Sie sind auf Seite 1von 16

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

1

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress 1 Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress 19.11.09

19.11.09

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

2

Inhalt

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

1

Inhalt

2

Die Sinne des Menschen

3

Volleyballspielen ist nicht schwer - oder?

Das Nervensystem des Menschen

Was unterscheidet Steuerung von Regelung?

Enterisches Nervensystem (ENS)

Reflexe

5

6

7

7

8

Beispiele für weitere Reflexe bei Menschen:

Reflextypen:

Unterteilung der Reflexe:

Kennzeichen von Reflexen:

8

9

9

9

Der Reflexbogen am Beispiel des Kniesehnenreflexes

10

 

Adrenalin

13

 

Wirkungen von Adrenalin

13

Stress

14

 

Wozu „dient“ Stress:

14

Kurzzeitstress - Langzeitstress?

15

 

Man unterscheidet heute zwei Arten von Stress:

15

Stress kann hervorgerufen werden durch (=Stressoren):

15

Möglichkeiten zur Stressbewältigung

16

19.11.09

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

Die Sinne des Menschen

3

Schon Aristoteles beschrieb fünf Sinne des Menschen (Gehörsinn, Geruchssinn, Geschmackssinn 1 , Gesichtssinn und Tastsinn). Heute sprechen wir üblicherweise von 9 Sinnen. (Aristoteles kannte Thermozeption (=Temperatursinn), Nozizeption (=Schmerzempfindung), den Gleichgewichtssinn und die Propriozeption (=Körperempfindung oder Tiefensensibiliät) noch nicht.)

Bei Tieren kennt man mittlerweile noch viele andere Sinne (s. unten)

Aufgabe der Sinne: Wahrnehmen der Umwelt durch Aufnahme von Reizen und deren Umwandlung in Nervensignale

Reiz: Signal, welches eine Änderung eines Zustandes beschreibt. Rezeptor: Sinneszelle, welche einen adäquaten Reiz aufnimmt und ihn in einen elektrischen Impuls (= Erregung) umwandelt.

Ein Reiz muss immer adäquat sein. Das heißt, er muss zur Sinneszelle passen. Ein Beispiel für einen nicht adäquaten Reiz wäre ein Schlag aus Auge. Man sieht Sterne…, obwohl keine Lichtwellen auf das Auge trafen, sondern eine Faust ;-)

Der Körper unterscheidet dabei zwischen Signalen aus der Umwelt und Signalen aus dem Körper: Interne Signale, wie z.B. Hunger werden dabei oft vom vegetativen Nervensystem wahrgenommen und verarbeitet. Externe Signale, wie z.B. ein Ton, werden vom peripheren NS verarbeitet.

Sinn

Organ

adäquater Reiz

R-Entstehungsort

Gesichtssinn

Augen

Lichtwellen

entfernt

Gehör

Ohren

Schallwellen

entfernt

Geschmack

Zunge

Geschmacksstoff

nah

Geruch

Nase

Geruchstoffe

nah

Temperatur

Haut

Wärmedifferenz/ therm. Reiz

nah

Tastsinn

Haut

Berührung - Druck/ Oberflächen

nah

Bewegungssinn

Innenohr

Strömung der Innenohrflüssigkeit

 

Drehsinn

Innenohr

Strömung der Innenohrflüssigkeit

Körper

Muskel- & Sehnensinn

Muskelspindel

Dehnung

Körper

Philosophische Betrachtung: Der Eindruck, den uns unsere Sinnesorgane vermitteln, ist nur subjektiv (ein Hund hört zum Beispiel besser). Wir nehmen nur einen Teil der Umwelt wahr und unser Gehirn interpretiert diesen entsprechend unseren Erfahrungen (beruhend aber auf unseren eingeschränkten Sinnen!). Ist die Umwelt also wirklich so, wie wir sie wahrnehmen?

