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Zoologie der Insekten

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Gere EFZ+EBA

Lernziele

• Wissen über Aussehen und Merkmale der Insekten erwerben.

• Kenntnisse aneignen wo, wann, wie Insekten Schaden anrichten.

• Die richtigen Massnahmen zum Vorbeugen und zur Bekämpfung von schädlichen Insekten aneignen.

1 Ameisen

Hausameise, Pharaoameise, Rote Waldameise, Rote Knotenameise

1

2 Fliegen

Schmeissfliege, Grosse Stubenfliege, Frucht-, Tau- oder Essigfliegen

5

3 Flöhe

Menschenfloh, Tierfloh, Katzenfloh, Vogelfloh

8

4 Käfer

Reismehlkäfer, Rüsselkäfer/Kornkäfer, Nagekäfer/Brotkäfer/Hausbock

12

5 Läuse

Staubläuse, Kopfläuse

18

6 Milben

Mehlmilben, Vorratsschädliche Milben

18

7 Motten

Mehlmotten, Getreidemotten

20

8 Mücken

Stechmücken, Malariamücken

22

9 Schaben

Deutsche-, Orientalische-, Amerikanische-, Gemeine Waldschabe

24

10 Silberfischchen

29

11 Wanzen

Gemeine Feuerwanze, Gemeine Bettwanze

30

12 Wespen

Feldwespe, Deutsche Wespe, Bienen

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13 Zecken

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Lernkontrolle

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlags in irgendwelcher Form kopiert, vervielfältigt, verarbeitet, übersetzt oder in analoger bzw. digitaler Form reproduziert werden.

Quellennachweis: Dieses Lehrmittel basiert teilweise auf Fachliteratur und Prospekten. Für die Verwendung gewisser Texte und Abbildungen gebührt den betroffenen Autoren und Verlagen bester Dank.

1 Ameisen (Formicidae)

IDie Angaben zur Anzahl der Ameisenarten schwanken zwischen 11.000 und et wa 12.5000 davon et wa 200 in Europa. Wir be- schreiben hier nur die häufigsten auftretenden Arten.

Hausameise (Lasius emarginatus)

Im Frühling, wenn unsere einheimischen Ameisen im Freien noch nicht so viel Nahrung finden, können sie in Gebäude eindringen und zu unliebsamen Nahrungskonkurrenten des Menschen werden.

Da das Nahrungsangebot im Laufe der Zeit im Freien stark zunimmt, kann es sein, dass die Ameisen von selbst wieder verschwinden. Falls nicht, kann man versuchen, sie mit Köderdosen (mit Insektizid versehene Nahrung) zu bekämpfen. Der beste Zeitpunkt zur Köder- ausbringung ist von März bis April, wenn es draussen noch kalt ist, die Ameisen aber schon aktiv und hungrig sind. Haben die Ameisen einen Köder entdeckt, bildet sich bestenfalls eine Ameisenstrasse. Stören Sie diese auf keinen Fall, denn nur auf diese Weise kommt das vergiftete Futter zur Königin und zu den Larven. Jeder Köder ist nur so gut wie seine Akzeptanz. Legen Sie die Dosen dorthin, wo Sie Ameisen gesehen haben. Falls die Ameisen nicht an die aufge- stellte Köderdose gehen, müssen Sie es mit einem anderen Produkt versuchen, Ameisen sind sehr wählerisch.

Die häufigsten Hausameisen sind schwarz mit rotbraunem Brust- teil und 2,4–4 mm gross. Daneben gibt es andere Arten, welche ganz schwarz sind. Auch die grossen Rossameisen (etwa 6–12 mm) können in Innenräume gelangen. Bei Unsicherheit Ameisen in einer kleinen Dose zur Bestimmung an eine Fachfirma schicken.

Nest in der Erde und in Bäumen, auch häufig in Häusern, wo sie im Mauerwerk, in morschem Holz oder in der Isolation nisten.

Lästling im Wohnbereich, Nützling in der Natur. Kork- und Styro- porisolation kann durchlöchert werden.

Keine Süssigkeiten herumliegen lassen. Bauliche Massnahmen:

keine Kork- und Styroporisolation; unter Steinplatten im Garten kein Sand, sondern grober Kies.

Langfristig: mit Köderdosen Kurzfristig: mit Insektizidsprays = Austreibeffekt

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Zoologie der Insekten

Allpura-Autorenteam 04052 2 – 2014 Zoologie der Insekten Aussehen/Merkmale Vorkommen/Verhalten Schaden/Nahrung

Aussehen/Merkmale

Vorkommen/Verhalten

Schaden/Nahrung

Vorbeugen

Bekämpfung

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04 Zoologie der Insekten

04 Zoologie der Insekten Aussehen /Merkmale Vorkommen/Verhalten Schaden/Nahrung Vorbeugen Bekämpfung 2 Pharaoameise

Aussehen /Merkmale

Vorkommen/Verhalten

Schaden/Nahrung

Vorbeugen

Bekämpfung

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Pharaoameise (Monomorium pharaonis)

Die Pharaoameise ist ein ungeliebter tropischer Eindringling. Sie ist eine winzig kleine (2 mm) tropische Ameisenart. Sie gehört zu den weltweit wichtigsten Hygieneschädlingen, weil sie beispielsweise in Spitälern an frische Wunden geht. In der Schweiz wurde sie erst- mals 1902 beobachtet. Im Gegensatz zu unseren einheimischen Ameisenarten bevorzugt sie eiweissreiche Nahrung (wie Fleisch, Wurst), frisches Brot usw.

Als tropische Art ist sie wärmeliebend und in Gebäuden vor al- lem während der Heizperiode zu beobachten und auch am bes- ten zu bekämpfen. Sie gründet ihre Nester beispielsweise entlang von Warmwasserleitungen, Heizungsrohren, in Steckdosen oder in elektrischen Geräten. Im Sommer wird sie auch im Freien an Hausmauern beobachtet. Anders als bei unseren einheimischen Ameisen, gibt es pro Volk viele Königinnen und auch viele Nester, die sich gegenseitig nicht bekämpfen.

Zur Bekämpfung muss eine Fachfirma zugezogen werden, welche nach einer Befallsabklärung die Pharaoameisen im ganzen Ge- bäude mit geeigneten Produkten bekämpft.

Dabei ist äusserst wichtig, dass zusätzlich zu den Köderdosen nicht noch mit Insektenspray bekämpft wird, da dies die Ausrottung der Pharaoameisen im ganzen Gebäude verhindern kann.

Bernsteingelb mit schwarzem Hinterende, Arbeiterinnen sehr klein, nur etwa 2 mm lang, Königinnen höchstens 5 mm lang, sehr schlank.

Gründet viele Nester an warmen Orten, bildet Strassen, bewegt sich langsam.

Keimüberträger, Risiko der Weiterverschleppung, befällt eiweiss- reiche Lebensmittel.

Kontrolle von Warenlieferungen, elektronischen Geräten, Lebens- mittel.

Muss durch eine Fachfirma durchgeführt werden, niemals mit In- sektizidspray.

