
Welche konkreten Rechtspflichten hat dei
Fahrzeugführer an Haltestellen von Schienen-
fahrzeugen?
A) Vor Haltestellen von Schienenfahrzeugen
haben Fahrzeugführer ihre Fahrgeschwindig-
keit rechtzeitig und allmählich zu vermindern,
wenn ein Schienenfahrzeug einfährt oder sich
in ihr befindet. Falls durch das Weiterfahren
die Fußgänger auf der Fahrbahn gefährdet
werden könnten, ist am Verkehrszeichen
(Bild 244) anzuhalten.
B) Vor Haltestellen von Schienenfahrzeugen
(Bild 244) haben Fahrzeugführer ihre Fahrge-
schwindigkeit rechtzeitig und allmählich zu
vermindern, wenn ein Schienenfahrzeug in die
Haltestelle einfährt oder sich in ihr befindet.
(-)
0
-:
poJ ,'J DJ J I,
MJ ?S
-e pfwoj
IWHd
pa-/,tJ øJ H
.e
ja&iofignj sjo
LO)
L
:
t -Q
53
Q )
c
?i
0
-
.t:
L
-c
(4I
c
i2
0 )
L
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
An der Wiege des Trabant
J, 1
Am 27. Februar ging im
VEB Automobilwerke „Sachsenring"
die neue Ausstattungsvariante
„Trabant 601 S-de luxe" in Serie.
Sie wird neben den bisherigen
Varianten angeboten.
„Der Deutsche Straßenverkehr"
stellte den „Trabant 601 S-de luxe"
bereits in Heft 9/77 ausführlich vor.
Wir nehmen die Gelegenheit vielmehr
zum Anlaß, uns einmal
bei den Zwickauer Automobilbauern
in den Werkhallen umzusehen.
Die teilautomatische ßodenschweißstraße:
In 1,55 Minuten wird die Bodengruppe durch
10 Stationen geführt.Dabei werden
705 Schweißpunkte und etwa 1080 mm CO2-
Schweißnaht automatisch ausgeführt.Seit
ihrer Inbetriebnahme Anfang 1974 bis Ende
1977 wurden hier etwa eine halbe Million
Fahrzeugböden geschweißt.Das Kollektiv der
Zwickauer Automobilbauer, das diese Schweiß-
straße konstruierte und baute, wurde mit
dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet
(Bild oben).
Der Spritzroboter in der Lackiererei: Was vor-
her 14 Arbeitskräfte per Hand leisten mußten,
machen jetzt automatisch gesteuerte Spritz-
roboter.Ein hervorragendes Beispiel sozialisti-
scher Rationalisierung beim Grundieren und
beim Auftragen des Unterbodenschutzes
(Bild Mitte).
Der Punktschweißroboter ZIS 986 im Karosserie-
rohbau: Seit dem 15.Dezember 1977 ist er
im Einsatz.In 50 Sekunden schweißt er gleich-
zeitig in die hintere linke und rechte Rad
schalenhölfte je 30 Punkte, die Stoßdämpfer-
stützen.Der Punktschweißroboter ZIS entstand
in wissenschaftlich-technischer Gemeinschafts-
arbeit des Zentralinstituts für Schweißtechnik
Halle und des VEB Automobilwerke „Sachsen-
ring" Zwickau (Bild unten).
-
92  
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
12
j
Die Neuen
2372 neue Verkehrssicherheitsaktivs - wer kümmert sich um sie?
Die Zahl imponiert. In keinem Jahr zuvor gab
es eine so große Zunahme ehrenamtlicher
Kollektive. Ursache dieses Aufschwungs war
die neue Straßenverkehrsordnung, das Bedürf-
nis, sich über die neuen und geänderten
Rechtsnormen aufzuklären. Die Schulungs-
arbeit ist in ihrer ersten Informationsetappe
abgeschlossen. Und nun? Jeder weiß, daß
man diese „Neuen" am Leben erhalten und
stabilisieren muß. Doch Absichtserklärungen
allein reichen nicht aus. Man muß ihre Pro-
bleme kennen, ihnen bei deren Lösung
helfen.
Siegfried Gollub, Sekretär des FDGB-Kreis-
vorstandes Wismar, gehört zu jenen Fünktio-
nären, die sich ihrer angenommen haben.
Im Kreis Wismar ist die Zahl der Verkehrs-
sicherheitsaktivs im Jahr 1977 über 30 Pro-
zent gestiegen. Er will mit diesen Kollektiven
die Spitzenposition des Kreises Wismar im
Leistungsvergleich innerhalb des Bezirks
Rostock 1978 erfolgreich verteidigen. Seine
Sie verfügen meist weder über materielle
noch über finanzielle Mittel, da sie gar nicht
geplant waren. In Leiterkreisen glaubt man,
unter VSA-Arbeit im Betrieb nur die Betreu-
ung der Berufskraftfahrer verstehen zu müs-
sen. Meist haben sie bislang weder bestätigte
Lektoren noch mit Kontrollbefugnissen ausge-
stattete Mitglieder.
Mit Hilfe des FDGB-Kreisvorstandes Wismar
werden die erfolgreichen und erfahrenen Ver-
kehrssicherheitsaktivs großer Betriebe - z. B.
der Matthias-Thesen-Werft und des Kraftver-
‚kehrs - zur Kooperation mit den unerfahre-
nen neuen Kollektiven kleinerer Betriebe auf-
gefordert. So übernehmen die ‚Großen" ge-
wissermaßen die Funktion von Leit-Verkehrs-
sicherheitsaktivs, denen ganz bestimmte klei-
nere Kollektive in der Zusammenarbeit zuge-
ordnet sind. So werden von Anfang an die
monatlichen Schulungen und die technischen
Uberprüfungen in all diesen Betrieben ge-
währleistet. Die Verantwortung der jeweiligen
Betriebsgewerkschaftsleitungen für ihre
kehrssicherheitsaktivs wird dadurch in 1
Weise eingeschränkt.
Die Art und Weise der Kooperation, d
Kreis Wismar entwickelt wurde, soll nicl
einzig mögliches Rezept gelten. Wohl ab
für alle die richtige Konsequenz, daß mi
neuen Verkehrssicherheitsaktivs koo
werden soll. Dieses „an die Hand neh
darf keine „Vormundschaft" sein, denr
Hilfe der VP-Kreisämter sollen in kurze
auch die geeigneten Mitglieder der
Verkehrssicherheitsaktivs mit Befugnisser
Lektoren, als technische (Jberprüfer, als
erlaubnisprüfer usw. ausgestattet werde
Für die Arbeitsgruppen „Sicherheit im
ßenverkehr" und die Verkehrserziehung
tren gilt die Unterstützung und Anleitung
neuen Verkehrssicherheitsaktivs als Scl
punkt. Die Tatsache, daß es sich dabei
wiegend um Kleinbetriebe handelt, da
keiner Unterschätzung dieser Kollektive ff1
wichtigsten Partner auf dem Gebiet der Ver-
kehrserziehung sind die VSA-Vorsitzenden.
Sind sie erst einmal gefunden, dann gibt es in
jedem Betrieb auch einige Kollegen, die zur
Mitarbeit im Verkehrssicherheitsaktiv bereit
sind.
Damit ihre einmal durch die Schulungsarbeit
zur StVO entwickelte Aktivität nicht erlahmt,
sind die Wismarer „Neuen" sofort in den
Leistungsvergleich der VSA planmäßig mit
einbezogen worden. Ab März sollen sie
bei der Vorbereitung einer Verkehrserziehungs-
woche zum Sommerfahrverkehr konkrete Auf-
gaben erhalten.
Das wichtigste Problem der meisten neuen
Verkehrssicherheitsaktivs ist aber, daß sie vor-
wiegend in Kleinbetrieben gebildet worden
sind, weil die Großbetriebe verständlicherweise
schon lange Zeit vorher VSAs hatten. In den
Kleinbetrieben sind sie auch zahlenmäßig
klein, so daß ihre Aufteilung in mehrere
Arbeitsgruppen - Schulung, Technik, innerbe-
trieblicher Fahrverkehr - gar nicht möglich Ist.
Kontra gefährliche Promille.Mit hohem Ver-
antwortungsbewußtsein fuhren Mitglieder von
Verkehrssicherheitsaktiven und Freiwillige
Helfer der Volkspolizei Alkoholkontrollen
durch (Bild links).
Verkehrssicher aufdem Fahrrad.Kontrolle
unter VSA-Aufsicht.Patenschaften mit Wohn-
gebieten und Schulen bewähren sich (Bild
rechts).
Fotos: Tauscher
Deshalb ist es ratsam, wenn die Vorsitzer
der neuen Verkehrssicherheitsaktivs zu spe
len Erfohrungsaustauschen eingeladen wer
wenn erfahrene Funktionäre in den Veran
tungen der neuen Kollektive auftreten, v
Mitglieder der neuen VSAs in die spezi
Kommissionen der Verkehrserziehungszer
aufgenommen werden.
Den neuen Verkehrssicherheitskollektiven
zu empfehlen, im Rahmen bestehender Pa
schoften ihrer Betriebe zu Wohngebi
Schulen und Feierabendheimen auch wirk
zu werden. Auch sollten sie ihrerseits Mög
keiten suchen, mit anderen Betrieben bei
Bildung und Nutzung von Betriebsfahrsch
und von Erste-Hilfe-Lehrgängen die Kräft
vereinen. Ihre Kollegen werden's ihnen
ken,  Lothar H
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
Stempel im Ber.-Schein  z. Z. ohne Stempel
Zeitdruck  ohne Zeitdruck
Selbsteinschötzung  ‚vorsichtige" Fahrer
10 20 30 40 sec
Ampelzyklus
In Grün-Gelb-Phase fahren:
80
70
60
50
40
30
20
10
Männer
25-50 Jahre
(außer Anfänger)
2-15 Jahre
Berufskroftfohrer
Routiniers
(über 7000 km/h)
2-5 Jahre
selten Fahrende
Alleinfahrer
Fahrzeughalter
Fahrzeugeigentümer
Unfallfreie
‚schuldhaft" beteiligte
Unfäller
z. Z. mit Stempel
„eilige" Fahrer
„zügige" Fahrer
10 20 30 40 sec
Arrzpelzykkjs
Fahrgeschwindigkeit (km/h) und deren rela-
tive Streuung (V°/0) in Abhängigkeit von
Ampelentfernung und Ampelphase über alle
beobachteten Fahrzeuge
(Anmerkung: V°/0
=s '_i00
(O/),
wobei
x
s =Streuung, X =Durchschnitt; Beispiel:
VO / 0 =30 heißt:
±
300/0 Abweichung gegen-
über der Durchschnittsgeschwindigkeit für
diesen Meßpunkt)
Kriterium
 
langsamer
biologische Faktoren:
Geschlecht Frauen
Alter 18-25 Jahre
(meist Anfänger)
über 50 Jahre
Erfahrung:
Fahrerlaubnisalter Anfänger bis 2 Jahre
über 15 Jahre
km/Jahr Gelegenheitsfahrer
(bis 7000km/Jahr)
Vertrautheit:
mit Fahrzeug
mit Ortlichkeit
sonstige Fahrtumstände:
Mitfahrer
Eigentum
weniger als 1 Jahr
mehr als 10 Jahre
(da Alterung des Kfz)
täglich Fahrende
Ortsfremde
2-5 Mitfahrende
Fahrzeugnutzer
Unfallbeteiligung  
Unfälle (vor allem
„schuldlos" Beteiligte)
und
Unter dem Begriff „Fahrverhalten' werden
sämtliche Aktivitäten eines Fahrzeugführers
verstanden, die er während der Fahrt aus-
führt. Zu den wichtigsten gehören u. a. die
Regulation der Fahrtrichtung, der Geschwin-
digkeit, das Erfassen und Verarbeiten von
Informationen (z. B. durch Verkehrzeichen ge-
gebene) und die Kommunikation mit anderen
Verkehrsteilnehmern (ein Reagieren auf das
Verhalten der anderen).
Mit der zunehmenden Verkehrsdichte auf un-
seren Straßen erhöhen sich die Anforderun-
gen an die Kraftfahrer. Zunehmende Bedeu-
tung für die Erhöhung der Sicherheit und
Flüssigkeit des Verkehrsgeschehens erlgngt die
Koordination des Fahrverhaltens zwischen den
Verkehrsteilnehmern, der Umstand, daß das
Fahrverhalten des einen Verkehrsteilnehmers
zu Verhaltenskonsequenzen für andere führt
oder führen kann (vergleiche auch
§
1 der
StVO). Unfallanalysen zeigen, daß nicht we-
nige Unfälle auf eine mangelhafte Abstim-
mung des Verhaltens der am Unfall beteilig-
ten Personen zurückzuführen sind (zum Bei-
spiel die meisten Auffahrunfälle beim Fahren
in der Kolonne).
