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Die Zeitschrift für Deutschlernende Ausgabe Nr. 29 1-2000 BBBBBerlinerlinerlinerlinerlin -----
Die Zeitschrift für Deutschlernende
Ausgabe Nr. 29
1-2000
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Im letzten Heft ha- ben wir einen kur- zen Überblick über die wechselvolle Geschichte Berlins gegeben. Heute machen wir einen Besuch auf der „größten Baustelle Europas“.

Beginnen wollen wir mit ein paar Zahlen. Innerhalb der Stadtgrenzen

von Berlin leben ca. 3,5 Millionen Menschen, im sogenannten unmittelbaren Ballungsraum 1 Ber- lin sogar mehr als vier Millionen. Jedem Einwoh- ner bleiben statistisch 2 gesehen 32,9 Quadrat- meter Wohnfläche. Auf den Straßen und Auto- bahnen der Großstadt rollen täglich mehr als eine Million Autos.

Das ist Berlin, die ehemals geteilte und nun wiedervereinigte Stadt, die alte und wieder neue Hauptstadt der Bundesrepublik Deutsch- land. Wen wundert es, daß diese Stadt zwei Kongreßzentren 3 hat, zwei Trabrennbahnen 4 , zwei Funk- und Fernsehtürme, zwei Sternwar- ten 5 , zwei Zoologische Gärten 6 , zwei National- galerien 7

Größte Baustelle Europas

Und wen wundert es, daß diese Stadt zur Zeit die größte Baustelle Europas ist. Der Umzug der deutschen Regierung erzwingt den Umbau al- ter Stadtbereiche und den Neubau ganzer Stadt-

Umbau al- ter Stadtbereiche und den Neubau ganzer Stadt- Wahrzeichen Berlins: Das Brandenburger Tor mit der

Wahrzeichen Berlins: Das Brandenburger Tor mit der Quadriga

viertel. Auch das Straßennetz und das Verkehrsnetz von U- Bahn 8 , S-Bahn 9 und Fernbahn 10 werden umgebaut und erwei- tert. Unterirdisch ent- stehen neue Tunnel- bauten, oberirdisch große Gebäudekom- plexe 11 für die Regie- rungsbehörden.

Für die vielen Men- schen, die von Bonn

am Rhein nach Berlin an Spree und Havel 12 umge- zogen sind oder noch umziehen werden, muß viel neuer Wohnraum geschaffen werden. Und auch Geschäfte, Restaurants und vieles andere gehören dazu. Niemand weiß so recht, wie viele Millionen Mark für die Veränderung und Erneuerung der Stadt ‚in den Sand‘ 13 gesetzt werden, und das so- gar in wörtlichem Sinne. Denn der Bauuntergrund in Berlin ist überwiegend sandig, so daß große Anstrengungen notwendig sind, die Tunnelbauten und die Gebäude auf feste und tragfähige Funda-

mente zu stellen.

Schloß Bellevue 14

Zwei Baustellen der „Berliner Republik“ wollen wir im Folgenden besuchen. Mitten im Tiergarten, ei- nem großen Parkgelände des gleichnamigen Stadt- bezirks, liegt das 200 Jahre alte Barockschloß Belle- vue. Schon viele Jahre vor der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten war dieses Schloß der Berliner Amtssitz des Bundespräsidenten der

AusAusAusAusAus derderderderder RRRRRedaktionedaktionedaktionedaktionedaktion Liebe Leserinnen und Leser, nun ist es

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Liebe Leserinnen und Leser,

nun ist es endlich da. Das von vielen Menschen auf der ganzen Welt mit Spannung erwartete dritte Jahrtausend hat angefangen. Ein neues

es

Millennium! Eigentlich ist

ja noch ein Jahr, bevor das neue Jahrtausend nach dem Kalender beginnt, aber wer will hier schon kleinlich sein. Wenn alle feiern, feiern wir mit!

Wenn es ums Feiern geht, dann ist manchen von Ihnen aber vielleicht zur Zeit gar nicht danach zumute. Nicht nur der berüchtigte „Millennium-Fehler“ bei der Computerumstellung auf das Jahr 2000 bringt manchen Ärger. Auch in unserem eigenen Leben und in unserem Land läuft vieles nicht so, wie wir es uns wünschen.

In diesen Situationen ist es ermutigend zu wissen, daß Gott uns nicht im Stich läßt. Im Alten Testament der Bibel läßt Gott uns sagen: „Ich will euer Glück und nicht euer Unglück. Ich habe im Sinn, euch eine Zukunft zu schenken, wie ihr sie erhofft“ (Jeremia, 29,11). Gesprochen hat Gott dieses Wort zu seinem Volk Israel, das wegen seines Ungehorsams 70 Jahre in baby- lonischer Gefangenschaft leben mußte. Es war eine

schwere, aber keine hoffnungslose Zeit. Gott ist auch

den schweren Stunden da, und er möchte uns helfen! Damit er uns helfen kann, müssen wir uns aber erst einmal auf den Weg machen, ihn zu suchen. Und da ist das Jahreswort für das Jahr 2000 eine große Ermutigung. Dort heißt es: „Ihr werdet kommen und zu mir beten, ihr werdet rufen, und ich werde euch erhören. Ihr werdet mich suchen und werdet mich finden. Denn wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, werde ich mich von euch finden lassen. Das sage ich, der HERR“ (Jeremia 29, 12-14a).

Gott läßt sich finden! Das ist die gute Nachricht dieser Verse. Keiner, der ihn ernsthaft sucht, wird am Ende mit leeren Händen dastehen. Das gibt Mut für das neue Jahrtausend. Aber es ist eine Einladung, der wir auch

nachkommen müssen. Ich wünsche Ihnen, das Sie

diesem Jahr suchen und finden werden: den Gott, der Sie lieb hat und der in Jesus Christus Mensch wurde, um auch Sie frei zu machen. Ihnen allen ein frohes neues Jahr und viel Freude beim Lesen des neuen „Weges“!

Ihr

in

in

Freude beim Lesen des neuen „Weges“! Ihr in in Bundesrepublik Deutschland. Seit den letzten Amtswochen von

Bundesrepublik Deutschland. Seit den letzten Amtswochen von Richard von Weizsäcker im Jah- re 1994 ist das Schloß der erste Amtssitz des deut- schen Staatsoberhauptes. Hier residierte danach bereits Roman Herzog, während die Beamten sei- nes Präsidialamtes noch in Bonn arbeiteten.

Damit die ca. 150 Mitarbeiter des jetzigen Bun- despräsidenten Johannes Rau in der Nähe ihres Chefs arbeiten können, mußte ein neues Gebäu- de errichtet werden. Es entstand auf einer Lich- tung 15 mitten im Park. Dadurch brauchten zum Glück nur 83 Bäume gefällt werden. Im Gegenzug wurden dafür dann 670 Neupflanzungen vorge- nommen, die allein 3,5 Millionen Mark gekostet haben – eine verhältnismäßig kleine Summe ge- genüber den Gesamtkosten des Gebäudes von mehr als 100 Millionen Mark. Der viergeschossige Neubau ist so angelegt und gestaltet, daß jedes der 130 Büros einen Blick auf den Park hat. Natür- lich enthält das Gebäude auch Sitzungsräume, eine Bibliothek, umfangreiche Versorgungs- und Sanitäranlagen 16 , die zu den beiden Innenhöfen des Gebäudes hin ausgerichtet sind, das von den Berlinern wegen seiner Form auch „Präsidenten- Ei“ genannt wird. Das Dach dient – ganz im Sinne des Umweltschutzes – der Energieversorgung des Hauses: Eine 900 Quadratmeter große Solaranlage produziert 15% der benötigten Energie; das ent- spricht dem Jahresenergiebedarf von zehn Einfa- milienhäusern. Übrigens hatten die Baufirmen während der Bauzeit mit gefährlichen Überbleib- seln 17 aus dem Zweiten Weltkrieg zu tun: Mehr als 20 Tonnen hochexplosiver Munitionsreste wur- den gefunden und mußten entschärft 18 und weg- geräumt werden. Bundespräsident Herzog muß- te deshalb zweimal seinen Amtssitz fluchtartig verlassen. Zum Glück ist aber bei der Beseitigung der Erblasten 19 des letzten Krieges nie etwas pas- siert. Auch das Schloß Bellevue selbst ist durch Umbauten inzwischen auf den neuesten Stand der Technik gebracht worden. Neue Anlagen zur Si- cherheit des Bundespräsidenten waren erforder- lich, z.B. eine Mauer entlang des Uferweges an der Spree. Der deutsche Steuerzahler mußte dafür ca. 80 Millionen Mark aufbringen.

Das Bundeskanzleramt

Während eines Berlinaufenthaltes im Jahre 1992 beschloß der damalige Bundeskanzler Helmut

Kohl, gegenüber dem Reichstag, dem Sitz des Deutschen Bundestages, das Berliner Domizil 20 des Regierungschefs zu bauen. 836 Archi- tekten aus dem In- und Ausland betei- ligten sich an dem Wettbewerb, der die beste Lösung des Bauproblems er- bringen sollte. Der deutsche Architekt Axel Schultes erstell- te einen Entwurf, der Helmut Kohl sehr gut gefiel. Im Februar 1997 be- gann dann der Neu- bau des Kanzleram- tes mit dem symbolischen Spatenstich 21 , den der Bundeskanzler persönlich ausführte. Mehr als 400 Millionen Mark wird das Gebäude gekostet haben, wenn es im Jahre 2000 bezugsfertig ist. In seinem Mittelteil wird es 36 Meter hoch sein; die Seiten- teile werden aus fünfstöckigen Verwaltungs- trakten 22 bestehen. Es wird 310 Büros haben, in denen ca. 400 Mitarbeiter des Kanzlers arbeiten. Ihre Autos können sie in einer großen Tiefgarage abstellen. Durch die Gestaltung von zwei Winter- gärten 23 und durch die Verwendung von viel Glas wirkt das mächtige Haus freundlich und durchlässig.

