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Hydrochemisches Praktikum Lehrstuhl für Hydrogeologie der TU Bergakademie Freiberg

Hydrochemisches
Praktikum

Peter Volke
Hans-Joachim Peter
Günther Meinrath
Broder J. Merkel

Lehrstuhl für Hydrogeologie der TU Bergakademie Freiberg

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INHALTSVERZEICHNIS

Seitenzahl

1. Einleitung 3

2. Kompartimentierung/Speziation – eine Einführung 4

3. Hinweise zur Probenahme 7

4. Untersuchungen vor Ort 10

4.1 Sinnesprüfungen 10
4.2 Temperatur 11
4.3 pH - Wert 14
4.4 Redoxpotential (Eh – Wert) 17
4.5 Elektrische Leitfähigkeit 19
4.6 Sauerstoff 21
4.7 Kalk - Kohlensäure - Gleichgewicht / Titrimetrische
Bestimmung der Kohlensäurespezies (p- und m-Wert) 23

5. Laboranalytik 26

5.1 Spektralanalyse 26
5.1.1 Allgemeine Grundlagen 26
5.1.2 Spektralphotometrie 27
5.1.3 Infrarotspektrometrie ( IR ) 29
5.1.4 Atomabsorptions-Spektrometrie ( AAS ) 31
5.1.5 Atomemissions-Spektrometrie ( AES / OES ) 33

5.2 Chromatographie 37
5.2.1 Allgemeine Grundlagen 37
5.2.2 Hochleistungsflüssigkeitschromatographie ( HPLC ) 38
5.2.3 Ionenchromatographie ( IC ) 39
5.2.4 Gaschromatographie ( GC ) 45

5.3 Elektrochemie 66
5.3.1 Allgemeines zu ionenselektiven Elektroden 66
5.3.2 Fluoridbestimmung mittels ISE 67

5.4 Sonstiges 68
5.4.1 DOC – Bestimmung 68

6. Literatur 80

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1. Einleitung

Mit der vorliegenden Ausarbeitung sollen Studierende mit ausgewählten Methoden der
Wasseruntersuchung vertraut gemacht werden. Im Vordergrund stehen Arbeitsmethoden zur
Probenahme, zur Vor-Ort-Analytik und Laboruntersuchungen.

Neben theoretischen Grundlagen gibt das Manuskript Hinweise für die praktische Arbeit im
Gelände und im Labor. Desweiteren werden die zu analysierenden chemischen und
physikalischen Parameter kurz vorgestellt und ihre Einbindung in hydrogeochemische
Prozesse erläutert.

Aufgrund der Vielzahl an existierenden Publikationen wird kein Anspruch auf Vollständigkeit
erhoben. Weiterführende Literatur befindet sich am Ende der Arbeit.

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2. Kompartimentierung / Speziation – eine Einführung

Zentrale Begriffe in der Analytischen Chemie sind die Termini „Analyse von ...“, „Bestim-
mung von...“ und „Konzentration“. „Analyse von ...“ bezeichnet letztlich das Probenmaterial,
während unter „Bestimmung von ...“ die Parameter und Komponenten zu verstehen sind, die
in der Probe vermutet werden und deren Konzentrationen festzustellen sind.
Dieses „klassische“ Verständnis einer chemisch-analytischen Aufgabenstellung wird moder-
nen Auffassungen und Erfordernissen nicht mehr gerecht, d. h., es ist zunehmend nicht mehr
hinreichend, von nur Durchschnittsproben nur Gesamtgehalte der Komponenten zu kennen.
Da das Problem auch Hydro- und Umweltgeologen betrifft, wird im folgenden kurz auf
Begriffsinhalte eingegangen, die dieses Paradigma erweitern.

Probenmaterial // Analyse von ... :

Speziell in einem heterogenen Probenmaterial kann es von Interesse sein, ob und wo eine
bestimmte Komponente vorhanden oder angereichert ist.

Beispiele:
- Suspension: Ist die (Schadstoff-)Komponente in der festen und / oder der flüssigen
Phase enthalten / angereichert ?
- Gewebe: In welchem Gewebe bzw. in welcher Gewebeschicht wird ein Element
angereichert ?

Eine allgemeinere Betrachtung dieser „Lokalanalyse“ betrifft (Öko-)Systeme, in denen be-


stimmte Teile Quellen und andere Senken eines (Schadstoff-)Transportes sind. Solche Teile
von Ökosystemen werden als Kompartimente bezeichnet. Im Falle dieser Systeme können aus
den Konzentrationen in den Kompartimenten Richtungen des Stofftransportes abgeleitet
werden.
Man bezeichnet die Zuordnung einer Komponente zu einem realen oder imaginären Kompar-
timent als Kompartimentierung.

Parameter / Komponente // Bestimmung von ... :

Ausgangspunkt zu diesem Komplex sei die Aufgabe der Bestimmung


- einer anorganischen Komponente – eines Elementes, z. B. As
- einer organischen Komponente – einer Einzelsubstanz, z. B. CCl4.
Von diesem „Fixpunkt“ aus betrachtet, sind 2 Richtungen der Vorgehensweise denkbar:
- die Zusammenfassung mehrerer Einzelsubstanzen zu Gruppen- bzw. Summen-
parametern (die Organik betreffend).
- Die Aufteilung des (Gesamt-)Gehaltes eines Elementes in chemische bzw. physika-
lisch-chemische Zustandsformen – Speziation (die Anorganik betreffend).

Gruppenparameter :

Speziell bei organischen Schadstoffen ist die Bestimmung von Einzelsubstanzen, z. B. aller in
der Probe nachweisbaren chlorierten Kohlenwasserstoffe aufwendig und teuer. Haben solche
Stoffe eine ähnliche Wirkung, reicht es aus, sie zusammengefaßt als Gruppenparameter an-
zugeben. Voraussetzung dafür ist, daß sie sich auch analytisch zusammenfassen lassen, d. h.

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daß sie mit einem Analysenverfahren bestimmbar sind. Eine Möglichkeit im Falle der chlo-
rierten Kohlenwasserstoffe ist z. B. ihre Adsorption an Aktivkohle, d. h. die Bestimmung des
adsorbierbaren organischen Halogenes (AOX). Bei den anorganischen gelösten
Wasserinhaltsstoffen ist der Abdampfrückstand ein solcher Summenparameter

Summenparameter :

Allgemeiner ist der Begriff des Summenparameters. Zum Beispiel wird die Summe der in
einer Wasserprobe vorhandenen gelösten organischen Verbindungen charakterisiert durch die
Bestimmung des gelösten organischen Kohlenstoffes (Dissolved Organic Carbon – DOC; vgl.
Abschnitt 5.4.1).
Teilweise wird bei der Bestimmung eines Summenparameters nicht die Summe der Einzel-
substanzen bestimmt, sondern ihre summarische Wirkung. Beispielsweise wird die Oxidier-
barkeit eines (Ab-)Wassers durch den Chemischen Sauerstoffbedarf (CSB) und den Bioche-
mischen Sauerstoffbedarf (BSB) charakterisiert.

Bei der Bestimmung von Gruppen- und Summenparametern ist zu beachten, daß nicht unbe-
dingt eine quantitative Bestimmung der Summe der Komponenten erfolgen muß. Beispiels-
weise ist der AOX-Wert an die Quantität der Adsorption gebunden. Bei der Bestimmung der
Oxidierbarkeit ist der gefundene Wert vom Oxidationsmittel (KMnO4 oder K2Cr2O7) ab-
hängig.
Die Anwendung dieser Parameter zur Charakterisierung von Umweltproben bis hin zu recht-
lichen Fragen der Einleitung von Abwässern ist nur dadurch gegeben, daß genormte Analy-
senverfahren angewendet werden. Nur so sind die gefundenen Werte vergleichbar, ohne daß
sie den Charakter von Ergebnissen quantitativer Bestimmungen von Einzelsubstanzen haben.

