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FotoEspresso
Uwe Steinmüller, Gerhard Roßbach, Jürgen Gulbins

Viele aktuelle Themen

Es ist sicher eine spannende Zeit rund um die digitale stolzen Besitzern von Adobe Photoshop CS3 über die Mit einem Sprung geht es dann zurück in die har-
Fotografie – wobei die Spannung in den letzen drei Erweiterungen des ­Adobe Camera Raw Moduls 4.1 zu te Technik, wo Karl Obermayr einen recht detaillierten
bis vier Jahren eigentlich kaum einmal abgebrochen gute. Überblick zu dem Raw-Konverter SYLKYPIX gibt (ab
ist. Adobe hat inzwischen – nach öffentlichen Beta- Ein anderes Thema, das seit einiger Zeit in der Luft Seite 23). Dieses aus Japan stammende Tool hat in Eu-
versionen zumindest von Photoshop CS3 – ein wahres liegt – um nicht zu sagen ›die Luft schwängert‹ – ist das ropa bisher etwas unverdient ein Schattendasein ge-
Feuerwerk an Produkten auf den Markt gebracht, eine Thema HDRI – High Dynamic Range Images. Dies sind führt. Mit einer deutschen Oberfläche ist es nun auch
Flut von CS3-Suiten, und das in einem Ausmaß, dass Bilder, bei denen man mit geeigneten Verfahren den hier verfügbar und wird vom Franzis-Verlag vertrieben.
der gründliche Überblick schon etwas schwierig wird. Tonwertumfang erweitert hat. Deshalb finden Sie auch Wie so oft, wenn die Zeit zwischen zwei Foto­
Vieles davon war bereits bekannt und mancher wird hierzu einen Artikel von ������������������������������
Dieter Bethke�����������������
in dieser Ausga- Espresso-Ausgaben etwas lang war, weil Jürgen Gulbins
die öffentlichen Beta-Versionen genutzt haben, um be. Der Artikel (ab Seite 11) will einen ersten Einstieg wieder in den Tiefen eines neuen Buchs versunken war
sich selbst ein Bild zu machen. Nun sind sie aber wirk- in dieses Thema geben. In einer der nächsten Foto­ – dieses Mal war es ein Buch zu Lightroom, das es in
lich da und regulär zu kaufen – so man es sich leisten espresso-Ausgaben gibt es dann die Fortsetzung. Aus- Deutsch schon gibt und in Englisch geben wird – ist die
kann. 30-tägige Testversionen erlauben jedoch auch führlicher wird sich das Buch von Christian Bloch dann FE-Ausgabe wieder dick geraten. Wir gehen aber da-
denen einen Blick darauf zu werfen, die bisher die Be- mit dem HDRI -Thema beschäftigen. Es wird voraus- von aus, dass Sie dies nicht stören wird.
taversionen nicht genutzt haben. sichtlich im September 2007 beim dpunkt-Verlag auf
Deutsch erscheinen. Die englischsprachige Ausgabe Viel Spaß beim Lesen.
In der letzen Ausgabe – FE 1/2007 haben wir uns fast erscheint dieses Mal zuerst und zwar bei Rocky Nook
ausschließlich mit Lightroom 1.0 beschäftigt. Auch (www.rockynook.com), bereits im August 2007. Jürgen Gulbins
dieses Mal wird der erste Artikel wieder auf Lightroom Weitgehend losgelöst von der reinen Technik ist der Gerhard Rossbach
eingehen, denn Adobe hat seit Mitte Juni die englische Artikel von George
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Barr����������������������������
mit dem Titel ›Von den Mei- Uwe Steinmüller ll
und seit Freitag, dem 13. 7. 2007 (wir sind nicht aber- stern lernen – und aus den eigenen Fehlern‹ (ab Seite
gläubisch) auch die deutsche Version von Lightroom 17). Er gibt Anleitung, unter welchen ­Aspekten man
1.1 nachgeschoben. Was zunächst wie eine fast triviale Spitzenfotos – aber auch die eigenen Bilder – betrach-
Überarbeitung aussehen mag, zeigt, dass hinter den ten und bewerten kann, um die eigene fotografische
Kulissen die Adobe-Entwickler fast Tag und Nacht da- Sehfähigkeit zu schulen, um einen Kompositionsblick
ran gearbeitet haben müssen. Es sind sehr viele kleine, möglichst zu verinnerlichen, um Bilder künftig be-
aber beim genauen Hinsehen wesentliche Punkte, die reits intuitiv zu komponieren. Er zeigt das recht anspre-
sie verbessert haben. Ein Teil davon kommt auch den chend an einigen Bildern.

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Lightroom 1.1 Update
Uwe Steinmüller, Jürgen Gulbins

Lightroom 1.0, im Frühjahr auf den Markt gekommen, Funktionen erscheint. Ebenso willkommen ist,
war bereits ein recht ausgereiftes Produkt – aber eben dass eine Reihe von Einstellungen nun katalog-
eine Version 1.0, bei der immer noch eine Reihe von spezifisch sind.
Wünschen offen blieb und bei der – typisch für die
erste Versionen – auch einige offene Enden vorhanden
waren. Adobe hat inzwischen mit dem kostenlosen
Update auf Lightroom 1.1 einige dieser offenen Enden
besser verknüpft und einige der Schwachstellen beho-
ben. Es sind so viele, dass wir hier einen etwas gründ-
licheren Blick darauf werfen wollen.
Die Verbesserungen liegen in drei Bereichen:
1. Bessere Unterstützung mehrerer Bibliotheken
2. Verbesserungen bei Editierfunktionen
3. Verbesserungen beim Umgang mit Metadaten

Neues bei den Bibliotheken


Abb. 2:  Katalogeinstellungen mit dem Reiter ›Allgemein‹
Was sich zuvor Bibliothek nannte, heißt nun Katalog. Die
Änderung der Bezeichnung erscheint zunächst trivial,
schafft aber ein bisschen mehr Klarheit und passt sich
damit auch an die Namengebung anderer Programe an. Abb. 1:  Im Datei-Menü findet man die meisten
Wesentlich ist sicher, dass nun der Umgang mit der neuen Katalog-Funktionen.
mehreren Katalogen deutlich einfacher wird. Es gibt
jetzt explizit Funktionen zum Erstellen eines neuen Ka- Man erreicht sie über Datei>Katalogeinstel­lun­
talogs, zum Wechseln von einem Katalog zum anderen gen. Die Abbildungen 2 bis 4 zeigen die ent-
und zum Exportieren von Bildern (und Ordnern und sprechenden Möglichkeiten.
anderen Einheiten) in einen neuen Katalog. Nun gibt es Gerade das Importieren aus einem ande-
außerdem die Möglichkeit, Bilder aus einem anderen ren Katalog gefällt uns gut. Es erlaubt z. B. sehr
Katalog in den aktuellen zu importieren. Abbildung 1 ­elegant Bilder unterwegs auf einen Laptop zu
zeigt das neue Datei-Menü, in dem ein Teil der neuen importieren, dort zu inspizieren sowie zu be- Abb. 3:  Katalogeinstellungen mit dem Reiter ›Dateihandhabung‹

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Lightroom 1.1 Update – Fortsetzung

werten und unter Umständen ein bisschen zu bearbei- Bevor man Bilder aus einer LR-1.0-Bibliothek
ten. Zu Hause importiert man die Bilder dann aus dem importieren kann, muss diese zuvor explizit in ei-
Laptop-Katalog (der Laptop sollte über Netz zugänglich nen LR-1.1-Katalog konvertiert werden. Dies ist
sein) in den Katalog auf dem Arbeitsplatz. Dabei kön- in aller Regel unproblematisch, kann aber etwas
nen die Bilder zu­gleich mit kopiert werden (siehe Dia- Zeit dauern, wenn es sich um einen großen Ka-
log in Abbil­dung 5). talog handelt.

u  Abb. 4:  Katalogeinstellungen mit dem Reiter ›Metadaten‹

Abb. 5: 
Beim Import aus einem anderen Katalog
lässt sich angeben, was mit bereits
vorhandenen Bilder geschehen soll.

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Lightroom 1.1 Update – Fortsetzung

Was in LR 1.1 noch fehlt, ist die Möglichkeit, mehre- man dies, so kann man im nun erscheinenden Di-
re Kataloge gleichzeitig zu öffnen und Bilder einfach alog angeben, was alles synchronisiert werden
per Drag&Drop in einen anderen Katalog zu verschie- soll (Abb. 7).
ben oder zu kopieren. Neben diesen etwas größeren Neuerungen
Wechselt man von einem Katalog zum nächsten, so zur Ordnern und Katalogen gibt es eine Reihe
wird Lightroom (implizit) neu gestartet, was aber nicht kleinerer, jedoch ebenso willkommener Erweite-
allzusehr stört. rungen.
So kommt es beispielsweise zuweilen vor, dass
Ordner synchronisieren man einen Bildordner verschieben möchte – etwa
Abb. 6:  Dieses Pop-up-Menü erscheint durch einen Rechts-Klick auf den
Häufig importiert man Bilder aus einem Ordner und be­ auf eine neue Platte mit mehr Platz. Zwar ist dies
Ordner im ›Ordner‹-Panel von Lightroom.
lässt die Bilder darin, kopiert sie also nicht an die neue auch mit LR-Mitteln möglich, aber etwas unüber-
Stelle. Danach kommt es nicht selten vor, dass dort sichtlich, da nur ein Fenster vorhanden ist. Schnel-
neue Bilder hinzukommen, etwa da man aus mehreren ler und einfacher geht es mit dem Windows Ex-
Einzelaufnahmen ein Panoramabild zuammengesetzt plorer oder dem Finder von Mac OS. Damit
hat oder mehrere Einzelaufnahmen mit einem HDRI - stimmt nun aber Lightrooms Datenbank nicht
Werkzeug – wie im nachfolgenden Artikel beschrieben mehr. Gehen Sie dann einfach auf den LR-Ordner
– zu einem neuen Bild verschmolzen hat. Beides musste (im Ordner Panel) und rufen Sie über einen
bisher mit LR-externen Tools erfolgen. Lightroom kennt Rechts-Klick auf den Ordner die Funk­tion Fehlen-
dann die dort neu entstandenen Bilder zunächst nicht. den Ordner suchen auf. Lightroom kenn­zeichnet
Über die Funktion Ordner synchronisieren lassen zuvor ihren fehlen­den Ordner rot in der Ordner-
sich diese Bilder nachimportieren und weitere Ände- Liste, so dass er einfach erkennbar ist.
rungen abgleichen – etwa Metadaten, die mit einem
anderen Werkzeug verändert wurden (z.B. Bridge oder
Photoshop). Abb. 7:  Bei der Ordner-Synchronisation können Sie angeben, was alles
synchronisiert werden soll.
Am einfachsten öffnet man dazu das Ordner-Panel
im Bibliotheksmodus, selektiert mit der Maus den be-
treffenden Ordner und führt einen Rechts-Klick mit der Im erscheinenden Browser-Dialog zeigen Sie Light­
Maus aus. Im erscheinenden Menü finden Sie dann die room nun die neue Position an. Lightroom aktualisiert
Funktion Ordner Synchronisieren (siehe Abb. 6). Wählt damit seine Datenbank.

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Lightroom 1.1 Update – Fortsetzung

Erweiterungen im Modul ›Entwickeln‹


Im Modul ›Entwickeln‹ gibt es eine Reihe erfreulicher
Verbesserungen. Die nachfolgend beschriebenen
Funk­tionserweiterungen schlagen sich übrigens
– wenngleich mit etwas anderer Oberfläche – auch in
Adobe Camera Raw 4.1 nieder. Es lohnt sich also für
alle, die ACR 4.1 nutzen können, auf diese Version zu
aktualisieren.1 Zunächst gibt es eine Reihe kleinerer
Verbesserungen – etwa die Funktion Rand entfernen
als Ergänzung zu Chromatische Aberration unter Ob-
jektkorrektur. Gemeint sind hier Farbsäume – auch
Abb. 8:  Der Regler ›Klarheit‹ erhöht den Mikrokontrast im Bild, kann dabei aber bestimmte Bildpartien abdunkeln.
Blooming benannt – , die zuweilen an Kanten mit ho-
hem Kontrast auftauchen und sich durch den Überlauf
der Ladung von einer Sensorzelle in die benachbarte Schärfen
ergeben. Es gibt jedoch zwei größere Erweiterungen: Während JPEG -Dateien zumeist bereits etwas ge-
schärft aus der Kamera kommen – sie werden bereits
rr Klarheit (unter Grundeinstellungen) und von der Raw-Konvertierung in der Kamera geschärft
rr Schärfen (wurde sehr stark erweitert). –, müssen Raw-Dateien praktisch immer zusätzlich Abb. 9:  Die vier Regler der Funktion ›Schärfen‹ von LR 1.1
geschärft werden. (Eine Ausnahme sind Bilder, die mit
Klarheit ­einer Kamera mit ������������������������������
Foveon������������������������
-Sensor aufgenommen wer- Bevor man jedoch mit dem Schärfen beginnt, sollte
Der Regler Klarheit (siehe Abb. 8), zu finden im Block den). Dies ist auf den Farbinterpolationsprozess zurück- man sich zunächst eine Stelle im Bild aussuchen, die
Grundeinstellungen, erhöht den lokalen Kontrast eines zuführen, der bei der Raw-Konvertierung stattfindet. später ordentlich scharf erscheinen soll, und dort in
Bildes. Dieser wird auch als Mikrokontrast bezeichnet. Wie viel geschärft werden muss, hängt von der Kame- der Zoomstufe 1:1 hineinzoomen. Erst so kann man
Diese Funktion bringt bei vielen Bildern mit feinen ra, dem Bildmotiv sowie auch von Ihrem persönlichen die Schärfewirkung richtig bewerten. Lightroom warnt
Strukturen erhebliche Verbesserungen. Die beste Be- Geschmack ab (hier ist übrigens noch nicht das Aus- beim Schärfen auch mit einem , falls man nicht auf
schreibung besteht darin:  Einfach ausprobieren! gabeschärfen gemeint). Während LR 1.0 lediglich den 1:1 oder größer eingezoomt hat. Die neue Schärfe-
Regler Betrag anbot hat, Lightroom 1.1 hier deutlich funktion von LR 1.1 entspricht grob einem erweiterten
1 ACR 4.1 kann sowohl von Photoshop CS3 als auch von Photoshop zugelegt. Nun stehen vier Regler zur Verfügung (siehe ›Unscharf Maskieren‹ (USM) von Photoshop. Hier die
Elements 4 und 5 genutzt werden, nicht jedoch mit Photoshop CS2.
Für Photoshop CS2 sei ACR 3.7 empfohlen.
Abbildung 9): Funktion der Regler:

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Lightroom 1.1 Update – Fortsetzung

Steht Betrag auf null, wird nicht geschärft. Betrag


und Radius entsprechen weitgehend den gleichen Reg­
lern der Photoshop USM-Funktion. Mit dem Radius sollte
man vorsichtig umgehen. Ein Wert von 0,8–1,0 ist ein
guter Startwert. Nun regelt man den Betrag langsam
hoch, beginnend etwa bei 50 bis etwa 70–150. Achten
Sie darauf dass keine Artefakte sichtbar werden. Bisher
sollte dabei der Details-Regler noch auf null stehen! Nun
können Sie sehr vorsichtig den Details-Regler hochdre­
hen – sehr vorsichtig! Unsere Erfahrung spricht für Werte
zwischen 5 bis 15 – in aller Regel aber nicht über 20.
Abb. 9-a:
Sobald Artefakte sichtbar werden, sollte man etwas Ausschnitt mit ›Details‹ bei 0. Hier sind noch
zurückregeln. Die Abbildungenen 9-a bis 9‑c de­mon­ keine Artefakte erkennbar.
strieren den Effekt des Reglers Details. Es wird sicht­bar,
dass bei den gezeigten Reglerstellungen von Abbil-
dung 9-b�����������������������������������������������
��������������������������������������������������
und ������������������������������������������
9-c���������������������������������������
Artefakte bereits sehr deutlich sicht-
bar sind. Diese werden oft auch als Halos bezeichnet.
Der Regler Maskierung erlaubt das Schärfen auf
Kanten zu beschränken. Dies vermeidet beispielsweise,
dass weiche Verläufe unerwünscht geschärft werden
– etwa Wolken im Himmel. Bei Verwendung einer star-
ken Maskierung lassen sich Betrag und vorsichtig auch
Details etwas höher stellen (Details sollte aber in der
Regel den Wert 20 nicht überschreiten), ohne dass das
Bild dabei überschärft wird.
Wenn Sie beim Regeln die À-Taste (Mac: Á) drücken,
wird die Vorschau temporär als Graustufenbild ange­zeigt, Abb. 9-b:
was teilweise eine bessere Beurteilung des Schär­fens er­ Ausschnitt mit ›Details‹ bei 50. Hier sind die
laubt. Die genaue Darstellungswirkung der À/Á-Taste Artefakte bereits störend.

