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ZUI DAS SCHIVINDEN DES ANTIF'ASCHISTISCHEN MYTHOS,

nie Vereinigung des Proletariats fand vorn Beginn des industri-


ellen Kapitalismus Ende des l-8. Jh, bis 3-9L4, Beginn des L. WK.
statt = formale Herrschaft des Kapitals über die Gesellschaft, :
Manifestation verschiedener politischer Strömungen: Blanqui-
sten, Anarchist,en, Marxisten usrlr, Den Proletariat unterstellt
Cam, die Zerstörung der kap. Prod,weise, die Bildung eines
neuen Gemeinwesens, das sich erst nach der Zerstörung der kap.
Produktionsweise, d.h. nit der Selbstnegation dee Proletariats,
vo11 verwirklichen würde. I'Es verwarf deshalb in den revolutio-
närsten Perioden die Demokratie, die die Kluft zwischen den
Klassen unterschlägt, und ein illusorisches, fiktives Gemeinwe*
sen begrtlndettt, * indessen: es ttglitt in Perioden revolutionä-
rer Ebbe immer wieder auf demokratischen Boden zurück .,.tt.
L9t4 bis L945: Phase der Verwirklichung der realen Herrschaft
des Kapitals über die Gesellschaft. Das Proletariat erliegt den
!v Mystifikationen dieser Verwirklichung, seine zahlenmäßige Stär-
ke und die Bedeutung im Gesamtprodukt,lonsprozess nimmt ab, rtraras
seiner Zähmung und damit der Zährnung der Gesarntheit der Men-
schen Vorschub leistettt. Dennoch: ilIn dieser Periode stellte
sich objehtiv die Frage nach der Aufhebung des Proletariats.'f
Nach 1945r Phase der realen Herrschaft des Kapitals tiber die
Gesellschaft. Es sei ttnicht mehr mögIich, von einer proletari-
schen Klasse zu sprechen, denn die Klassen a1s Subjekte der Ge-
schichte sind verschwunden. Es qibt nur noch eine Masse !ten-
schen, die von Strukturen und Institutionen organisiert werden,
die die welt, des Kapital-Gerneinwesens umfaßt. Es ist das Reich
der durch die lr{assenft}edien vollendeten Zähnun€t.tt
/Periodisierung willkürlich, Herrschaft inrrner formelle und re-
el}e Subsurnption zugrleich, wenngleich in unterschiedlichem ver-
hältnis (v91. auch Camatte in Anm. 1), erst recht zwischen Na-
tionen. Wesentlich, daß kein notwendlger übergang von Kapltal
v
zur proletarischen Klasse, außer, man ninrnt sie, wie sie gerade
ist, eben ggf. nur proletarisch in ihrer kapitalistischen Be-
stirnntheit. Zudem Zweck und Funktion des Staates/der Politik
außer Acht gelassen. Bestinnung des Proletariats auf Industrie-
proletariat und auf seine politische subjektivität reduziert.
Quintessenz, proletarische Klasse gäbe es gar nicht mehr, des-
halb notwendig. aber absurd. Wiederum proletarische Klasse
idealisiert, & nystifiziert, sie müsse ja per se kommunistisch
sein, uhr eirte z\ sein. Strukturen und fnstitutionen, auch Mas-
senmedien, sind in ihren kapitalist,ischen Charakter zu erfas-
sen. AIs solche taugen sie zrt keiner Erklärungr. Festzuhalten
allerdings, Itdaß dem Proletariat große Bedeutung in der ReaLi-
sierung der realen Herrschaft zukommt, denn es setzt nie seine
eigene Negationrr (Anm. L, S. 16). Aber deshalb sind ja genau
die organisierten Kommunisten notwendig./
Zu 3-93-7: Die pazifistische Bewegung brar eben nicht, die Bewe-
gung, ndie fähig vlar, einen anderen Weg aufzuzeigentt. Daß sich
die Bolschewiki, in übrigen recht bedlngt, da eher auf ein in
Krieg gewachsenes Bedürfnis ihrer Untertanen bezogen, auf sie
(L)
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stützten, ltar Bedingung und evtl., wohlwollend gemeint, Preis