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Rote Waldameise (Formica rufa) (geschützte Tierart)

Von typischer Ameisengestalt, die Männchen ganz schwarz, die Weibchen schwarz und rot, ähnlich auch die ungeflügelten Arbei- terinnen. Auf dem Kopf sitzen Fühler, die geknickt sind. Ameisen besitzen kauende Mundwerkzeuge. Flügel gibt es nur bei den Ge- schlechtstieren; sie werden nach dem Paarungsflug abgeworfen. Körperlänge 4–11 mm.

Besonders in Nadelwäldern weit verbreitet und häufig. Die Art bewohnt grosse Bauten, die oberirdisch aus Nadeln und kleinen Zweigstücken bestehen und einige Jahre alt werden können.

Nach der Paarung und dem Abwerfen der Flügel beginnt das weib- liche Tier, die Königin, ein neues Volk zu gründen. An geeigneter Stelle im Boden baut sie kleine Kammern, in die die ersten Eier ab- gelegt werden. Bald gibt es die ersten Arbeiterinnen (verkümmerte Weibchen), die nun alle Arbeiten ausführen, den Bau erweitern, Baumaterial zusammentragen, Nahrung suchen und die Larven und Puppen betreuen. Im Bau wird für ein möglichst gleichssiges Klima gesorgt. Dabei verständigen sich die Tiere untereinander durch Betasten mit den Fühlern (s. Foto). Ein anderes Kommuni- kationsmittel sind Duftstoffe, die man auch Sozialhormone nennt. Zu bestimmten Zeiten entstehen die geflügelten Geschlechtstiere, die den Bau verlassen. Die Zahl der Tiere, die einen grossen Bau bewohnen, kann über 100 000 betragen. Geschützt.

Eingetragen werden kleine Insekten und andere Tiere, aber auch süsse Säfte und Ausscheidungen von Blattläusen.

Zugänge unterbrechen, so dass keine Wege ins Haus möglich sind.

Einsammeln, in Behältern laufen lassen und dann im Wald aus- setzen.

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Zoologie der Insekten

Allpura-Autorenteam 04052 2 – 2014 Zoologie der Insekten Aussehen /Merkmale Vorkommen/Verhalten Entwicklung

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04 Zoologie der Insekten

04 Zoologie der Insekten Aussehen /Merkmale Vorkommen/Verhalten Entwicklung Besonderes 4 Rote Knotenameise (Myrmica

Aussehen /Merkmale

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Besonderes

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Rote Knotenameise (Myrmica rubra)

(rote Gartenameise)

Hautflügler, Hymenoptera

Diese Art ist wesentlich kleiner als die vorhergehende, hat einen zweigliedrigen Hinterleibsstiel und am Bruststück 2 nach hinten gerichtete Dornen. Die Männchen dieser Art sind schwarz gefärbt, Königin und Arbeiterinnen kastanienbraun. Letztere haben einen Wehrstachel.

Auf Wiesen und in Gartenböden weit verbreitet und oft häufig, sogar lästig. Die Tiere sind besonders im Sommer und Herbst zu beobachten, sowohl in ihren Erdhügelbauten als auch in Paarungs- schwärmen.

Lebensweise: Bewohner offener Landschaften und Allesfresser. Einige Schmetterlingsraupen aus der Gruppe der Bläulinge leben zeitweise als Parasiten in den Nestern dieser Ameise. Es gibt ei- nige sehr ähnliche Arten.

Wird in der Schweiz nur selten und nur in wenigen Kantonen an- getroffen.

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Fliegen

Die Lebensdauer einer ausgewachsenen Fliege beträgt oft nur wenige Wochen oder Tage. Die größte Lebensspanne nimmt das Larven-Stadium ein. Ihre Hauptaktivität als Imago entfaltet sie in unseren Breiten von April bis Oktober. Den Winter können die Tiere in allen Lebensstadien an und in geschützten Lebensräumen über- stehen. Zahlreiche Arten sind sogar als erwachsene Tiere nur im Winter aktiv.

Schmeissfliege (Calliphora spec.)

Weltweite Verbreitung. Gefährliche Gesundheitsschädlinge. Ver- unreinigung und Infizieren von Nahrungsmitteln mit Kot, Speichel und Krankheitserregern. Die Aufnahme von Flüssigkeit aus Fäka- lien stimuliert die Eiproduktion, die Aufnahme von Flüssigkeit von Fleischoberflächen regt die Eiabgabe an. Die Übertragung von Krankheitskeimen geschieht somit in einem logischen Ablauf.

Obligatorische Fleischbrüter. Entwicklungssubstrate sind Fleisch, also auch Fischfleisch, Produkte aus diesen Materialien, Leichen u. ä. Weibchen setzen Eigelege auf dem Substrat ab. Etwa 100 bis 150 Eier je Weibchen werden erreicht. Die Maden schlüpfen nach wenigen Stunden. (Die Schlupfzeit hängt vom Reifestatus der Ma- den in den Eiern ab.) Die Larven entwickeln sich in etwa 7 Tagen, wandern dann aus dem Entwicklungsmedium aus, verpuppen sich (wenn möglich) im Erdboden zu den Tönnchenpuppen. Die Puppen- ruhe dauert etwa eine Woche, danach schlüpfen die erwachsenen Fliegen. Die Begattung der Weibchen geschieht bald danach. Nach einer Eireife von etwa 1 bis 2 Tagen werden die ersten Eigelege abgelegt.

Setzen sich auf offene, ungekühlte Lebensmittel usw. ab, aber auch auf offene Wunden (sofort desinfizieren!)

Fenster mit Fliegengitter bestücken.

Klebefallen auslegen – Fleischstücke an Klebefallen montieren. Fachmann beiziehen für weiteres Vorgehen.

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04 Zoologie der Insekten

04 Zoologie der Insekten Aussehen /Merkmale Vorkommen/Verhalten Entwicklung Schaden/Nahrung Vorbeugen Bekämpfung 6

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Grosse Stubenfliege (Musca domestica)

Weltweite Verbreitung, verunreinigt durch Kot und Speichel Nah- rungsmittel verschiedenster Art. Hält sich als erwachsene Fliege auch auf Kot auf, legt dort bevorzugt Eier ab. Stubenfliegen sind Gesundheitsschädlinge. Krankheitserreger hängt von dem infizier- ten Substrat und der Möglichkeit des Kontaktes durch Fliegen ab.

Die Weibchen postieren etwa 6–8 Eigelege auf das Entwick- lungssubstrat. Derartige Medien können Kot oder anderes sich zersetzendes Material sein (häufig in Komposthaufen). Nach ei- nigen Stunden, im Durchschnitt nach etwa 12 Stunden, schlüpfen die Maden, die nach etwa 7 Tagen ausgewachsen sind und sich verpuppen (Tönnchenpuppen). Die Puppenruhe dauert 5–7 Tage, danach schlüpft die erwachsene Fliege. Nach der bald erfolgenden Begattung werden nach 2–3 Tagen die ersten Eigelege abgesetzt.

Setzen sich auf offene, ungekühlte Lebensmittel usw. ab, aber auch auf offene Wunden (sofort desinfizieren!)

Fenster mit Fliegengitter bestücken.

Klebefallen auslegen – Fleischstücke an Klebefallen montieren. Fachmann beiziehen für weiteres Vorgehen.

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Frucht-, Tau- oder Essigfliegen (Drosophila spec.)