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Lightroom 1.1 Update – Fortsetzung

ist abhängig vom Regler, den man aktuell bedient. Die


Wirkung wird in den Abbildungen 10‑a bis 10‑d gezeigt.
Beim Regler Betrag sieht man das Bild einfach als Grau-
stufenbild, bei Radius wird eine Art Maske angezeigt,
die erkennen lässt, wie weit sich die aktuelle Radius­
wirkung in etwa erstreckt. Auch bei Details sieht man
a

Abb. 9-c:
Ausschnitt mit ›Details‹ bei 190. Hier sind die
Artefakte absolut inakzeptabel!

eine Art Maske, während bei Maskierung wirklich die Insgesamt gefällt uns die neue Schärfefunktion
Kantenmaske angezeigt wird. Wo die Maske schwarz recht gut. Regeln Sie aber langsam, da das Aktualisie-
ist, wird nicht geschäft, wo sie weiß ist, wird voll ge- ren der Vorschau einiges an Rechenleistung kostet und
schärft, und in den Graubereichen entsprechend schwä- man sonst sehr leicht überregelt und nutzen Sie den
cher. Details-Regler zurückhaltend.
b c d

Abb. 10:  Die Abbildungen A bis D zeigen die unterschiedliche Wirkung der À/ à -Taste beim Arbeiten mit den Schärfe-Reglern auf die Vorschau.

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Lightroom 1.1 Update – Fortsetzung

Metadaten vornimmt. Dies wirkt sich aber nur auf die in der
Auch bei den Metadaten gibt es eine Reihe von Ver- Rasteransicht gerade selektierten Bilder aus.
besserungen (hier aus der Liesmich-Datei von LR 1.1
übernommen): rr Das Feld, welches den Urheberstatus eines Bildes an-
zeigt, wird nun auch im Panel Metadaten angezeigt:
rr So werden beispielsweise nun auch Schnappschüs-
se in dem XMP-Block der Metadaten gespeichert.

rr Selektiert man Bilder im Filmstreifen oder der


Rasteransicht und gibt nun Z- (S) (Mac: Â- (S))
ein, so werden die Metadaten dieser Bilder aus der
LR-Datenbank in die XMP-Strukturen dieser Bilder Abb. 11:  Der Metadatenbrowser zeigt nun weitere Meta­daten­
Abb. 11:  LR zeigt nun auch den Copyright-Status. klassen an.
geschrieben.

rr Auch Stichworthierarchien wandern nun in die rr Der Metadatenbrowser zeigt nun auch ISO-Emp- (Mac: Â), um mehrere Kriterien im Metadaten-
XMP-Struktur. Werden Metadaten mit anderen Edi- findlichkeit, Blende, Verschlusszeit und Beschriftung Panel mit Klicks zu verknüpfen.
toren gelöscht, so bleiben sie in Lightroom immer (Farbmarken, siehe Abb. 11). 
noch erhalten. Sie stehen noch in der Lightroom-   Der Metadatenbrowser ist übrigens ein Werk­zeug, rr Das Panel Metadaten hat nun bei einigen Feldern
Datenbank (dem Katalog). das Sie sich wirklich einmal genauer anschauen rechts einen kleinen Aktionspfeil. Die Aktion, die
soll­ten. Es lassen sich damit beispielsweise extrem Lightroom ausführt, wenn man darauf klickt, ist
rr Synonyme für Stichwörter werden nicht in die XMP- schnell alle Aufnahmen finden, die mit einem abhängig vom angeklickten Feld. Bei den meisten
Struktur der Bilddateien geschrieben (sofern diese gewis­sen Objektiv bzw. einer bestimmten Brenn- Feldern wird damit einfach der Metadatenbrowser
Option überhaupt aktiviert ist). Beim expliziten Ex- weite gemacht wurden (sofern das Objektiv seinen geöffnet, und der Inhalt des angeklickten Feldes
port der Bilder überträgt Lightroom sie aber in die Typ der Kamera meldet und die Kamera dies auf- ist dort selektiert. Klickt man beispielsweise im
Bilddateien. zeichnet). Dies gilt auch für alle Aufnahmen einer EXIF-Metadatenblock auf den Pfeil neben dem Feld
bestimmten Kamera oder mit einer bestimmten (Kamera)Modell, so zeigt der Metadatenbrowser
rr Das Metadaten-Menü hat einen neuen Eintrag er- ISO -Einstellung. Auch die Suche nach Aufnahmen, alle Aufnahmen, die mit diesem Kameramodell
halten. Er erlaubt die Vorschau in DNG -Dateien zu die ein Kombina­tion solcher Kriterien erfüllen, ist gemacht wurden. Klickt man auf das -Icon neben
aktualisieren, wenn man Einstellungsänderungen möglich. Benutzen Sie dazu einfach die Z-Taste dem IPTC-Feld Dateiname, so erscheint ein Dialog-

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Lightroom 1.1 Update – Fortsetzung

feld zum Umbenennen, klickt man auf den Pfeil Was man beim Umstieg beachten sollte Performance-Aspekte
zum Dateipfad, so wird der Betriebssystem-Browser Prinzipiell ist der Umstieg von Lightroom 1.0 auf Versi- Insgesamt sollte Lightroom 1.1 nicht langsamer, son-
geöffnet und zeigt den Ordner mit der Bilddatei. on 1.1 einfach. Laden Sie sich von der Adobe Internet- dern eher etwas schneller sein als LR 1.0. Haben Sie
Beim Klick auf die E-Mail-Adresse (Teil des IPTC- seite das kostenlose Update herunter und installieren Performance-Probleme, so sollten sie folgende Punkte
Blocks) öffnet Lightroom Ihren E-Mail-Client und hat Sie es mit einem Doppelklick; es wird die vorhandene ausprobieren:
bereits die E-Mail-Adresse als Adressaten eingetra- 1.0 Installation auf 1.1 aktualisieren.
gen. Beim Klick auf die Fotografen-URL öffnet sich Bevor Sie die neue Version starten, sollten Sie je- A) Deaktivieren Sie die Option ›Änderungen automa-
Ihr Standard-HTML-Client mit dieser URL . doch wissen, dass LR 1.1 automatisch die zuletzt ge- tisch in XMP speichern‹ für Ihren Katalog (Datei>Ka­
öffnete Bibliothek öffnet und, falls es sich um eine 1.0- ta­logeinstellungen, unter dem Reiter Metadaten).
Bibliothek handelt, automatisch in einen 1.1-Katalog B) Optimieren Sie Ihren Katalog von Zeit zu Zeit (Datei
konvertiert. Dies ist in aller Regel unproblematisch. Sie >Katalogeinstellungen, unter dem Reiter Allgemein
sollten trotzdem zur Sicherheit zuvor nochmals eine den Knopf Neustarten und Optimieren klicken).
Sicherungs­kopie erstellen. C) Defragmentieren Sie (nur unter Windows) Ihre Platte,
Aus einigen Benutzerberichten geht hervor, dass auf der der LR-Katalog liegt. LR sollte dabei nicht
Lightroom zuweilen, anstatt die letzte (alte) ­Bibliothek laufen!
zu konvertieren, diese nicht sieht und dann einen neu- D) Stellen Sie sicher, dass Sie ausreichend Hauptspei-
en, leeren Katalog anlegt – oder, in seltenen ­Fällen, Pro­ cher haben (wir raten zu 2 GB oder mehr).
bleme mit der Konvertierung hat. Suchen Sie deshalb E) Stellen Sie unter Windows Ihren Virenscanner so
zunächst einmal die alte Bibliothek (sie hat die Endung ein, dass er möglichst das Verzeichnis mit den Bil-
›lrdb‹ – LR-1.1-Kataloge tragen die Endung ›.��������������
lrcat���������
‹). Star- dern nicht bei jedem Bildzugriff scannt.
ten Sie nun Lightroom (falls Sie auf Probleme gesto-
ßen sind) mit gedrückter À-Taste (Mac: Á-Taste). Öff- Ein sehr gute Informationsquelle zu Lightroom und po­
nen Sie nun explizit den alten Katalog (Datei>Katalog ten­tiellen Problemen und Lösungen finden Sie (al­ler­­dings
öffnen). Die Konvertierung nach 1.1 kann durchaus eine englischsprachig) im Adobe Lightroom-Forum unter:
Weile dauern. Sollte dies ausnahmsweise nicht richtig www.adobeforums.com/cgi-bin/webx/.3bc2cf0a/
Abb. 12:  Klickt man z.B. auf den Pfeil neben der E-Mail-Adresse, klappen, so kopieren Sie zunächst den alten Katalog an
so wird Ihr Standard-Mail-Client geöffnet und die Adresse in eine andere Stelle und versuchen Sie es dann erneut Wir wünschen Ihnen Erfolg mit der neuen Light­room-
dem Feld als Adressat eingesetzt. Bei der Web-Adresse wird der wie zuvor beschrieben, wobei Sie nun den kopierten Version. Ein Update wird auf jeden Fall em­pfohlen –
Internet-Browser mit der URL geöffnet.
Katalog öffnen sollten. und kostenlos ist er auch. ll

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HDRI/Tonemapping in der
Fotografie
Einführung und erste Schritte
Dieter Bethke

Warum überhaupt HDR-Bilder aufnehmen?


Haben Sie sich schon mal gefragt, warum man auf den
ersten Blick und ohne nachzudenken eine natürliche
Ansicht von einer Fotografie dieser Ansicht unterschei-
den kann? Selbst ein gutes Monitorbild würde man
nicht mit einem Blick aus dem Fenster verwechseln.
Das liegt nicht etwa an Farbabweichungen, sondern Typische Situationen dafür sind Landschaftsaufnah-
vor allem daran, dass bisher verwendete fotografische men, Aufnahmen am Strand, im Park, beim Waldspa-
Techniken in der Abbildung der Realität häufig nicht ziergang und der Blick aus dem Fenster an einem
mit deren Kontrastumfang mithalten können. Auf Fo- sonnigen Tag aus einem relativ dunklen Innenraum
tos einer kontrastreichen Szene laufen entweder die heraus. Das helle Licht der Sonne und dessen Reflexion
Schatten zu, oder die Lichter fressen aus – je nachdem ist um mehrere Größenordnungen heller als der Schat-
für welche Belichtungseinstellung sich der Fotograf tenbereich innerhalb des Raumes. So kommt es sehr
entschieden hat. Aber in beiden Fällen gehen unwei- schnell zu Aufnahmesituationen, welche 14 Blenden-
gerlich Bilddetails verloren. Was unter kontrollierten stufen und mehr Kontrastumfang aufweisen, während
Bedingungen z.B. bei perfekt ausgeleuchteten Studio- heute übliche Digitalkameras lediglich 8–10 Blenden-
aufnahmen kein sonderlich großes Problem darstellt, stufen mit einer einzigen Aufnahme aufzeichnen kön-
wird in der freien Wildbahn schnell zur Herausforde-
rung. Sobald direktes oder reflektiertes Sonnenlicht
gleichzeitig mit im Schatten liegenden Anteilen auf
einem Foto abgebildet werden soll, stoßen wir an die
Grenzen des Kontrastumfangs unserer Kamera. Kurz
gesagt, der Kontrastumfang natürlicher Szenen (auch Abb. 1:
Typische Aufnahme eines
als Motivkontrast bezeichnet) übersteigt oft den Kon-
Motivs mit hohem
trastumfang von herkömmlichen fotografischen Auf- Kontrastumfang bei neutral
zeichnungs- und Wiedergabeverfahren. eingestellter Belichtung.

