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Geschichtsreferat

Thema: Migrationsbewegung der Aussiedler

Bevor die Analyse einer derartigen Migrationsbewegung erfolgen kann, müssen die geschichtlichen
Hintergründe ermittelt werden. Das Referat beschäftigt sich zunächst mit den Deportationen der
Sowjetunion zurzeit des Zweiten Weltkrieges.

Deportationen in die Sowjetunion

Wer wurde deportiert?

− hauptsächlich Minderheiten durch Geheimdienst


− komplette Familien

Wohin?

− Zentralasiatische Gebiete der Sowjetunion (Sibirien)

Zeitraum

− ab 1941 bis unmittelbare Nachkriegszeit

Anzahl

− insgesamt etwa 2 Mio.

darunter:
− 850.000 Russlanddeutsche, weitere 200.000 in Nachkriegszeit
− 400.000 Tschetschenen
− 180.000 Krimtataren
− 90.000 Mescheten
− 90.000 Kalmükken
− 90.000 Inguschetier
− 70.000 Balkaren
− 270.000 bis 360.000 Verschleppte aus besetzten Gebieten

Gründe

− befürchtete Kollaboration mit dem NS-Regime → präventive Sicherheitsmaßnahme


− Haft für, durch den Krieg verursachte, Zerstörungen
− Abarbeitung der Reparationen
− Schädigung Deutschlands und von Verbündeten

Konsequenzen für die Deportierten

− Arbeit in Arbeitslagern
− “Sowjetisierung“
− multikulturelle “Sondersiedlungen“
− Freizügigkeit blieb untersagt
− rassistisches Kastensystem
− schlechte Lebensverhältnisse
Besonderheiten

− keine Rücksicht auf Loyalität


− mit russischen Männern verheiratete Frauen blieben manchmal ausgenommen
− Russlanddeutsche „unterwürfig“, der Rest widerständig → heute noch Konflikte
− Kaum Mischehen

Rehabilitierung

− nach Stalins Tod (1953)


− Befreiung von Sondersiedlungsgebiete durch das Gesetz, Rückkehr blieb verwehrt
− Heimkehr wurde aufgrund von zahlreichen Problemen gewährt (Unruhen)
− Resolution 1956 stellt Recht auf Rückkehr in Herkunftsgebiete auf → großer Teil der
Kalmükken, Karatschier, Balkaren, Tschetschenen und Inguschetier kehrt zurück
− ab 1970 wollen Russlanddeutsche Recht auf Auswanderung erkämpfen
− Deutschland kommt entgegen, ab 1987 uneingeschränkte Einwanderung
− Mescheten und Krimtataren beharren auf ihrer Kultur → Auswanderung

Aussiedler/Spätaussiedler in Deutschland seit 1950

Analyse der Migrationsbewegung

Bewegungsraum

− Ostmitteleuropa, Südosteuropa und Sowjetunion nach Deutschland (hauptsächlich


Westdeutschland)

Zeitraum

− 1950 bis heute

Umfang

− 1950-1987: 1,36 Mio


− 1987: 78.000
− 1988: 202.000
− 1989: 377.000
− 1990: 397.000
→ 1988-2004: 3 Mio. (2,2 Mio. aus ehemaliger UdSSR)

Soziale Gruppe Familien, durchschnittlich niedriges Alter


Bildung Schwergewicht auf Handwerks- und Fertigungsberufe, meistens ohne
Deutschkenntnisse
Wohlstand Mittelschicht
Religion -

Beweggründe der Abwanderung

push-Faktoren: - wirtschaftliche Misere


- rechtliche und soziale Diskriminierung bis in die 70er Jahre
- Deportationstrauma

pull-Faktoren: - besseres politisches System


- wirtschaftliche Stabilität
- bessere Lebensverhältnisse
- Familienzusammenführung

Beweggründe des Staates die Einwanderer aufzunehmen

− Bedrohung durch ethnische Diskriminierung beseitigen


− Ablehnung der sozialistischen Gesellschaftsordnung im Kalten Krieg
− Deutsche Staatsbürger

Formen der Integration

rechtlich: - Artikel 116, Absatz 1 garantiert die Aufnahme als deutsche Staatsangehörige
- ab 1993: jährlich höchstens 225.000 Aussiedler
- ab 2000: jährlich 100.000
- Rückgang der Zuwanderer durch Einführung von Sprachtests

gesellschaftlich: - Hilfe bei Arbeitslosigkeit, Sprachkurse, Fortbildungs- und


- Umschulungsmaßnahmen, Renten nach Deutschem Rentenrecht,
Fördermittel für Jugendliche, schlechte Deutschkenntnisse
- Kontakte außer im Beruf nur unter Gleichgesinnten
- Wohnsiedlungen für Aussiedler

Eigeninitiative: - sozialer Rückzug (Festhalten an Sprache, Konsumgewohnheiten und


Verhaltensweisen)

Auswirkung auf Einheimische

− Konflikte unter Jugendlichen


− Kaum Kontakt zu Aussiedlern

Bilanz

− so gut wie keine Rückwanderquote


− keine optimale Integration der Aussiedler
von Andreas Kühltau