Die Bestimmung von (Element-)Spezies / Speziation :

Betrachten wir nur die zweite der oben genannten Vorgehensweisen – die Speziesbestim-
mung: Die „herkömmliche“ Analytik liefert gewöhnlich nur Ergebnisse zu den in einer Probe
enthaltenen Gesamtgehalten von Elementen. Für fundierte Aussagen zur Schadwirkung ist es
jedoch erforderlich, die Bindungsformen zu kennen, in der ein Element vorliegt. Diese
Formen bezeichnet man als Spezies, ihre Bestimmung als Elementspeziesanalytik (ESA).
Als Beispiele für unterschiedliche Schadwirkung / Giftigkeit verschiedener Spezies mögen
folgende Elemente dienen:

- Cr : Cr (III) liegt kationisch vor. Es ist essentiell und erst in größeren Dosen
gesundheitsschädlich. Cr(VI) liegt als Oxokomplex d. h. anionisch vor (CrO42-;
Cr2O72-). Es ist krebserregend.
- As : Die Giftigkeit der Arsenspezies sinkt in der Reihenfolge Arsin, As(III), As(VI),
(Monomethyl-)Arsonat, (Dimethyl-)Arsinat, Arsenobetain / - cholin. Letztgenannte
Spezies sind nicht toxisch, sie werden nach gastrointestinaler Aufnahme unmeta-
bolisiert wieder ausgeschieden.
- Hg : Dagegen sind beim Quecksilber die organischen Spezies giftiger als die
anorganischen. Die Giftigkeit steigt in der Reihenfolge Hgmet, Hg(I), Hg(II), Alkyl –
Hg(z. B. Methyl – Hg , verantwortlich für die Minamata – Krankheit).

Folgende wesentliche Speziesarten können unterschieden werden:

- Oxidationsstufen von Elementen in Ionen: Viele Elemente können im Abhängigkeit

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von pH – Wert, Redoxpotential u. a. in verschiedenen Wertigkeitsstufen auftreten.
Beispiele sind Fe(II) / Fe(III) sowie die schon erwähnten Cr(III) / Cr(VI) und As(III) /
As(V).

- Niedermolekulare Spezies: Die wichtigsten niedermolekularen Spezies sind Alkylver-


bindungen, z. B. von As, Hg und Pb. Beim Übergang von der ionogenen zur alkylier-
ten Form ändern sich Löslichkeit und Bioverfügbarkeit drastisch. Damit ändert sich
auch die Toxizität (vgl. obige Beispiele).

- Höhermolekulare Spezies: Zu ihnen zählt auch die für den Hydrogeologen bedeutsame
Gruppe der Huminstoff / Metallion – Komplexe. Huminstoffe sind kolloidale organi-
sche Verbindungen mit einer Molmasse von 2000 bis 500000 (meist zwischen 20000
und 50000). Sie entstehen aus abgestorbenem Pflanzen und Tieren im Boden und
können durch Niederschläge in den Wasserpfad gelangen. Sie binden Metallionen
reversibel und haben damit große Bedeutung für das Pflanzenwachstum und für die
Mobilität von Schwermetallen (Näheres dazu im Abschnitt 5.4.1).

- Physikalisch gebundene Spezies: Dies sind an/in Feststoffteilchen durch Adsorption /


Inklusion gebundene Ionen. Ein Beispiel ist die Differenzierung zwischen den in einer
Wasserprobe gelösten und den am Schweb gebundenen Anteil.
Mit dieser Spezies schließt sich der Kreis zur oben behandelten Kompartimentierung.

Dieser Spezieseinteilung liegt letztlich die Molekülgröße / Teilchengröße der gebildeten


„Verbindungen“ zugrunde. Um einen Eindruck zu vermitteln, um welche Dimensionen es
dabei geht, sei abschließend die folgende Einteilung gegeben:

- Echte Lösungen : < 1 nm


- Kolloidale Lösungen : 1 nm bis 1 ( ... 10 ) µm
- Suspensionen : > 10 µm.

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3. Hinweise zur Probenahme

Probennahme-Geräte

Die Repräsentanz einer Grundwasserprobe ist u. a. von der richtigen Wahl des Probe-
nahmegerätes abhängig. Insbesondere bei Probenahmen aus kontaminierten Grundwässern ist
daran zu denken, daß dadurch Entnahmegeräte irreversibel verunreinigt werden können und
nicht mehr für reguläre Probennahmen geeignet sind.
Durch Materialeinflüsse der Probennahme-Geräte und Förderschläuche können insbesondere
die Bestimmungen von Spurenstoffen verfälscht werden. Entnahmegeräte und Entnahme-
schläuche sowie Kabel müssen vor der Probennahme sorgfältig gereinigt und nach Gebrauch
getrocknet werden. Besonders Kunststoffteile neigen zum Schimmelansatz und zur Bildung
von Bakterienrasen bei Feuchtlagerung. Metallteile können korrodieren und bei erneutem
Einsatz die Schwermetallanalyse verfälschen.
Im allgemeinen werden Saugpumpen oder Tauchpumpen (in Kombination mit Durchfluß-
zellen für die Messung der Vor-Ort-Parameter; vgl. Abschnitt 4) verwendet. Tauchpumpen
müssen ab Förderhöhen von > ca. 8m eingesetzt werden. Sie sind auch besonders geeignet,
wenn im Probenwasser gasförmige Bestandteile bestimmt werden sollen.
Für die Grundwasseruntersuchungen werden im allgemeinen nur wenige Liter Wasser
benötigt. Die Probenahme sollte nach erreichter Konstanz bestimmter Vorortparameter (pH,
elektrische Leitfähigkeit etc.) erfolgen („Klarpumpen“; vgl. Abschnitt 4.5). Der Förderstrom
darf die Ergiebigkeit des zu beprobenden Grundwasserleiters unter Berücksichtigung des
Meßstellenausbaues nicht überschreiten. Inzwischen gibt es eine nicht unerhebliche Literatur
zur normalen Probennahme im Vergleich zum so genanntem Low-Flow sampling.

Filtration

Auch wenn eine Wasserprobe klar aussieht kann sie nicht gelöste Bestandteile (Kolloide)
enthalten und in der Regel ist dies auch der Fall. Aus diesem Grund werden Wasserproben
zumindest für die Analytik von Spurenstoffen filtriert. Während in der Vergangenheit mit 450
nm Filtern gearbeitet wurde, werden heute 200 nm Filter verwendet. Dies ist dennoch ein
operationelles Vorgehen, weil an sich eine Filtration mit 10 nm Filtern nötig wäre, dies aber
aus technischen Gründen nicht im Gelände ohne erheblichen Aufwand realisiert werden kann.
Ein Problem bei der Filtration ist, dass eine Entgasung der Probe und damit auch eine
Verschiebung thermodynamischer Gleichgewichte nicht verhindert werden kann. Die
Filtration erfolgt entweder mit eingeschweißten Wegwerffilter und einer Spritze aus dem
Medizinhandel oder mit Hilfe einer Filterkartusche und Filterplättchen. Sowohl die
Einwegfilter als auch die Filterplättchen müssen mit 1n HCL gereinigt werden, mit
destilliertem Wasser gespült und möglichst mit Grudnwasser vergleichbarer Qualität
konditioniert werden.

Neuere Forschungsergebnisse lassen eine Verschiebung dieser Grenze auf 0,1 µm


zweckmäßig erscheinen (insbesondere für Aluminium-bestimmungen), da für die Beurteilung
des Transportes von anorganischen und organischen Spurenstoffen im Grundwasser
suspendierte Feinstpartikel (Kolloide) an Bedeutung gewinnen. Je nach Zusammensetzung
(Tonmineralien, Huminstoffe, Mikroorganismen, mineralische Fällungs-produkte
unterschiedlicher Kristallisierungsform) und chemischen Milieubedingungen (pH-Wert,
Redoxpotential, Temperatur) kommt ihnen ein erhebliches Sorptionsvermögen zu und sie
können je nach Beschaffenheit des Grundwasserleiters das Transportverhalten dissoziierter,

7
gelöster Wasserinhaltsstoffe bestimmen. In Abhängigkeit von der wissenschaftlichen
Fragestellung sollte deshalb über die Art der Filtration entschieden werden.

Probenahme-Gefäße

Besondere Bedeutung hat die Auswahl der Probenahmegefäße: Im allgemeinen werden PET-
oder Labor-Glasgefäße verwendet. Es ist darauf zu achten, für welche Wasserinhaltsstoffen
welches Material geeignet ist .