Notwendigkeiten
Die Abstimmung des Fahrverhaltens setzt aber
bei den Verkehrsteilnehmern voraus, daß sie
über das Verhalten der anderen eine zutref-
fende Vorhersage treffen können. Das wieder-
um ist ihnen nur möglich, wenn sie sich in die
Lage der anderen versetzen und daraus wieder
auf ein mutmaßliches Verhalten schließen kön-
nen. Die Genauigkeit solcher Vorhersagen
hängt vom Grad der (Jbereinstimmung des
Fahrverhaltens unterschiedlicher Verkehrsteil-
nehmer in vergleichbaren Verkehrssituationen
ab. Diese Obereinstimmung wird nicht auto-
matisch durch die Bestimmungen der StVO
erzielt weil die Verkehrsvorschriften dem Kraft-
fahrer viele Freiheitsgrade zur Realisierung
eines persönlichen Fahrstils offenlassen.
Die Koordination des Fahrverhaltens ist in
Situationen großer Ereignisdichte (wo also in
kurzer Zeit verschiedenste Informationen wahr-
genommen und verarbeitet und Handlungen
ausgeführt werden müssen) besonders wichtig.
Solche Bedingungen sind beispielsweise beim
Befahren von Kreuzungen und Einmündungen
gegeben.
Untersuchungsbedingungen
Die Sektion Arbeitswissenschaften der TU
Dresden hat deshalb zusammen mit dem Insti-
tut für Verkehrssicherheit der Hochschule für
Verkehrswesen ‚Friedrich List" Dresden Unter-
suchungen zum Fahrverhalten an lichtsignal-
geregelten Kreuzungen durchgeführt. Die Un-
tersuchungen konzentrierten sich auf die Erfas-
sung der Fahrgeschwindigkeit in unterschied-
licher Entfernung von der Lichtsignalanlage
und zu unterschiedlichem Zeitpunkt bezüglich
des Signalisationszyklus. Es wurde das Ziel ver-
folgt, einen Uberblick über den Grad der Ver-
haltensunterschiede in Abhängigkeit von der
Entfernung der Lichtsignalanlage und dem
94  
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
Ergebnisse
einer
verkehrspsychologischen
Untersuchung
Zykluszeitpunkt zu gewinnen und diese Unter-
schiede auf Bedingungen zurückzuführen, die
sich aus den Personen (Kraftfahrern) und der
Situation ergaben.
Die Erhebungen beruhen auf Geschwindig-
keitsmessungen an etwa 800 geradeausfah-
renden Einzel- oder Spitzenfahrzeugen der
Typen Trabant, Wartburg und Barkas auf einer
Dresdener, vielbefahrenen Kreuzung bei „nor-
malen" Verkehrsbedingungen (Wochentag, am
Tag, außerhalb der Spitzenzeiten, trockene
Fahrbahn, konstanter Ampelzyklus, normale
Verkehrsdichte). Die drei Meßstellen befan-
den sich 75 und 25 m vor sowie unmittelbar
auf Höhe der Lichtsignalanlage.
200 m hinter der Kreuzung wurden die be-
troffenen Fahrzeuge angehalten. Dem Fahrer
wurde ein Fragebogen ausgehändigt, in dem
Angaben zu Geschlecht, Alter, Fahrpraxis, Orts-
kenntnis und Besonderheiten der Fahrsituation
(zum Beispiel Anzahl der Mitfahrenden, Be
sitzverhältnisse gegenüber dem Fahrzeug, frü-
here Beteiligung oder Verschuldung an Ver-
kehrsunfällen, Anzahl ungejöschter Stempel,
Einschätzung des persönlichen Fahrstils, Zeit-
druck usw.) erbeten wurden.
Untersuchungsergebnisse
- Mit zunehmender Annäherung an eine Licht-
signalanlage passen die Kraftfahrer ihre
Fahrgeschwindigkeit immer deutlicher dem
Signalisationszyklus an (siehe linkes Dia-
gramm).
- Dabei werden mit zunehmender Annä-
herung die individuell gewählten Fahrge-
schwindigkeiten immer unterschiedlicher,
falls die Verkehrssituation eine Weiterfahrt
nicht verbietet (wie bei Rot unmittelbar auf
Höhe der Lichtsignalanlage, siehe rechtes
Diagramm).
- Besonders auffällige Unterschiede in der
Wahl der Fahrgeschwindigkeit bestehen in
der Grün-Gelb-Phase im unmittelbaren
Ampelbereich (vergleichbare Kurve für 0 m
im rechten Diagramm).
-Für diese Tatsache gibt es Erklärungen, wie
sie in nebenstehender Obersicht zusammen-
getragen wurden. Die zwei Möglichkeiten
langsamer" bzw. „schneller" beziehen sich
auf die Fahrgeschwindigkeit bei Grün-Gelb
in Höhe der Lichtsignalanlage.
Schlußfolgerungen
Bezieht man diese Ergebnisse auf das ein-
gangs gestellte Problem einer Verhaltens-
prognose gegenüber anderen Verkehrsteilneh-
mern, so zeigen sie am Beispiel, daß diese
Voraussage immer unzutreffender wird, je
komplizierter die konkrete Verkehrssituation
ist, weil hierin die individuellen Verhaltens-
weisen am deutlichsten voneinander abwei-
chen.
Die in der Obersicht zusammengetragenen
Merkmale schneller oder langsamer fahrender
!:  
.4..
.4  
-.
Verkehrsanalysen ergaben, daß gerade in
der Grün-Gelb-Phase unterschiedliche Verhal-
tensweisen auftreten. So auch im Bild. Wäh-
rend das linke Fahrzeug bremst, fährt das
rechte weiter. Besser ist ein einheitliches
Verhalten.
Verkehrsteilnehmer macht deutlich, daß für die
Wohl der Fahrgeschwindigkeit (und das gilt
mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für andere
Verhaltensweisen) neben sichtbaren (Alter,
Geschlecht, Anzahl der Mitfahrenden) und mit
einiger Sicherheit erschließbaren (Ortskennt-
nis, abgeleitet aus dem polizeilichen Kenn-
zeichen) auch schwer erschließbare oder der
flüchtigen Beobachtung unzugängliche Merk-
male (Stempel im Berechtigungsschein, Zeit-
druck, frühere Unfallbeteiligung) eine Rolle
spielen.
Was lehrt uns das?
Appelle an die Vernunft der Kraftfahrer ver-
mögen allein die Uniformität des Fahrver-
haltens sicherlich nicht hinreichend zu ver-
bessern. Es ist deshalb sowohl von den aus-
bildenden als auch den verkehrserzieherischen
und -regulierenden Einrichtungen auf die An-
erziehung und das Praktizieren eines zweck-
mäßigen, „normalen" Fahrverhaltens einzu-
wirken. Dazu sind verschiedene Maßnahmen
denkbar und wünschenswert;
—Es muß schon das erklärte Erziehungsziel der
Fahrlehrer in den Fahrschulen sein, die
Fahrschüler zu „normaler", d. h. zügiger,
übersichtlicher, der allgemeinen Fahrpraxis
entsprechender Fahrweise zu erziehen. Es
sollte nicht, wie es leider allzu oft beobach-
tet werden kann, auf ein übervorsichtiges
Fahrprüfungsverhalten" orientiert werden.
- Die für die Organisation des Straßenver-
kehrs Verantwortlichen sollten darauf achten,
daß die verkehrsleitenden und -regulieren-
den Maßnahmen ein „normales" Fahrver-
halten nicht unnötigerweise behindern.
zwei Beispiele.
Die Dauer der „kritischen" Phasen an
Lichtsignalanlagen (Zuschaltung von (
ist gesetzlich vorgegeben. Die Praxis
aber, daß sich der Kraftfahrer darauf
verlassen kann, da auftretende Abwei
gen nicht oder zu selten korrigiert we
Für Ortsfremde wird es damit faktisch
möglich, ein Gefühl für den Signalisat
rhythmus einer bestimmten Lichtsignalar
zu entwickeln.
Es kann immer wieder beobachtet we
daß generelle oder spezielle Geschwir
keitsbegrenzungen gerade von ortsar
sigen Kraftfahrern nicht immer exakt ei
halten werden. Nicht selten wird die Urs
dafür in der Unangemessenheit solcher 1
legungen zu suchen sein (z. B. Geschwin
keitsbegren'zungen, die nach beend
Baumaßnahmen „vergessen" wurden). (
ansässige wissen das und verhalten sich
sprechend. Damit verstoßen sie zwar ge
die StVO, psychologisch ist das jedoch
klärbar. Ortsfremde aber, die sich an
Geschwindigkeitsbegrenzung halten, wei
für den „normalen" Verkehrsablauf ur
absichtigt zum „Hindernis".
- Es ist zu überlegen, ob polizeiliche Verke
erziehungsmaßnahmen nicht nur vorrar
zur Unterbindung riskanten Fahrverholt
sondern häufiger als bisher auch zur Ur
bindung übertrieben zögernden Fahrens
nutzt werden sollten. Das gilt in besonde
Maße für die ausgesprochenen „Bumml
die nicht selten den Nachfolgenden zu
kanten tjberholmanövern reizen, weil sie
Verbindung zur Kolonne uneinsichtigerw
abreißen assen, Richtgeschwindigke
unterschreiten usw.
- In der Ausbildung und in Kraftfahrerschul
gen sollten Möglichkeiten des Erkennes
„Außenseitern" trainiert bzw. die Notv,
digkeit und Möglichkeiten der Kennze
nung (Anfänger „A" usw.) propagiert s
den.
„Alte Hasen" im Straßenverkehr verblü'
unerfahrene oft dadurch, daß sie färm
ahnen, ob sich ein anderer außergewä
lich benehmen wird. Als Anhaltspunkte
solche Ahnungen werden genannt; ält
Herr mit Hut, verkrampft sitzende jul
Frau mit Kleinstkind im Kindersitz, off
sichtliche Familienausfahrt im peinlich
putzten Trabant, Fahrer, die mit gezoge
Starterklappe und angezogener Ha
bremse fahren, Fahrer vom „Lande" in
Großstadt (nach dem polizeilichen Kenn
chen) usw. In solchen Beobachtungen st
eine gehörige Portion Erfahrung, aber a
Fehleinschätzung und Uberheblichkei.
Solche - und sicher auch noch andere - Mi
nahmen können und sollen individuelle Fa
stile nicht beseitigen, aber die Zahl
„Außenseitern" reduzieren helfen. Und das
angesichts der zunehmenden Verkehrsdic
dringend geboten.
Dr. Harald Raum, TU Dresd
Sektion Arbeitswissenschafter
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
khutz den Greifvögeln
)ie ständig zunehmende Verkehrs-
lichte auf unseren Straßen for-
ert nicht nur unter Hirschen,
ehen, Hasen, Igeln usw. O pfer,
;ondern auch in starkem Umfang
unter den Vögeln. Rebhühner
pflegen sogar familienweise zu
verunglücken.
Die überfahrenen Tiere stellen
eine Nahrungsquelle für Geif-
vögel dar. Die meisten Greifvögel
bevorzugen den Verzehr von
bereits toten Tieren, Der Verzehr
überfahrener Tiere bringt eine
Gefährdung der Greifvögel durch
den Verkehr mit sich. Besonders
hohe Verluste erlitten Schleier-
Ohne Spiegel
Während in unserer StVZO der
Paragraph 64 Absatz 1 festlegt,
daß Kraftfahrzeuge mit Innen- und
Außenspiegel ausgerüstet sein
müssen, ist dies nicht in allen Län-
dern eine zwingende Vorschrift.
Auf meiner Reise zum Schwarzen
Meer beobachtete ich, daß zahl-
reiche bulgarische Kraftfahrzeuge
nicht mit einem Außenspiegel aus-
gerüstet sind. ld'i rote aus Erfoh-
Autowracks
Wir nehmen Bezug auf dieses im
Heft 11/1977 veröffentlichte Bild.
Wir sind mit Ihrem Leser Heinz
Wagner aus Leipzig einer Meinung,
daß derartige Orte nicht Endstation
für einen Altwogen sein können
und dürfen. Sie brauchen es aber
auch nicht zu sein.
Der VEB Kombinat Metallaufbe-
reitung mit seinen Betrieben,
Außen- und Verladestellen in allen
Bezirken und den meisten Kreisen
der DDR übernimmt gegen Be-
zahlung zu den festgelegten An-
nhmezeiten die von Bürgern und
sonstigen Betrieben und Institutio-
nen angelieferten Altwagen. Hier-
bei spielt es keine Rolle, ob es sich
um noch komplette Altfahrzeuge
oder um reine Autowracks handelt.
Zu empfehlen ist jedoch, daß der
Ablieferer sich vorher mit der. je-.
weiligen Annahmestelle abstimmt,
da nicht jede über ein Hebezeug
verfügt. Dem VEB Kombinat
Metallaufbereitung steht speziell
für die Autoverschrottung ein
Shredder zur Verfügung, der
komplette Fahrzeuge aufbereitet
und als Endprodukt sauberen
Stahlschrott und Nichteisenmetalle
frei von allen Anhaftungen den
Stahlwerken und Nichteisenmetall-
Hütten zur Verfügung stellt.
Es braucht also niemand so zu Ver-
fahren wie die beiden Übeltäter
auf dem Foto. Es sollte deshalb
unser aller Anliegen sein, mitzu-
r
- '  
..‚. rq'i
I'lJji
1!'
-  .  .
AbeiJ
goß
ji
-
eulen. Auf einem 2,5 km langen
Abschnitt der F 71 wurden bei
drei Absuchungen 51 überfahrene
Eulen gefunden.