Helmut Kohl wird es sicher sehr bedauern, daß er das Haus nicht mehr beziehen kann, da er be- kanntlich die Bundestagswahl 1998 verloren hat. Ob das neue Kanzleramt seinem Nachfolger Gerhard Schröder gefällt und wie lange er darin arbeiten und regieren kann, muß sich erst noch erweisen.

Lothar von Seltmann

Teil 3 unseres Berlinartikels folgt im nächsten Heft

1 der Ballungsraum: eine größere Region, die sehr dicht besiedelt ist und in der viele Städte und Ortschaften inein- ander überzugehen scheinen 2 statistisch: bezogen auf Ta- bellen mit Zahlen, die zeigen, wie häufig bestimmte Dinge irgendwo vorkommen 3 das Kongreßzentrum: ein Gebäu- de, in dem große Konferenzen und Tagungen veranstaltet

de, in dem große Konferenzen und Tagungen veranstaltet werden 4 die Trabrennbahn: hier werden Rennen durch-

werden 4 die Trabrennbahn: hier werden Rennen durch- geführt, bei denen Pferde im Renntrab laufen und dabei einen Sulky ziehen, ein zweirädriges Gefährt, auf dem der Fahrer sitzt 5 die Sternwarte: Gebäude, von dem aus mit großen Fernrohren und anderem technischen Gerät die Gestirne beobachtet werden 6 der Zoo: gartenähnliche Anlage, in der Tiere aus allen Gebieten der Erde gehalten und gezeigt werden 7 die Galerie: Ausstellungsraum, Aus- stellungsgebäude 8 die U-Bahn: die Untergrund-Bahn fährt in Tunnelanlagen unter der Erde 9 die S-Bahn: die Stadt- Bahn verbindet oberirdisch die Stadtbezirke miteinander

10 die Fernbahn verbindet Berlin mit den anderen Regio- nen des Landes 11 der Gebäudekomplex: eine Gruppe von Häusern, die miteinander verbunden sind 12 Spree und Havel: Flüsse, die durch Berlin fließen 13 in den Sand setzen: Ausdruck dafür, daß jmd. viel Geld ausgibt für eine Sache, die sich als falsch und unnütz herausstellt 14 [bel:wü:] [frz.: schöne Aussicht] 15 die Lichtung: freier Platz in einem Waldstück 16 die Sanitäranlage: Anlagen wie z.B. Bäder und Toiletten, die der Hygiene dienen 17 das Über- bleibsel: Rest 18 entschärfen: die Zündeinrichtungen von Munition entfernen, damit sie nicht mehr explodieren kann 19 die Erblast: eine geerbte Last; aus einer vorangegange- nen Zeit stammender, belastender Tatbestand; von einem Vorgänger unbewältigt weitergegebenes Problem, das sich als starke Belastung erweist 20 das Domizil: Wohnsitz, Unterkunft 21 der symbolische(r) Spatenstich: hierbei wird die erste Schaufel Erde für die Baugrube ausgehoben 22 der Trakt: ein relativ großer Teil eines großen Gebäudes

23 der Wintergarten: heller, lichtvoller Raum, in dem das ganze Jahr über Grün- und Zierpflanzen gedeihen und der durch seine weitere Einrichtung der Erholung dienen kann

Jugend in Deutschland: AlsAlsAlsAlsAls HHHHHebammeebammeebammeebammeebamme imimimimim frfrfrfrfremdenemdenemdenemdenemden LandLandLandLandLand

Unser Mitarbeiter Lothar von Seltmann kommt weit im Lande herum. Dabei hat er immer wieder interes- sante Begegnungen mit alten und jungen Menschen, Christen wie Nichtchristen. Im Herbst 1999 traf er in einem Erholungsheim im Bundesland Baden-Württem- berg eine junge Frau, die seine Aufmerksamkeit erreg- te. Sie war für einige Zeit von ihrer Arbeit in einem Land der arabischen Welt im Urlaub und suchte nach der Weinlese 1 auf dem elterlichen Hof für ein paar Tage Erholung in diesem Haus. Sie war gerne bereit, einige Fragen für den „Weg“ zu beantworten. Dabei ging es um ihren Lebenslauf, um ihren Beruf als Hebamme 2 , um ihr Leben und ihre Arbeit im Ausland und um ihre Erwartung an die Zukunft.

Im Folgenden geben wir ihre Antwort auf die Fra- gen im Zusammenhang wieder. Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß wir aus Sicherheitsgrün- den den Namen der jun- gen Frau und das Land, in dem sie arbeitet, nicht nennen können.

Aufgewachsen bin ich in einer achtköpfigen Bauernfamilie. Wir hatten oft Gäste aus Partnerstädten und -ge- meinden im Haus. Meiner Mutter war es sehr wich- tig, daß wir einmal eine Zeit lang „fremdes Brot essen“, also im Ausland sein sollten. Meine Eltern waren Christen, und auch in unserem Dorf gingen noch viele andere Menschen in die Kirche. So mach- te ich die ‚normale‘ Karriere 3 vom Kinderkirchkind 4 bis zur Mitarbeiterin in der Gemeinde durch. Wäh- rend dieser Zeit gab ich Jesus Christus die Herr- schaft in meinem Leben. Als ich 19 Jahre alt war, verlor ich meinen Vater. Damals stand ich kurz vor dem Abitur.

Ausbildung zur Hebamme

Bis 1972 gab es in unserem Dorf eine Hebamme. Sie wurde von allen ‚Tante Rose‘ genannt. Mein Ziel war es, so zu werden wie sie. Sie hatte wunder- schöne Augen, konnte sehr gut erzählen und war immer ‚lieb‘. Daran erinnerte mich meine Mutter, als es für mich an die Berufswahl ging.

mich meine Mutter, als es für mich an die Berufswahl ging. Außer mir wollten damals in

Außer mir wollten damals in Deutschland sehr viele Frauen Hebamme werden. Meine Chancen, irgend- wo einen Ausbildungsplatz zu bekommen, waren entsprechend gering. Deshalb bewarb ich mich gleichzeitig auch in England um einen Ausbildungs- platz. In der Wartezeit erhielt ich eine Karte mit einem Spruch von Dietrich Bonhoeffer 6 : „Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißun- gen.“ Ich bekam schließlich einen Platz an einer der besten Hebammenschulen Deutschlands; aber der Gedanke an England war geboren und blieb lebendig.

Wohin würde ich gehen?

Später arbeitete ich tatsächlich eine Zeitlang in Eng- land. In der Nähe des Krankenhauses, in dem ich arbeitete, wohnte eine Frau, die in England war, um Englisch zu lernen. Sie wollte in die Mission gehen, um anderen Menschen von Jesus weiterzu- sagen. Gerne hätte sie mich nach Afrika mitgenom- men. Dort wollte ich aber nicht hin. Die Frage ließ mich dennoch nicht los: Wenn Gott wollte, daß ich einmal aus meiner Heimat weggehen sollte – ich liebe meine Heimat heiß und innig – wohin wür- de ich gehen?

Ich interessierte mich für die arabische Welt, denn viele muslimische 7 Frauen wurden von unseren deutschen Ärzten äußerst respektlos behandelt, und ich wollte es anders machen. Aber auch eines der kommunistischen Länder im ehemaligen Ost- block konnte ich mir gut vorstellen. Ich hatte seit meinem zwölften Lebensjahr Kontakte in die da- malige DDR, und als die Sache für mich aktuell wurde, fiel die Mauer. Schließlich brachte mich Gott dann in den sogenannten Nahen Osten, wo ich eine Arbeit fand.

In einem neuen Land

In der Region ‚meines‘ Landes sind die meisten Men- schen wenig gebildet und deshalb vom dort herr- schenden Islam noch nicht gegen die Christen und ihre Bibel indoktriniert 8 . Außerdem war unser Arzt, als er dort hinkam, der einzige Arzt in der ganzen Region und deshalb entsprechend bekannt und geschätzt. Von daher kann ich als Christin in der muslimischen Umgebung dieses Landes ganz nor- mal leben. Die Menschen dort sind sehr neugierig und fragen, ob wir deutschen Leute Muslime sind.

Wenn wir diese Frage verneinen, wollen sie wis- sen, was z. B. bei unserem Gebet, bei unserem Fa- sten 9 oder in unserem Paradies 10 anders ist als bei ihnen. Ihre Fragen kann ich ihnen dann von der Bibel her beantworten. Meine weiße Haut und der Ruf und das Ansehen meiner Vorgänger und Kolle- gen verschaffen auch mir hohen Respekt 11 und of- fene Türen.

So sicher, wie Gott mich in den Nahen Osten ge- führt hat, so sicher wird er mich auch wieder an einen neuen Einsatzort bringen, wenn er das für gut und nötig hält.