Beispiel: Proben, die unpolare organische Stoffe enthalten (Öle, Pflanzenschutzmittel), dürfen
nicht in Kunststoffflaschen gefüllt werden; Glasflaschen sind ungeeignet für Probenwässer, an
denen die Bestimmung von Natrium, Kalium, Bor und Silizium vorgenommen werden soll
(vgl. Tabelle auf S. 7)

Bei der Probenahme ist zu berücksichtigen, daß die Probenahmegefäße zunächst mit dem
Probenwasser ausgespült werden, bevor die Abfüllung erfolgt. Eine Ausnahme besteht, wenn
die Flaschen wegen Konservierungsmaßnahmen mit einer Vorlage versehen wurden (z. B.
WINKLER-Methode für O2).

Konservierung, Transport, Lagerung

In vielen Fällen ist eine Vorbehandlung bzw. Probenstabilisierung notwendig, da chemische


und mikrobielle, d. h. biochemische Vorgänge die Wasserzusammensetzung verändern.
Folgende Änderungen sind denkbar:
- Oxidation von Inhaltsstoffen durch gelösten Sauerstoff (z. B. Fe2+, S2-)
- Fällung und Mitfällung von anorganischen Stoffen durch Milieuveränderung
(Calciumcarbonat, Metallhydroxide)
- Adsorption gelöster Spurenstoffe an Behälterwandungen,
- Veränderungen von Parametern durch die Aktivität von Mikroorganismen
(z. B. pH-Wert, O2, CO2, biochemischer Sauerstoffbedarf, organische Spurenstoffe).

Bei der Konservierung soll eine 10 %ige Veränderung von Inhaltsstoffen zwischen
Originalprobe und konservierter Probe nicht überschritten werden.

Die Probenahme für Untersuchungen auf organische Substanzen ist u. a. abhängig von den zu
erwartenden Konzentrationen. Sollen diese im Spurenbereich (µg/L ,ng/L) bestimmt werden,
kann z. B. zur Entfernung von Spülmittelrückständen zusätzliches Spülen mit geeigneten
Lösemitteln und Ausheizen der Flaschen vor der Probenahme erforderlich sein. Fast alle
organischen Stoffe sind empfindlich gegen Sauerstoff, Licht oder Mikroorganismen; einige
können sich außerdem infolge ihres hohen Dampfdruckes leicht verflüchtigen, sodaß für
deren Bestimmung zusätzlich eine unfiltrierte Probe benutzt werden sollte.

Die Gefahr einer Verfälschung von Proben für mikrobiologische Untersuchungen ist
besonders groß. Als Probengefäße werden saubere, keimfrei gemachte und nach Sterilisation
verschlossen aufbewahrte Glasflschen mit einem Inhalt von 100 bis1000 mL verwendet. Im
Gebrauch sind neben einfachen Schliffstöpselflaschen vor allem Probeflaschen mit
Schraubverschluß. Je nach Verschlußart wird zusätzlich Alufolie zur Abdeckung verwandt,
die bereits vor der Sterilisation angebracht wurde.

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Zur Probenahme wird erst kurz vor dem Abfüllen der sterile Verschluß geöffnet. Dabei ist
darauf zu achten, daß weder die Innenseite des Verschlusses noch der Einfüllrand der Flasche
mit den Fingern oder einem Gegenstand, z. B. Zapfhahn, berührt werden. Die Probeflaschen
werden bis auf einen Luftraum von 1-3 cm3 gefüllt.
Bei der Probenahme muß der Auslaufhahn sauber sein und außen sorgfältig abgeflammt
werden. Dann wird der Hahn voll aufgedreht, um eventuelle Verunreinigungen
herauszuspülen. Anschließend drosselt man den Auslauf bis auf einen bleistiftdicken Strahl
und nach weiterem ungestörten, laminaren Ablauf kann die Probe entnommen werden.
Während des Einfüllvorgangs muß die Probeflasche frei gehalten werden. Sie darf nicht mit
dem Auslaufhahn in Berührung kommen.

Einen Überblick über empfohlene Zusätze bei der Probenahme, Lagerfähigkeit und
Probengefäße gibt folgende Tabelle.

Parameter Bestimmg.bei Lagerzeit bis Lagerzeit Lagerzeit Empfohlene


der Probe- 24 h bis über Gefäß-
nahme oder 1 Woche 1 Woche materiealien
Präparation bei 4 °C
Sinnesprüfungen e - - -
Temperatur e - - -
elektr. Leitfähigkeit e - - -
pH – Wert e - - -
Redoxspannung e - - -
CSB, KMnO4 - Verbrauch M + - - G, ( K )
Erdalkalien M + + + G, K
Alkalien + + + G, K
Ammonium * S S S G, K
Fe, Mn F, M + + + K, G
Zn, Cd, Cu, Ni, Cr, Pb F, M, (S) + + + K, ( G )
Hg, As, Se F, M + + - G, K
Al + + + G, K
Chlorid + + + G, K
Nitrat + S S G, K
Nitrit S - - G, K
Sulfat + + + G, K
Sulfid S - - G, K
Säure-/Base-Kapazität e 1), * < mittelhart - - G, K
Phosphat M + + - G, ( K )
Fluorid + + + K
Sauerstoff e, S + - G
DOC + M - G
AOX + M - G
BTX S S S - G
PAK + + - G
Phenole S S S - G
Kohlenwasserstoffe ( IR/GC ) S S S - G
HKW S S S - G
PBSM S S S - G
Tenside S S S - G

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Erläuterungen:

G = Glas K = Kunststoff (vgl. DIN 38402)


e = Bestimmg. bei Probenahme erforderlich * = Bestimmg. bei Probenahme empfohlen
- = spätere Messung nicht zulässig + = Messung ohne Konservierung zulässig
M= Mineralsäurezusatz (suprapur) F = Membranfiltration
S = Messung zulässig mit Fixierungsmittel oder Stabilisierungsmaßnahmen nach Maßgabe
des Untersuchungslabors
1) = erforderlich vor allem bei weichen und alkalischen Wässern

aus: DVWK (Hrsg.)(1993), S. 20

10
4. Untersuchungen vor Ort

Bestimmte Parameter und Komponenten müssen bereits vor Ort bestimmt werden. Die
Vorteile der Vor-Ort-Bestimmung (gegenüber der Laboranalytik) sind:

- Bei Transport und Lagerung der Proben sind Veränderungen durch chemische und
biochemische Reaktionen möglich. Insbesondere betrifft dies Reaktionen mit Sauer-
stoff und Kohlendioxid der Luft, z. B. Oxidation von Fe2+ zu Fe3+ (gefolgt von einer
Fällung von Fe(OH)3 ) bzw. pH-Änderungen durch Aufnahme / Abgabe von CO2.
Durch biochemische (Redox-) Vorgänge können die Anteile verschiedener Spezies, z.
B. Wertigkeitsstufen, am Gesamtgehalt einer Komponente verändert werden (z. B. As,
Hg). Diese Probleme lassen sich in manchen Fällen (z. B. Oxidation von Fe2+,
Speziesgehalte) auch durch Konservierungsmaßnahmen (vgl. S. 2) nicht umgehen.

- Es ist möglich, die Probenahmestrategie vor Ort ständig entprechend der gefundenen
Analysenwerte zu aktualisieren (effektives Screening; Verdichten von Probenahme-
stellen im Bereich erhöhter Schadstoffwerte). Unbelastete Proben erfordern keine
weiteren Untersuchungen. Damit können Zeit und Kosten gespart werden.

- Probenahme und -vorbereitung sind in das Gesamtkonzept der Analytik integriert.


Diesbezügliche Probleme können sofort berücksichtigt werden.

Nachfolgend werden die im Praktikum durchzuführenden Vor-Ort-Bestimmungen behandelt.


Das betrifft außer der (photometrischen) Bestimmung von Fe(II) insbesondere die Messung
folgender (elektrochemischer) Parameter: Temperatur, pH-Wert, Redoxpotential, elektrische
Leitfähigkeit und gelösten Sauerstoff. Um Fehler durch die Einwirkung von O2 und CO2 zu
vermeiden (betrifft besonders die Parameter Redoxpotential und Sauerstoffgehalt), wird
immer in einer Durchflußmeßzelle gearbeitet.

