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Ausgabe Nr. 59 2 - 2008
Ausgabe Nr. 59
2 - 2008
Ausgabe Nr. 59 2 - 2008 Deutsche Städte: München - eine Stadt mit Flair Deutschlandreise: Thüringen,
Ausgabe Nr. 59 2 - 2008 Deutsche Städte: München - eine Stadt mit Flair Deutschlandreise: Thüringen,

Deutsche Städte:

München - eine Stadt mit Flair

2 - 2008 Deutsche Städte: München - eine Stadt mit Flair Deutschlandreise: Thüringen, das grüne Herz

Deutschlandreise: Thüringen, das grüne Herz Deutschlands

Stadt mit Flair Deutschlandreise: Thüringen, das grüne Herz Deutschlands Berühmte Deutsche: Wilhelm Conrad Röntgen

Berühmte Deutsche:

Wilhelm Conrad Röntgen

Aus der Redaktion

Zum Nachdenken

Liebe Leserin, lieber Leser, herzlich willkommen zur zweiten Ausgabe des WEGES für dieses Jahr! Wir

Liebe Leserin, lieber Leser, herzlich willkommen zur zweiten Ausgabe des WEGES für dieses Jahr! Wir sind sehr froh, Sie zu unseren Lesern zählen zu dürfen! Besonders begrüßen möchte ich an dieser Stelle einmal alle neuen Leser. Täglich gehen bei uns neue Bestellungen für den WEG ein, heutzutage besonders über das Internet. Manche haben den WEG zufällig beim Surfen auf unseren Seiten entdeckt, anderen wurde der WEG von Freunden oder Lehrern empfohlen. Wie immer Sie uns auch gefunden haben, so hoffen wir, dass Ihnen auch diese Ausgabe des WEGES gefällt und Sie viel Freude beim Lesen haben. Ein Problem, das uns immer wieder zu schaffen macht, und das ich an dieser Stelle schon öfter angesprochen habe, ist der Schwierigkeitsgrad der Texte. Wir haben von Grundschülern bis zu Germanistikstudenten eine breite Leserschaft. Seitdem wir Ende 2001 den „kleinen Weg“ aus Zeitgründen einstellen mussten, hat uns dieses Problem immer wieder beschäftigt. Allen Lesern gerecht zu werden, ist eigentlich unmöglich. Und da in vielen Ländern der Trend dahin geht, Deutsch hauptsächlich als zweite oder dritte Fremdsprache zu unterrichten, wird das Problem für uns immer aktueller. Wir werden versuchen, zukünftig mehr auch auf diese Leser Rücksicht zu nehmen, wobei fortgeschrittene „Deutschlerner“ und Studenten auch weiterhin unsere größte Leser- und Zielgruppe bleiben werden. Wir hoffen, Sie haben dafür Verständnis! Hinweisen möchte ich an dieser Stelle noch auf unseren neuen Bibelkurs, der in Kürze erscheinen wird. Er besteht jetzt nur noch aus einem Heft, das den Umfang einer WEG-Ausgabe hat. Damit können Sie sich schneller einen Überblick verschaffen und den Kurs bei Interesse auch schneller durcharbeiten. Wenn Sie bisher noch keinen Bibelkurs durchgearbeitet haben, möchte ich Sie ermutigen, es mit dem neuen Kurs einmal zu versuchen. Es lohnt sich bestimmt, denn immerhin ist die Bibel das meist verkaufte Buch der Welt! Ich finde ein Zitat von Papst Gregor (540 – 604 n. Chr.) sehr passend, der einmal gesagt hat: „Die Bibel ist wie ein Strom, der so flach ist, dass ein Lamm daraus trinken kann, und so tief, dass ein Elefant darin baden kann.“ Ob Sie nun daraus trinken oder gleich baden wollen – es lohnt sich auf jeden Fall, sich einmal in Ruhe mit der Bibel auseinanderzusetzen. Sie werden merken, dass die Bibel ein Buch ist, das seinesgleichen sucht! Viel Freude beim Lesen und eine schöne Frühlings- und Sommerzeit wünscht Ihnen Ihr

Volker Schmidt

Gedanken während einer Zugfahrt

I ch schließe die Augen und höre den Rhythmus der Räder, „Meine Zeit Herr, in deinen Händen.“

I ch schließe die Augen und höre den Rhythmus der Räder, „Meine Zeit Herr, in deinen

Der Zug fährt schnell, die Landschaft rast vorbei, ich kann sie kaum wahrnehmen - Wiesen, Wälder, Straßen, Städte, Menschen, ein ande- rer Zug - ein Rauschen, verschwommene Gesichter - vorbei - anders als die Bummelzüge meiner Kindheit. Die Zeit schien lang damals, sie war gefüllt mit Warten auf Weihnachten, auf Ostern, auf den nächsten Geburtstag, aufs Kinderfest - so schlich sie damals dahin. Nun scheint mir, geht alles ein bisschen schneller, von Jahr zu Jahr ein bisschen schneller - wie die Züge. Erschreckend erkenne ich: Meine Zeit ist kein Bummel- zug mehr, über Nacht ist sie zum Eilzug geworden. Ein Eilzug, der an mir vorüberrennt, den ich nicht aufhalten kann. Dem ich „halt“ und „langsamer“ zurufen möchte, weil er mir Angst macht. Angst, etwas versäumt zu haben, Zeit vergeudet, Zeit falsch eingeteilt zu haben, keine Zeit für mich selbst und keine Zeit für DICH, HERR! Angst, der Zug der Zeit kommt an seinem Ende an, ehe es mir recht bewusst wurde, und ehe ich ihn richtig nutzen konnte.

H. Hübner

Ich wünsche Dir Zeit

I ch wünsche Dir nicht alle möglichen Gaben, ich wünsche Dir nur, was die meisten nicht haben:

Ich wünsche Dir Zeit, Dich zu freu‘n und zu lachen,

und wenn Du sie nützt, kannst Du etwas draus machen.

Ich wünsche Dir Zeit für Dein Tun und Dein Denken, nicht nur für Dich selbst, sondern auch zum Verschenken. Ich wünsche dir Zeit - nicht zum Hasten und Rennen, sondern die Zeit zum Zufrieden-sein-können.

Ich wünsche Dir Zeit - nicht nur so zum Vertreiben, ich wünsche, sie möge Dir übrig bleiben als Zeit für das Staunen und Zeit zum Vertrau‘n, anstatt nach der Zeit auf der Uhr zu schau‘n.

Ich wünsche Dir Zeit, nach den Sternen zu greifen und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen. Ich wünsche Dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben. Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche Dir Zeit, zu Dir selber zu finden, jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden. Ich wünsche Dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben. Ich wünsche Dir Zeit zu haben zum Leben!

Elli Michler

Bilder Vorderseite: Blick auf München mit Frauenkirche und Rathausturm; Blick in die Kaufinger­ straße vom Marienplatz, München; Ehrenberg bei Ilmenau (Thüringen); W. C. Röntgen

Deutsche Städte

München – eine Stadt mit Flair ***

M ünchen, die Hauptstadt Bayerns, erhielt im Jahr 1157 von Herzog Heinrich dem Löwen das Stadtrecht. Man nimmt an, dass der

Name auf das Wort „Mönch“ 1 zurückgeht, da bereits im 10./11. Jahrhundert Mönche in diese Gegend kamen, die ihre Siedlung „Apud Munichen“ nannten. Das Münchner Stadtwappen, das einen Mönch im goldenen Talar 1a zeigt, weist auf die Anfänge der Stadt hin. München ist mit 1,3 Millionen Einwohnern heute die drittgrößte Stadt Deutschlands, hat die zweit- größte deutsche Universität 2 und ist zweitgrößte Industriestadt Deutschlands und eine bedeutende Kulturmetropole. Sie ist Europameister im IT 3 -Ge- werbe und weltweit die zweitgrößte Verlags- und Medienstadt nach New York.

die zweitgrößte Verlags- und Medienstadt nach New York. Das „Millionendorf“ Trotz aller dieser Rekorde spricht

Das „Millionendorf“

Trotz aller dieser Rekorde spricht man von Mün- chen als dem „Millionendorf“, weil sich im Zentrum der Stadt ein gemütliches Flair 4 erhalten hat. Man- che nennen München auch „die heimliche Hauptstadt Deutschlands“, „Weltstadt mit Herz“ oder „Nördlichste Stadt Italiens“.

mit Herz“ oder „Nördlichste Stadt Italiens“ . 180°­Panorama von der Frauenkirche aus in Blickrichtung

180°­Panorama von der Frauenkirche aus in Blickrichtung Südosten

Auch in der Altstadt 5 , begegnet man diesem Flair. In diesem Bezirk befindet sich das Wahrzeichen Münchens, die Frauenkirche mit ihren Doppeltür- men, der Marienplatz – das Herz von München –, das Hofbräuhaus und der Viktualienmarkt, wo Delikatessen aus aller Welt zum Verkauf angeboten werden. Inmitten der vielen Touristen trifft der Besucher tatsächlich noch echte Einheimische, die den oberbayrischen Dialekt sprechen, sich auf dem Viktualienmarkt ihren Rettich, Brot zur Weißwurst holen und mit einem Bier eine „Brotzeit“ auf einer Bank halten.

Auf „die Wies‘n“ gehen 6

Oktoberfest 2007
Oktoberfest 2007

Ein ganz beson- deres Flair gibt es auch auf dem Ok- toberfest in Mün- chen. Es ist so in der Welt bekannt, dass viele Auslän- der meinen, das

sei Deutschland: nämlich Männer in Lederhosen, Frauen in Dirndln 7 und alle Bier trinkend. Das Fest geht auf die Hochzeit des Kronprinzen Ludwig im Jahre 1810 zurück. Zur Erinnerung daran wird alljährlich wieder auf derselben Wiese, die nach der Braut Ludwigs „Theresienwiese“ genannt wird, ein großes Fest gefeiert, das für einige Wochen Besu- cher aus aller Welt anzieht: 6,1 Millionen Besucher aus aller Welt trinken 60 Millionen Liter Bier auf „der Wies`n“!