1 die Weinlese: das Ernten der Weintrauben von den Reb-

stöcken

2 die Hebamme: professionelle = ausgebildete

Helferin bei der Geburt eines Kindes

3 die Karriere: (be-

ruflicher, persönlicher) Werdegang im Leben, der in der Regel nach oben führt 4 das Kinderkirchkind: ein Kind das die Kinderkirche = den Kindergottesdienst besucht (reg.) 5 das Abitur: Schulabschluß (auf dem Gymnasium), der zum Studium an einer Universität berechtigt 6 Diet- rich Bonhoeffer: ein deutscher Theologe (1906 – 1945), in Breslau geboren und aufgrund seines Widerstandes gegen das Hitler-Regime im Konzentrationslager Flossenbürg um- gebracht 7 muslimisch: zum Islam gehörig 8 indoktrinie- ren: jmd. intensiv in seinem Denken beeinflussen, so daß er in bestimmten Dingen keine eigene Meinung mehr hat;

jmd. in eine bestimmte (politische, religiöse,

) Richtung

drängen 9 das Fasten: eine Zeit, in der man nichts ißt oder auf bestimmte Speisen verzichtet 10 das Paradies:

Ort, wo es sehr schön ist und wohin gläubige Menschen nach ihrem Tode kommen 11 der Respekt (nur im Singu- lar): Achtung, Anerkennung, Ehrerbietung, gute Meinung

Wir erinnern uns

➂➂➂➂➂

Februar - April 2000

Deutsche Feier- und Festtage:

6.März: Rosenmontag (Höhepunkt des Straßenkarnevals); 7. März: Fastnacht; 8. März Aschermittwoch (Beginn der sechswöchigen Fastenzeit vor Ostern) 21. April: Karfreitag: (Erinnerung an den Tod Jesu am Kreuz für die Schuld der Menschen) 23./24. April: Osterfest (Erinnerung an die Auferstehung Jesu von den Toten)

Gedenktage:

Vor 50 Jahren (1950):

12.3.: Todestag des gesell-

schaftskritischen Schriftstellers Heinrich Mann in Kalifornien/USA. Bruder von Thomas Mann. Seit 1931 war er Vorsitzender der Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste. 1933 emigrierte 1 er nach Frankreich und 1940 in die USA. Er war Erzähler, Dramatiker und Essayist. Ausgehend vom Naturalismus fand er später zur „Neuen Sachlichkeit“. Zunächst vertrat er liberale, demokratische Ideen, später einen „humanistischen Sozialismus“. Seine fast durchweg politisch und sozial engagierten Novellen und Romane karikieren 2 besonders das nationalistisch- verengte Bürgertum der Wilhelminischen Ära und der Weimarer Republik. („Im Schlaraffenland“, 1900; „Professor Unrat“, 1905; „Der Untertan“, 1918; „Der Kopf“, 1925). Aus der Auseinandersetzung mit der Diktatur und der Exilsituation entstanden neben Essays und politischen Schriften („Der Haß“, 1933) der

als Gleichnis für die Gegenwart zu verstehende Geschichtsroman „Henri Quatre“ (1935/38), ferner „Lidice“ (1943), „Der Atem“ (1949) und „Empfang bei der Welt“ (hg. 1956).

2.3.: Todestag des Komponisten Kurt Weill in New

York/USA. Der in Dessau geborene Künstler emigrierte

1933 in die USA. Er schrieb seine erfolgreichsten

Bühnenstücke auf Texte von Bertolt Brecht, z. B. „Die

Dreigroschenoper“ (1928), in der er erstmals seinen vom Jazz beeinflußten Songstil brachte. Vor 75 Jahren (1925): 28.2.: Todestag von Friedrich Ebert in Berlin, der eng mit der Sozialdemokratie verbunden war. Am 9. 11. 1918 wurde er deutscher Reichskanzler und später zum Reichspräsidenten gewählt. Ebert erwarb sich durch seine vermittelnde, neutrale Haltung große Verdienste um den Bestand des Deutschen Reiches nach dem I. Weltkrieg und um die Sicherung der Weimarer Demokratie gegen Links- (Spartakisten 3 - und Kommunistenaufstände) und Rechtsextremisten (Kapp 4 - und Hitler-Putsch). Vor 100 Jahren (1900): 6.3.: Todestag von Gottlieb

Daimler in Bad Cannstadt. Er verbesserte mit anderen den Gasmotor zum Benzinmotor und konstruierte

1885 das erste Motorrad und vierrädrige Auto.

Vor 200 Jahren (1800): In Deutschland leben jetzt rund 22 Millionen Menschen. Vor 450 Jahren (1550): Adam Riese, Rechenmeister und Wegbereiter der modernen Algebra, verfaßt ein Lehrbuch des praktischen Rechnens. Vor 550 Jahren (1350): In Europa wütet die Pest (schwarzer Tod). Rund ein Drittel der Bevölkerung Mitteleuropas sterben daran.

1 emigrieren: auswandern 2 karikieren: durch Witz und Übertreibung lächerlich machen 3 die Spartakisten: radikale sozialistische Gruppe, entstanden unter Führung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht 4 der Kapp-Putsch: nach Wolfgang Kapp, einem extremen Nationalisten, der versuchte, im März 1920 die Reichsregierung zu stürzen

Einmal um die Welt reisen … /

Eine verrückte Idee

Ich war 17 Jahre alt und eigentlich auf dem besten Weg, das Abitur zu machen und zu studieren, als mir ein Buch von einem Globetrotter 1 in die Hände fiel. Darin berichtete er von seinen Erlebnis- sen auf einer Weltreise – nur mit Rucksack und per Anhal- ter 2 . Klasse! 3 Diese verrück- te Idee begeisterte mich. Als ich in den folgen- den Jahren in Euro- pa unterwegs war, lernte ich viele Men- schen aus den ver- schiedensten Län- dern kennen, die schon seit Jahren „on the road“ 4 lebten. Da stand für mich fest: Genau das will ich auch!

Gesagt, getan! Ich brach die Schule ab, zog von zu Hause aus und begann in Neustadt/Holstein (das ist in der Nähe von Lübeck) eine Lehre als Koch. Ich dachte mir, mit diesem Job 5 komme ich viel in der Welt herum und kann mir meine Reise gut finanzieren.

in der Welt herum und kann mir meine Reise gut finanzieren. Auf der Suche nach Orientierung

Auf der Suche nach Orientierung

In der Zeit der Lehre brachen wichtige Fragen in mir auf: Wozu lebe ich eigentlich? Reicht es, für mich allein glücklich zu werden, oder gibt es auch einen tieferen Sinn meines Daseins? Was ist mein Beitrag für die Welt, in der ich lebe? Ich komme zwar nicht aus einem religiösen Elternhaus, doch stellte sich auch mir die Frage nach Gott: Gibt es ihn? Wenn ja, wer ist das und was hat er mit mir zu tun?

Ich begann, mich mit verschiedenen Dingen zu be- schäftigen. Ich kam mit Leuten zusammen, die po- litisch aktiv waren, und arbeitete selbst in einer Menschenrechtsgruppe 6 mit. Ich schaute mir an, wie die zusammengebastelte Religion unserer moder- nen Zeit (Esoterik 7 / New Age 8 ) aussah. Auch mit Drogen hatte ich ein wenig zu tun.

Im Nachhinein verstehe ich diese Zeit so, daß ich anfing, auf eigenen Füßen zu stehen 9 und meinem Leben ein eigenes Profil 10 zu geben. Dahinter stand die Angst, oberflächlich und spießbürgerlich 11 zu werden. Ich wollte mein Leben einfach nicht dem

Materialismus 12 unserer Konsumgesellschaft 13 op- fern! Sätze wie „Du bist, was du hast“ und „Je mehr du hast, desto wertvoller bist du.“, die unausgespro- chen mit uns gehen, lehnte ich ab. Noch heute bin ich froh, daß ich damals diesen kritischen Blick hatte und diese Sehnsucht nach „mehr“ verspürte.

Kontakt zu jungen Christen

In dieser Zeit lernte ich auch junge Christen ken- nen. Zum einen fand ich sie furchtbar altmodisch 14 in ihren moralischen 15 Ansichten. Zum anderen fand ich es aber spannend, sie kennenzulernen. Es be- eindruckte mich zu sehen, wie sie die Bibel ernst nahmen als Gottes Wort. Ihr Glaube an Jesus Chri- stus war kein Sonntagsglaube 16 und auch kein Lip- penbekenntnis 17 , sondern hatte viel mit ihrem Le- ben zu tun. Ich fand sie ungeheuer herausfordernd. Ich spürte, daß ich ihnen mit meinen Fragen und meiner Sehnsucht nicht egal war. Ja, noch mehr. Je mehr ich nachfragte, um sie zu verstehen, desto mehr wuchs die Wertschätzung zueinander. Es ent- standen Freundschaften.

Hinzu kam, daß mich faszinierte, was ich in der Bi- bel von Gott und dem menschlichen Zusammenle- ben las:

daß wir Menschen nicht dem Zufall entspringen, sondern daß Gott unser Schöpfer ist,

daß dieser Gott ein Gott des Friedens ist, der „Schwerter zu Pflugscharen“ 18 schmieden 19 will,

daß die ersten Christen ihr Hab und Gut 20 mitein- ander teilten.

Dies alles war für mich eine echte Alternative zu der Weltanschauung 21 und der Gesellschaft, in der ich lebte.

Was mich tief berührte, war die Vorstellung, daß der Gott der Bibel nicht irgendein Weltprinzip 22 oder eine gute Idee ist. Nein, er ist viel mehr, nämlich ein „Du“. Er ist ein Gegenüber, eine Person, die jedem von uns begegnen will und die mit uns leben will.

Ich erinnere mich noch gut an eine Oster-Demon- stration für Frieden und Abrüstung 23 , bei der ich ein Gespräch mit Christus erlebte. Man kann dies na- türlich psychologisch 24 in Frage stellen und als Gedankenspiel abtun. Für mich aber war dies eine

geheimnisvolle Erfahrung, durch die ich die Liebe Jesu erfuhr. Das war für mich so echt wie jede zwi- schenmenschliche Begegnung auch.