4.1 Sinnesprüfungen

Zu den vor Ort durchzuführenden Untersuchungen zählen auch die Sinnesprüfungen


(Organoleptik): Geruch, Geschmack, Färbung, Trübung.

Geruch

Die Bestimmung des Geruchs soll unmittelbar nach der Probenahme erfolgen, da einige
Gerüche (beispielsweise der des Schwefelwasserstoffs) bald wieder verschwinden.
Die Angabe erfolgt einerseits nach Intensität:

- sehr schwach, schwach, deutliche, stark, sehr stark

und andererseits nach der Art des Geruchs:

- erdig, modrig, torfig, muffig-faulig, jauchig, fischig, aromatisch.

Nach B 1/2 der Deutschen Einheitsverfahren kann dann noch der sog. Geruchsschwellenwert
bestimmt werden.

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Geschmack

Wenn kein Verdacht auf infektiöse Keime vorliegt, kann eine Geschmacksprobe durchgeführt
werden. Der Geschmack kann durch die Adjektive fade, salzig, bitter, laugig, säuerlich,
adstringierend, metallisch, widerlich beschrieben werden.

Färbung

Die Kennzeichnung der Färbungen kann durch visuelle Betrachtung erfolgen:

farblos, sehr schwach gefärbt, schwach gefärbt, stark gefärbt.

Zusätzlich kann der Farbton angegeben werden, z. B.: gelblich, gelblich-braun, bräunlich,
gelblich-grün etc. (DIN 38 404 Teil 1).

Trübung

Man unterscheidet die visuellen Trübungsgrade:

klar, opalisierend, schwach getrübt, stark getrübt, undurchsichtig.

Weiterhin ist die Bestimmung mit einem genormten Durchsichtigkeitszylinder oder mit einer
Sichtscheibe (DIN 38 404 Teil 2) möglich. Die genaue Bestimmung des Schwebstoffgehaltes
bzw. der Trübung einer Wasserprobe erfolgt entweder durch die Filtrationsmethode
(filtrieren, trocknen, veraschen, wiegen) oder durch photometrische Messungen.

4.2 Temperatur

Die Ermittlung der Wassertemperatur erfolgt mittels geeichtem Thermometer bzw.


Temperatur-Sensor mit einer Graduierung von 0,1 °C. Nach konstanter Anzeige kann der
Wert notiert werden. Ist die direkte Messung nicht möglich (z. B. im Brunnen), entnimmt man
eine größere Wassermenge und mißt möglichst rasch nach der Entnahme.

Im Praktikum wird die Temperatur mit Grundwassersonden bzw. in Verbindung mit einem
anderen Vor- Ort- Parameter bestimmt. In Betracht kommen pH – Wert, Leitfähigkeit und
gelöster Sauerstoff. Die Meßketten / Sensoren für diese Parameter haben einen
Temperaturfühler und der gemessene Wert wird am Display angezeigt.

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4.3 pH - Wert

Einführung

Chemisch reines Wasser ist zu einem geringen Teil dissoziiert :

2 H2O ↔ H3O+ + OH-

Für das von der Temperatur abhängige Dissoziationsgleichgewicht gilt das


Massenwirkungsgesetz :
c H O + ∗ c OH −
K = 3
2
c H 2O
c = Konzentration in Mol / L
K = Gleichgewichtskonstante

In verdünnten wäßrigen Lösungen kann man cH2O als konstant betrachten, so daß resultiert :
2
c H O + ∗ c OH − = K ∗ c H 2O = K W
3

Die Konstante KW bezeichnet das ( temperaturabhängige ) Ionenprodukt des Wassers.

Da bei der Dissoziation von H2O je ein Hydronium- und ein Hydroxylion gebildet werden,
sind die Konzentrationen dieser Ionen in chemisch reinem Wasser gleich.
Es gilt also : c H O + = c OH − = Kw
3

Bei 25 °C ist KW = 10-14

und somit c H O+ = c OH − = 10 −7
3

Das ergibt logarithmiert − lg c H O + = − lg c OH − = 7


3

Diese Gleichung gilt nur, wenn keine Wechselwirkungen zwischen den Ionen auftreten.
Unter realen Bedingungen ist an Stelle der Konzentration c die Aktivität a mit a = f * c
( f = Aktivitätskoeffizient ) einzusetzen, so daß exakt zu formulieren ist :

− lg a H O +
3
(
= − lg f H O + c H O +
3 3
) = pH

Der pH - Wert ist somit definiert als der negative dekadische Logarithmus der Wasserstoff-
ionenaktivität. Nur für verdünnte Lösungen gilt wegen fH3O+ = 1

pH = - lg cH3O+

Aus dieser Definition ergibt sich bei 25 °C

für neutrale Lösungen pH = 7


für saure Lösungen pH < 7
für alkalische Lösungen pH > 7 .

Der pH - Wert bestimmt die Löslichkeit vieler Elemente. Nur einige Ionen wie Na+, K+,

13
NO3- und Cl- bleiben über den gesamten pH - Bereich in natürlichen Wässern in Lösung.

Methodik

In der Praxis wird der pH - Wert mittels elektrometrischen Verfahren, in seltenen Fällen mit
kolorimetrischen Methoden ermittelt. Für die kolorimetrische Bestimmung benutzt man
Farbumschläge von Indikatorlösungen oder - papieren. Als Beispiele seien genannt
(Umschlagsbereich / Farbänderung sauer → alka-lisch) : Methylorange ( 3,1 ... 4,4 / rot →
orange ) , Methylrot ( 4,4 ... 6,2 / rot → gelb ) , Lackmus ( 4,4 ... 6,6 / rot → blau ) und
Phenolphthalein ( 8,0 ... 10,0 / farblos → rot ) .

Elektrometrische pH - Wert - Bestimmungen basieren auf der Messung elektrischer Potential-


differenzen direkt in der zu untersuchenden Wasserprobe. Für diese Messungen wird eine
Elektrode benötigt, deren Potential von der Wasserstoffionenaktivität abhängig ist. Meist wird
eine (kugelförmige) Glasmembran verwendet (Glaselektrode ). Diese ist mit einem Elektro-
lyt von konstantem pH - Wert ( Innenelektrolyt ) gefüllt, so daß ihr Potential nur vom pH -
Wert der Meßlösung ( Außenelektrolyt ) abhängig ist. Diese Abhängigkeit wird von der
NERNST schen Gleichung beschrieben:
 RT 
E = E0 +   ∗ ln c
 nF 
E = Potentialdifferenz [ Volt ] E0 = Normalpotential [ Volt ]
R = Ideale Gaskonstante ( 8,314 Ws/K * Mol ) T = Temperatur [ Kelvin ]
n = Elektrochemische Wertigkeit der Ionen, die mit der Elektrode im Gleichgewicht stehen
F = Faraday - Konstante ( 96493 Coulomb / val )
c = Konzentration der Ionen in Mol/L, die mit der Elektrode im Gleichgewicht stehen.

Wird in die NERNSTsche Gleichung der dekadische Logarithmus eingeführt und Konstanten
zusammengefaßt, so ergibt sich für Raumtemperatur ( 20 °C = 293 K ) :
 0,0582 
E = E0 +   ∗ lg c
 n 

Zu beachten ist, daß die Konzentration c nur bei verdünnten Lösungen angewendet werden
darf.

Das Einzelpotential einer Elektrode kann prinzipiell nicht bestimmt werden. Bestimmbar ist
die Potentialdifferenz zwischen zwei Elektroden. Deshalb ist es erforderlich, die Meßelektro-
de (Glaselektrode) mit einer zweiten Elektrode ( Bezugselektrode, Referenzelektrode ) zu
einer Meßkette zu kombinieren. Das Potential dieser Elektrode gegen die Normalwasserstoff-
elektrode ( „Nullpunkt“ ) muß bekannt sein und darf nicht vom pH - Wert abhängen. Als
Bezugselektroden werden insbesondere die Silber / Silberchloridelektrode bzw. die Kalomel-
elektrode verwendet. Die Abhängigkeit des Potentials einer solchen Bezugselektrode ist
temperaturabhängig, und dies aus Tabellen entnehmbar.
Da das Potential von in der Praxis benutzten Meßelektroden nicht ganz der oben angegebenen
Gleichung gehorcht ( z. B. erreicht die Steigung der Kurve wegen Alterns der Elektrode
meist nicht den theoretischen Wert von 58 mV pro Konzentrationsdekade ), müssen die
Meßketten mit Lösungen bekannten pH - Wertes ( Pufferlösungen ) kalibriert werden.
Handelsübliche pH - Meßtechnik vereint Meß- und Bezugselektrode in einer Anordnung
(Einstabmeßkette ). Zudem ist meist ein Temperaturmeßfühler integriert und ein Programm
korrigiert den pH - Wert der Meßlösung auf Standardbedingungen ( 25 °C ).