Apropos Fußball

Ebenfalls weltbekannt ist der erfolgreichste Fuß- ballverein Deutschlands: der 1. FC Bayern Mün- chen. 1896 wurde übrigens der erste Fußballverein in München gegründet. Er trug den Namen „Terra Pila“. Das ist lateinisch und bedeutet: „Ball mit dem man auf dem Boden spielt“. Der gelehrte Name kam daher, dass es vor allem Gymnasiasten und Stu- denten waren, die in dem Verein spielten.

Kunst und Kultur

In der zweiten Hälfte des 19. und Anfang des 20. Jahrhun-

derts schlossen sich Maler zu

Künstlerge-

meinschaften zusammen, die sich vor allem im Ortsteil Schwa- bing ansiedelten, so z.B. die Maler des „Blauen Rei- ters“, wie Wasilij Kandinsky und Gabriele Münter, Franz Marc, Paul Klee und die

Schriftsteller Thomas Mann und Bertolt Brecht, Frank Wedekind und Joachim Ringelnatz.

Wer Kunst und Kultur mag, kommt auch heute noch in München auf seine Kosten 8 , und zwar in ganz unterschiedlicher Weise. Die Bayrische Staatsoper hat eine über 300-jährige künstlerische Tradition. In den Münchner Kammerspielen gibt es außergewöhnliche Inszenierungen der Klassik und der Moderne. Das Münchener Residenztheater wird

der Klassik und der Moderne. Das Münchener Residenztheater wird Neues Rathaus am Marienplatz Der Weg Nr.

Neues Rathaus am Marienplatz

Der Weg Nr. 59

Deutsche Städte

als „schönstes Rokoko 9 der Welt“ bezeichnet. Mit der „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ 10 wur- de 1956 das politische Kabarett 11 in Deutschland geboren und erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit. Kunst kann man in verschiedenen Museen, besonders aber in den drei Pinakotheken, bewundern. In ihnen werden Werke mittelalter-

licher bis zeitgenössischer

Künstler ausgestellt. Als jüngste unter den drei Pinakotheken wurde im Jahr 2002 die Pinakothek der Moderne eröffnet, die gleich vier bedeutende Einzelmuseen beherbergt, darunter die Sammlung Moderne Kunst mit Meisterwerken des 20. Jahr- hunderts von Picasso, Klee, Kandinsky und die Staatliche Grafische Sammlung, in der Zeichnungen

und Grafiken von Leonardo da Vinci bis Cezanne zu finden sind.

Welt der Technik

Alte Pinakothek

Zum Lernen und Staunen lädt das 1906 gegründete Deutsche Museum ein. Es ist das größte Tech- nikmuseum in der Welt. Hier kann man z.B. eine riesige Körperzelle begehen, „Gleitflugapparate“ bestaunen, die Otto Lilienthal für seine ersten Flugversuche benutzte, und viele andere Errun- genschaften von Technik und Naturwissenschaften kennenlernen, vom Berg- bau bis zur Astrophysik, von der Schifffahrt bis zur

Elektrotechnik, darunter eine Fülle von Unikaten 12 , z.B. den ersten Diesel-

motor und das erste Automobil. Wahrzeichen des Deutschen Museums ist sein 65 Meter hoher Turm. Von oben hat man bei gutem Wetter Sicht bis hin zu den Alpen. Innen hängt ein Pendel, das sich lang- sam seitwärts schwingend bewegt und damit die Erdrotation 13 veranschaulicht.

Dass München auch in bedeutendem Maß zur Ent- wicklung der Technik beiträgt, zeigen die vielen „Hightech“-Firmengründungen. Und mit Theodor Hänsch, einem Physik- professor, gibt es jetzt auch einen Münchner Nobelpreisträger.

Deutsches Museum

BMW Zentrale mit BMW-Vierzylinder und BMW-Museum

Großunternehmen mit weltbekannten Namen wie Siemens, BMW, MAN, Linde haben ihren Sitz in

Der Weg Nr. 59

München. Die Bayerischen Motorenwerke (BMW), im Jahr 1916 gegründet, gehören zu den „Top Ten“ der deutschen Industrie und beschäftigen ca. 29.000 Mitarbeiter. Ein junger, stark wachsender, Wissen- schaftszweig in der Stadt ist die Mikroelektronik.

Erholung im Grünen

Wer von Sehenswürdigkeiten und Besichtigungen erst einmal genug hat, findet Entspannung im Grü- nen mitten in der Stadt. 1792 wurde der „Englische Garten“ eröffnet, um den Münch- nern Erholung in der Natur zu er- möglichen. Er galt übrigens als erster „demokratischer“ Park – er war

offen für jeden,

nicht nur für die Leute aus der Oberschicht. An den

Ufern der Isar kann man Camping machen, Rad fahren, spazieren gehen, picknicken, baden. Sogar Wellenreiten soll inzwischen möglich sein. Wer die Anstrengung nicht scheut 14 , kann auch im 1972 erbauten Olympiagelände den Olympiaberg bestei-

Chinesischer Turm im Englischen Garten
Chinesischer Turm im Englischen Garten
Olympiapark in München
Olympiapark in München

gen und Münchens Flair von oben auf sich wirken lassen und den Blick in das herrliche Voralpenland genießen.

Heike Tiedeck

1 Ein Mann, der in einer Gemeinschaft von Männern lebt, einem

Kloster, um Gott zu dienen. Mönche heiraten nicht und führen ein einfaches Leben. 1a ein langes Gewand, das besonders Geistliche

und Richter tragen

ximilians-Universität mit etwa 42.000 Studenten und die Technische Universität München mit ca. 22.000 Studenten. Sie gehören beide zu den neun deutschen Eliteuniversitäten. 3 Informations-Technologie – man spricht gerne von „Laptop und Lederhosen“ 4 Atmosphäre, persönliche Note 5 die im Süden durch das Karlstor, Sendlinger Tor

und Isartor und im Norden durch den Altstadtring begrenzt wird

6 ein anderer Ausdruck für: das Oktoberfest besuchen 7 ein spezielles Kleid für Frauen 8 auf seine Kosten kommen; es gibt ausreichend Gelegenheit und Möglichkeit, diese Sache zu tun. 9 das Rokoko

10 Ein Wortspiel: eine Wach- und Schließgesellschaft ist eine Firma,

die für die Sicherheit von Gebäuden sorgt, ein Sicherheitsdienst. Dar- aus wurde Lach- und Schießgesellschaft. „Schießen“ bedeutet hier

nicht, mit dem Gewehr zu schießen, sondern „Lachen“. „Das ist zum Schießen komisch“ heißt: das ist zum Lachen komisch. 11 Theater,

das politische Themen humorvoll und kritisch betrachtet 12 etw., was nur einmal vorhanden ist, was es nur [noch] in einem Exemplar gibt

13 die Erddrehung 14 Anstrengung scheuen: faul sein

2 Die größten Universitäten sind die Ludwig-Ma-

Aktuell und wissenswert

Die Deutschen und ihr Urlaub

W ie verbringen deutsche Urlauber die schönste Zeit

des Jahres? Urlauberberichte und Befragungen

kommen zu folgendem Ergebnis:

Ferien daheim im Trend

Bei der Auswahl ihres Reiseziels entscheiden sich immer mehr Deutsche für das eigene Land. Ein Drittel der Bundesbürger machen in Deutschland Ferien.

Innerhalb der Landesgrenzen zieht der Norden die meisten Sommerurlauber an. Dabei baut Mecklenburg- Vorpommern seine Spitzenposition leicht aus. Bayern liegt in der Gunst der Deutschlandurlauber auf dem zweiten, Schleswig-Holstein auf dem dritten Platz.

Die beliebtesten Reiseziele im Ausland sind Spanien und Italien, gefolgt von Österreich, Frankreich, Grie- chenland und der Türkei. Viele bevorzugen andere südliche Länder wie Ägypten, Kroatien, Malta, Portu- gal und Slowenien. Aber auch Ziele in Asien und dem südlichen Afrika sind angesagt.

Entscheidungsfaktoren bei der Urlaubsplanung

Ein ausschlaggebender Faktor bei der Wahl des Reiseziels sind für die Bundesbürger die Kosten. Eine ähnlich große Bedeutung wird sonst nur dem Wetter beigemessen.

Außerdem ist die eigene Sicherheit für die Deutschen nach wie vor ein wichtiger Entscheidungsfaktor bei der Urlaubsplanung. Das Risiko terroristischer Anschläge spielt für viele Reisende eine zentrale Rolle bei der Auswahl des Urlaubsortes. Es werden auch soziale und politische Unruhen und die Bedrohung durch Naturka- tastrophen sowie Gesundheitsrisiken (so z.B. Gefahren der Vogelgrippe) berücksichtigt.

Erholen und entdecken

Im Sommerurlaub steht für mehr als zwei Drittel der deutschen Urlauber die Erholung im Mittelpunkt. Son- nen und faul am Strand liegen, lesen oder auch mal „nichts tun“ - so verbringen sie am liebsten ihren Urlaub. Mit Sport und der Besichtigung von Sehenswürdigkeiten beschäftigen sich jeweils knapp 14% der Deutschen im Sommerurlaub. Andere bevorzugen während der schöns- ten Zeit des Jahres umfangreiche „Wellness“-Angebote und entspannen bei Massagen, Schönheitsanwendungen oder in der Sauna. Für rund jeden Zehnten sind Party und Ferien das Wichtigste im Urlaub.

Bei der bevorzugten Hotelart ist fast der Hälfte der be- fragten Urlauber wichtig, dass sich das Hotel in Strand- nähe oder direkter Strandlage befindet. Rund jeder Fünfte entscheidet sich für ein Familienhotel, das über spezielle Kinderangebote verfügt und besonders famili- enfreundlich ist. 18% der Befragten dient ein Hotel der Luxus-Kategorie als Urlaubsunterkunft. Andere Urlau-

ber entscheiden sich entweder für ein Wellness-Hotel oder ein Appartment 1 -Hotel. Und ganz wenige wählen ein Hotel, das in der Stadtmitte liegt.

Im Internet buchen

Die Deutschen buchen ihren Urlaub immer mehr über das Internet. Von den 2007 unternommenen 127 Millio- nen Reisen wurden rund 30 Millionen über das Internet gebucht. Die Kundschaft kann gemütlich von zu Hause alle Angebote durchforsten und Preise vergleichen.

