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Volks-Musik

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SW magaz.in 7/8/14 Volksmusik in Herz und Kopf Werner Aumüller Seite 4 Galderschummer Schlapperflicker 25 Jahre

Volksmusik in Herz und Kopf

Werner Aumüller

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7/8/14 Volksmusik in Herz und Kopf Werner Aumüller Seite 4 Galderschummer Schlapperflicker 25 Jahre Seite 18

Galderschummer Schlapperflicker

25 Jahre

Seite 18

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Schlapperflicker 25 Jahre Seite 18 2 7/8/2014 SWmagaz.in Orgelbank und Chefsessel Emil Heinemann Seite 10 Echte

Orgelbank und Chefsessel

Emil Heinemann

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SWmagaz.in Orgelbank und Chefsessel Emil Heinemann Seite 10 Echte fränkische Tradition Wirtshaussingen Seite 22 Bilder

Echte fränkische Tradition

Wirtshaussingen

Seite 22

10 Echte fränkische Tradition Wirtshaussingen Seite 22 Bilder haben laufen gelernt SWmagaz.in Seite 29 Titelbild:

Bilder haben laufen gelernt

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Titelbild: Jürgen Kohl

Impressum: ISSN 2192-1245 SWmagaz.in erscheint 10 mal jährlich im Revista Verlag, Schweinfurt, Am Oberen Marienbach 2 1/2

SWmagaz.in liegt im Revista Verlag und allen Gemeindeverwaltungen im Landkreis auf.

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Herausgeber ist der Revista Verlag, Geschäftsleitung Florian Kohl, Schweinfurt.

Redaktionsleitung und verantwortlich: Jürgen Kohl Lektorat: Cornelia Streng Andere Texte sind namentlich gekennzeichnet.

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© auf allen Beiträgen und Fotos.

Ein ganzes Jahr lang ist die Entertainerin Anke Engelke durch Deutschland gereist, auf der Suche nach dem ‚Glück‘. Ihr Film ‚Sowas wie Glück - eine Reise mit Anke Engelke‘ wurde die- ser Tage in Phoenix, dem Dokumentationskanal der öffentlich- rechtlichen Fernsehsender, wiederholt, ein wahrhaft ergreifendes Fernseherlebnis.

Wer die deutsche Komikerin, Schauspielerin, Entertai- nerin, Musikerin, Synchronsprecherin und Moderatorin vorher in ihren diversen Unterhaltungsrollen gesehen hat, war von der Tiefe und Intensität, mit der sie den Spuren des Glücks nachge- gangen ist, gehörig überrascht. Engelkes Reportagefilm war wohl der wichtigste Teil von vielen Beiträge zur ARD-Themenwoche ‚Zum Glück‘, die im letzten Herbst über die Mattscheiben geflim- mert sind. Zusammen mit den Hörfunkprogrammen der ARD hat man versucht den Glücksmomente und dem Glücksgefühls des menschlichen Lebens auf die Schliche zu kommen. In einem Teil des Films hat Anke Engelke den ‚Chor der Muffligen‘ ins Leben gerufen. Ziel war, heraus zu finden, ob gemeinsames Singen fro- her und glücklicher macht. Wissenschaftler und Mediziner haben dieses Experiment begleitet.

Tatsächlich setzten die eingeübten Lieder von den ‚Comedian Harmonists‘ entsprechende Botenstoff-Hormone, auch Neurotransmitter genannt, frei. In den Speichelproben der Sängerinnen und Sänger war ein Anstieg der Hormone Dopamin und Serotonin nachweisbar. Jeder Zweifel ist ausgeschlossen, selbst Musizieren macht glücklich. Das gilt natürlich erst recht für die Volksmusik.

Mit ‚Volksmusik‘ wird die traditionelle, meist schriftlos überlieferte Musik bezeichnet. Ganz charakteristisch hat sich die

Singen + Musizieren = Glück?

Volksmusik im Laufe der Jahrhunderte für bestimmte Regional- kulturen heraus gebildet. Volksmusik ist immer eine Sache von mündlich überlieferter Tradition und mit dem Dialekt durchaus zu vergleichen. Volksmusik war und ist bei uns in Franken immer auch ein Spiegel der Lebensweisen bäuerlich-dörflichen Traditi- onen.

In fränkischen und bayerischen Gasthäusern wurde schon immer gesungen und musiziert. Das was heute in vielen Gemeinden als ‚Wirtshaussingen‘ mit viel Zuspruch zelebiert wird, war für unsere Urgroßeltern ganz normale Freizeitbeschäf- tigung. Nicht nur das, die Lieder wurden auch genutzt, um Spott zu verbreiten, um sich über die ‚Oberen‘ lustig zu machen und um bestehende Verhältnisse anzuprangern.

Natürlich wurde auch stets dazu getanzt. Wem es bei Walzer, Polka, Marsch, Ländler, Boarische, Mazurkas, Schottische und Zwiefachen nicht in den Beinen zuckt, dem ist wohl nicht zu helfen. Auch andere Länder haben ihre Volksmsusik. Der spanische Flamenco ist seit 2010 in die Liste als Kulturerbe der Menschheit aufgenommen. Der Flamenco, tief verwurzelt in der südspanischen Region Andalusien, war über die Jahrhunderte, genau wir unsere Kirchweihtänze, nicht tot zu kriegen.

Die Volksmusik wird sich weiterentwickeln, sie wird nicht sterben. Gerade jetzt entwickelt sich gerade im Alpen- ländischen die echte Volksmsuik zu neuer Hochblüte. In der Schweiz und in Österreich finden immer mehr junge Leute zur Volksmusik, genau so wie bei uns.