Andere Lebewesen haben andere Rezeptoren:

Biene sieht UV-Licht, pol. Licht,

Brieftauben und Rotkehlchen können das magnetische Feld der Erde „fühlen“

Zitteraale erkennen im Dunkeln ihre Gegner durch die Wahrnehmung von Änderungen elektrischer Felder

Seitenlinienorgan der Fische nimmt Strömungen wahr

Geruchssinn der Aale kann „stereo“ riechen

Zitterrochen nehmen die Körperelektrizität ihrer Beute wahr

Klapperschlangen haben einen Wärmesinn

1 Der Geschmacksinn nimmt nur die 5 Empfindungen „sauer, süß, bitter, umami (=Geschmack von Geschmacksverstärkern wie z.B. Glutaminsäure) und salzig“ war. Alle diese Rezeptoren reagieren Moleküle, z.B. Zuckermoleküle.

19.11.09

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

Aufgaben

4

1. Nenne Sinnesorgane mit der dazugehörigen Reizform

2. Welche Aufgaben haben Sinnesorgane (R. Aufnahme, Umwandlung)

3. Was versteht man unter einem Reiz, Rezeptor?

4. Was versteht man unter einem adäquaten Reiz, nicht adäquat (Beispiel)

5. Wäre es schlimmer, wenn durch einen Ausfall die äußeren Reize oder inneren nicht mehr aufgenommen würden? Begründe

6. Erkläre in den folgenden drei Bildern den entstehenden Eindruck. Ist er real?

drei Bildern den entstehenden Eindruck. Ist er real? 7. Lies die folgenden Reihen laut und fehlerfrei
drei Bildern den entstehenden Eindruck. Ist er real? 7. Lies die folgenden Reihen laut und fehlerfrei
drei Bildern den entstehenden Eindruck. Ist er real? 7. Lies die folgenden Reihen laut und fehlerfrei

7. Lies die folgenden Reihen laut und fehlerfrei vor und stoppe dabei die Zeit! Wie erklärst Du Dir die Unterschiede?

Blau

Violett

Schwarz

Gelb

Gelb

Schwarz

Schwarz

Schwarz

Rot

Rot

Rot

Blau

Grün

Schwarz

Schwarz

Grün

Blau

Gelb

Violett

Gelb

Grün

Schwarz

Grün

Violett

Blau

Gelb

Rot

Rot

Violett

Gelb

Gelb

Schwarz

Blau

Schwarz

Grün

Rot

Gelb

Rot

Schwarz

Rot

Blau

Violett

Violett

Schwarz

Blau

Blau

Rot

Schwarz

Schwarz

Grün

Rot

Grün

Rot

Grün

Violett

Blau

Gelb

Schwarz

Gelb

Gelb

Blau

Schwarz

Blau

Gelb

Gelb

Grün

Zusatzinformationen

19.11.09

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

5

Volleyballspielen ist nicht schwer - oder?

und Stress 5 Volleyballspielen ist nicht schwer - oder? Am Strand spielen zwei Teams Beachvolleyball. Ein

Am Strand spielen zwei Teams Beachvolleyball. Ein Spieler wird vom Gegner direkt angespielt. Über seine Sinnesorgane erhält das Zentrale Nervensystem (ZNS) des Spielers alle notwendigen Informationen, um reagieren zu können. Zu diesen Informationen gehören neben der beschaffenheit des sandigen Untergrundes, auch die temperatur, die Position seines Mitspielers und die Geschwindigkeit des auf ihn zufliegenden, schnell gespielten Balls.

des auf ihn zufliegenden, schnell gespielten Balls. Diese Vielfalt an Reizen wird durch sensible Nerven -

Diese Vielfalt an Reizen wird durch sensible Nerven - in Form elektrischer (!) Signale an sein Zentrales Nervensystem, vor allem das Gehirn weitergeleitet, dort ausgewertet und eine Reaktion vorbereitet.

Innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde gelangt diese „Antwort“ des Gehirns über motorische Nerven zur Muskulatur. Bestimmte Muskeln kontrahieren sich, der Volleyballspieler nimmt die passende Position ein und spielt den Ball zurück über das Netz zum Gegner.

