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Def. Leistungsbezogene Nebenpflichten

Leistungsbezogene Nebenpflichten sollen den Eintritt des mit dem Vertrag bezweckten Erfolgs sichern. Darunter fallen: Aufklärungs-, Beratungs- und Unterlassungspflichten.

Def. Gläubigerverzug

Unterlässt der Gläubiger die erforderliche Mitwirkungshandlungen (Obliegenheit), so ist die Leistungsstörung auf ihn zurückzuführen.

Def. Konventionalstrafe

Die Konvenationalstrafe (Vertragsstrafe) ist ein (aufschiebend) bedingtes Versprechen für den Fall der Nicht-, Spät- oder Schlechtleistung (Art. 160 ff. OR).

Def. Haftgeld

Durch das Haftgeld soll die Vertragspartnerin an den Vertrag gebunden werden bzw. soll dazu führen, das sie nicht vom Vertrag zurücktritt.

Def. Reugeld

Reugeld kann dann bezahlt werden, wenn eine Partei vom Vertrag zurücktritt und Reugeld vereinbart wurde.

Def. unechter Vertrag zugunsten Dritter

Vertrag zwischen zwei Parteien wird geschlossen, die Lieferung erfolgt jedoch an einen Dritten

Def. Leistung an Erfüllungs Statt (datio in solutum)

Dem Gläubiger steht es frei, die vom Schuldner angebotene andere Leistung statt der ursprünglich geschuldeten anzunehmen.

Def. Leistung erfüllungshalber (datio solvendi causa)

Auch hier nimmt der Gläubiger eine andere Leistung als die ursprünglich geschuldete entgegen. Die ursprüngliche Forderung ist lediglich gestundet. Erst wenn der Gläubiger Befriedigung erhält, gilt die Leistung unter.

Def. Quittung

Quittung ist eine schriftliche Erklärung des Gläubigers, dass er eine ihm geschuldete Leistung erhalten hat. Sie muss individuell auf die vom Schuldner erbrachte Leistung ausgestellt werden und den formellen Erfordernissen von Art. 13 ff. OR genügen.

Def. Saldoquittung

Sie enthält neben der Empfangsbestätigung noch eine (Willens-)Erklärung des Gläubigers, dass er vom Schuldner nichts mehr zu fordern hat. Sie kann wegen Willensmangel angefochten werden. Eine Ausstellung kann nicht verlangt werden.

Def. Konnexität

Def. Eventualverrechnung

Def. Konnexität Def. Eventualverrechnung Def. Verjährung Def. Interne Schuldübernahme Def. Verwirkung Gibt es zwischen

Def. Verjährung

Def. Interne Schuldübernahme

Def. Verwirkung

Gibt es zwischen zwei Leistungen eine Rechtsbeziehung bzw. einen rechtlichen Zusammenhang, spricht man von Konnexität.

Der Vertragsgegner behauptet den Untergang der Forderung. Dennoch gilt die Eventualverrechnung, da die Ungewissheit dem Verrechnenden zumutbar ist.

Verjährung ist die Entkräftung einer Forderung durch Zeitablauf.

Einrede die Leistung auf Dauer zu verweigern

Vertrag zwischen Schuldner und Dritter wo dieser verspricht, ihm von seiner Verpflichtung gegenüber dem Gläubiger zu befreien.

Verwirkungsfristen (Präkuslivfristen) setzen der Ausübung eines subjektiven Rechts zeitliche Grenzen. Sie führen grundsätzlich zum Untergang des betreffenden Rechts.

Def. Schuldübernahme im engeren Sinn (private Schuldübernahme)

Der Altschuldner scheidet aus dem Schuldverhältnis aus und der neue tritt an seine Stelle.

Def. kumulative Schuldübernahme

Neuer Schuldner tritt neben dem Altschuldner hinzu.

= nachgiebige Vorschriften

Kommen nur dann zur Anwendung, wenn die Parteien nichts anderes vereinbart haben.

Def dispositives Recht

Def. Stellvertretendes commodum

Pflicht des Schuldners bei Unmöglichkeit der Leistung einen eventuell erlangten Ersatz an den Gläubiger herauszugeben.

i.V.m. Art. 119 OR: Anstelle der nachträglich unmöglichen Leistung kann das stellvertretende commodum verlangt werden (z.B. Versicherungssumme).

Entfällt der konkret eingetretene Schaden, wenn man sich das gebotene Handeln hinzudenkt.

Def. hypothetische Kausalzusammenhang

Def. Vertragsverletzung

Ein Vertrag ist verletzt, wenn eine Partei die Erfüllung nicht oder nicht gehörig bewirkt, also ihre vertraglichen Verpflichtungen (Haupt- oder Nebenpflicht) nicht oder nicht gehörig nachkommt.

Def. Unerfahrenheit

Unerfahrenheit liegt vor, wenn der Übervorteilte die Sachkenntnis fehlt, die Tragweite und Bedeutung das im Frage stehenden Rechtsgeschäfts richtig einzuschätzen.

Def. Ausbeutung

Das bewusste Ausnützen der Ausnahmesituation mit dem Zweck, den Vertragsabschluss mit dem für den Übervorteilenden vorteilhaften Leistungsversprechen herbeizuführen.

Def. Täuschungsabsicht

Täuschungsabsicht liegt vor, wenn der Täuschende um die Unrichtigkeit der Tatsache weiss oder sie in Kauf nimmt (dolus eventualis).

Def. Drohung

Unter Drohung versteht man die Beeinflussung der Entschlussfreiheit durch Inaussichtstellen eines ernsthaft, künftigen Übels.