Jürgen Kohl

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4 7/8/2014 SWmagaz.in

Jürgen Kohl Volksmusik in Herz und Kopf Werner Aumüller Wenn Werner Aumüller über Volksmusik redet

Jürgen Kohl

Volksmusik in Herz und Kopf

Werner Aumüller

Wenn Werner Aumüller über Volksmusik redet weiß er wovon er redet. Er hat Musik studiert, macht selbst aktiv Volksmusik und ist im Hauptberuf Musikredakteur beim Bayerischen Rundfunk im Studio Franken BR in Nürnberg mit dem spe- ziellen Fachgebiet Volks- und Blasmusik. Wenn er mit seiner Trompete, seiner Frau Ulrike und ihrem Kontrabass, den bei- den Freunden Walter Borst, Klarinette und Alexander Fetzer, Steirische Harmonika als ‚Gradnaus‘ auf irgendeiner Bühne oder lieber noch in einem Gasthaus musiziert, dann ist er immer nah dran an der Volksmusik. Beim leider sehr veregneten 9. Unterfränkischen Volksmusikfest der ARGE Volksmusik Unterfranken in Geldersheim hat er uns und das Fernsehteam vom SWmagaz.in ‚schlau‘ gemacht in Sachen Volksmusik und natürlich auch selbst gespielt.

Werner Aumüller: Während der Duden die Volksmusik und den volkstümlichen Schlager gleichstellt, unterscheiden wir im Bayerischen Rundfunk schon sehr genau. Unser Auftrag ist es, die Eigenheiten Bayerns zu pflegen, d.h. wir bemühen uns demnach ganz speziell um die echte regionale Volksmusik. Auch in der Szene selbst wird genau hingesehen. Da gibt es diejenigen, die sich der volkstümlichen Musik mit kommerziellem Hintergrund verschrieben haben und auf der anderen Seite eben diejenigen Sänger und Musikanten, welche tradierte Volksmusik präsentieren.

Tradiert?

Werner Aumüller: Tradierte Musikstücke sind meist gedächtnis- mäßig überlieferte Lieder und Melodien, denen kein Komponist, kein Autor und somit in den meisten Fällen kein Urheber zugeteilt werden kann. In der Regel sind das Stücke eines bestimmten Volkes oder einer bestimmten Region, die auf diese Weise in die nächste Generation weitergetragen werden.

Ein Shanty von der Nordseeküste, Volksmusik?

Werner Aumüller: Jede Region hat seine (Volks-)Musik, behaupte ich einfach mal. Für die Norddeutschen mag das der Shanty sein, die Westdeutschen haben ihre Faschings- und Mundartlieder und in Ba- yern ist es die Volksmusik, die wir von regionalen Musikanten erleben können. Im Grunde könnten wir unsere Volksmusik auch als Weltmu- sik bezeichnen. So, wie wir ja auch die Volksmusik der Italiener, Spanier oder Rumänen als Weltmusik verstehen.

Der rheinische Schlager und unsere Volksmusik?

Werner Aumüller: Es ist sehr interessant zu betrachten, wie sich die Volksmusik über die Jahrzehnte hinweg entwickelt hat. Für mich spielt der Tourismusboom im Alpenvorland mit Beginn des 19. Jahrhunderts eine entscheidende Rolle. Immer mehr Menschen zog es ins schöne Oberland und die Bayern haben es vorzüglich verstanden, neben touristischen Attraktionen auch Tradition und Brauchtum, also

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auch Musik und Tanz authentisch zu präsentieren. Und das, den An- sprüchen entsprechend, von Beginn an auf höchstem Niveau. Auf sol- che Spielgelegenheiten konnten die fränkischen Musikanten in dieser Zeit leider nicht zurückgreifen, dafür waren sie Spezialisten in Sachen Kirchweihmusik. Noch heute orientieren sich die Franken nicht an der Allerweltskirchweih, sondern feiern wann sie wollen, quasi ganzjährig.

Volksmusik ist Sache der Landbewohner?

Werner Aumüller: Möchte man meinen, wobei derzeit in München oder auch in Regensburg beispielsweise eine sehr lebendige volksmusikalische Bewegung zu beobachten ist. Natürlich sind es aber schon in erster Linie die Musikvereine, Orchester und Blaskapellen, auch Musikschulen, die Kinder und Jugendliche ausbilden und an die Musik heranführen. Am Beispiel Sennfeld lässt sich sehr gut zeigen, dass hier Böhmische und Fränkische Blasmusik gleichermaßen prakti- ziert und vermittelt werden. Je nach Anlass! Ich finde es eh klasse, wenn Gemeinden ihre örtlichen Kirchweihen traditionell feiern. Im Grunde ist das kommunale Jugendarbeit und kann sich im besten Falle sehr positiv auf die Entwicklung einer Dorfgemeinschaft auswirken; gerade heutzutage, wo viele Jugendliche zur Ausbildung oder zum Studium erstmal ausfliegen. Für die ‚Kirchweihmusikanten‘ sind die fränkischen Rundtänze Walzer, Rheinländer, Schottisch und Dreher zum Glück eine Selbstverständlichkeit, genauso die Lieder und Hits ihrer Kirch- weih. Einfach toll zu sehen, wenn diese Musikanten ihre Musik dann auch fern der Heimat bei anderen Gelegenheiten zum Besten geben, auswendig ohne Noten. Oft heißt es auch, dass Volksmusik lediglich etwas für ältere Herr- schaften sei. Komisch, dass all die Kirchweihmädels und Burschen offensichtlich einen Heidenspaß daran haben, die Kirchweih auszu- richten und damit verbunden auch begeistert singen und tanzen. In Gochsheim treffe ich jedes Jahr immer wieder Freunde und Bekannte, die längst woanders wohnen, aber zur Kirchweih zurückkommen und noch immer alle Tänze drauf haben und auch genießen, um den Plan zu tanzen so wie früher.