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HDRI/Tonemapping in der Fotografie –
Fortsetzung

nen. In der entstehenden Aufnahme laufen die Schat- aufnehmen, was einem Kontrastumfang von maximal
tenbereiche sichtbar zu, während die Zeichnung in den acht Blendenstufen entspricht. Die darin die zur Verfü­
Lichtern ausfrisst. gung stehenden Tonwerte werden in festen, recht grob
eingeteilten ganzzahligen Stufen abgebildet. Sobald
Was sind HDR-Bilder? man die Tonwerte einer solchen 8-Bit-Datei z.B. mit ei-
Um diese technische Begrenzung zu umgehen, be- ner Gradationsänderung bearbeitet, droht sichtbarer
dienen sich experimentierfreudige Fotografen einer Verlust an Bildqualität in Form von Tonwertabrissen.
aktuell stark ins Rampenlicht gerückten Technik, deren Üblicherweise werden die Tonwerte eines Pixels in
Grundzüge aus dem Bereich der 3-D-Computeranima­ HDR-Bildern nicht mit lediglich 8 oder 16 Bit, sondern
tion stammen und dort schon länger zur Integration mit 32 Bit an Genauigkeit pro Farbkanal beschrieben.
von computergenerierten Objekten (z.B. Raumschiffen, Ein RGB Pixel wird also mit insgesamt 96 Bit dargestellt.
Autos etc.) in real gefilmte oder fotografierte Szenen Zur Speicherung von HDR-Bildern verwenden geeig-
genutzt werden, dem High Dynamic Range Imaging, ab- nete HDR-Dateiformate wie z.B. �����������������������
Radiance���������������
(.������������
hdr���������
) zusätz-
gekürzt HDRI. High Dynamic Range Imaging steht hier lich eine Fliesskomma-Notation. Damit sind, ähnlich
für eine Kombination aus einer speziellen Aufnahme- wie bei einem analogen Film, beliebig feine Zwischen-
und einer Verarbeitungstechnik. Der englischsprachige töne ohne digitale Tonwertsprünge möglich, was ei-
Begriff High Dynamic Range (im Weiteren kurz HDR) nen traumhaften Nachbearbeitungsspielraum möglich
bedeutet übersetzt soviel wie ›hoher Kontrastumfang‹. macht. Ähnlich einem Filmnegativ kann man aus HDR- Abb. 2:  HDR/Tonemapping-Ergebnis
Ein HDR-Bild ist definiert als eine digitale Bilddatei, Bilddaten fast jede gewünschte Belichtung entwickeln
die einen Kontrastumfang von 1:10  000 (etwa 13 bis 14 oder die HDR-Bilder mit geeigneten Programmen ohne
Blendenstufen) und mehr darstellen kann und dabei Qualitätsverluste bearbeiten. der Anzeige wieder in zugelaufenen Tiefen und aus-
eine sehr feine Abstufung der Farb- und Helligkeits- Echte HDR-Bilder übersteigen den auf heute üb- gefressenen Lichtern verschwinden. Das liegt nicht an
werte verwendet. Im Gegensatz dazu bezeichnet man lichen Monitoren darstellbaren Kontrastumfang und der HDR-Datei, sondern einzig daran, dass der darstell­
herkömmliche Fotos, die nur einen vergleichsweise lassen sich über die von Computern traditionell ver- bare Kontrastumfang des Monitors überschritten ist. Um
niedrigen Kontrastumfang aufzeichnen, im Fachjargon wendeten Ansteuerungen von Monitoren und Dru- den Detailreichtum der erzeugten HDR-Bilder trotzdem
als sogenannte Low Dynamic Range Images (im Wei- ckern mit ���������������������������������������
8-Bit-Datenpfaden����������������������
nur unzureichend aus- ansprechend präsentieren zu können, müssen ­diese
teren kurz LDR). Zum Vergleich: Das in den meisten Di- geben. Die mühsam aufgezeichneten und somit in also per Tonwertkompression (engl. Tonemapping) zu
gitalkameras genutzte und weit verbreitete Bildformat der HDR-Datei vorhandenen Details würden, falls kei- einem Bild mit Detailzeichnung für den eingeschränk­
JPEG kann maximal Tonwerte im Bereich von 0 bis 255 ne weiteren Maßnahmen ergriffen würden, während ten Kontrastumfang der Ausgabe aufbereitet ­werden.

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HDRI/Tonemapping in der Fotografie –
Fortsetzung

Dann sind sowohl Details in den Schatten als auch ungewöhnliche und ansprechende Variationen zu er- ständig manuell bedienbaren Zustand bringen lässt.
Zeichnung in den Lichtern zu erkennen. zeugen. Damit Sie möglichst schnell und ohne frustrierende
Wenn sich jedoch eines Tages flächendeckend HDR- Bis zur Einführung von bezahlbaren HDR-Kameras, Fehlversuche in das faszinierende Feld der HDR-Fo-
Monitore und die entsprechende Ansteuerung durch- die HDR-Bilder mit einer einzigen Auslösung aufzeich- tografie einsteigen können, habe ich die wichtigsten
gesetzt haben werden, wird der Schritt der Tonwert- nen können, werden wir mithilfe unserer herkömm- Tipps zur Aufnahme mit einer digitalen Spiegelreflex-
kompression zur Anzeige auf dem Monitor entfallen lichen digitalen Kameras mit niedrigem Kontrast- kamera zusammengestellt. Gehen Sie wie folgt vor,
und wir werden fantastische Eindrücke unserer 32-Bit- umfang echte HDR-Bilder erzeugen, indem mehrere um in Aufnahmesituationen mit extremem Kontrast
HDR-Aufnahmen erleben. Klassische Fotos und solche, unterschiedlich belichtete Aufnahmen desselben Mo- zwischen hellen und dunklen Details eine zur HDR-Er-
die nur per Belichtungskombination über Ebenen und tivs angefertigt und anschließend zu einem 32-Bit- zeugung geeignete Belichtungsreihe aufzunehmen:
Masken für heutige Ausgabemedien aufbereitet wur- HDR-Bild zusammengefügt werden. Die notwendigen
den, werden damit verglichen flau und blass aussehen. Ausgangsbilder werden dazu mittels einer sogenann- rr Stellen Sie Ihre Kamera auf eine geringe Lichtemp-
Menschen, die bereits das Vergnügen hatten HDR-­Bilder ten Belichtungsreihe abgestuft belichtet. Einige Auf- findlichkeit ein (z.B. ISO 100), um Farbrauschen bei
auf einem HDR-Monitor wie dem Brightside DR 37P mit nahmen werden dabei speziell auf die Lichter belich- der Aufnahme möglichst gering zu halten und die
einem Kontrastumfang von 200.000 :1 anzuschauen, tet, andere zeigen den Mittelton optimal, und die mit beste Bildqualität zu erzielen.
berichten begeistert von dieser Erfahrung und stufen den längsten Belichtungszeiten zeichnen die Details in rr Verwenden Sie ein stabiles Stativ, um die einzelnen
den Unterschied ein wie die Weiterentwicklung vom den Schatten auf. Trotz des relativ niedrigen Kontrast- Aufnahmen deckungsgleich zu halten.
Schwarzweiß- zum Farbfilm. HDR-Aufnahmen sind, umfangs jeder einzelner dieser Aufnahmen haben wir rr Die Verwendung des Selbstauslösers bzw. eines
wenn sie auf solchen Monitoren angezeigt werden, nun einen Vorrat an Ausgangsbildern, der in sehr dun- Fernauslösers vermeidet Verwacklungen.
nicht mehr von der realen Ansicht des Motivs zu unter- klen Bereichen ebenso zeichnende Details zeigt wie in rr Wählen Sie an Ihrer Kamera das manuelle Pro-
scheiden. Allerdings wird das Tonemapping zur Aufbe- den sehr hellen Lichtern. Mittels dieser Aufnahmetech- gramm (M) und wählen Sie eine für die gewünschte
reitung von HDR-Bildern für den Druck wahrscheinlich nik und der Verwendung einer HDR-Software können Schärfentiefe passende Blendeneinstellung. Belas-
nie vermeidbar sein. Denn Fotoabzüge, Ausdrucke und die Fotos anschließend zu einem 32-Bit-HDR-Bild����
zu- sen Sie die Blendeneinstellung und die Empfindlich-
kommerzieller Auflagendruck auf Papier sind abhän- sammengefügt werden. keit (ISO) bei dieser festen Einstellung.
gig von der Reflexion des sie beleuchtenden Lichts und rr Deaktivieren Sie den Autofokus und stellen Sie
erreichen nur bescheiden anmutende Kontrastumfän- Wie fotografiere ich HDR-Bilder? manuell auf die gewünschte Entfernung scharf.
ge von ca. 100:1. Entscheidende Verbesserungen sind Die zur HDR-Erzeugung notwendigen unterschiedlich Andernfalls versucht die Kamera bei jeder einzelnen
hier im Gegensatz zur Monitortechnik noch nicht abzu- belichteten Ausgangsbilder können mit digitalen Kom- Aufnahme der Belichtungsreihe erneut scharf zu
sehen. Außerdem bietet das Tonemapping eine kreativ paktkameras ebenso aufgenommen werden wie mit stellen.
nutzbare Eingriffsmöglichkeit in den Prozess der Bild- modernen digitalen Spiegelreflexkameras. Vorausset- rr Nehmen Sie ausreichend viele unterschiedlich
bearbeitung und ermöglicht mit geeigneter Software zung ist, dass sich die Kamera in einen möglichst voll- belichtete Ausgangsbilder auf, um alle Details der

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HDRI/Tonemapping in der Fotografie –
Fortsetzung

Szene, von den hellsten Spitzlichtern bis in die tiefs-


ten Schatten, aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass Sie
nun eine Reihe von Aufnahmen anfertigen (siehe
Abb. 3), angefangen von einer Aufnahme mit leicht
unterbelichteten Lichtern (kurze Verschlusszeit), bis
hin zu einer Aufnahme mit leicht überbelichteten
Schatten (lange Verschlusszeit) . Verlängern Sie da-
Abb. 3:  Zur Veranschaulichung hier die vollständige Belichtungsreihe des Fenstermotivs
bei von Aufnahme zu Aufnahme ausschließlich die
Verschlusszeit in ganzen (1 EV) oder besser sogar
zwei Blendenstufen (2 EV).
rr Überprüfen Sie nach den Aufnahmen die Histo-
gramme, um sicherzustellen, dass Sie den gesamten
Kontrastumfang Ihres Motivs erfasst haben. Wenn
das erste und das letzte Bild Ihrer Belichtungsreihe
ähnliche Histogramme aufweisen wie Abbildung 4
und 5 dargestellt, haben Sie den kompletten Motiv-
kontrast erfasst und es sind keine weiteren Aufnah-
men notwendig.

Wie erzeuge ich nun ein HDR-Bild?


Wer viel mit HDR-Bildern arbeitet und alle dafür dien­
lichen Werkzeuge an einer Stelle versammelt sehen Abb. 4:  Das aufgenommene Bild enthält keine relevanten Abb. 5:  Das aufgenommene Bild enthält keine relevanten
möchte, sollte einen Blick auf das auf diesen Themen­ Informationen im rechten Bereich des Histogramms, also Informationen im linken Bereich des Histogramms, also den
komplex spezialisierte Programm Photomatix Pro den Lichtern. Am linken Rand, also in den Schatten, ist eine Schatten. Am rechten Rand, also in den Lichtern, ist eine
Häufung von Tonwerten zu beobachten. Ein Histogramm mit Häufung von Tonwerten zu beobachten. Ein Histogramm mit
(www.hdrsoft.com/de/) werfen. Trotz der Vielzahl
dieser typischen Form veranschaulicht die Unterbelichtung dieser typischen Form veranschaulicht die Überbelichtung der
der Parameter bleibt die Oberfläche dennoch intuitiv der hellsten Details (Spitzlichter). Solch eine Aufnahme kann dunkelsten Details (Schatten). Solch eine Aufnahme kann als
benutzbar. Außerdem bietet das für Mac OS und Win- als dunkelste Aufnahme einer Belichtungsreihe zur HDR-Er­zeu­ hellste Aufnahme einer Belichtungsreihe zur HDR-Erzeugung
dows verfügbare und mit 89 Euro nicht eben teure gung genutzt werden. Es sind keine weiteren Aufnahmen mit genutzt werden. Es sind keine weiteren Aufnahmen mit
kürzeren Verschlusszeiten notwendig. längeren Verschlusszeiten notwendig.
Programm eine besonders für Profis interessante

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HDRI/Tonemapping in der Fotografie –
Fortsetzung

Batch-Funktion. Ich werde im folgenden Praxisbeispiel oder von digitalisierten Negativen bzw. Dias stam-
exemplarisch die HDR-Erzeugung und Tonemapping- men, sollte die Option Versuche die angewendete
Funktion von Photomatix Pro verwenden. Gradationskurve zu ermitteln ausgewählt werden.

1. Verwenden Sie den Menübefehl HDR > HDR


erzeugen > Bilder laden, um die Ausgangsbilder
zur Erzeugung eines 32-Bit-HDR-Bildes zu laden.
Daraufhin wird das Fenster HDR������������������
erzeugen – Quell-
bilder laden angezeigt.

3. Wählen Sie die gewünschten Optionen im HDR-


­Erzeugen-Fenster����������������������������������
. Das automatische Ausrichten fin-
det noch vor dem Zusammenfügen der einzelnen
Belichtungen zum HDR-Bild statt. Dies ist zum Bei-
spiel sinnvoll, um leichte Verwacklungen ausglei-
chen zu lassen, die trotz Verwendung eines Stativs 4. Klicken Sie auf OK, um die HDR-Erzeugung mit den
entstehen können. gewählten Optionen zu starten. Eine Fortschritts-
  Falls unvermeidbare Bewegungen von Objekten anzeige erscheint innerhalb des Fensters HDR
2. Wählen Sie Bilder laden aus und klicken Sie auf im Motiv vorkommen, bietet Photomatix Pro eine Erzeugen – Einstellungen. Im Anschluß an die HDR-
Durchsuchen. Im folgenden Dialog „Unterschied- Funktion, um die daraus möglicherweise entstehen­ Erzeugung wird das HDR-Bild im Programmfenster
lich belichtete Bilder auswählen“ können Sie nun den Geisterbilder zu unterdrücken. Tipp: Aktivieren von Photomatix Pro angezeigt.
die einzelnen Bilder der Belichtungsreihe auswäh- Sie die Geisterbildunterdrückung nur, wenn nötig.
len. Markieren Sie die unterschiedlich belichteten   Gradationskurve aus Farbprofil verwenden ist Der erste Teil des HDR /Tonemapping-Workflows, die
Quellbilder zur Erzeugung des HDR-Bildes und kli- als Standardeinstellung vorausgewählt und stellt HDR-Erzeugung, ist damit abgeschlossen, und das so­­
cken Sie auf Auswählen. normalerweise die beste Option für Bilder aus einer eben erzeugte 32-Bit-HDR-Bild wird auf dem Bildschirm
DSLR oder einem Raw-Konverter dar. Falls die Aus- angezeigt. Es enthält nun alle Informationen aus allen
gangsbilder aus einer digitalen Kompaktkamera Belichtungen der Belichtungsreihe. Ein Abspeichern