Def. Begründete Furcht

Begründete Furcht liegt vor, wenn der Bedrohte nach den Umständen auf eine nahe oder erhebliche Gefahr für seine Rechtsgüter oder diejenigen einer ihm nahe stehenden (natürlichen) Person schliessen muss.

Def. Aktivlegitimation beim Willensmangel

Derjenige der dem Willensmangel unterlegen ist, kann ihn anfechten.

Def. Gattungsschuld

Leistungsinhalt ist nach Zahl, Mass und Gewicht oder Qualität bestimmt. Art. 71 OR

Def. sekundärer Anspruch

Ich werde so gestellt, als wäre der Vertrag gehörig bewirkt worden

Def. Schutzpflicht

Dienen dem Interesse, dass der Gläubiger nicht in seinem vorbestehenden Vermögen geschädigt wird.

Def. Vertrauensinteresse / negatives Interesse Def. hypothetische Vorwerfbarkeit Def. Rechtsnorm Def. Annahme Def.

Def. Vertrauensinteresse / negatives Interesse

Def. hypothetische Vorwerfbarkeit

Def. Rechtsnorm

Def. Annahme

Def. Gefälligkeit

Gläubiger ist so zu stellen, als nie vom Vertrag die Rede gewesen wäre.

nutzlos gewordene Aufwendungen und Deckungsgeschäfte

Es ist zu fragen, ob die Handlung der Hilfsperson dem Geschäftsherrn vorzuwerfen wäre, wenn er sie selbst vorgenommen hätte.

Die Rechtsnorm ist eine Norm, die festlegt, welche Merkmale vorliegen müssen, damit die von der Norm vorgesehene Rechtsfolge eintritt.

Die Annahme ist eine empfangsbedürftige Willenserklärung, mit der der Offertempfänger dem Offerenten sein Einverständnis mit dem nagebotenen Vertragsabschluss bekundet.

Gefälligkeit liegt vor, wenn jemand auf freiwilliger Basis eine unentgeltliche Leistung erbringt, ohne dass für ihn ein Interesse oder Vorteile bestehen. Dadurch liegt keine Verbindlichkeit vor.

 

Verschulden bedeutet, dass die Vertragsverletzung dem Schuldner vorzuwerfen ist und setzt voraus:

Def. Verschulden

Urteilsfähigkeit (Art. 16 ZGB)

Vorsatz / Eventualvorsatz oder Fahrlässigkeit

 

Übernahmeverschulden

Gefahrensatz

Def. Gefahrensatz

Sorgfaltswidrig handelt, wer eine kritische Situation schafft, ohne die erforderlichen Schutzmassnahmen zu treffen, um die aus dieser Situation resultierenden Gefahren abzuwenden.

Def. Übernahmeverschulden

Wenn jemand eine Tätigkeit ausübt von der er weiss oder wissen müsste, dass er den Anforderung nicht gewachsen ist.

Def. adäquate Kausalität

Eine Ursache / Handlung ist nach dem gewöhnlichen Lauf der Dingen und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet, einen Erfolg / Schaden von der art des eingetretenen herbeizuführen.

Def. unentgeltlicher Auftrag

Eine Verpflichtung ist unerlässlich, die andere aber nicht zwingend

Def. Schutzpflicht

Sie schützen das vorbestehende Vermögen oder die Persönlichkeit durch die Beeinträchtigung des Erfüllungsvorganges

Def. Schuldnerverzug

Schuldnerverzug liegt vor, wenn der Schuldner seiner Leistung nicht rechtzeitig nachkommt. Sie stellt eine echte Pflichtverletzung dar (im Gegensatz zum Gläubigerverzug). Art. 102 ff. OR

Def. Mahnung

Mahnung ist eine unmissverständliche Aufforderung des Gläubigers an den Schuldner, die geschuldete Leistung unverzüglich zu erbringen. Sie ist eine rechtsgeschäftsähnliche Handlung und wird als empfangsbedürftige Willenserklärung mit Eintreten wirksam.

Def. Nachfrist

Nachfrist ist die ultimative Aufforderung an den Schuldner, innerhalb einer bestimmten Frist die Leistung zu erbringen.

Def. Absolutes Fixgeschäft

Die Leistung ist nach Verstreichen des Leistungstermins überhaupt nicht mehr nachholbar, sozusagen in diesem Zeitpunkt unmöglich wird, da mit einer späteren Leistung der Zweck des Rechtsgeschäfts nicht mehr erreicht werden kann.

[Alte Auffassung]

Der Gläubiger erhält den Schadenersatzanspruch als Surrogat für den Erfüllungsanspruch, bleibt aber zur Gegenleistung verpflichtet.

Def. Austauschtheorie (Leistungsstörung)

Def. Differenztheorie (Leistungsstörung)

[moderne Auffassung]

Dem Gläubiger ist es gestattet, seinen Schaden anhand der Differenz zwischen der unmöglichen gewordenen Leistung und seiner Gegenleistung zu berechnen, ohne diese noch erbringen zu müssen.

Der Gläubiger ist so zu stellen, als ob er vom Vertrag nie etwas gehört hätte.

Def. Vertrauensschaden

Ein Unterlassen ist nur dann rechtlich relevant, wenn für den Schädiger eine Pflicht zum Handeln bestand.