Volksmusiker eine eingeschworene Gemeinschaft?

Werner Aumüller: Die Volksmusikszene in Unterfranken ist

überschaubar. Alle Tänzer und Musikanten laufen sich irgendwann mal über den Weg und beim dritten Mal kennt man sich dann. Das ist aber in anderen Genres genauso zu beobachten.

Untrennbar Volksmusik und Tanz?

Werner Aumüller: Volkstanz ist zum Glück noch immer weitver- breitet. Getanzt werden speziell in Unterfranken Walzer, Rheinländer, Schottisch und der (Dreischritt-) Dreher. Natürlich gehören auch die Mazurka und jede Menge Figurentänze, wie z.B. der Schlamperer, dazu. Gesang, Musik und Tanz gehören unweigerlich zusammen und dennoch hat die Volksmusik, oftmals in Verbindung mit der örtlichen Mundart, den Weg auch auf die Bühne und ins Konzert gemacht. Wäh- rend von 1980 bis 1990 ein Sänger- und Musikantentreffen nach dem anderen stattfand, kann man diese Art der Bühnenveranstaltung heute suchen. Eine andere Art der Präsentation von Volksmusik hat sich breitgemacht: das Wirtshaussingen und musizieren.

Volksmusik, schleichende Kommerzialisierung?

Werner Aumüller: Kommerzialisierung lässt sich natürlich nicht ausschließen, wie man am Fall ‚De Randfichten‘ sehen kann. Die Mu- sikanten aus Johanngeorgenstadt im Erzgebirge wurden 2004 mit dem Lied vom Holzmichl Deutschlandweit bekannt. Vor dem Hintergrund einer professionellen und kommerziellen Vermarktung geht das natür- lich. Wir haben den Holzmichl früher auch gesungen und inzwischen seit über 20 Jahren nicht mehr, weil das Lied längst durch war. Nun ja, mit einer guten Idee zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, kann durchaus erfolgversprechend sein. Glück gehabt und Gratulation liebe Randfichten!

Volksmusik ein Kulturgut?

Werner Aumüller: Ja unbedingt, es ist unsere ureigene fränkische Kultur. Genauso wie unsere wunderschöne fränkische Mundart, die zunächst gewöhnungsbedürftig erscheint, wenn man sie im Radio oder im Fernsehen präsentiert bekommt. Um ganz ehrlich zu sein, als Radiomoderator hatte ich anfangs schon auch meine Probleme,

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meine Stimme und die damit verbundene Dialektfärbung zu akzeptie- ren. Jetzt, nach intensiver Auseinandersetzung, find ich’s klasse, wann ich will fränkisch sprechen zu können und bin so meiner fränkischen Idendität auch ein ganzes Stück näher gekommen.

‚Gradnaus‘ und die ‚HerzensBLECHer‘ sind immer gefragte Gruppen. Gibt es da noch einen musikalischen Traum?

Werner Aumüller: Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden wir von Traudi Siferlinger, der Moderatorin der Wirtshausmusikanten im Bayerischen Fernsehen, eingeladen nach Söllhuben zum Hirziger zu kommen. Im ersten Moment denkt man schon, super jetzt haben wir’s geschafft. Lange genug haben wir davon geträumt. Schön war’s, aber am nächsten Wochenende geht’s dann weiter wie bisher. Insofern ist es uns sehr viel wichtiger, mit denen für die wir musizieren in guten Kontakt zu kommen. Ein Dialog mit dem Publikum muss zustande kommen, wie heißt es so schön, der Funke muss überspringen, dann ist ein Auftritt, egal wo und für wen, geglückt.

Und wenn die Menschen dann glücklich nach Hause gehen und sagen können: das war ein schöner Abend bei guter Musik, dann ist das neudeutsch ausgedrückt eine Win-win-Situation für alle.

Ulrike Aumüller und an ihrem Kontrabass, der überragt sie um gut 30 cm. Ihr Mann, Werner Aumüller, spielt die Trompete, beide kommen aus Obereuerheim. Walter Borst spielt die Klarinette, er kommt aus Aschach und der Vierte im Bunde, Alexander Fetzer, spielt die Steirische Harmoni- ka und kommt aus Bad Kissingen.

Vierte im Bunde, Alexander Fetzer, spielt die Steirische Harmoni- ka und kommt aus Bad Kissingen. SWmagaz.in

Jürgen Kohl

Emil Heinemann

Orgelbank, Klavierschemel und Chefsessel

Auf keiner seiner vielen ‚Sitzgelegenheiten‘ hälts ihn lange. Der Sennfelder Bürgermeister ist umtriebig , privat wie kommunal- politisch. So fährt er privat mal eben nach Regen im Bayerischen Wald zur Volksmusikmesse. Auffallen tut er diesmal nicht per- sönlich, sondern seine Frau Sigrid. An einem Verkaufstand für Alphörner gibt sie, weil der Verkäufer ihr das nicht zutraut, aus dem Stehgreif ein Konzert. Den Auflauf an Besuchern nennt man neudeutsch einen Flashmob. Sigrid Heinemann spielt nicht nur Trompete, sie kommt auch auf Anhieb mit so einem ‚Drumm‘ Alphorn zu recht. Alles in allem eine durch und durch musikalische Familie, die Heinemanns. Tochter Caroline, Me- dizinstudentin, spielt so oft es ihre Zeit erlaubt im Posaunenchor mit, Sohn Christian hat einen Abschluss als Ensembleleiter an der Berufsfachschule für Musik Bad Königshofen.