Die Schleiereulen hotten die an
Grabenböschungen und Feldrand
vorkommenden Mäuse gejagt,
wobei sie die Stroßenbegren-
zungspfähle als Ansitz benutzten.
Vor den sich nähernden Fahr-
zeugen flogen sie auf und kolli-
dierten mit den Fahrzeugen.
Es sollte selbstverständlich sein,
daß man Gas wegnimmt, hupt
und die Lichthupe benutzt, wenn
sich Greifvögel auf der Fahrbahn
befinden oder diese im Tiefflug
kreuzen wollen. Wenn es gefahrlos
möglich ist, sollte gebremst oder
angehalten werden. Wir alle
können so dazu beitragen, daß
die Greifvögel unserer Heimat
erholten bleiben.
Gerd Steinberg, Berlin
rung jedem Autotouristen, diese
Tatsache zu berücksichtigen, da er
sonst mit unliebsamen Zwischen-
fällen beim Überholen rechnen
muß.
Heinz Nimtz, Halle
Gut, aber rar
Einen solchen Parkplatz (Heft 11/
1977, Seite 364) gibt es in Eisen-
hüttenstodt schon seit einigen Jah-
ren. Diese umweltfreundlichen
Parkplätze finde ich sehr gut, da sie
sich harmonisch ins Straßenbild
bzw. Wohngebiet einfügen. Der
optische Eindruck einer „Beton-
wüste" entfällt. Es könnten durch-
aus noch mehr solcher Parkplätze
gebaut werden.
Wolfgang Blumner,
Eisenhüttenstadt
helfen, daß solche Bürger bereits
zu Beginn der „Ausschlachtung"
zur Ordnung gerufen werden und
ihr Altfahrzeug bei der Metall-
aufbereitung abliefern.
VEB Kombinat Metall-
aufbereitung, Halle
Batteriepflege
Mit dem Beitrag von Dr. Beloschk
aus Berlin (Heft 11/1977, Seite 389
„Botteriepflege") sind wir nur
teilweise einverstanden. Der erste
Punkt, Batterien sauber und trocken
halten, ist vollkommen in Ordnung
und wird von uns sehr unterstützt.
Wie der Autor richtig bemerkt,
kriecht der Elektrolyt auch durch -
feinste Haarrisse und damit auch
durch Risse in der Vergußmasse.
Es ist also, und die Praxis beweist
96  
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
Komärno - Komärom
es uns täglich, nicht möglich, diese
Haarrisse durch Erwärmen und
Aufschmelzen der Vergußmasse zu
beseitigen. Um diese Risse zu ent-
fernen, ist es nötig, die Masse zu
erhitzen und restlos zu beseitigen.
Danach muß die Batterie mit neuer
Vergußmasse vergossen werden.
Wir haben schon zahlreiche Batte-
rien neu vergossen, an denen
versucht wurde, mit Lötkolben oder
Lötlampe derartige Risse zu be-
seitigen. Doch diese Selbsthilfe
brachte keinen Erfolg. Nach kurzer
Zeit traten diese Risse, durch den
darin enthaltenen Elektrolyt, immer
wieder auf. Schließlich landeten
diese Batterien doch bei uns.
Undichte Stellen an Poldurchfüh-
rungen, wo die Verbinder aufge-
lötet sind, haben wir noch nie er-
lebt. Im Gegensatz dazu sind Un-
dichtheiten an den Endpolen
häufiger möglich. Sie entstehen
meist durch mechanische Einwirkun-
gen, bei zu kurzen Kabeln oder
Gewalteinwirkungen beim Lösen
der Polklemmen. Die Poldurchfüh-
rungen sind mit den im Deckel
einvulkanisierten Bleibuchsen fest
verlötet. Es kommt meistens zum
Lockern dieser Buchsen, und ein
Kleben ist in jedem Fall unmöglich.
Um derartige Schäden zu besei-
tigen, muß der gesamte Deckel ent-
fernt und durch einen neuen er-
setzt werden.
Das Einfetten der Metallteile ist im
Prinzip richtig. Leider erleben wir
aber immer wieder, daß auch die
Verbinder mit Unmengen von Fett
behandelt werden. Das ist nicht in
Ordnung. Vor allem in den war-
men Sommermonaten, wenn der
Wagen dann noch mehrere Stun-
den in der prallen Sonne steht,
läuft dieses Fett auf die Verguß-
masse und löst sie auf. Also Fett
nur dahin, wo es hingehört.
„Batterie-Service Alfred Woldt,
Berlin
Fotos: Dr.Denk, Gagsch, Wagner,
Zwingenberger
Zeichnung: Jahsnowski
Vom Leser
zum Leser
Gebe „Der Deutsche Straßen-
verkehr" Jahrgänge 1967
bis 1976 ab. TA 75
Gebe Betriebsanleitung für
AWO 425 und für Granit 32 ab.
WS 76
Suche Betriebsanleitung,
Reparaturhondbuch sowie
technische Literatur über
GAS 24. RP 77
Suche „Der Deutsche Straßen-
verkehr" Jahrgänge 1968
bis 1971sowie die Hefte 2 und
11/1960, 7/1966 sowie 1, 5
und 6/1972. MM 78
Suche Betriebsanleitung und
Reparaturhandbuch für
Moskwitsch 407/1. HB 79
Gebe „Der Deutsche Straßen-
verkehr" Jahrgänge 1963
bis 1975 ungebunden ab.
IM 80
Suche „Der Deutsche Straßen-
verkehr" von Heft 7/1953
bis 12/1960. F-MJ81
Biete „Der Deutsche Straßen-
verkehr" ob Jahrgang 1955 an.
WG 82
Suche Betriebsanleitung für
F 8 Baujahr 1955. WK 83
Gebe „Ich fahre einen Trabant"
(Typ601), „Wie helfe ich mir
selbst" (Trabant) und
Reparaturhandbuch für Trabant
601ab. MS 84
Suche Reparaturhandbuch
Skoda 5 100 (auch leihweise).
KH 85
Gebe „Der Deutsche Straßen-
verkehr" Jahrgänge 1964
bis 1974 jeweils mit Jahres-
einbanddecke (ungebunden) ab.
GW 86
Interessenten schreiben an den
jeweiligen Inserenten und
adressieren diese Zuschrift
direkt an unsere Redaktion
mit der deutlichen Angabe der
Kennbuchstaben und -zahl.
Wir sammeln diese Einsendun-
gen und schicken sie den
Inserenten zu.
Kunterbuntes
In letzter Zeit ist etwas in Mode
gekommen, was mir sehr mißfällt.
Was kann man da nicht alles
sehen: Autos mit bunten Blümchen,
Schmetterlingen und anderen Tie-
ren werden förmlich „überladen"
und auch häufig in allen Farb-
schattierungen lackiert. All das
finde ich äußerst geschmacklos.
Aber noch entsetzlicher sind die
sinnigen" Sprüche wie: „Dresden
grüßt den Rest der Welt!", „Presse
- Deine dreckige Nase nicht an
meine sauberen Scheiben!" „Das
nennen Sie Wagen!".und dieser
Dinge mehr.
Auch die albernen Hütchen mit
dem Toilettenpapier darunter ent-
locken mir ein mitleidiges Lächeln.
Würde es in Mode kommen, ein
Nachtgeschirr in die Heckscheibe
zu stellen, manche täten das auch.
Schaut man sich die zu solchen
Pkw gehörenden Personen an,
stellt man oft fest, daß alles gut
zusammen paßt.
Ich glaube, ich bin mit meiner
Meinung zu diesen Dingen nicht
allein.
Rosemarie Kathert, Dresden
Grenzübergänge
Ich möchte in diesem Jahr mit
meinem Pkw eine Reise nach Bul-
garien unternehmen. Darum inter-
essieren mich die Grenzübergänge
zwischen der CSSR und der UVR,
die benutzt werden dürfen.
Peter Klimsch, Greiz-Pohlitz
Aus dem „Autoatlas CSSR", den
wir im Heft 2/1978 vorstellten, geht
hervor, daß folgende Grenzüber-
gänge (von West nach Ost)
zwischen der CSSR und der Unga-
rischen Volksrepublik benutzt wer-
den können:
Bratislava-Rusovce - Rajka
ahy - Parassapuszta
Slovenskä Darmoty -
Balassagyarmat
Siatoro (Siatorskä Bukovinka)
Somosköujfalu
Hranina pri Hornäde -
Hidasnömeti
Slovenskö Novö Mesto - Säto
jaüjhely
Die Reda
Eine ehemalige Trabant-Koml
Karosserie wurde zu einem Ani
ger umgebaut.Der so entstand
Liegewagen bietet drei Person
ausreichend Platz zum Schlafe
Der Kombi-Boden wurde mit
Schaumgummimatten ausge-
polstert.
Lutz Gagsch, Bobelsl
Kurioses
Seit 45 Jahren bin ich Kraftfah
und besitze seit zwei Jahren ei
Wartburg 353 W mit schlauch
losen Radialreifen. Nach einer
Vorderradpanne benutzte ich z
ersten Mal das Reserverad. Bei
Weiterfahrt mochte sich ein Fic
tern der Lenkung unangenehlT
bemerkbar. Auch ein Auswucht
zeigte keine Besserung. Erst me
Vorschlag, den Reifen umzudrel
brachte den gewünschten Erfol
Bei der Demontage kam ein grc
Lederhandschuh zum Vorschein
Möglicherweise wird ihn der Kc
lege in der Reifenendmontage
noch vermissen.
M.Pech, Schme
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
• r•r 1
ilLiU
Tankstellen
Das ist der Titel einer Karte, die von den
Kraftfahrern schon lange erwartet wird. Sie
enstand in Zusammenarbeit des VEB Minol
mit dem VEB H. Haack-Verlag und wird seit
dem 13. 2. 1978 an den Tankstellen zum
Preis von 4,60 M angeboten.
Auf der Vorderseite entspricht sie einer Ver-
kehrskarte der DDR, mit einer Kennzeichnung
der Orte, die über eine Tankstelle verfügen.
Dabei wird eine Vierteilung vorgenommen in
lntertankstellen - ständig geöffnet bzw. mit
Tagdienst -. und in Minoltankstellen - ständig
geöffnet bzw. mit Tagdienst.
Auf der Rückseite sind sämtliche öffentliche
Tankstellen der DDR nach Bezirken gegliedert
aufgeführt. Das Verzeichnis enthält die Tank-
stellenkategorie, -nummer und -anschrift, das
Kraftstoffsoriiment mit Hinweisen auf Nacht-
tankboxen und Schließtage.
Eine erste Sichtung der Karte und des Ver-
zeichnisses zeigte, daß sie recht vollständig
und aktuell zu sein scheinen, obwohl der
Redaktionsschluß schon im Juli 1977 lag. Ver-
wunderlich ist nur, daß ein Teil der Korrek-
turen zur Minol-Anzeige in unserem Heft 12/77
„Tankstellen der DDR 1977', wie uns der
VEB Minol im untenstehenden Beitrag mit-
teilte, in der Karte schon berücksichtigt ist,
die Veränderungen also schon bestanden
haben müssen, als Minol diese Anzeige
aufgab.
Die Karte zeigt weiterhin, daß es in der DDR
offensichtlich mehr Tankstellen der Kategorien
1 und II gibt als in den Minolanzeigen ent-
halten sind. So gibt es beispielsweise in
Bützow (Bezirk Schwerin) eine Tankstelle der
Kategorie II mit vollem Kraftstoffsortiment, die
in der Anzeige fehlt. Beim Vergleich Anzeige!
Karte fiel uns auch auf, daß das Anzeigen-
Verzeichnis die bereits im Mai 1977 eröffnete
Autobahntankstelle Frankfurt (Oder) der Kate-
gorie 1 ignoriert. Es wäre daher vielleicht ange-
bracht, der VEB Minol unterzöge das Anzei-
gen-Verzeichnis einmal einer genaueren Ober-
prüfung. Was nicht heißen soll, daß es infolge
von kurzfristigen Änderungen immer wieder
einmal zu Fehlern kommen kann.
Bei der Gelegenheit könnte auch überprüft
werden, wieso wir auf einem Leserfoto zur
Tankstelleneröffnung in Niesky (Heft 5/77)
zeigen konnten, daß diese Tankstelle VK 79
führt, während im Verzeichnis der Tankstellen-
karte Niesky ohne VK 79 aufgeführt ist.
Hübsch finden wir die Bemerkung im Karten-
verzeichnis „nach Absprache geöffnet" (zum
Beispiel zur Tankstelle in Waren, Friedens-
straße 42). Soll das heißen, daß man dort
vorher anrufen muß, um Bescheid zu sagen,
wann man zum Tanken vorbeikommen möchte?
Aber diese wenigen Ungereimtheiten und
Unklarheiten ändern nichts an der generellen
Nützlichkeit einer solchen Karte.
4inoU
gf
orrek i ,
Bekanntlich werden in Zeitschriften nicht nur
redaktionelle Beiträge veröffentlicht, sondern
beispielsweise auch Anzeigen. Auf deren
Inhalt hat die Redaktion keinen Einfluß, für
ihn sind Inserent und die DEWAG-Werbung
zuständig. In unserer Zeitschrift betrifft das
u. a. die Minol-Anzeige „Tanstellen der DDR",
die bisher zweimal im Jahr erschien.