Def. Unterlassen

Beurteilt sich, ob sie geschäftsfremden Inhalt aufweisen (wesentliche Änderung des Vertragscharakters oder aus dem gesetzlichen Rahmen des Vertragstypen fallen) Ungewöhnlichkeitsregeln

Def. ungewöhnliche Klauseln der AGB

Def. Motivirrtum (Art. 24 Abs. 2 OR) Def. Grundlagenirrtum Def. subjektive Wesentlichkeit Def. täuschendes Verhalten

Def. Motivirrtum (Art. 24 Abs. 2 OR)

Def. Grundlagenirrtum

Def. subjektive Wesentlichkeit

Def. täuschendes Verhalten

Def. Drohung / Furchterregung

Motivirrtum ist ein Irrtum bei der Willensbildung. Der Erklärende geht irrtümlich von einem falschen Umstand aus, der für seinen Geschäftswillen bedeutsam ist.

immer unwesentlich und daher keine Anfechtung (ausser bei Grundlagenirrtum)

Irrtum, der vom Irrenden nach Treu und Glauben als eine notwendige Grundlage des Vertrages betrachtet wurde. Wesentlichkeit erfordert subjektive und objektive Merkmale.

Ist gegeben, wenn der Sachverhalt conditio sine qua non für die Willensbildung gewesen ist (notwendige Grundlage). Der Vertrag wäre ohne diese Grundlage nicht geschlossen worden.

Ein täuschendes Verhalten besteht in der Vorspielung falscher oder im Verschweigen vorhandenen Tatsachen (objektiv feststellbare Zustände).

Beeinflussung der Entscheidungsfreiheit durch Inaussichtstellen eiens künftigen Übels. Nur der psychische Zwang kommt in Betracht, weil sonst eine Willenserklärung fehlt.

Def. Widerrechtlichkeit im Sinne von Drohung

Ungültigkeitstheorie (BGer hat sich fälschlicherweise hierfür entschieden)

Anfechtungstheorie (Herrschende Lehre)

Def. Stellvertreter

Anfechtungstheorie (Herrschende Lehre) Def. Stellvertreter Def. Bote … liegt dann vor, wenn das in Aussicht gestellte

Def. Bote

… liegt dann vor, wenn das in Aussicht gestellte Übel widerrechtlich ist.

Der Vertrag ist von Anfang an ungültig und entfaltet somit überhaupt keine Wirkung. Vertrag ist aufschiebend bedingt, bis Partei sich über die Nichtigkeit entscheidet. Der Vertrag ist aufschiebend bedingt.

Der Vertrags ist zunächst gültig, kann aber durch die Partei, bei der der Willensmangel vorliegt unter Berufung aufgelöst werden. Der Vertrag ist auflösend bedingt.

Gibt eine eigene Willenserklärung ab und ist mindestens urteilsfähig (Art. 16 ZGB). Handelt im Namen, im Interesse und auf Rechnung des Vertretenen.

Bote übermittelt lediglich eine fremde Willenserklärung. Er kann auch urteilsunfähig sein.

Übergang: „gewöhnlicher Lauf der Dinge“

Der Handelnde benutzt den fremden Namen eines anderen. Rechtsfolge hängt davon ab, ob es der Erklärungsempfängerin auf den richtigen Namen ankommt.

Def. Handeln unter fremden Namen

Def. aktive Stellvertretung

Art. 32 ff.

Jemand gibt eine Willenserklärung im Namen eines anderen ab.

ist zugleich auch passiv berechtigt.

Art. 32 ff OR

Jemand nimmt eine Willenserklärung im Namen eines anderen entgegen. Ist nicht gleichzeitig der aktiven Stellvertretung bemächtigt.

Def. passive Stellvertretung

Vollmacht ist losgelöst vom Grundverhältnis und ist die durch das Rechtsgeschäft erteilte Vertretungsmacht (empfangsbedürftige Willenserklärung).

Def. Vollmacht

… liegt vor, wenn ein und dieselbe Person auf beiden Seiten tätig wird

Personenidentität

Def. In-sich-Geschäft

Def. Rechtsgeschäft

Tatbestand mit mind. Einer Willenserklärung an den die Rechtsordnung den Eintritt des gewollten rechtlichen Erfolges knüpft.

Def. einseitige Rechtsgeschäfte

Enthält die Willenserklärung nur einer Person (z.B. Testament)

Def. Gestaltungsrecht

Einseitiges Rechtsgeschäft. Eine Person kann dadurch ein Recht begründen, verändern oder aufheben. Es darf jedoch keine Bedingung enthalten sein. Deswegen sind Gestaltungsrechte auch unwiderruflich.

ist weder Forderungsrecht noch unterliegt es der Verjährung

Def. mehrseitiges Rechtsgeschäft

Enthalten inhaltlich übereinstimmende, aufeinander bezogene Willenserklärungen mehrer Personen.

Def. Nominatverträge

Vertrag im Gesetz ausdrücklich geregelt

Sind im Gesetz nicht ausdrücklich geregelt. Es wird unterschieden in:

- Gemischte Verträge (beinhalten verschiedene Vertragstypen)

- Verträge eigener Art (sui generis)

- Zusammengesetzte Verträge: Verknüpfen Nominat- und Innominatverträge

Def. Innominatverträge

(rechtliches dürfen) Pflicht etwas zu tun. Schuldnerin bleibt jedoch Eigentümerin keine Verminderung der Aktiva

Def. Verpflichtungsgeschäft

(rechtliches können) Ein Recht wird übertragen, belastet, geändert oder aufgehoben. Aktiva werden kleiner. Verfügung wirkt aber nur, wenn Verfügungsmacht besteht. Zeitlich erste ist wirksam.

Def. Verfügungsgeschäft

Rechtsgrund der Zuwendung gehört zum Inhalt des Geschäfts

Def. kausales Geschäft

Geschäft ist vom Rechtsgrund losgelöst, der Rechtsgrund gehört nicht zum Inhalt des Geschäfts es fehlen durchsetzbare Grundforderungen.