Weltweite Verbreitung. Treten auf in Zusammenhang mit Obst-, Gemüse-, Wein- und Essigproduktion usw. Sie werden angelockt durch sich zersetzendes pflanzliches Material, z. B. auch durch rei- fes Obst, den Duft von sauren Gurken (Essig!), gammelndes Obst und Gemüse, faulende pflanzliche Abfälle. Durch massenhaften Anflug können sie äusserst lästig werden. Befallene Lebensmittel gelten als verdorben.

Die Eier werden an das Entwicklungssubstrat gelegt, die Entwick- lungsdauer der Larven beträgt etwa zwei Wochen, abhängig von der jeweils herrschenden Temperatur.

Befallenes Gemüse und Obst verdirbt schnell.

Kein Obst und Gemüse offen liegen lassen (möglichst kühl lagern).

Verdorbene Lebnesmittel sofort entsorgen. Eventuell andere Quel- len oder Ursachen finden und dann verhindern.

Wenn kein Erfolg, eine Fachfirma hinzu ziehen.

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Zoologie der Insekten

Allpura-Autorenteam 04052 2 – 2014 Zoologie der Insekten Aussehen /Merkmale Vorkommen/Verhalten Entwicklung

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04 Zoologie der Insekten Aussehen /Merkmale Vorkommen/Verhalten Entwicklung Schaden/Nahrung Vorbeugen Bekämpfung 8 3

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Flöhe

Welt weit kennt man 1100 verschiedene Floharten, von denen nur eine an den Menschen gebunden ist. Alle anderen leben auf Hun- den, Katzen, Schafen, Dachsen, Igeln, Wildkaninchen und vielen anderen Säugetieren sowie auf Vögeln. Die Bindung ist nicht ab- solut. So springen durchaus Katzen- oder Hundeflöhe auf den Men- schen, doch im Allgemeinen nur, wenn der entsprechende Wirt fehlt. Flöhe sehen sich ausserordentlich ähnlich. Sie werden an der Kopfform und deren Beborstung unterschieden.

Menschenfloh (Pulex irritans)

2–3 mm gross. Flügellos, Körper seitlich stark abgeflacht, blut- saugende, stechende Mundwerkzeuge, auffallend kräftige Hinter- beine, mit denen Menschenflöhe 25 cm weit und 20 cm hoch sprin- gen können; rund 100-mal weiter als ihre Körpergrösse. Umgerech- net müsste ein 1,65 m grosser Mensch 165 m weit springen!

Weltweite Verbreitung. Treten in Siedlungen des Menschen auf. Dank moderner Hygiene gilt der Menschenfloh in zivilisierten Län- dern als Rarität. Doch in den warmen Ländern tritt er stellenweise noch sehr häufig auf.

Das Weibchen legt bis zu 400 Eier. Larven klein, madenartig, bein- los; wachsen in Spalten, Bodenritzen, unter Tapeten und ähnlichen Nischen heran. Unter günstigen Bedingungen (warm und trocken) rasche Entwicklung mit mehreren Generationen im Jahr.

Larven leben von abgestorbenem organischem Material. Flöhe saugen Blut. Früher waren sie Pestüberträger.

Staubsaugersäcke fachgerecht entsorgen. Bei Früherkennung der Stiche, evtl. einen Arzt aufsuchen.

Ritzen und Löcher mit Dampf mehrmals aussprühen.

Wenn kein Erfolg, eine Fachfirma hinzu ziehen.

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Tierfloh

Unter diesem Überbegriff sind hier vor allem die Katzen/Hunde- sowie die Hühner oder Vogelflöhe aufgeführt.

Weltweite Verbreitung. Flöhe leben auf Warmblütern, ihre Lar- ven wachsen in Nestern heran, die man am Boden oder in Baum- höhlen und Nistkästen findet. Sie treten regelmässig und auch massenhaft auf.

Im Gegensatz zum Menschenfloh weisen Tierflöhe einen Jahres- rhythmus auf: vom Frühjahr bis zum Herbst eine oder mehrere Ge- nerationen. Vollkerf (ausgewachsenes, geschlechtsreifes Insekt = Imago) überwintert.

Sie ernähren sich von Blut und verwesenden Resten.

Aas, das heisst, faulendes Fleisch, Kot, Kacke, Kadaver, Mist usw. sofort entfernen.

Haustier oft kontrollieren und beim vorhanden sein mit Flohpräpa- raten vom Tierarzt behandeln.

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Zoologie der Insekten

Allpura-Autorenteam 04052 2 – 2014 Zoologie der Insekten VoAurkssomehenme/Mn/Vererkmhaallteen Entwicklung

VoAurkssomehenme/Mn/Vererkmhaallteen

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04 Zoologie der Insekten Aussehen /Merkmale Vorkommen/Verhalten Entwicklung Schaden/Nahrung Vorbeugen Bekämpfung 10

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Katzenfloh (Ctenocephalides felis)

Katzenflöhe sind nicht selten und kommen immer wieder vor. Sie befallen auch Hunde, Marder, Dachse, Füchse, Mäuse usw. und bewohnen gleichzeitig deren Nester oder Bauten. Sie sind sehr beweglich, können bis 40 cm weit und bis 20 cm hoch springen. Erwachsene Flöhe sind permanente Parasiten, die sich in die Haut von Säugetieren bohren und blutsaugen. Sie können aber auch sehr lange Zeit, bis zu einem Jahr, ohne Nahrung am Leben bleiben. Zum Teil übertragen Läuse gefährliche Krankheiten wie Fleckfie- ber, Pest usw.

r die Fortpflanzung ist bei den Flöhen eine Blutmahlzeit notwen- dig, und dabei nehmen sie mit einer Mahlzeit bis zum 15-fachen ihres Körpergewichtes auf. Nach der Blutmahlzeit findet normaler- weise die Paarung statt, und innerhalb 30 bis 50 Stunden erfolgt dann die Eiablage. Im Durchschnitt entwickeln sich 40% dieser Eier bis zum Erwachsenenstadium. Die Fortpflanzung ist enorm. Bei op- timalen Bedingungen von 19 bis 30 °C Wärme und von etwa 75% Luftfeuchtigkeit können von einem Floh 300 bis 500 neue Flöhe entstehen.

Bei Flohbefall einer Katze findet man im Fell eine Art schwarze Krü- mel. Das ist Flohkot, ein Tropfen, der vom er wachsenen Floh, wenn er mit der Mahlzeit fertig ist, ausgeschieden wird. Dieser Tropfen wird später von Nachwuchsflöhen wieder gefressen. Sollte sich eine Katze häufig und intensiv kratzen, besteht die Möglichkeit, dass sie Flöhe hat. Wenn sie dann sogar Flöhe frisst, gibt es die Gefahr, dass sich bei ihr ein Bandwurm einnistet, denn Flöhe die- nen dem Bandwurm als Zwischenwirt.

Flöhe reagieren auf Bewegungen und Lichtveränderungen. Wenn ein weisses Tuch über den Boden gelegt wird, springen Flöhe dar- auf, und so kann das Vorhandensein von Flöhen feststellt werden.

Haustier oft kontrollieren und beim vorhanden sein mit Flohpräpa- raten vom Tierarzt behandeln.