Dazu erreichen uns immer wieder eine Viel-
zahl Zuschriften, in denen uns die Leser mit-
teilen, daß diese oder jene Angabe nicht
stimmt. Wir bitten Sie, solche Hinweise künftig
direkt an den VEB Minol, Hauptbetrieb Berlin,
108 Berin, Am Zeughaus 1-2 zu richten. Dieser
Betrieb bat uns, zu der erwähnten Anzeige
im Heft 12/77 folgende Korrekturen zu ver-
öffentlichen, die sich auf veränderte Kraftstoff-
sortimente beziehen.
Tankstelle Barth VK 79, 88, 94, DK,
Intertank
Tankstellen Greifswald
VK 88
(Otto-Grotewohl-Allee und
Grimmer Straße
Tankstelle Grevesmühlen VK 79, 88, Dl(
Lübecker Straße
Tankstelle Neubukow VK 79, 88, 94,
1 nte rta n k
Tankstelle Wolgast VK 79, 88, 94, DK,
1 n te rta n k
Wer in letzter Zeit einmal die Autobahn
Hermsdorfer Kreuz—Eisenach befahren hat,
wird gemerkt haben, daß kurz vor Erfurt eine
neue Autobahntankstelle gebaut wurde. Die
Südseite wurde nun Ende Januar, die Nord-
seite Ende Februar in Betrieb genommen. Im
Zuge dieser Neuinbetriebnahme wird die Tank-
stelle an der Abfahrt Erfurt-Ost geschlossen.
Die neue Tankstelle Eichelborn liegt am Kilo-
meter 203,5, also etwa 5 k vor der Abfahrt
Erfurt-Ost, Es handelt sich um eine SB-Tank-
stelle. Sie entspricht in ihrer Konstruktion und
Kapazität der Autobahntankstelle Wilsdruff-
Süd (siehe dazu Heft 12/76, 5, 409).
Auf beiden Seiten wird das volle VK-Sortiment
und DK angeboten. Die auch als Intertank-
stelle konzipierte Einrichtung verfügt über
jeweils 13 VK-Zapfsäulen im Pkw-Bereich sowie
6 DK-Hochleistungszapfsäulen mit Nebenzapf-
stellen, 3 VK-Zapfsäulen und 2 iYlzapfsäulen
im Lkw-Ber6ich.
Als Serviceleistungen gibt es Luft, Wasser,
WC für die-Kunden und einen Olwechselplotz
für Lkw.  -
Bereits im Dezember wurde in Mäbendorf.
4,5 km von Suhl in Richtung Meiningen ent-
fernt, eine neue SB-Tankstelle eröffnet. Sie
soll zur Entlastung der Suhler Tankstelle in der
Schmückestraße beitragen. Ober die bis zu
ihr vierspurig ausgebaute Landstraße zwischen
Suhl und Meiningen kann sie bequem erreicht
werden.
Wie uns Herr W. Koch aus Schleusingen mit-
teilte, führt sie das gesamte Kraftstoffsorti-
ment und DK. Sie ist montags bis freitags von
7 bis 19 und sonnabends von 8 bis 17 Uhr
geöffnet. Sonntags bleibt sie geschlossen.
Intensivierung
bei Minol
Ende Januar fand die 11. Zentrale Intensivie-
rungskonferenz des VEB Minol statt, Einige der
dort bekanntgegebenen Fakten interessieren
auch die Minolkunden.
Die Offnungszeiten der Tankstellen im Repu-
blikmaßstab haben sich um 10 Prozent ver-
längert, die Durchlaßfähigkeit der Tankstellen
wurde durch 30 neue SB-Tankstellen erhöht.
1978 soll die Zahl der SB-Tankstellen um wei-
tere 44 erhöht werden. Ende dieses Jahres wer-
den dann etwa 15 Prozent aller Minol-Tank-
stellen nach dem SB-System arbeiten. Darüber
hinaus werden 1978 weitere 16 Tankstellen
mit Tankwartbedienung in Betrieb genommen.
Durch territoriale Rationalisierung werden
weitere Tankmöglichkeiten für die Bevölkerung
geschaffen, indem Betriebstankstellen der
Industrie und der Landwirtschaft auch für den
Bevölkerungsbedarf genutzt werden (zum
Beispiel die Tankstellen der KAP Wettin und
Zschortau im Bezirk Halle).
Um Schließzeiten der Tankstellen wegen Kraft-
stoffanlieferungen so gering wie möglich zu
halten, wird die Nachtbelieferung weiter aus-
gebaut. Der VEB Minol möchte dieses Jahr
mindestens 50 Prozent des Kraftstoffbedarfes
der Hauptstadt und der Bezirksstädte in den
Nachtstunden anliefern.
98  DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
Durchführungsbestimmungen
Auf der Grundlage der neuen
StVO:sind am 1. Januar 1978
de ersten beiden
Durchführungsbestimmungen
zur StVOin Kraft getreten.
Wir geben sie
im Wortlaut wieder.
rtvoi
LIJ
Erste Durchführungsbestimmung zur
Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) -
Verkehrszeichen
und -leiteinrichtungen -
vom 19.Dezember 1977
Auf Grund des § 52 Abs. 3 der Straßenver-
kehrs-Ordnung (StVO) vom 26. Mai 1977
(GB!. 1 Nr. 20 S.257) wird im Einvernehmen
mit den Leitern der zuständigen zentralen
Staatsorgane folgendes bestimmt:
(1) Die nachstehenden, gemäß der Anlage 1 zur
StVO vom 30. Januar 1964 in der Neufassung
vom 20. Mai 1971 (GBI. II Nr. 51 S. 418) vor
dem 1. Januar 1978 aufgestellten Verkehrszei-
chen und -leiteinrichtungen sind durch Ver-
kehrszeichen und -leiteinrichtungen der An-
lage 2 zur StVO vom 26. Mai 1977 zu ersetzen
bzw., soweit sie nicht mehr erforderlich sind,
zu entfernen.
1. bis zum 15. Januar 1978:
Bild 8 - Ubergang für Fußgänger; Bild 25
- Verkehrsverbot für mehrspurige Kraft-
fahrzeuge an Sonntagen und gesetzlichen
Feiertagen - einschließlich der entspre-
chend verwendeten Symbole der Bilder 22
bis 24; Bild 27 - Linksobbiegen verboten;
Bild 28 - Rechtsabbiegen verboten; Bild 30
- Halteverbot; Bild 36a - Vorfahrt der
Straßenbahn beachten; Bild 41 - Kreis-
verkehr; Bild 57a-b - Zeichen zur Leitung
des Verkehrs bei halbseitiger Straßensper-
rung; Bild 59 - Ampel für Fußgänger-
schutzweg; Bild 60 - Verkehrsteiler (Leucht-
pilz); Bild 60a - Verkehrsteiler (Leucht-
säule).
2. bis 31. Dezember 1978:
Bild 190 - Verkehrsverbot für Durch-
gangsverkehr; Bild 19b - Verkehrsverbot
für Fahrzeuge aller Art; Bild 29 - Parkver-
bot; Bild 37 - Halt! Vorfahrt auf der
Hauptstraße beachten; Bild 40a - Gegen-
verkehr beachten; Bild 441 - Kurzparkplatz;
Bild 45--' Vorsichtszeichen; Bild 48 -
Schnellstraße - Anfang; Bild 48a -
Schnellstraße - Ende; Bild 48b - Schnell-
straße für PKW und Krafträder.
1 bis 31. Dezember 1979:
- Bild 16 - Beschrankter Bahnübergang;
Bild 18 - Unbeschrankter Bahnübergang
(mehrgleisig); Bild 39  Einbahnstraße;
Bild 44a - Parkplatz nur für Taxifahrzeuge;
Bild 56 - Wegweiser im Verlauf der Um-
leitungsstrecke.
(2) Die Einführung der Farbzeichen, Verkehrs-
zeichen und -leiteinrichtungen entsprechend
den Anlagen 1 und 2 zur StVO vom 26. Mai
1977 ist bis zum 31 Dezember 1980 abzu-
schließen.
Diese Durchführungsbestimmung tritt am
1Januar 1978 in Kraft.
Berlin, den 19. Dezember 1977
Der Minister des Innern
und
Chefder Deutschen Volkspolizei
Dickel
Zweite Durchführungsbestimmung' zur
Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) -
Erlaubnispflichtige Beforderung
von Personen aufder Ladeflöche von
Anhangefahrzeugen und Lastkraft-
wagen - vom 19.Dezember 1977
Auf Grund der §§ 48 Abs. 1 und 50 Abs. 1 der
Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) vom 26. Mai
1977 (GBI. 1 Nr. 20 S.257) wird im Einverneh-
men mit den Leitern der zuständigen zentra-
len Staatsorgane folgendes bestimmt:
Der Erwerb, die Verlängerung und der Entzug
der Erlaubnis für Fahrzeugführer zur Perso-
nenbeförderung auf, der Ladefläche von An-
hängefahrzeugen und Lastkraftwagen erfolgt
entsprechend den Rechtsvorschriften
.2
(1) Die Erlaubnis zur Personenbeförderung für
das Fahrzeug wird für die Dauer bis zu 3 Mo-
naten erteilt.
(2) Das zur Personenbeförderung vorgesehene
Fahrzeug muß den dazu erlassenen Rechtsvor-
schriften entsprechen.3 Es sind Voraussetzun-
gen zu schaffen, daß
- die Fahrgäste sicher ein- und aussteigen
können,
- eine Verständigung des Fahrzeugführers
durch eine Signaleinrichtung möglich ist.
Es müssen Seitenwände oder Brüstungen in
einer Mindesthöhe von 90 cm vorhanden
sein. Sitze bzw. Sitzbönke sind mit festen
ten- und Rücklehnen zu versehen, soferi
nicht an Seitenz oder Rückwänden ongeb
wurden.
(3) Während der Beförderung von Kir
müssen die Fahrzeuge links außen an
Vorder- und Rückseite das Verkehrsze
„Kinderbeförderung  Bild 334 der Ank
zur StVO führen. Das Zeichen muß für diE
deren Verkehrsteilnehmer gut sichtbar
und darf die Sicht des Kraftfahrers nicht
einträchtigen.
(4) Die Zahl der zu befördernden Pers
darf nur so groß sein, daß ihre Masse 60
der Nutzlast des Fahrzeugs nicht überst
dabei sind für jede Person 65 kg zu be
nen. Die Zahl der zur Beförderung zugek
nen Personen ist in den Erlaubnisschein
zutragen. Die beförderten Personen di
während der Fahrt nicht stehen, sich nicht
auslehnen und keine Gegenstände hinau:
ten bzw. hinauswerfen. Im Fahrzeug ist
für die Fahrgäste gut sichtbare Aufschrift
zubringen, auf der die Zahl der zur Befl
rung zugelassenen Personen sowie die
nannten Forderungen bekanntzugeben sin
(5) Erlaubnisse zur Personenbeförderung
einachsigen Anhängefahrzeugen sind nicF
erteilen.
(1) Vor Beginn der Personenbeförderunt
durch den für den Einsatz des Fahrzeugs
antwortlichen oder den Fahrzeugführer
Fahrgast zu bestimmen, der auf die Einhal
der Forderungen gemäß § 2 Abs. 4 Einflu
nehmen hat.
(2) Kinder dürfen auf der Ladefläche n
Begleitung Erwachsener befördert werden.
je 10 Kinder muß mindestens eine volljä
Aufsichtsperson vorhanden sein. Vor Ei
antritt sind die Aufsichtspersonen und
Kinder über das richtige Verhalten wäh
der Fahrt sowie. beim Ein- und Aussteigen
über die Bedienung der Signaleinrichtung
Fahrzeugführer zu belehren,
Diese Durchführungsbestimmung tritt
1 Januar 1978 in Kraft.
Berlin, den 19. Dezember 1977
Der Minister der Innern
und
Chefder Deutschen Volkspolizei
Dickel
1. OB vom 19. Dezember 1977 (GBI. 1 Nr. 38 S
2 Z. Z. gilt die Anordnung vorn 26. August 1971
den Betrieb von Kraftfahrzeugen im Personenve
(BO-Kraft) (Sonderdruck Nr. 711 des Gesetzblo
Z. Z. gelten:
- Straßenverkehrs-Zu lassungs-Ordnung - StVZ
vom 30. Januar 1964 (GBI. II Nr. 50 S. 373) ii
Fassung der Verordnung vom 20. Mal 1971 zur 1
rung der StVZO (OBI. II Nr. 51 S. 416)
- Arbeitsschutz- und Brandschutzanordnung
vom 2. Februar 1970 - Straßenfahrzeuge sowi
stondhaltungsanlogen für Kraftfahrzeuge - (So
druck Nr. 657 des Gesetzblattes)
- TOL 39-252.