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HDRI/Tonemapping in der Fotografie –
Fortsetzung

des 32 Bit-HDR-Bildes zu diesem Zeitpunkt ermöglicht Bildern mit sehr großem Dynamikumfang. Da-
es Ihnen, auch über größere Zeiträume hin­weg ver- her wähle ich bevorzugt diese Methode zur Be-
schiedene Varianten des Tonemappings auf das HDR- arbeitung von HDR-Bildern.
Bild anzuwenden, ohne die Schritte der HDR-Erzeu- Verwenden Sie die Schieberegler zur Ein-
gung immer wieder erneut durchlaufen zu müssen. stellung des gewünschten Bildergebnisses.
Das Vorschaufenster liefert Ihnen dabei eine
Wie erzeuge ich eine ansprechende Präsentati- zur schnelleren Darstellung niedrig aufgelöste
on meines HDR-Bildes? Voransicht dessen, wie das Bild nach dem Tone-
Das erzeugte HDR-Bild kann wie bereits oben erwähnt Mapping aussehen wird. Verweilen Sie mit der
aufgrund des beschränkten Kontrastumfangs üblicher Maus einen Augenblick über den Schiebereg-
Monitore nicht in seinem vollem Tonwertumfang an- lern, werden hilfreiche Hinweise zu den mög-
gezeigt werden. Auch ein ansprechender Ausdruck lichen Einstellungen eingeblendet. Für tieferge-
des HDR-Bildes würde aus diesem Grund scheitern. Es hende Informationen zu den Reglern und ihrer
muß nun noch weiter bearbeitet, sozusagen entwickelt Wirkung schauen Sie bitte in das als PDF mit der
werden. In Photomatix Pro heißt die dafür zuständige Software mitgelieferte ausführliche Benutzer-
Funktion Tone Mapping. Photomatix Pro bietet zwei handbuch.
Methoden, um das Tonemapping eines HDR-Bildes Sie können bei Bedarf jederzeit zu den
durchzuführen: Details Enhancer und Tone Compressor. Standard­einstellung zurückkehren, indem Sie auf den Kreativer Spielraum im Tonemapping
Die Methode Details Enhancer ist beim Öffnen des Knopf Standard klicken. Sobald Sie mit der Voran- Aber es muss ja nicht immer Bildoptimierung sein.
Tone-Mapping-Dialogs (HDR>Tone Mapping) automa- sicht zufrieden sind, klicken Sie auf OK, um nun ab- Wie in der Einführung bereits angedeutet, bleiben die
tisch vorgewählt. Details Enhancer verwendet einen schließend das gesamte hochaufgelöste HDR-Bild dem Anwendungsgebiete von High Dynamic Range Ima-
­Algorithmus, der lokale Kontraste verstärkt (engl. local Tone-Mapping mit den eingestellten Werten zu unter- ging – und dem Tone-Mapping im Besonderen - nicht
Operator). Dabei werden die Helligkeitsverhältnisse im ziehen. Sie können das Ergebnis anschließend als JPEG auf Einsatzbereiche wie die nachträglich am Rechner
direkten Umfeld des zu bearbeitenden Bildpunktes an oder TIFF abspeichern und mit Ihrer bevorzugten Bild- vorgenommene Ausleuchtung von Innenräumen oder
jeder Stelle des Bildes individuell berücksichtigt. Der verarbeitungssoftware wie von anderen Bildern ge- Tonwertoptimierungen für überzeugende Präsentati-
Tonwert eines Bildpunktes wird in Abhängig­keit davon, wohnt weiter bearbeiten, z.B. Ausschnitte wählen, De- onen beschränkt. Man kann damit auch schrille Bilder-
ob er in einer hellen oder dunklen Um­ge­bung liegt, un- tailretuschen ausführen, Skalieren und Nachschärfen. welten erschaffen. Zum Beispiel Bilder mit einem Look,
terschiedlich angepasst. ­Diese Methode ist etwas re- der irgendwo zwischen Fotografie und hyperrealisti-
chen- und damit auch zeit­intensiver, erzielt aber meist scher Malerei angesiedelt ist. Darauf werde ich dann im
fotografisch ansprechendere Ergebnisse, vor allem bei nächsten FotoEsspresso näher eingehen. ll

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Von den Meistern lernen – und aus den eigenen Fehlern.
Wie man Fotografie ›liest‹.
George Barr

Eine der wichtigsten Übungen für jeden Fotografen, bauen das Bild so auf, dass es einfach stimmt, aus dem des Betrachters weckt? Viele Amateuraufnahmen (und
um die eigene fotografische Kreativität anzuregen, Bauch heraus und mit der Erfahrung, die sich aus der sicher auch viele Profiaufnahmen) lassen eine eindeu-
ist die Auseinandersetzung mit der Arbeit anderer Auseinandersetzung mit der eigenen, aber insbeson- tige Bildaussage vermissen und werden nach dem
Fotografen, insbesondere mit den Meisterwerken der dere auch mit der Arbeit anderer entwickelt hat. Prinzip komponiert, möglichst viele ›interessante‹ oder
Fotografie. Ich will sogar noch einen Schritt weiter- Zum Lesen eines Bildes mögen ein paar Anhalts- ›schöne‹ Elemente in die Komposition einzubauen.
gehen und behaupten, dass die Auseinandersetzung punkte ganz hilfreich sein:
mit Meisterwerken aus allen Genres der bildenden Die tiefere Bedeutung einer Fotografie
Kunst unser fotografisches Sehen nachhaltig schärft Der Bildmittelpunkt, der Fokus Ein Bild stellt beispielsweise einen Teich dar, aber mög-
und verbessert, also mit Gemälden, Skulpturen oder Mit dem Bildmittelpunkt, dem Fokus ist nicht notwen­ licherweise ist das nur eine vordergründige Interpreta-
mit Architektur. Aus allen diesen Werken werden wir digerweise die geometrische Mitte gemeint. Die tion der Szene. Ist es ein malerischer Teich mit wunder-
Erkenntnisse gewinnen, wenn wir einige der Prinzipien meisten von uns werden beim Betrachten eines Bildes baren Reflexionen auf dem Wasser, oder ein Tümpel, in
erkennen und verstehen. wohl kaum in den Ecken anfangen und sich dann zur dem tote Bäume oder gar Abfälle umherschwimmen?
Man könnte sagen, dass ein solcher analytischer Zu- Bildmitte vorarbeiten. Ich wage zu behaupten, dass Die Szene könnte eine beruhigende, heitere Stimmung
gang zur Kunst nicht besonders aufregend erscheint, bei 99% der Betrachter sich der Blick unmittelbar auf beim Betrachter hervorrufen, könnte aber gleicherma-
aber es geht hier nicht um den Spaßfaktor, sondern um den Bildmittelpunkt, auf das wesentliche Objekt rich- ßen auch bedrückend oder beunruhigend wirken.
Arbeit, die wir investieren sollten, um letztendlich bes- tet und erst danach rauszoomt und die peripheren
ser sehen und besser fotografieren zu können. Bildelemente erfasst. Viele Bilder haben einen solchen Was sind die Bildelemente und wie spielen diese zu-
Es gibt viele Zugänge zur Fotografie oder zur Bild- Bildmittelpunkt, der quasi automatisch den Blick lenkt. sammen?
komposition, zum Beispiel durch Regeln wie etwa den Wenn es diesen Mittelpunkt aber nicht gibt, wie lenkt Auf einer eher abstrakten Ebene ist es interessant (und
goldenen Schnitt – oder aber man entwickelt einen der Fotograf mit seinem Bild den Blick des Betrachters? lehrreich), beim Betrachten von Bildern Muster und
Sinn dafür, was eine gute Komposition ist, eine Kom- Setzt er Markierungen, an denen sich der Betrachter Formen zu erkennen. Diese sind zum Teil in den abge-
position, die funktioniert, indem man immer wieder orientiert, baut er Barrieren in seine Komposition ein, bildeten Gegenständen, in deren Position und Abstand
gut komponierte Bilder betrachtet und deren Struktu- um den Blick sozusagen einzufangen? zueinander, aber auch im Spiel von Licht und Schatten
ren und Prinzipien im Laufe der Zeit verinnerlicht. Die- zu sehen. Sind im Bild Linien zu erkennen? Laufen die-
ser Prozess braucht Zeit, braucht aber natürlich immer Die Bildaussage se parallel, divergieren sie oder laufen sie am Horizont
wieder die Anregung durch gut komponierte Bilder, Wie erkenne ich, was das Bild mir sagen will? Ist es zusammen?
um zu dem Punkt zu gelangen, an dem man selbst har- offensichtlich? Gibt der Fotograf offen oder versteckt Was ist zur Balance des Bildes zu sagen? Wirkt es
monische und funktionierende Kompositionen findet. Hinweise? Wirkt das Bild rätselhaft und gewinnt da- gleichgewichtig, ausgewogen und damit richtig und
Ich sage: Regeln sind für Anfänger! Gute Fotografen durch eine besondere Qualität, indem es das Interesse angenehm? Gibt es Bildelemente, die diese Balance

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Von den Meistern lernen – und aus den eigenen Fehlern (Fortsetzung)

stören und damit Spannung aufbauen? Stellt sich die Tonwerte Bildern entfalten kann? Könnte ich, könnten Sie auch
Balance örtlich durch das Verhältnis von links zu rechts, Wie hat der Fotograf Tonwerte eingesetzt, um die nur annähernd eine solche Wirkung in meinen oder Ih-
von oben zu unten ein? Ist es beispielsweise ein Un- Aufmerksamkeit des Betrachters zu gewinnen? Ein ren Bildern erzielen? Schauen Sie sich diese Bilder sehr
gleichgewicht, dass durch ein dunkles (oder großes) schwarzer Schatten ist abstrakt und kraftvoll, ein dün- genau an, tun Sie es mehrmals, lassen Sie sich Zeit. Fin-
Element verursacht wird, das über einem hellen (oder ner grauer Schatten hässlich und ein tiefer dunkler den Sie die entscheidenden Kriterien, die gerade die-
kleinen) liegt? Schatten mit viel Zeichnung interessant, er weckt das se Bilder so kraftvoll machen. Ist es die Beleuchtung,
Gibt es im Bild Wiederholungsmuster? Das kann ein Interesse des Betrachters. Ebenso die Lichter. Subtile der Gegenstand, der Blickwinkel, die Formensprache,
sehr mächtiges Werkzeug der Bildkomposition sein. Abstufungen nahe am Weiß, denen als Kontrast ein die Komposition – oder sind es die Tonwerte? Wenn
Verändern die sich wiederholenden Formen ihre Grö- hartes, reines Weiß gegenübersteht? Ich möchte Ihnen Sie das erkennen können, wird es Ihre eigene fotogra-
ße, ihre Farbe, ihre Helligkeit oder ihre Schärfe? Ein wirklich empfehlen, sich einen Originaldruck eines der fische Arbeit grundlegend verbessern.
großes Objekt in der Bildmitte mit zwei kleineren, ähn- großen Fotografen in Ruhe anzuschauen – wenn Sie Vielleicht machen Sie gerade eine Aufnahme­serie in
lichen jeweils links und rechts, wirkt vermutlich eher die Gelegenheit haben, eines dieser Meisterwerke aus einem alten Friseurladen und haben kurz zuvor “Pep-
statisch, aber eine Gruppierung mit dem großen Ob- nächster Nähe zu betrachten. Der unglaubliche Ton- per #30” von Weston angesehen. Hat eigentlich nichts
jekt auf der einen und den beiden kleinen auf der ge- wertreichtum ist den meisten dieser Drucke gemein. mit Ihrem Projekt zu tun – oder vielleicht doch? Was ist
genüberliegenden Seite könnte dagegen durchaus Insbesondere Drucke von Großformat- oder Mittelfor- mit den geschwungenen Chromteilen an dem Stuhl,
eine andere Wirkung haben. matnegativen sind in dieser Hinsicht bemerkenswert. die Kugellampen an der Decke, der Sonnenstrahl, der
Und nicht zu vergessen, die Bildränder sind natür- Aber auch gut aufbereitete und gedruckte Bildfiles aus durchs Fenster auf diese Szene fällt? Die Falten in dem
lich ebenso Bildlinien, und alles, was nahe am Bildrand einer digitalen Spiegelreflexkamera weisen häufig ei- schwarzen Kittel, den der Friseur seinem Kunden um-
liegt, erhält durch diese Begrenzung eine weitere Form nen erstaunlichen Tonwertumfang auf. gehängt hat, das ist der Platz für die tiefen, durch-
– man spricht auch von negativen Flächen oder For- gezeichneten Schatten in Ihrem Bild, möglichst so
men, die die wichtigen Bildelemente umgeben. Haben Die emotionale Wirkung fein wie in den Falten der Schwarzweiss-Paprika von
diese negativen Flächen interessante Formen? Haben außergewöhnliche Fotografien eine körperliche Edward Weston?
Wie hat der Künstler den Fokus gesetzt? In die Bild- Wirkung auf Sie? Meisterwerke der Fotografie haben
mitte, um dadurch Ruhe und Stabilität zu vermitteln? diese Kraft, den Betrachter tief im Inneren zu berühren Fotografische Fehler
Oder an den Rand gerückt, um Spannung und Drama und zu fesseln. Bei manchen dieser Bilder bleibt mir In diesem Essay geht es in erster Linie um die Analyse
zu erzeugen? Gibt es Bildlinien, die zu diesem Fokus- der Atem weg, bin ich emotional überwältigt von ihrer von Bildern, nicht um deren Bewunderung. Also was ist
punkt hinführen? außergewöhnlichen Kraft und Schönheit. mit den erkennbaren oder manchmal unterschwellig
Wie entsteht eine solche Wirkung? Was hat der Fo- fühlbaren Macken und Ungereimtheiten von Bildern?
tograf getan, damit sich eine solche Wirkung in seinen Die Erkenntnis, dass ein Bildobjekt den Bildrand berührt

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Von den Meistern lernen – und aus den eigenen Fehlern (Fortsetzung)

und mit etwas mehr Raum deutlich wirkungsvoller ge- interpretation bleibt eine persönliche Angelegenheit, Schrottplatz oder irgendwo am Straßenrand? Wenn
wesen wäre, ist ebenso wertvolle Erkenntnis, um den egal ob sie von einem Kunstkritiker oder von einem ein Bild den Betrachter neugierig macht, dann ist das
eigenen fotografischen Blick zu schärfen. Es ist wichtig, Laien kommt. schon ein entscheidendes Qualitätsmerkmal.
dass man herausfindet, warum bestimmte Komposi- Im fogenden werde ich jetzt auf die Schwächen und Eine andere Art der Betrachtung ist die rein formale,
tionen für einen selbst nicht funktionieren, warum sie Stärken meiner eigenen Bilder hinweisen und Sie kön- semi-abstrakte������������������������������������
. Obwohl es sich um einen realen Ge-
stören oder missfallen, auch wenn möglicherweise nen beurteilen, ob Sie mit mir übereinstimmen. genstand handelt, betrachtet man Formen, Linien und
Kunstkritiker von diesen Bildern schwärmen. Es ist Farben. Dass es sich um einen Autoscheinwerfer han-
völlig o.k., einen eigenen Geschmack zu entwickeln. delt, ist bei dieser Betrachtungsweise nebensächlich.
So wie wir bestimmte Musikstücke lieben, andere lang-
weilig oder entsetzlich finden, genau so ist es mit der Der tiefere Sinn?
Fotografie. Wenn Sie dazu neigen, Bildern eher philosophisch oder
analytisch nachzuspüren, werden Sie sich vielleicht fra-
Meine Fotografie gen, was das Bild aussagt über Alter und Vergänglich-
Was jetzt folgt, ist meine eigene Analyse von vieren keit, über die Nachhaltigkeit von Funktion und Design,
meiner eigenen Bilder. Es kann gut sein, dass ich mit oder sonstwie geartete tiefere Betrachtungen anstel-
meinen Kommentaren aus Ihrer Sicht völlig daneben len. In vielen Fällen war der Fotograf sich dieser As-
liege oder dass Sie Dinge, die mir auffallen, überhaupt pekte im Moment der Aufnahme selbst nicht bewusst.
nicht sehen. Dennoch glaube ich, ist es eine gute Das spielt letztlich auch keine Rolle; wenn das Bild den
Übung, Ihre Analyse der Bilder mit der meinen zu ver- Betrachter zum Denken anregt, ist es gleichgültig, ob
gleichen. Sie werden vielleicht andere Formen und es den Fotografen dazu gebracht hat.
Linien erkennen als ich, und die Message, die ich dem
Bild zuschreibe, ist möglicherweise etwas völlig ande- Was sind die Bildelemente und was verbindet sie?
res als das, was Ihnen das Bild sagt. Worum geht es in diesem Bild? Der heraushängende, zerbrochene Scheinwerfer ist
Wenn zwei Menschen ein Gemälde unterschiedlich Das Bild stellt einen zerbrochenen, vermutlich alten ganz offensichtlich das Schlüsselelement, aber auch
interpretieren, hat nicht der eine Recht und der andere Auto­scheinwerfer dar. Dieser Bildgegenstand mag Sie der dunkle, interessant geformte Schatten spielt eine
Unrecht. Kunst, das gilt für Gemälde ebenso wie für Fo- interessieren – oder aber nicht. Wenn Sie ein Faible für Rolle. Die Karosserie hat unterschiedliche Texturen
tografien, wird in aller Regel nicht mit einer Erklärung alte Autos haben, werden Sie sich fragen, von welchem und Farben – Rost, Lackreste. Interessant sind auch der
des Künstlers versehen aufgehängt, so dass man seine Auto und aus welcher Zeit dieser Scheinwerfer stammt Farbverlauf von den Rottönen auf der linken zu den
eigene Interpretation damit überprüfen könnte. Kunst- oder wo diese Aufnahme entstanden ist – auf einem Blau­tönen auf der rechten Seite des Bildes sowie der