Auch Frühbucherrabatte werden von Deutschen gerne genutzt, weil bei den Frühbucherangeboten der Veran- stalter gilt: Wer früh bucht, spart viel. Darum planen die Deutschen ihren Urlaub langfristig, um von den Früh- bucherrabatten zu profitieren und so Geld zu sparen.

Ein anderer Trend der letzten Jahre ist aber auch das „Last-Minute“-Schnäppchen. Hier wartet man wenige Wochen oder sogar Tage vor Urlaubsbeginn, bevor man seinen Urlaub bucht. Dann geben Reiseveranstalter auf die verbliebenen Angebote besonders viel Rabatt und man kann günstig in Urlaub fahren oder fliegen. Man muss jedoch sehr beweglich sein, wenn man diese Art der Urlaubsbuchung nutzen will.

Schnell und bequem

Das Flugzeug ist das Verkehrsmittel Nr. 1 der Deut- schen, um in den Sommerurlaub zu starten. 2 Auf Platz zwei folgt der eigene PKW. Bei nur 5% der Urlauber ist die Bahn das bevorzugte Verkehrsmittel für die Reise in den Urlaub. Mit dem Bus fahren nur knapp 2% der Be- fragten in den Sommerurlaub.

Immer mehr Urlauber verbrin- gen ihren Urlaub auf einem Schiff. Heute fahren die so genannten Clubschiffe über die Weltmeere. Sie bieten ein umfangreiches Sport- und Unterhaltungsprogramm an. So werden Kreuzfahrten auch für junge Leute attraktiver.

Ausblick 2008

Auch 2008 werden die Deutschen wohl „Reiseweltmeis- ter“ bleiben. 71 Prozent wollen dieses Jahr in die Ferien fahren. Das Thema „Urlaub“ bleibt also weiterhin aktuell.

Das Thema „Urlaub“ bleibt also weiterhin aktuell. 1 [a‘partm  nt] (= kleinere Wohnung) – vgl.

1 [a‘partmnt] (= kleinere Wohnung) – vgl. Apartement [apart[]‘mã:]: Zimmerflucht (= eine Reihe von Zimmern, die miteinander durch Türen verbunden sind) in einem

größeren Hotel

Die günstigen Flüge sind sehr beliebt. In Deutschland wird bereits jeder vierte Flug von einer Billig-Fluggesellschaft durchgeführt (z:B. Germanwings, Air-Berlin, TUIfly, Ryanair, Easy-Jet etc.).

2 Immer wichtiger werden dabei die sogenannten „Billigflieger“.

Der Weg Nr. 59

Berühmte Deutsche

W. C. Röntgen: Der Entdecker der Röntgenstrahlen ***

V iele der großen Erfindungen und Entdeckun-

gen gehen auf zufällige Beobachtungen zu-

rück. In gewisser Weise gilt dies auch für die

Entdeckung der Röntgenstrahlen.

Im Jahr 1895 beschäftigte sich der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen (1845 1 -1923) mit den so genannten Kathodenstrahlen 2 , und zwar nicht aufgrund einer konkreten Hypothese, sondern weil er der Meinung war, dass verschiedene Phänomene noch nicht erforscht wären. Röntgens Apparatur bestand aus einer Vakuumröhre mit zwei Elektro- den, an denen sich elektrische Spannung in Form von Katho- denstrahlung entlud. Um die Entladung besser beobachten zu können, umhüllte er die Röhre mit schwarzem Karton, setzte ein kleines Aluminiumfenster ein und führte den Versuch in einem verdunkelten Raum durch. Am 8. November 1895 testete Röntgen die Versuchsanordnung auf ihre Funktion. Obwohl die Röhre umkleidet war und eigentlich keine Strahlen austreten konnten, leuchte- te ein zufällig auf einem Labortisch liegendes Plätt- chen, das mit einer chemischen Substanz bestrichen war, zeitgleich mit den Entladungen der Röhre.

Die überraschende Entdeckung

Röntgen ging diesem Phänomen nach. Es war typisch für seine Arbeitsweise, dass er scheinbar unbedeutende Phänomene mit Exaktheit und Gründ- lichkeit weiter verfolgte, um deren Ursachen zu erforschen. Schnell fand er heraus, dass die Ursache dieses Leuchtens tatsächlich von der verkleideten Röhre ausging und die Strahlen durch den Karton gegangen waren. Später sagte er: „Ich fand ganz zu- fällig, dass die Strahlen schwarzes Papier durchdringen. Danach nahm ich Holz und Schulhefte, aber zunächst glaubte ich, das Opfer einer Täuschung zu sein. Dann nahm ich die Fotografie zu Hilfe, und der Versuch ge- lang.“ Röntgen erkannte, dass Kathodenstrahlen die feste Materie durchdringen und Fotoplatten dunkel färben können.

Zunächst behielt 3 Röntgen seine Vermutungen für sich. Seine Mitarbeiter erfuhren erst davon, als überzeugende und sichere Ergebnisse seiner Entde- ckung vorlagen. In nur sieben Wochen hatte Röntgen das Phänomen genügend erforscht. Er nannte diese

Der Weg Nr. 59

neue Strahlenart „X-Strahlen“, da er nichts über die Natur dieser Strahlen wusste. Es dauerte jedoch nicht lange, bis die X-Strahlen nach ihrem Entdecker in „Röntgenstrahlen“ umbenannt wurden.

Für die größte Überraschung in der Öffentlichkeit sorgte die erste Röntgenaufnahme einer mensch- lichen Hand. Röntgen hatte im Dezember 1895 seine eigene Hand durchleuchtet und fotografiert und die Auf- nahme in einer Publikation abgedruckt. Das Röntgenfoto der durchleuchteten Hand demonstrierte den Wert der Entdeckung für die Medizin.

Bereits fünf Jahre später standen in vielen Kliniken die neuen Röntgengeräte. Diese Erfindung war ein Meilenstein 4 für die moderne Medizin.

Eines der ersten Röntgenbilder von W. C. Röntgen, gemacht von der Hand von Albert von Kölliker

C. Röntgen, gemacht von der Hand von Albert von Kölliker Auch auf vielen anderen Gebieten ist

Auch auf vielen anderen Gebieten ist heute wissen- schaftliche Arbeit ohne Röntgenstrahlen nicht mehr denkbar, z.B. in der Archäologie, in der Kunstge- schichte, in der Kriminalistik bei der Aufklärung von Verbrechen - um nur einige zu nennen.

Der erste Nobelpreisträger

Übrigens, man muss kein Musterschüler sein, um ein berühmter Forscher zu werden! Röntgen hatte als Gymnasiast ausgerechnet im Fach Physik die schlechtesten Noten. Auch durfte er das Abitur nicht ablegen, da er die Schule wegen Beleidigung eines Lehrers vorzeitig verlassen musste. Ohne Abitur wurde er aber nicht zu einem ordentlichen Studium zugelassen. Er konnte sich nur als Gasthörer 5 im- matrikulieren 6 lassen. Schließlich ging er zwei Jahre später in die Schweiz an das Polytechnikum Zürich, wo man nach einer Aufnahmeprüfung auch ohne Abitur studieren konnte. Nach seiner Promotion und Habilitation in Straßburg lehrte er als Professor an den Universitäten in Gießen, Würzburg und Mün- chen. Im Jahr 1901 wurde er für seine Entdeckung mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Er war der erste Träger dieses Preises weltweit.

1 Wilhelm Conrad Röntgen wurde am 27. März 1845 in Lennep, das heute zu Remscheid gehört, geboren. 2 Elektronenstrahl, der von der Kathode

(dem negativen Pol [der Elektrode] einer elektrischen Batterie o.Ä.

Anode) ausgeht.

Meilenstein: etw., das für eine Entwicklung sehr wichtig ist 5 ein Student,

der nicht immatrikuliert ist

Hochschule anmelden sich einschreiben

3 etw. für sich behalten: etw. niemandem erzählen

4 der

6 sich immatrikulieren: sich als Student an einer

Studium in Deutschland

Mein Studium in Deutschland ***

A ller Anfang ist schwer. Es war nach einem

Au-pair-Jahr in München für mich nicht

leicht, die richtige Entscheidung zu treffen.

Soll ich in Deutschland weiter studieren? Welche Fächerkombination wird die beste sein? Schaffe ich das überhaupt? Was mache ich danach? Mir gingen damals so viele Sachen durch den Kopf.

Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)

Jetzt ist es schon eine Weile her, und ich bin bereits im 5. Semester an der

Ludwig-Maximi-

lians-Universität

München (LMU)

immatrikuliert. Slawistik, Interkulturelle Kommuni- kation und Betriebwirtschaftslehre sind die Fächer, für welche ich mich entschieden habe. Natürlich habe ich am Anfang keine Berührungsängste 1 an der Uni gehabt, da ich in der Ukraine schon ein Studium an der Fakultät für Fremdsprachen absolviert hatte. Es gab trotzdem sehr viele Sachen, die ich an der deutschen Universität bewältigen musste. Unter- richt in einer Fremdsprache, dachte ich, sollte für mich ja kein Problem sei. Ich konnte vorher ganz gut Deutsch sprechen und schreiben. Es war jedoch in den ersten Wochen sehr mühsam, mich an die Sprache der Wissenschaft zu gewöhnen. Ich merkte, dass ich in der deutschen Fachsprache noch sehr schwach war. Es gab doch viel Neues!

Im Vergleich zu meiner Heimat Ukraine durfte ich selbst ent- scheiden, welche Vorlesungen ich besuche, und in welchem Semester. Es gibt keinen fes- ten Studienplan. Den muss sich jeder Student in jedem Semester selber zusammen- stellen. Die Art und Weise, wie unterrichtet und befragt wird, ist auch anders. Der Professor

gibt den Studenten nur einen kleinen Teil Grundwis- sen zu einem bestimmten Thema, den Rest erlernt man selbst. Das Studium an einer deutschen Uni verlangt sehr viel Selbstdisziplin und Bereitschaft zum Selbstlernen. Aber durch die vielseitigen Mög- lichkeiten der Nutzung von Bibliotheken, Internet und Online-Katalogen macht es Freude, selbständig zu studieren. Ich kann mir ein Buch von zu Hause bestellen und es dann einfach zu einem festen Ter- min abholen.