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„Wenn ich Orgel spiele, lese ich mir jeden Vers vorher durch, es liegt mir viel an der Verkündigung.” Je nach dem Inhalt werden die Register der Orgel gezogen, nach dem Text wird registriert.

Je nach dem Inhalt werden die Register der Orgel gezogen, nach dem Text wird registriert. 12

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Das Sennfelder Urgewächs Emil Heinemann hat die musikalischen Gene von seinem Vater mitbekommen. Vater Hermann,

Das Sennfelder Urgewächs Emil Heinemann hat die musikalischen Gene von seinem Vater mitbekommen. Vater Hermann, einst Landwirt, später Fleischbeschauer in der bakteriologischen Fleischuntersuchung im Schweinfurter Schlachthof. Schon als Kind hat er Klavier und Geige gelernt und später immer als Laienmusiker in vielen Orchestern mitgespielt. Beim Schweinfurter Posaunenchor war er ‚Hans Dampf in allen Gassen‘ und den Sennfelder Posaunenchor hat er über 40 Jahre lang geleitet.

Sohn Emil musste erst einmal Klavier lernen

Groß gefragt wurden die Kinder zu dieser Zeit nicht. Der Klavierunterricht war anfangs eine rechte Plage. Mit sechs, gerade eingeschult, saß der kleine Emil genervt auf dem Schemel und wollte eigentlich lieber mit den Kumpels draußen Fußball spielen.

Arno Geyer hatte die Geduld

Wie viele seiner Altersgenossen war auch Emil in diesem Alter kein Freund von aus- dauerndem Üben, wie er heute von sich selber sagt. Er hat darauf vertraut, dass ihm das schon irgendwie zufallen wird. Arno Geyer, der legen- däre Musiklehrer der alten Schule, aus Schwein- furt, stand jeden Samstag bei den Heinemanns auf der Matte, um dem Buben die Klaviertöne beizubringen.

Er war es, der es verstanden hat, den Buben behutsam an das Instrument heranzuführen. Aufgegeben hat er seinen Schüler nie, obwohl Emil Heinemann seine eigene damalige Einstellung, heute mit dem Wort „faul” bezeichnet. Aufgetragene ‚Übungs-Hausaufgaben‘ hat er meist erst in letzter Minute angegangen. Oft hat er das Übungs- stück durchgespielt, kurz bevor der Klavierlehrer vor der Türe stand. Die nachhaltige Überredungskunst von Vater Hermann und die eine oder andere Ohrfeige hat dann die Übungsfrequenz des Buben ein wenig erhöht. Wie der kleine Emil gemerkt hat, dass er durch fleißiges Üben keine Noten mehr brauchte, ist bei ihm der Groschen gefallen. Mit zehn hat er sich dann gerne alleine und freiwillig auf den Hocker gesetzt und mit Freude in die Tasten ‚gehauen‘. Die vier Jahre Plage vom Klavierlehrer und Druck vom Vater haben sich ausgezahlt. Emil Heine- mann ist beiden heute noch sehr dankbar. Seine große musikalische Begabung, sein absolutes Gehör, seine Gesangsstimme, alles waren Naturtalente, die ihm in die Wiege gelegt waren.

Das Klavier war nicht Endstation

Seine anfänglichen Erfolge am Klavier haben den kleinen Emil natürlich auch in der Schule weitergebracht. Gefragt waren seine Fähigkeiten schnell als Liedbegleiter bei Schulgesängen, an Weihnach- ten oder bei anderen Anlässen in der Klasse. Die Lehrer haben ihm Noten in die Hand gedrückt, dann musste er, bei Liedern die ihm nicht geläufig waren, fleißig üben, um sich nicht zu blamieren. Das Klavier war nicht die Endstation seiner musikalischen Karriere. Sein Vater, Leiter und Motor zweier Posaunenchöre, hatte immer ‚Personalman- gel‘. Emil und sein Bruder mussten Blechblasinstrumente lernen. Das Flügelhorn hat Vater Hermann für ihn ausgesucht.

Blechblasinstrumente

Die Grundausbildung am Klavier hat sich ausgezahlt. Noten und Harmonielehre waren für Emil kein Fremdwort. Schon alleine seine Fähigkeit, dass er als Junge schon vierstimmig lesen konnte, erleichterte den Einstieg in die Posaunenchöre ungemein.

Die Posaune kam später noch dazu, einfach deshalb, weil Posaunisten gefehlt haben. Dass Emil Heinemann damit ‚sein‘ Instrument entdeckte war ihm erst zu einem späteren Zeitpunkt klar. Es waren die Weih- nachtschoräle aus dem Weihnachts-Oratorium von Johann Sebastian Bach die ihn bei den Bässen auf den Geschmack agebracht haben, vorher war immer Tenor seine Stimme. Die Bässe auf der Posaune, das war harte Arbeit, nichts für Faulenzer.

Die Posaune

Der Verband evangelischer Posaunenchöre in Bayern bietet schon seit über 40 Jahren Fortbildungskurse für Posaunenbläser an. Emil und sein Vater haben viele dieser Kurse gemeinsam besucht. Im- mer wenn es galt, unter der Anleitung vom Kursleiter etwas Neues zu demonstrieren, war der ‚Heinemann‘ dran. Die Posaunenchöre sind in der evangelischen Kirche wesentlicher Bestandteil der Kirchenmusik. So eine große Anzahl von Einsätzen wie in früheren Zeiten sind den heutigen Laienmusikern nicht mehr zuzumuten.