ihrer lltacht. 'Brot und Frieden' ist, auch und gerade im Krieg,
keine Parole, den Konmunismus zu inszenieren, nur Täuschung'
Zur Anmerkung zu den Roten Khmer (S. l7f .')t ftDas Ergebnis der
Intervention der Roten Khmer... besteht darin, daß sie die
Entrdicklung des Kapital*Gemeinwesens begünstigt haben, das sich
wie in andern $ektoren ostasiens tiber die Arbeit durchset-
zen wird.rt Vom Resultat her, aber mit dem falschen revolutionä-
ren Subjektivismus begrrindet. Analog China: Vom SubjektivisrRus
(KP, KR) zum objektivisnus (Kapitalismus durch die KP), jeweils
Farce auf Kommunismus.
V,ur Benerkung zur rroffiziellen These über den Nazismust'(S.
1-B): S. Thesen STALINI,DOC.
Für Bordiga ttist der wesentliche Feind des Proletariates nisht
der Antifaschismust" ist nur nit der
der Faschismus, sondernItder
Conclusio zu verstehen: Sieg des Letzteren entspricht dem
Verlust eines jeden Klassensharakters der proletarischen Behre-
güng, die einfacher Bestandteil der Kapital-Gemeinschaft wird,rr
\v:
vg}. auch 'fnterview rnit Amadeo Bordiga', Sommer t97o, also we-
nige Monate vor seinen Tod, veröffentlicht L973; frWir sagen
seit vielen Jahren und ohne in geringsten zu zögern, daß man
den Feind Nr. L nicht in Faschistnus ausmachen kann, sbndern daß
das größere Übel der tAntifaschismust darstellt, ein größeres
Übet, als es der Faschismus verursachen könnte, trotz aller
Schäbigkeit. Der 'Antifaschismus' hätte einem Monst,er histori-
sches Leben eingehaucht; närnlich einem großen Block, der die
ganze Hierarchie der kapitalist,ischen Ausbeutung und öseiner
Nutznießer unfaßt - von dem großen Plutokraten bis hinunter zu
den lächerlichen Scharen von Halb-Bürgerlichebn, Intellektuel-
len etc.rt Man nuß, üm dieses Urteil über die Priorität des kom-
munist,ischen Kampfes nicht mißzuverstehen, die Perspektive, aus
der Bordiga urteilt, würdigen; Der kommunistische Zweck ist die
Selbstaufhebung des Proletariats, sonst nichts, All-es andere
folgt daraus.
Zur Anm. 5, S, L9 /nach Bordiga/: rt!{ährend nach dem Ersten
\, lrleltkrieg die ganze auf den Sieg des Kommunismus in Rußtand ge-
richtete Anstrengung der Bewegung dazu gebracht, wurde, eine in-
ternationale Klassenpartei zu bilden, die sich drohend gegen
die Bourgeoisie aller Länder erhob, liquidierten die Stalini-
sten die Klassen- und Parteiausrichtung und schütteten mit hun-
dert Kleinbürgerparteien aIle Kräfte, die sie unglucklicherwei-
se kontrollierten, in eine Bewegung legionärhaften Typs
Klassenorqie.tt Die theoretische Illusion seines eigenen An-
liegens wird von Bordiga hier zusammengefaßt. Es hieße korrekt:
tlrn den Siegr des Kommunismus, und zhrar dann nicht nur und nicht
nur dort, in Rußland erst zu realisieren' hätte es einer KP,
die es gar nicht gab, bedurft. Vielmehr kollidierte von Anfang
an der russische Staatszweck mit auch nur möglichen Bestrebun-
gen einer internationalen Klassenpartei, d.h. einer Weltpartei.
*ordiga idealisiert hier seine eigene, immer rrinoritäre Positi-
on wider besseren Wissens gegen die prahtische Verlaufsform der
russischen Revolution, deren Funktionalisierung in der Inter-
nationale.
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Daß wir am Ende des Kapitalismus wären (s. auch Ende der Ann.
4, S. L9l, ist thetisch, sein Ende ist entgegen Carnatte nur die
konnrunistische Revolution. rtÜber die Ketten Schloach zu empfin-
dentt, auch hrenn von l{arx, ist moralisch, sich nicht einer Ein*
sicht, die zv ganz Anderen führt,, verdankend, ebenso ist trsich
des Kompromisses zu schämentt, d.h. die irn D.h. unterstellte
Identität zur Scham, deshalb erschlichen. Sine Notwendigl<eit,
die der t'Weg ildieser
der Revolution impliziefttt, ist da nicht. von der
Möglichkeit, Welt zu flieh€ht', ganz zu schweigen, - das
ist theoretisch Kapitulation, praktisch resignativer Nonsens.
Zu Nietsche: s. entsprechende Notj-zen.
Zur ldentität: S. Notizen.