14
Durchführung

Die Messungen werden mit einer Feldmeßausrüstung der Firma WTW durchgeführt ( pH -
Meßgerät und Einstabmeßkette mit integrierten Temperaturmeßfühler ).
Zunächst wird mit Pufferlösungen (Technische Puffer der Firma WTW ) kalibriert ( vgl.
Bedienungsanleitung ). In der Regel werden die Lösungen mit den Werten pH 4 und pH 7
verwendet. Die Kalibrierung wird in Bechergläsern, nicht in der Vorratslösung durchgeführt.
Für genaue Messungen muss eine Kalibrierung mit mehr als 2 Puffern durchgeführt

Nach dem Abspülen der Einstabmeßkette mit dest. Wasser werden die Proben gemessen.
Es empfiehlt sich, in einer Durchflußzelle zu arbeiten, um Ausgasungen oder Aufnahme von
CO2 zu vermeiden. Der abzulesende Meßwert sollte ca. 1 min näherungsweise konstant
angezeigt werden, bevor er notiert wird. Die Angabe des Wertes erfolgt auf 0,1 pH -
Einheiten. Es ist also nicht sinnvoll eine Angabe auf 0.01 Einheiten zu machen, da diese
„Genauigkeit“ nicht reproduzierbar ist.

Wird mit einer Meßkette ohne Temperaturmeßfühler und demzufolge ohne Umrechnung auf
25 °C gearbeitet, ist zum gemessenen pH - Wert die ( auf andere Weise bestimmte )Tempera-
tur mit anzugeben. Nach der Messung wird die pH-Elektrode in einer 3 Molaren KCL
Lösung aufbewahrt. Wird die pH-Elektrode trocken aufbewahrt oder in dest. oder
Leitungswasser, kann sie dadurch irreparabel zerstört werden.

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4.4 Redoxpotential ( Eh - Wert )

Einführung

Viele chemische und biochemische Umsetzungen im Wasser sind Redoxreaktionen, d. h. bei


ihnen findet ein Elektronentransfer statt. Der Elektronendonator wird als Reduktionsmittel
bezeichnet, der Elektronenakzeptor als Oxidationsmittel. In welcher Richtung und wie schnell
der Prozeß abläuft, hängt davon ab, wieviel Energie dabei frei wird. Je mehr das
Gleichgewicht Red ↔ Ox + e- auf der oxidierten Seite liegt, desto stärker elektronegativ ist
das Potential.
Besonders wichtig für das Redoxpotential ist im Wasser gelöster Sauerstoff. Dieser wirkt
aufgrund folgender Reaktion als Oxidationsmittel:

H2O ↔ ½ O2 + 2H+ + 2 e-

Das theoretische Redoxpotential bei 100 % - iger Sauerstoffsättigung beträgt 0,8 V ( pH 7


und 25 °C). Gegenüber der Sauerstoffkonzentration als solcher ist das Redoxpotential nur
wenig empfindlich: eine Verminderung der Konzentration um 99 % vermindert den Eh - Wert
nur um 0,03 V, solange mit der Abnahme des Sauerstoffs nicht auch eine Zunahme
reduzierender Substanzen verbunden ist (LAMPERT 1993).
Die Redoxspannung sollte lediglich als Anhaltspunkt für das Vorhandensein aerober oder
anaerober Prozesse herangezogen werden. Strikt anaerobe Bereiche liegen bei Werten
unterhalb -200 mV vor, Werte zwischen 0 und -200 mV haben Übergangscharakter, während
positive mV-Werte einen Hinweis auf aerobe Vorgänge geben (vgl. dazu auch HÖLTING ,
5. Aufl. 1996; S. 231 ).
In Wässern liegen häufig mehrere Redoxpaare vor, die sich aber nicht im Redox-
Gleichgewicht befinden müssen. Es kann demnach auf keinen Fall aus dem Meßwert auf die
Konzentration einzelner Redoxpaare oder von Einzelkomponenten geschlossen werden. Ein
direkter Vergleich von Werten untereinander ist nur bei gleichen Redoxpaaren, gleicher
Ionenstärke und gleichem pH-Wert zulässig, so daß der pH-Wert immer mit angegeben
werden muß.
Der Redoxwert wird insbesondere für thermodynamische Modellrechnungen benötigt.

Methodik
Eine in die Lösung getauchte Elektrode ( Platinblech ) kann je nach Konzentration von
Reduktions- und Oxidationsmitteln entweder Elektronen ( vom Reduktionsmittel ) aufnehmen
oder ( an das Oxidationsmittel ) abgeben. An der Elektrode baut sich ein Potential auf, das der
Oxidations- oder Reduktionsfähigkeit der Lösung entspricht. Damit kann man den
Redoxzustand eines Stoffgemisches durch das Redoxpotential (Eh - Wert) angeben. Es ist das
in Volt ausgedrückte Potential eines Redoxsystems gemessen gegen eine Normal-
Wasserstoffelektrode. Da es bei Zunahme des pH-Wertes um eine Stufe um 0,058 V
abnimmt, ist es üblich, das Redoxpotential auf pH 7 zu standardisieren.

Durchführung
Zur Bestimmung des Redoxpotentials dient ein pH/mV-Meßgerät mit Einstab-Redox-
elektrode. Diese besteht aus der Meßelektrode ( einem Platinring ) und einer Ag / AgCl -
Bezugselektrode in 3 molarer Kaliumchloridlösung. Die Messung sollte in einem
geschlossenen Durchlaufgefäß vorgenommen werden, um Störungen, z. B. durch
Luftsauerstoff, auszuschließen und der Volumenstrom etwa 10 ml/s betragen. Das Wasser
soll vor der Ablesung des Meßwertes so lange durchlaufen, bis die Temperatur konstant bleibt

16
und der Meßwert sich innerhalb einer Minute um nicht mehr als 1 mV verändert. Dabei ist mit
einer Einschwingzeit von etwa 30 Minuten zu rechnen.

Es empfiehlt sich, eine Elektrode für reduzierende und eine weitere für oxidierende Wässer zu
verwenden, um lange Einstellzeiten zu vermeiden. Das erfordert eine entsprechende vorherige
Konditionierung dieser Elektroden ( vgl. Bedienungsanleitung ).
Da die Redoxspannung definitionsgemäß auf das Potential der Normal - Wasserstoffelektrode
bezogen ist, muß der erhaltene Meßwert um das Potential UB der Bezugselektrode korrigiert
werden. Diese Korrektur ist in der Bedienungsanleitung in Abhängigkeit von der Temperatur
tabelliert angegeben.
Die Lagerung der Elektrode erfolgt in 3 molarer KCl-Lösung. Die Aufbewahrung in dest.
Wasser muß unbedingt vermieden werden, da sie zur Austrocknung der Membran führt. In
diesem Fall sollte die Meßkette ca. 12 Stunden in einem neutralem Puffer oder in 3 molarer
Kaliumchloridlösung gewässert werden, bevor sie wieder in Betrieb genommen wird.
Wasserlösliche Verschmutzungen der Elektrode können mittels dest. Wasser entfernt werden.
Die Referenzelektrolytlösung ist alle 6 Monate auszutauschen.