Während der ganzen Zeit, werden die Positionsänderungen des Spielerkörpers ständig seinem Gehirn zurückgemeldet. Auch die Position des Gegners wird ständig analysiert. Das Gehirn ermittelt daraus die neue Position, um den schnell zurückkommenden Ball erneut spielen zu können.

den schnell zurückkommenden Ball erneut spielen zu können. Überraschenderweise fliegt der Ball aber in eine andere

Überraschenderweise fliegt der Ball aber in eine andere Ecke, die auch

sein Partner nicht erreichen kann

Gehirn die verschiedenen Muskelgruppen des Spielers aktiviert, bis die gewünschte Position erreicht ist (=Regelung).

Nun werden solange durch das

Alle diese beteiligten Vorgänge sind in einem Regelkreis miteinander verknüpft. Es findet also nicht nur eine Reaktion statt, sondern diese wird zugleich kontrolliert und dadurch eine folgende Handlung teilweise schon beeinflusst.

Für den unrealistischen Fall, dass der Volleyballspieler vor dem zurückschlagen des Balls die Augen schließt, kann man wohl vermuten, dass er wohl den Ball verfehlen würde. Dieses liegt an der so fehlenden (notwendigen!) Rückmeldung zum Gehirn. Die Muskelaktivierung würde nicht mehr nach dem Ergebnis einer vorangegangenen erfolgen, sondern alleine aufgrund eines Impulses. Dies nennt man Steuerung.

19.11.09

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

Das Nervensystem des Menschen

6

Nerven sind oft zu Nervensträngen zusammengefasst, die an ihrem Ende verzweigen und so in alle Regionen des Körpers führen. Untereinander sind Nerven miteinander verbunden! Im Rückenmark und im Gehirn sind sie besonders stark untereinander vernetzt. Diesen Bereich nennt man deshalb das ZNS. Das ZNS ist nicht nur beim Sport, sondern immer aktiv (auch im Schlaf!). Die Vernetzung wird übrigens schon in den ersten Wochen nach der Geburt gebildet.

Vegetatives NS Peripheres NS (i.d.R. unbewusst), nicht steuerbar (i.d.R. Bewusst) vom Willen steuerbar) Reiz
Vegetatives NS
Peripheres NS
(i.d.R. unbewusst),
nicht steuerbar
(i.d.R. Bewusst)
vom Willen steuerbar)
Reiz
Stimmungen, Hunger
Ball, Wörter, Gerüche
Sinneszelle
sensorische (=afferente) Nervenfaser
ZNS
motorische (=efferente) Nervenfaser
v.a. Organe, Verdau-
ung, Muskelzellen
Muskelzellen

Kontrolle durch Rückkopplung

Beachte Latein: affere - hintragen, effere - wegtragen

Nervenstränge enthalten beides, sowohl efferente als auch afferente Nervenfasern!

Aufgaben:

1. Aus welchen Abschnitten besteht das Zentralnervensystem?

2. Beschreiben Sie Lage und Länge des Rückenmarks.

3. Aus welchen zwei Abschnitten besteht das Periphere Nervensystem? (Gehirn & Rückenmark)

4. Aus welchen zwei Teilen besteht das vegetative Nervensystem?

Zusatzinformationen (gute Infos im ersten Link!):

19.11.09

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

7

Was unterscheidet Steuerung von Regelung?

Das Merkmal der Regelung ist die Wirkungskontrolle. Sie wird durch Rückmeldung des Organs an das ZNS ermöglicht. Bei der Steuerung ist dies nicht der Fall. Im menschlichen Organismus treten selten rein gesteuerte Vorgänge auf. Die meisten Bewegungen und Tätigkeiten sind geregelte Vorgänge. So hat das Gehirn die abgestufte Kontrolle über die Organe.

Zum Vergleich: Eine Heizung wird durch ein Thermostat geregelt. Man stellt das Thermostat auf eine Ziffer und der Heizkörper wird geregelt durch das Thermostat (welches ja die Raumtemperatur misst) wärmer oder kälter.