Die Lebenswende

Kurz darauf war es dann für mich soweit. Ich hatte bereits vieles über den christlichen Glauben und Jesus Christus in Erfahrung gebracht. Und ich wuß- te: Genug jetzt. Ich muß die Sache festmachen. Nun liegt es an mir, ob ich mein Leben mit Christus ge- stalten will oder nicht. Es liegt in meiner Hand, auf mich allein angewiesen zu bleiben oder an der Sei- te Gottes zu leben, der mir seine Hilfe verspricht. Es ist wie mit einer Freundschaft oder einer Part- nerschaft: Es kommt der Augenblick, in dem man sich einen Ruck 25 geben muß und sich entschei- den muß.

Ich sagte mir: Ich will wissen, was dran ist! Und so entschloß ich mich, ab jetzt mein Leben mit Jesus zu leben. Ich vertraute ihm mein Leben im Gebet an, wobei mir zwei Christen halfen.

Der christliche Glaube ist für mich auch keine Ideo- logie 26 mehr über Gott und Moral. Vielmehr erlebe ich den Glauben als eine tiefe Beziehung zu Gott. Durch Christus reicht Gott mir die Hand und gibt mir ein neues Zuhause. Durch ihn, Christus, will Gott mich von allem befreien, was mich hindert, wirk- lich zu leben: von meiner Schuld, meinen Ängsten, meinem Egoismus und meiner Hilflosigkeit. Glau- be an Gott ist für mich Befreiung zum Leben!

Jesus ist gekommen, um sich auf unsere Seite zu stellen, da, wo wir verletzt und enttäuscht sind. Er steht zu uns, wo wir vor lauter Verzweiflung und Wut die Hoffnung aufgeben. Er ruft uns zu: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen sei. Ich will euch eure Last abnehmen“ (Matthäus 11, 28). An anderer Stelle in der Bibel lesen wir, wie Jesus sagt:

„Ich bin gekommen, den Gefangenen und Zerschlage- nen zu verkünden, daß sie frei sein sollen“ (Lukas 4, 18). Jesus gibt uns Hoffnung! Bei ihm hat unser Unglück nicht das letzte Wort. Im Gegenteil. Jesus will uns die Kraft geben, an den Herausforderun- gen unseres Lebens nicht zu zerbrechen, sondern an ihnen zu reifen. Er lädt uns ein, bei ihm ein „Ja“ zu unserem Leben zu finden und damit auch die Kraft, es zu gestalten. So bleiben wir frei, und so wird der Glaube zu einer Kraft, der die Welt verändert.

Wie es weitergeht

Jesus hat einmal einen interessanten Vergleich be- nutzt: „Wenn Gott seine Herrschaft aufrichtet, geht es ähnlich zu wie bei einem Senfkorn, das jemand auf sei- nen Acker gesät hat: Es gibt keinen kleineren Samen; aber was daraus wächst, wird größer als alle anderen Gartenpflanzen. Es wird ein richtiger Baum, so daß die Vögel kommen und in seinen Zweigen ihre Nester bau- en“ (Matthäus 13, 31 und 32). Ich sagte mir: Wenn der Glaube so stark ist, will ich es wagen! Und so wurde aus der verrückten Idee, um die Welt zu rei- sen, ein Auftrag Gottes. Ich sah mich von ihm zur Mission berufen, d.h. zur Aufgabe, anderen Men- schen weiterzusagen, was mir Jesus Christus be- deutet und was uns die Bibel sagt!

Ich begann, Theologie zu studieren. Es war mir wichtig, die Bibel noch besser kennenzulernen und mich so auf einen Dienst als Pastor und Missionar vorzubereiten. Ab Januar 2000 werde ich zusammen mit meiner Familie in Brasilien Menschen von Je- sus weitersagen.

Gerald Kunde

1 der Globetrotter: jmd., der Reisen durch die ganze Welt macht; Wel- tenbummler 2 der Anhalter: jmd., der am Straßenrand steht und (durch Handzeichen) die Autofahrer bittet, ihn kostenlos mitzuneh- men 3 Klasse!: Toll, Spitze! 4 [on se ro(u):t] (engl.) auf der Straße 5 der Job [tschop]: (engl.) Beruf 6 die Menschenrechte: die grund- sätzlichen Rechte des Individuums (z.B. auf freie Meinungsäuße- rung), wie sie in vielen Staaten in den Verfassungen enthalten sind 7 die Esoterik: (religiöse) Dinge/Lehren, die nur einem bestimmten, exklusiven Kreis von Personen verständlich sind 8 New Age: [nju:

eitsch]: eine neue religiöse Philosophie, die auf den Anbruch eines neuen Zeitalters hofft 9 auf eigenen Füßen stehen: selbständig sein; ohne Hilfe anderer zurechtkommen 10 das Profil: die (positi- ven) Eigenschaften, die typisch für eine Person oder Sache sind und diese von anderen unterscheiden 11 spießbürgerlich: jmd., der ein ruhiges und sicheres Leben führen möchte, keine (politischen) Ver- änderungen will und immer das tut, was die Gesellschaft für rich- tig hält 12 der Materialismus: eine Einstellung zum Leben, die sich an materiellen Werten orientiert 13 die Konsumgesellschaft: eine Gesellschaft, deren Art zu leben maßgeblich dadurch bestimmt ist, daß sehr viel gekauft und verbraucht wird 14 altmodisch: konser- vativ, nicht modern 15 moralisch: die sittlichen Werte betreffend 16 der Sonntagsglaube: ein Glaube, der nur sonntags in der Kirche da ist und sich nicht im Alltag auswirkt 17 das Lippenbekenntnis:

etwas, das man nur sagt, aber nicht selber glaubt oder tut 18 „Schwerter zu Pflugscharen“: ein Begriff aus dem alten Testament der Bibel, der ausdrückt, das Menschen Kriegswerkzeug zu brauch- baren Werkzeugen umarbeiten werden 19 schmieden: Metall erhit- zen und bearbeiten, formen 20 das Hab und Gut: das, was man besitzt 21 die Weltanschauung. eine bestimmte Ansicht über den Sinn des Lebens und die Stellung des Menschen in der Welt 22 das Prinzip: die Idee, die Gesetzmäßigkeit, auf der etwas aufgebaut ist 23 die Abrüstung: die Verringerung der aufbewahrten Waffen 24 psy- chologisch: im Bezug auf das seelische Verhalten 25 der Ruck: eine plötzliche kräftige kurze Bewegung 26 die Ideologie: (politische) Theorie oder Ansicht (einer bestimmten Gruppe)

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Am Anfang der 60er Jahre war die Bundesrepublik Deutschland politisch und wirtschaftlich ein stabi- ler Staat. Aus den Trümmern der Niederlage von 1945 war ein neues demokratisches Deutschland entstanden. Bundeskanzler Konrad Adenauer hat- te es durch die Mitgliedschaft in der NATO fest in die Gemeinschaft des Westens eingefügt. Er hatte alle Versuche Stalins zurückgewiesen, Westdeutsch- land zum Kommunismus herüberzulocken.

Die SPD („Sozialdemokratische Partei Deutsch- lands“) wäre allerdings gern auf Angebote des Ostens zu Gesprächen eingegangen. Aber sie war in der Opposition. Die Bundesrepublik wurde von der bürgerlichen CDU („Christlich-demokratische Union“) unter Adenauer zusammen mit der kleine- ren liberalen FDP („Freie demokratische Partei“) in einer sogenannten „Kleinen Koalition“ 1 regiert. Die SPD war die zweite große Partei neben der CDU.

Infolge des „Wirtschaftswunders“ in den 50er Jah- ren herrschte Anfang der 60er Jahre Vollbeschäfti- gung 2 . Der Wohlstand wuchs. Die „Soziale Markt- wirtschaft“ hatte sich bewährt (sie bedeutet: freier Markt, freier Handel, aber mit sozialer Verantwor- tung, mit Fürsorge auch für die Ärmeren).

Kommunismus in Ostdeutschland

In Ostdeutschland, der DDR („Deutsche Demokra- tische Republik“), herrschte die SED („Sozialistische

tische Republik“), herrschte die SED („Sozialistische Sprung in die Freiheit: Volksarmist springt über den

Sprung in die Freiheit: Volksarmist springt über den Stacheldrahtzaun in der Bernauer Straße in Berlin

Einheitspartei Deutschlands“). Die Menschen wur- den gezwungen, im Sinn des Kommunismus zu le-

ben und zu denken. Wer das nicht tat, wie z.B. vie- le Christen, mußte Nachteile in der Schule oder auf dem Arbeitsplatz hinnehmen oder kam sogar ins Gefängnis.

In der DDR wurde die gesamte Wirtschaft vom Staat gelenkt. Deshalb wurde hier nicht so viel produ- ziert wie in Westdeutschland, was einen erheblich niedrigeren Lebensstandard zur Folge hatte. Des- halb flüchteten jedes Jahr viele Tausende durch den Eisernen Vorhang 3 in den „goldenen Westen“. So verlor die Wirtschaft der DDR viele wertvolle Ar- beitskräfte.

Der Mauerbau

Adenauer und die CDU hofften, eines Tages den Kommunismus in der DDR beseitigen und die DDR mit der Bundesrepublik vereinigen zu können. Die USA unter ihrem neuen Präsidenten John F. Kenne- dy war jedoch nicht bereit, hierfür das Risiko eines Atomkrieges einzugehen. Die neue amerikanische Politik erkannte die „Koexistenz“ 4 an, das heißt das Nebeneinander-Bestehen der beiden großen Macht- blöcke des Westens und des Ostens.

Deshalb nahm die USA es hin, daß die DDR im Au- gust 1961 an der Grenze zur Bundesrepublik und um Westberlin herum eine hohe Mauer errichtete, damit niemand mehr aus der DDR fliehen konnte. Wer trotzdem versuchte, heimlich über die Mauer zu klettern, wurde von der Grenzpolizei erschos- sen. Der DDR blieben so viele gute Arbeitskräfte erhalten, und langsam zog auch dort ein beschei- dener Wohlstand ein.