Lichthof im Hauptgebäude
Lichthof im Hauptgebäude

Als Student bekommt man auch sehr gute Betreu- ung durch Tutoren – Studenten, die in höheren Se- mestern sind und sich gut in allem, was das Studium betrifft, auskennen. Sie organisieren Stadt- und Bibliotheksführungen für Neuankömmlinge, Ausflüge, Internationale Abende, Partys, Uni-Sport - eine große Menge von Freizeitangeboten füllt den studentischen Alltag sehr gut.

Ich habe auch eine sehr gute Wohnmöglichkeit gefunden:

ein christliches Wohnheim, sehr ruhig und zentral gelegen, fünf Minuten mit der U- Bahn bis zur Universität - ideal für Studenten. In München gibt es sehr viele private Wohnheime, außerdem sorgt auch das Studenten- werk dafür, dass jeder, der ein Zimmer braucht, es auch in einem der Universitätswohnheime bekommt. Manche müssen aber ein paar Semester warten, bis sie ein Zimmer im Wohnheim erhalten.

An der LMU gibt es auch eine christliche Gemeinde, in der jede Woche ein Gottesdienst für junge Men- schen stattfindet. Es ist immer ein sehr schönes Erlebnis, wenn alle zusammen singen und beten. Manchmal gibt es noch ein gemeinsames Frühstück, was eine gute Möglichkeit für nette Bekannt- schaften und gute Unterhaltung ist.

Was für mich einmalig in München ist, ist der Eng- lische Garten, ein großer uralter Park im Herzen der Stadt - Entspannungsort für Jung und Alt. Wenn es warm ist, sind alle Studenten in den Pausen dort zum Lesen, zum Ball- oder Tennisspielen oder ein- fach, um nichts zu tun. Und wenn man Vorlesungen oder Seminare hat, dann sind es nur zwei Minuten bis zur Uni.

Ich finde es großartig, dass sich momentan für junge Menschen so viele Wege öffnen, im Ausland zu studieren. Habt keine Angst! Probiert es einfach mal und bewerbt euch über den DAAD um einen Sprachkurs, ein Austauschsemester, oder ein Pro- motionsstudium in Deutschland. Vielleicht trifft man sich bald irgendwo an der Münchener Universität. Die Welt ist ja so klein!

Svitlana Hysa

1 Angst vor etwas Neuem

Der Weg Nr. 59

Deutschlandreise

T hüringen, in der Mitte Deutschlands gelegen,

bestand früher aus vielen kleinen Fürstentü-

mern, Herzogtümern und Reichsstädten. Diese

politische Zersplitterung 1 brachte eine kulturelle und geistige Vielfalt hervor. Von Thüringen aus nahm die Reformation mit Martin Luther ihren Anfang, hier tobte 2 zu Beginn des 16. Jahrhunderts der Bauern- krieg mit außerordentlicher Heftigkeit. In Weimar lebten viele Jahre Goethe und Schiller, Herder und Wieland; deshalb trägt Weimar den Beinamen „Stadt der deutschen Klassik“. Einer der größten deutschen Komponisten, Johann Sebastian Bach, wurde in Thüringen geboren und wirkte 3 hier in verschiedenen Städten als Organist. 1817 ging vom studentischen Wartburg-Fest bei Eisenach die Einheits-und Frei- heitsbewegung im Deutschen Reich aus.

Der Thüringer Wald

Der Thüringer Wald zieht sich über eine Länge von 100 km und über eine Breite von 10 bis 35 km von der Werra bei Eisenach im Nordwesten bis zur Saale.

Stützerbach im Thüringer Wald

Die höchsten Erhebungen des Thüringer Waldes sind der 983 m hohe Beerberg und der 978 m hohe Schneekopf. Früher gab es ausgedehnte Laubwälder; heute überwiegen Fichtenwälder, die stellenweise jedoch Jahrzehnte lang sehr unter der Industrialisie- rung und der damit verbundenen Luftverschmutzung gelitten haben. Trotzdem ist der Thüringer Wald ein ausgesprochener Touristenmagnet geblieben, im Sommer für Wanderfreunde, im Winter für Winter- sportler. Oberhof ist im Winter alljährlich Austra- gungsort 4 für internationale Wettkämpfe. Auf dem Kamm des Thüringer Waldes verläuft ein 168 km langer Höhenwanderweg, der „Rennsteig“.

Über der Stadt Eisenach an den nordwestlichen Ausläufern des Thüringer Waldes liegt eine der wohl

Der Weg Nr. 59

Thüringen – das grüne

bekanntesten deutschen Burgen, die Wartburg. Sie wurde um 1067 gegründet und gehört seit 1999 zum Weltkulturerbe. Wie keine andere Burg Deutschlands

ist die Wartburg mit der Deutschen Geschichte ver- bunden. 1211 bis 1227 lebte die später heilig gespro- chene Elisabeth von Thüringen auf der Burg. 1521/22 hielt sich der Reformator Martin Luther als „Junker Jörg“ hier ver- steckt, nachdem er auf dem Reichstag zu Worms vom Papst unter Bann 5

gestellt worden

war und um sein Leben fürchten musste. Während seines Aufenthaltes auf der Wartburg übersetzte er in nur elf Wochen das Neue Testament der Bibel ins Deutsche. Zu Be- ginn des 19. Jahrhunderts hatten sich demokratisch gesinnte deutsche Studenten zu Burschenschaften 6 zusammengeschlossen. Am 18. Oktober 1817 fand auf der Burg das Wartburgfest - das Burschenschafts- treffen der Studenten - statt. Das zweite Wartburgfest wurde im Revolutionsjahr 1848 veranstaltet. So ist es nicht verwunderlich, dass die Burg bereits im 19. Jahrhundert als nationales Denkmal galt.

Das Thüringer Becken

Zwischen dem Thüringer Wald und dem Harz erstreckt sich eine weite, fruchtbare Landschaft - das Thüringer Becken. Die ertragreichen Böden werden für

intensive Landwirtschaft genutzt, überwiegend für Getreide-, Gemüse- und Zuckerrübenanbau.

Sagenumwobener 7 Kyffhäuser

Der waldreiche Bergrücken des Kyffhäusers erstreckt sich an den süd- lichen Ausläufern des Harzes. Vom 477 m hohen Kul- penberg hat man einen weiten Blick über das Thüringer Land. Die zweit-

höchste Erhebung

Die Wartburg bei Eisenach
Die Wartburg bei Eisenach
Blick auf die A4 und das Thüringer Becken
Blick auf die A4 und das Thüringer Becken
Kyffhäuserdenkmal
Kyffhäuserdenkmal

Herz Deutschlands ***

des Kyffhäusers ist der Kyffhäuser Burgberg mit dem Kyffhäuserdenkmal, das in Erinnerung an Kaiser Friedrich I. Barbarossa errichtet wurde. Der Sage nach soll Kaiser Barbarossa im Inneren des Berges an einem steinernen Tisch sitzen und schlafen. Alle 100 Jahre schickt er einen Zwerg hinaus um nachzu- sehen, ob die Raben noch um den Berg herumfliegen und ein uneiniges Deutschland seiner Wiederkehr bedarf. 8 Barbarossa starb im Jahre 1190.

Erfurt – Hauptstadt Thüringens

Schon im 13. Jahrhundert war Erfurt die reichste Stadt Thüringens. Das Stadtbild wird beherrscht von Dom und Severi- kirche. Weiterhin sehenswert sind u.a. die vielen Bauten aus der Renaissance- und Barockzeit, die Krämerbrücke und manches erhaltene alte Bürgerhaus. Vor allem am Fisch- markt steht noch

eine Reihe von Gebäuden aus dem 16. Jahrhundert.

Etwa 35 km von Erfurt entfernt liegt an der Saale die Stadt Jena, die zweitgrößte Stadt Thüringens. Jena, im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört, gilt heute wieder als bedeutendes Bildungs- und Forschungs- zentrum. Die Friedrich-Schiller-Universität, mit über 20.000 Studenten die größte Universität Thüringens, hat einen hervorragenden Ruf auf den Gebieten der Mikrobiologie und der Medizin.

Thomas-Münzer-Stadt Mühlhausen

Mühlhausen an der Unstrut, im Jahre 775 erstmals urkundlich erwähnt, war im Mittelalter eine mächtige kaiserliche Reichsstadt, die 1418 der Hanse beitrat.

Dom und Severikirche in Erfurt
Dom und Severikirche in Erfurt

Zu Beginn des Bau- ernkrieges gewann der Theologe und Sozialrevolutionär Thomas Münzer im Jahr 1524 die Herrschaft über die Stadt und leitete von hier aus den

Bauernaufstand in Thüringen an. Bei Bad Frankenhausen unterlag 9 er

Mühlhausen: Blick auf Stadtmauer und Marienkirche
Mühlhausen: Blick auf Stadtmauer
und Marienkirche

Bilderbuch Deutschland

einem vereinigten Fürstenheer. Münzer wurde darauf- hin hingerichtet.

Mühlhausen ist eine Stadt, deren Besuch sich lohnt. Schon seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab man sich große Mühe mit der Res- taurierung der Innenstadt. Die Stadtmauer mit dem alten Wehrgang ist fast vollständig erhalten. In der historischen Altstadt stehen sehenswerte Bürgerhäu- ser. Malerisch ist der Innenhof des Rathauses. In der Pfarrkirche St. Blasius aus dem 13./14. Jahrhundert war Johann Sebastian Bach als Organist tätig.

Weimar – Hauptstadt der deutschen Klassik

Das meist fotografierte Denk- mal der Stadt ist sicherlich das Goethe-Schiller-Denkmal vor dem Deutschen Nationaltheater. Goethe lebte hier 57 Jahre bis zu seinem Tod im März 1832. Auch Schiller lebte viele Jahre in Weimar. In der Stadtkirche, die heute den Namen Herders trägt, predigten Luther und Herder, und hier war Bach als Hoforganist zu hören. Im 19. Jahrhundert wirkten Franz Liszt und Richard Strauss

Das Goethe-Schiller-Denkmal vor dem Nationaltheater

als Kapellmeister in Weimar. Die Stadt war für lange Zeit ein Mittelpunkt des deutschen Geisteslebens. Nach dem Ersten Weltkrieg tagte hier im Jahr 1919 die verfassungsgebende Nationalversammlung der so genannten „Weimarer Republik“.