Der Heiligabendstress

Emil Heinemann erinnert sich im Gespräch an Heiligabende mit dem Posaunenchor, an denen es richtig rund ging. Früh um 9 Uhr erster Einsatz in einem Krankenhaus, 10 Uhr im Altenheim, 11 Uhr im Altenheim Nummer zwei, 14 Uhr das nächste Krankenhaus, immer mit rund 15 Bläsern. Alles immer mit eigenen Privatfahrzeugen und allen Instrumenten. 16 Uhr Gottesdienst, dann schnell zur Bescherung zu Hause und ein schnelles Abendessen, um 22 Uhr der nächste Gottes- dienst. Am Abend hat dann der amerikanische Standortgeistliche die Heinemanns noch per Telefon zu einem weiteren Auftritt überredet. Die Zeit um Mitternacht war in der heiligen Nacht mit andächtigem Blasen vor der weihnachtlichen Kulisse der Schweinfurter Kaserne ausgefüllt.

Die Orgel

Seinen Zugang zur Orgel beschreibt der Sennfelder Bürger- meister als „eigenartig”. Das Heinemann‘sche Elternhaus liegt direkt neben der katholischen Kirche. Der Organist war damals oft und lange krank. Der Gesang ohne Orgel erschien dem Vollblut-Kirchenmusiker Hermann Heinemann als recht kläglich.

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Um einem Notstand in der eigenen Kirchengemeinde vorzubeugen, erging der väterliche Beschluss: Junior, damals gerade zwölf, lernt Orgel. Die Tastenmanuale waren für den Pianisten kein Problem, die Füße waren die größte Hürde. Das ist, das wird jeder Organist bestätigen, eine Leistung des Gehirns. Die bewegungsmotorische Trennung von Füßen und Händen ist nur mit viel Training zu erreichen. Der damalige Stadtkantor von Bad Kissingen, Otto Eisenbürger, übernahm den Part des Lehrers. Zusammen mit Ingrid Katzenberger aus Üchtelhausen hat sich Emil Heinemann auf das Abenteuer Orgelspielen eingelassen. Die Auferstehungskirche am Bergl in Schweinfurt war Lehr- und Übungszentrum für die Schüler.

Einstieg ins Berufsleben

Im zarten Alter von 14 Lebensjahren ist Emil Heinemann in das Berufsleben eingestiegen und hat eine Lehre als Verwaltungsange- stellter bei seiner Heimatgemeinde Sennfeld begonnen. Sein damaliger Chef, Bürgermeister Manfred Knieß, hat ihn an den Dienstagen ab Nachmittag 16 Uhr zum Orgeluntericht freigestellt. Die Arbeitszeit im öffentlichen Dienst war auch für ‚Stiften‘ damals noch wesentlich län- ger. Emil Heinemann rechnet dieses Entgegenkommen dem Altbürger- meister und eheml. Kreisrat Manfred Knieß noch heute sehr hoch an. Manfred Knieß, damals selbst im Posaunenchor und im Kirchenvor- stand, war daran interessiert, dass die Kirchenmusik mit der Orgel im Sinne der Gemeinde weiter Bestand haben sollte. Die Prüfungen mit dem D-Schein legte Heinemann mit 16 ab.

Lampenfieber

An seinen ersten Hauptgottesdienst kann sich Emil Heine- mann noch genau erinnern. Für das Üben der Interaktion zwischen Orgel, Gemeinde und Pfarrer musste Vater Hermann herhalten. Man muss sich das so vorstellen: dort unten steht ein einsames ‚Männlein‘, das mit fester Stimme Kirchenlieder singt und den Gesangs-Part des Pfarrers übernimmt und oben an der Orgel gibt ein aufgeregter Nach- wuchsorganist sein Bestes. Bei allem Einsatz bei den Proben, an den Lampenfieber-Horror erinnert sich der Bürgermeister noch sehr genau:

„ … es hat zum ersten Mal geläut, es hat zum z‘wäten Mal geläut und wie‘s zum dritten Mal geläut hat, wär ich am liebsten vo meim Orgel- bänkle runner gsch‘sprungen, in Richtung Gochshum gerennt und hätt mich im Flur versteckt ”

Kirchweihtradition und Fichtenburschen

Nach dem ersten Gottesdienst war das Eis gebrochen. Ein einziges Mal noch in seinem späteren ‚Organistenleben‘ war die Nervo- sität ähnlich groß. Emil Heinemann hat beim ‚Stammtisch Kohldampf ‘ mitgeblasen. Die alte Kirchweihtradition der Fichtenburschen haben die Stammtischbrüder am Samstagvormittag musikalisch begleitet. Da wird dann schon das eine oder andere Schnäpschen beim Einzug der Fichten gehoben. Nach dem Aufrichten um 17.00 Uhr hat ihm seine damalige Verlobte und jetzige Frau den Rat gegeben: „Emil geh hem, leg dich noch weng naa, zieh dich um, dass de rechtzeitg nei di Kirch kommst.” Brav ist er dem Ratschlag der holden Weiblichkeit gefolgt und ist nach einer ausgiebigen Dusche auf dem heimischen Sofa eingepennt. Wecken war sehr schwer und seine Sigrid hatte alle Mühe den Burschen aufzuscheuchen. Letztendlich hat sie es doch geschafft, den Organisten aus dem Tiefschlaf zu wecken. Im Laufschritt ist Emil Heinemann so schnell an den wartenden Christenmenschen vorbei gerennt dass ihn kaum einer wahrgenommen hat. Oben auf der Empo- re hat er die Tür ganz leise hinter sich zugezogen. Die Sekretärin vom Pfarramt war die einzige, die seinen Auftritt mitbekommen hat. Beim Hinsetzen auf das Orgelbänklein hat er sich so daneben gesetzt, dass er mit samt dem ganzen Orgelbänklein mit lautem Krachen nach hinten umgefallen ist. Seine ganzen Bemühungen, die 15 Minütige Verspätung durch einen besonders heimlichen Auftritt zu kaschieren, waren damit zunichte gemacht. Beim Davonstehlen nach dem Gottesdienst hat die ‚Deckung‘ besser geklappt, so ist dieser Ausrutscher nur vom Pfarrer beachtet worden und bei dem hat sich Emil Heinemann am nächsten Tag reumütig entschuldigt.