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
Zastava 1100:
 
Störungen im
Kühlkreislauf
Die Kühlwassertemperaturregelung erfolgt
beim Zastova durch einen Ringschieber, der
wiederum von einem Wachsthermostaten ge-
steuert wird. Der Vorteil dieses Systems liegt
in einer sehr feinstufigen Regelung, die nicht
nur auf die Temperatur des Wassers im
Motor, sondern auch auf die Temperatur des
Wassers im Kühler reagiert. Der am Skoda,
Wartburg Loda usw. zu beobachtende Tem-
peraturknick" nach Öffnen des Thermostaten
bleibt hier völlig aus.
Normale Funktion
Das Thermostatgehöuse befindet sich an der
Rückseite (in Fahrtrichtung links) des Motors
oberhalb des Kupplungsgehäuses und ist gut

verklemmter  Wachs-Thermostat

Pederdrvck(ezisget)
C o . 10kp
Hub: lOmni bei 10 0 °C
ciger
'as$er
zugänglich.  Das aus dem Zylinderkopf aus-
tretende Wasser wird  im  kalten  Betriebszu-
vorn unte  Werkoste
stand  über  rechten  Schlouchanschluß  und
des Kühlers
flWasrp1J mpe  weaero,rekL  III dc,  -
eit1bck  geletet  geskfössener  14eizung5hahn
-
5. Skizze).
Bei Außentemperaturen  vo'  ewo  -.-- 10 C gehäuste  irti  yinderkp  hetr  t  Vo
5 Xvtchen 85 tffidrM4C  der Wachs-
nach 4 km  -ahrtstrecke sichtig - daniltgdie Dichtung zwsZyIinderkopf
hermostgrtiudehnen und hat bei 1000C
einet«ortemperor  von  85 C  im nicht besct1Wrf1c11 raMintgErnon das ge-
Xr)en mdcii?len Hub (etwa 10 mm) erreicht.
Motorbck zustetd&, Da der Zöstava seren- ornte Thesstgehäuse ab.
cf1r Ringschieber ist über  drei  an,  Umfcrnq
mäßig keine Eempercturoneige"soncern nur
unteren Wasserkosten kann
rtrtejSte Druckstreben  mit dem  Ihermostaten
Wt;rnkimpe für eine eventuelle Motor
ibGrhitzung besitzt, ist diese Wiie nu  über
'° den Ririgshieber aus Messing erkennen.
wbunden und gibt beim Öffnen den Quer-
r shtt  u rvlete,om unteren Wasser
Heizung  u spüren. Wenn also noch sol-
Der Schieber wurde, mit dem Gummihammer
durch leichte 5döie aut dos Gehäuse am
i.  kosten frei.
clier Fc4tstrecke dr Hezungshohn geöffnet
Ausloufstutien  Uueitung zur Wosserpumpe)
rd
hlp4  Weiter Was erte,  aur
wird un U  den Düsen  bschossenem
KaIthiftchil5er)  kein  wormer'U.iftstrorn
n seine  Mit Hilfe
$ÜkP mer  schmalen  Spiegelhetlefl kann  man
wefeht  Uegt mu Sicherheit folgender Defekt
lein da der Ringschleber keirtr Boden  be-
jöichcfrrzt  sich  der  KreidUf  üW
vo .  azu noch eine Varbemerk!ng: Bqnnt-
iT davon überzeugen, ob die 'Druckfeder in
s rdh  fii  abzweigenden  Sdiuch  iW  Fn k
Uch'4ttihlt der Motor beftStil$std  ob.ierbei
Odnung ist  Ist dies der  FaRreo kann der
'sbrer, Wasserkosten. Dös Kalt-Warm-  r-
gleitet der Stift des W  thtstaten durch
SchiebeF)tifschl&fpopi(28Oer), das
tr,4ecf, strömt am Thermosfar vor6r über
die Schrumpfung der-Wochsriiiaäse  m  d
rief etnn(  iphe (10 ram breit, 2 mm dick
rdWösserpumpe wieder zum. Motorblodc.
entsprehende ‚Dehm  4et
zurBfk De
und
etg  ftaPng) gespannt wird  etwas
3e  gongeöffnetem Thermostaten (Rinasehle-
Rrigschie wl  doef  die0r4j1
abgiffei. Hierbei ist der Schieber
ir her) ist nur die Zuleitung vom Kühler ge3ffnet
feder wieeeIefne Auechgt4ellung zuru  -
zu dtteh&  rnit der gesomte.--Umfang  zu-
'orund der von  Möt  lrekt zum Thenaostaten
geschoben  (in der Skizze  ddreteflt),  Durch
gängli4r  Mit Hilfe &rer$1anken Flach-
Krde Krelfauf  unterbochen  Die  Rege-
Korrosion und Abloerungen  nur  aber
zange  mit der man über die Agslaufötfnung
lgturt  erfolgt  dso  durch  zwei  Ientile  in,
dRlngieber irhoOehöuse  Öngenbleiben,
ersd(deß  der  Kurschlißkreislouf  (nur Motor-
eine der dieirDruc4sstieben faft, läßt sich der
tghrnostoegeose  die einmal Ihr den Kurz-
tbIk)  nicht mehrrrrdt  wird  Das  hedeu-
Ringschiebr verdrehen.
unr4l4laufeufanderenr-füvudie übren
.
un
tet daß der Motor besonders in den Winter- Das
ndständig sind.
und  Übergonggnaten  ständig  unterkühlt gereinigt.  AnsdslleB 0409die Montage
gefohn gefahren  wird. selbst im  Sommer *ts eine
des Thermostatg  Tses in umgekehrter Rei-
sehr lag sehr lange Fahrtstrecke nötig  ehe wenigstens hen4olge.  Die  lassen  sich
u1 Bauarten  
-  
°'
+70.0  Wassertemperatur ercht  werden
Iefdter montieren, wenn ran die Thermostat-
Wogen bis Baujahr 75 ktutw-der  Yrmo-
Das erhöht den kroftstotfverbröüch und den
steri etwas einfettet,
etVelIein als Verschleißteil nicht ge'w'echselt
Verschleiß  an  Kolben  und  Zylinderbuchsen.
dawen  da  dos  Gehäuse  -mit  den  vier
Hier offenbart sieh der Nachteil der fhden
Kühtft4lsiglft wechseln
nshluehonschlüssen zugeböilt ist. Dos he-
KühlwttWveperaturanzeige.
Wil Will  man  gIfK  die  gesarnkühlfIüssigkeit
B idutet, daß bei einem Defe1s  Ft4rmostot und
wechseln, echseli-  ist dsätdk4,  der  AtYloßhohn  am
er6ehöuse erset werden müssen.  
ReparaturReparatur  unteren Kühifen.Küh4lksten hals zu  dfen und die
:euie Fahrzeuge ab Saujf
nchefftin e 3elweirOehäuse
 
das
eeontiert wer-
s~1keitCs utss
dem  AustePsthbehälter zu
Zuerst  ist  die  KijhIflüssikeit  über  den
entfernen.
bef  W5t1t
oVecijl flAu wecheeF,f1odtt&Fher  
odöpfen  oder  Abtoßhohn  
ak
Mczfob4ock
oto(.11itte Motorblock in Richtung SiitzwOt*dbei
Skherheikielb  wurde'l
ie<somte
 Kühl-
erlaubt.
tlüssigttinoeh .'o,herigem SoWeg durch neue
eöffnetem H&zungshohn zur Hälfte  ulas- (21lsdtln und 4,0 1 dc'st Wasser) ersetzt.
5. J4gHcbe'Störungen
sen  In einem untergestellten Gß kee die
Betms&tllen  ist riUt den  geöffneten  Hei-
Kiihlflüsslgk&t aufgefangen werdn. Nun sind
zursghn zu achten
AiAuf den  und den die Schlaechbänder der drei gr&4n Anschlüsse
ne ßzsMdss  spart man
untgdurcf, unterbrochenen KtMkteislauf (Motor
zut1rs,i Außerdem ist die Schielle des  l•
M,  e8iM  ddfLß ein neues
'arev)rd zuwarm) soll-hier nicht weiter eirseg6ru- nen Sizhlriuehes für die Vergrsevorwarmtn
es  kt4ttes  nicht
engnwdien. Vielme}i,
geht
es um diFrid: zu lösiskst Dann zieht zrraru denaSchlau  zum
1erErMkKtr der
 Motor ieine  richtige  Betriebs- obcierKtiMrksten  ob  und  1'  
or zu
ast  ie  ret
heefort zu bekommen ist.
.lr?temperatur? Murni(SWn3), mit denen das Thermostat-
1
100  DER DEUTSR WRASOWSKRAI5BENVMEHR 3/1978
Co
Imperhandel informiert:
Diagnosewerte und
technische Daten (3):
Saporoshez SAS 968
Wir haben in den Ausgaben 12/1977 und
2/1978 die verbindlichen Einstell- bzw.
Diagnosewerte der Lada- und Moskwitsch-
Typen veröffentlicht. Die Reihe wird nun
mit dem Saporoshez fortgesetzt. Ge-
plant sind für die nächsten Ausgaben ent-
sprechende Informationen über den Wolga
GAS 24 (24-02), den Polski-Fiat 125p (1300/
1500) und den Zastova 1100. Auch von an-
deren, bisher nicht zum lmperhandel-Pro-
gramm gehörenden Pkw-Typen (Skoda, Dada)
werden derartige Obersichten vorbereitet.
Technische Daten für den
Saporoshez 968 Prüf- und Einstellwerte für den Saporoshez SAS 968
Motortyp MeM-968 Ventilspiel (kalt) Schließwinkel, Grad 43 bis 47
Hubraum, cm3 1196 Einlaß, mm 0108 Prozent 48 bis 52
Leistung, kW (PS) 29 (40) Auslaß, mm 0,10 Grundzündwinkel, Grad 5 bis 8
bei Drehzahl, U/min 4300 Steuerzeiten Markierung Steuerdeckel
max. Drehmoment Nm (kpm) 75(7,6) Einlaß öffnet 20°v. OT Fliehkraftzündverstellung,
bei Drehzahl, U/min 2800 Einlaß schließt 60°n. UT Grad Kurbelwinkel bei U/min 4 bis 10/1000
Kraftstoffverbrauch, 1/100 km Auslaß öffnet 60°v. UT 11 bis 17/1600
bei 80 km/h, 300 kg Belastung 8,5 Auslaß schließt 20°n. OT
23 bis 29/2000
Beschleunigung, s Kompressionsdruck, kp/cm2 5 bis 8 32 bis 38/2400
von 0 bis 100 km/h, Oldruck bei 3000 U/min,
Unterdruckzündverstellung Obis  5/0,11
bei 300 kp Belastung 44 kp/cm2 mind. 1,2 Grad Kurbelwinkel bei kp1cm2 5 bis  9/0,16
Radstand, mm 2160 Leerlaufdrehzahl, U/min 700 bis 850 6 bis 10/0,20
Spurweite, vorn, mm 1220 Vergasertyp K-125; 7 bis 11/0,27
hinten, mm 1200
ab Motornummer 791003 K-127
Kupplungspedalspiel, mm 26 bis 28
Reifen, original 155-330
Schwimmerstand, mm 18 bis 22
Vorspur, mm
(6,15-13)
Benzinpumpe, Dberdruck,
1?& Belastung: 150 kp vorn
Luftdruck, kp/cm2, vorn/hinten 1,4/1,8
kp/cm2 max. 0.20
150 kp hinten 1 bis 3
Pneumant-Reifen  1, 155 SR 13
Bestand des Druckes, s 10
Sturz, mit Belastung, Grad 0030
±
20'
2.
Luftdruck, vorn/hinten  1.
5,60-13
1,3/1,7
Förderleistung, cm3/min 400
Nachlauf, mit Belastung. Grad 5°
2. 1,4/1,8
bei Drehzahl, U/min 600
Felge 41/2J X
13
Förderbeginn, aus 850 mm
Radlagerspiel,  vorn, mm 0,02 bis 0,13
Saughöhe noch 30 Pumpen-
hinten, mm 0,02 bis 0,13
hüben
max. Lenkeinschlag, Außen-
(von Hand)
rad, Grad 27
CO-Einstellwert, Vol.-°/o max. 4,5
Bremspedalspiel, mm 1 bis 5
Zündkerze, Original A 6 VC; A 6 6 C
Sd,einwerfereinstellwert,
Austausch PM 14-225
(X-Wert), cm 10
Elektrodenabstand, mm
Lichtmaschinentyp 502 A
bei Zündspule 5-1 0,6 bis 0,75
Nennspannung/Leistung,
5-115 0,l bis 0,95
V/W 12/250
Prüfdruck für Kerzendichtheit,
Ljbersetzung Motor/Licht-
kp/cm2 10
maschine 1: 1,5
Prüfdruck für ununter-
max./Stromabgabe, A 30
brochene Funkenbildung, Reglertyp PP-310
kp/cm2 8 Reglerspannung, V 13,8 bis 14,8
Zündfolge 1-2-4-3 bei Lichtmaschinendrehzohl,
ob Motornummer 418720 1-3-4-2 U/min 4200 bis 4400
Zündverteilertyp P 114/P-114 13 bei Belastungsstrom
Unterbrecher-Kontakt-
(bei 20 °C), A 10
abstand, mm 0,35 bis 0,45
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 311978
Moskwitsch 1500
Lichtanlage
ausgefallen
Von Moskwitsch-Fahrern hörte ich, daß ur-
plötzlich - manchmal noch Betätigung der
Fußbremse - die Lichtanlage ausgefallen sei.