Bereits Ende der 60er Jahre begann eine behut- same 10 Altstadtsanierung, die über Jahrzehnte dauer- te, so dass Weimar heute wieder in alter Schönheit erstrahlt. Weimar ist im- mer einen Besuch wert: die historischen Gedenkstät- ten wie das Goethe- und das Schiller-Wohnhaus,

das Palais der Herzogin Anna Amalia mit der weltbe- rühmten Bibliothek, das Schloss mit seiner wertvollen Gemäldesammlung, die wundervollen Parkanlagen

mit Schloss Tiefurt und Schloss Belvedere. Das alles sind Sehenswürdigkeiten, die ihresgleichen suchen.

Das Wittumspalais, Wohnsitz von Anna Amalie von Sachsen-Weimar-Eisenach

1 Aufteilung

Wettkämpfe stattfinden

die keine Frauen als Mitglieder aufnimmt

entstanden sind

10 vorsichtig, schonend

2 Heftige Kämpfe fanden statt. 3 tätig sein

5 Ächtung

4 ein Ort, wo

6 eine Vereinigung von Studenten,

7 ein Ort, wo viele Sagen

8 dringend brauchen, nötig haben

9 Er wurde besiegt.

Der Weg Nr. 59

Aus Wissenschaft und Technik

Lösungen für die Welt von morgen ****

Das Forschungszentrum Jülich

Neue Materialien, umweltfreundliche 1 Energien, die Therapie von bisher unheilbaren Krankheiten und die Ursachen des Klimawandels – das sind nur einige von vielen Themen, für die das Forschungszentrum Jülich Lösungen sucht.

Jülich, eine Kleinstadt ganz im Westen Deutschlands mit 33000 Einwohnern, verteilt auf Kernstadt und 15 umliegende Dörfer. Nichts Weltbewegendes 2 . Den- noch fand die „Grünmetropole“ 3 , wie sich Jülich gern nennt, in jüngster Zeit häufiger den Weg in die Welt- presse. Das hat mehrere Gründe. Erstens ging im Ok- tober 2007 der Physik-Nobelpreis an Peter Grünberg vom Forschungszentrum Jülich und an seinen franzö- sischen Kollegen Albert Fert für die Entdeckung des Riesenmagnetowiderstandes 4 . Zweitens ging in Jülich im Februar 2008 der weltweit leistungsfähigste Rech- ner im zivilen Bereich in Betrieb. Und drittens ist das Forschungszentrum nicht nur eins der größten in Europa, sondern es sorgt mit seinen Entdeckungen auch immer wieder für Schlagzeilen 5 .

Aber der Reihe nach: 1956 gründete der Landtag Nor- drhein-Westfalens eine Großforschungsanlage 6 bei Jülich. Dort sollte vor allem die Kernspaltung unter- sucht werden. Als die Bevölkerung in den 1980er-Jah- ren die Kernenergie zunehmend ablehnte, orientierte sich die Kernforschungsanlage Jülich neu.

Heute hat „Jülich“ seine Schwerpunkte in den Berei- chen Physik, Supercomputing und Materialwissen- schaften und stellt sich den künftigen Herausforde- rungen in den Bereichen Gesundheit, Energie und Umwelt sowie Information. Viele neue Gebiete der Forschung haben ihre Wurzeln in der Kernforschung.

Auch die Festkörperforschung und die Umweltfor- schung wurden weiter ausgebaut und durch andere Disziplinen ergänzt. Und weil mit der Informations- technologie ein weiterer Schwer- punkt entstanden war, lag in Jülich die Verwendung des eben entdeck- ten Riesenmagne- towiderstandes

Europarekord: Der Jugene rechnet 167 Billionen Operationen pro Sekunde (Teraflops)

für die Compu- tertechnik auf

der Hand 7 . Bereits 1997 speicherte der erste damit

konstruierte Lese-Schreib-Kopf sehr viele Daten auf sehr engem Raum. Heute funktioniert kaum noch ein Computer oder Laptop ohne diesen Effekt.

Das Forschungszentrum Jülich mit seinen 4400 Mit- arbeitern hat sich inzwischen zu einer kleinen Stadt mit 40 Kilometer Straßen- und Wegenetz entwickelt. Es gehört zur Helmholtz-Gemeinschaft, die ihrerseits mit 26.500 Mitarbeitern in 15 Instituten und einem Jahresbudget von 2,3 Milliarden Euro die größte Forschungsorganisation Deutschlands ist. Die Ge- meinschaft widmet sich den großen und drängenden 8 Fragen der Menschheit und ist international gut vernetzt 9 . Allein 800 Gastwissenschaftler aus mehr als 50 Ländern kommen jedes Jahr nach Jülich, um zu forschen und sich mit Kollegen auszutauschen.

Die Umweltforschung ist auch ein Bereich, in dem das Forschungszentrum Jülich bereits vor Jahr- zehnten stark war. Wie „Ozonloch“ und „Klimawandel“ zusammenhängen, untersuchen die Jülicher Forscher auch heute noch.

Ergänzt wird die Umweltforschung durch die Ener- gieforschung. In Jülich werden Fotozellen entwickelt, die mit so genanntem „amorphem Silizium“ Elektrizi- tät billiger als bisher direkt aus Sonnenlicht gewin- nen sollen. Ingenieure basteln 10 gleichzeitig an der Wasserstofftechnologie, mit der in Zukunft Brenn- stoffzellen die Energie für Fahrzeuge liefern dürften. „Energie und Umwelt gehören für uns zusammen“, erklärt Peter Schäfer, Mitarbeiter in der Konzern- kommunikation. Daher untersuchen die Jülicher auch gleich, welche Auswirkungen die Wasserstofftechno- logie auf die Umwelt haben könnte. Die Energie der Zukunft könnte auch aus der Kernfusion stammen. Hier arbeitet die Weltgemeinschaft zusammen, um aus dem Verschmelzen von reichlich vorhandenen Wasserstoff-Atomen in vielleicht 35 Jahren Strom zu gewinnen.

Aber auch der Gesundheitsbereich ist längst ein wichtiges Standbein 11 im Forschungszentrum Jülich. Immer mehr Menschen werden immer älter. So ist es ein Ziel der Jülicher Gesundheitsforschung, die Diagnose und Therapie von altersbedingten 12 Erkran- kungen des Gehirns zu verbessern. Dabei nutzen die Forscher modernste Technologie und gewinnen dadurch tiefere Einblicke als an irgendeinem anderen Ort auf der Welt.

Für diese riesige Palette von Vorhaben benötigen die Jülicher Forscher, die eng mit der Rheinisch-Westfä- lischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen, aber auch mit den Universitäten in Bonn, Köln und Düsseldorf zusammenarbeiten, gute Rechner. In die- ser Hinsicht hat Jülich Außergewöhnliches zu bieten:

den Supercomputer „Jugene“, mit 65.536 Prozessoren

der weltweit leistungsfähigste Rechner für die zivile Nutzung. Nur ein Rechner in den USA bringt mehr Leistung. Forscher aus ganz Deutschland stellen Anträge zur Berechnung ihrer Simulationen, denn der Computer erledigt Berechnungen, die sonst Wochen oder Monate dauern würden, in nur wenigen Stunden. Und so wird die nächste Schlagzeile aus der „Grünme- tropole“ nicht lange auf sich warten lassen.

Roland Knauer (gekürzt) © Deutschland magazine www.magazine-deutschland.de

Lyrik, Gedichte

sogenannte Riesenmagnetowiderstand (GMR) bedeutet, dass sich in sehr dünnen Schichten unter bestimmten Bedingungen der elektrische Widerstand eines Leiters ändert, wenn er einem Magnetfeld ausgesetzt

ist. Der Effekt ermöglichte die Entwicklung neuer Leseköpfe in kleinen Computerfestplatten. Dadurch konnte die Speicherkapazität der Lauf- werke nicht nur für PCs, sondern auch für Videorecorder und tragbare Musikabspielgeräte (MP3-Player) in den Gigabyte-Bereich gesteigert

5 .jmd./etw. sorgt für Schlagzeilen: jemand / etwas erregt so

viel Aufsehen, dass die Presse viel über sie berichtet

wo auf vielen Gebieten geforscht werden kann

liegen: offenkundig sein

9 hat internationale Kontakte 10 sich beschäftigen; sich an etw., was

verbesserungsfähig, um- od. ausbaufähig ist, handwerklich od. tech-

werden.