Große Koalition

1963 trat Adenauer als Bundeskanzler zurück. Sein

Nachfolger wurde der bisherige Wirtschaftsmini- ster Erhard, der sogenannte „Vater des deutschen Wirtschaftswunders“.

Mitte der 60er Jahre kam es zum ersten Mal zu ei- nem wirtschaftlichem Abschwung, einer Rezessi- on 5 . Als Folge davon stiegen Arbeitslosigkeit und die Preise; die Steuereinnahmen für den Staat gin- gen dagegen zurück. Die FDP wollte die Rezession anders bekämpfen als die CDU. Darüber zerbrach

1966 die Koalition.

Unter dem neuen Bundeskanzler Kiesinger bilde- ten CDU und SPD deshalb eine „Große Koalition“. Nur gemeinsam konnten die beiden großen Partei- en die wirtschaftliche Rezession und einige andere wichtige Aufgaben bewältigen.

Man wollte jedoch nur einige Jahre zusammenblei- ben. Denn wenn eine Regierung im Parlament kei- ne starke Opposition hat, kann sie leicht ihre Macht mißbrauchen.

Schon nach zwei Jahren konnte die Große Koaliti- on einen neuen wirtschaftlichen Aufschwung her- beiführen. Der Staat stellte mehrere Milliarden Mark für staatliche Aufträge, z.B. Bauten, zur Verfügung. Dadurch wurde die gesamte Wirtschaft neu in Gang gebracht.

Die Notstandsgesetze

Eine andere gemeinsam von der Großen Koalition zu lösende Aufgabe waren die Gesetze für den staat- lichen Notstand, die „Notstandsgesetze“.

Die Bundesrepublik war zwar ein selbständiger Staat geworden. Aber die drei westlichen Sieger- mächte hatten bisher im- mer noch einige Rechte für sich behalten. Sie wollten in Krisensituationen das letzte Wort haben, wenn zum Beispiel große Unru- hen in der Bundesrepublik ausbrechen würden oder diese von außen angegrif- fen würde. Die Westmäch-

te hatten diese Rechte auch zum Schutz ihrer eige- nen noch in der Bundesrepublik stationierten Trup-

pen vorbehalten.

Die Deutschen wollten jedoch jetzt über alle Macht in ihrem Staat selber verfügen. Und nun waren die drei Siegermächte auch bereit, auf ihre letzten Rech- te zu verzichten. Dazu mußten aber die Notstands- gesetze geschaffen werden. Diese erlaubten zum Beispiel dem Staat, in Krisensituationen Telefonge- spräche mitzuhören, Briefe zu öffnen und Zivilisten zu bestimmten Aufgaben zu zwingen.

Die Männer, die Deutschland nach 1945 regierten, wollten der Regierung viel Macht geben. Denn die demokratische Weimarer Republik (1919 -33) war daran zugrunde gegangen, daß der Staat die tota-

-33) war daran zugrunde gegangen, daß der Staat die tota- Kurt Georg Kiesinger litären Nationalsozialisten und

Kurt Georg Kiesinger

litären Nationalsozialisten und Kommunisten mit zu wenig Macht und Nachdruck bekämpft hatte. So etwas sollte sich nicht wiederholen.

Ein neues Denken entsteht

Während der 60er Jahre vollzog sich eine Verände- rung im Denken vieler junger Menschen in der Bun- desrepublik. Die Generation nach dem Krieg war ganz damit beschäftigt gewesen, Deutschland wie- der aufzubauen. Als Tugenden galten deshalb Fleiß, Pflichterfüllung, Gehorsam, Achtung vor den öffent- lichen Institutionen wie Schule, Polizei und Armee, Staat und Kirche. Auch in der Hitlerzeit davor (1933- 45) waren die Deutschen zum Gehorsam erzogen worden.

In den 60er Jahren war jedoch eine neue Generati- on herangewachsen. Sie hatte den Untergang der Demokratie 1933 in Deutschland durch Hitler nicht selber miterlebt. Sie wollte nichts davon wissen, daß nur ein starker Staat Unheil durch radikale Gruppen und Parteien verhindern kann. Sie war im Wohlstand aufgewachsen und gewohnt, ihre Wün- sche erfüllt zu bekommen.

Diese jungen Leute wollten sich deshalb den vie- len älteren Menschen im Staat nicht mehr unter- ordnen. Sie hatten keine Achtung mehr vor den öf- fentlichen Autoritäten wie Schule, Polizei, Armee und Kirche. Sie wollten selber mitreden und mitbe- stimmen. Sie wollten soviel Freiheit wie möglich für sich haben. Sie verlangten überall im Staat nach Reformen.

Proteste

Schon seit Anfang der 60er Jahre war eine kritische Haltung in der deutschen Öffentlichkeit entstan- den. Infolgedessen hatte man endlich begonnen, die Naziverbrecher, soweit man sie verhaften konn- te, gerecht zu bestrafen. Auch die von der Regierung geplanten Notstands- gesetze wurden in der Öffentlichkeit heftig be- kämpft. Man meinte, damit würde der Staat zuviel Macht bekommen. Die Gesetze wurden dann trotz- dem 1968 von der Großen Koalition beschlossen. Denn sie waren keine Gefahr für die Freiheit des einzelnen. Dafür hatte die SPD gesorgt. Und der Staat braucht für den Fall eines Bürgerkriegs oder Kriegs diese Gesetze. Auch gegen den Vietnamkrieg der Amerikaner wurden in der Öffentlichkeit von der Jugend große Demonstrationen durchgeführt.

Die außerparlamentarische Opposition

Ihren Höhepunkt erreichte die Protestbewegung der Jugend in den Jahren 1968/69. Es bildete sich die sogenannte „Außerparlamentarische Oppositi- on“, die APO; außerparlamentarisch deshalb, weil auf der Straße, außerhalb des Parlaments, des Bun- destags.

der Straße, außerhalb des Parlaments, des Bun- destags. APO-Anhänger demonstrieren in Berlin Die Anführer der

APO-Anhänger demonstrieren in Berlin

Die Anführer der Protestbewegung waren die Stu- denten. Sie forderten mehr Mitbestimmung an den Universitäten. Sie zwangen die Professoren in den Vorlesungen, über ihre Forderungen zu diskutieren. Sie störten oder verhinderten Vorlesungen durch die Besetzung von Räumen. Manchmal zerstörten sie auch Büroräume an Universitäten oder in Re- daktionen von konservativen Zeitungen.

Durch das alles wollten sie ihren Protest gegen die Reichen und Besitzenden, gegen das „Establish- ment“ 6 , zum Ausdruck bringen. Häufig vertraten sie auch marxistische Ansichten. Sie forderten Ent- eignung der Reichen und Mächtigen. Allen Men- schen sollte es gutgehen.

Bei Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Polizei kamen damals in Deutschland mehrere Menschen ums Leben, viele wurden verletzt.

Schon 1969 löste sich die APO wieder auf. Sie konn- te keine Revolution in Deutschland entfesseln. Aber sie hat das Denken vieler jüngerer Menschen da- mals geprägt. Diese haben später in ihren Berufen ihre Ansichten verbreitet und im Rahmen ihrer Möglichkeiten in die Tat umgesetzt und so ein neu- es Denken in Deutschland hervorgerufen. Das hat bis heute zu vielen Reformen geführt. Wir nennen solch eine Veränderung des Denken und Lebens eine „Kulturrevolution“.

Zuviel Freiheit führt zum Egoismus

Die 60er Jahre sind deshalb ein wichtiger Wende- punkt in Deutschland (und ähnlich auch in ande- ren westlichen Ländern). Seitdem stehen die Men- schen in Deutschland dem Staat mehr oder weni- ger kritisch gegenüber. Sie sagen offen ihre Mei- nung. Sie kämpfen für ihre vermeintlichen Rechte durch Demonstrationen und manchmal auch Ge- waltanwendung. Seitdem fordern die Menschen soviel Freiheit für sich wie möglich. Ihr persönli- ches Wohlergehen ist ihnen am wichtigsten. Ihr „Ich“ steht für sie im Mittelpunkt. Das jedoch führt zum Egoismus (ich in lateinisch ego, daher Egois- mus).

So nimmt seitdem in Deutschland die Bereitschaft ab, Opfer für andere zu bringen, sich einzusetzen für die Gemeinschaft und den Staat mit seinen nütz- lichen, das Leben sichernden Ordnungen. Man strebt nach „Selbstverwirklichung“. Man will mög- lichst viel Gewinn für sich selber sichern.

Zwar kann man verstehen, daß die Jugend in den 60er Jahren mehr Möglichkeiten zum Mitarbeiten und Mitbestimmen haben wollte. Manches ist durch ihren Protest im öffentlichen Leben lebendiger, ehrlicher, besser geworden. Aber die Kulturrevolu- tion der 60er Jahre hat den Charakter der Deut- schen, aufs ganze gesehen, zum Schlechteren hin verändert.

Schuld an dem Aufstand der Jugend hatte auch die ältere Generation. Sie wollte ihre Macht nicht aus der Hand geben (Adenauer war bei seinem Rück- tritt 1963 bereits 87 Jahre alt!). Sie lehnte Refor- men ab.

Der Apostel Paulus schreibt: Wie die Glieder eines Körpers sollen in der christlichen Gemeinde Alte und Junge zusammenarbeiten. Denn beide können sich gut ergänzen: Die Älteren haben mehr Erfah- rung und Lebensweisheit, die Jüngeren mehr Ein- satzbereitschaft und Wagemut.