Das Versprechen

Seinem Vater hat er vor seiner Wahl 1996 versprochen, dass er auch im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister nicht mit dem Orgel- spiel aufhört. So sitzt er auch heute noch sonntags an der Orgel, mit Herzblut und aus christlicher Überzeugung.

Mit 12 Bläsern nach Peru

Sigrid und Emil Heinemann haben sich, wie sollte es anders sein, über die Musik kennengelernt. In ihrer Heimatgemeinde Burgs-

die Musik kennengelernt. In ihrer Heimatgemeinde Burgs- inn hat Sigrid schon aktiv im Posaunenchor mitgeblasen,

inn hat Sigrid schon aktiv im Posaunenchor mitgeblasen, später im Würzburger Posaunenchor. Die Würzburger hatten damals eine Einladung nach Peru und brauchten dringend Verstärkung. Nach der Anfrage in Sennfeld war der Entschluss war schnell gefallen: „Da fahr‘ ich mit.” Zumal Heinemann kurz vorher mit einem Kumpel zusammen schon einen Trip als Rucksacktourist in sein Traumland in Südamerika geplant hatte. Volkshochschulkurse in Spanisch hatte er schon belegt.

Sigrid, die ‚saubere Trompete‘

Bei einem Vorbereitungswochenende ist ihm schon die Sigrid mit ihrer „sauberen Trompete” aufgefallen. Sie hat ihn angespro- chen, weil sie zu diesem Zeitpunkt eine Stelle in einer Sozialstation gesucht hat, ob er nichts wüsste. „… ich kann mich ja mal umhören.”

16 7/8/2014 SWmagaz.in

16 7/8/2014 SWmagaz.in

Sigrid war zu diesem Zeitpunkt im Würzburger Julius-Spital als Alten- pflegerin tätig. In Peru hat‘s

Sigrid war zu diesem Zeitpunkt im Würzburger Julius-Spital als Alten- pflegerin tätig. In Peru hat‘s dann ‚gezündet‘.

Verlobung in der Garage

Die Peru-Tour ist von Mitarbeitern der UNO begleitet worden. Als die UNO-Leute mitbekommen haben, dass sich da eine Verlobung anbahnt haben sie alles daran gesetzt, dass das Verlobungs- fest landestypisch stattfand. Das Lokal war eine alte Garage einfach so an der Straße. Viele Leute und viele Straßenhunde waren um den ‚Veranstaltungsort‘ versammelt. Die Küche war ohnehin im Freien und als Verlobungsessen gab es Cuy, das sind Meerschweinchen. In Peru ist Cuy das Nationalgericht. Dem durchschnittlichen Mitteleuropäer fällt es schon schwer, Meerschweinchen zu essen. Aber man muss wissen, in Südamerika werden Meerschweinchen extra zum Verzehr gezüch- tet, die sind auch viel größer, als Meerschweinchen die bei uns in den Zoohandlungen verkauft werden. Viel wichtiger als das Essen war aber die gemeinsame Musik danach. Die Instrumente waren schnell ausgepackt und die Südamerikaner lieben Blechinstrumente innig. Ein Fest, das wohl keiner der Beteiligten je vergessen wird.

Geburtsstunde Indio-Hilfe Peru

Tief beeindruckt von den Begegnungen dieser Reise, haben alle beschlossen auch in Zukunft etwas für diese Menschen zu tun. Aus dem spontanen Entschluss, dass ab sofort jeder der mitreisenden Bläser den zehnten Teil seines Einkommens in einen Topf spendet, ist die Indio-Hilfe Peru entstanden.

Die Sennfelder Entwicklungshilfeaktion ‚Indio-Hilfe-Peru‘ gibt es jetzt schon seit über 25 Jahren. In den Ländern Peru, Bolivien, Mexiko und Kuba wurden mittlerweile unterschiedliche Entwicklungshilfeprojekte begleitet. Persönliche Kontakte zu vielen Menschen in der sogenann- ten ‚Dritten Welt‘ wurden geknüpft.

Heute noch wird die Sennfelder Indio-Hilfe von Emil Heinemann ge- leitet. Spenden, kommen in allen Fällen direkt den einzelnen Projekten ohne Umwege und ohne Verwaltungsabschläge zu Gute. Mitmachen kann jeder, am einfachsten mit Geldspenden auf das Konto 64 17 000 bei der Raiffeisenbank Sennfeld, BLZ 790 690 10.

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18 7/8/2014 SWmagaz.in

Galderschummer Schlapperflicker

25 Jahre in Sachen gute Laune unterwegs

Jens Werner, Peter Schäfer, Oliver Brust, Sabine Thanisch und Thomas Lutz, das ist die aktuelle Besetzung der bekannten fränkischen Tanzkapelle. Beim 9. Un- terfränkischen Volksmusikfest konnten sie ihr Jubiläum feiern.