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Vogelfloh (Ceratophyllus)

Dunkelbraun bis schwarz, abgeflachter Körper, etwa 3mm klein.

Achtung bei Vogelnestern am Haus oder im Garten! Warmes, son- niges Frühjahrswetter – jetzt sticht er wieder!

Frühlingshafte Temperaturen manchmal schon im Januar laden zu Spaziergängen oder zum Aufenthalt im Freien ein. Auch Vogelflöhe erwachen aus ihrer Starre und warten auf Vögel r ihre erste Blut- mahlzeit. Kommt aber ein Mensch oder Säugetier in die Nähe des Vogelnestes, so werden auch diese angesprungen und gestochen.

Bei warmem Wetter im späten Winter oder im Frühjahr springen die Flöhe aus Vogelnestern jedes sich bewegende Objekt an.

Befall von oben: Stiche häufig im Nacken oder an den Armen. Befall vom Boden her: Stiche an den Beinen.

Falls Sie am Haus Vogelnester oder im Garten Nistkästen haben, können diese Vogelflöhe oder anderes Ungeziefer enthalten. Vo- gelnester sollten im Winter bei tiefen Temperaturen entfernt wer- den. Zu dieser Zeit leeren Sie am besten auch Ihre Nistkästen. Ver- wenden Sie dazu immer Handschuhe! Das alte Nistmaterial sollte im Abfall entsorgt werden. Wenn Sie das Material einfach in die Rabatte streuen, verteilen Sie gleichzeitig die Flöhe! Lagern Sie das entfernte Nistmaterial an der Kälte und geben Sie es erst am Sammeltag in den Abfallsack, sonst gibt es plötzlich in der Küche eine Flohinvasion.

Nistkästen sollten den Vögeln zuliebe vor der nächsten Brutsaison geleert werden. Schauen Sie die Nistkästen gut an, bevor Sie dort Hand anlegen. Die etwa 3 mm kleinen, dunklen Vogelflöhe sind, falls vorhanden, gut an der sonnigen Aussenseite zu sehen. Wenn Sie Flöhe sehen, können Sie den Kasten zuerst mit einem Insekti- zidspray behandeln. Danach wird er entleert und mit heissem Sei- fenwasser gut gewaschen.

Der Nistkasten selbst kann mit einem Spray behandelt werden, bei Befall im Haus sollte eine Fachfirma beigezogen werden.

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Zoologie der Insekten

Allpura-Autorenteam 04052 2 – 2014 Zoologie der Insekten Aussehen /Merkmale Vorkommen/Verhalten Entwicklung

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04 Zoologie der Insekten

04 Zoologie der Insekten Aussehen /Merkmale Vorkommen/Verhalten Entwicklung Schaden/Nahrung Vorbeugen Bekämpfung 12 4

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Käfer

Reismehlkäfer (Tribolium casteneum)

Erwachsener rotbrauner Käfer wie eine «kleinere Ausgabe» des Mehlkäfers von etwa 2,3– 4 mm Länge, Körperform von länglicher, abgeflachter Gestalt, rotbraun gefärbt, Körper leicht glänzend, Au- gen durch (seitliche) Wangen geteilt in oberen und unteren Augen- abschnitt. Fühler mit dreigliedriger Endkeule.

Larve lang gestreckt, gelblich, am Hinterleibsende zwei spitze An- hänge.

In vorgeschädigtem Getreide und Getreideabrieb, in Mehl und Mehlprodukten, in Erdnüssen, Kopra, Drogerie-, Back- und Teigwa- ren, Kakao, Erdnüssen, Dörrobst und vielen anderen pflanzlichen Vorräten. Sehr häufiger Schädling in Vorräten und Lebensmitteln. Wegen seiner Kälteempfindlichkeit bei uns selten auf Speichern.

Gehören wie die Mehlkäfer zu den Dunkelkäfern und benötigen für eine Generation etwa 3–4 Monate (bei Zimmertemperatur), so dass mehrere Generationen pro Jahr zu einer hohen Individuen- dichte führen können. Die sehr wanderlusitgen Weibchen legen während ihres 3-jährigen Lebens 300–1000 Eier auf dem Nähr- substrat ab. Die gelbbraunen Larven werden bis zu 9 mm lang. Nach der Verpuppung. schlüpfen die Adulten binnnen 2 Wochen; Larven- und Puppenhüllen bleiben im Abstrat zurück.

Vorratsschädling. Durch Verunreinigung werden die gelagerten Vorräte klumpig und zusätzlich durch Bakterien und Pilzbefall ge- schädigt. Verursachen keine Krankheiten.

Gertreideprodukte trocken und möglichst verschlossen lagern; im Haushalt: befallene Vorräte wegwerfen.

Chemobekämpfung durch Fachpersonal. Leere Speicher etc. mit Insektiziden aussprühen oder ausnebeln.

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Rüsselkäfer/Kornkäfer (Familie Cucurlionidae/Sitophilus granarius)

Zur Rüsselkäferart gehören gefürchtete Pflanzenschädlinge:

Dickmaulrüssler, gefürchtete Lapenrüssler

Erwachsener Käfer: Kopf mit ausgezogenem, leicht nach unten gebogenem Rüssel. Dunkelbraun bis schwarz. Max. 5 mm lang. Halsschild mit groben länglichen Grübchen, Deckflügel mit Punkt- reihen, flugunfähig.

Larven gedrungen, weich, beinlos, brauner Kopf. Liegt gekrümmt im ganzen Getreidekorn.

In Getreidespeichern, im Schüttgut. Überwiegend an Weizen, Rog- gen, Gerste, selten an Substraten.

In Haushalten an ähnlichen Produkten oder Mixturen, die Getreide- körner enthalten, sowie an Futter für kleine Haustiere (Hamstern, Mäuse, Meerschweinchen usw.).

In landwirtschaftlichen Betrieben in Tierfutter, von Futterlagerstel- len ausgehend häufig Einwanderungen in Wohnhäuser.

Die gesamte Entwicklung erfolgt innerhalb der befallenen Körper, die charakteristische Bohrlöcher zeigen, die von den Weibchen zur Eiablage in 100 bis 200 Körner angebracht und danach mit ei- nem Sekret versiegelt werden. Die Körner werden von den fusslo- sen, lichtscheuen Larven bis zur Verpuppung völlig ausgefressen, so dass schliesslich nur noch die durchlöcherte Hülle verbleibt. In einem Jahr werden mehrere (4–6) Generationen ausgebildet, so dass es schnell zu einem Massenbefall kommen kann.

Vorratsschädling. Gelagerte Getreide können z. T. völlig vernichtet werden, da immer nur innere Körnerlagen befallen werden und ohne Umschaufeln das Auftreten der Käfer unbemerkt bleibt. Das befallene Getreide ist stark erwärmt, wirkt pappig und riecht muf- fig. Durch die Feuchtigkeit kommt es zu starkem Pilz- und Bakteri- enwachstum mit den dadurch bedingten Folgeschäden. Diese Kä- fer sind die bedeutesten Schädlinge in Getreidelagern. Allergien, insbesondere bei sekundärem Milbenbefall häufig.

