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Nobelpreisträger_innen und bekannte Persönlichkeiten fordern Militärembargo gegen Israel

Am 19. Juli 2014 vom Palestinian BDS National Committee geposted

Eine gekürzte Fassung dieses Briefes, in dem die Vereinten Nationen und Regierungen aufgefordert werden, ein Militärembargo gegen Israel zu verhängen, wurde am 19. Juli 2014 im Guardian veröffentlicht.

Der Brief wurde von sechs Friedensnobelpreisträger_innen unterzeichnet: Erzbischof Desmond Tutu, Adolfo Esquivel Peres, Jody Williams, Mairead Maguire, Rigoberta Menchú und Betty Williams.

Weitere Unterzeichner_innen sind: Noam Chomsky, Roger Waters von Pink Floyd, der Dramatiker Caryl Churchill, US-Rapper Boots Riley, João Antonio Felicio, Präsident des Internationalen Gewerkschaftsbundes (ITUC), und Zwelinzima Vavi, Generalsekretär der Konfederation der südafrikanischen Gewerkschaften (COSATU).

“Mit der Errichtung einer Beziehung der Unterdrückung hat die Gewalt bereits begonnen. Nie in der Geschichte ist die Gewalt von Seiten der Unterdrückten ausgegangen. … Es gäbe keine Unterdrückten, hätte es nicht zuvor Gewaltausübung gegeben bei der Etablierung ihrer Unterwerfung.“ – Paulo Freire

Die israelische Regierung [Israel] hat abermals die ganze Wucht ihres Militärs in einem inhumanen und illegalen Akt militärischer Aggression gegen die in Geiselhaft genommene palästinensische Bevölkerung, speziell im besetzten Gazastreifen freigesetzt.

Durch Israels anhaltende Angriffe auf Gaza wurden bis jetzt viele palästinensische Zivilist_innen getötet, hunderte verletzt, die zivile Infrastruktur verwüstet einschließlich des Gesundheitswesens, das ernsthafte Mängel aufweist.

Die Fähigkeit Israels, derartige verheerende Angriffe zu unternehmen, ohne belangt zu werden, rührt von der umfassenden internationalen militärischen Zusammenarbeit und dem Waffenhandel her, die es mit Regierungen in aller Welt, die mitverantwortlich sind, aufrecht erhält.

In den Jahren 2008 bis 2019 sollen die USA Israel Militärhilfe im Umfang von 30 Milliarden US-Dollar gewährt haben. Gleichzeitig erreichen Israels Militärexporte in alle Welt Milliardenhöhe.

Europäische Länder haben in den letzten Jahren Waffen im Wert von Milliarden von Euro nach Israel exportiert. Die EU ihrerseits hat israelischen Waffenproduzenten ebenso wie Universitäten für militärnahe Forschung Darlehen in Höhe von Hunderten von Millionen bewilligt.

Aufstrebende Volkswirtschaften wie Indien, Brasilien und Chile treiben ihre militärisch- wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Israel zügig voran, während sie öffentlich ihre Unterstützung für die palästinensischen Rechte erklären.

Indem sie Waffen aus Israel importieren, dorthin exportieren und die Entwicklung israelischer Militärtechnologie erleichtern, senden die betreffenden Regierungen eine klare Botschaft der Unterstützung der israelischen Militäraggression, unter Einschluss der damit verbundenen Kriegsverbrechen und möglicherweise damit auch verbundenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Israel ist weltweit einer der führenden Produzenten und Exporteur von Kampfdrohnen. Israel vermarktet seine Militärtechnologie als „im Einsatz erprobt“ und exportiert sie in alle Welt.

Waffenhandel und die Beziehungen mit Israel auf dem Gebiet der militärischen Forschung bestärken die Straflosigkeit von Israels schweren Völkerrechtsverletzungen und erleichtern die Verankerung des israelischen Systems der Besatzung, der Kolonisation und der systematischen Verweigerung der Rechte der Palästinenser_innen.

Wir fordern die Vereinten Nationen und Regierungen weltweit auf, unverzüglich ein umfassendes und rechtsverbindliches Militärembargo gegen Israel zu verhängen, ähnlich wie es gegen Südafrika während der Apartheid verhängt wurde.

Regierungen, die Solidarität mit dem palästinensischen Volk in Gaza bekunden, das der vollen Wucht des israelischen Militarismus, seiner Gräueltaten und seiner Straffreiheit ausgeliefert ist, müssen damit beginnen, alle militärischen Beziehungen mit Israel abzubrechen. Die Palästinenser_innen brauchen heute effektive Solidarität und keine Wohltätigkeit.