6 ein Zentrum,

7 [klar] auf der Hand

8 Fragen, die sehr bald gelöst werden müssen

1 gut für die Umwelt 2 herausragend 3 eine Stadt im Grünen 4 Der nisch
1 gut für die Umwelt 2 herausragend 3 eine Stadt im Grünen 4 Der
nisch betätigen
11 Bereich, Gebiet
12 durch das Alter hervorgerufen
Sommergedichte
Von der Schwierigkeit,
Deutsch zu lernen
Guter Rat
An einem Sommermorgen
Da nimm den Wanderstab,
Es fallen deine Sorgen
Wie Nebel von dir ab.
J eden Morgen steh‘ ich auf und frage mich: Was mach
ich hier?
Des Himmels heitere Bläue
Lacht dir ins Herz hinein
Und schließt, wie Gottes Treue,
Mit seinem Dach dich ein.
Rings Blüten nur und Triebe 1
Und Halme 2 von Segen schwer,
Dir ist, als zöge die Liebe
Des Weges nebenher.
So heimisch alles klinget
Als wie im Vaterhaus,
Und über die Lerchen 3 schwinget
Die Seele sich hinaus.
Theodor Fontane (1819 – 1898)
Sommer
Am Abend schweigt die Klage
Des Kuckucks im Wald.
Tiefer neigt sich das Korn,
Der rote Mohn.
Hat das alles einen Sinn? Wann krieg ich endlich diese
Wörter drauf?
Wann krieg ich endlich diese Sätze hin?
Ich lerne Deutsch, und das ist manchmal schwer,
ich lerne Deutsch, und täglich kann ich mehr.
„Hallo, wie geht‘s?“ „Komm, wir gehen Kaffee trinken.
Und danach schauen wir, was wir auf dem Flohmarkt finden.“
Bügeleisen, Waschmaschinen, Armbanduhren und
Computer.
So viele Wörter kenn‘ ich schon, denn ich bin ein Guter!
Ich lerne Deutsch, und ihr lernt alle mit.
Ich sag‘ euch: Deutsch lernen ist ein echter Hit!
Wie spät ist`s denn, ich habe keine Uhr?
Die Zeit vergeht, wann lern‘ ich die Grammatik nur?
Ein Verb, ein Nomen, eine Frage,
jetzt sind die Verben auch noch trennbar, -
eine echte Plage!!!
Doch ich bin cool, ich schaff‘ das schon,
so schnell geb‘ ich nicht auf.
Von Tag zu Tag hab ich mehr Wörter drauf.
Ich lerne Deutsch, und ihr lernt alle mit.
Natürlich ist es schwer,
doch täglich kann ich mehr!
Nach dem Regen
Schwarzes Gewitter droht
Über dem Hügel.
Das alte Lied der Grille
Erstirbt im Feld.
Die Vögel zwitschern, die Mücken
Sie tanzen im Sonnenschein,
Tiefgrüne feuchte Reben
Gucken ins Fenster herein.
Nimmer regt sich das Laub
Der Kastanie.
Auf der Wendeltreppe
Rauscht dein Kleid.
Die Tauben girren 4 und kosen 5
Dort auf dem niedern Dach,
Im Garten jagen spielend
Die Buben den Mädeln nach.
Stille leuchtet die Kerze
Im dunklen Zimmer;
Eine silberne Hand
Löschte sie aus;
Windstille, sternlose Nacht.
Es knistert in den Büschen,
Es zieht durch die helle Luft
Das Klingen fallender Tropfen,
Der Sommerregenduft.
Georg Trakl (1887-1914)
Ada Christen (1839-1901)
1 der Trieb: junger, gerade erst entwickelter Teil einer
Pflanze; Spross 2 der Halm: Stängel von Gräsern und
Getreide 3 die Lerche: Singvogel, der im freien Gelände
am Boden nistet u. mit trillerndem Gesang steil in die
Höhe fliegt
4 in hohen Tönen gurren 5 liebevoll und zärt-
lich zu jemandem sein, jemanden streicheln  liebkosen

Bilder mit freundlicher Genehmigung entnommen aus: „Mein deutsches Bilderbuch“, © Verlag Volk und Wissen

Mein Bilderbuch

Der Brei *

Das heutige Märchen heißt „Der Brei“. Es ist ein Märchen der Brüder Grimm. Schaut euch zu erst einmal die Bilder an. Wenn ihr das Märchen noch nicht kennt, überlegt einmal den Inhalt des Märchens. Versucht zunächst, es anhand der Bilder zu erzählen. Lest dann den Text laut vor und versucht danach, das Märchen nachzuerzählen. Anschließend zeichnet ihr ein Haus: Wände, Dach, Fenster, Tür und Schornstein. Besprecht auch die Inneneinrichtung 1 : Wie viele Zimmer hat euer Haus? Welche Zimmer gibt es in der Schule? Welche Möbel stehen im Wohnzimmer, im Schlafzimmer, in eurem Zimmer?

E s war einmal ein armes, braves Mäd- chen, das lebte mit seiner Mutter allein, und sie hatten nichts mehr

zu essen. Da ging das Kind hinaus in den Wald. Dort begegnete ihm eine alte Frau. Die Frau wusste schon, wie schlecht es den beiden ging und schenkte ihm ein Töpf- chen. Zu dem sollte es sagen: „Töpfchen, koche.“ Dann kochte es guten, süßen Hir- sebrei. Wenn es sagte: „Töpfchen, steh“, so hörte es wieder auf zu kochen.

Das Mädchen brachte den Topf seiner Mutter heim, und nun waren sie nicht mehr arm und brauchten auch nicht mehr zu hungern. Sie aßen süßen Brei, so oft sie wollten.

Einmal war das Mädchen ausgegangen, da sprach die Mutter: „Töpfchen, koche“, da kochte es, und sie aß sich satt. Nun wollte sie, dass das Töpfchen wieder aufhören sollte, aber sie wusste das Wort nicht. Also kochte das Töpfchen weiter, und der Brei stieg über den Rand hinaus, und es kochte immerzu, die Küche und das ganze Haus voll und in das zweite Haus und dann auf die Straße. Es war, als wollte es die ganze Welt satt machen. Die Mutter war in größter Not, und kein Mensch wusste sich da zu helfen. Endlich, als nur noch ein einziges Haus übrig war, kam das Kind heim und sprach nur: „Töpf- chen, steh!“ Plötzlich hörte es auf zu kochen, und wer wieder in die Stadt wollte, der musste sich durchessen.

wer wieder in die Stadt wollte, der musste sich durchessen. Wörterliste: das Haus, das Fenster, die

Wörterliste: das Haus, das Fenster, die Tür(e), der Topf, die Schüssel, der Schöpflöffel, der Eimer, das Kind, die Großmutter (alte Frau)

1 die Inneneinrichtung: alle Möbel und Gegenstände usw. eines Raumes oder einer Wohnung; Interieur

1 die Inneneinrichtung: alle Möbel und Gegenstände usw. eines Raumes oder einer Wohnung; Interieur 1

1

Der Weg Nr. 59

Mein Leben wird heil und neu

1) Der Weg zu Gott ist frei **

Als Johannes am nächsten Tag Jesus auf sich zukommen sah, sagte er: »Seht dort das Opferlamm 1 Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt.« (Johannes 1,29)

4,1) Wessen Sünde trug Jesus nach Johannes 1,29?

Jesus hat sich für die Sünde aller Menschen an das Kreuz schlagen lassen. Er ist also auch für Sie, liebe Leserin, lieber Leser, gestorben. Dadurch hat Gott die Brücke zu uns Menschen neu gebaut, die wir zerstört hatten.

zu uns Menschen neu gebaut, die wir zerstört hatten. So steht der Weg zu Gott jetzt

So steht der Weg zu Gott jetzt jedem Menschen offen. Gott möchte jeden Menschen retten. Der Vater in der Ge- schichte Lukas 15,11-24 2 sucht jeden Tag mit seinen Au- gen in der Ferne, ob er seinen Sohn nicht zurückkommen sieht. So sehr wartet Gott auch auf unsere Rückkehr.

So ist es gut und gefällt Gott, unserem Retter. Er will, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und gerettet werden. (1. Timotheus 2, 3+4)

4,2) Was wird in 1.Timotheus 2, 3+4 von Gott gesagt?

Dadurch, dass Gott uns helfen will, sind wir noch nicht gerettet. Wir werden nicht automatisch gerettet oder sogar gegen unseren Willen. Wir Menschen sind wie Ertrinkende, denen der Kapitän (Gott) vom Schiff aus einen Rettungsring (Jesus) zuwirft.

gerettet zu werden?

einen Rettungsring (Jesus) zuwirft.  gerettet zu werden? 4,3) Was wird man tun, um durch den

4,3) Was wird man tun, um durch den Rettungsring

Um gerettet zu werden, halten wir uns an Jesus fest. Wir müssen die Verbindung mit ihm suchen und unser Leben Jesus anvertrauen.

Jesus sagte: »Ich bin der Weg, denn ich bin die Wahrheit und das Leben. Einen anderen Weg zum Vater gibt es nicht.« (Johannes 14,6)

4,4) Warum ist Jesus nach Johannes 14,6 der einzige

Weg zu Gott, warum kann nur er uns retten?

Jesus Christus und sonst niemand kann die Rettung bringen. Auf der ganzen Welt hat Gott keinen anderen Namen bekannt gemacht, durch den wir gerettet wer- den könnten. (Apostelgeschichte 4,12)

den wir gerettet wer- den könnten. (Apostelgeschichte 4,12) Manche Menschen sagen: „Es ist egal, ob ich

Manche Menschen sagen: „Es ist egal, ob ich Christ, Moslem oder Buddhist bin.“

Wir brauchen Jesus, wenn wir zu Gott kommen wollen. Nur er kann unsere Sünde, die uns von Gott trennt, beseitigen. Was er am Kreuz für alle Menschen er- worben hat - Vergebung der Sünden und Sieg über die Sünde -, das wird für uns nur dann wirksam, wenn wir es persönlich annehmen - sonst hat es für uns keine Bedeutung.

1 In dem Bild von Jesus als (wörtlich) »Lamm Gottes« mischt sich das Bild von

dem geduldig (und stellvertretend) leidenden Lamm aus Jes 53,4-7 mit dem Bild von Jesus als dem neutestamentlichen Passalamm (1. Kor 5,7; 1. Petr 1,19).

2 siehe DW Nr. 55, Seite 7 + DW Nr. 60

4,5) Was sagen Sie dazu?

Was die Bibel lehrt

Ein Interview mit Gott **

Ich träumte, ich hätte ein Interview mit Gott.

“Du möchtest also ein Gespräch mit mir?“, fragte Gott mich.

„Wenn du Zeit hast“, antwortete ich.

Gott lächelte: „Meine Zeit ist die Ewigkeit. Welche Fragen würdest du mir gerne stellen?“

„Was erstaunt dich am meisten an den Menschen?“, fragte ich.

Gott antwortete:

„Dass sie es schnell langweilig finden, Kinder zu sein, sich beeilen, erwachsen zu werden und sich dann da- nach sehnen, wieder Kinder sein zu können.

Dass sie, um mehr Geld zu verdienen, ihre Gesundheit aufs Spiel setzen 1 und dann ihr Geld dafür ausgeben, wieder gesund zu werden.

Dass sie sich so sehr um die Zukunft sorgen und dabei die Gegenwart vergessen und so weder im Heute noch im Morgen leben.

Dass sie leben, als würden sie niemals sterben, um dann zu sterben, als hätten sie niemals gelebt.“

Gott nahm meine Hand und wir schwiegen eine Weile. Dann wollte ich wissen:

„Als ein Vater, was möchtest du, dass deine Kinder lernen?“

Gott antwortete mit einem Lächeln:

„Dass sie lernen, dass man niemanden zwingen kann zu lieben. Alles, was man tun kann, ist, sich lieben zu lassen.