Zur Prüfung einer Redoxelektrode im reduzierenden Bereich dient eine Lösung (Redox-
Puffer), die wie folgt hergestellt wird :
In 1 L Wasser werden gelöst:
- Kaliumhexacyanoferrat (II), K4[Fe(CN)6] * 3H2O 5,28 g
- Kaliumhexacyanoferrat (III), K3[Fe(CN)6] 4,11 g
- Kaliumdihydrogenphosphat, KH2PO4 1,8 g
- Dinatriumhydrogenphosphat, Na2HPO4 * H2O 3,9 g

Die Lösung ist, im Kühlschrank aufbewahrt, einige Monate haltbar.

Die Redoxspannungen dieser Lösung in Abhängigkeit von der Temperatur sind in der
folgenden Tabelle aufgelistet ( vgl. dazu auch DEV; DIN 38404, Teil 6 ( C 6 ) ):

Temperatur Redox - Spannung pH - Wert


[ °C ] [ mV ]
10 462 7,06
15 450 7,04
20 439 7,02
25 427 7,00
30 404 6,96
40 391 6,95
45 379 6,95
50 366 6,95

17
4.5 Elektrische Leitfähigkeit

Einführung

Die elektrische Leitfähigkeit ist ein Summenparameter für gelöste, dissoziierte Stoffe. Die in
Ionen dissozierten Inhaltsstoffe verleihen dem Wasser eine elektrische Leitfähigkeit, die
allerdings um eine Größenordnung geringer ist, als die metallischer Leiter.
Sie ist abhängig

- von der Temperatur des Wassers


- von der Konzentration des gelösten Stoffes, der Art seiner Dissoziation und dem
Dissoziationsgrad sowie
- von der Wertigkeit und der Wanderungsgeschwindigkeit der gebildeten Anionen bzw.
Kationen.

Da in natürlichen Wässern, die verdünnte Elektrolytlösungen darstellen, die Wertigkeit der


Ionen und ihre Wanderungsgeschwindigkeit konstant sind, ist bei konstanter Temperatur die
Leitfähigkeit eines Wassers lediglich eine Funktion seiner Ionenkonzentration, d. h. seiner
Ionenaktivität.

Bemerkungen:

- H+ - und OH- - Ionen weisen die mit Abstand größten Ionenbeweglichkeiten auf und
haben damit wesentlichen Anteil an der Leitfähigkeit in wässrigen Lösungen. Ursache
ist, daß der Ladungstransport über die durch Wasserstoffbrücken verbundenen
Wassermoleküle erfolgt. Im Bereich von pH 6 bis pH 8 , wie er in vielen natürlichen
Wässern vorliegt, ist der Beitrag dieser Ionen zur Gesamtleitfähigkeit jedoch gering.

- Auf Grund von interionischen Wechselwirkungen steigt die Leitfähigkeit mit steigender
Konzentration nicht linear an.
Für starke Elektrolyte gilt das KOHLRAUSCHsche Quadratwurzelgesetz

λ = λ∞ - A ⋅ c
mit λ = Äquivalentleitfähigkeit
λ∞ = Äquivalentleitfähigkeit bei unendlicher Verdünnung
A = Konstante
c = Konzentration

Emprisch lassen sich für die meisten Wässer gute Beziehungen zwischen Leitfähigkeit und
Ionengehalt ( in mg / L bzw. mval / L ) herstellen. Als Faustregel gilt: 1 µS / cm entspricht
ca. 0,65 mg / L Ionenkonzentration .

Methodik

Die Messung basiert auf einer Meßzelle, die im Prinzip aus zwei definiert großen im
definierten Abstand gegenüberstehenden mit Platinmohr belegten Platinelektroden besteht.
Normierte Elektroden haben eine gegenüberstehende Plattengröße von 1 cm2, die in einem

18
Abstand von 1 cm angeordnet sind. Der Widerstand der Flüssigkeitssäule zwischen diesen
Platten wird für die Berechnung der spezifischen elektrischen Leifähigkeit herangezogen.

Der Widerstand eines Leiters ist wie folgt definiert:

R = ρ * L/q
mit: R = Widerstand [Ω]
ρ = spezifischer Widerstand [Ω * cm]
L = Länge des Leiters [cm]
q = Querschnitt des Leiters [cm2]

Der Kehrwert des spezifischen elektrischen Widerstandes wird als spezifische elektrische
Leitfähigkeit χ bezeichnet:

χ = 1/ρ = 1/R * L/q

Die Angabe der spezifischen elektrischen Leitfähigkeit erfolgt in S/cm (S = Siemens).


In der Praxis kommen außer bei extrem hohen Salzgehalten von Abwässern vorwiegend
elektrische Leitfähigkeiten im Bereich von mS bis µS vor.

Durchführung

Teil der Praktikumsaufgaben ist es, einen Grundwasserpegel zu beproben. Dabei sind die
Unterschiede in der Zusammensetzung zu Beginn (Stagnationswasser) im Vergleich zu
längerem Abpumpen (Klarpumpen) herauszustellen. Der wesentlichste Parameter für das Be-
enden des Klarpumpens ist die elektrische Leitfähigkeit, deren Konstanz abzuwarten ist.

Für die Messungen - in der Regel vor Ort durchzuführen - stehen u. a. Feldmeßgeräte der
Firmen WTW und Sensortechnik Meinsberg zur Verfügung. Bei beiden Gerätetypen haben
die Meßzellen integrierte Temperaturfühler und es werden auf 25 °C umgerechnete Meßwerte
angezeigt. Bei Geräten von Sensortechnik Meinsberg besteht zusätzlich die Möglichkeit, den
bei der aktuellen Temperatur gemessenen Wert abzulesen, d. h. ohne Korrektur zu arbeiten.
Für die Umrechnung der Leitfähigkeit bei 25 °C in die bei der Temperatur t gilt folgende
Gleichung:

χt = χ25 [ 1 + α ( t – 25 ) ]

Der Temperaturkoeffizient α hat im Falle natürlicher Wässer einen Wert von ca. 0,021.

Für die Durchführung der Messungen ist die jeweilige Bedienungsanleitung maßgebend.

19
4.6 Sauerstoff

Einführung

Sauerstoff nimmt bei der Beurteilung der Gewässergüte eine zentrale Stellung ein. Sein
Gehalt ist entscheidend für biochemische Vorgänge in natürlichen Gewässern.
Dieser Gehalt kann in mg / L und in % der Sättigungskonzentration angegeben werden.
Die Sättigungskonzentration ( in mg/L ) ist insbesondere von der Wassertemperatur, aber
auch vom Luftdruck und vom Salzgehalt des Wassers abhängig. Sie sinkt mit steigender
Temperatur und steigt mit steigendem Luftdruck ( vgl. nachstehende Tabelle ).

Wasser- β ( O2 ) ( mg/L ) bei Luftdruck ( hPa = mbar )


temperatur
(°C) 933 960 986 1013 1040

0 13,41 13,80 14,18 14,57 14,95


2 12,70 13,06 13,43 13,79 14,16
4 12,04 12,38 12,73 13,08 13,42
6 11,43 11,76 12,09 12,42 12,75
8 10,87 11,19 11,50 11,81 12,13
10 10,36 10,66 10,96 11,26 11,56
12 9,88 10,17 10,46 10,74 11,03
14 9,45 9,72 9,99 10,27 10,54
16 9,04 9,31 9,57 9,83 10,10
18 8,67 8,92 9,18 9,43 9,68
20 8,33 8,57 8,81 9,06 9,30
22 8,01 8,24 8,48 8,71 8,95
24 7,71 7,94 8,16 8,39 8,62
26 7,43 7,65 7,87 8,09 8,31
28 7,17 7,38 7,60 7,81 8,02
30 6,93 7,13 7,34 7,55 7,76
32 6,70 6,90 7,10 7,30 7,50
34 6,48 6,67 6,87 7,07 7,26
36 6,27 6,46 6,65 6,84 7,03
( Umrechnungsfaktor mbar in Torr: 0,750 )

aus RUMP & KRIST (1992) , S. 80

Mit steigendem Salzgehalt des Wassers erniedrigt sich der Sättigungswert je nach Wassertem-
peratur, z.B. für je 100 mg Cl- / L um 0,006 bis 0,017 mg O2 / L. Die Meßgröße „ % Sätti-
gung“ ist von diesen Einflußgrößen unabhängig.