Regelmässige Kontrolle durch Umschaufeln; Temperaturmessun- gen der Getreidehaufen; trockene, zugangslose Lagerung.

Chemobekämpfung durch Fachpersonal.

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Zoologie der Insekten

Kornkäfer Reiskäfer
Kornkäfer
Reiskäfer

Aussehen /Merkmale

der Insekten Kornkäfer Reiskäfer Aussehen /Merkmale Larv e de s Kornkäfers Vorkommen/Verhalten Entwicklung

Larve des Kornkäfers

Vorkommen/Verhalten

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Schaden/Nahrung

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04 Zoologie der Insekten

04 Zoologie der Insekten Aussehen /Merkmale Vorkommen/Verhalten Entwicklung Larve Puppe Schaden/Nahrung Vorbeugen

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Insekten Aussehen /Merkmale Vorkommen/Verhalten Entwicklung Larve Puppe Schaden/Nahrung Vorbeugen Bekämpfung 14

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Nagekäfer/Brotkäfer (Familie Ptinidae/Stegobium paniceum)

Erwachsene Käfer länglich-oval, braun, Kopf von oben meist nicht sichtbar.

Fühler leicht geknickt, mit dreigliederiger Keule. Körperlänge schwankt zwischen 2,7 und 3,7 mm. Larve mit hellbrauner Kopf- kapsel, fleischig, engerlingsartig, etwa 5 mm.

In allen trockenen Backwaren, Getreidekörner, Hülsenfrüchte, Pel- lets u. ä., in Teigwaren, Suppenwürfeln, Tütensuppen, Kakaopulver, Trockenhefe, Teesorten, auch in trockenen Pilzen. Häufiger Schäd- ling in Drogerien und Lebensmittelbereichen sowie Haushalten.

Das gut fliegende Weibchen legt etwa 100 Eier ab. Die daraus schlüpfenden Larven suchen selbsttätig ihr Nahrungssubstrat auf. Zum Schlüpfen werden 1–2 Wochen benötigt, und die Larven sind so klein (0.5 mm), dass sie in fast jede Packung eindringen können. Ältere Larven sind zudemin der Lage, Verpackungsmaterial zu zer- nagen. Der Puppenkonkon wird unter Verwendung von Nahrungs- teilchen gesponnen. Die gesamte Entwicklung dauert bei Zimmer- temperatur 2–3 Monate, im Freien etwa 1 Jahr.

Vorratsschädling. Charakterisitsch sind die runden Ausfluglöcher sowie die Bohrgänge die von den Larven in die festen Substrate hineingefressen werden. Wegen seines unspezifischen Futterbe- darfs kann er bei vielen Vorräten grossen Schaden anrichten.

Lebensmittel gut verschliessen. Selten Allergien.

Chemobekämpfung durch Fachpersonal.

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Hausbock (Hylotrupes bajulus)

Dunkelbraune bis schwarze Käfer mit einem eher flachen Körper und ovaler Form. Über beide Flügeldecken zwei typisch weisse Flecken aus weissen Härchen. Auf dem mit weissen Härchen besetzten Hausschild zwei schwarze Höcker. Männchen nur 8 mm, Weibchen 10 bis 25 mm lang. Larven elfenbeinfarbig bis 30 mm lang mit kräftigen, kurzen schwarzen Mundwerkzeugen.

In Holzritzen, Holzlücken und Holzspalten von bearbeitetem Nadel- holz, nagen sich Hausbocke ins Holz, vor allem in den Dachstöcken. Laubholz wird nicht angegriffen.

Die Weibchen legen in 4 bis 7 Gelege je 50 bis 100 Eier.

Die Eier sind weiss und zirka 2 mm lang. Nach 2 bis 3 Wochen schlüpfen kleine Larven die sich ins Holz einnagen. Die Larven- entwicklung kann anschliessend, während sie sich im Splintholz ernährt, mehrere Jahre dauern. Die Verpuppung findet im Frühling statt und dauert etwa einen Monat. Der Käfer verlässt das Holz durch ein ovales zirka 4 mm grosses Loch und lebt dann nachtaktiv 2 bis 4 Wochen, nimmt keine Nahrung zu sich.

Der Hausbock ist ein Zerstörer von Nadelholz. Wärme von 25 bis 30 Grad ist r die Larvenentwicklung ideal, um Gänge ins Holz zu fressen und damit wird Nagemehl produziert. Holz, zum Beispiel Dachbalken, werden oft bis auf den Kern völlig zerstört. Hölzer, die älter als 50 Jahre alt sind, werden, bedingt durch fehlende Nähr- stoffe, selten befallen.

Es empfiehlt sich das verdächtige Holz mittels einer regelmässi- gen Befallkontrolle auf das Vorkommen von lebenden Larven und Puppen zu untersuchen indem das Holz mit einem Beil abgekantet wird. Durch vorbeugende Behandlung mit einem Holzschutzmittel kann der Befall wesentlich verhindert werden.

Die Bekämpfung richtet sich bei einem akuten Befall nach dessen Ausmass. Vielfach müssen Teile des Holzes ausgetauscht werden.

Vielfach müsse n Teil e de s Ho lzes ausgetauscht werden. Larve Frassbild © Copyrigh t

Larve

müsse n Teil e de s Ho lzes ausgetauscht werden. Larve Frassbild © Copyrigh t by

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04 Zoologie der Insekten Aussehen /Merkmale Vorkommen/Verhalten Entwicklung Schaden/Nahrung Vorbeugen 16 5 Läuse

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Läuse

Staubläuse (Psocoptera)

Kleine 1–2 mm grosse, zarte, meist hell gefärbte Insekten. Lange, zerbrechliche Fühler. Flügel unterschiedlich vorhanden. Einige Arten besitzen gut ausgebildete Vorder- und Hinterflügel, andere Arten nur Vorderflügel und verkümmerte bis fehlende Hinterflü- gel, einige Arten haben verkümmerte Vorderflügel oder sind völlig flügellos.

Charakterisch ist die ausgeprägte Lacina (=Innenlade des Ober- kiefers), die eine meisselartige Form aufweist («Entenschnabel»).

Viele Arten sind bei uns heimisch. Leben im Freien an Gehölzen, unter Baumrinde (heissen auch Rindläuse). Hauptsächlich Schim- melfresser, aber auch Eier von Insekten, die im Schimmelrasen leben.

Vorkommen in feuchten und muffigen Gebäuden, an schimmeligen oder muffigen Lebensmitteln. Mindestfeuchtigkeit ab etwa 70% r.F. (unter 65% kommt es zum Absterben der Staubläuse). Nahezu regelmässiges Auftreten in Neubauten, wegen der noch hohen Restfeuchte an noch nicht ausgetrockneten Wänden, feuchten Tapeten. In alten Gebäuden mit zu hoher Feuchtigkeit kommen sie ausserdem in Polstermöbeln, an Holzwolle oder altem Papier vor.

In Lebensmittelbereichen meist Begleiter in Verpackungslagern, besonders wenn kalt gelagert wird und die Kartonagen die Feuch- tigkeit anziehen.

Halten sich in Polstermöbeln, Papier, Bücher, Holzwolle usw. auf.

Entfeuchten, Staubsaugen mit Mikrofilter und Saugersack sofort entfernen. Neubauten richtig austrocknen, nötigenfalls Entfeuchtungsgerät einsetzen.