Hans Misdorf

1 die Koalition: [ko’alizijon] ein Bündnis zwischen Parteien, die zusammen eine Regierung bilden 2 die Vollbeschäfti- gung: jeder, der arbeiten möchte, hat auch eine Arbeit; es gibt keine Arbeitslosigkeit 3 der Eiserne Vorhang: Begriff für die trennenden Grenzen zwischen Ost- und Westeuropa während des „kalten Krieges“, während dessen nur wenig Möglichkeiten zum Kontakt bestanden 4 [ko’eksistenz] 5 die Rezession: eine Situation, in der es einem Land wirtschaft- lich schlecht geht 6 [ä’stäblisch’mänt]

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Sünde - ein altmodischer Begriff

Sünde - dieser Begriff klingt heute für viele Leute alt und verstaubt 1 . „Der hat doch mit unserem Leben nichts mehr zu tun“, meinen sie. Aber das stimmt nicht. Der Begriff ist sehr aktuell. Ohne ihn könnten wir unsere Welt gar nicht richtig ver- stehen. Dieser Begriff beschreibt nämlich den Menschen, so wie er wirklich ist.

Das Ziel verfehlt

Sünde bedeutet eigentlich „Zielverfehlung“. Der Mensch hat sein eigentliches Ziel verfehlt, das Gott ihm gegeben hatte. In den ersten Kapiteln der Bibel lesen wir, wie die Sünde in diese Welt gekommen ist (1. Mose/Genesis 1-3). Der Mensch hat sich gegen Gott aufgelehnt 2 . Anstatt zu tun, was Gott ihm gesagt hat, tat er, was die Schlange ihm sagte. Und die Folgen davon spürte er recht bald. Die enge Gemeinschaft mit Gott war zerstört. Der Mensch wollte sein Leben selbst in die Hand nehmen, und jetzt mußte er die Konsequenzen 3 dafür tragen.

Die Folgen der Sünde gehen seitdem mit uns. „Weil ein einziger ungehorsam war, sind alle zu Sündern geworden“, schreibt Paulus in seinem Brief an die Römer (5,19a). Hier sind alle eingeschlossen, auch du und ich. Sünde beschreibt also nicht eine einzelne böse Tat. Sünde beschreibt einen Zustand. Der Mensch hat nicht getan, was Gott wollte, er hat sich gegen Gott aufgelehnt. Jetzt ist er von Gott getrennt. „Kein Mensch kann vor Gott als gerecht bestehen; kein Mensch hat Einsicht und fragt nach Gottes Willen. Alle haben den rechten Weg verlassen; verdorben 4 sind sie alle, ausnahmslos. Niemand ist da, der Gutes tut, nicht einer“ (Rö- merbrief 3, 10-12).

Der Fleck sitzt innen

Die Bibel kommt zu einem vernichtenden Urteil über den Menschen. Und wenn wir uns diese Welt ansehen, dann müssen wir zustimmen. Vieles läuft da schief 5 . Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Kriege zerstören Menschen- leben, und auch die Umwelt machen die Menschen durch ihren Egoismus kaputt. Aber du und ich?

Wir versuchen doch immer gut zu leben. Wir tun doch keinem etwas Böses. Warum sind wir auch Sünder?

„Aus dem Herzen kommen die bösen Gedanken und mit ihnen Mord, Ehebruch, Unzucht 6 , Diebstahl, falsche Zeugenaussagen und Beleidigungen. Das ist es, was die Menschen unrein macht“ (Matthäus 19, 20a). In unserm Inneren ist etwas falsch. Die Sünde ist dort fest verwurzelt. „Alles, was aus ihrem Herzen kam, ihr ganzes Denken und Planen, war durch und durch böse“ (1. Mose 6, 5). Schon am Anfang, zur Zeit Noahs, mußte Gott diese Feststellung machen. Und keiner von uns kann sich hier freisprechen.

Man erzählt sich die Geschichte von einem Berliner Fensterputzer. Er putzte eine große Scheibe. Aber der Fleck 7 in der Mitte ging nicht weg. Da konnte er putzen so viel er wollte. Ein Junge schaute ihm zu. Er lachte. „Warum lachst du?“, fragte der Fensterputzer. „Ich möchte mal sehen, wie lange du noch putzt, bevor du merkst, der Fleck sitzt innen!

du noch putzt, bevor du merkst, der Fleck sitzt innen! “ Jesus Christus räumt die Sünde

Jesus Christus räumt die Sünde weg

Wenn wir die Sünde loswerden wollen, dann reicht es nicht, ein guter Mensch zu sein. Dann müssen wir eingestehen, daß wir vor Gott schuldig sind und ohne seine Hilfe nie von der Sünde loskommen können. Dann gibt es nur einen Weg: Jesus Christus. Jesus kam auf die Welt, um die Sünde auf sich zu laden. Er starb, um die Mauer zwischen Gott und den Menschen zu zerstören. Jeden, der an Jesus Christus glaubt, befreit Gott aus dem Zustand der Sünde und vergibt ihm alle Schuld. Möchtest du diese Erfahrung nicht auch machen?

1 verstaubt: altmodisch, veraltet, überholt 2 sich auflehnen: sich weigern, einen Zustand zu akzeptieren (und Widerstand dagegen leisten) 3 die Konsequenz: etwas, das aus einer anderen Tat folgt; Folge 4 verderben: (hier) so schlecht werden, daß man es nicht mehr benutzen kann 5 schief laufen/gehen: etwas gelingt nicht, hat nicht das Ergebnis, das man erwartet 6 die Unzucht: sexuelle Handlungen, die gegen die sexuelle Moral verstoßen 7 der Fleck: kleine schmutzige Stelle

Karneval: Eine närrische 1 Zeit ➁➁➁➁➁/➂➂➂➂➂

Im Frühling feiert man in manchen Gegenden Deutschlands Karneval. Es ist ein altes Brauchtums- fest, aber nicht zu verwechseln mit der Fas(t)nacht 2 . In diesem Artikel soll es um den Kölner Karneval gehen. Er gehört zu den bekanntesten in ganz Deutschland und wird hier stellvertretend für den Karneval des Rheinlandes beschrieben.

Feste feiern

Der Karneval, so wie er heute gefeiert wird, hat seinen Ursprung im Jahre 1823. Damals war das Rheinland von den Franzosen besetzt, und diese Besetzung wurde nun endgültig aufgehoben.

Karneval wird jeweils vom 11.11. bis zum Ascher- mittwoch des folgenden Jahres gefeiert. Am 11.11. wird die neue Karne- valssession 3 eröffnet. Nun folgen bis „Wei- berfastnacht“ 4 Karne- valssitzungen. Zu die- sen Sitzungen geht man verkleidet. Der Sitzungsvorstand ist ein sog. Elferrat, des- sen Name unter Spott 5 an die französische Besatzungszeit erinnern soll 6 . Mitglied im Elferrat zu sein ist eine große Ehre. Während der Sitzung wird viel gesungen, haupt- sächlich in „Kölsch“ (Kölner Dialekt); Tanzgarden und Büttenredner 7 treten auf.

Höhepunkt einer jeden Sitzung ist die Ankunft des Dreigestirns, bestehend aus Prinz, Bauer und Jungfrau 8 . Das Dreigestirn wird jedes Jahr neu bestimmt. Es trägt prächtige Uniformen und besteht aus drei Männern, die für die Zeit vom 11.11. bis Aschermittwoch unbezahlten Urlaub nehmen, um allen Verpflichtungen nachkommen zu können.

Auf den Straßen ist was los

Von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag 9 gehört Köln dem Straßenkarneval. Viele Geschäfte haben in diesen sechs Tagen geschlossen. Schulen und Universitäten sind Rosenmontag und Veilchen- dienstag auf jeden Fall geschlossen. Der Straßen- karneval bindet alle Bewohner Kölns ein. Zu allen Tages- und Nachtzeiten findet man verkleidete,

ein. Zu allen Tages- und Nachtzeiten findet man verkleidete, fröhlich feiernde Menschen in der Altstadt und

fröhlich feiernde Menschen in der Altstadt und in den Kneipen der einzelnen Stadtviertel. Höhepunkt des Straßenkarnevals ist der Rosenmontagszug. Der Zug besteht aus Themenwagen, Fußgruppen, Musikkapellen, Garden und dem Wagen des Dreigestirns. Die Themenwagen sind dekorierte Trecker- oder LKW-Anhänger, die einem aktuellen Thema (z.B. aus der Politik) entsprechend meist humorvoll gestaltet werden.

Themenwagen werden von Vereinen und Gruppen in mühevoller Kleinarbeit erstellt. Oft dauert die Herstellung der Dekoration fast das ganze Jahr. Fußgruppen werden aus kleinen Vereinen und Gruppen gebildet. Sie tragen alle die gleichen Kostüme. Garden sind Männergruppen, die zu Karnevalsvereinen gehören. Sie tragen Uniformen, die das französische Militär verspotten sollten. Statt der Gewehre mit dem Bajonett 10 tragen sie Holz- gewehre mit Rosen im Lauf.

Die Mitfahrenden auf den Themenwagen, die Fußgruppen und das Dreigestirn werfen Bonbons („Kamelle“) und andere Süßigkeiten in die am Straßenrand stehende Menge. In Köln stehen beim Rosenmontagszug über eine Million Menschen am Straßenrand. Der Umzug führt durch die Innenstadt und dauert mehrere Stunden. In Auszügen wird er vom Fernsehen übertragen.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei

Die Karnevalssession endet am Aschermittwoch, sechs Wochen vor Ostern. Mit dem Aschermittwoch beginnt in der katholischen Kirche die Fastenzeit. Diese Zeit wird erst am Ostersonntag beendet.