Damit das Gehirn im menschlichen Körper alle Vorgänge regeln kann sind natürlich auch Nerven notwendig. Insgesamt verfügt der Mensch über ein 500.000 km langes Nervennetz. Die Hauptmasse der Nervenzellen befindet sich dabei in Gehirn und Rückenmark

Aufgaben

1. Was ist der Unterschied zwischen sensorischen und motorische Nervenfasern?

2. Was ist das ZNS?

3. Beschreibe den Aufbau des Nervensystems des Menschen

4. Warum kann nicht jeder Mensch gleich gut Tennis spielen? Nenne Faktoren

5. Wende das Schema des Aufbaus des Nervensystems auf das Beispiel des Treppensteigens an (oder des Stehens in einem fahrenden Bus)

6. Nenne eine Beispiel, wo Erfahrungen Einfluss auf das Nervensystem haben

Enterisches Nervensystem (ENS)

Das enterische Nervensystem (ENS) ist ein weitreichendes Geflecht aus Nervenzellen welche vor allem in der Nähre im Verdauungstrakt des Menschen zu finden ist. Es enthält ungefähr so viele Nervenzellen, wie das Rückenmark (etwa 100 Millionen Nervenzellen). Es wird manchmal auch zum vegetativen Nervensystem gerechnet.

Die Nervenzellen befinden sich vor allem als dünne Schicht zwischen den Verdauungsmuskeln. Das ENS steuert u.a. die Verdauung, Darmmotilität, den Blutfluss im Verdauungstrakt und die Ausschüttung von Sekreten. Eine Rückmeldung an das Gehirn findet über den Nervus vagus statt. Seine Neurotransmitter sind Serotonin und Dopamin.

Das enterische Nervensystem ist übrigens ebenfalls für besondere Menigitisviren anfällig. Weiterhin sind Vergiftungen, Gefäßerkrankungen, Entzündungen, sowie Tumore der Nervenzellen möglich.

Zusatzinformationen:

19.11.09

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

Reflexe

8

Stell Dir folgende Situation vor: Du fährst im Bus und der Fahrer bremst spontan. Was passiert mit den stehenden Fahrgästen? Welche Sinnesorgane bewahren die Fahrgäste eigentlich vor dem Fallen? An diesem einfachen Beispiel erkennt man den Nutzen von schnellen Reaktion, die ablaufen, ohne dass das Gehirn lange nachdenken muss. Solche schnellen Reaktionen nennt man Reflexe.

Reflexe werden meist im Rückenmark verschaltet, d.h. sie funktionieren ohne Mitwirkung des Gehirns. Am Beispiel des Kniesehnenreflexes (auch Stolperreflex genannt) zeigt, dass der Nerv von der Sehne unterhalb der Kniescheibe bis zum Rückenmark ca. 1m lang ist. Der Nerv, der die Antwort des Rückenmarks liefert und zum Oberschenkelmuskel verläuft, ist ebenfalls ca. 1m lang.

Eine Beispielrechnung: Eine Verschaltung erfolgt im:

- Rückenmark

- Gehirn:

ca. 1m Distanz für die Impulsfortleitung

2m Distanz für Impulsfortleitung wären notwendig

ca. 10 (+4) ms Reaktionszeit

ca. 20 (+4) ms Reaktionszeit

Dieser Rechnung liegt zugrunde, dass ein Verschaltung nur über zwei Nerven und dem dazwischen geschaltetem Rückenmark liegt. Dies ist bei Reflexen oft der Fall. Man spricht auch von einem so genannten Reflexbogen.

Demo Pupillenreflex mit Nachbarn

Reflexe sind schnelle, automatische unwillkürliche Reaktionen auf einen ganz bestimmten sensorischen Reiz , die stets gleichartig und in starrer Weise ablaufen.

Reflexe werden im Rückenmark verschaltet Es liegt also ein Beispiel für Steuerung vor

eine willentliche Steuerung ist ausgeschlossen. es handelt sich um Alles-oder-Nichts Reaktionen

Sie dienen u.a. der lebensnotwendigen Regelung von Vorgängen sowie der schnellen und

unbewussten Anpassung an wechselnde Bedingungen der Umwelt

Schutzfunktion

Reflexe stellen den einfachsten Reiz-Reaktions-Zusammenhang dar.