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Von den Meistern lernen – und aus den eigenen Fehlern (Fortsetzung)

Kontrast zwischen dem bläulich schimmernden Glüh- Diagonale neben der Hauptdiagonalen, die von rechts ist. Habe ich an so etwas gedacht, als ich die Aufnahme
lampenfragment und der orangefarbenen Rostfläche oben nach links unten läuft. gemacht habe? Natürlich nicht. Wissen wir, was Da Vin-
darüber. Auch die Linienführung, die parallel laufenden ci gedacht hat als er Mona Lisa ihr Lächeln gab? Er wäre
geschwungenen Linien der Scheinwerfer­fassung sind Die Wahl des Ausschnitts sicher erstaunt über die vielen Interpretationsversuche,
ein wesentliches Element der Komposition. Und viel- Passt eigentlich ganz gut. Die Glühbirne hat genügend die Generationen von Kunsthistorikern darüber ange-
leicht auch die ins Bild ragenden weißen Kabel. Raum. Wir hätten natürlich den Ausschnitt enger wäh- stellt haben. Es ist auch egal, wie das Lächeln ins Bild
len und damit die Glühbirne noch stärker akzentuieren kam, er hat vermutlich gemalt, was er sah oder woran
Tonwerte können, aber der Hintergrund funktioniert recht gut er sich erinnerte.
Es gibt ein paar schöne, feine Tonwertabstufungen und gibt Hinweise auf den Kontext (altes Auto). Hätten
auf der Karosserieoberfläche, insbesondere durch die wir den Ausschnitt größer wählen sollen, den ganzen Fehler
Licht­reflexionen auf dem verwitterten Metall – genug, Scheinwerfer und vielleicht sogar die Stoßstange zei- Sicher gibt es auch die. Das Weiß der Kabel oder der
um dem Bild eine Grundspannung zu geben, ohne auf­ gen, etwa um den Autotyp erkennen zu lassen? Viel- weiße Lackrest am Scheinwerfergehäuse sind überbe-
dring­lich zu wirken. Die Beule in der Karosse gibt ein leicht, aber mich hat mehr die abstrakte Komposition lichtet, ausgebrannt. Keine Zeichnung mehr. Mich stört
nettes Highlight oben links. angesprochen, und mir war es eigentlich gleichgültig, das, andere mag es nicht stören. Ich habe Highlight
um welchen Autotyp es sich hier handelt, auch wenn Recovery (Wiederherstellung) beim Entwickeln in Adobe
Negative Flächen gerade dies vielleicht manchen Betrachter interessie- Camera Raw benutzt. Es war eine der ersten Versionen
Auch die Flächen um den eigentlichen Hauptgegen- ren mag. von ACR , heute hätte man vermutlich etwas mehr
stand, den Scheinwerfer, herum sind recht interessant. Zeichnung retten können, aber »over-the-top is over-
Decken Sie einfach mal den Scheinwerfer ab, das Rest- Die emotionale Wirkung the-top«. Damit kann ich leben.
bild bietet ein ganz brauchbares Arrangement von Flä- Also, es ist und bleibt ein kaputter Scheinwerfer, keine Und es wäre sicher schöner gewesen, den Glüh-
chen, Texturen und Farbtönen. trauernde Witwe am Grabesrand. Trotzdem denke draht in der Birne deutlicher und größer zu erwischen.
ich, dass das Bild manchen Betrachter auch emotional Aber vielleicht ist es auch gut so, wenn wir dem Be-
Balance anspricht. Und wenn es nur »das ist ja nett« ist, bin ich trachter in unseren Bildern etwas zum Entdecken lassen.
Das Bild wirkt ausbalanciert mit dem Scheinwerfer- damit schon zufrieden. Ich gehe nicht davon aus, dass Sie werden möglicherweise andere Elemente fin-
gehäuse oben rechts, der Glühbirne in der Mitte und ein solches Foto Ihr Leben verändert, aber vielleicht den, die Sie als Schwäche in diesem Bild erkennen. Kei-
den Schatten unten links. Der Schatten oben links und weckt es emotionale Assoziationen, vielleicht erinnert nes meiner Bilder ist meiner Meinung nach perfekt.
die etwas dunklere Fläche unten rechts bieten eine es an den Vater, der an solchen alten Karossen herum- Wenn wir nur perfekte Bücher lesen, perfekte Filme
natürliche Begrenzung und lenken den Blick zurück gebastelt hat, oder an den zerbeulten alten Laster, in sehen oder perfekte Musikaufnahmen hören würden,
zur Bildmitte. Es entsteht auf diese Weise eine zweite dem man als Kind auf Großvaters Farm herumgeturnt gäbe es nicht mehr viel Genuss auf dieser Welt, ein

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Von den Meistern lernen – und aus den eigenen Fehlern (Fortsetzung)

paar Meisterwerke, und wir wären durch! »Sehr emp- – und um die Bugwelle zu verändern und damit weni- das läßt sich aber im Zug der Bildbearbeitung mögli-
fehlenswert« in der Filmkritik heißt, dass man sich den ger Wasserwiderstand zu bieten. cherweise verbessern.
Film ansehen sollte, und nicht etwa dass er perfekt ist. Der Blickwinkel ist ungewöhnlich. Schiffe dieser Soweit meine Bildkritik. Unterscheidet sie sich von
So viel zu ›perfekt‹. Größe betrachtet man üblicherweise aus größerer Ent- Ihrer Interpretation? Und helfen Ihnen solche (zugege-
fernung. Die Beleuchtung auf den beiden Seiten des benermaßen etwas aufwendigen) Betrachtungen bei
Bugs ist interessant. Auf der linken Seite sind die Schat- der eigenen fotografischen Arbeit?
ten gezeichnet, die Linien laufen weg vom Bug zum
Bildrand hin. Im Kontrast dazu steht der metallische
Glanz der Stahlplanken auf der rechten Seite. Und die
Highlights beider Seiten spiegeln sich in der Bugspitze.
Man könnte sagen, der Blickfang ist der Schiffsbug,
und die Balance entsteht, indem der Bug etwas aus der
Bildmitte nach links gerückt ist, was die Schwere der
dunklen linken Seite durch die Größe der hellen rech-
ten Seite aufwiegt.
Es gibt auch ein paar interessante Texturen in den
Stahlplatten selbst, Nähte, die zu den Bootskurven par-
allel laufen. Die Schrammen auf der Bugspitze haben
eine andere Qualität und sind Zeugen von Minikollisi-
onen aus der Vergangenheit. Auch die Grautöne der
Bei diesem Bild eines Schiffrumpfes werde ich nicht Wasseroberfläche sind schön differenziert, und zwar
systematisch die Bewertungskriterien abhaken. Ich weder zu weiß noch zu schwarz.
werde vielmehr auf die Bildeigenschaften eingehen, Die Zahlen auf der rechten Seite des Bugs – nur
die meiner Meinung nach gut funktionieren. schwach zu erkennen – wecken Interesse, die Lichtmus-
Es ist dies ein kontrastreiches Bild mit gleichzeitig ter auf der rechten Seite des Bildes lassen die Frage of-
starken Formkontrasten und eher subtilen Tonwertab­ fen, woher die Lichter kommen. Ich mag dieses Bild mit der Leiter an der Destillerie. Die
stufungen. Der Bildgegenstand ist imposant, der Rumpf Ich sehe ein paar Schwächen in dieser Aufnahme. Linienführung, das Fenster mit den Reflexionen, die
eines modernen Containerschiffs, mit dem typischen Das Spitzlicht auf der linken Seite der Bugspitze ist zu ver­witterten Wände, die runde Form des Tanks und die
vorgewölbten Bug, um die Wasserlinie zu verlängern stark. Das Wasser um die Bugspitze wirkt etwas flau, Dreiecksform, die durch die Brücke gebildet wird. Auch

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Von den Meistern lernen – und aus den eigenen Fehlern (Fortsetzung)

die Farbsprache mit der roten Brücke, dem blauen Tank Sie haben jetzt meine Gedanken zu 3 ½ Bildern aus
und dem blauen Fenster, entspricht sehr meinem Ge- meinem eigenen Bestand kennen gelernt. Keines da-
schmack. Beachten Sie die dunkle Leiter vor der hellen von ist meines Erachtens ein Wunderwerk oder ge-
Wand. Wäre dieser Kontrast nicht so stark, das Bild wür- hört zu den Bildern, die ich als meine gelungensten
de viel von seiner Wirkung verlieren. bezeichnen würde, aber ich habe ziemlich viel Zeit in-
Aber irgendwie lässt mich dieses Bild kalt. Eine vestiert, um die Komposition zu verbessern, den Aus-
nette Komposition, aber was soll’s. Mein Punkt ist, dass schnitt zu verändern und Bildteile nachzuarbeiten.
es meiner Meinung nach nicht genügt, eine clevere Gibt es ähnliche Überlegungen, die Sie beim Be-
Komposition zu finden, sondern wichtig ist auch die ei- trachten der eigenen Fotografien anstellen? Wenn die
gene Motivation, die Leidenschaft und das Interesse an gebündelte Erkenntnis beim Betrachten eines Bildes
der fotografierten Szene. Und es scheint auch anderen ist, daß es ›nett‹ oder ›schön‹ ist, dann gibt es sicher
ähnlich zu gehen. Obwohl viele Kunden schon Drucke noch einiges zu verbessern, und vielleicht geben Ih-
aus dieser Industrieserie gekauft haben, wollte bisher nen meine Gedanken ein paar Anregungen zum Start,
niemand dieses Bild haben. denn die Kehrseite des »Bilder Lesens« ist das »Bilder
Schreiben«. Viel Erfolg damit. ll
O.K., nachdem ich das geschrieben hatte, fragte ich
mich, ob eine Schwarzweiß-Version besser wirken Die Web-seite von George Barr finden sie unter:
könnte und ob ein engerer Bildausschnitt eine Ver- www.georgebarr.blogspot.com
besserung bringen würde. Ich habe beides getan und
denke, dass ein besseres Bild entstanden ist. Das Fens-
ter bekommt mehr Gewicht. Man fragt sich, wohin die
vertikale Leiter führt. Es scheint ratsam, Fragen offen zu
lassen und nicht zu viele Fragen mit seinen Bildern zu
beantworten. Bilder, die der Phantasie des Betrachters
Freiräume lassen, sind erfahrungsgemäß die besseren.
Vielleicht hätte ich beim Beschneiden die Leiter ge-
nau in die Ecke laufen lassen sollen? Zu gefällig? Einige
meinten, eine Farbversion dieses Ausschnitts wäre die
beste Lösung. Was meinen Sie?

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Raw-Werkzeugkasten SILKYPIX 3 – viele Schräubchen
Karl Obermayr