1989 haben Stefanie List (Gitarre), Oliver Zeisner (Klarinet- te) und Oliver Brust (Klarinette) die Galderschummer

1989 haben Stefanie List (Gitarre), Oliver Zeisner (Klarinet- te) und Oliver Brust (Klarinette) die Galderschummer Schlapperflicker gegründet. Die Musikanten haben mittlerweile zahlreiche Auftritte auch außerhalb Unterfrankens erlebt z.B. in Hessen, Thüringen, Ober- bayern und auch in Frankreich. Sie sind im Bayerischen Rundfunk und auch bei Straßenfesten regional und überregional bestens bekannt, nicht zuletzt durch ihren fränkischen Charme, den zünftigen Sprüchli und den lustigen Liedern wie z.B. die Rhön-Wallfahrt „Nuchamol – Unsre alte Sau is tot“ .

und den lustigen Liedern wie z.B. die Rhön-Wallfahrt „Nuchamol – Unsre alte Sau is tot“ .

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und den lustigen Liedern wie z.B. die Rhön-Wallfahrt „Nuchamol – Unsre alte Sau is tot“ .

Bekannt sind die ‚Galderschummer Schlapperflicker‘ für unkonvetio- nelle Auftritte. In diesem Fall machten sie sich am Himmelfahrtstag auf zu einer Ochsentour durch den Steigerwald. Auf einem mit frischen Zweigen geschmückten Leiterwagen fuhren die Musikanten, gezogen von stattlichen Ochsen, durch den Steigerwald. Die Tour führte von Brünnau nach Bim- bach, Oberschwarzach und Handthal.

durch den Steigerwald. Die Tour führte von Brünnau nach Bim- bach, Oberschwarzach und Handthal. SWmagaz.in 7/8/2014

Jürgen Kohl

Echte fränkische Tradition

Wirtshaussingen

Wirtshaussingen erlebt heutzutage einen re- gelrechten Boom. In keiner der Gemeinden im Landkreis Schweinfurt darf diese Veranstal- tung im Jahresprogramm fehlen. Heute sind das geplante Veranstaltungen, bei denen meist auch Liederbücher ausgeteilt werden und ein oder mehrere Musikanten die Sänger begleiten. Früher war das anders. Zu vorgerückter Stunde, wenn Stimmung und Alkoholpegel genau am richtigen Punkt waren, haben die Gäste einfach losgelegt. Die Liedtexte waren jedem bekannt, Liederbücher hat keiner gebraucht. Vielleicht ist es ja die Sehnsucht nach der ‚guten, alten Zeit‘ die das ‚Wirtshaussingen‘ heute zu einem Renner werden lässt.

22 7/8/2014 SWmagaz.in

der ‚guten, alten Zeit‘ die das ‚Wirtshaussingen‘ heute zu einem Renner werden lässt. 22 7/8/2014 SWmagaz.in
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24 7/8/2014 SWmagaz.in
24 7/8/2014 SWmagaz.in

24 7/8/2014 SWmagaz.in

Wunschkonzert ist an diesem verregneten Nach- mittag in Geldersheim angesagt. Peter Kluge aus Hambach hat

Wunschkonzert ist an diesem verregneten Nach- mittag in Geldersheim angesagt. Peter Kluge aus Hambach hat einen ganzen Korb voll dicker Liederbücher mitgebracht. Reihum darf sich jeder ein Lied aus dem Buch wünschen. Rege wird davon Gebrauch gemacht. So trällern die Gäste im

propper vollen Fränkischen Hof das Flohlied „Floh ach Floh, du ”

kleiner Floh, hast sechs Haxen warum hupfst du so

Text nicht so schnell ablesen kann und das Lied nicht kennt, der summt zumindest mit. Weil, beim Singen gibts nix Falsches, außer man singt nicht mit.

Wer den

Man kann es kaum glauben, die Begeisterung für das gemeinsame Singen steckt an. Niemand an diesem Nachmittag spielt nur den passiven Zuhörer. In mühseliger Kleinarbeit haben viele Volksmusikfreunde die oft mündlich überlieferten Texte zusammengetragen und in schriftlicher Form, oft sogar mit Noten niedergelegt. Die Sparkasse Schweinfurt hat vor einiger Zeit ein kleines Lie-

derbuch herausge- bracht, ein 82- seitiges Textheft und ein dazu ge- höriges Notenheft, das leider zur Zeit

vergriffen ist. Die

Arbeitsgemein-

schaft Fränkischer Volksmusik in Altfeld kann sicher weiterhelfen.

ist. Die Arbeitsgemein- schaft Fränkischer Volksmusik in Altfeld kann sicher weiterhelfen. SWmagaz.in 7/8/2014 25

Jürgen Kohl

Sparkassengalerie

28 Jahre Kunst ohne Kommerz

Vor 28 Jahren wurde die Sparkassengale- rie gegründet. Sie ging aus der Galerie SW – Gruppe Schweinfurter Künstler hervor. Um diesen Künstlern eine passende Aus- stellungsmöglichkeit für ihre Werke bieten zu können, entschied sich der Vorstand der Sparkasse damals, die Räumlichkeiten der heutigen Sparkassengalerie zur Verfügung zu stellen. So war auch die erste Ausstellung der Gruppe Schweinfurter Künstler vorbe- halten. Sie fand von Juli 1986 bis Septem- ber 1986 statt.