Def. abstraktes Geschäft

Def. abstraktes Schuldbekenntnis

Erklärung des Schuldners, dass eine bestimmte Schuld besteht, ohne dass den Schuldgrund genannt wird Art. 17 OR Führt zu Beweislastumkehr und gilt als kausal.

Def. Schuldverhältnis

wird als Rechtsverhältnis zwischen Gläubiger und Schuldner verstanden, wo ein Tun, Dulden oder Unterlassen verlangt wird.

Def. relatives Recht

Die Rechte und Pflichten zwischen zwei Personen gelten nur für sie.

Def. absolutes Recht

Rechte, welche für alle gelten

Def. positive Leistungspflicht

Etwas tun

Def. negative Leistungspflicht

Etwas unterlassen

Def. obligation de résultat

Beinhaltet das Erreichen eines vorgeschriebenen Zieles

Def. obligation de moyen

Erfordert keinen bestimmten Erfolg, sondern allein den Einsatz der Sorgfalt (z.B. Arzt, Anwalt).

Def. sachliche Leistung

… sind aus dem Vermögen zu erbringen. Können auch durch Dritte erbracht werden.

Def. persönliche Leistung

Die persönliche Leistung spielt hier eine herausragende Rolle.

Def. Hauptpflichten

Hauptpflichten charakterisieren das eigentliche Schuldverhältnis.

Def. Nebenpflicht

Nebenpflichten prägen das Schuldverhältnis nicht typischerweise und dienen nur der Konkretisierung. Treu und Glauben spielt zentrale Rolle.

 

(z.B. Art. 201, Art. 197 ff., Art. 44 Abs. 1 OR)

Def. Obliegenheit

sind weder gerichtlich durchsetzbar noch entsteht ein Schadenersatzanspruch. Eine Verletzung führt aber zu Rechtsnachteilen bzw. Verlust der günstigen Rechtsposition.

Def. Einwendung

„Nein“. Einwendungen sind im Prozess von Amtes wegen durch das Gericht zu beachten und können eine klage für nichtig erklären.

Def. Einrede

„Ja aber…“. Einreden hingegen hindern lediglich die uneingeschränkte Durchsetzbarkeit und wirken nur entschärfend. Werden nur berücksichtigt, wenn Schuldner sich darauf beruft.

Verpflichtetsein des Schuldners bezw. Unterworfensein unter dem zwangsweisen Zugriff des Gläubigers.

Def. Schuld

… ist kein Antrag. Der Antragssteller tut bloss seien grundsätzliche Bereitschaft zum Vertragsabschluss verkünden bzw. fordert den Empfänger auf, ein Angebot zu unterbreiten.

Def. Einladung zur Offertstellung (invitation ad offerendum)

Zu fragen ist, ob der Ersatz eines bestimmten Schadens durch den durch Auslegung ermittelte Schutzzweck der verletzten Norm gedeckt wird.

Def. Schutzzwecktheorie

Verletzung

- der herrschenden Moralvorstellung

- des allgemeinen Anstandsgefühls

- der ethischen Prinzipien und Wertmassstäbe

Def. sittenwidrige Handlung

Stabile, mit dem Erdboden direkt oder indirekt verbundene, künstlich hergestellte, d.h. von Menschenhand geschaffene oder angeordnete Gegenstände.

Def. Werk (Art. 58 OR)

Def. Werkmangel

Def. Obhuts- und Schutzpflichten

Def. Erfolgsunrecht

Def. Verhaltensunrecht

Schutzpflichten Def. Erfolgsunrecht Def. Verhaltensunrecht Def.Tierhalter Ein Werk ist mangelhaft, wenn es bei

Def.Tierhalter

Ein Werk ist mangelhaft, wenn es bei bestimmungsgemässen Gebrauch nicht die berechtigterweise zu erwartende Sicherheit bietet.

Schützen den Gläubiger vor Beeinträchtigung seiner körperlichen Integrität und seines Eigentums

Verletzung eines absoluten rechts gilt immer als widerrechtlich, ohne dass es dabei darauf ankommt, ob eine Schutznorm dieses absoluten Rechts verletzt wurde.

Im Rahmen des Ersatzes reiner Vermögensschäden ist zusätzlich zum Erfolgsunrecht eine Verletzung einer Schutznorm, welche das Vermögen schützt, erforderlich.

Herrschende Lehre

Tierhalter (natürliche oder juristische Person) ist, wer einem tatsächlichen Gewaltverhältnis zum Tier steht. Entscheidend ist, wer den Nutzen vom Tier hat.

Def. Mangelhaftigkeit

Mangelhaft ist ein Werk, von dem bei bestimmungsgemässen Gebrauch eine Gefahr für Menschen oder Sachen ausgeht.

 

Eigentümer oder Person im Fahrzeugausweis

Def. (Fahrzeug-)Halter

Halter ist derjenige, auf dessen Rechnung und Gefahr der Betrieb des Fahrzeugs erfolgt.

Def. Motorfahrzeuge

Motorfahrzeuge sind alle Fahrzeuge, die sich aus eigenem Antrieb auf dem Erdboden unabhängig von Schienen fortbewegen.

Def. Gaunerlohn

Leistungen, die zur Anstiftung oder Belohnung eines verbotenen oder sittenwidrigen Handelns des Empfängers erfolgen.

Def. Naturalrestitution

Kann das Erlangte in natura zurückgegeben werden, wird die Bereicherung anhand der Naturalrestitution zurückerstattet.

Def. Rückforderungsschaden

… liegt vor, wenn der Bereicherte im Vertrauen auf die Endgültigkeit des Erwerbs eine an sich angezeigte Massnahme zur Wahrung seiner Vermögensinteressen nicht vorgenommen hat.