Beispiele für weitere Reflexe bei Menschen:

Speichelbildung, Pupillenreflex, Lidschlussreflex, Corneareflex, Kniesehnenreflex, Hustenreflex, Niesen, Brechreflex, Achillessehnenreflex) Reflexe sind häufig eine Schutzfunktion des Körpers

2) Herleitung der Streckung des Oberschenkel-Streckers am Modell

Dehnungsrezeptor

(Reizaufnahme durch Muskelspindel)

a) Der Reflexbogen

Reiz

Dehnungsrezeptor

sensorischer Nerv

Rückenmark

motorischer Nerv

Muskel reagiert

b) Der Kniesehnenreflex:

V: Unterhalb der Kniescheibe wird die Sehne gedehnt (Muskel: Quadriceps = Strecker) B: Der Unterschenkel der VP bewegt sich nach vorn S: Der Strecker-Muskel reagiert durch Kontraktion auf den Reiz

Erweiterung: was passiert mit Beuger?

Einzeichnen der hemmenden Nervenzelle?

19.11.09

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

Reflextypen:

9

Eigenreflexe (monosynaptische Reflexe) Rezeptor und Effektor befinden sich in gleichem Organ. Die Verschaltung erfolgt über nur eine Synapse

z.B.

Kniesehnenreflex (Patellarsehnenreflex) Funktion: Hilfe beim Stolpern das Gleichgewicht wieder zu finden. Pupillenreflex

Lidschlussreflex

Klammerreflex

Saugreflex

Fußsohlenreflex

Fremdreflexe (Polysynaptische Reflexe) Rezeptor und Effektor befinden sich in verschiedenen Organen. Die Verschaltung erfolgt über mehrere Synapsen > größere Variabilität z.B. Hustenreflex Reiz : Luftröhre Effektor: Zwerchfell, Rippenfell Niesreflex Brechreflex

Unterteilung der Reflexe:

unbedingte

bedingteReflexe

(angeboren)

(erlernt)

Kennzeichen von Reflexen:

- laufen immer in der gleichen Form ab, schnell, starr

- unwillkürlich

- angeboren = erbkoordiniert (

- laufen nach dem „Alles-oder-Nichts“-Gesetz ab

- nicht ermüdbar (Muskulatur kann ermüden!)

- dienen dem Überleben

unbedingter Reflex)

Zusatzinformationen

19.11.09

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

10

Der Reflexbogen am Beispiel des Kniesehnenreflexes

Der Weg des Reflexes mit den anatomischen Strukturen ist der Reflexbogen.

Zeit: für unbedingten Reflex 0,01 s

Funktion: Hilfe beim Stolpern das Gleichgewicht wieder zu finden.

Einfaches Schema:

beim Stolpern das Gleichgewicht wieder zu finden. Einfaches Schema: Beschrifte das Schema, soweit wie möglich! 19.11.09

Beschrifte das Schema, soweit wie möglich!

19.11.09

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

Aufgaben:

11

1. Aus welchen Abschnitten besteht das Zentralnervensystem?

2. Beschreiben Sie Lage und Länge des Rückenmarks.

3. Aus welchen zwei Abschnitten besteht das periphere Nervensystem?

4. Warum nennt man es wohl peripher?

5. Aus welchen zwei Teilen besteht das vegetative Nervensystem?

6. Das heranwachsende Gehirn eines frischgeborenen Säuglings entwickelt sich entsprechend der Reize seiner Umwelt. Bewerte die folgende Situationen von drei zufällig gewählten Säuglingen, hinsichtlich ihrer Gehirnentwicklung.

Säugling A (Einzelkind)

Säugling B

Säugling C (Eingeborener eines Naturvolks im tropischen Regenwald)

Höchstens 1 Stunde Hautkontakt täglich

3-4h Hautkontakt

6-8h Hautkontakt

verfügt über eigenes, ruhiges Schlafzimmer

schläft im Schlafzimmer der Eltern

schläft in der Natur

im wesentlichen 2 Kontaktpersonen

Durch die Großeltern und Nachbarn, die im gleichen Haus wohnen 4-5 Kontaktpersonen

sehr viele Kontaktpersonen (Dorf)

wenig Geräusche

Großstadt

viele Geräusche

Im Vergleich eher laut

19.11.09

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

Das vegetative NS

Was passiert eigentlich bei einem Bungeesprung? Stresssituation für den Körper. Dieser reagiert mit:

Beschleunigung von Herzschlag & Atmung

Haut sondert Schweiß ab und wird rötlich

Sinnesorgane werden angeregt

Energiereserven (Glycogen) werden bereitgestellt

Körper wird Schmerzunempfindlicher

die Verdauung wird langsamer

die Denkleistung geht zurück

Ist über diese Körperliche Reaktion eine Kontrolle möglich?