Der Raw-Konverter SILKYPIX, noch relativ jung auf dem Raw-Daten, um die es hier geht. Lässt sich der Foto- Irgendwo dazwischen platziert sich ›SILKYPIX Deve­
Markt, bewirbt sich um die Gunst engagierter Hobby-Foto­ graf von der Kamera JPEGs liefern, überführt die Kame- loper Studio 3.0‹. Dieser Raw-Konverter bietet dem
gra­phen und Profis. Gereift und gut ein­ge­führt in Japan, ra nach einem Standardprozess die Lichtinformationen engagierten Fotogra­fen einen geradlinigen, einfach
hier zu Lande aber noch kaum be­­kannt, steht mit der des Sensors gleich selbst in die JPEG -Datei. Die Kame- zu kontrollierenden Basisworkflow, unaufdringliche
Version 3 (Japanisch, Englisch, Französisch und Deutsch) ra ist dabei also selbst der Raw-Konverter. Im anderen Feinregulierung aller Bild- und Farbparameter, die
ein ausgefuchster Raw-Konverter zur Ver­fü­gung, der Fall greift der Fotograf die Raw-Daten mehr oder weni- wichtigsten Bildkorrektur- und -manipulationswerk-
das bietet (und manchmal mehr), was die Großen und ger direkt vom Sensor ab. Er hat es dann selbst in der zeuge und insbesondere ein umfangreiches und intu-
Teuren können. E schafft die Gratwan­de­rung, einerseits Hand, was er damit macht: wollte er das Bild wirklich so itives Parameter-Management. Dazu kommen Leucht­
geradlinig und einfach bedienbar zu sein und anderer- hell/dunkel/bunt/kontrastreich/scharf? Den Farbstich, tischfunktionen mit Markierung, Batch-Konvertierung
seits eine Viel­falt an Detaileinstellungen (Schräubchen) bei dem sich die Kamera mit dem Weißabgleich ver- und eine umfangreich gestaltete Druckfunktion.
für den Qualitätsbesessenen aufzuweisen. SILKYPIX schätzt hat, wollte er sicher nicht. Auch bei der fotografischen Arbeit mit Raw-Daten
drängt in die Lücke, die durch das Verschwinden des All diese Betrachtungen gehen natürlich davon aus, gilt die alte Weisheit der Fotografie: Eine gute, tech-
beliebten RawShooter entstanden ist. dass der Fotograf seine JPEGs so nimmt, wie sie gedacht nisch saubere Aufnahme ist durch nichts zu ersetzen.
Für den ambitionierten Amateur wie den Foto-Profi sind: als fertiges und abgeschlossenes Bildmaterial, das Auch wenn sich Raw-Daten vorzüglich dazu eignen,
stellt sich die Frage, ob in JPEG oder Raw geschossen eine Weiterverarbeitung in Bildprogrammen nur unter die Grundlage eigener Kreativität nach der Aufnahme
wer­den solle, kaum noch, hat er doch nur bei Raw-Auf- Qualitätseinbußen hinnimmt. zu bilden, sollten die Möglichkeiten des Raw-Prozesses
nahmen die volle Kontrolle über alle bildwichtigen De- Bei der Arbeit mit Raw-Daten ist wieder fast alles nicht als Freibrief für schlampige Aufnahmetechnik
tails. Nur mit Raw kann er seine kreative Eigenwillig­keit ­offen, – und die Kreativität des Fotografen bleibt erhal­ missbraucht werden.
so ausdrücken, wie er sie beim Blick durch den Sucher im ten. Zwischen der Aufnahme und dem fertigen Bild Und: Jedes Ändern eines Reglers, jede Verschie-
Auge hatte – und nicht so, wie es der Kamera­hersteller steht hier zwingend eine Konverter-Software, die aus bung eines Parameters in der Software, ist in erster Li-
in einem Standardprozess für ihn festgelegt hat. Wenn den Raw-Daten verwertbare, individuelle Bilder als nie nicht eine Annäherung an die Wirklichkeit, sondern
das mit Raw-Bildern nur nicht alles so viel umständ­ JPEG oder TIFF liefert – schon allein aus diesem Grund immer eine subjektive Interpretation der Wirklichkeit.
licher wäre. Denn angenehm einfach ist es schon, die will die Entscheidung für einen Raw-Konverter wohl Das hinsichtlich Ausschnitt und Inhalt, Farbe und Hel-
Kamera gleich direkt die JPEGs produzieren zu lassen: überlegt sein. Im einfachsten Fall handelt es sich um ei- ligkeit objektive Foto gibt es nicht – weil das Auge nie
fertige Bilder, scharf, bunt – und nach Jedermanns Ge- nen schlichten Einzelbild-Konverter, oft kostenlose Bei- die Wirklichkeit wahrnimmt, sondern immer eine In-
schmack ausgearbeit. Ausgearbeitet aus den Lichtin- gabe zur Kamera – zielführend, aber nicht unbedingt terpretation davon. So sieht das Auge etwa keine stür-
formationen, die bei der Belichtung durch ein hoch- zufriedenstellend. Im anderen Fall ist ����������������
der der���������
Raw-Kon- zenden Linien (obwohl sie da sind) oder keine Farb-
wertiges Objektiv auf den hochwertigen Sensor der verter ein mächtiger, oft teurer Alleskönner mitsamt stiche. Und die Farbe Weiß ist für das Auge auch im
Kamera gefallen sind; nichts anderes sind nämlich die Bildverwaltung und Archiv. Sonnenuntergang noch Weiß.

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Raw-Werkzeugkasten SILKYPIX 3 – Fortsetzung

Dateimanagement eines Raw-Workflows. Kontrollparameter für den Ba- wird – eine Stärke von SILKYPIX – für jeden einzelnen
Erste Aktionen eines jeden Digitalbild-Workflows sind sisworkflow sind auf der Benutzeroberfläche einfach Parameterbereich und auch deren Summe eine Reihe
das Kopieren der Bilddateien vom externen (Kamera-) zugänglich und übersichtlich angeordnet, sodass auch von Voreinstellungen, genannt Vorliebe, mitgeliefert,
Datenträger auf die lokale Festplatte und das geeig- der unerfahrene Raw-Bearbeiter schnell die richtigen die einfach durch eigene Werte und Vorlieben ergänzt
nete Umbenennen der Dateien. Ein Umbenennen Einstellungen vor sich findet und sie in sinnvoller Reihe werden können; dazu später mehr.
sollte immer der erste Schritt vor jeder weiteren Verar- abarbeiten kann.
beitung sein – späteres Umbenennen schafft gerade Diese Einstellparameter sind der Reihe nach (siehe Belichtungsausgleich
im Raw-Workflow immer das Problem, dass die separat nachfolgende Abbildung): Zu den Stärken der Arbeit mit Raw-Daten gehört es,
von der Bilddatei gespeicherten Einstellungsdateien rr  Belichtungsausgleich dass insbesondere die Belichtung in relativ weitem
nicht mehr zum jeweiligen Bild passen. SILKYPIX ver- rr   Weißabgleich Spielraum auch nach der Aufnahme noch geändert
zichtet darauf, bereits den ������������������������
Kopierprozess�����������
vom Daten- rr  Kontrast werden kann – das ist auch die erste und vielleicht
träger innerhalb der eigenen Oberfläche durchzufüh- rr  Farbe wichtigste Aktion, die in SILKYPIX wie in jedem Raw-
ren, sondern überlässt dies den bewährten Prozessen rr  Schärfung und Rauschunterdrückung Konverter vorgenommen wird.
von Betriebssystem oder Spezialtools – flexibles Um- rr und schließlich Entwicklung.
benennen der Dateien mit variablen Bausteinen bietet
aber natürlich auch SILKYPIX. Jede Arbeit in SILKYPIX
beginnt also mit dem Öffnen eines Ordners (oder auch
nur einer Datei); erst wenn die Bilder auf dem virtuellen
Leuchttisch liegen, zeigt SILKYPIX, was in ihm steckt.

Basisworkflow Hier findet man


SILKYPIX gerade geschaffen für den Fotografen, der kompakt die
Raw-Verarbeitung noch nicht kennt, aber dennoch Basiswerkzeuge für die
Raw-Konvertierung,
mehr Kontrolle über seine Ergebnisse gewinnen
bereits von oben nach
möchte. Für ihn ist es wichtig, nicht von der Vielfalt Die Korrektur der
unten in der sinnvollen
Belichtung ist einer
der Möglichkeiten erschlagen zu werden und dabei Reihenfolge.
der ersten Schritte
vor lauter Reglern und Knöpfen das Bild nicht mehr zu bei der Optimierung
sehen. SILKYPIX führt diesen Fotografen dezent und Die entsprechenden Kontrollregler erscheinen erst, eines Raw-Bildes.
unaufdringlich durch die typischen Standardschritte wenn das Symbol dafür (links) angewählt wird. Zudem

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Raw-Werkzeugkasten SILKYPIX 3 – Fortsetzung

SILKYPIX geht dabei so weit, einen Spielraum von sechs Es wäre schade, diese mächtige und wichtige Kon-
ganzen Blenden (EV-Werten) anzubieten – ein sehr trollmöglichkeit aus der Hand zu geben, indem man
wei­ter Spielraum, der nur in extremen Fällen (Rettung JPEGs ausgibt und der Belichtungsautomatik der Ka-
eines unwiederholbaren Motivs) in Anspruch genom- mera zu viel Vertrauen schenkt.
men werden sollte. Mit Werten von maximal 1,5 EV nach
oben oder unten wird man in der Regel ganz gut fahren. Weißabgleich
Auf Wunsch analysiert SILKYPIX das Motiv und bie- Der Weißabgleich gehört zu den frühen Workflow-
tet eine automatische Nachjustierung der Belichtung schritten. Im Gegensatz zum Belichtungsausgleich sind
an. Bei durchschnittlichen Motiven oder wenn schnell die Werte hier jedoch auch bei schwierigen Motiven
ein erster Satz an Ausgabebildern erzeugt werden soll, (bei Tageslicht) von der Kamera meist schon ganz
gelingt das erstaunlich gut. Bei ausgefalleneren Auf- gut vorgegeben worden. Voreingestellt ist dabei der
nahmesituationen dagegen wird sich der kreative Fo- von der Kamera (automatisch) gemessene Wert. Für
tograf sicher lieber auf seinen Augenschein verlassen. Präzisionsfanatiker hilfreich ist die Arbeit mit einer ge-
Der Weißabgleich zählt zu
Zudem bietet SILKYPIX als sehr wertvolle Hilfe ein normten Farbkarte, die bei der Aufnahmesitzung unter
den wichtigsten und frühen
›Werkzeug für Belichtungsausgleich‹ in Form einer Pi- gleichen Bedingungen mitfotografiert und in SILKYPIX Schritten in einem Raw-
pette an, mit der sich im Bild der Helligkeits-Norm- vermessen wird. Anders als beim Belichtungsaus- Konverter.
wert definieren lässt. Obwohl ähnlich in Anwendung gleich besitzt der Weißabgleich eine starke subjektive
und subjektiv ähnlich auch in der Wirkung, darf dieses Komponente:  Regelt man beim Sonnenuntergang den zu einfach können damit regionale Hautfarbnuacen eli-
Werkzeug nicht mit der Pipette für den Weißabgleich Rot-Orange-Anteil aus dem Motiv weg – etwa weil man miniert werden. Auch hier gilt: Augenschein und ma-
verwechselt werden. Die Belichtungsausgleichs-Pipet- nur auf die Normwerte der Farbkarte schaut –, hat man nuelle Änderung geht vor Automatik!
te setzt tatsächlich den angewählten Punkt – und in auch die begehrte Stimmungswirkung aufgehoben. Wo eine Anpassung alleine der Farbtemperatur
Relation dazu alle anderen Helligkeitswerte – auf ein Also: Vorsicht bei mehr als 10 % Änderung der Farbtem- noch nicht zum gewünschten Ergebnis führt, kön-
vorher festgelegtes Niveau. peratur. nen über Regler zur Farbablenkung und zur Schatten-
Bei der Belichtungseinstellung kann festgelegt Das Finden der optimalen Farbtemperatur unter- Anpassung weitere Detailparameter justiert werden.
werden, dass zu helle und zu dunkle (über oder unter stützt SILKYPIX mit einer Grauwert-Pipette und – sonst Gerade die Schatten-Anpassung besticht durch die
einem Schwellwert liegende) Bereiche markiert wer- kaum angeboten – mit einer Hautton-Pipette. Gerade Möglichkeit, Farbverschiebungen speziell in dunklen
den, was die individuelle Justierung per Augenschein letztere kann gute Dienste leisten, ist doch ein Hautton Bereichen, die oft um Nuancen anders ausfallen als in
deutlich vereinfacht und effektiv verhindert, dass Be- extrem schwer wiederzugeben. Vorsicht vor zuviel Ver- mittleren oder helleren Bereichen, gezielt nachzujus-
reiche ausfressen oder zulaufen. trauen in die Automatik ist jedoch auch hier geboten: tieren.

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Raw-Werkzeugkasten SILKYPIX 3 – Fortsetzung

Kontrast
Bereits bei der Regelung des Kontrasts verlässt der über Kontrast-Mitte eben diesen Grenzwert zwischen
Fotograf den Bereich des Naturabbildes und betritt Hell und Dunkel zu definieren. Bei dunklen Motiven ist
den spannenden Bereich der kreativen Interpretation. es also hilfreich, die Kontrast-Mitte niedriger anzuset-
Kontrastregelung macht flaue Motive knackig und zen, bei hellen höher.
harte Motive duftig. SILKYPIX bietet uns schon im Stan- Gammakorrektur wird benötigt, um das subjektive
dardprozess vier Regelmöglichkeiten für das, was im Helligkeitsempfinden des Auges, das nicht über sämt-
fertigen Bild als Bildhärte gesehen wird. Wesentlichen liche Helligkeitswerte hinweg gleich ist, an die Hellig-
Die Einstellungen zu Farbe
Einfluss auf diese Härte oder Duftigkeit haben die Para- keitsinformationen, wie sie der Sensor liefert, anzupas- gehören bereits zu den eher
meter Kontrast, Gamma und Schwarzanteil. Zusätzlich sen. Höhere Gammawerte spreizen diesen Bereich und interpretativen Einstellungen.
kann auch noch direkt die Ein-Ausgabe-Kurve der lassen das Bild weicher, aber auch flauer erscheinen,
Helligkeitswerte, die Tonwert- oder Gradationskurve, niedrigere Werte komprimieren den Bereich – das Bild mittels eines Raw-Konverters gerne selbst in die Hand
geändert – verbogen – werden, um auf die subjektiv wird härter. nimmt.
empfundene Bildhärte Einfluss zu nehmen. Eine Sättigung +3 ist keine Bildoptimierung mehr,
Farbe sondern bestenfalls eine Verfremdung bzw. ein special
Der Bildkontrast Zunehmend ›gefährlicher‹ werden die auf die Raw- effect; ein Sättigungswert von null ergibt ein Schwarz-
zählt sicher zu Daten anzuwendenden Einstellungsmöglichkeiten, weißbild. Höher als +1,25 muss die Sättigung selten
den kritischen Ein­
schreitet man im SILKYPIX-Standardablauf der Bildop- gehen. Also:  Vorsicht vor zu viel Sättigung – es wird
stellungen. Zu viel
Kontrast mag zunächst timierung weiter nach unten und kommt zur Farbein- schnell zu bunt!
gut aussehen, kann stellung. Angeboten wird hier Sättigung; die Feinregu-
das Bild aber zerstören, lierung von Farbstichen oder Ungleichgewichten in der Schärfung und Rauschunterdrückung
insbesondere, wenn
Farbwiedergabe ist an anderer Stelle und dafür dort Unverzichtbar für jeden digitalen Bildprozess und
man in anderen
Programmen nach­ mit hoher Einstellpräzision zu finden. immer am Ende der Bearbeitungskette, unmittelbar
arbeiten möchte. Sättigung, das ist die Einstellung für Bilder, Sie ger- vor der Ausgabe, ist die Bildschärfung. Ebenso unver-
ne mit dem Ausruf »Tolles Bild – und so bunt!« beurteilt zichtbar, aber technisch der Bildschärfung entgegen-
Besonderes Interesse verdient dabei die Einstellung für werden. Das ist auch genau die Einstellung, die in ge- laufend, ist die Unterdrückung des Rauschens, das
die Kontrast-Mitte: Da Kontrast bzw. Kontrastverstär- schlossenen JPEG -Prozessen und insbesondere bei aus Fehlverhalten der lichtempfindlichen Punkte auf
kung nichts anderes ist als die Anhebung heller und Consumer-Kameras gerne übertrieben wird – einer der der Sensoroberfläche herrührt und dem nur mit einer
die Absenkung dunkler Bereiche, ist es nur sinnvoll, Gründe, warum der ernsthaftere Fotograf die Dinge Art Weichzeichnung gegengesteuert werden kann.

