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Schwimmen 3 – Master of Education Wintersemester 2013/14

Physikalische

Eigenschaften/Antriebskonzepte

Benjamin Schulz-Straub Sebastian Fink Freitag, den 6.12.2013

Gliederung

1. Physikalische Eigenschaften im Wasser

1.1 Statischer (Hydrostatischer) Auftrieb

1.2 Dynamischer (Hydrodynamischer) Auftrieb

1.3 Hydrostatischer Druck

1.4 Widerstände

1.5 Virtuelles Widerlager

2. Antriebskonzepte im Schwimmen

2.1 Actio – Reatio (Newton)

2.2 Hydrodynamischer Lift (Bernoulli)

2.3 Undulationsantrieb (Delphin)

2.4 Vortex Antrieb

3. Schlussbetrachtung

1. Physikalische Eigenschaften im Wasser 1.1 Statischer (Hydrostatischer) Auftrieb

Auftriebskraft:

Wirkt auf den Volumenmittelpunkt und ist vertikal nach oben gerichtet

Archimedisches Prinzip:

Wird ein Körper in eine Flüssigkeit getaucht, so verdrängt er eine Flüssigkeitsmenge, die seinem Volumen entspricht

Die Auftriebskraft entspricht der Gewichtskraft der verdrängten Flüssigkeit

Schwerkraft:

Wirkt auf den Schwerpunkt des Körpers und ist vertikal nach unten gerichtet

1. Physikalische Eigenschaften im Wasser 1.1 Statischer (Hydrostatischer) Auftrieb

1. Physikalische Eigenschaften im Wasser 1.1 Statischer (Hydrostatischer) Auftrieb Lehrplan Schwimmsport, S. 16

Lehrplan Schwimmsport, S. 16

1. Physikalische Eigenschaften im Wasser 1.1 Statischer (Hydrostatischer) Auftrieb

Scheinbarer Gewichtsverlust

Durch unterschiedliche Stellungen der Arme, Beine und des Kopfs wird die Lage des KMP verändert und beeinflusst somit die Körperlage insgesamt

Auftriebs- und Schwerkraft wirken immer!

1. Physikalische Eigenschaften im Wasser 1.2 Dynamischer (Hydrodynamischer) Auftrieb

Wird ein Körper mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten umströmt, entstehen Druckdifferenzen und als Folge davon eine Kraft, die in Richtung des kleineren Drucks wirkt

Dieser Effekt tritt nur bei Körpern auf, die im flachen Winkel angeströmt werden →Der sich im Wasser vorwärts bewegende Körper erfährt eine Auftriebskraft →Je schneller sich der Körper bewegt, desto größer ist der Betrag dieser Auftriebskraft Lehrplan Schwimmsport, S. 21

→Je schneller sich der Körper bewegt, desto größer ist der Betrag dieser Auftriebskraft Lehrplan Schwimmsport, S.

1. Physikalische Eigenschaften im Wasser 1.2 Dynamischer(Hydrodynamischer) Auftrieb

im Wasser 1.2 Dynamischer(Hydrodynamischer) Auftrieb Schwimmwelt, S. 193 • Wasserlage wird durch eine hohe

Schwimmwelt, S. 193

Wasserlage wird durch eine hohe Schwimmgeschwindigkeit positiv beeinflusst

Problem: Für Schwimmanfänger schwierig zu erreichen

1. Physikalische Eigenschaften im Wasser

1.3 Hydrostatischer Druck

Druck unter Wasser nimmt pro 1m um 0,1bar zu

Tauchreflex

Blut, das normalerweise in den Venen des Beins verweilt, zirkuliert nun im kompletten System, was einer zentralen Druckerhöhung gleichkommt (Herzfrequenz sinkt)

Gauer-Henry-Reflex

Druckausgleich durch Blasenfüllung

1. Physikalische Eigenschaften im Wasser

1.3 Hydrostatischer Druck

Negative Auswirkungen:

Die Lunge wird beim tauchen (gleiten) zusammengedrückt

Mittelohr passt sich nicht dem Wasserdruck an →Gegenmaßnahme: Druckausgleich

Es muss gegen den Wasserdruck ausgeatmet werden

Führt zu einströmendem Wasser in die Nase und Mund

Positive Auswirkungen (Tauch Reflex):

Komprimiert die nahe an der Hautoberfläche liegenden Venen

Blut im venösen System wird somit besser zum Herzen zurückgedrückt →Herz muss weniger arbeiten, Puls sinkt

1. Physikalische Eigenschaften im Wasser 1.4 Widerstände

Formwiderstand:

-Der bewegte Körper verdrängt Wassermassen -Diese Beschleunigung der Wassermassen erzeugt einen Widerstand

Wirbelwiderstand:

-An den Kanten des gleitenden Körpers entstehen Wirbel -Diese rotierenden Wassermassen bremsen den Körper

den Kanten des gleitenden Körpers entstehen Wirbel -Diese rotierenden Wassermassen bremsen den Körper Schwimmwelt, S. 49

Schwimmwelt, S. 49

1. Physikalische Eigenschaften im Wasser 1.4 Widerstände

Wellenwiderstand:

Wassermassen müssen gegen die Schwerkraft angehoben werden

Reibungswiderstand:

gegen die Schwerkraft angehoben werden Reibungswiderstand: Lehrplan Schwimmsport, S. 20 Wassermassen an der

Lehrplan Schwimmsport, S. 20

Wassermassen an der Grenzschicht der Körperoberfläche werden mitgerissen und bewirken bremsende Kräfte

Gliederung

1. Physikalische Eigenschaften im Wasser

1.1 Statischer (Hydrostatischer) Auftrieb

1.2 Dynamischer (Hydrodynamischer) Auftrieb

1.3 Hydrostatischer Druck

1.4 Widerstände

1.5 Virtuelles Widerlager

2. Antriebskonzepte im Schwimmen

2.1 Actio – Reatio (Newton)

2.2 Hydrodynamischer Lift (Bernoulli)

2.3 Undulationsantrieb (Delphin)

2.4 Vortex Antrieb

3. Schlussbetrachtung

2. Antriebskonzepte im Schwimmen

2.1 Actio – Reactio (Newton)

3. Newtonsche Gesetz: Wechselwirkungsgesetz „Actio=Reactio“

„Jede Ausübung einer Kraft bewirkt eine genau entgegengesetzte Kraft mit gleichem Betrag.“

eine genau entgegengesetzte Kraft mit gleichem Betrag.“ Quelle: (Hahn, 2004, S. 15) Impulserzeugung -> der

Quelle: (Hahn, 2004, S. 15)

Impulserzeugung -> der Impulserzeugende Körper wird in Gegenrichtung bewegt

2. Antriebskonzepte im Schwimmen

2.1 Hydrodynamischer Lift (Bernoulli)

Bernoulli beschreibt die Kräfte die aufgrund von Strömung auf Körper wirken

Der Weg über den Flügel/Handrücken ist länger

Wasser strömt mit größerer Geschwindigkeit darüber

Es entsteht ein Sog oberhalb der Hand, dies erzeugt „Lifteffekt“

Der Lifteffekt erfolgt vertikal (quer) zur Anströmrichtung

Sog
Sog

Staudruck

(Ungerechts et al., 2009, S. 21)

Wirkung von Winkelstellung der Vortriebsfläche zur Wasseroberfläche abhängig

S. 21) Wirkung von Winkelstellung der Vortriebsfläche zur Wasseroberfläche abhängig (Bissig et al., 2004, S. 199)

(Bissig et al., 2004, S. 199)

2. Antriebskonzepte im Schwimmen

2.1 Das Bernoulli-Theorem

Kritik an Bernoulli (Antrieb)

Bei Antriebsbewegung keine laminare Strömung vorhanden!