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Kopfläuse (Pediculus humanus capitis)

Anders als Parasiten, die sich nur unter mangelhaften hygienischen Bedingungen verbreiten, kommen Läuse überall und in allen Be- völkerungsschichten vor. Hauptursache für das Wiederaufkommen ist nebst der wachsenden Resistenz auch die zunehmende Mobilität der Menschen. Und wirklich schützen kann man sich von den Krabbeltieren nicht. Immerhin ist die Ansteckungsgefahr mit Läusen beschränkt. Kopfläuse verbreiten sich fast ausschliesslich über den direkten Kopf-zu-Kopf-Kontakt.

Im Fall einer Ansteckung muss man auch nicht die ganze Wohnung auf den Kopf stellen. Lebendige Läuse, die auf Kleidern, Plüschtie- ren oder Möbeln gefunden werden, sind bereits geschwächt. Denn zum einen müssen sich die Parasiten rund alle zwei Stunden von menschlichem Blut ernähren. Zum anderen sind ihre Klauen speziell auf die Fortbewegung auf menschlichem Haupthaar ausgerichtet. Andernorts sind Läuse praktisch bewegungsunfähig. Im Gegensatz zu anderem Ungeziefer übertragen Kopfläuse auch keine Krankhei- ten. Wer nicht überreagiert und die Behandlung richtig durchführt, kriegt die Läuse schnell in den Griff.

Läuse, und vor allem deren Eier, auch Nissen genannt, lassen sich beim sorgfältigen Durchkämmen mit einem speziellen Nissenkamm der Haare erkennen. Werden lebendige Läuse vorgefunden, ist eine Behandlung mit einem Laus-Shampoo aus der Apotheke angezeigt. Zusätzlich müssen die Eier und verbliebene Läuse mit einem Nis- senkamm entfernt werden. Diese Kämmprozedur sollte bei Befall zweimal wöchentlich wiederholt werden. Dabei sollte jede Strähne mindestens fünfmal durchgekämmt werden. Um das Kämmen zu erleichtern, sollten die nassen Haare mit einer Pflegespülung einge- rieben werden. Die Behandlung soll erst abgebrochen werden, wenn dreimal hintereinander keine Parasiten mehr gefunden werden.

Meldepflicht und Hausarzt kontaktieren.

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Zoologie der Insekten

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04 Zoologie der Insekten Vorkommen/Verhalten Entwicklung Vorbeugen 18 6 Milben (Acari) Milben gehören systematisch

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6 Milben (Acari)

Milben gehören systematisch gesehen zu den Spinnentieren. Die meisten Arten sind so klein, dass sie mit blossem Auge kaum wahr- genommen werden. Auch r Experten ist es mitunter nicht leicht, die Art korrekt zu bestimmen, zumal ständig neue Arten entdeckt werden. Bis 1989 waren 60 000 Milbenarten bekannt, mittlerweile dürften es erheblich mehr sein.

Im Nahbereich des Menschen sind es jedoch nur rund 40 Milben- arten (darunter 6 Zeckenarten, die zu den Milben gerechnet wer- den), die Probleme oder sogar gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen können. Diese Arten finden sich in den folgenden drei der insgesamt sechs Milben-Unterordnungen:

Sarcoptiformes: Krätzmilbe, Hausstaubmilbe, Horn- und Moosmilbe sowie fast alle vorratsschädlichen Milben.

Parasitiformes: Zecken und Vogelmilben

Trombidiformes: Laufmilben, z. B. Herbstmilben, Haarbalg- milben und Spinnmilben (Die restlichen 3 Unterordnungen hei- ssen Notostigmata, Holothyroidea und Tetrapodili.)

Ei sechsbeinige Larve achtbeinige Proto Deuto Trito- nymphe adultes Tier; Männchen und Weibchen können sehr verschieden aussehen.

Lebensmittel penibel, das heisst genau, fast kleinlich kontrollie- ren. Nahe Vogelnester entfernen. Sofort reagieren wenn die er- sten Milben sichtbar sind.

Um generell Erfolg zu haben, Fachfirma beiziehen.

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Vorratsschädliche Milben (Mehlmilben)

Milben sind unmittelbare Verwandte der Zecken, allerdings sind sie deutlich kleiner (meist unter 1 mm), stets behaart, und nur we- nige Arten saugen Blut. So wird je nach ihrer Ernährungsweise in Staub-, Vorrats-, Saug- bzw. Raub-, Nage- und Grabmilben (= minierende Arten) unterschieden.

Die Staubmilben bzw. Vorratsmilben fressen Detritus und/oder leicht zugängliche Nahrungsmittel des Menschen. Die Nagemil- ben ernähren sich von Hautschuppen ihrer Wirte, die Saugmilben nehmen Blut und/oder Lymphe ihrer Wirte auf, während die Grab- milben Gänge in der Haut ihrer Wirte anlegen. Der Mensch, seine Haustiere und das gesamte Haus können von Vertretern aller Grup- pen befallen werden.

Schuppen und Brösel, mit Verlaub, sind der Milben liebster Staub.

Fast unmöglich, da der Mensch und diverse Milbenarten einander brauchen.

Sehr individuell, meistens durch Fachärzte empfohlen.

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7 Motten (Tineidae)

Echte Motten sind eine Familie der Schmetterlinge. Sie sind eher klein bis mittelgroß und haben schmale, befranste Flügel. Die Rau- pen leben in Gespinströhren, in welchen ebenfalls die Verpuppung stattfindet. Einige von ihnen sind bedeutende Schädlinge an Vor- räten und anderen Materialien im menschlichen Umfeld. Bekann- teste Vertreter sind die Mehl- und die Kleidermotte.

Mehlmotte (Ephestia kuehniella)

Im Flug grau erscheinender Falter mit 20–25 mm Flügelspannweite. In Ruhestellung mit angelegten Flügeln etwa 10–14 mm lang. Ge- zackte dunkle Querbinden auf Vorderflügel. Hinterflügel hellgrau.

Die Mehlmotte ist weltweit verbreitet in Mühlen, Bäckereien, Silos und anderen Getreidelagern, Lebensmittelbetrieben und Haushalten.

Lebenszyklus der Motte

Eier Larve
Eier
Larve

Puppe

geschlechtsreife

Motte

ausgewachsene Larve

Der Schaden entsteht durch Larvenfrass, Spinntätigkeit und Kot, hauptsächlich in folgenden Substraten: Mehl, Getreide und Getrei- deprodukte aller Art, Nüsse, Backwaren, Hülsenfrüchte. Die per- manente Spinntätigkeit der Larven führt vor allem in Mühlen zu Verklumpungen des Mahlgutes und Verstopfen der Transportrohre.

Larven sofort entfernen. Schlupflöcher vermeiden. Hygieneanfor- derung erhöhen.

Motten-Klebefallen auslegen und gegebenenfalls eine Fachfirma beiziehen.