Nun passierte mir das bei meinem Moskwitsch
1500 auch, wobei im rechten Sicherungskasten
die dritte Sicherung durchbrannte. Ursache
war eine Kleinigkeit: Ein Bowdenzug lag auf
dem Kontakt des Bremslichtschalters auf. Hat
der Bowdenzug mit dem E i n g a n g s kontakt
Berührung, fällt die Lichtanlage sofort aus.
Liegt er dagegen auf dem Au s g a n g s -
kontakt auf, so fällt die Lichtanlage erst aus,
wenn die Fußbremse betätigt wird.
Dieser kleine Fehler ist natürlich schnell be-
hoben wenn man weiß, wo er liegt. Mein Hin-
weis kann anderen Moskwitsch-Fahrern mög-
licherweise langes Suchen ersparen.
G.Rothenstein, Karl-Marx-Stadt
Moskwitsch 1500
Feuchter Kofferraum
Nach Fahrten im Regen stellte ich fest, daß
der Kofferraum meines Moskwitsch 1500 naß
war. Ich baute die Plastverkleidung an den
Seiten ab und stellte an den Rückseiten Ver-
schmutzungen fest, die auf größere Öffnungen
hindeuteten. Zuerst nahm ich an, daß Straßen-
schmutz an den Bohrungen für die Schrauben
durchdringt, die die Verkleidung am Boden
holten. Das war aber nicht der Fall. Erst als
ich die vom Werk angebrachten Öffnungen an
der Unterkante der Kotflügel verschloß, gab es
kein Wasser mehr im Kofferraum. Feuchtigkeit
dringt aber manchmal auch an den Begren-
zungsleuchten (Dachholme) und eventuell an
den Entlüftungsschächten ein, deren Grill
oft recht lose sitzt, so daß an den Schrau-
benlöchern Wasser hereinläuft.
S.Weidlich, Schwedt
Metallsägeblatt das Stück der Umbördelung
unter dem Schalter herausgesägt, so daß der
Schalter dazwischen paßt. Den Schalter schiebt
man nun gegen den Schalthebel (wieder bei
eingelegtem Rückwärtsgang), richtet den
Schalthebel mit dem Schaltkontakt genau aus
und reißt die Bohrungen an. Nach dem Boh-
ren wird der Schalter mit zwei Schrauben
(4 mm) auf dem Plastedeckel befestigt. Dabei
ist darauf zu achterz daß bei voll eingelegtem
Rückwärtsgang der Schaltkontakt nicht bis
zum Anschlag eingedrückt wird.
Schalthebel bei ein-
gelegtem &ich-
wörfsgang
Schalthontckt
Schalter
Kabelan-
schlüsse
Plastdecke/
+
Sicherung(9)
Schalter
h'or,tivl/cmpe
flüchfohr-
scheinwerfer
S 100
Aussetzende
Blinkleuchte
Die vorderen Blinkleuchten meines Ende 1976
gekauften Skoda S100 setzten häufig in ihrer
Funktion aus. Dieser Ausfall brachte mich in
arge Bedrängnis, konnte ich doch meine be-
absichtigte Fahrtrichtungsänderung nicht an-
zeigen.
Bei der Störungssuche fand ich heraus, daß die
Blinkleuchten durch Drehen der Glühlampen-
fassungen wieder funktionierten, aber nur
kurze Zeit. Die Ursache dafür entdeckte ich
später. Während beim früheren Skoda Glüh-
lampenfassungen aus Metall verwendet wur-
den, sind die jetzigen aus Kunststoff. Das hat
ihm Nnchteil, daß die Masseverbindung mit-
tels kleiner Feder nicht in jedem Fall zustande
kommt.
Um diesen Mangel zu beseitigen, klemmte ich
beim Eindrehen der Glühlampe einen feinen
Droht (Klingeldraht) zwischen den Glühlam-
pensockel und die Glühlampenfassung und
befestigte dos andere Ende mit der Mutter der
Blinklichthalteschraube.
Nach einer Fahrleistung von 8000 km sind noch
keine Störungen wieder aufgetreten.
E.Biermann, Leuna
Leichtes Kerzenwechseln
Gelenkkerzenschlüssel
Von einem Neuerer unseres Betriebes wurde
ein Gelenkkerzenschlüssel entwickelt, der sich
in unserem Betrieb bestens bewährt hat. Wir
hotten uns daraufhin bemüht, den Gelenk-
schlüssel zentral fertigen zu lassen. Leider gab
es nur ablehnende Bescheide.
Wir sind der Meinung, daß vielen Kraftfah-
rern mit diesem Kerzenschlüssel geholfen wer-
den könnte. Die Zündkerzen zu wechseln be-
reitet bei verschiedenen Fahrzeugtypen, z. B.
beim Wolga, Moskwitsch, GAS, Skoda u. v. a.,
Lada WAS 2101/2102
Schalter für
Rückfahrscheinwerfer
Mit großer Genauigkeit und ohne Probleme
arbeitet der Rückfahrscheinwerfer - Schalter
für den Trabant auch am Lada. Wie läßt er
sich einbauen? Nachdem man die Gummi-
motte des Getriebetunnels und die Gummi-
manschette des Schalthebels entfernt hat, wird
der Schalter ohne die angebrachte Blechkon-
sole auf die Umbördelung des Plostedeckels
des Getriebetunnels gelegt (Schaltkontakt in
Fahrtrichtung rechts). Nun wird der Schaltkon-
takt mit dem Schalthebel (Rückwärtsgang ein-
gelegt) genau ausgerichtet und mit einem
Die Gummimanschette kann man dann wieder
über die Umbördelung und den Schalter zie-
hen. Vorher sind zwei Löchet (4 mm) in der
Manschette anzubringen, um die beiden
Kabelanschlüsse des Schalters durchstecken zu
können. Durch das ausgesägte Teil verliert
die Umbördelung kaum ihre vorherige Stabi-
lität. Die Manschette hat wieder ihren festen
Halt, und der Schalter beeinträchtigt auch eine
gegebenenfalls angebrachte Tunnelkonsole
nicht. Die elektrischen Leitungen verlegt man
unter der Gummimatte des Tunnels (siehe
Skizze). Eine Kontrollampe wird zwar nicht ge-
fordert, ist aber ratsam, weil der Schalter viel-
leicht einmal klemmt.
Horst Kellner, Haldensleben
erhebliche Schwierigkeiten. Verletzungen wie
Hautabschürfungen oder Verbrennungen an
der Hand treten daher recht häufig auf. Der
entwickelte Gelenkkerzenschlüssel hat den
Vorteil, daß die Kerze nicht aus dem Kerzen-
schlüssel fällt. Sie kann also auch heiß sein,
d. h. bei warmem Motor ausgeschraubt wer-
den, ohne daß die Gefahr besteht, sich die
Finger zu verbrennen. Die Neuerung hat sich
102  
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
in der Kfz-Werkstatt bestens bewährt. An einer
Nachnutzung interessierte Betriebe erhalten
Auskünfte sowie eine Zeichnung.
VEB Kombinat für Gartenbautechnik Berlin
1114 Berlin, Alt-Blankenburg 1-5
Dacia 1300
Rundfunkempfang
ohne Störung
Die übliche Funkentstörung der Zündung mit
fünf Verteilermuffen und teilgeschirmten Ker-
zensteckern ist einerseits (besonders bei hoch-
empfindlichen Autoradios wie Tesla-Spider 3)
ungenügend wirksam, andererseits führt die
Vergrößerung des Widerstandes im Zündkreis
auf insgesamt 15 kQ beim Dacia 1300 eindeu-
tig zur Verschlechterung des Startverhaltens.
Vermutlich werden auch Motorleistung und
Verbrauch nicht unbedingt positiv beeinflußt.
Als geeignete Lösung erweist sich das Ab-
schirmen der Originalzündkabel. Die Original-
zündkabel sind relativ niederohmig (300 bis
50092). Ihre ohnehin gute Entstörwirksamkeit
verdanken sie ihrer Induktivität (Widerstands-
draht auf Ferritpulver gewickelt). Ein geeigne-
tes Mittel zum Abschirmen dieser Zündkabel
stellt das Kupferlitzengeflecht der Fernseh-
koaxialkabel dar.
Weiter verbessern läßt sich der Rundfunkemp-
fang durch das Abschirmen der Unterbrecher-
leitung, des Zündverteilers sowie der Zünd-
spule. Mit Masse zu verbinden sind alle Ab-
schirmungen, außerdem - über je einem Ent-
störkondensator 2,5 uF - die Zündspule
(Klemme 15) und die Drehstromlichtmaschine
(Klemme +B).
Dr.W.Nestler, Magdeburg
Skoda 1000 MB/S 100
Anlasser versagt
Schon einmal wurde über die Selbsthilfe bei
versagenden Skoda-Anlassern berichtet. Der
Beitrag erweckte aber den Eindruck, als sei
eine Instandsetzung mit einer recht einfachen
Maßnahme möglich. Das ist leider in den mei-
sten Fällen nicht so. Schon die Empfehlung,
den Freilauf bei Demontage auf der Anker-
welle zu belassen, ist problematisch. Der Frei-
lauf sollte vor seiner Zerlegung von der Anker-
welle abgezogen werden. Eine böse IJber-
roschung erlebt man häufig nach der Zerle-
gung des Freilaufs. Nur im Anfangsstadium
des Verschleißes ist es möglich, die federbela-
steten Buchsen wieder freigöngig zu machen
(und auch das nur für sehr kurze Zeit).
gemäßen Funktion des Freilaufs führte. Die
Buchsen sind meist so in ihre Führungen ein-
geschlagen, daß nur Ausbohren mit einem
Hartmetallbohrer hilft, denn die Buchsen sind
hoch gehärtet. Ein Loch in den Buchsen deutet
bereits auf fortgeschrittenen Verschleiß hin,
und wenn es schon so groß ist, daß man es
zum Ansetzen eines Werkzeuges nutzen kann,
ist der Buchsenboden bereits so stark ange-
schlagen, daß ein Abschleifen nicht mehr nutzt.
Passende Ersatzteile? Werkstätten führen
diese Teile nicht. Spezielle Regenerierungs-
betriebe, denen von den Skoda-Vertragswerk-
stätten die defekten Freiläufe angeliefert
werden, geben sie kaum einzeln ab. Im Frei-
lauf des Trabant-Anlassers z. B. sind zwar
Buchsen und Federn eingesetzt, die einwand-
frei in den Skoda-Freilauf passen, aber
schließlich kann man keinen Trabant-Freilauf
zerlegen, nur um dessen Buchsen und Federn
zu erhalten.
Nur leicht ölen
Es sei noch angemerkt, daß der Freilauf nur
leicht, und zwar mit Feinmechanik-01, zu
schmieren ist. Wer sich die Mühe machen will,
dem sei empfohlen, eine kleine Vorrichtung
(gemäß Skizze) zu fertigen, mit der sich das
Offnen und Verschließen des Freilaufs ein-
wandfrei erledigen läßt. Aber es geht auch
ohne Hilfsmittel im Schraubstock, selbstver-
ständlich ohne Wärmeeinwirkung.
Versagt der Freilauf häufig, ist es jedenfalls
meist nur durch Austausch der beschriebenen
Teile möglich, den Schaden zuverlässig zu be-
heben. Tritt ein Durchdrehen nur vereinzelt
auf, kann schon Auswaschen des u n z e r -
1 e g t e n Freilaufs mit anschließender leichter
Olung helfen.
Ing.0.Rath, Ludwigsfelde
Lada
Bremskraftbegrenzer
Bremskraftbegrenzer und mußte festsl
daß dessen Kolben durch das Eindringe
Lauge, Salz und Wasser in seiner ur
Stellung festgefressen war. Folge: vermir
Bremswirkung der Hinterräder (auch hei
besetztem Pkw), da der Betätigungsheb
den Bremskraftbegrenzer nur auf Torsioi
ansprucht wurde, ohne den Kolben bev
und damit die Bremskraft verändern zu
nen.
Nach Einbau eines neuen Bremskraftbe
zers (LAD) und entsprechender Justieruns
der Schaden beseitigt.
Ich empfehle deshalb, hier gelegentlich
dem Rechten zu sehen, vor Wirterbegini
Manschette am Bremskraftbegrenzer
streifen, diesen sowie die Manschette
blauem Bremsenfett bzw. WasserpumpE
stark einzufetten und wieder darüberzu
fen, um deni Festgehen vorzubeugen.
Klaus Köhler, Pl
Saporoshez SAS 968
Störungen
an der Benzinpumpe
Von Saporoshez-Besitzern werden oft
suche unternommen, um ein Aussetzen
Benzinpumpe für die Heizung (besonders
warmem Motor) zu verhindern. Das Verh
der Pumpe in • den Kofferraum oder das
bringen einer Abschirmpappe beseitigt
die Ursache, sondern nur einen äußerst n
tiven Einfluß (Überhitzung). Die Ursache h
mit der prinzipiellen Wirkungsweise zu
men: Sind die Kontakte des Sprungscha
geschlossen, so wird die Membran mit
an ihr befestigten Metallring durch
Magnetfeld angezogen, Erst nach einem
stimmten Pumpenhub öffnet der Schalter.
tritt häufig der Fall ein, daß der Metal
der Pumpe schon am Anschlag ist, bevor
Schalter öffnen konnte. Die Membran b
„kleben".