Nein!

vegetatives NS genannt.

es ist ein unabhängiger (autonomer) Teil des NS aktiv! Dieser Teil des Nervensystems wird

Das vNS besteht aus zwei Teilsystemen:

12

 

Sympathikus (Leistungsnerv)

Parasympathikus (Erholungsnerv)

Ursprung:

Nervensträngen, die parallel zum Rückenmark liegen

Nervensträngen, die in der Nähe der inneren Organe liegen

Botenstoff der Synapsen:

Adrenalin/ Noradrenalin

Acetylcholin

Aufgabe:

anregend, bereitet Körper z.B. auf Gefahrensituationen vor,

beruhigend

Sonstiges:

in Stresssituation schüttet das Neben- nierenmark zur Unterstützung Adrenalin aus

v.a. während des Schlafs und in Ruhephasen aktiv

Bis auf die Blutgefäße werden alle Organe von beiden Teilsystemen angesteuert

Das vNS passt Körperfunktionen der jeweiligen Situation an. In Stresssituationen ist z.B. der Sympathikus aktiv. In Erholungsphasen (auch Nachts) der Parasympathikus. Es steuert dazu die inneren Organe, Blutgefäße, Drüsen und die Haut. Es kann kaum durch den Willen gesteuert werden 2 . Sympathikus und Parasympathikus sind in ihrer Wirkung Gegenspieler.

Fragen:

1.

Was ist das vNS, welche Aufgaben hat es? (damals/ heute)

2.

Welche Unterschiede bestehen zum peripheren NS?

3.

Erklären von sympathischer Blockierung des Großhirns und der Aktivierung der Reflexe In Stresssituationen (Klassenarbeiten) ist keine echte Kreativität möglich. Tipp: Vorbereitung

und Einstellung helfen zu stressfreieren Klausuren

Besseres Ergebnis

4.

Weshalb kann dauernde Anspannung und körperliche Belastung zu Verdauungsstörungen führen?

1.

Nikotin wirkt als Antagonist für Acetylcholin. Wie wirkt sich also ein Nikotinkonsum aus?

5.

Sonderfall: Adrenalinspritze: Wirkung? In welchen Situationen ist sie denkbar? (Eisopfer mit starker Unterkühlung, Reanimation, anaphylaktischer Schock)

Zusatzinformationen:

2 Aufgabe: Konstanthaltung des inneren Milieus des Körpers bzw. Körperfunktionen dem jeweiligen Bedarf anzupassen. Das vNS innerviert vor allem die inneren Organe, Blutgefäße, Drüsen und die Haut. Es erfüllt seine Aufgaben autonom, d.h. es kann durch den Willen nicht gesteuert werden. Umgekehrt gelangt die Wirkung des vNS auch nicht ins Bewusstsein. (Ausnahme sind besondere Situationen, wie Stress (Herzrasen), Verlegenheit (erröten)) Zentrale Steuerung erfolgt durch das Gehirn

19.11.09

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

Adrenalin

13

Adrenalin (lat. Ad = zu / ren = Niere) wird als Horom im Nebennierenmark oder vom Sympathischen Nervensystem als Neurotransmitter gebildet. In Stresssituationen wird ausgeschüttet und ruft so die typische Stressreaktion hervor (stärkere Durchblutung von Muskeln und Haut, Schweiß, beschleunigter Herzschlag, Umwandlung von Fett in schnell verwendbaren Blutzucker, Verminderung von höherer Denkleistung und Verdauung usw.). Adrenalin ist chemisch eng verwandt mit Noradrenalin und Dopamin.

Medizinisch wird es bei allergischen Schocks, Kreislaufversagen sowie bei Herzstillstand (z.B. durch Unterkühlung beim Einbrechen im Eis) bei Wiederbelebungsmaßnahmen gespritzt.