Def. Ersatzvornahme

Der Gläubiger kann sich vom Gericht nach Art. 98 Abs. 1 dazu ermächtigen lassen, die Leistung auf Kosten des Schuldners selbst vorzunehmen oder von einem Dritten vornehmen zu lassen und hat Anspruch auf Kostenbevorschussung durch den Schuldner.

Def. Differenztheorie bei Nichtleistung

Dem Gläubiger ist es gestattet, seinen Schaden anhand der Differenz zwischen der unmöglich gewordenen Leistung und seiner Gegenleistung zu berechnen, ohne diese noch erbringen zu müssen.

Def. Verspätungsschaden

Die Vermögensnachteile, die durch die Verspätung eingetreten sind, sind zu ersetzen. Darunter fallen insbesondere Nutzungsvorteile oder Wiederverkaufsgewinn, Kosten für Miete der Ersatzsache, Ersatzansprüche allfälliger Abnehmer und Konventionalstrafen von Dritten.

Def. Mangelfolgeschäden

Mangelfolgeschäden sind Schäden an Rechtsgüter ausserhalb des eigentlichen Leistungsgegenstandes.

Def. zur Hinterlegung geeignete Sache

Eine zur Hinterlegung geeignete Sache ist eine bewegliche, nicht verderbliche Sache und/oder Sachen, die keine Unterhalts- oder keine erhebliche Aufbewahrungskosten verursachen.

Def. unechte Konventionalstrafe

Strafversprechen, d.h. der Versprechende nimmt eine erlaubte rechtliche Handlung vor, um den Schuldner zu belangen.

Def. Durchsetzbarkeit

Klagbarkeit, Einredefreiheit, Fälligkeit der Forderung

Def. Verwirkung

Verwirkungsfristen setzen der Ausübung eines subjektiven Rechts zeitliche Grenzen. Zudem führt die Verwirkung zum Untergang des betreffenden Rechts. Sie ist von Amtes wegen zu berücksichtigen.

Def. Wandelung

Sache zurück, Geld zurück

Def. Minderung

Sache wird geliefert, Preis wird reduziert

Def. Nachlieferung

Erfüllungsanspruch auf wahrhafte Sache

Sachen können zum sachgerechten Gebrauch nicht oder nur teilweise benutzt werden. Sache weicht vom Sollzustand ab.

Def. Sachmängel

Vorvertragliche Vereinbarungen werden beim Zustandekommen eines gültigen Vertrages zum Vertragsinhalt.

Def. Absorptionstheorie

Voraussetzung: vorvertragliche Handlung (sonst wäre es c.i.c.)

Def. Vertrauenshaftung

rechtliche Sonderbindung

Art. 2 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 97 OR

Wenn jemand bewusst eine unberechtigte Handlung vornimmt.

Def. Bösgläubigkeit

Ansprüche stehen unabhängig voneinander und bilden eine sogenannte Anspruchskonkurrenz. Mehrere Ansprüche sind unabhängig voneinander zu beurteilen.

Def. Anspruchskonkurrenz

… ist der Ort, an dem die Schuldnerin ihre Leistungshandlung vorzunehmen hat (Erfüllungsort).

Def. Leistungsort

Def. Holschuld, Bringschuld, Schickschuld

Holschuld: Gläubiger muss die Leistung beim Schuldner abholen

Bringschuld: Schuldner muss Leistung am Ort des Gläubigers erbringen

Schickschuld: Leistungsort Erfolgsort

Nur eine einzige, individuell bestimmte Sache ist zur Erfüllung der Schuldpflicht geeignet.

Def. Stückschuld

Def. Gattungsschuld

Gläubiger ist nicht an einem bestimmten Stück interessiert, sondern nur an einer bestimmten Gattung (Art. 71 OR).

Peius

Schlechtleistung

Aliud

Nichtleistung bzw. Falschlieferung

Def. Zins

Entgelt für die Überlassung von Kapital. Zins ist eine Nebenleistung zur Kapitalforderung.

Def. stillschweigend

Es liegt keine Willensäusserung vor, man kann jedoch von der Handlung und Umstände daraus schliessen, dass eine stillschweigende Vereinbarung getroffen worden ist.

Def. Schadenszins

… ist vom Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses, wo sich das Ereignis finanziell auswirkt, zu zahlen und setzt keinen Verzug voraus. Zinseszins ist nicht geschuldet.

Def. Eingriffskondiktion

Ungerechtfertigte Bereicherung durch einen anderen mittels Eingriff in fremdes Vermögen.

Def. Bereicherung

Verschaffung eines Vermögensvorteils durch Vermögensvermehrung durch Vermehrung von Aktiva oder Verminderung der Passiva.

Def. Vermögen

Summe aller subjektiven geltwerten Rechte, die jemanden zustehen.

 

Verhalten eines Schuldners oder allenfalls eines Dritten.

Def. Leistung

Das Leistungsverhalten ist final gesteuert auf die Erfüllung des Gläubigerinteresses. Es gibt keine interessenslose Leistung. Leistung wird erbracht zur Schuldtilgung.

engerer Begriff als Leistung

Verschaffung eines Vermögensvorteils (immer)

Def. Zuwendung

Def. Verpflichtung

Schriftliches Schuldversprechen

Verfügung kommt nur nach Einwilligung der Gegenseite zu Stande. Es braucht einen gültigen Vertrag.

Es gibt keine Zwangsbeglückung

Def. Verfügung

Objektives Rechts knüpft an eine bestimmte Verhaltensweise einer Partei und nicht an einen Willen des Handelnden an.