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Raw-Werkzeugkasten SILKYPIX 3
– Fortsetzung

Schärfung und Rauschunterdrückung stehen somit


an entgegengesetzten Enden einer Waage: ein Mehr
an Schärfe führt zu einem Mehr an Rauschen; stärkere
Rauschunterdrückung läuft der Schärfung entgegen.
SILKYPIX trägt dieser schwierigen Abhängigkeit
schon in der Benutzeroberfläche Rechnung, indem es
die beiden Bereiche auf einer geteilten Schaltfläche
Schärfung und Rauschunterdrückung sind
positioniert und das Abspeichern von Voreinstellungen
zwei Enden eines Optimierungsprozesses
– bei SILKYPIX Vorliebe genannt – nur für die Einstel- und sorgfältig aufeinander abzustimmen.
lungen beider Bereich erlaubt. Dabei bietet es jeweils SILKYPIX bietet dazu ein reiches Repertoire
eine ganze Reihe Parameter zur Optimierung an. an Reglern – aber auch nicht mehr als nötig.
Neben der Gesamtschärfung (Kanten betonen) und
einer Detailschärfung (Details betonen) bietet SILKYPIX Rauschen ist einer der Digitalsystem-immanen­ten blem, weil hier häufig mit höheren ISO -Werten gear-
insbesondere mit einem eigenen Regler (Kantenfehler) Mängel, ein Fehlverhalten der verwendeten Basis­tech­ beitet wird und zudem Genre-bedingt viele dunkle Flä-
eine Möglichkeit, Artefakte (Helligkeits und/oder Farb- nologie, vergleichbar mit der Körnung (Größe der chen im Bild sind.
sprünge), die bei zunehmender Schärfung zwangsläu- Silber­halogenidkristalle) bei analogem Filmmaterial. Es Im Raw-Prozess gegensteuern kann man typischer-
fig an Kontrastkanten entstehen, wirksam zu verhindern. kann optimiert werden, ganz wegzubringen ist es sel- weise durch eine leichte Weichzeichnung – insofern ein
Bei allen Möglichkeiten der Schärfung kann je- ten. Rauschen, wie wir es als Fehlverhalten des Kame- der Scharfzeichnung gegenläufiger Prozess.
doch dennoch nur zur Vorsicht gerufen werden – leicht rasensors kennen, wird durch Fehlimpulse und fehler- In SILKYPIX wird dem Farbrauschen durch höhere
ist ein Bild überschärft. Schärfe, die das verwendete hafte Hellig­keits­werte der lichtempfindlichen Punkte Werte beim Regler Farbstörungen gegengesteuert, dem
Objek­tiv nicht mitbringt, kann in das Bild nicht hinein­ der Sensor­ober­fläche ausgelöst und tritt als Farbrau- Helligkeitsrauschen durch die Einstellung Rauschen.
ge­rech­net werden – die Nachschärfung hat vielmehr schen (Chro­mi­nanzrauschen) und Helligkeitsrauschen Daneben bietet SILKYPIX im Feld Rauschabschwä-
die Auf­gabe, Digitalsystem-immanente Schärfemän- (Lumi­nanzrauschen) auf. Insbesondere in dunklen und cher noch eine Feinsteuerung, wo Schwellenwerte für
gel auszugleichen. Insbesondere wenn ein Bild im An- schwar­zen Flächen eines Bildes ist Rauschen besonders die Balance aus Schärfung und Rauschunterdrückung
schluss an die Raw-Entwicklung noch in einem Bildbe- gut wahrzunehmen und wirkt störend. Verstärkt wird angegeben werden können.
arbeitungsprogramm wie Photoshop weiter bearbeitet es durch Erwärmung des Sensors, höhere Packungs- Gerade bei der Justierung der Werte für Schärfung
werden soll, ist im Raw-Konverter nur eine sehr dezente dichte und durch Erhöhung der Sensor-Empfindlichkeit und Rauschunterdrückung empfiehlt es sich, eine hohe
Schärfung angebracht. Die finale Schärfung wird dann (höhere ISO -Werte). Rauschen ist daher gerade in der Anzeigevergrößerung zu wählen und mögliche Überkor­
ganz am Ende des Prozesses im Bildeditor vorgenommen. Available-Light-Fotografie (Stage, Dunkelheit) ein Pro- rekturen sorgfältig zu beachten und zu kontrollieren.

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Raw-Werkzeugkasten SILKYPIX 3 – Fortsetzung

Und schließlich ›Entwicklung‹ keit der Bildschärfe, von der allerdings nur in seltenen Die Unschärfe-Maske ist ganz am Ende des Prozes­
Sind alle Einstellungen des Basisworkflows bis hierher Ausnahmen Gebrauch gemacht werden sollte. Bei ses richtig positioniert und ergänzt sich mit vor­an­ge­
durchlaufen – ein paar Umwege und Feinheiten kom- Demosaik-Schärfe handelt es sich um die Präzision, mit hen­den – dezenten – Schärfungen des Bildes. Aber auch
men später noch –, dann kann im nächsten Schritt und der der ­Demosaik-Prozess (die Farbinterpolation), also hier gilt: Nur wenig Schärfung in der Unschärfe-Mas-
damit im nächsten Punkt auf der Symbolleiste das Bild der erste Prozess der Bildgewinnung mit Hilfe des Bay- ke, wenn das Bild weiterverarbeitet werden soll. Etwas
zur Entwicklung gebracht werden: ›Entwickeln‹ bedeu- er-Mosaiks, ausgeführt wird. Ein hoher Wert führt zwar mehr Nachschärfung kann eingestellt werden, wenn
tet, die vorgenommenen Änderungen tatsächlich auf zu mehr Auflösung des Bildes, aber auch zu mehr Rau- die Ausgabe aus SILKYPIX als Endprodukt gewertet wird.
die Bilddaten anzuwenden (bis hierher war nur eine schen und Artefakten. Ein niedriger Wert verbessert
Vorschau am Bildschirm zu sehen) und eine Ausgabe- die allgemeine Rauschfreiheit, geht aber auch zu Lasten Parametermanagement und Automatisierung
datei, in TIFF oder JPEG, zu produzieren. In nahezu allen der Auflösung. Der Standardwert 80 % ist gut – bei vie- Das ist jetzt eine ganze Menge Parameterschieberei ge­
Fällen braucht in diesem Schritt keine Änderung der len Raw-Konvertern bietet die Benutzeroberfläche eine wesen. Im Normalfall wird man bei einem Raw-Bild zwi-
Einstellungen mehr vorgenommen zu werden – und Änderung dieses Wertes gar nicht erst an. schen 5 und 10 Parameter anpassen, manchmal auch
zumeist sollte man es auch nicht tun. Mit Auflösung plus beschreibt SILKYPIX die Möglich- mehr. Das ist viel, wenn dieser Prozess für jedes Bild
keit, für einen selten verwendeten Sensor (dem der Fuji durchlaufen werden muss. Raw-Konverter bieten daher
Fine­Pix S3Pro) die Empfindlichkeit einer zusätzlichen typischerweise Möglichkeiten, eigene Einstellungen zu
Pixelebene gesondert zu justieren und damit das Poten­ speichern und diese dann auf ausgewählte oder alle
tial dieses Chips erst vollständig auszunutzen. Bei allen Bilder anzuwenden. Auf diese Weise geht, nach erster
anderen Kameras (Raw-Formaten) bleibt diese Einstell- Parameter-Optimierung, die Raw-Bearbeitung schnell
möglichkeit inaktiv. von der Hand.
Im Normalfall muss der Farb­raum für die der Ausga- Gerade in diesem Punkt des Parameter-Manage-
Hier sind die be nicht mehr verändert werden – dieser sollte einmal ments und der automatischen Übertragung bietet
wichtigsten systemweit und in den Voreinstellungen von SILKYPIX SILKY­PIX viele sehr anwendernahe, durchdachte und
Einstellungen für auf Adobe RGB eingestellt werden. direkt anwendbare Hilfen.
den eigentlichen
Der nachgeschaltete Dialog, schlicht als Sichern Dies beginnt damit, dass Bearbeitungsparameter,
Raw-Konvertierungs-
Prozess zusammen­ unter … überschrieben, löst dann die Konvertierung wie sie für ein Bild ausgearbeitet wurden, ganz einfach
gefasst. und Speicherung aus. Er bietet aber auch noch die per Copy & Paste, also mittels des bewährten Z- (C)
Möglichkeit, die Bilder mit einer Unschärfemaske zu (Mac: Â- (C)) und Z- (V) (Mac: Â- (V)), von einem
Unter dem Punkt Entwicklung befindet sich mit dem behandeln und die Bildgröße für die Ausgabe festzu- Bild auf andere übertragen werden können – schnell
Regler Demosaik-Schärfe eine weitere Einstellmöglich- legen. und direkt.

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Raw-Werkzeugkasten SILKYPIX 3 – Fortsetzung

Die Speicherung und Wiederverwendung von Bild-


parametern bieten nahezu alle Raw-Konverter, etwa
In ›Vorlieben‹ hinter­ Adobe Lightroom oder LightCrafts LightZone. Bei der
legte Einstellungen
erlauben ein sehr Benutzerschnittstelle und einfachen Anwendbarkeit
zügiges Arbeiten. der Vorlieben bei gleichzeitig sehr differenzierter Kon-
Man sieht den Effekt, figurierbarkeit ist ISL, dem Hersteller von SILKYPIX, je-
Dieser eine Zwischenspeicher ist flüchtig und mit dem noch bevor man die doch ein besonderer Wurf gelungen.
Vorliebe einem Bild
nächsten Z- (C) überschrieben; weniger flüchtig sind zuweist.
die vier von SILKYPIX verwalteteten ›Zwischenlager‹. Feinregulierung
Ein schneller Klick auf den Lagerplatz legt die aktuelle Mit der Anwendung ausgeliefert kommen bereits viele Ist der Basis-Workflow durchlaufen, wird man in den
Parameterkonfiguration ins Lager und markiert den La- nützliche Voreinstellungen. Eigene Vorlieben reihen meisten Fällen bereits gut ausgearbeitetes Bildmaterial
gerplatz mit der Uhrzeit, ein weiterer Klick darauf wen- sich in diese Liste ein produziert haben, das in jedem Einzelfall individueller
det die Parameter auf aktuell selektierte Bilder an. Sichtbar wird der Effekt einer Vorliebe bereits durch Kreativität Ausdruck verleiht.
Sehr gut bewährt hat sich diese Funktion auch, um einfaches Berühren eines Menüpunktes mit der Maus, SILKYPIX bietet darüber hinaus aber noch eine gan-
schnell mal zwischen bis zu vier unterschiedlichen Be- und noch ohne zu klicken sieht man, welche Wirkung ze Reihe sehr fein arbeitender Tools, die mit einer Prä-
arbeitungszuständen umzuschalten und damit einen eine Einstellung hat – für die alltägliche Arbeit eine zision agieren, die am Bildschirm im schnellen Augen-
einfachen Vergleich und optische Beurteilung der Wir- nette, kleine, unspektakuläre, aber sehr hilfreiche Un- schein kaum mehr erfassbar ist.
kung von Parameteränderungen zu haben. terstützung. Mancher kennt sie inzwischen eventuell Am unteren Bildschirmrand des Haupt-Kontrollfens-
Wenige andere Anwendungen bieten diese Eleganz aus dem Vorgaben-Browser von Lightroom. ters sind acht kleine Icons platziert, mit denen einer-
von SILKYPIX im Umgang mit Anwender-Voreinstellun­ Zudem können Vorlieben hierarchisch gegliedert seits Informationsfenster wie sie in jeder Bildbearbei-
gen, hier Vorlieben genannt. So gut wie jeder Para­me­ werden. Vorlieben können entweder nur einen Teil- tung erforderlich sind (Histogramm, EXIF-Information)
terblock in SILKYPIX und viele der bild­ändernden Dia­ bereich (Kontrast, Farbe, Weißabgleich, …) abdecken geöffnet werden können und andererseits Einstellfens-
loge bieten klein und unscheinbar am Rand ein ›+‹ oder mehrere dieser Teilbereiche oder aber alle Teilbe- ter für präzise Detailarbeit werden (Weißabgleich, Gra-
Symbol, mit dem sich die Einstellungen gerade dieses reiche. dationskurve, Lichter, Farbe) zur Verfügung stellen.
Parameterblocks in einer Vorliebe permanent spei- So einfach und intuitiv wie das Anlegen von Vor- Zudem bietet SILKYPIX über diese Kontrollleiste
chern und danach aus dem neben dem ›+‹ liegenden lieben ist auch deren Verwaltung und Änderung – Na- auch Zugang zur Korrektur von Objektivfehlern und
Menü wieder abrufen lassen – womit sie auf beliebige men der Vorlieben können einfach geändert und die schließlich zu deutlich bildverändernden Werkzeugen
Bilder anwendbar sind. referenzierten Parameter überschrieben sowie ein- wie der Drehung und Entzerrung stürzender Linien
oder ausgeschaltet werden. (­Digital-Shift).

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Raw-Werkzeugkasten SILKYPIX 3
– Fortsetzung

rr Histogramm (nicht editierbar)


rr EXIF-Information (nicht editierbar)
rr Feineinstellung Weißabgleich 
(Farbton, Sättigung; Farbscheibe)
rr Gradationskurve (nach RGB aufteilbar)
rr Feineinstellung Lichter 
(Buntheit, Sättigung, Brillianz-Erhaltung, Dynamik­
erweiterung)
rr Feineinstellung Farbe
(Farbton, Sättigung, Helligkeit; Farbscheibe)
rr Feineinstellung Objektiv
(Vignettierung, Verzerrung und Transversale Chro-
matische Aberration)
rr Drehung/Stürzende Linien
(Drehung, Perspektive vertikal, Perspektive horizon-
tal, Winkel) u  Die Korrektur der Perspektive bietet bisher kaum ein Raw-Kon­
ver­ter – aber SILKYPIX. Normalerweise muss man dazu in eine
Bildkorrekturwerkzeuge
Bildbearbeitung gehen. Die Implementierung im Raw-Konverter hat
Auch hier können wiederum in (nahezu) allen Dialog- Spätestens mit der Funktion Drehung/Stürzende Linien den Vorteil, dass hier lediglich Korrekturparameter zum Bild abgelegt
boxen die eigenen Justierungen als Vorliebe gespei- verlässt der Anwender den Bereich der klassischen werden, das Bild also nicht-destruktiv korrigiert wird.
chert und direkt aus einem lokalen Menü abgerufen Bild­optimierung – die Haupt-Domäne eines Raw-Kon-   Zugleich kann hier das Bild (über die Funktion ›Drehen‹) aus­ge­rich­
tet werden.
werden – sehr praktisch, um beispielsweise regelmä- verters – und betritt die Bildkorrektur, wie sie typischer­
  Das automatisch erscheinende Hilfsgitter erleichtert das Ausrichten
ßige Objektiv-Fehler (Farbverschiebungen, Verzer- weise erst in Bildbearbeitungswerkzeugen wie Photo- und die Korrektur der Perspektive erheblich.
rungen) schnell korrigieren zu können. Es sprengt den shop vorgenommen wird.
Rahmen dieser Besprechung, hier alle Bildjustierungs- Auch hier ist die Herangehensweise von SILKYPIX
dialoge im Detail vorzustellen. einfach und direkt und beläßt dem Anwender dennoch
alle Kontrolle.