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Getreidemotte (Sitotroga cerealella)

Im Flug graugelblich erscheinender Falter mit 10–20 mm Flü- gelspannweite. In Ruhestellung mit angelegten Flügeln etwa 5–10 mm lang. Auffällig ist der Fransensaum sowohl an dem schmutzig-lehmgelben Vorderhals auch an den Hinterflügeln, die fast parallelseitige Form der Hinterflügel, die mit einem «Endfin- ger» ausgestattet sind, sowie die sichelförmig aufwärts geboge- nen Lippentaster.

Weltweit an eingelagertem feuchtem Getreide, Hülsenfrüchten und Samen, in wärmeren Ländern werden die noch nicht ausge- reiften Körner bereits auf dem Feld befallen.

Larvenfrass im Korninneren und Fensterfrass im letzten Larven- stadium zerstören nicht nur grosse Mengen an Produkten, son- dern beeinträchtigen auch Geruch und Geschmack der befallenen Güter.

Lagerräume trocken halten. Larven sofort entfernen. Schlupflöcher vermeiden. Hygieneanforderung erhöhen.

Motten-Klebefallen auslegen und gegebenenfalls eine Fachfirma beiziehen.

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8 Mücken (Nematocera)

Mücken gehören zu den Zweiflüglern (Diptera) innerhalb der In-

sekten (Insecta). Zu ihnen gehören als bekannteste einheimische

Vertreter die Stechmücken und die umfasst etwa 45 Familien.

Die Unterordnung

Stechmücke (Culex pipiens)

Etwa 0,5 cm lange, schlanke Mücke mit glasigen Flügeln. Sie trägt beim Stechen den Körper stets waagerecht und tastet mit dem vorderen Beinpaar wie mit Fühlern ihre Umgebung ab.

Stehende Kleingewässer oder flache, abgegliederte Buchten grö- sserer Gewässer. Bereits Regentonnen im Garten oder wasser- gefüllte Eimer, die mehrere Wochen stehen bleiben, reichen r die Entwicklung der Stechmückenlarven aus. Sie kommen in ganz Europa bis in die Tundra, und darüber hinaus in den angrenzenden Kontinenten vor.

Häufigkeit: Jahreszeitlich unterschiedlich; in kleingewässerreichen Landschaften und Flussauen sehr häufig; gebietsweise im Sommer in solchen Massen, dass sie bei einem Aufenthalt im Freien zur Plage werden.

Befruchtete Weibchen überwintern in Kellern oder Höhlen. Im Frühling beginnen sie mit der Eiablage. Die Eier schwimmen in dichter Packung an der Wasseroberfläche. Die gestreckten Lar- ven erkennt man an den seitlich abstehenden, nach hinten kürzer werdenden Borstenbüscheln. Mit besonderen Atembüscheln hän- gen sie schräg an der Wasseroberfläche nach unten und bewegen sich ruckartig. Die keulenförmige Puppe hängt ebenfalls mit zwei Atemröhrchen, der Hinterleib leicht gekrümmt, an der Wasserober- fläche.

Die Larven ernähren sich im Wasser von winzigen Algen und Kleinsttieren; die geschlüpften Weibchen brauchen für die Eirei- fung meistens eine Blutmahlzeit von Vögeln oder Säugetieren. Die Männchen ernähren sich von Pflanzensäften. Die besonderen Stechborsten fehlen ihnen.

Feuchtzonen meiden (Moorgebiete, Weiher, Flüsse usw.).

Drogerien haben sehr gute, empfehlenswerte, hautfreundliche Produkte.

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Malariamücken (Gattung Anopheles)

Nahe verwandt mit der Gemeinen Stechmücke. Es kommen auch in Europa Arten von Malariamücken vor.

Man erkennt sie an der schräg nach vorne-unten gerichteten Kör- perhaltung beim Stechen. Ihre Larven hängen flach unter der Was- seroberfläche; die Puppen krümmen den Hinterleib stärker ein, und die Eier tragen Schwimmkammern.

Um die Malariaparasiten übertragen zu können, müssen die Mü- cken zweimal stechen. Beim ersten Stich nehmen sie die Erreger aus dem Blut eines malariainfizierten Opfers auf.

Unter Zwischenschaltung komplizierter Vorgänge wandern die Er- reger aus dem Darm in die Speicheldrüse der Mücke, wo sie sich nochmals teilen. Sticht sie erneut einen Menschen, dann überträgt sie beim Einspucken des Speichels die Malaria. Diese Speichelgabe ist notwendig, weil das Blut in der engen Röhre des Mückenrüssels nicht gerinnen darf. Stechmücken übertragen in Mitteleuropa nor- malerweise keine Krankheiten!

Impfen und entsprechende Gebiete meiden.

Arzt aufsuchen bei Befall zwingend. Malariamücken sind bei uns in der Schweiz nicht heimisch.

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04 Zoologie der Insekten

04 Zoologie der Insekten Allgemeines 1 Antenne: Ein Sinnesorgan zum Tasten, Schmecken und Riechen. 2 Halsschild:

Allgemeines

04 Zoologie der Insekten Allgemeines 1 Antenne: Ein Sinnesorgan zum Tasten, Schmecken und Riechen. 2 Halsschild:

1 Antenne: Ein Sinnesorgan zum

Tasten, Schmecken und Riechen.

2 Halsschild: Hier mit 2 dunklen Längsstreifen.

3 Männchen

4 Weibchen mit Eipaket (Oothek), das bis kurz vor dem Schlüpfen getragen wird.

5 Cerci: Ein Sinnesorgan, mit dem die Schabe kleinste Schallwellen- und Luftdruck- veränderungen wahrnimmt.

6 Eipacket (Oothek), jede Kammer enthält eine Larve.

7 5 Jungtiere (Larven in verschiedenen Stadien)

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9 Schaben

Schaben bilden innerhalb der Klasse der Insekten eine eigene Ordnung, die Blattaria. Es sind etwa 3000 verschiedene Arten be- kannt, die meist in den bewaldeten, tropischen Zonen der Erde beheimatet sind.

Aber auch bei uns in Mitteleuropa gibt es freilebende Schaben- arten (z. B. Ectobius silvestris, die Waldschabe). In den Gebäuden können sie nicht überleben und sterben meist sehr schnell in dem für sie ungewohnten «tropischen» Klima eines Hauses.

Die bei uns in Gebäuden vorkommenden Arten sind ausnahmslos in den Tropen und Subtropen beheimatet gewesen. Sie benötigen für ihr Überleben auch in Mitteleuropa ihre ursprünglichen Lebens- bedinungen, wie Wärme, ausreichende Feuchtigkeit, Unterschlupf- möglichkeiten usw. Diese Bedingungen finden sie in solchen Be- reichen, in denen dieses Mikroklima relativ konstant vorhanden ist und die Tag- und Nachtschwankungen gering bleiben, wie z. B. moderne Bauten.

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Deutsche Schabe oder Hausschabe (Blattella germanica)

Auch als «Schwabenkäfer» oder Küchenschabe bekannt.

10 bis 15 mm lang. Sehr lange, kräftige, mit starken Dornen be-

setzte Beine, mit denen sie rasch laufen können. Obgleich beide Geschlechter voll ausgebildete Flügel besitzen, fliegen sie nur selten. Bei Gefahr versuchen sie, in Ritzen und Spalten zu ver- schwinden. Hellbraun, etwa 1 cm lang (ohne Fühler), Zeichnung auf dem Halsschild einheitlich braun, Ränder durchscheinend (die Deutsche Schabe hat zwei schwarze Längsstreifen auf dem Hals- schild).