Def. Realakt / Tathandlung

„faktisches Verhältnis, dessen Vorliegen jeweils von der entsprechenden vorhandenen Verkehranschauung abhängt“

Def. Besitz

Gewalt über eine Sache haben Eigentum

Gewisse räumliche Nähe Zeitliche Dauer der Herrschaft

Art. 3 ZGB

Gutgläubig ist man, wenn man einen Rechts- oder Sachverhalt nicht erkennt oder nicht hätte erkennen können. Der Rechtsgrundlosigkeit ist man sich nicht bewusst.

Def. guter Glaube

Def. Traditio

Besitzübergabe

Schaden ist eine unfreiwillige Vermögensverminderung, die in einer Verminderung der Aktiven, Vermehrung der Passiven oder in entgangenem Gewinn bestehen kann. Schaden ist immer ein Vermögensschaden.

Def. Schaden

Differenztheorie vergleicht das jetzige Vermögen mit dem Vermögen, das man ohne den Schäden jetzt hätte.

Def. Differenztheorie

Aufwendungen, die in Erwartung eines zukünftigen Genusses getätigt werden, sollen schadenersatzfähig sein.

BGer dagegen entschieden

Def. Frustrationsgedanke

(Haushaltsschaden, Pflegeschaden, Erwerbsausfall bei Selbständigerwerbenden)

Bestimmte Nachteile sind unter Berücksichtigung normativer Wertungspunkt auch dann ersatzfähig, wenn keine Vermögensdifferenz im eigentlichen Sinne vorliegt.

BGer dafür enschieden

Def. normativer Schaden

Vorgängig gemachte Aufwendungen, die im Hinblick der Durchführung eines Vertrages getätigt worden sind, sind zu ersetzen.

Def. negatives Interesse

Def. Kommerzialisierungsgedanke

Bestimmte Nutzungsmöglichkeiten in der heutigen Gesellschaft stellen neu einen Vermögensgegenstand dar, auch wenn sich dessen Ausfall nicht negativ im Vermögen des Geschädigten niederschlägt.

BGer dagegen entscheiden.

… liegt dann vor, wenn weder ein Personen- noch ein Sachschaden entstanden sind.

Def. reiner Vermögensschaden

Def. Schockschaden

„seelische Erschüterung“

Man spricht von Schockschaden, wenn die Nachricht vom Tod oder schwere Verletzung einer Person zu einer überdurchschnittlichen Verschlechterung des gesundheitlichen Zustands führt.

Def. Reflexschaden

Schaden, der aufgrund eines anderen Schadens zustande kommt.

Def. konkrete Schadensberechnung

Vertragspreis minus getätigtes Deckungsgeschäft

Def. abstrakte Schadensberechnung

Vertragspreis minus Markt- oder Börsenpreis bei Erfüllungszeitpunkt

 

Verschulden gegen sich selbst, gegen die eigenen Interessen

Def. Selbstverschulden

Obliegenheitsverletzung

Urteilsfähigkeit ist vorausgesetzt

Def. konstitutionelle Prädisposition

Erscheint es unbillig, den Hauptpflichtigen mit Ersatz des gesamten Schadens zu belasten, so spricht man von konstitutioneller Prädisposition.

Keine Verwandtschaft, sondern eine faktisch enge Beziehung zum Geschädigten / Getöteten ist entscheidend

Def. Angehörige

Def. widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung

Beeinträchtigung der Freiheit

Ehrverletzung

Verletzung des Urheberrechts

Unlauter Wettbewerb, Boykott

Mobbing

Sexuelle Belästigung

Tötung eines Haustieres

Person, die eine andere Person regelmässig in der Absicht unterstützt oder zum Teil ihre Existenz sichert.

Def. Versorger

Def. adäquater Kausalzusammenhang

… liegt dann vor, wenn die Ursache nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist einen solchen Erfolg herbeizuführen.

Risikoerhöhung durch Handeln des Schuldners

Def. conditio-sine-qua-non (Kausalität)

… ist gegeben, wenn das fragliche Verhalten nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass der eingetretene Erfolg entfiele.

natürliche Kausalität: Problem unendlicher Kausalkette

Def. Schutzzwecktheorie

… stellt darauf ab, ob der Ersatz eines bestimmten Schadens durch den durch Auslegung ermittelten Schutzzweck der verletzten, anspruchsbegründeten Norm gedeckt wird.

Def. kumulative Kausalität

… liegt vor, wen mehrere Schadensursachen vorliegen.

Def. alternative Kausalität

Kommen mehrere Schadensursachen in Betracht, jedoch nur eine kausal im konkreten Fall ist, spricht man von alternativen Kausalität.

z.B. Einnahme verschiedener Medikamente

Def. hypothetische Kausalität

Von hypothetischer Kausalität wird gesprochen, wenn das schädigende Ereignis eine bereits im Gang befindliche Kausalkette überholt, aufgrund derer derselbe Schaden zu einem späteren Zeitpunkt eingetreten wäre.

Def. Verschulden

Man spricht von Verschulden, wenn eine Ursache nicht nur adäquat kausal sondern ein persönlicher Vorwurf gemacht werden kann.

Def. Urteilsfähigkeit

Urteilsfähig ist man gemäss Art. 16 ZGG, wenn man weder im Kindesalter (Art. 14 ZGB), geisteskrank oder - schwach, betrunken ist oder sich in einem ähnlichen Zustand befindet.

Def. Vorsatz

Vorsatz bedeutet Wissen und Wollen des Erfolges, d.h. der deliktischen Rechtsgutsverletzung oder Vertragsverletzung.

Def. Eventualvorsatz

Wer den Erfolg zwar nicht will, aber billigend in Kauf nimmt, handelt bedingt vorsätzlich.