Unterzeichnet von

Adolfo Peres Esquivel, Nobel Peace Laureate, Argentina Ahdaf Soueif , Author, Egypt/UK Ahmed Abbas, Academic, France Aki Olavi Kaurismäki , film director, Finland Alexi Sayle, Comedian, UK Alice Walker, Writer, US Alison Phipps, Academic, Scotland Andrew Ross, Academic, US Andrew Smith, Academic, Scotland Arch. Desmond Tutu, Nobel Peace Laureate, South Africa Ascanio Celestini, actor and author, Italy Betty Williams, Nobel Peace Laureate, Northern Ireland Boots Riley, Rapper, poet, arts producer, US Brian Eno, Composer/musician, UK Brigid Keenan, Author, UK Caryl Churchill, playwright, UK China Mieville, Writer, UK Chris Hedges , Journalist, Pulitzer Prize 2002, US Christiane Hessel, , France Cynthia McKinney, Politician, activist, US David Graeber, Academic, UK David Palumbo-Liu, Academic, US Eleni Varikas, Academic, France Eliza Robertson, Author, Elwira Grossman, Academic, Scotland Etienne Balibar, philosopher, France Federico Mayor Zaragoza, Former UNESCO Director General, Spain Felim Egan, Painter, Ireland Frei Betto, Liberation theologian, Brazil Gerard Toulouse, Academic, France Ghada Karmi , Academic , Palestine

Gillian Slovo, Writer, Former president of PEN (UK), UK/South Africa Githa Hariharan, Writer, India Giulio Marcon, MP (SEL), Italy Hilary Rose, Academic, UK Ian Shaw, Academic, Scotland Ilan Pappe, Historian, author, Israel Ismail Coovadia, former South African Ambassador to Israel Ivar Ekeland, Academic, France James Kelman, Writer, Scotland Janne Teller, Writer, Denmark Jeremy Corbyn, MP (Labour), UK Joanna Rajkowska, Artist, Poland Joao Felicio, President of ITUC, Brazil Jody Williams, Nobel Peace Laureate, US John Berger, artist, UK John Dugard, Former ICJ judge, South Africa John McDonnell, MP (Labour), UK John Pilger, journalist and filmmaker , Australia Judith Butler, Academic, philosopher, US Juliane House, Academic, Germany Karma Nabulsi, Oxford University, UK/Palestine Keith Hammond, Academic, Scotland Ken Loach, Filmmaker, UK Kool A.D. (Victor Vazquez), Musician, US Liz Lochhead, national poet for Scotland, UK Liz Spalding, Author, Luisa Morgantini, former vice president of the European Parliament, Italy Mairead Maguire, Nobel Peace Laureate, Ireland Marcia Lynx Qualey, Blogger and Critic, US Michael Lowy, Academic, France Michael Mansfield, Barrister, UK Michael Ondaatje, Author, Canada/Sri Lanka Mike Leigh, writer and director, UK Mira Nair, filmmaker, India Monika Strzępka, theatre director, Poland Naomi Wallace, Playwright, screenwriter, poet, US Nathan Hamilton, Poet , Noam Chomsky, Academic, author, US Nur Masalha, Academic, UK/Palestine Nurit Peled, Academic, Israel Paola Bacchetta, Academic, US Phyllis Bennis, Policy analyst, commentator, US Prabhat Patnaik, Economist, India Przemyslaw Wielgosz, Chief editor of Le Monde Diplomatique, Polish edition, Poland Rachel Holmes, Author, UK Raymond Deane, composer, Ireland Raja Shehadeh, Author and Lawyer, Palestine Rashid Khalidi, Academic, author, Palestine/US Rebecca Kay, Academic, Scotland Richard Falk, Former UN Special Rapporteur on Occupied Palestinian Territories, US Rigoberta Menchú, Nobel Peace Laureate, Guatemala Robert Ballagh, artist, Ireland Robin D.G. Kelley, Academic, US

Roger Waters, Musician, UK Robin Yassin-Kassab, Writer, UK Roman Kurkiewicz, journalist, Poland Ronnie Kasrils, Former minister in Mandela’s gov’t, South Africa Rose Fenton, Director, the Free Word Centre, UK Sabrina Mahfouz, Author, UK Saleh Bakri, Actor, Palestine Selma Dabbagh, Author, UK/Palestine Sir Geoffrey Bindman, Lawyer, UK Slavoj Zizek, Philosopher, author, Slovenia Sonia Dayan-Herzbrun, Academic, France Steven Rose, Academic, UK Tom Leonard, Writer, Scotland Tunde Adebimpe, Musician, US Victoria Brittain, Playwright and journalist, UK Willie van Peer, Academic, Germany Zwelinzima Vavi, Secretary General of Cosatu, South Africa

BDS Berlin / Deutsche Übersetzung