In den vergangenen Jahrhunderten wurde der Karneval von der katholischen Kirche sehr gefördert und gestützt. Das hatte auch folgenden Grund: Im Februar wurden die Vorräte, die die Menschen eingelagert hatten allmählich knapp. Bis Ostern, wenn das erste Gemüse wieder geerntet werden konnte, würden sie nie reichen. Daher sollte das Volk während des Straßenkarnevals noch einmal ordent- lich feiern, essen und trinken. Die Fastenzeit danach war nötig, um mit dem wenigen, das es dann noch gab über die Runden zu kommen. Diese sechs kargen Wochen waren leichter zu ertragen, wenn man vorher ausschweifend von allem genossen hatte.

Alexandra Ziegler

1 närrisch: (hier) für Karneval oder Fasching typisch; nicht sehr vernünftig 2 je nach Region unterschiedliche Schreibweise; auch „Fasenacht“ oder allgemein „Fasching“. In der alemanni- schen Fastnacht, die im Südwesten Deutschlands gefeiert wird, laufen Menschen mit böse aussehenden Masken oder als Hexen durch die Straßen, um den Winter und seine Geister auszutrei- ben. Die bösen Geister, die Wachstum und Ernte bedrohen, soll- ten verscheucht werden. Und die guten Geister, die den Früh- ling bringen, sollten geweckt werden. Fastnacht ist offiziell der Tag nach Rosenmontag. Der Begriff „Fasching“ wurde später aus- gedehnt und wird oft synonym zu „Karneval“ verwendet. Das Feiern des Karnevals hat seinen Ursprung im 13. Jahrhundert. 3 auch „Karnevalssaison“: die Zeit, in der Karneval gefeiert wird 4 die (Alt)Weiberfastnacht: An diesem Tag, sieben Wochen vor Gründonnerstag, stehen den Frauen besondere Rechte zu (z.B.

können sie Männern den Schlips abschneiden). 5 der Spott: Wort oder Handlungen, die die Absicht haben, jemandes Gefühle zu verletzen, sich über ihn lustig zu machen 6 ELF = Egalité,

7 die

Büttenredner: Redner, die das vergangene Jahr oder bestimmte Personen des öffentlichen Lebens „durch den Kakao ziehen“ [=Witze darüber machen]. Die „Bütte“ ist ein großes aufgestell- tes Faß, das dem Redner als Kanzel dient. 8 Die Jungfrau be- deutet „beschützende Mutter Colonia” (alter römischer Name für Köln), der Bauer steht für die „Wehrhaftigkeit der alten Reichsstadt Köln”, und der Prinz ist einfach Held Karneval, Sym- bol für alles, was dem Kölschen Karneval angehört. 9 Veilchen- dienstag: der Tag vor dem Aschermittwoch 10 das Bajonett:

Liberté, Fraternité (Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit)

ein Kurzschwert, das auf den Lauf eines Gewehrs aufgesetzt wird, so daß das Gewehr auch zur Stichwaffe wird

Aus Literatur und Kunst: Günter Grass

Günter Grass erhielt 1999 den Nobelpreis für Literatur. Der Schriftsteller und Grafiker ist damit nach Thomas Mann (1929) und Heinrich Böll (1972) der dritte deut- sche Autor, dem diese hohe Auszeichnung zuerkannt wird. Wie alle anderen Nobelpreise wird der Literatur- preis jährlich am 10. Dezember, dem Todestag des Preis- stifters Alfred Nobel (1833-1896), überreicht.

Kurzbiografie

Am 16. Oktober 1927 wird Grass in Danzig (heute Polen) als Sohn einer kaufmännischen Familie geboren. Er wird Hitler- Junge 4 , sammelt Erfah- rungen mit katholisch- christlichem Glauben und wird 1944 zum Mili- tär einberufen. 1946 ist er in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Er ab- solviert 1947/48 eine Steinmetzlehre 5 in Düsseldorf und studiert von 1948 bis 1956 in Düsseldorf und Berlin Grafik und Bildhauerei 6 . Ab 1957 stellt Grass eigene Kunstwerke aus und veröffentlicht erste Ge- dichte und Theaterstücke. Mit der Veröffentlichung des Romans Die Blechtrommel“ (1959) beginnt Grass seine „Danziger Trilogie“, die neben „Die Blech- trommel“ noch „Katz und Maus“ (1961) und „Hunde- jahre“ (1963) umfaßt.

Einige seiner Werke wie zum Beispiel „Die Plebejer proben den Aufstand“ (1966), sind von Grass’ 1 poli- tischem Engagement für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) geprägt. Mit dem Roman „Der Butt“ unterstreicht er 1977 seinen internatio- nalen Ruf als Epiker 2 . 1989 tritt er aus der Akade-

nalen Ruf als Epiker 2 . 1989 tritt er aus der Akade- mie der Künste in

mie der Künste in Berlin aus, weil diese aus Sicher- heitsgründen eine Veranstaltung für Salman Rushdie 3 verweigert hatte. Weitere bedeutende Werke von Günter Grass sind „Die Rättin“ (1986) und der Roman „Ein weites Feld“ (1995), der in Berlin spielt und sich mit der Teilung und Wiedervereini- gung Deutschlands beschäftigt. 1999 erscheint „Mein Jahrhundert“, worin er für jedes Jahr dieses Jahrhunderts eine Geschichte setzt, die jeweils ih- ren eigenen Erzähler hat.

Die Blechtrommel

Dieser Roman hat Grass’ Welt- ruhm begründet und schok- kiert damals wie heute mit sei- ner kraftvollen Sprache viele Leser und Fachleute. „Die Blechtrommel“ ist gleichzeitig ein geschichtlicher wie ein fan- tastischer Roman. Der Autor gebraucht spielerische Wort- bildungen, viele Fachsprachen und zahlreiche Anspielungen auf die Bibel in seinem Buch, das die ersten 30 Jah- re seines Lebens leicht verändert widerspiegelt.

Die Hauptfigur Oskar besitzt schon bei der Geburt den Verstand eines Erwachsenen und beschließt mit drei Jahren, nicht mehr weiter zu wachsen. Damit weigert Oskar sich, die Größe und Verantwortung eines Erwachsenen zu übernehmen. Aus diesem Blickwinkel beschreibt er Begebenheiten aus seinem Leben in Danzig und Düsseldorf. Das Buch umfaßt den Zeitraum von 1899 bis 1954, das heißt von der Zeugung der Mutter Oskars bis zu seinem 30. Ge-

Das Buch umfaßt den Zeitraum von 1899 bis 1954, das heißt von der Zeugung der Mutter

burtstag, den er in einer Pflegeanstalt begeht. Die Figuren in Grass’ Romanen haben fast alle einen Hang zum Bösen, auch wenn sie versuchen, der christlichen Ethik gerecht zu werden. Das beste Beispiel dafür ist Oskars Mutter Agnes: Jeden Sams-

tag geht sie in die Kirche und beichtet 7 . Während- dessen denkt sie schon an den nächsten Ehebruch mit ihrem Vetter Jan Bronski.

Oskar, der von Anfang an mit dem Teufel im Bunde steht, täuscht durch Bettnässen 8 und angeblich feh- lender Lesefähigkeit den Unwissenden, Dummen vor und hat in seiner Danziger Zeit zwei Erken- nungszeichen: Die Blechtrommel und seine Stim- me. Wenn Oskar kreischt 9 , zerspringt Glas - Stim- me und Trommel sind seine Machtmittel gegen die Erwachsenen und gegen Gott. Durch den ganzen Roman zieht sich der Satz: „Oskar ist Jesus“. Bibli- sche Anspielungen kommen in mehreren Kapiteln vor. Auch äfft Oskar Jesus mehrfach nach.

Günter Grass schildert in „Die Blechtrommel“ eine Menge sündiger Verhaltensweisen. Und auch wenn

die Menschen sich manchmal besser darstellen wollen, so sieht Gott doch das Herz eines jeden ein- zelnen an. Nach christlicher Lehre hat dieses Ver- halten seinen Ursprung in der grundsätzlichen Trennung von Gott. Erst durch den Tod Jesu kann diese Trennung aufgehoben werden. Bei Grass ist dieser Erlösungsweg verbaut. Jesus wird durch Oskar entmachtet. Entsprechend ausweglos ist das Schicksal der einzelnen Figuren.

