Evaluation

Ein Vergleich zwischen der Erstüberprüfung und
dem Abschlussbericht liefert wichtige Daten für
die EVALUATION. Zum einen soll festgestellt
werden, in welchen Bereichen, auf welcher
Niveaustufe und unter welchen Rahmenbed-
ingungen ein Fördererfolg zu verzeichnen ist.
Dazu steht den LAA ein ausgearbeiteter Frage-
bogen zur Verfügung. Zum anderen sollen die
LAA ihren Kompetenzzuwachs in dem seminar-
internen Selbsteinschätzungsbogen markieren.
Eine aussagekräftige Rückmeldung seitens der
Schulvertreter wird mit einer Zielscheiben –Ab-
frage verdeutlicht.
„Wir werden Profis“
Handlungsfelder und Kompetenzen
! LehramtsanwärterInnen verfügen über ein umfassendes
theoretisches Hintergrundwissen zum Thema „Diag-
nose und Förderung eines rechengestörten Kindes“
(Hf.3.2)
! LehramtsanwärterInnen können ein ausgewähltes,
prozessorientiertes Diagnoseverfahren zur Überprü-
fung eines Kindes mit Verdacht auf Rechenstörung
einsetzen und auswerten (Hf. 3.2).
! LehramtsanwärterInnen können einen auf der Grund-
lage des Diagnoseverfahrens basierenden fachdidak-
tisch abgesicherten sowie sachgerechten Förderplan
erstellen, realisieren und reflektieren (Hf.3.2).
! LehramtsanwärterInnen führen kontinuierlich einmal
wöchentlich für die Dauer von mindestens drei Mona-
ten die individuelle Förderung eines rechengestörten
Kindes durch (Hf.3.2).
! LehramtsanwärterInnen erstellen eine fortlaufende
Förderdokumentation (Hf.3.2).
! LehramtsanwärterInnen führen nach Beendigung der
Förderung eine Abschlussüberprüfung durch und
werten diese unter Berücksichtigung der Erstüberprü-
fung und der Förderdokumentation schriftlich in
Form eines Abschlussberichts aus.
! LehramtsanwärterInnen überprüfen das eigene Han-
deln in alltagspraktischen Fördersituationen selbstkri-
tisch, entwicklungsorientiert und theoriebezogen
(Hf.1.6).
! LehramtsanwärterInnen analysieren vor dem Hinter-
grund der kollegialen Beratung eigene und fremde
Fördersituationen kritisch und leiten daraus Hand-
lungsstrategien für zukünftige Fördermaßnahmen ab
(Hf.4.1/6.1/6.3).
! LehramtsanwärterInnen beraten Eltern, SchülerInnen
und Kolleginnen oder Kollegen anlass-und situations-
bezogen (Hf. 4.1/4.2).
Das
WIKRI



Weitere WIKRI-Unterlagen:
www.corneliabussmann.de
Projekt
Die Teilnahme am WIKRI-Projekt wird durch
ein Zertifikat bescheinigt. Folgende Vorausset-
zungen müssen für den Erhalt der Bescheinig
erfüllt werden:
! aktive Teilnahme und Mitwirkung an
den vier Modulen des WIKRI-Projekts
! Erstellung eines auf der Erstüberprüfung
basierenden Auswertungsberichts
! Erstellung eines exemplarischen Förder-
plans
! Erstellung eines Abschlussberichts
! Evaluation
! Verschriftlichung eines Unterrichtsvor-
habens zum inklusiven Mathematikun-
terricht/ Förderschwerpunkt Lernen
Zertifikat
Zentrum für
schulpraktische
Lehrerausbildung
© Cornelia Bussmann 3/2012