Dass es nicht gut ist, sich mit anderen zu vergleichen.

Dass reich sein nicht heißt, das Meiste zu haben, son- dern das Wenigste zu brauchen.

Dass es nur einige Sekunden dauert, einem Menschen, den man liebt, tiefe Wunden zuzufügen, jedoch viele Jahre, um sie wieder zu heilen.

Dass Vergebung durch gelebtes Vergeben 2 geschieht.

Dass es Menschen gibt, die sich tief und innig lieben, jedoch nicht wissen, wie sie ihre Gefühle ausdrücken können.

Dass zwei Menschen dasselbe betrachten können und es trotzdem unterschiedlich sehen.

Dass es manchmal nicht genug ist, Vergebung zu erhal- ten, sondern dass man sich auch selbst vergeben muss.

Und zu erkennen, dass ich hier bin …

… Immer.

(Autor unbekannt)

1 etwas riskieren

2 anderen Menschen ein Vorbild sein im Vergeben

1 muss aufhören 2 rasches Verstehen

Die bunte Seite

Wortverwandlungen

Aus dem oberen Wort soll Schritt für Schritt das untere Wort entstehen. Sie dürfen dazu in jeder Zeile jeweils nur einen Buchstaben verändern, und zwar so, dass bei jedem Schritt ein neues sinnvolles Wort entsteht.

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Lösungen:

KARTE;Kante,Tante,TINTE,2.LUFT;Lust,List,MIST,

Halt,Kalt,KALB,4.WEIB;Wein,Wenn,Wann,MANN,3.

HAUSHaut,

Sprachspiele:

Wörter im Wort

Man einigt sich auf ein möglichst langes

Wort, das man irgendwo mal gelesen oder

gehört hat. (z.B. Schülermonatskarte, Autoschlange etc.). Nun versucht man

nacheinander, möglichst viele verschiedene Wörter aus den Buchstaben des langen Wortes zu bilden. Dabei müssen keinesfalls

alle Buchstaben verwendet werden. Wer

innerhalb von 30 sec. keinen Begriff nennt, bzw. einen Begriff wiederholt, scheidet aus. 1

Variante

Alle schreiben fünf Minuten lang alle

Begriffe auf, die ihnen einfallen. Pro Begriff

wird ein Punkt gutgeschrieben. Wenn ein

Begriff nur von einer Person gefunden

wurde, gibt‘s dafür zwei Punkte.

Kein … ohne

Hier sind schnelles Denken und eine rasche Auffassungsgabe 2 gefordert: Der erste

Spieler sagt z.B.: „Kein Mantel

nächste sollte dann blitzschnell ergänzen:

sinnvolle Ergänzung sagt, darf sich einen

neuen Satzanfang überlegen.

Wem dieses Spiel auf die Dauer zu leicht

oder gar zu langweilig ist, kann es sich auch etwas schwerer machen: Ein Spieler sagt einen vollständigen Satz: „Kein Auto,

ohne Benzin im Tank“, und ein anderer

Spieler muss rasch einen Satz finden, der

sich auf den genannten reimt. Z.B.: „Kein

Mädchen ohne Kleid im Schrank“. Einen neuen Satz darf immer derjenige beginnen, der einen Reim auf den vorangegangenen Satz wusste.

Lach mal wieder

Die Lehrerin sagt: „Wer mir einen Satz bildet, in dem „Samen“ und „säen“ vorkommt, der darf sofort nach Hause gehen.“ Fritzchen meldet sich: „Guten Tag zusammen. Morgen säen wir uns wieder.“

Interessiert erkundigt sich der Vater:

„Na, Bub, wie war’s heute im Chemieunterricht?“ „Gar nicht langweilig“, erzählt der Junge, „in Chemie haben wir heute gelernt, wie man Sprengstoff herstellt!“ „Und was habt ihr morgen in der Schule?“

„In welcher Schule?“

„Wenn ich sage: ‚Ich habe zu Mittag gegessen’, was ist das für eine Zeit?“, fragt der Lehrer. „Eine Mahlzeit“, weiß Hans­Peter.

“, und der

ohne

Knöpfe.“ Wer als erster eine

1  Der Weg Nr. 59 Vater und Sohn: Die Reißzwecke Aus: e.o.plauen, „Vater und
1
Der Weg Nr. 59
Vater und Sohn: Die Reißzwecke
Aus: e.o.plauen, „Vater und Sohn“,
Gesamtausgabe
© Südverlag GmbH, Konstanz, 1982 (ren.)
mit Genehmigung der Gesellschaft für
Verlagswerte GmbH, Weinfelden / Schweiz.

Redewendungen mit „Haar“ und „Fuß“

„Haar“:

1. Sie hat sich mit Haut und Haar der Kunst

verschrieben. (Der Kunst gilt ihr ganz großes

Interesse.) / (ganz, völlig)

2. Dieser Vergleich ist aber an den Haaren

herbeigezogen. (… ist unwichtig oder sogar unrichtig) / (ist unwahrscheinlich; gehört

nicht oder nur entfernt zur Sache).

3. Sie findet immer ein Haar in der Suppe.

(Sie hat immer etwas zu kritisieren.)

4. Dein Urteil ist ungerecht, du lässt kein

gutes Haar an ihm. (

du machst ihn

schlecht)

5. Nimm dich vor ihr in Acht, sie hat Haare

auf den Zähnen. (Sie ist streitsüchtig)

6. Wegen jeder Kleinigkeit kriegen sich die

Geschwister in die Haare. (Gibt es Streit) / (… geraten die Geschwister in Streit)

7. Er ist ein ganz friedfertiger Mensch, er

krümmt niemandem ein Haar.

8. Um ein Haar hätte er die Prüfung nicht

bestanden. (fast, beinahe)

9. Die beiden sind nicht miteinander ver­

wandt, aber sie gleichen sich aufs Haar.

„Fuß“:

1. Wie alt sind deine Kinder eigentlich, stehen

sie schon auf eigenen Füßen? (Sind sie selbständig?).

2. Seit er arbeitslos ist, hat er den Boden

unter den Füßen verloren. (… hat er keinen

Halt mehr.)

3. Sie ist so unvernünftig, alle guten Rat­

schläge tritt sie mit Füßen. (… missachtet sie)

4. Seit er sein eigener Chef ist, verdient er

noch besser und lebt auf großem Fuß.

5. Zuerst war sie bereit, bei diesem schwie­

rigen Auftrag mitzumachen, aber dann hat sie

kalte Füße bekommen. (Sie hat es abgelehnt, zu helfen.)

6. Ich werde die Angelegenheit meinem Kolle­

gen weitergeben, er steht auf sehr gutem Fuß

mit dem Direktor.

7. Ihr passiert nie etwas, auch in kritischen

Situationen fällt sie immer wieder auf die Füße.

8. Die Veranstaltung beginnt erst in 30

Minuten, ihr könnt euch noch etwas die Füße vertreten. (hin und her gehen)

Grammatik, Leser schreiben Lesern

Grammatiktest:

Verben mit verschiedenen Präpositionen

Wählen Sie die richtige Präposition und den richtigen Fall: von, in, im, am, über, auf, aus, mit, um, nach

1. Hast du dich gut

ausländischen Freunde) erholt?

bitte

Süßigkeiten) aus.

gibt dort hat sich sehr Urlaub)

seid ihr beleidigt, könnt ihr nicht

11. Kannst du den Polizisten

(deine schwere Krankheit) erholt?

3. Denk bitte

2. Wo hast du dich

(deine

.(dieser wichtige Termin)!

4. Denkt

(teure

.(der genaue Zeitpunkt) nach!

5. Sascha gibt sein ganzes

8. Ich freue mich

9. Alle haben laut (die anderen) lachen?

6. Tom hat nie Geld, er fährt immer am Monatsanfang in die Stadt und

7. Peter hatte gestern Geburtstag. Er

(der gemeinsame

10. Warum

(seine Freunde) sein ganzes Geld aus.

(der neue Computer) gefreut. (meine älteren Brüder).

(sein Witz) gelacht.

nicht bitte

.(der kürzeste Weg) zum Bahnhof fragen.

12. Hast du deine Eltern

(ihr

Rat) gefragt?

13. Nächste Woche beginnen die Ferien. Freust du dich

(die Ferien)?

14. Freut euch doch

(ich)

(meine neue Arbeit)!

15. Er hat alle Prüfungen

(die

besten Ergebnisse) bestanden 16. Der Roman besteht

(drei Teile).

17. Unser Chef

besteht

(die Einhaltung der Arbeitszeit). 18. Kannst du sie sehen, sie sitzt

(die dritte

Reihe).

19. Ich habe den ganzen Tag

(mein Schreibtisch) gesessen.

(der Kreis) und hörten aufmerksam zu.

21. Wir haben lange

20. Alle Kinder

saßen

(eine Bank)

(die Sonne) gesessen.

22. Ich habe lange

(die Bushaltestelle) gewartet.

Lösungen:

Termin;wichtigendiesenan3.Freunden;ausländischendeinenmit2.Krankheit;schwerendeinervon1.

neuendenüber7.Freunden;seinenmit6.Süßigkeiten;teurefür5.Zeitpunkt;genauendenüber4.

denmit10.Witz;seinenüber9.Brüdern;älterenmeinenmitUrlaubgemeinsamendenauf8.Computer;

meineübermirmit14.Ferien;dieauf13.Rat;ihrenum12.Weg;kürzestendemnach11.anderen;

derin18.Einhaltung;derauf17.Teilen;dreiaus16.Ergebnissen;bestendenmit15.Arbeit;neue

deran22.Sonne;derinBankeinerauf21.Kreis;im20.Schreibtisch;meineman19.Reihe;dritten

Bushaltestelle

Leser schreiben Lesern

Вика Чистякова

Мичурина 48

13 J.

Алина Матвиенко

Школьная 36 – 19

12 J.

Максим Радченко

Железнодорожная 11

13 J.; H: Sport, Musik,

Computer, lesen

Светлана Нуритдинова ГОС-2 до востребования

624262 Асбест

Свердловская обл. RUSSLAND Deutschlehrerin

Zdravka Dobreva Zona B5, bl.10, vh.B, et.2, apt.85 1303 Sofia

BULGARIEN

Der „Weg“ auf CD-ROM Für alle Schulen, Hochschulen und Universitäten gibt es 2008 wieder unser
Der „Weg“ auf CD-ROM
Für alle Schulen, Hochschulen
und Universitäten gibt es
2008 wieder unser besonderes
Angebot: Die WEG­CD­ROM. Sie
enthält unter anderem unsere
gesamte Internet­Webseite!
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viele Artikel, die in den letzten
sechzehn Jahren im „Weg“
erschienen sind. Außerdem
enthält die CD­ROM alle Hefte
der letzten acht Jahre zum
Ansehen und Ausdrucken, Bücher
zu Lebensfragen, Software,
Höraufnahmen zu „Weg“­Artikeln
und ein kurzes Deutschland­Video.
Wenn Sie die CD­ROM gerne
benutzen möchten, schreiben
Sie uns bitte und nennen Sie uns
Ihre Lesernummer und die Schule
bzw. Universität, an der Sie
arbeiten. Die CD­ROM schicken
wir Ihnen dann voraussichtlich
ab August 2008 zu.