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Raw-Werkzeugkasten SILKYPIX 3
– Fortsetzung

Die Parameter
zur Korrektur sind
hier übersichtlich
zusammengefasst.

Hauptsächlich benötigt wird hier sicherlich der Punkt


Perspektive vertikal, mit dem die beim Blick nach oben
auftretenden stürzenden Linien ausgeglichen werden,
also gleichsam die Position des Betrachters oder der u  Schön zu sehen ist hier, wie einfach es gelingt, dieses Haus ›digital
Kamera angehoben wird. – Gebäude erscheinen dann fast pilzförmig, oben brei- aufzurichten‹ – Ein Verschieben des Reglers reich, und das Raster wird
automatisch eingeblendet. Hier ist die digitale Perspektiveentzerrung
Verschiebt man den entsprechenden Regler nach ter als unten.
allerdings schon ziemlich weit getrieben, für den Demoeffekt gut, für
links, wird automatisch ein Raster eingeblendet (dieses Ähnlich wie die vertikale Perspektivkorrektur arbei- die praktische Arbeit schon fast zu weit; es treten insbesondere im
Verhalten ist in den Voreinstellungen abschaltbar), und tet die horizontale, nur dass damit der Kamerastand- oberen Bereich Unschärfen auf, die Tonnenverzerrung wird verstärkt
ein Gebäude richtet sich auf bzw. die Kameraperspek- punkt gleichsam horizontal versetzt wird – sehr prak- (kann allerdings ebenfalls mit SILKYPIX einfach korrigiert werden), und
bildwichtige Elemente am Rand werden abgeschnitten.
tive wird erhöht. Dies kann so weit getrieben werden, tisch, wenn der Fotograf bei einer Gebäudeaufnahme
bis vertikale Rasterlinien und vertikale Gebäudekanten nicht zentriert vor dem Gebäude stehen kann.
tatsächlich zur Deckung kommen. Erkauft wird damit Der Regler Winkel sollte eher sparsam eingesetzt
allerdings eine eher unrealistische Wirkung des Bildes werden. Damit korrigiert man den Bildwinkel eines

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Raw-Werkzeugkasten SILKYPIX 3
– Fortsetzung

­ bjektivs bzw. den Wert, der von der Kamera über die
O
EXIF-Info dazu geliefert wird.
Durch die sofortige optische Kontrolle in Echtzeit
kann der Ausgleich der stürzenden Linien sehr fein zu
einer optimalen Bildwirkung geführt werden.
Ähnlich intuitiv und direkt anzuwenden ist die Dre-
hung – nicht viel anders als in vielen anderen Bildbe-
arbeitungsprogrammen auch, nur dass SILKYPIX auch
hier automatisch und spontan ein Raster einblendet,
wenn der Regler verschoben wird. Noch direkter geht
es mit dem Linienwerkzeug, mit dem eine Linie an eine
horizontal oder vertikal zu erscheinende Kante im Bild
angelegt wird – mit dem Loslassen der Maus wird das
Bild korrekt gedreht.
Insbesondere in der Architekturfotografie wichtig
(weil dort motivbedingt viele Linien und Kanten bild-
wirksam auftreten) ist die Korrektur von Objektivfeh-
lern wie der Vignettierung, der Verzerrung (kissen-
Diese Abbildung, eine Fortführung der oben gezeigten Bildsituation, zeigt die erfolgreiche Korrektur der Tonnenverzeichnung – deutlich
oder tonnenförmige Verbiegung gerader Linien) und erkennbar an der markierten horizontalen Linie am unteren Bildrand.
der transversalen chromatischen Aberration. Auch die-
se Störungen korrigiert SILKYPIX einfach, direkt und in-
tuitiv. der sowie schließlich durch eine schön gestaltete, sehr sen zugeordnet sind, können die Marken Rot, Blau und
mächtige Druckfunktion. Grün nach Belieben vom Anwender vergeben werden
Leuchttischfunktionen mit Markierung, Batch- SILKYPIX kennt sechs unterschiedliche Marken, die und etwa eigene Qualitätsabstufungen repräsentieren.
Konvertierung und umfangreich gestaltete flexibel und auf Tastendruck Bilder zugeordnet werden Markierte Bilder können dann gemeinsam bearbei-
Druckfunktion können: Kopieren/Verschieben, Löschen, Entwickeln so- tet oder ein gemeinsamer Parametersatz darauf ange-
Abgerundet wird ›SILKYPIX Developer Studio‹ durch wie Rot, Blau und Grün. wandt werden.
Funktionen zur Bildmarkierung, einer typischen Leucht­ Während die Marken Kopieren/Verschieben, Löschen Leuchttischarbeit und Bildverwaltung sind in SILKY­
tischarbeit und zur Batch-Bearbeitung markierter Bil- und Entwickeln direkt nachfolgenden SILKYPIX-Prozes- PIX auf das wirklich Wichtige beschränkt, unterschied-

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Raw-Werkzeugkasten SILKYPIX 3
– Fortsetzung

liche oder gar abspeicherbare Sichten, und sei es auch


nur auf die markierten Bilder, oder Verschlagwortung
der Aufnahmen bietet SILKYPIX nicht.
Der wichtigste Grund für die Markierung von Bil-
dern ist die Übergabe an den Entwicklungsprozess
– die eigentliche Konvertierung von Raw ins Zielfor-
mat unter Anwendung der zuvor eingestellten Parame-
ter. Bei der Konvertierung und Abspeicherung bietet
SILKYPIX natürlich die üblichen Optionen (JPEG oder
TIFF, Speicherort und Dateiname, Farbraum, Größen-
Besonders gefällt
und Auflösungsänderung), darüber hinaus aber auch die Integration einer
die Auswahl aus unterschiedlichen JPEG -Formaten, 16- Kontaktbogen-Option in den
Bit-TIFF und Unschärfe-Masken. Druckdialog – mit direkter
Vorschau, so dass das Raten,
Der eigentliche Konvertierungsprozess, rechen- wieviele Bilder jetzt wo auf
intensiv, läuft dann mit voller oder (schaltbar) einge- dem Bogen sind, gar nicht
schränkter Priorität im Hintergrund und produziert erst auftritt.
sauber ausgearbeitetes Bildmaterial, während im Vor-
dergrund weitergearbeitet werden kann. Fazit
Viele fotoverarbeitenden Anwendungen tun sich Die Anforderungen an eine solide Rundum-Anwen- Die deutsche Version ist für gut hundert Euro und
schwer mit einem intuitiven Druck-Dialog, in dem dung für Raw-Fotografen aus dem anspruchsvollen damit zu einem sehr akzeptablen Preis vom Franzis-
häufig zwar viele Funktionen untergebracht sind, de- Amateur- und Semiprofi-Bereich erfüllt das ›SILKYPIX Verlag unter www.franzis.de zu beziehen. Eine freie
ren praktische Nutzung allerdings meist hinter unver- Developer Studio 3‹ sicherlich sehr gut, bietet es doch Version ist mit eingeschränktem Funktionsumfang be-
ständlichen Knöpfen versteckt und im Ergebnis häu- bei hochwertigen Ergebnissen eine schnelle und di- liebig lange, eine unlizenzierte Vollversion 14 Tage ein-
fig überraschend ist. SILKYPIX bietet in meinen Augen rekte Bedienbarkeit. Der Verzicht auf allzu viel schwer setzbar. ll
im Druckdialog ein ausgewogenes Verhältnis aus Leis- kontrollierbare Automatiken fällt ebenso positiv auf
tungsumfang und Bedienbarkeit. wie die schnörkellose, unverspielte Oberfläche.

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Buchecke

Brad Hinkel / Steve Laskevitch:  Bearbeitung seiner Bilder tatsächlich braucht, ist nur Fotografen und Firmen digitale Workflows entworfen.
Das Photoshop-CS3-Handbuch für Fotografen. ein kleiner Teil dessen, was Photoshop insgesamt bie- Als Adobe Certified-Ausbilder schult er kreative Pri-
Ein Wegweiser für den fotografischen Workflow. tet – aber diesen Teil sollte er beherrschen. Das genau vatpersonen und Firmen und half Adobe Systems re-
dpunkt.verlag, Heidelberg, Juli 2007, 268 Seiten, ge- ist der Ansatz, den die Autoren mit diesem Buch verfol- gelmäßig, ›Photoshop Certified�����������������������
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Expert‹-Prüfungen�����
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aus-
bunden, € 34 (D), € 35 (A), 59 sFr (CH) gen: Die wesentlichen Bearbeitungsschritte eines Bil- zuarbeiten.
des vom Import in Photoshop bis zum Druck detailliert Steve liebte es schon immer zu fotografieren – im
zu beschreiben und alles Unwesentliche dabei auszu- Freien, im Studio oder im Labor, auf Film oder digital –
blenden. Der Leser profitiert von der Erfahrung der bei- ebenso wie mit Computergrafiken zu arbeiten.
den Autoren als Bildbearbeitungsprofis und Dozenten Studenten aller Semester haben Steves freundli­
und lernt, wie man sich mit Photoshop CS3 einen ein- che und zugängliche Art in den Kursen von »Lumi­nous
fachen und dennoch professionellen Workflow für das Work« und den Schulen, Universitäten und Konfe-
Arbeiten mit digitalen Fotos aufbaut. In einem eigenen renzen, wo er lehrte, schätzen gelernt.
Kapitel wird der Arbeitsablauf mit Adobe Photoshop
Lightroom behandelt - vom Bildimport über die Bild- Brad Hinkel ist sowohl experimenteller Fotograf als
optimierung bis hin zur Ausgabe auf einem Drucker, auch Software-Designer und Lehrer. Er kombiniert
fürs Web oder für eine Diashow. Das Buch richtet sich Chemie und digitale Technologie, Silber und Tinte, Film
gleichermaßen an Einsteiger und an Fotografen, die und Blechdosen, um Bilder des Alltags, aber auch des
bereits Vorkenntnisse in der Bildbearbeitung mit Pho- Außergewöhnlichen zu erzeugen.
toshop mitbringen. Brad half bei der Entwicklung des Curriculums zur
digitalen Fotografie an der ›Rocky Mountain School of
Zielgruppe: Photography‹ und dem ›Photographic Centre North­
rr Ambitionierte Fotoamateure west������������������������������������������������
‹. Er hält immer noch zahlreiche Kurse zum digi-
rr Berufsfotografen talen Fotografieren und veröffentlichte drei Bücher
rr Fotografen in der Ausbildung über digitale Fotografie: »The ������������������������
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Easy �������������
Guide��������
to Pho-
rr Studenten der Designfächer toshop CS2«, »Digital Negatives« und »Color Manage-
ment in Digital Photography«. ll
Autoren:
Gerade Fotografen fühlen sich von der Komplexität Steve Laskevitch, Gründer von ›Luminous Works‹ und
von Photoshop oft erschlagen. Was der Fotograf für die seit zwanzig Jahren auch Dozent, hat für Hunderte von

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Buchecke – Fortsetzung

Bettina Wolf, Ralf Hölz�����������������������������


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:  Fine Art Print�������������
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. Raumgestal- legt den Schwerpunkt also weniger auf die Technik
tung mit digitalen Bildern. als vielmehr auf die Gestaltung, mit einem Fokus
artwerk-Verlag, Dortmund, 2007, 136 Seiten, gebunden, darauf, wie der Bildausschnitt gewählt werden sollte
€ 19,90. und wie man Farben zur Wirkung bringt – im Bild, im
Zusammenspiel mit Rahmen, und das Ganze dann
im Raum. Es werden Anregungen gegeben, wie man
aus seinen Bildern mit geeigneten Ausschnitten, der
Farbgestaltung, der Rahmengestaltung und schließlich
der Aufhängung an der Wand oder der Plazierung im
Raum mehr machen kann. Dabei streift das Buch auch
die Auswahl von Fine-Art-Papieren. Die Technik des
Fine-Art-Drucks wird kurz angesprochen, ohne aber
drucker- oder programmspezifisch zu werden. Das
Buch liefert damit eher Anregungen und Stimulation
als technische Anleitung.
Wenn Sie also eine kleine, lockere und anregende
Stimulation brauchen – gerade richtig für den Urlaub
oder kurz danach –, so können Sie diese in diesem net-
ten Büchlein finden. ll

Der eigentliche Inhalt dieses ansprechend gestalteten


Buchs steht nicht im Haupttitel, sondern im Untertitel,
nämlich die Raumgestaltung mit Drucken. Das Buch

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Links und Impressum

Links Impressum
Hier finden Sie die Links und URLs zu [06] HDR-Soft:  Photomatix Pro – ein Herausgeber: Jürgen Gulbins,
den Angaben in den Artikeln: Werkzeug zur Erstellung von Gerhard Rossbach, Uwe Steinmüller
HDR-Bildern ( , )::
[01] Adobe:  Lightroom-Produktseite ( www.hdrsoft.com Redaktion:
, ):  Uwe Steinmüller, San Jose, CA FotoEspresso erscheint etwa drei­
www.adobe.com/de/products/ [07] Franzis-Verlag:  SILKYPIX (uwe@outbackphoto.com) monatlich.
photoshoplightroom/ Developer Studio 3 – ein Raw- Gerhard Rossbach, Heidelberg
Konverter mit einem sehr breiten (rossbach@dpunkt.de)
Eine Haftung für die Richtigkeit der
[02] Uwes FAQ zu������������������
Lightroom (eng- Spektrum unterstützter Kameras Jürgen Gulbins, Keltern
Veröffentlichungen kann trotz sorgfäl-
lischsprachig):  ( , ):: (jg@gulbins.de)
tiger Prüfung durch die Redaktion von
www.outbackphoto.com/ www.franzis.de Redaktion: comments@fotoespresso.de
den Herausgebern nicht übernommen
artofraw/raw_31/lightroom_faq. Und hier die Originaladresse der Verlag: dpunkt.verlag GmbH,
werden.
html Firma Ichikawa Soft Laboratory Heidelberg (www.dpunkt.de)
Inc.: Warenzeichen werden ohne Gewähr-
[03] Adobes Lightroom-User-Forum www.isl.co.jp/SILKYPIX/german/p/ Design: leistung einer freien Verwendung be-
(englischsprachig): Helmut Kraus, www.exclam.de nutzt.
www.adobeforums.com/cgi-bin/ [08] Dieter Bethke:  fotofreaks.de die
webx/.3bc2cf0a/ Web-Seite von D. Bethke hat den Web-Seite:
Schwerpunkt HDRI, bietet jedoch www.fotoespresso.de Kein Teil dieser Publikation darf ohne
[04] Home-Page von George Baar: auch eine Reihe von (deutsche Ausgabe) ausdrückliche schriftliche Genehmi-
www.georgebarr.blogspot.com Dienstleistungen im Fotobereich www.fotoespresso.com gung des Verlags in irgendeiner Form
an – etwa die Erstellung von (englische Ausgabe) reproduziert oder verbreitet werden.
[05] Rocky Nook Internet-Home: Druckerprofilen:
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