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1986 bis Septem- ber 1986 statt. 26 7/8/2014 SWmagaz.in Vorstandsvorsitzender Johannes Rieger konnte zur Eröffung

Vorstandsvorsitzender Johannes Rieger konnte zur Eröffung der Ausstellung ‚Künstler der Sparkassengalerie - eine Retrospektive‘ im Kundenzentrum am Roßmarkt zahlreiche Gäste begrüßen. Kurator Adolf Lutz hat für diese Ausstellung 85 Werke von 61 Künstlern ausgesucht. Dr. Erich Schneider, Kulturamtschef und Kunsthallenleiter, hat die jahrelange Zusammenarbeit mit der Sparkasse gewürdigt und in seiner Laudatio Werke und Künstler vorgestellt. Schalterraum und das Treppenhaus sind in das moder- ne Ausstellungskonzept einbezogen.

Werke und Künstler vorgestellt. Schalterraum und das Treppenhaus sind in das moder- ne Ausstellungskonzept einbezogen.
Es folgten 134 weitere Ausstel- lungen mit Künstlern aus ganz Deutschland. Darunter waren Ausstellungen, die

Es folgten 134 weitere Ausstel- lungen mit Künstlern aus ganz Deutschland. Darunter waren Ausstellungen, die die Sparkasse in Kooperation mit den Museen und Galerien der Stadt Schweinfurt durch- führte. So u.a. die Ausstellungen mit den frühen Zeichnungen von Joseph Beuys. Auch Arbeiten des Künstlerpaares Heike und Norbert Kleinlein unter dem Titel „pas de deux“ wurden gezeigt. Weitere Ausstellungen mit Werken von Sibylle Schlageter, Brigitte Matschinsky-Denninghoff und Fred Thieler fanden in Kooperation mit den Museen und Galerien der Stadt Schweinfurt statt.

In den vergangenen 28 Jahren hat die Sparkasse einzelne Werke der ausstel- lenden Künstler erworben. Einen Teil dieser Einkäufe stellt die Sparkasse jetzt im Rahmen

Stellvertretend eines der vielen Werke, die es in der Sparkasse zu sehen gibt:

Eine Landschaft des 1997 verstorbenen Isi Huber.

Werke, die es in der Sparkasse zu sehen gibt: Eine Landschaft des 1997 verstorbenen Isi Huber.

der Ausstellung „Künstler der Sparkassengalerie - eine Retrospektive“ vor. Es handelt sich dabei um Werke von über 40 Künstlern. Vertreten sind auch die Künstler der Gruppe „Schweinfurter Künstler“ wie Heinz Altschäffel, Isi Huber, Herbert Kießwetter oder Hubert G. Neidhart.

Von den nationalen Künstlern sind u.a. Günter Grass, Andre- as Grunert, Konrad Hummel, Eckhard Kremers, Ulrich Klieber, Willi Siber, Herbert Nauderer, Volker Lehnert und Bettina van Haaren zu nennen.

Im Kundenzentrum am Roßmarkt begrüßte Vorstandsvorsit- zender Johannes Rieger die zahlreich erschienenen Gäste. Dr. Erich Schneider, Leiter der Museen und Galerien der Stadt Schweinfurt, ließ die letzten 28 Jahr Revue passieren. Musikalisch wurde die Veranstal- tung durch Ed Sperbers Kaleidoskop umrahmt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 26. September 2014 zu sehen. Sie ist Montag bis Donnerstag von 8.30 Uhr bis 18.00 Uhr und am Freitag von 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

8.30 Uhr bis 18.00 Uhr und am Freitag von 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet. Der

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8.30 Uhr bis 18.00 Uhr und am Freitag von 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet. Der

Die Bilder vom SWmagaz.in haben laufen gelernt

Die Bilder vom SWmagaz.in haben laufen gelernt Wieder recht lustig gestalteten sich die Dreharbeiten für die-

Wieder recht lustig gestalteten sich die Dreharbeiten für die- ses Thema ‚Volksmusik‘. Der Hauptteil der Dreharbeiten fand während der ‚Galderschumer Wasserschlacht‘statt. Strömender Regen hat die Fans des unterfränkischen Volksmusikfestes nicht davon abgehalten

der des Trachtenverbandes Unterfranken ist. Bei den 1989 aus der Taufe gehobenen ‚Schlapperflicker‘ war er zusammen mit Steffi List und Oliver Zeisner Gründungsmitglied. Alles in allem gab es viel zu sehen, vor allem zu hören, an diesem ‚Endspielsonntag‘ in Geldersheim.

nach Geldersheim zu kommen, um die 35 Gesangs- und Tanzgruppen aus der Nähe zu sehen. Zeitgleich feierten die Gäste den 25. Geburtstag der bekannten Volksmusikgruppe ‚Die Schlapperflicker‘ und das 140. Jubiläum des Gesang- und Musikvereins.

Wir haben alles technisch Mögliche versucht, den Zuschauern hochwertige Bilder und Töne zu liefern und freuen uns selbst auf den fertigen Film.

Alles, was in der fränkischen Volksmusik Rang und Namen

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hat, war in Geldersheim versammelt: Tanzgruppe aus Kolitzheim, die

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Gochsumer Kerwamusik, Gruppen aus Nassach, Sennfeld, Maßbach, Grettstadt, Billingshausen, Kürnach, Üchtelhausen, die Frankobarden, die Krammetsvögel, die Handthaler Volkssänger, ‚Ouwä lings‘ aus Rim- par und ‚Gradnaus‘ mit den ‚Gebrüder Richl‘. Mittendrin und vorneweg der Bürgermeister Oliver Brust, der ja noch immer auch Gauvorsitzen-

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Die Sparkasse ist im Rahmen von Finanzierungen für Unternehmen der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe tätig und ist befugt, in diesem Zusammenhang Darlehensverträge entgegenzunehmen.

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