Vom Werk wird oft ein so kleines Spiel
gestellt, daß dieses bei Erwärmung oder i
geringem Verschleiß des Mechanismus
schwindet und dadurch die Benzinförde
aussetzt, weil der Schalter nicht mehr öf
In solchen Fällen ist die Membran, die
an einem Gewindebolzen befindet, entg
dem Uhrzeigersinn um 1/2 bis 1 Umdref
zu drehen, so daß ein ausreichendes,
nicht zu großes Spiel entsteht. Dann sch
der Schalter auch bei Wärme sicher, b
der Ring der Membran den Anschlag
reicht hat. Voraussetzung ist natürlich c
daß alles andere in Ordnung ist und z.
Ventile nicht verschmutzt sind,
H.Radtke, Be
Verschleiß
Ich habe schon mehrere derartige Freiläufe
geöffnet. Stets war der Verschleiß von Federn
und Buchsen so weit fortgeschritten, daß nur
noch der Austausch dieser Teile zur ordnungs-
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
Nach dem zweiten Wintereinsatz (der Wagen
war fast immer nur mit einer Person belastet)
verspürte ich bei voller Belastung meines Lada
auf trockener Fahrbahn ungenügende Brems-
wirkung. Da sich die Bremsanlage aber in
gutem Zustand befand, überprüfte ich den
5 50-Fahr r hoffen
Arbeiten an der Telegabel
sich selbst (6)
Unsere Beitragsreihe mit Instandsetzungshin'
weisen für die Besitzer eines Simson-Mokicks
S 50, die wir in Heft 12/76 begannen und in
Heft 3, 6, 7/77 bzw.2/78 fortsetzten, beenden
wir mit nachfolgender Anleitung zur Instand-
setzung der Telegabel.(Teil 1 erschien in der
Februarausgabe.)
Wenn es auch zweckmäßig ist, einen notwen-
digen Austausch der Dichtringe durch eine
Vertragswerkstatt durchführen zu lassen, so
sind diese Arbeiten doch nicht so kompliziert,
daß sie beispielsweise nicht auch von einem
geschickten Metallhandwerker ausgeführt wer-
den könnten. Folgender Arbeitsablauf ist dazu
notwendig:
Noch dem Ausbau des Vorderrades wird das
Schutzblech abgebaut. Danach werden die
von oben in die Gabel eingeschraubten Halte-
schrauben M 8 x 30 und die Klemmschrauben
am unteren Gabeljoch gelöst. Nun lassen sich
die kompletten Gabelholme - nachdem auch
die Klemmung der Blinkleuchtenhalter noch
gelockert wurde - mit leichter Drehbewegung
aus den Gabeljochen herausziehen.
Zur Demontage des Gabelholms ist zunächst
der Staubabstreifer abzuziehen. Dann wird die
komplette Einheit senkrecht mit dem Fuß des
Gleitrohres vorsichtig in einen Schraubstock
gespannt und das Tragrohr bis zum Anschlag
nach oben gezogen.
Mit etwas Geschick läßt sich mittels einer ab-
gewinkelten Spitzzange der Sicherungsring aus
dem unteren Ende des Tragrohres entfernen.
Danach kann man das Tragrohr nach oben
abziehen und das 01 ausgießen.
Für die weitere Demontage ist es erforderlich,
das Gleitrohr waagerecht einzuspannen (Vor-
sicht, nicht verdrücken!) und mit einem Steck-
schlüssel S W 10 die Mutter M 6 im Gleitrohr-
fuß zu lösen. Jetzt kann die Tragfeder mit
Stange aus dem Gleitrohr herausgezogen
werden,
Spezieller Dichtring
Der Wellendichtring läßt sich durch Hebeln
(gegebenenfalls mittels eines großen Schrau-
bendrehers) aus seinem Sitz herausdrücken.
Von diesem Dichtring' mit der offiziellen Be-
zeichnung „Wellendichtring D 30 x 40
X
7
TGL 16454" muß man wissen, daß es sich bei
dem für die Telegabel bestimmten Ring um
eine Sonderausführung mit engerem Dichtlip.
pendurchmesser handelt. Es dürfen deshalb nur
diese speziellen (im Ersatzteilhandel erhält-
lichen) Ringe verwendet werden. Schiebt man
den Ring lose über das Tragrohr (etwas ölen!),
dann muß er dem Verschieben schon einigen
Widerstand entgegensetzen, sonst ist er zu
weit und seine Dichtfunktion ist von vorn-
herein in Frage gestellt. Er müßte also ausge-
wechselt werden.
Der Einbau des Ringes in das Gleitrohr muß
vorsichtig erfolgen, damit ein exakt zentrischer
Sitz erreicht wird. Bei dieser Gelegenheit
sollte man auch den Staubabstreifer wech-
seln, denn seine Spannung läßt im Laufe der
Zeit ebenfalls nach. Bei der anschließenden
Wiedermontage des Stabes der Federauf-
Schnitt durch die Teleskopgabel eines 550: So
funktioniert beim hydraulischen Endanschlag
der Druckabbau.
nehme muß das Gewindeende zuvor bis zum
Sechskant des Kegels in „Motodix" getaucht
werden, damit eine gute Dichtheit des Gabel-
Fußes erreicht wird.
(Beim Einführen des Stabes bitte auch darauf
achten, daß keine Dichtmasse an die Innen-
wandung des Rohres kommt!)
Ist der Stab gut angezogen, werden wieder
40 cm3 Einheitsöl HLP 36 eingefüllt. Dann kann
die weitere Montage entsprechend der De-
montage erfolgen, (Das Tragrohr vorher leicht
einölen 1)
Vorsicht beim Waschen
Zu beachten ist, daß die Entlüftungsbohrungen
am oberen Tragrohrende quer zur Fahrtrich-
tung liegen müssen. Bei Fahrzeugen mit Blink-
leuchten sind die Halter so festzuklemmen,
daß sie am oberen Gabeljoch anliegen und
damit die Entlüftung gut abdecken. Versuche
zeigten, daß bei dieser Anordnung durch die
Bohrung kaum Wasser in die Gabel gelan-
gen kann. Beim Waschen des Fahrzeuges mit-
tels Schlauch sollte natürlich nicht genau auf
diese Partie „gezielt" werden.
Entdeckt man beim Ausgießen des Oles, daß
es größere Wassermengen enthält, dann läßt
dos auf eine mangelhafte Dichtwirkung des
Staubabstreifers schließen. Er sollte auf Span-
nung, Risse bzw. Verschleiß kotitrolliert wer-
den. Vorkommen kann es auch, daß im Laufe
der Zeit Wasser von oben in die Gabelholme
eintritt, wenn die zentrale Halteschraube nicht
fest angezogen ist bzw. die an dieser Stelle
abdichtenden Flächen nicht sauber aufeinan-
der liegen.
Zur Gewährleistung der Dichtheit wird seit
Mitte 1977 ein Dichtring aus Gummi beige-
legt (siehe Zeichnung). Im allgemeinen
braucht man aber nicht zu ängstlich zu sein.
Die Gabel funktioniert auch dann noch ein-
wandfrei, wenn sich etwas Wasser unter dem
01 abgesetzt hat.
Eine Entlastungsnut mit entsprechenden Boh-
rungen am unteren Ende der Tragrohre kann
ohne größere Schwierigkeiten auch nachträg-
lich bei Fahrzeugen angebracht werden, die
vor dem 1. 7. 1977 gefertigt wurden. Vor allem
sollte man bei Demntagen nicht versäumen,
den Gummidichtring auf der oberen Federauf-
nahme beizulegen.
Harte Durchschläge
Bei undichter Telegabel kann, wenn ein gewis-
ser Olverlust eingetreten ist, der hydraulische
Endanschlag nicht mehr voll wirken, und es
kommt zum harten Durchschlagen. Dies ist ein
Signal dafür, daß die Gabel unbedingt über-
holt werden muß. Die Ölfüllung kann beden-
kenlos 10000 km in der Gabel verbleiben.
Nach dieser Fahrstrecke wird eine Demontage
mit Erneuerung des Dies empfohlen.
Vergessen Sie bei der Wiedermontage des
Vorderrades nicht, vor dem Anziehen der
Klemmschraube die Gabel mehrfach durchzu-
federn, damit sich die Holme einstellen kön-
nen und keine seitliche Verspannung eintritt.
E.Dähn
104  DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
Solche verchromten Zweiklangfanfaren sehen
zwar attraktiv aus, aber einen größeren
Gebrauchswert verschaffen sie einem Mokick
nicht.Ihre beträchtliche Masse (1,8 kg) ist
ebenso von Nachteil wie ihre Stromaufnahme:
9 Al Daß solche Fanfaren auch nur über ein
Schaltrelais angeschlossen werden dürfen,
scheint in vielen Fällen unbeachtet zu bleiben.
Beim Br msen
ging der
Motor aus
Mit großem Interesse los ich den Beitrag
„5-50-Fahrer helfen sich selbst". Vor altem
interessierte mich das Thema „Zündstörungen"
in Heft 6/77.
Nach ungefähr 1000 Kilometern traten bei
meinem S 50 N (1977) plötzlich auch Zünd-
störungen auf. Beim Betätigen der Hinterrad-
bremse ging der Motor sogar aus. Zuerst
wurde die Zündkerze (MM 14-260) gegen
eine neue ausgewechselt. Gleichzeitig tauschte
ich den Kerzenstecker, weil ich durch Nässe.
einwirkung am Kerzenstecker einen Funken-
überschlag zur Motormasse vermutet hatte.
Ohne Erfolg. Dann prüfte ich die Hochspan-
nungsdurchführung am Austrift des Zünd-
kabels aus dem Motorgehäuse (rechte Seite).
Beim Bremsen wird die Batterieladung unter-
brochen.Korrekte Einstellung des Kontakts
vermeidet „Dauerlicht" und leere Batterie.
Wasser und Schmutz hätten ja Ursache für die
Zündstörung sein können. Das Zündkabel
zeigte keinerlei Verschmutzung durch Wasser
o. ä. Da alle diese Maßnahmen nicht halfen,
meldete ich mein Moped in einer Vertrags-
werkstatt für Kfz-Elektrik an. Als erstes wech-
selte man die Zündspule gegen eine neue,
aber der gewünschte Erfolg blieb aus. Sobald
man die Bremse betätigte, ging noch immer
der Motor aus. Man stellte schließlich fest,
daß das Bremslichtkabel mit dem beim S 50 N
„überflüssigen" Kabel der Ladeanlage zusam-
men einen Kurzschluß verursachte und die
Zündstörungen hervorrief. Das Bremslichtkabel
und das Kabel der Lageanlage (ge/rt) befin-
den sich beim S 50 N auf der linken Fahrzeug-
seite in dem verschließbaren Deckel in einem
Plastbehälter. Die einzelnen Kabel liegen so
eng nebeneinander, daß sie sich fast berüh-
ren. Kurzschlußgefahr! Nach vollständigem Iso-
lieren jedes einzelnen Kabels mit Lenkerband
funktionierte die ‚Zündung meines 5 50 wieder
einwandfrei.
Matthias Dittrich, Zittau
Einfach
anbauen?
Zweirad-Lichtmaschinen sind
schnell überlastet
Die in der DDR handelsüblichen Zusatzgeräte
der Fahrzeugelektrik - Nebelscheinwerfer,
Fernscheinwerfer, Nebelschlußleuchten, Rück-
fahrscheinwerfer, Zweiklangfanfaren usw. -
dienen unbestritten der Sicherheit im Straßen-
verkehr, sofern beachtet wird, daß diese Geräte
fachgerecht angebaut, eingestellt und ange-
schlossen werden. Sollte man sich dazu ent-
schließen, dies oder jene Geräte am Fahrzeug
anzubringen, so ist aber immer erst zu über-
legen, ob die Lichtmaschine bzw. der Schwung-
lichtmagnetzünder (bei Mokicks) mit den
Zusatzgeräten auch fertig wird. Ist das nicht
der Fall, wie man es oft an Zweiradfahrzeu-
gen jugendlicher Kraftfahrzughalter beobach-
ten kann, kommt es zu größeren Ausfällen
in der elektrischen Anlage. Es sollte sich jeder
vor Veränderung der elektrischen Anlage zu-
erst die Frage stellen, ob er dazu selbst in
der Lage ist oder ob es nicht besser wäre,
eine AKA-Fahrzeugefektrik-Vertragswerkstatt
aufzusuchen, Im folgenden sollen als> Beispiel
zwei Energiebilanzen von Zweiradfahrzeugen
aufgeführt werden:
MZ TS 125/150, 250, 25011
Lichtmaschine: Nennspannung 6 V
Nennleistung 60 W
Verbraucher: Hauptlicht 45/40W
Standlicht 4W
Kontrollampe 5X 1,2W
Blinklicht 4 X
21W
Rücklicht 5W
Bremslicht 21W
Zündung 8W
Horn 18 bis 30W
Die Gleichstromlichtmaschine ist so ausgelegt,
daß sie eine dauernde 50prozentige Ober-
lastung verträgt, d. h. sie kann durch die Ver-
braucher mit bis zu 90W in Anspruch genom-
men werden.