Daniel Ziegler

1 Grass’: Schreibweise des Genitiv des Namens Grass (= des G. Grass) 2 die Epik: alle erzählenden literarischen Gattungen, z.B. Roman, Novelle 3 Salman Rushdi: iranischer Schrifsteller, der wegen seiner literarischen Arbeit vom iranischen Staat geächtet wurde und deshalb im Exil und viele Jahre im Untergrund leben mußte 4 Hitler-Junge: Mitglied der Kinderorganisation unter Adolf Hitler 5 der Steinmetz: jmd., der beruflich Steine bearbei- tet 6 Bildhauerei: eine Kunstform, in der Skulpturen besonders aus Stein und Holz entworfen und hergestellt werden 7 beich- ten: seine Sünden während einer Beichte bekennen 8 das Bett- nässen: (ohne Absicht) sein Bett mit Urin naß machen, während man schläft 9 kreischen: sehr laut und hoch schreien

man schläft 9 kreischen: sehr laut und hoch schreien Die bunte Seite 12      

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9 kreischen: sehr laut und hoch schreien Die bunte Seite 12       3  

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Steigen des Meeresspiegels

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Lebensbund

Komponist

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Eierteigware

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Fahndung

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Nichtfachmann

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(heißes) Getränk

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deutscher Autor; schrieb „Der gute

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begütert, vermögend

Mensch von Sezuan“

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ungebraucht

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Zeitabschnitt

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Hühnerprodukt

13 unversehrt, unverletzt 32 Hühnerprodukt Der geizige Schotte geht ins Rathaus. „Ich möchte meinen

Der geizige Schotte geht ins Rathaus. „Ich

möchte meinen Namen ändern lassen!“-„Und

warum?“-„Ich habe gestern eine Schachtel mit Visitenkarten gefunden “ Der Kassierer an der Kinokasse: „Das ist schon die 7. Eintrittskarte,

die sie kaufen!“- „Ja, da vorne am Eingang steht nämlich einer,

der sie mir immer zerreißt!“

Unterhalten sich zwei Jungen: „Ich habe für meine Freundin eine Kette gekauft.“ - „Eine gute Idee! Meine läuft mir auch

immer weg!“

Im Restaurant. „Herr Ober, bringen Sie mir bitte einen Zahn-

stocher“ - “Tut mir leid, mein Herr, zur Zeit sind alle besetzt.“

Treffen sich zwei Zapfsäulen. Fragt die eine: „Na, wie geht es

dir?“- „Normal. Und dir?“- „Super!“ Zwei Flöhe kommen aus dem Kino. Sagt der eine Floh zum

anderen: „Gehen wir zu Fuß, oder nehmen wir einen Hund?“

Waagerecht

1

Deutsche Märchendichter

20

darin

und -sammler

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Bindewort (Konjunktion)

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kleines Lasttier

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Weltraum

7

feierliches Gedicht

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Abk. für Technische

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Wehlaut

Hochschule

9

erfand das erste „Auto“

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Eingang

der Welt

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freundlich

10

Alphabet

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kleines Gewässer

13

deutsche Anrede

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zeitlos, immer

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Märchenwesen

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Stacheltier

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Lebewohl

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Vergangenheitsform von

18

Stück vom Ganzen

„liegen“

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nicht weit

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Sinnesorgan

SSSSSommerommerommerommerommerfrfrfrfrfreizeizeizeizeizeiteneiteneiteneiteneiten 20002000200020002000 ----- JJJJJetztetztetztetztetzt anmelden!anmelden!anmelden!anmelden!anmelden!

anmelden!anmelden!anmelden!anmelden!anmelden! In diesem Jahr werden wir wieder zwei Bibel- und

In diesem Jahr werden wir wieder zwei Bibel- und Begegnungsfreizeiten durchführen. Neben der Möglichkeit, sich mit jungen Leuten aus Deutschland zu unterhalten und die Deutsch- kenntnisse zu verbessern, steht bei allen Freizeiten vor allen Dingen das gemeinsame Gespräch über die Bibel und den Glauben an Jesus Christus im Mittelpunkt.

Jedermann ist herzlich eingeladen, jedoch sind ausreichende Deutschkenntnisse, vor allem im Verstehen und Sprechen, unbedingt notwendig! Sie sollten sich frühzeitig bei der angegebenen Adresse anmelden, da die Plätze begrenzt sind.

Bibel- und Begegnungsfreizeit in Polen: 14.7.- 24.7. 2000 in Zelów (Ltg. Lothar von Seltmann) Eingeladen sind Leserinnen und Leser aus allen Mittel- und Osteuropäischen

Staaten. Nähere Informationen (auch über Kosten und mögliche Zuschüsse) und Anmeldeformulare erhalten Sie bei: Wiera Jelinek, ul. Sienkiewicza 14, PL-97-425 Zelów, Polen; Tel/Fax 0048-44-634 10 53; E-Mail: zelandia@pt.onet.pl

Bibel- und Begegnungsfreizeit in der Ukraine: 26.7 - 4.8.2000 auf der Krim (Ltg. Volker Schmidt) Teilnehmerbeitrag: 20-30 GRN. Eingeladen sind Leserinnen und Leser ab 17 J. aus der Ukraine und Ländern, die ohne Visum bzw. Einladung in die Ukraine einreisen können. Nähere Informationen und Anmeldeformulare erhalten sie bei: Der Weg, Ukrainefreizeit, Andoverstr. 77, 47574 Goch, Deutschland; Tel/Fax: 0049-2823- 41681; E-Mail: freizeit@derweg.org

Wir würden uns freuen, Sie im Sommer auf einer unserer Freizeiten begrüßen zu dürfen!

Leser schreiben Lesern

Liebe Leser, hier ist wieder unsere Briefkontaktecke mit einem Teil der uns vorliegenden Adressen. Wir würden uns sehr freuen, wenn noch viele unserer Leser dadurch einen neuen Brieffreund oder eine neue Brieffreundin finden. Viel Spaß beim Schreiben!

eine neue Brieffreundin finden. Viel Spaß beim Schreiben! Raimonda Merkyte Zemynos 39 - 29 2022 Vilnius
Raimonda Merkyte Zemynos 39 - 29 2022 Vilnius Litauen 17 J.; H: Englisch, Deutsch, Musik,
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ul & Kommunistiheskaq 5 a
s& Kaftanhikvo
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Ukraine
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18
J.; Deutsch, Englisch
16
J.; H: Mathem., Deutsch, Musik
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353842 Galizyn, Krasnordaski krai,
443063 g& Samara
340120 Donezk, Ukraine
Veronika Kurtowa
Prospekt 50 Jahre des Sieges 62 / 71
332318 Melitopol
Ukraine
Russland
Russland
39 J.; H.: Deutsch, Dias, Teddybär-
21 J.; H: Deutsch, Englisch,
17 J.; Pop-Musik, Disco, Freude tr., Deutsch
19 J.; H: Musik, Sprachen, Tanzen
Sammeln, Lesen
Handarbeiten
Edlira Delia
Fomin Andrej
Ivanovskaq obl&^ {´sij r-n&
155632 s& Xotiml;
Russland
Baka Marc Mougo
Tanja Manulina
L. 4, Pall. 1020 / 1
ul. Gorodskaja 182 A - 15
Rr. Skenderbeg, Durrés
s/c De Mougo Sahin Abraham
BP 86, Gomo
399740 Jelez -
8
Albanien
Côte d’Ivoire
Russland
21 Jahre
Student; H: Geschichte, Nahost,
Fremdsprachen
25 J.; H: Sprachen, Sport, Musik
17 J.; H: Sprachen, Kultur, Reisen
Simona Joksaite
Dovile Dacyte
Ludmila Semidozkaya
Bagrova Ekaterina A&
Do vostrebovaniq
Gabijos 81
-
52
Luokes
75
-
42
ul. Pritytskij 79 - 5
LT-2022 Vilnius
LT-5610 Telsiai
225320 Baranovichi
428900 g& Novoheboksarsk
Litauen
Litauen
Belarus - GUS
Russland
16 J.; H: Sport, Reisen, Musik
17 J.; H: Deutsch, Englisch, Reisen,
19 J.; H: Deutsch, Englisch, Bücher
18 J.; H: Deutsch, Musik, Klavier
Schwimmen
Walaj Natawe
Adele Mitterer
Krasnodarskij kraj^ Slavqnskij r-n
Marktstr. 14
ul& Cvetohnaq 1 - 1
p& Galicin
A-6230 Brixlegg/Tirol
Maria Frei
Barenbergstr. 17
CH 8630 Rüti
Schweiz
Shenja Berkut
O.M.
147 / 5
348004 Lugansk 4
Österreich
18
J.; H: Lesen, Faulenzen, Kinder;
Russland
Lehrerin i.R.; H: Englisch, Französisch,
sucht gleichaltige Brieffreunde
Ukraine
Studentin, H: Deutsch
16 J.; Pop-Musik, Disco
Italienisch, Russisch, Lesen, Reisen, Sport
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Gott spricht:

„Wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, werde ich mich von euch finden lassen.“

Die Bibel: Jeremia 29, 12-14a

Alle Vögel sind schon da

Lana Jefimova
Lana Jefimova
Jeremia 29, 12-14a Alle Vögel sind schon da Lana Jefimova 2. Wie sie alle lustig sind,

2. Wie sie alle lustig sind, flink und froh sich regen! Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar wünschen uns ein frohes Jahr, lauter Heil und Segen!

3. Was sie uns verkünden nun, nehmen wir zu Herzen:

Der Frühling hat sich eingestellt

Der Frühling hat sich eingestellt! Wohlan 1 , wer will ihn sehen? Der muß mit mir ins freie Feld, ins grüne Feld nun gehen.

Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874)

Wir auch wollen lustig sein, lustig wie die Vögelein, hier und dort, feldaus, feldein, singen, springen, scherzen.

Volksweise; Text: Heinrich Hoffmann von Fallersleben

1 wohlan: Interjektion, veraltet; verwendet als Aufforderung, etwas zu tun

zwitschern: singen (von einem Vogel) tirilieren: ein Singen von Vögeln (von tirili) der Sang: Gesang der Schall: hörbares Geräusch flink: rasch, geschickt regen:

bewegen Amsel, Drossel, Fink und Star: verschiedene Vogelarten das Heil: (hier) Glück, Wohlergehen der Segen: Gottes Hilfe und Wohlwollen verkünden: bekannt- geben; öffentlich kundtun zu Herzen nehmen: über etwas nachdenken und es dann auch tun feldein, feldaus: (altdt.) auf dem Weg zum Feld und zurück ( hier:

morgens und abends) scherzen: lustig sein, einen Spaß machen

DerDerDerDerDer WWWWWeeeeeggggg zumzumzumzumzum ZielZielZielZielZiel ----- EineEineEineEineEine ZeitscZeitscZeitscZeitscZeitschrifthrifthrifthrifthrift fürfürfürfürfür DeutscDeutscDeutscDeutscDeutschlernendehlernendehlernendehlernendehlernende

Ausgabe Nr. 29 (Februar - April 2000) Redaktion: Volker Schmidt

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