Methodik
Die Vor-Ort-Bestimmung des Sauerstoffs erfolgt elektrometrisch. Als Elektrodensystem dient
eine Ag-Anode und eine KCl-Gel-Au-Katode (CLARK- Sensor). Die Elektroden sind durch
eine sauerstoffselektive Folienmembran vom zu messenden Medium getrennt. Der durch die
Membran diffundierende Sauerstoff erzeugt einen seiner Konzentration proportionalen Strom,
der vom Gerät angezeigt wird. Folgende Teilreaktionen laufen ab:

20
Anode : 4 Ag + 4 Cl- → AgCl + 4 e-

Katode: Au + O2 + 2 H2 O + 4 e- → Au + 4 OH -

Da durch die Katodenreaktion Sauerstoff verbraucht wird, muß für die Messung eine
Mindestanströmung des Sensors gewährleistet sein.

Durchführung
Für die Durchführung, z.B. mit einem Meßkoffer der Firma WTW ist die Bedienungs-
anleitung maßgebend. Um Störungen durch den Luftsauerstoff zu vermeiden, sollten die
Messungen in einem Durchlaufgefäß vorgenommen werden. Das System wird im
Aufbewahrungs- und Kalibriergefäß „Oxical-S“ kalibriert. Darüberhinaus läßt sich der
Nullpunkt mit einer Natriumsulfitlösung ( 1 g / L ) kontrollieren. Natriumsulfit ist ein
Reduktionsmittel, so daß die Lösung sauerstofffrei ist.

21
4.7 Kalk- Kohlensäuregleichgewicht / Titrimetrische Bestimmung der Kohlensäure-
spezies ( Ks- und Kb-Bestimmung )

Einführung
Das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht spielt bei natürlichen Wässern eine große Rolle, ins-
besondere seine gute Puffereigenschaft. Die am Gleichgewicht beteiligte Kohlensäure entsteht
durch Lösen von CO2 in Wasser:

CO2 + H2O ↔ H2CO3

Kohlensäure ist eine sehr schwache Säure, d.h. das Gleichgewicht liegt auf der Seite der Aus-
gangsstoffe. Kohlensäure ist eine zweibasische Säure, so daß 2 Reihen von Salzen gebildet
werden:

- 1. Dissoziationsstufe ( Hydrogencarbonat ) :

H2CO3 ↔ HCO3- + H+

- 2. Dissoziationsstufe ( Carbonat ) :

HCO3- ↔ CO32- + H+

Im Wasser können also folgende Kohlensäurespezies auftreten: Gelöstes CO2 , H2CO3 ,


HCO3- und CO32- . Da der Anteil des H2CO3 vernachlässigt werden kann (ca. 0,01 % des
CO2) folgt für den gesamten Anteil QC an Kohlensäurespezies (total inorganic carbon
TIC):
Q c = cCO 2 + c HCO 3 + cCO 2 −
3

Der Anteil dieser 3 Spezies ist stark pH - abhängig ( vgl. Abb. ):

Abb.: Anteile der Kohlensäurespezies bei 25°C in Abhängigkeit vom pH-Wert des Wassers
(aus SCHWOERBEL (1987), S.86)

22
Bei pH < 4 ist nur CO2 vorhanden, zwischen pH 7 und pH 10 fast nur HCO3- und bei pH >
11 überwiegend CO32-. Bei pH 8,2 liegt nahezu der gesamte anorganische Kohlenstoff als
HCO3- vor.

Methodik

Die Bestimmung der Kohlensäurespezies erfolgt durch Titration mit Salzsäure (Säurekapazi-
tät / Alkalität) und / oder Natronlauge (Basenkapazität / Azidität ). Voraussetzung für die
Bestimmung ist, daß außer der Kohlensäure und ihren Anionen keine weiteren Säuren oder
Basen in der Wasserprobe enthalten sind.

Ausgehend z. B. von einem pH - Wert im (stark) Alkalischem wird durch Säurezugabe


Carbonat zunächst in Hydrogencarbonat und dieses weiter in CO2 umgewandelt. Der sich
einstellende pH - Wert bestimmt die Konzentration der Spezies ( vgl. Abb. S. 19 ). Dabei
sind zwei pH - Werte von Bedeutung: pH 8,2 ( festzustellen durch Umschlag des Indikators
Phenolphthalein ⇒ p-Wert) für die Bestimmung der Säurepufferungskapazität Ks und pH
4.3 (Umschlag von Mischindikator oder Methylorange ⇒ m - Wert) für die Bestimmung
der Basenpufferungskapazität Kb (p- und m-Wert sind historische Begriffe).

Die Titration erfolgt heute üblicherweise nicht mehr mit Indikatoren sondern durch
elektrochemische Bestimmung des pH-Wertes. Ist der pH-Wert < 4.2 wid mit NaOH bis pH
4.3 titriert. Ist der pH > 4.3 und < 8.2 wird mit HCL und NaOH jeweils auf pH 4.3 und 8.2
titriert. Ist der pH-Wert <8.2 wird mit HCL auf ph 8.2 titriert.

Soll ausnahmsweise mit Indikatoren gearbeitet werden so wird folgendermassen verfahren:

- Ausgangs - pH - Wert > 8,2 :


* Phenolphthalein; Titration mit HCl von rot nach farblos ( pH 8,2 ) ⇒ p - Wert
* Mischindikator; Titration mit HCl von blau über grau (Äquivalenzpunkt) nach orangerot
( pH 4,3 ) ⇒ m – Wert

- Ausgangs - pH - Wert < 4,3 :


* Mischindikator; Titr. mit NaOH von oranger. über grau nach blau (pH 4,3) ⇒ neg.m-W.
* Phenolphthalein; Titration mit NaOH von farblos nach rosa ( pH 8,2 ) ⇒ neg. p - Wert
cCO2 = ( - p ) - ( - m ) [ mol / L ]
- Ausgangs - pH - Wert im Bereich von 4,3 bis 8,2 :
* Mischindikator; Titration mit HCl von blau über grau nach oranger. (pH 4,3 ) ⇒ m - W.
* Phenolphthalein; Titration mit NaOH von farblos nach rosa ( pH 8,2 ) ⇒ neg. p - Wert

In diesem üblicherweise vorhandenen pH - Bereich gilt vereinfacht (vgl. DEV; D 8 ):

c HCO −
3
= m [mol / L]
c CO 2 = p [mol / L] (pH 4,3 bis 7,8)
Die angegebenen Gleichungen für die Berechnung gelten nur näherungsweise (vgl.DEV, D8).
Eine exakte Bestimmung der Spezies erhält man durch Verwendung eines
thermodynamischen Programms (z.B. PHREEQC). In PHREEQC wird den Ks-Wert z.B. als
Alkalinity eingegeben (in mmol/l) oder aber die Summe Ks und Kb als Element (C+4)
ebenfalls in mmol/l.

23
5. Laboranalytik

Folgende Ionen / Parameter werden im Labor bestimmt :

- (Haupt-) Kationen : Li+, Na+, K+, NH4+, Mg2+, Ca2+

- (Schwer-) Metalle (Gesamtgeh.): (Fe), Mn, Zn, Cd, Cr, Cu, Ni, Pb, As

- Anionen : (HCO3-), F-, Cl-, NO2-, NO3-, SO42-, PO43-

- Organika : DOC, BTX-Kohlenw., (Kohlenwasserstoffe)

Die hydrochemische Bedeutung (der meisten) dieser Komponenten sowie die für die
Bestimmung eingesetzten Analysenverfahren werden nachfolgend kurz beschrieben.

5.1 Spektralanalyse

5.1.1 Allgemeine Grundlagen

Die Grundlage der Spektralanalyse ist die Wechselwirkung von elektromagnetischer


Strahlung mit (korpuskularer) Materie. Die Strahlung kann dabei von Atomen und Molekülen
absorbiert oder - nach Zufuhr von Fremdenergie - emittiert werden. Die dritte Möglichkeit
besteht in der durch Strahlungsabsorption erzeugten Emission und wird als Lumineszenz
bezeichnet.
Den Bindungen zwischen den „Bausteinen“ der Materie entsprechen bestimmte Energien.
Diese Energien sind gequantelt, d. h. von definierter endlicher Größe. Für die Differenz ∆E
zwischen zwei Energieniveaus E1 und E2 mit E2 > E1 gilt die PLANCKsche Gleichung:

∆E = E2 - E1 = h * ν = h * c/λ
mit : h PLANCKsches Wirkungsquantum
ν Frequenz der Strahlung
c Lichtgeschwindigkeit
λ Wellenlänge der Strahlung

Aus der Gleichung folgt, daß Energie und Wellenlänge einander umgekehrt proportional sind.