WIKRIndividuelle Förderung
bei Rechenstörung©

ZfsL-Minden
Seminar Grundschule
Cornelia Bussmann
©


Der Kernbereich individuelle Förderung ist auf
eine Intensivierung der schulinternen Förde-
rung rechengestörter Kinder angelegt.
Die Förderung findet an der Schule in einer
zeitlich begrenzten Förderschleife statt und
wird in seminarinternen Modulen vorbereitet.
Ziel ist es, Lehramtsanwärter -Innen in ihrer
Handlungssicherheit im Umgang mit Kindern,
die besondere Schwierigkeiten beim Erlernen
des Rechnens aufweisen, zu professionalisie-
ren.
1
Auch dieser Prozess kann bei Bedarf und in Ab-
hänigkeit von den zeitlichen Ressourcen von einer
Fachleiterin Mathematik und/oder LAA-Experten
begleitet werden.
Bei der ERSTÜBERPRÜFUNG handelt es sich um ein
formelles prozessorientiertes Prüfverfahren, das sich
nicht nur auf den Nachweis der Symptome für Re-
chenstörungen konzentriert, sondern zudem unmit-
telbar mit der Entwicklung eines individuellen För-
derplans verbunden ist. Die Erstüberprüfung basiert
auf einem diagnostischen Gespräch und wird stets
nur mit einem betroffenen Kind durchgeführt. Sie
schließt mit der Erstellung eines Auswertungs-
bogens, der ggf. durch individuelle Beobachtungen
der diagnostizierenden LAA ergänzt wird, einem
Auswertungsbericht und einem Förderplan ab (Vor-
lagen dazu vgl. Schipper W. 2008).
Die FÖRDERUNG sollte in einem überschaubaren
Zeitraum von ca. 10 Wochen regelmäßig(!) einmal
wöchentlich stattfinden. Dabei gewährleisten eine
von den LAA geführte Förderdokumentation sowie
die Unterlagen der Erstüberprüfung im Vertretungs-
fall ein uneingeschränktes Fortführen der Förder-
2
stunde. Die Gestaltung der einzelnen Förderstunden
basiert auf den in der Qualifikationsphase erlangten
Kenntnissen. Ergänzend übernimmt auch in dieser
Phase der fachliche Austausch in der kollegialen
Beratungsgruppe eine bedeutsame Funktion im
Sinne der Vergewisserung und Sicherung der För-
derkompetenz.

Die Förderung eines betroffenen Kindes endet nach
spätestens 12 Wochen mit einer formellen AB-
SCHLUSSÜBERPRÜFUNG. Dabei werden aus Gründen
der Vergleichbarkeit die Aufgabenbereiche der
Erstüberprüfung übernommen oder ggf. erweitert.
Ein minimaler Fördererfolg wird erreicht, wenn das
Förderkind hinsichtlich eines Leitsymptoms nach-
weisbare Fortschritte gemacht hat. Als Maximalziel
wird der Anschluss an das derzeitige Klassenniveau
angestrebt. Um festhalten zu können, ob oder inwie-
fern das Förderkind diesen Anschluss gefunden hat,
sollte der Abschlussüberprüfung eine aktuelle Ein-
schätzung der derzeitigen Mathematik-Lehrkraft
beigefügt werden. Der Abschlussbericht weist auf
Fortschritte/ Stagnationen hin, die sich innerhalb
eines angegebenen Zeitrahmens bzgl. der vier Leit-
symptome herauskristallisiert haben.

DAS ERSTE MODUL dient der fachwissenschaftlichen
sowie fachdidaktischen Qualifizierung. Mit den für
das Thema „Rechenstörung“ relevanten Grundlagen
befassen sich in einem BASISANGEBOT alle Leh-
ramtsanwärterInnen (LAA) des Faches Mathematik.
Für die anschließende AUFBAUPHASE steht den
Teilnehmern des WIKRI-Projekts ein umfangreiches
Informationspaket zur Verfügung, das in kollegialen
Beratungsgruppen eigenverantwortlich erarbeitet
werden soll. In der Aufbauphase können die Fachlei-
terinnen Mathematik oder etwaige LAA-Experten im
Sinne der Beratung und Unterstützung herangezogen
werden. Die VERTIEFUNGSPHASE bildet einen
fließenden Übergang zu Modul II, der eigentlichen
Förderarbeit. Als ein gewichtiges Bindeglied kann sie
in ihrer Funktion immer wieder auf kritische Förder-
situationen einwirken. Die Phase der Vertiefung wird
ebenfalls in der kollegialen Beratungsgruppe organ-
isiert. In dieser Phase werden die zu überprüfenden
Kinder mit Verdacht auf Rechenstörung gesichtet und
nähere Absprachen mit der Schule hinsichtlich der
Abwicklung der Förderarbeit getroffen. Außerdem
soll das theoretische Wissen praktisch erprobt und
reflektiert werden. Hier bietet sich an, Erstüber-
prüfungen sowie Förderstunden vor dem Hintergrund
der kollegialen Hospitation in der Schule durchzufüh-
ren.
Was bedeutet WIKRI?
WIKRI ist ein für die Lehrerausbildung des
ZfsL-Minden/Grundschule entwickeltes Pro-
jekt, das von den LehramtsanwärterInnen des
Faches Mathematik im Rahmen einer Zu-
satzqualifikation absolviert werden kann und
mit der Aushändigung eines Zertifikats ab-
schließt. Das Projekt konzentriert sich auf fol-
gende Kernbereiche:
WIKRInklusion im Mathematikunterricht
beim Förderschwerpunkt Lernen
WIKRIndividuelle Förderung bei Rechen-
störung



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