Die Verbraucher sind aufgrund ihrer Funktion
nie alle gleichzeitig in Betrieb, Bremslicht und
Horn werden nur kurzzeitig benötigt. Die
Blinkanlage mit 4
X 21 W beansprucht das
Bordnetz jeweils auch nur kurz mit 2 )< 21
Fast unberücksichtigt bleiben können auch
Kontrollampen. Eine Addition aller Dat
verbraucher bei Nachtfahrt aber ergibt,
die Gleichstromlichtmaschine bereits ol
zusätzlichen Anbau von fahrzeugelektriscl
Zusatzgeräten an der Grenze ihrer, Belastt
liegt.
Kleinkraftrad S 50N
Schwunglicht-
magnetzünder: Nennspannung 6 V
Nennleistung Spule 20,6W
Spule 21 W
Verbraucher: Hauptlicht 15/15W
Tachobeleuchtung 0,6 W
Rücklicht 5W
Bremslicht 21 W
Zündung separat
Die Addition der Dauerverbraucher bei Nac
fahrt ergibt, daß die Generatorleistung
Summe aller Verbraucher entspricht. Ein
sätzlicher Anbau von Geräten am Kleinkraftr
überfordert den Zünder.
Diese beiden Beispiele zeigen, daß
zusätzliche Anbau von Stromverbrauchern
MZ und Simson-Maschinen die elektrisc
Anlage (Lichtmaschine) überlastet, wodui
früher oder später mit einem Ausfall zu re
nen ist.
VEB Fahrzeugelektrik Thalhe
Zentraler Kundendienst
Ein notwendiges Nachwort
Das vom VEB Fahrzeugelektrik geschilde
Problem hat nicht nur eine „elektrische Seit
Wir meinen, die Motorrad-Besitzer bauen si
nicht in jedem Falle beispielsweise Neb
scheinwerfer an die Maschine, nur weil
ihre MZ vielleicht optisch aufwerten wolle
Warum auch sollte für Zweiradfahrer nicht g
sein, was bei Autofahrern als Beitrag größe,
Verkehrssicherheit gewertet wird!? Hat e
Motorradfahrer eigentlich größere oder kh
nere Chancen. im Nebel ohne Nebelschlu
leuchte übersehen zu werden? Wir glaube
sein Motorrad brauchte die Nebelschlußleuch
nicht minder dringend als ein Pkw. Und €
relativ hoch angebrachter Motorradscheinwe
fer läßt in dichtem Nebel eher eine „weil
Wand" entstehen als ein tiefliegender Pk
Scheinwerfer.
Für ein K 1 e i n kraftrad mag das alles kau
zutreffen. Aber Motorräder sollten eb
auch den Anschluß eines Nebelscheinwerfe
oder einer Nebelschlußleuchte klaglos verkrc
ten. Bei künftigen Werkentwicklungen unser
Motorräder müßte das Berücksichtigung fi
den. Das ist unser Standpunkt.
Die Redaktu
P5. : Ganz nebenbei: Noch immer ist es b
Motorrädern zulässig, den Nebelscheinwerf
allein mit dem Standlicht zu betreiben. Eir
nennenswerte Mehrbelastung im Vergleich z
Schaltung Hauptlicht-Standlicht tritt dar
kaum ein (siehe auch „Der Deutsche Straßei
verkehr", 1/72, „Welches Licht - wann un
wo?" von Obering. H. Kadner, Major cl. VP
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
f7TL 1!1ULL1O
Svt/o
Brod
pr
M
-.-  ___
E't5  eIke
MeziP,&
-  ehoPov
-
Beneov -'  
.-
2
Horice  
Senooty
ihlava
42
r: v!ce
78
57
Peov
Autobahn
8 ra
21,
Pra:
fahrt unerläßlich. Jedoch geht es nach Velkä
Meziji in flotter Fahrt auf der Autobahn
weiter (siehe unsere Ausschnittskarte).
Bei Rehoov ist die Autobahn erst einmal wie-
der zu Ende. Schnell erreicht man wieder die
fast parallel verlaufende Hauptstraße 2 (E 15).
in iihlovc, muß diese Straße verlassen werden,
um in der ausgeschilderten Richtung „Praha/
Tabor" weiterzufahren. Später wird die Rich-
tung präzisiert.,, Tabor/Pelhimov' (Haupt-
straße 19). Unmittelbar hinter PelhHmov wird
man rechts ab in Richtung Praha geschickt.
Der Straße über ervena-eice Krelovice
und Senoety folgend erreicht man wieder die
Autobahn, die direkt ins Zentrum der CSSR-
Hauptstadt führt.
Besonderheiten
Jede Fahrbahn der Autobahn ist 26,5 m breit.
Stellenweise, vor allem an langen Steigungen,
ist sie dreispurig, wobei in die rechte Spur nur
hinein - aber nicht wieder herausgefahren
werden kann. Für Pkw ist die Geschwindigkeit
auf der Autobahn unbegrenzt.
In den wildreichen Gebieten entlang der AutoS
bahn - besonders auf der Strecke Bratislava-
Malacky - wurden kilometerweit recht und
links mannshohe Maschendrahtzäune gezogen,
die den Wildunfällen vorbeugen. Bis auf Nie-
derwild, daß sich manchmal unter den Zäunen
durchgräbt, bietet diese Drahtbarriere echte
Sicherheit für Mensch und Tier. Positiv ver-
zeichneten wir den Fakt, daß viele Parkplätze
an der Autobahn mit Toiletten ausgerüstet
sind.
Im kommenden Jahr soll die Autobahn Praha
bis Brno vollständig dem Verkehr übergeben
werden. 1980 rollt's dann bis Bratislava - so
sieht es der Plan vor.
Herbert Schadewald
Wegen dieser noch im Bau befindlichen
Autobahnbrücke bei Velk6 Meziiii muß der
gesamte Verkehr durch die Stadt geleitet
werden, ehe er wieder auf die Autobahn
fließt.  Foto Schadewald
Wer sich mit seinem Fahrzeug auf den Weg zu
Urlaubszielen nach Südosteuropa begibt, nutzt
meistens den Transit durch die CSSR. Bei der
Streckenplanung wird dabei die Autobahn-
variante E 15 von Praha über Brno nach Bratis-
lava mit in Erwägung gezogen. Vor gut zehn
Jahren begann der Bau dieser Strecke. Welche
Abschnitte der künftig 361 km langen Auto-
bahn 1978 befahrbar sind, davon überzeugten
wir uns Anfang des Jahres.
Der Streckenverlauf
Seit Jahren führt der Teilabschnitt von Bratis-
lava Richtung Brno bis Malocky. Dann fährt
man durch die Stadt und auf der Haupt-
straße 2 (E 15) weiter über Beclav bis kurz
vor die Tore von Brno. Auf dieser Strecke gibt
es also keine Veränderungen.
Südlich Brnos beginnt ein neuer Teilabschnitt
der Autobahn in Richtung Praha, der bis Velkä
Meziii befahrbar ist. Da die Brücke über die
Ostava noch gebaut wird, ist eine Stadtdurch-
106  
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978
Verkehrsunfall im
Ausland
Bei Reisevorbereitungen denken zwar die mei-
sten an Ersatzteile und Werkzeug, aber wohl
die wenigsten denken an einen möglichen
Unfall. Wenn auch unschuldig, so ist man -
wenn es geknallt hat - Unfallbeteiligter, mit
all den unangenehmen Folgen. Viele Kraft-
fahrer wissen, was bei einem Verkehrsunfall
im eigenen Lande zu tun ist, doch bei einem
solchen Falle im Ausland sind sie recht ratlos.
Erste Hilfe und Sicherung der Unfallstelle
durch rechtzeitiges und deutliches Warnen der
anderen Verkehrsteilnehmer haben, genau wie
bei uns, auch im Ausland den Vorrang. Bei
schweren Unfällen werden meist die einheimi-
schen Zeugen oder Nachfolgenden die Polizei
und den Krankentransport informieren. Für
leichtere Unfälle gilt prinzipiell das, was auch
bei uns zu beachten ist; Fahrzeugstand mor-
ieren, Spuren sichern, dann möglichst die
Fahrzeuge von der Fahrbahn räumen (siehe
auch „Im Falle eines Falles...", Heft 71977).
Fordern Sie in jedem Fall eine Unfallauf-
nahme durch die Polizei und notieren Sie die
genaue Anschrift der aufnehmenden Polizei-
Dienststelle. Halten Sie auch die Personalien
der anderen Unfallbeteiligten sowie deren
r
Kraftfahrzeugtyp und -kennzeichen schriftlich
fest.
Wenn irgendwie möglich, dann fotografieren
Sie den Unfallort und die Schäden an Ihrem
Fahrzeug. Die Unfallschäden sollten dabei
formatfüllend aufgenommen werden. Ist das
nicht möglich, sollten Sie die Schäden genau
notieren. Fertigen Sie außerdem Aufzeichnun-
gen vorn Unfallort an. Hierin müßten Angaben
über die Straße, die Entfernung zum nächsten
Ort, bzw. örtliche Gegebenheiten (Verkehr
zeichen, Sichtbehinderungen usw.) in Städtt
sowie besondere Merkmale in der Nähe d
Unfallstelle enthalten sein. Eine Skizze d
Unfallortes mit genauem Stand der Fahrzeuc
und exakten Meterangaben zum Fahrbahr
rand ist empfehlenswert.
Trotz Polizeiaufnahme sind die Schäden a
Ihrem Fahrzeug bei einer Dienststelle der Ve
sicherungsanstalt des besuchten Landes z
melden. Bestehen Sie auch hier darauf, da
ein kompetenter Versicherungsmitarbeiter di
Schäden in Augenschein nimmt
Müssen die Unfallschäden in einer dortige
Werkstatt beseitigt werden und reicht II-
limitiertes Taschengeld für die Kosten nicF
aus, so beschaffen Sie sich vor der Auftrags
erteilung die Einverständniserklärung der dos
tigen Versicherung, daß sie die Reparatur
kosten verauslagt. Unmittelbar nach Ihre
Rückkehr in die DDR sind die Schäden unver
züglich Ihrer zuständigen Kreisdirektion de
Staatlichen Versicherung der DDR zu melden
Wenn Sie vor der Auslandstour keine Kasko
Auslandsversicherung - die ohne Selbstbetei
ligung möglich ist - abgeschlossen haben, s
werden Ihnen diese verauslagten Reparatur
kosten berechnet.  Scha
Suche dringend 1 oder 2 Zylinder-  
Suche dringend „Der Deutsche
kepfdichtungen oder einen Satz für  
Straßenverkehr«Jahrgang 1977.
EMW 340-2 6 Zylinder.
Angebote an H.Zediel 27 Schwe
Karl-Marx-Str. 48
Horst Meyer, 1203 Müllrose,  
rin-Wandrum, Post Sacktannen
Suche Reparaturhandbuch für Wart-
burg 311. Zuschr. unter
TV 5685 DEWAG, 1054 Berlin
Verk. f. 5 50 Seitengepäcktr6ger,
verchr., Satz 140,—PVC beschicht.,
Satz 120,—M; GroB-Griffe, Paar
12,—M. Zuschr. an 646 586 Z,
DEWAG, 95 Zwidcau
Veteranenfreunde 1
PKW Hanomag abzugeben.
W. Maier, 89 Görlitz, Wein-
hübler Str. 19
lntegralhelmschalen (Beil-Form)
zum Aufbau auf Sturzhelme in
verschiedenen Farben, komplett mit
Kloppvisier 140,—M.
Kloppvisier einzeln (auch zum
Aufbau auf Pliothelme) 15,—M.
K.-H.Max.1156 Berlin,
Karl-Lade-Str. 27
Alleinige Anzeigenannahme
Suche Kippvorrichtung f. Wartburg
311 (Traverse u. Böcke). J. Komnidc,
9935 Markneukirchen, Adorfer Str.
Hr. 32
Verkaufe Alt- u. Neuteile Hano-
mag-Rekord 15 K (u. ci. Getriebe
AKS 15 Differential), suche Motor-
lJberholungssatz f. Renault-Dau-
phine. Munkelt, 7025 Leipzig,
Stralsunder Str. 47
D E W A G
1026 Berlin, Hauptstadt der DDR, PSF 29
Ruf 2 26 27 76
und alle DEWAG-Betriebe in den Bezirksstädten der Deutschen
Demokratischen Republik
DER DEUTSCHE STRASSENVERKEHR 3/1978  
107
Straßenverkehr
-
1
ttl
AUF KFZ-
REPARATUREN
KANN GEWARTET
WERDEN
Vergiß nicht Deinen Kopf bei der Hohl-
raum-Konservierung, Fredi
Haben Sie noch nichts von Selbsthihe gehört, Monn
Das ist nur der erste Anstrichlt
1
Die undichte Stelle muß doch zu finden sein
2
LLJ
Beeil Dich, wir müssen zur Trauung
LM
12