Die Entdeckung des Adrenalins geht auf John Jacob Abel (1897) zurück. Er nannte es Epinephrin. Vier Jahre später gelang dem Japaner Jokichi Takamine die Herstelung größerer Mengen aus dem Mark der Nebenniere. Er nannte den Stoff Adrenalin.

aus dem Mark der Nebenniere. Er nannte den Stoff Adrenalin. Wirkungen von Adrenalin Adrenalin ist ein

Wirkungen von Adrenalin Adrenalin ist ein Gegenspieler der an α1, α2 und β-Adrenozeptoren. Daraus folgt seine Wirkung:

Steigerung des Blutdrucks und des Herzschlags

Zunahme des zentralen Blutvolumens,

Beschleunigung der Erregungsleitung der Nervenzellen

Herabsenkung der Reizschwelle des Herzens,

Dämpfung der Magen-Darmtrakt-Muskel Tätigkeit

Erweiterung der Bronchien

Freisetzung von Glucose aus Glycogen- und Fettreserven

Steigerung des Grundumsatzes

Erweiterung Blutgefäße

Anstieg des Blutzuckerspiegels,

Adrenalin schafft durch diese Reaktionen die Voraussetzungen für Stress-, Kampf- und Fluchtsituationen bei denen Energie-Reserven sowie schnelle Reaktionen von Vorteil sind.

Zusatzinformationen

19.11.09

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

Stress 1936 definierte der österreichisch-kanadischer Mediziner und Zoologe Hans Selye eine körperliche Reaktion, die heute als Stress bekannt ist. Er leitete das Wort vom Englischen to stress - anspannen (speziell in der Werkstoffkunde: Zug oder Druck auf ein Material) ab.

14

Er definierte Stress als psychische und physiologische Reaktion bei Tieren und Menschen, welche durch spezifische Reize ausgelöst wird.

Sie kann bei der Bewältigung besonderer Anforderungen, körperlicher und geistiger Belastung helfen, aber diese bei hohem Stress auch verhindern!

Folgende Merkmale können bei gestressten Menschen beobachtet werden:

Körperliche Reaktionen der Anspannung, Gereiztheit, Hautrötung, teilweise hoher Leistungsfähigkeit, aber auch bei einigen Menschen eine sehr geringe Leistungsfähigkeit.

Weitere Merkmale von starkem Stress:

- Erschöpfung

- körperlicher Abbau

- Infektionsanfälligkeit

- Verdauungsstörungen

- Krebs (v.a. Magengeschwüre)

- Zunahme der Thrombosegefahr (=Blutgerinnsel)

- Zunahme von Arteriosklerose (=Arterienverkalkung)

- Zunahme des Blutdrucks (Bluthochdruck)

höheres Herzinfarktrisiko! Gehrinschlagrisiko nimmt zu!

Wozu „dient“ Stress:

Selye wurde durch Tierbeobachtungen auf dieses psychologische Phänomen aufmerksam. Er beobachtete Tiere bei Rangreihenfolgenkämpfen, sonstiger Aggressionen, Kontakt mit Fressfeinden sowie in Gefahrensituationen (wie z.B. bei Waldbränden).

Er folgerte daraus:

Die Stressreaktion hilft dem Körper in Gefahrensituationen, schnell und ohne groß nachzudenken richtig zu handeln.

Generelle körperliche Merkmale bei solchen Kampfsituationen:

Oft kann eine erhöhte Muskelleistung beobachtet werden. Diese ist notwendig z.B. zur Flucht oder dem Kampf. Demzufolge steigen in solchen Stresssituationen die Muskelgrundspannung, de Blutdruck und die Atemfrequenz. Der Körper schwitzt leicht (zur Kühlung) Anregung und Unterstützung der Bewegungsmuskulatur.

Verdauungsvorgänge, höhere Denkleistungen (wie Problemlösen sowie Kreativität) werden hingegen unterdrückt! Diese sind eher in Entspannungssituationen gefragt. Dazu wird das Großhirns hormonell (durch Serotonin sowie anregendes Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin) in seinen Leistungen „zurückgefahren“. Hingegen nimmt der Einfluss des Stammhirns zu.