Def. Fahrlässigkeit

Ausserachtlassen der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt

Def. leichte Fahrlässigkeit

Nur geringe Abweichung von der üblichen Sorgfalt, Fehler dem jedem unterlaufen könnte.

Die im Verkehr erforderliche Sorgfalt wird in einem besonders schweren und hohen Mass ausser Acht gelassen und elementare Vorsichtsmassnahmen, die jeder Person einleuchten, missachtet werden.

Def. grobe Fahrlässigkeit

Beweislastumkehr: Schuldner muss sich vom Verschulden entlasten

Art. 97 Abs. 1, Art. 103 Abs. 2, Art. 208 Abs. 3 OR

Def. Entlastungs- oder Exkulpationsbeweis

Art. 101 Abs. 1 OR (vertraglich)

Art. 55 Abs. 1 OR (ausservertraglich)

Artikel für Haftung von Hilfspersonen (ausservertraglich & vertraglich)

Hilfsperson ist jede Person, die mit Wissen und Wollen des Schuldners bei der Erfüllung einer Schuldpflicht tätig wird.

Def. Hilfsperson

Ist die Handlung der Hilfsperson dem Schuldner vorzuwerfen, wenn er sie selbst vorgenommen hätte? Schadenersatzanspruch entfällt, wenn Hilfsperson über höhere Sachkunde verfügt.

Def. hypothetische Vorwerfbarkeit

Def. Berufung auf rechtmässiges Alternativverhalten

Geschäftsherrn kann sich der Haftung nach Art. 55 Abs. 1 OR befreien, dass der Schaden auch bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt eingetreten wäre.

Def. Vertragsfreiheit

Jeder Bürger ist in seiner Entscheidung frei, ob, mit wem und mit welchem Inhalt er einen Vertrag schliesst. Vertragsfreiheit ist auch Teil der Privatautonomie.

Def. Abschlussfreiheit

Ist die Freiheit, Verträge abzuschliessen oder auch nicht abschliessen zu müssen.

Def. Willenserklärung

Private Willenskundgabe, die auf die Erzielung einer Rechtsfolge gerichtet ist.

Def. Realakt

Realakte sind Handlungen, an die die Rechtsordnung unabhängig von einem entsprechenden Wille des Handelnden Rechtsfolgen knüpft.

Def. Rechtsgeschäftsähnliche Handlungen

… sind Willens- oder Wissensmitteilungen, an die das Gesetz ebenfalls Rechtsfolgen knüpft, ohne dass diese vom Mitteilenden gewollt sein müssen.

Def. ausdrückliche Willenserklärung

Der Geschäftswille des Erklärenden kommt unmittelbar zum Ausdruck. Dies kann in mündlicher oder schriftlicher Form sein.

Def. konkludent / stillschweigende Willenserklärung

… liegt vor, wenn der Geschäftswille objektiv allein aus dem Verhalten einer Person abgeleitet wird.

Def. empfangsbedürftige Willenserklärungen

… sind solche, die an eine andere Person gerichtet sind. Darunter fallen Angebot und Annahme bei Vertragsabschluss sowie sämtliche Gestaltungserklärungen.

Def. Zugang

Zugang bedeutet, dass die Willenserklärung so in den Machtbereich des Erklärungsempfängers eingeht, dass man unter normalen Umständen mit der Kenntnisnahme gerechnet werden kann.

 

- Wohnung

- Geschäftsräume

- Hausbriefkasten

Def. Machtbereich

- Postfach

- Anrufbeantworter

- Telefax

- Elektronischer Briefkasten

 

- Es wird versucht, den wirklichen Willen herauszufinden

Def. Willensprinzip

- Art. 18 Abs. 1 OR: der übereinstimmende wirkliche Wille gilt falsa demonstratio non nocet

- Weiss der Erklärungsempfänger, was der Erklärende will oder hätte sie nach den Umständen gebotenen Sorgfalt dies erkennen können, so ist sie nicht schutzwürdig

Def. Vertrauensprinzip

Der Erklärungsempfänger ist in seinem Vertrauen auf das objektiv Erklärte zu schützen. Es gilt das, was der Empfänger aufgrund der Erklärung als das vom Erklärenden gewollte ansehen durfte: „So wie eine vernünftige Person in den Schuhen der Erklärungsempfängerin nach Treu und Glauben verstehen durfte / musste.“ normative Willenserklärung

 

… ist eine empfangsbedürftige Willenserklärung, worauf der Vertragsabschluss nur noch von der Gegenpartei zu- oder abgelehnt werden muss.

Def. Antrag / Angebot

kann ausdrücklich oder konkludent erfolgen Art. 7 Abs. 3 OR

Def. Auslobung

Auslobung ist das öffentliche Versprechen einer Belohnung für die Vornahme einer Leistung. Art. 8 Abs. 1 OR

Def. Konsens

… liegt vor, wenn es eine übereinstimmende Willenserklärung gibt. Parteien müssen übereinstimmend dasselbe gewollten haben (natürlicher tatsächlicher Konsens)

 

liegt vor, wenn weder natürlicher noch normativer

Def. Dissens

Konsens vorliegt. Er kann sich auf alle, oder auch nur auf

 

einzelne, Vertragspunkte beziehen.

Def. Wesentlichkeit

… liegt vor, wenn nach allgemeiner Verkehrsanschauung und auch aus Sicht des Erklärenden die Bindung an die nicht gewollte Erklärung unzumutbar erscheint. Art. 24 OR

Def. Erklärungsirrtum

liegt vor, wenn jemand an einer Erklärung behaftet wird, die nicht seinem wirklichen Geschäftswillen entspricht (Äusserung)

Def. Irrtum im Erklärungsakt

Der Erklärende benutzt ein falsches Erklärungszeichen, indem er sich verschreibt, verspricht oder vergreift. Gleichzustellen mit Falschübermittlung durch Bote.