Lichtscheu darum vor allem nachtaktiv, kann nicht fliegen.

In der warmen Jahreszeit (Mai bis Oktober) in Wohnräumen

In Mitteleuropa leben sie fast nur in menschlichen Behausun- gen, wo es das ganze Jahr über warm und trocken ist. Die ursprüngliche Heimat dürfte in Südasien gewesen sein. Heute ist die Hausschabe Kosmopolit, also fast weltweit zu Hause.

Sie ist die häufigste Schabe Mitteleuropas.

Wie alle Schaben beginnen sie die Balz mit einem stark ritualisier- ten Tanz, wobei das Weibchen mit den langen Fühlern des Männ- chen betrillert wird. Meist dauert es einige Zeit, ehe das Weibchen paarungswillig ist. Nach der Begattung legt das Weibchen etwa

30 Eier in einen Kokon, den es bis zum Schlüpfen der Jungen mit

sich herumträgt. Im Lauf eines Lebens bringt es ein Weibchen auf

3–4 Kokons.

Allesfresser. Gehen auch gern an menschliche Nahrungsmittel, wo sie Schaden anrichten können. Zudem sind sie zweifelsfrei Über- träger folgender Krankheiten: Milzbrand, Salmonellen und Tuber- kulose. Weiterhin ist sie auch ein Zwischenwirt für Fadenwürmer.

Klebefallen einsetzen und regelmässig Kontrollen durchführen.

Gegebenenfalls eine Fachfirma beiziehen.

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Orientalische Schabe (Blatta orientalis)

Auch bekannt als «Gemeine Küchenschabe».

2–2,5 cm lang. Typische Schabe mit bedornten Beinen und gut ausgebildeten Flügeln, das vordere Paar verstärkt. Flügel werden flach auf den Körper gelegt. Am Hinterleib erkennt man 2 kräftige Schwanzanhänge. Aufgrund ihres Körperbaus können sie ausge- zeichnet laufen und durch Ritzen schlüpfen.

Weltweit verbreitet. Als Kulturfolger findet man sie häufig in Häusern, freier Natur, in Wäldern, Feldgehölzen und im Mulm von lockeren Böden. Sehr lichtscheu.

Die stummelflügeligen Weibchen legen ihre bis 20 Eier in eine Eikapsel (Oothek). Nach 6 Larvenstadien ist die Schabe fertig entwickelt. Jungtiere haben das Aussehen stummelflügeliger Er- wachsener.

Allesfresser. Gehen auch gern an menschliche Nahrungsmittel, wo sie Schaden anrichten können.

Sind Krankheitsüberträger, daher sind Schaben und ihre Exkre- mente an Lebensmitteln nicht ungefährlich!

Schächte und dergleichen, sowie Aussenbereiche gut kontrollie- ren.

Eine Fachfirma beiziehen. Eventuell Monitoring einsetzen mit Cary-Präparaten.

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Amerikanische Schabe (Periplaneta americana)

2–4 cm lang. Typische Schabe mit grossem Halsschild, kräftigen Beinen, langen Fühlern und gut ausgebildeten Flügeln sodass sie flugfähig ist. Die Flügel des Weibchens sind etwas kleiner als die des Männchens. Obwohl flugfähig bringen sie sich aber vor allem durch Weglaufen in Sicherheit.

Kommen auf der ganzen Welt vor. Ursprüngliche Heimat ist wahr- scheinlich Südasien und nicht – wie der Name vermuten lässt – Amerika. In Mitteleuropa leben sie nur in warmen, trockenen Gebäuden. Sehr lichtscheu.

Sind häufig in Städten, vor allem in öffentlichen Gebäuden, wo sich diese Tiere trotz intensiver Bekämpfungsmassnahmen erfolgreich halten und fortpflanzen.

Die Kokons der Weibchen werden im lockeren Boden eingegra- ben und getarnt oder in Ritzen gut versteckt. Nach einiger Zeit schlüpfen die Jungen, die sofort laufen können und sich sogleich in Sicherheit bringen, wenn ein Lichtstrahl auf sie fällt.

Allesfresser. Gehen auch gern an menschliche Nahrungsmittel, wo sie Schaden anrichten können.

Sind Krankheitsüberträger, daher sind Schaben und ihre Exkre- mente an Lebensmitteln nicht ungefährlich!

Schächte und dergleichen, sowie Aussenbereiche gut kontrollie- ren.

Eine Fachfirma beiziehen. Eventuell Monitoring einsetzen mit Cary-Präperaten.

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04 Zoologie der Insekten Aussehen /Merkmale Vorkommen/Verhalten Entwicklung Bekämpfung 28 Gemeine Waldschabe (Ectobius

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Gemeine Waldschabe (Ectobius lapponicus)

1 cm lang. Kleine, sehr flinke Schabe mit ausserordentlich langen Fühlern, mit deren Hilfe sie sich in Ritzen und Spalten zurechtfindet und Geniessbares aufsrt. Beide Geschlechter haben gut ausge- bildete Flügel, sodass sie erwachsen voll flugfähig sind.

Bodenbewohner unter Laubbäumen, Sträuchern, Farnen, Heidel- beeren und anderen Pflanzen. Da sie gute Flieger sind, können sie rasch neue Lebensräume besiedeln. Sie sind in Europa von Nord- italien bis Lappland, im Osten bis Sibirien verbreitet.

Häufig. Fliegt oft bei gewissem Witterungsumstand in Wohnräume, gute Flieger, tagaktiv.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Schaben sind sie tagaktiv. Weibchen bauen einen nur wenige Millimeter grossen Kokon, in den sie die gut 20 Eier verpacken. Die Kokons der verschiedenen Schabenarten kann man aufgrund der Oberflächenmusterung gut unterscheiden. So sind die Kokons der Gemeinen Waldschabe quergestreift.

Die Waldschabe ist eine bei uns einheimische Schabenart, die im Sommer sehr zahlreich auftreten kann. Sie lebt in Grünanla- gen, bevorzugt um Häuser, und liebt es, sich an warmen Tagen an Hausmauern zu sonnen. Dabei kann es passieren, dass sie auch in Wohnungen eindringt. Zur heissesten Jahreszeit findet man häufig Männchen und Weibchen, da sie vor allem abends gerne in Innen- räume fliegen. Sie können dort nicht lange leben und vermehren sich auch nicht. Da die Waldschabe der Deutschen Schabe zum Verwechseln ähnlich sieht, ist es äusserst wichtig, dass sie von Fachleuten korrekt bestimmt wird.

Bei Waldschaben ist eine Bekämpfung nicht sinnvoll, da von aus- sen immer neue Exemplare in die Wohnung eindringen können. Das Anbringen von Fliegengittern an häufig geöffneten Fenstern ist die einzig wirksame Massnahme gegen Waldschaben.

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10 Silberfischchen

Silberfischchen (Lepisma saccharina)

7–10 mm lang. An den drei kurzen Körperanhängen, den langen Fühlern und vor allem an der silbrigen, feinen Körperbeschuppung leicht zu erkennen. Es gehört zu den flügellosen Insekten (Aptery- gota).