Jana Bryk

Koroljowastr. 24/110

18000 Tscherkassy

UKRAINE

18 J.; H.: Fremdsprachen,

Reisen, Lesen

Zdravka777@abv.bg

62 J., Rentnerin, NR,

HSA, ledig; H.: Russ., Franz., Deutsch, Engl.,

Esperanto, Briefkontakte,

Reisen, Kontakt zu Chr. aus

anderen Ländern.

Mila Otschenaschko

Gvardejskij 139 – 14

69091 Zaporoshje

UKRAINE

23 J.; Kirche „Golgatha“;

sucht Kontakt zu Christen

aus anderen Ländern.

Людмила Іванюк

вул. Братів-Новосадів 24

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Рожищенський р-н, Волинська обл.

45120

20 J.; Studentin; mag

Pflanzen

Alle folgenden Adressen:

Ясиноватая 86007 Донецкая обл. UKRAINE

Настя Мощенская м-н 3, 14 – 61

13 J.

Катя Сергиенко Школьная 17 -1

13 J.; H.: tanzt in der

Tanzschule

Ангелина Смирнова кв-л 55, 3 – 34

12 J.

UKRAINE

Aktuelle Adressen für E-Mail-Kontakte finden Sie auf unserer Website unter der Adresse: kontakt.derweg.org.

Bildnachweise: Wikimedia Commons S. 1, 3, 4, 5, 6 (1, 2 Radiology Centennial, Inc.), S. 7 (1 + 2), 8 (1­3, 4 Tomasz Halszka), S. 9, 11, Privat S. 7(3), Forschungszentrum Jülich S. 10, Annie Vallotton, © American Bible Society 1976 S. 15; Bistum Magdeburg (Martin Müller / und.GrafikDesign, Magdeburg) S. 16

Lebensfragen H aben Sie Fragen zu Gott oder zur Bibel? Wollen Sie wissen, was eigentlich

Lebensfragen

H aben Sie Fragen zu Gott oder zur Bibel? Wollen Sie wissen, was eigentlich der Sinn Ihres Lebens ist? Dann ist bestimmt ein Bibelkurs etwas für Sie. Im Fernstudium können Sie verschiedene

Themen durcharbeiten, und ein Lehrer gibt Ihnen Hilfe und beantwortet Ihre Fragen. Wir bieten Ihnen dafür unseren neuen und kompakten Bibelfernkurs „Lebensfragen“ an, den Sie gerne kostenlos bei uns bestellen können. Außerdem können Sie den Bibelkurs auch im Internet als Heft oder als E-Mail unter bibelkurs.delernen.de bestellen bzw. direkt herunterladen.

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Der Weg Die Zeitschrift für Deutschlernende Nr. 59 (Mai - Juli 2008) ISSN 1615-7745 (Printausgabe) ISSN 1619-0947

Die Zeitschrift für Deutschlernende

Nr. 59 (Mai - Juli 2008)

ISSN 1615-7745 (Printausgabe) ISSN 1619-0947 (Internetausgabe)

Redaktion: Volker Schmidt

Erscheinungsweise: vierteljährlich

Bezug: kostenlos

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Der Weg Nr. 59

1

Aus dem Leben erzählt

Mechthild von Magdeburg – von der Liebe zu Gott erfüllt ***

M agdeburg, die Stadt Ottos des Großen, blickt auf eine 1200-jährige bewegte Geschichte zurück. Zur Geschichte der Stadt gehört auch eine Frau, deren Name

eng mit der Stadt verbunden ist: Mechthild von Magdeburg. Sie wurde vor 800 Jahren auf einer Burg im Magdeburger Raum geboren und erhielt - für da- malige Zeiten für Mädchen ungewöhnlich - eine um- fassende Bildung. Bereits als junges Mädchen ver- ließ sie die Burg und bekannte offen: „Mein Lebensraum ist nicht der Adelsstand. Gott hat anderes, größeres mit mir vor.“ Gott war für sie nicht einfach eine höhere Macht, sondern ein wirkliches liebendes Du. Diese persönliche Gottesbeziehung erfüllte ihr Leben so, dass sie all das, was sie in der Tiefe ihres Herzens bewegte, aufschreiben musste. Eine große verwandelnde Kraft spürt Mechthild im Gebet. Sie schreibt: „Das Gebet macht ein bitteres Herz süß, ein trauriges Herz froh, ein armes Herz reich,

ein törichtes Herz weise, ein zaghaftes 1 Herz kühn, ein schwaches Herz stark, ein blindes

Herz sehend. Es zieht den großen Gott in ein kleines Herz. Es treibt die hungrige Seele hinauf zu dem Gott der Fülle 2 .“

Mechthild wählt nicht den Weg ins Kloster, sondern schließt sich der Magdeburger Armuts- bewegung an, getreu 3 ihrem Vorsatz: „Worauf Gott seine Hoffnung setzt, das wage ich. Es zog mich um der Liebe Gottes willen in die Stadt.“ Das Wort Jesu: „Armen wird das Evan- gelium verkündet“ (Matthäus 11,5) hatte sie tief berührt. Sie wendet sich den Ärmsten der Armen zu: Ausgestoßenen 4 , Kranken, Sterbenden, Witwen

und Waisen. Sie schenkt ihnen menschlichen und geistlichen Beistand und - soweit es ihr möglich ist - lindert 5 sie auch deren materiellen und körperlichen Nöte. Mechthild tut diesen Dienst nicht allein. Zu dieser Zeit entsteht in Magdeburg eine Schwestern- bewegung. Die jungen Frauen leben in Wohngemein- schaften und teilen ihren Besitz miteinander. Da

sie sich nicht den offiziellen Ordnungen der Kirche unterordneten, mussten sie viele Schmähungen 6 und Anfeindungen 7 ertragen. Allein lebende junge Frauen, das galt damals als Skandal. Mechthild war jedoch eine selbstbewusste, tapfere Frau, die ihre Mitschwestern immer wieder ermutigte, ihre Arbeit unter den Hilfsbedürftigen fortzusetzen. Viel Unter- stützung und Trost erhielt sie von ihrem Beichtvater, unter dessen Einfluss sie ihr Buch „Das fließende Licht Gottes“ schrieb. Dies Werk war zu Lebzeiten von Mechthild sehr umstritten 8 : Eine Frau, noch dazu ohne Universitätsbildung, schreibt in deutscher Sprache, nicht in Latein - der Sprache der Gelehrten - ein Buch über Gott und ihre Erfahrungen mit der Liebe Gottes. Das war ungewöhnlich, mehr noch: das schien für die Kirche gefährlich zu sein. So versch- wand ihr Werk für Jahrhunderte in der Vergessenheit.

Mechthild von Magdeburg war eine Visionärin 9 . Aber ihre visionären Fähigkeiten waren keine Weltflucht. Sie lebte mit Gott in dieser Welt. Mit ihrer Gabe der inneren Gottesschau zeigt sie Linien, die Gott und die Welt miteinander verbinden. Beim Lesen von Mechthilds Schriften bekommt man den Eindruck, als sei sie eine noch lebende Zeitgenossin und nicht eine Frau, die vor 800

noch lebende Zeitgenossin und nicht eine Frau, die vor 800 Was die Seele braucht Sie braucht

Was die Seele braucht

Sie braucht einen Platz, auf dem sie steht ­ Sie braucht einen Freund, der mit ihr geht.

Sie braucht ein Tun, das sie täglich erfreut ­ Sie braucht die Stille, Besinnlichkeit.

Sie braucht Musik, die empor sie hebt ­ Sie braucht Freude, solang‘ sie hier lebt.

Sie braucht den Fortschritt, das Wachstum, den Geist ­ Sie braucht ein Lied, das Vollkommenheit heißt.

Sie braucht der Liebe wärmendes Kleid ­ Sie braucht den Frieden, die Heiterkeit.

Sie braucht eine Zeit, die dem Schöpfer sie weiht ­ Zum Horchen und Ahnen der Ewigkeit.

Unbekannt

Jahren gewirkt hat. Mechthild schreibt: „Die Liebe gebietet mir. Was sie will, das muss geschehen, und worauf Gott seine Hoffnung setzt, das wage ich.“

Mit einer heiligen, liebevollen Aufmerksamkeit liest Mecht- hild die Bibel. Sie schreibt:

„Vom Weg der Liebe soll mich nichts abtreiben. Eine heilige Aufmerksamkeit zu Gott sollen wir zu allen Zeiten in uns tragen.“

Am Leben der Mechthild von Magdeburg wird erfahrbar, dass die große Liebe zu Gott in der einfachen Liebe und Barm- herzigkeit zu den Mitmenschen

Realität werden kann, das ist es, „worauf Gott seine Hoffnung setzt.“

1

ängstlich

2 Vollkommenheit

3 nach

4 Menschen, die von anderen

verachtet werden

5 geringer machen

6 Beleidigung, Ehrverletzung

7 heftige Kritik, Erniedrigung, Feindseligkeit

verurteilt

9 Träumerin, Voraussehende

8 wurde von vielen

Nähere informationen unter: www.mechthild-von-magdeburg.de

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