Def. Übermittlungsperson / Erklärungsbote

Def. Inhaltsirrtum

Übermittlungsperson / Erklärungsbote Def. Inhaltsirrtum Def. geheimer Vorbehalt Def. Scherzerklärung Def. Dissens

Def. geheimer Vorbehalt

Def. Scherzerklärung

Def. Dissens

… übermittelt eine fremde Willenserklärung, ohne selbst eine eigene abzugeben. Der Erklärende setzt zur Übermittlung der Mitteilung eine Person ein.

… liegt vor, wenn der Erklärende zwar das Erklärungszeichen gewollt, ihm aber eine andere Bedeutung beigemessen hat, als ihm nach normativer Auslegung zukommt, gebraucht hat.

Oft bei Übersetzungen von fremdsprachigen Texten der Fall

Beim geheimen Vorbehalt (Mentalreservation) behält sich der Erklärende vor, das Erklärte nicht zu wollen. Er geht davon aus, dass die andere Partei die Absicht nicht kennt.

Sie liegt vor, wenn jemand eine nicht ernstlich gemeinte Willenserklärung in der Erwartung abgibt, dass die Empfängerin dies auch so versteht.

Liegt weder natürlicher noch normativer Konsens vor (keine übereinstimmende Willenserklärung), so wird von Dissens gesprochen. Er kann sich auf alle oder einzelne Vertragspunkte beziehen (Total vs. Partialdissens)

Def. Scheingeschäft

Def. Scheingeschäft Def. Strohmanngeschäft Def. einfache Schriftlichkeit Def. Schriftlichkeit Def. qualifizierte

Def. Strohmanngeschäft

Def. einfache Schriftlichkeit

Def. Schriftlichkeit

Def. qualifizierte Schriftlichkeit

Beide Parteien sind einverstanden, durch ein Scheingeschäft etwas vorzutäuschen, ohne dies überhaupt zu wollen. Man will ein Dritter täuschen.

Art. 18 Abs. 1 OR Geltungswille fehlt

Dabei erwirbt oder übt jemand ein Recht aus für ein Hintermann.

Setzt eine Erklärung in Schriftform und deren Unterzeichnung voraus (Art. 13 - 15 OR)

Der Erklärungsinhalt wird in Schriftzeichen auf einem Erklärungsträger aufgezeichnet und dauerhaft festgehalten.

Die Schriftlichkeit wird durch zusätzliche qualifizierte Anforderungen ergänzt (z.B. Testament).

Def. öffentliche Beurkundung

Die Erklärung wird durch eine vom Staat anvertraute Person in einem festgelegten Verfahren festgehalten (Ort, Datum, Siegel und Unterschrift).

Def. Konversion

Umdeutung eines formungültigen Rechtsgeschäfts in ein formfrei gültiges Rechtsgeschäft.

Ratio legis

Sinn und Zweck

Def. Umgehungsgeschäft (fraus legis)

Es wird versucht, anhand von verschiedenen Handlungen ein Verbot zu umgehen Widerrechtlich nach Art. 19 Abs. 1 OR Schutzzweck der Verbotsnorm (Vorgehensweise ist verboten, Ziel nicht)

Def. Sittenwidrigkeit

Verstoss gegen die herrschende Moral und ethische Ordnung. Ausdruck der sozialen Gerechtigkeit (Gegenstand & Übermass der Bindung)

Def. Nichtigkeitsabreden

Beide Parteien können sich verabreden, dass der Vertrag bei Nichtigkeit einzelner Abreden insgesamt nichtig ist.

Def. salvatorische Klauseln

… machen den Vertrag auch dann gültig, wenn einzelne Abreden nichtig sind.

Def. hypothetischer Parteiwillen

Was hätte eine vernünftige Partei in den Schuhen der Vertragspartner vereinbart, wenn im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses die Unwirksamkeit einzelner Vertragsteile bekannt gewesen wäre.

Def. Notlage

Kann sich aus wirtschaftlichen und / oder persönlichen Umständen ergeben. Die Inkaufnahme des ungültigen Vertrages ist das kleinere Übel. Verschulden spielt keine Rolle.

Def. Vertrauensprinzip

Der Inhalt des Vertrages soll so verstanden werden, wie das die Erklärungsempfängerin nach Treu und Glauben verstehen dufte oder musste (normative Auslegung).

Clausula rebus sic stantibus Def. Willenstheorie Vis compulsiva Vis absoluta Def. Kausalität Bestimmung der gleich

Clausula rebus sic stantibus

Def. Willenstheorie

Vis compulsiva

Vis absoluta

Def. Kausalität

Bestimmung der gleich bleibenden Umstände

nur die bestehende massive Umstandsveränderung darf beseitigt werden.

Wille des Erklärenden wurde durch den Erklärenden falsch gebildet. Kann angefechtet werden, wenn Mangel wesentlich ist (Art. 23; Art. 26; Art. 29 Abs. 2 OR).

Psychischer Zwang

Physischer Zwang

Wenn ohne vorgenommene Handlung / Willensbildung die Sache nicht oder nicht auf diese Weise eingetreten wäre.

Def. Irrtum

Falsche Vorstellung über den Sachverhalt (unbewusst)

Def. wesentlicher Irrtum

Wesentlicher Irrtum liegt vor, wenn der Irrende bei Kenntnis des wahren Sachverhalts die Erklärung nicht oder nicht mit diesem Inhalt abgegeben hätte.