Reaktionen unter Stress sind in der Regel schnell und haben reflexartigen Charakter. Aber sie sind auch gleichzeitig fehleranfälliger.

19.11.09

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

Kurzzeitstress - Langzeitstress?

Man unterscheidet heute zwei Arten von Stress:

15

a)Eustress (oft bei nur kurzen Stressphasen!) Positiver Stress mit guten Auswirkungen erhöhte Aufmerksamkeit,

maximale körperliche und zum Teil auch geistige Leistungsfähigkeit

wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden sowie physische Funktionsfähigkeit des Menschen aus (Herausforderungen werden bewältigt)

Kurzzeitiger Stress (=Eustress) wie z.B. Lampenfieber hat durchaus positive Auswirkungen! So sorgt die etwas erhöhte Aufmerksamkeit und Anspannung für oft bessere Leistungen.

b) Disstress (vor allem bei Langzeit- und Dauerstress) Negativer Stress mit Auswirkungen wie Krankheiten, Leistungsunfähigkeit oder gar Tod! Die Aufgaben nd Reize der Umwelt können dann kaum noch, oder gar nicht mehr, bewältigt werden. Sie werden als unangenehm, bedrohlich und überfordernd wahrgenommen erhöhte Anspannung, mangelnde Aufmerksamkeit und Abnahme der Leistungsfähgkeit

Dauerhafte Stresssituationen (=Distress) sind alles andere als positiv! Der Körper wird geschädigt und wird krank (=Burnout-Syndrom). Klingt der Stress nicht ab, so können Geschwüre, Herzinfarkte und Gehirnschläge die letzte Konsequenz sein.

Stress kann hervorgerufen werden durch (=Stressoren):

Fehlende Gestaltungsmöglichkeiten, mangelndes Interesse am Beruf und in der Freizeit

Lärm

Armut

zu große Verantwortung/ Überforderung/ Versagensängsten

Zukunftssorgen

Krankheiten und Schmerzen

Lärm, Lautstärke, nervöse Mitmenschen

Mobbing am Arbeitsplatz/ Schule - schwelender Streit

Reizüberflutung (z.B. viel TV/ Computerspiele bei Kindern)

Schichtarbeit (bewirkt eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus und gesundheitliche Probleme)

Schlafentzug

Schwerwiegende Ereignisse (z.B. ein Wohnungseinbruch, eine Operation, eine Prüfung)

Seelische Probleme, unterschwellige Konflikte

Soziale Isolation, Verachtung und Vernachlässigung

Ständige Konzentration auf die Arbeit (zum Beispiel bei Fließbandarbeit)

Tod eines Angehörigen

Zeitmangel

Als grobe Regel kann gelten, dass im Alltag immer dann Stress entsteht, wenn man sich einer Situation nicht mehr gewachsen fühlt, bzw. man den Eindruck hat, eine Situation nicht mehr kontrollieren zu können.

Stress hat demzufolge einen stark persönlichen Charakter! Was für einen schon stressig ist, kann für andere Menschen noch keine Belastung darstellen. Daraus ergibt sich, dass schon eine positive Einstellung eine Stresssituation entschärfen kann.

19.11.09

Kapitel 05.01: Sinne, Nervensysteme und Stress

16

Möglichkeiten zur Stressbewältigung Grundsätzlich sollte man sich erstmal der Stresssituation bewusst werden und deren Auslöser bestimmen. Vielleicht kann man durch gutes Zeitmanagement da schon einiges erreichen.

Unter Umständen kann man durch verändertes Verhalten schon die eigene Stresssituation entschärfen.

Weiterhin helfen:

1. Die Klassiker: Viel Schlaf, gesunde Ernährung, viel Bewegung

2. Privater Ausgleich, wie Hobbys, Sport usw

3. Ruhephasen durch Meditation, Progressive Muskelrelaxation oder autogenem Training

4. Verinnerlichung von problem- bzw. emotionsorietierten Bewältigungsformen (z.B.:

)

Wahrnemungslenkung, positive Selbstinstruktion, aktive Vermeidung, professionelle Problemlösungsansätze usw.)

Zusatzinformationen:

19.11.09