Bei Antriebsbewegung keine laminare Strömung vorhanden! (Ungerechts et al., 2009, S. 25) • Kurvige Handmuster

(Ungerechts et al., 2009, S. 25)

Kurvige Handmuster führt zu wechselnden Einströmrichtungen

-> Hydrodynamischer Auftrieb benötigt gewissen „Lauflänge“ (mind. 0.4 m) -> Wechselnde Einströmrichtung verhindert nötige Lauflänge -> Essentieller Voraussetzung zur Anwendung der Bernoulli-Gleichung verletzt

=> Bernoulli erklärt also nur Teilbewegungen!

2. Antriebskonzepte im Schwimmen

2.2

Undulationsprinzip

2. Antriebskonzepte im Schwimmen 2.2 Undulationsprinzip (Ritzmann, 2012, S. 85/86) • Beim Wasserfassen wird eine
2. Antriebskonzepte im Schwimmen 2.2 Undulationsprinzip (Ritzmann, 2012, S. 85/86) • Beim Wasserfassen wird eine

(Ritzmann, 2012, S. 85/86)

Beim Wasserfassen wird eine zunächst kleine Wasserwalze erzeugt

Die weiterführende Arm-/Körperbewegung verstärken geordnete Verwirbelungen

Wasserwirbel gewinnt an Stärke/Dynamik

Wellenbewegung des Körpers erzeugt gezielte Energieimpulse um sich am Wirbel abzustoßen

2. Antriebskonzepte im Schwimmen

2.2

Undulationsprinzip

2. Antriebskonzepte im Schwimmen 2.2 Undulationsprinzip Beispiel des Undulationsantriebs als Teil eines

Beispiel des Undulationsantriebs als Teil eines Brust-Schwimmzyklus

Quelle: http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za343/osa/spinfo/swbrust.htm abgerufen am 04.12.2013

2. Antriebskonzepte im Schwimmen

2.2

Vortex-Antrieb

2. Antriebskonzepte im Schwimmen 2.2 Vortex-Antrieb (Ungerechts et al., 2009, S. 30) Kleine Fäden aus rotierenden

(Ungerechts et al., 2009, S. 30)

Kleine Fäden aus rotierenden Wasserpartikeln verdicken sich zu rotierendem Strang Stränge verflechten sich zu spiralartigem Gebilde Vortexzöpfe ! Unterscheide geordnete & ungeordnete Wirbel (Vortex)

! Unterscheide geordnete & ungeordnete Wirbel (Vortex) -> Geordnete Wirbel können zum Vortrieb genutzt werden

-> Geordnete Wirbel können zum Vortrieb genutzt werden

-> Ungeordnete Wirbel bremsen den Körper

Gefunden unter

http://us.cdn2.123rf.com/168nwm/julands/julands

1106/julands110600002/9815064-wasser-

2. Antriebskonzepte im Schwimmen

2.2

Vortex-Antrieb

2. Antriebskonzepte im Schwimmen 2.2 Vortex-Antrieb (Ungerechts et al., 2009, S. 30) Vortexzöpfe bilden sich in

(Ungerechts et al., 2009, S. 30)

Vortexzöpfe bilden sich in tieferem Wasser besser als nahe der Wasserlinie

-stellen relativ stabile Gebilde dar

-tragen einen hohen Kraftimpuls in sich

Der, im Vortexkern sitzende, Kraftimpuls wird zum Antrieb benutzt (wechselseitige Impulsübertragung: actio=reactio)

Kraftimpuls wird zum Antrieb benutzt (wechselseitige Impulsübertragung: actio=reactio) Quelle nicht mehr nachvollziehbar

Quelle nicht mehr nachvollziehbar

2. Antriebskonzepte im Schwimmen

2.2

Vortex-Antrieb

Quelle nicht mehr nachvollziehbar (Ungerechts et al., 2009, S. 30) Man unterscheidet Vorgeformte und nicht
Quelle nicht mehr nachvollziehbar
(Ungerechts et al., 2009, S. 30)
Man unterscheidet
Vorgeformte und nicht vorgeformte
Wassermassen

2. Antriebskonzepte im Schwimmen

2.2

Vortex-Antrieb

Heckantrieb:

Vortexbildung duch Beinbewegung vorbereitet (durch Vorbeiströmen am Körper) => starke Wasserrotation (walzenförmig)

vorbereitet (durch Vorbeiströmen am Körper) => starke Wasserrotation (walzenförmig) Quelle: (Ritzmann, 2012, S. 51)

Quelle: (Ritzmann, 2012, S. 51)

2. Antriebskonzepte im Schwimmen

2.2

Vortex-Antrieb

Heckantrieb:
Heckantrieb:

Quelle: (Hahn, 2004, S. 16)

Wasser trägt im Vortex-Kern Drehimpuls

Peitschenschlagartige Fußbewegung = Impulsänderung durch „Abwerfen“ oder „Abstoppen“ der Wassermassen

Es wirkt ein Kraftstoß auf den Körper Je günstiger die Wirbelkernbildung, desto größer der Kraftstoß

2. Antriebskonzepte im Schwimmen

2.2

Vortex-Antrieb

Heckantrieb:

http://youtu.be/Qk2872RIm5g

2. Antriebskonzepte im Schwimmen

2.2

Vortex-Antrieb

Heckantrieb:

2. Antriebskonzepte im Schwimmen 2.2 Vortex-Antrieb Heckantrieb: (Ungerechts et al., 2009, S. 30)

(Ungerechts et al., 2009, S. 30)

2. Antriebskonzepte im Schwimmen

2.2

Vortex-Antrieb

Frontantrieb

Handbewegung verdrängt Wasser Dieses umfließt Hände/Finger -> Es kommt zur Kantenumströmung

Hände/Finger -> Es kommt zur Kantenumströmung Quelle: (Ritzmann, 2012, S. 52) Quelle: (Ritzmann, 2012, S.

Quelle: (Ritzmann, 2012, S. 52)

kommt zur Kantenumströmung Quelle: (Ritzmann, 2012, S. 52) Quelle: (Ritzmann, 2012, S. 52) => Es bilden

Quelle: (Ritzmann, 2012, S. 52)

=> Es bilden sich Fäden->Stränge->Spiralen = Vortexzopf

2. Antriebskonzepte im Schwimmen

2.2

Vortex-Antrieb

2. Antriebskonzepte im Schwimmen 2.2 Vortex-Antrieb Quelle: (Hahn, 2004, S. 16) • Im Bereich der Vortexzöpfe

Quelle: (Hahn, 2004, S. 16)

Im Bereich der Vortexzöpfe herrscht relativer Unterdruck => Sog auf dem Handrücken (Druck auf der Handfläche)

Die Handbewegung wird dadurch deutlich erschwert!

=>Prinzip des realen Widerlagers (actio = reactio)

3. Schlussbetrachtung

Zur Erklärung des Antriebs mechanische Gesetze und strömungsphysikalische Zusammenhänge unverzichtbar

Keines der beschriebenen Konzepte besitzt Allgemeingültigkeit und erklärt alleine den Antrieb

Zudem hohe individuelle Variabilität in der Bewegungsausführung von Schwimmenden

Allerdings ist Vortex das derzeit vorherrschende Prinzip

Literaturverzeichnis

Bissig, M., Amos, L. & Cserépy, S. (2004). Schwimm-Welt. Schwimmen lernen - Schwimmtechnik optimieren ; Grundlagenlehrmittel für den Schwimmsport (1. Aufl). Bern:

Schulverl.

Hahn, M. (2004). Schwimmen. Stilarten, Methodik, Training und Equipment. München, Wien, Zürich: Blv.

Ritzmann, R. (2012). Schwimmen mit Wellenbewegungen. Neue Schwimmstile und eine neue Wendetechnik (Praxisideen - Schriftenreihe für Bewegung, Spiel und Sport, 53 Konditionell- Orientierte Sportarten, 1. Aufl). Schorndorf: Hofmann.

Ungerechts, B., Volck, G. & Freitag, W. (2009). Band 1: Technik. Schwimmen, Wasserball, Wasserspringen, Synchronschwimmen (Lehrplan Schwimmsport, Bd. 1, 2., überarb. Aufl). Schorndorf:

Hofmann.

Ab ins Wasser