Die Registrierung dieser Wechselwirkungsprozesse ergibt ein Spektrum, d. h. die Abhängig-


keit einer Intensitätsgröße von einer Energiegröße.
Die für die chemische Analyse bedeutsamen Wechselwirkungen innerhalb des
Gesamtbereichs der elektromagnetischen Strahlung reichen von der Absorption von
Mikrowellen / IR-Strahlung in Verbindung mit den Rotations-Schwingungsspektren der
Moleküle bis zu den mit den Energieniveaus des Atomkerns in Beziehung stehenden γ -
Strahlen.

Bei der Bezeichnung spektralanalytischer Verfahren werden häufig Wellenlängenbereich und


Art der Wechselwirkung aneinandergefügt, z. B.

- UV - Emissionsspektrographie,
24
- IR - Absorptionsspektrometrie,
- Röntgenfluoreszenzspektrometrie.
Die letze Silbe dieser Verfahrensbezeichnungen gibt die Art der Registrierung an, wobei
...skopie die Beobachtung mit dem Auge, ...graphie die photographische und ...metrie die
elektronische Registrierung bedeuten.

Nachfolgend werden UV/VIS-Spektrometrie (Spektralphotometrie), IR-Spektrometrie, Atom-


absorptions- und Atomemissions- Spektrometrie kurz erläutert.

5.1.2 Spektralphotometrie

Methodik
Die Absorption von Strahlung durch Moleküle wird durch 3 Vorgänge verursacht:

- Änderung der Molekülrotation


- Änderung der Schwingung der Atom(kerne) im Molekül
- Änderung der Elektronenverteilung im Molekül.

Der Energiebetrag, der zur Anregung dieser Übergänge erforderlich ist, steigt von der
Rotation über die Schwingung zur Elektronenverteilung an.
Zur Erzeugung von Rotations-Schwingungsspektren dient IR-Strahlung. Diese Spektren wer-
den zur qualitativen und quantitativen Analyse organischer Verbindungen verwendet (vgl.
5.1.3).
Elektronenübergänge betreffen den sichtbaren Teil des Spektrums und das UV. Auf den Wel-
lenlängenbereich bezogen, in dem die (spezifische) Absorption erfolgt, unterteilt man in
folgende Bereiche:
- 200 bis 400 nm ( ultraviolette Strahlung / UV ) und
- 400 bis 800 nm ( sichtbares Licht / VIS ).

Lösungen mit Molekülen, die im Sichtbaren absorbieren, haben die Komplementärfarbe der
Absorption. Wenn z. B. eine Absorption bei 540 nm (grünes Licht) erfolgt, dann ist die
Lösung rotviolett gefärbt.
Für die Absorption gilt das LAMBERT-BEERsche Gesetz:

I = I0 * exp ( -ε * c * d )
E = ln ( I0 / I ) = ε * c * d
mit : I0 / I Intensität der Strahlung vor bzw. nach der Absorption
E Extinktion
ε Extinktionskoeffizient
c Konzentration
d Dicke der durchstrahlten Schicht

Der Extinktionskoeffizient ist wellenlängenabhängig. Bei höheren Konzentrationen kann er


auch konzentrationsabhängig sein, d. h. das LAMBERT-BEERsche Gesetz ist nicht mehr
erfüllt, die Funktion E = f (c) (Kalibrierkurve) nicht linear.

Die Messung von I0 und I erfolgt mittels Spektralphotometer (vgl. nachfolgendes Schema).

25
Abb.: Schematischer Aufbau eines UV / VIS - Spektralphotometers

In der Praxis wird I0 durch Messung der Extinktion einer Lösung mit der Konzentration c = 0
bestimmt (Blindwert).
Da die zu bestimmenden Ionen an sich nicht (oder nur wenig) gefärbt sind, werden bestimmte
Reagenzien zugegeben, die spezifisch mit dem jeweils zu bestimmenden Ion reagieren und
gefärbte Verbindungen ergeben. Damit wird das Verfahren selektiv für ein Ion.

Komponenten
Mittels Spektralphotometrie werden folgende Ionen bestimmt: NH4+, NO2-, PO43-, Fe2+ (vor
Ort!) und Fe3+ (aus der Differenz Fegesamt - Fe2+ ; ggf. vor Ort).
Ausführungen zur hydrochemischen Bedeutung dieser Ionen finden sich im Abschnitt 4.1.4
(Fe) und Ionenchromatographie (Stickstoffkomponenten, Phosphat).

Ammonium
Wenn die Bestimmung nicht am Tage der Probenahme erfolgen kann, ist die filtrierte Probe
(0,45 µm) im Kühlschrank (Haltbarkeit ca. 1 Tag) ggf. durch Zusatz von 5 ml Chloroform pro
Liter (Haltbarkeit 2 bis 3 Tage) aufzubewahren. Zur Konservierung über diese Zeit hinaus
wird Tiefgefrieren bei -18 bis -23 °C empfohlen.

Zur spektralphotometrischen Bestimmung von NH3 / NH4+ werden 2 Verfahren angewendet:


- die Indosalicylatreaktion:
Ammonium reagiert im Alkalischen mit Hypochlorid und Salicylat in Gegenwart Natrium-
nitroprussid als Katalysator zu einem blauen Farbstoff.

- die Reaktion mit NEßLERs Reagens:


K2 [HgI4] reagiert bei stark alkalischen Bedingungen mit dem dann vorliegenden NH3 zu
einer gelb bis gelbbraun gefärbten Verbindung:

2 K2 [HgI4] + NH3 + 3 KOH → Hg2 OINH2 + 7 KI + 2 H2O

Das Indosalicylatverfahren ist empfindlicher (Erfassungsgrenze ca. 0,02 mg NH4+ / L) und


weniger störanfällig als die Bestimmung mit NEßLERs Reagens. Letztere ist weniger zeitauf-
wendig und hinsichtlich Genauigkeit und Empfindlichkeit für hydrogeologische
Betrachtungen häufig ausreichend.

26
Nitrit
Unkonservierte Proben sind umgehend, spätestens nach 24 h , zu untersuchen, um
mikrobiologisch katalysierte Umsetzungen zu vermeiden. Bei natürlichen Wässern ist durch
HgCl2 -Zugabe und Aufbewahrung im Kühlschrank eine Stabilisierung für ca. 20 Tage
möglich.

Die photometrische Bestimmung beruht auf der Bildung eines rotvioletten Azofarbstoffes.
Gebräuchlich ist die Verwendung von Sulfanilsäureamid zur Diazotierung und
N-(1-Naphthyl)-ethylendiamindihydrochlorid bzw. Chromotropsäure (Firma HACH) als
Kupplungsreagens.

(Ortho-)Phosphat
(Ortho-)Phosphat bildet mit Ammoniummolybdat in saurer Lösung gelbes Ammoniummolyb-
datophosphat, das mit einem Reduktionsmittel (Ascorbinsäure) zu einem blauen Farbstoff re-
duziert wird. Damit wird gegenüber dem Verfahren auf Basis des gelben Farbstoffs eine
Steigerung des Nachweisvermögens erreicht.
Die Auswertung erfolgt entweder durch visuellen Vergleich mit einer Farbskala (Kolorimetrie
/ halbquantitativ) oder spektralphotometrisch (quantitativ).

Gesamteisen / Fe(II) / Fe(III)


Da Fe(II) nicht beständig ist, muß es vor Ort bestimmt werden.
Gesamteisen kann aus der mit Salpetersäure stabilisierten Probe im Labor bestimmt werden.
Fe(III) wird aus der Differenz zwischen Fegesamt und Fe(II) berechnet.

Quantitative spektralphotometrische Fe-Bestimmungen basieren meist auf Reaktionen von


Fe2+- Ionen mit speziellen Reagenzien. In Betracht kommen 1,10-Phenanthrolin, 2,2´-Dipy-
ridyl und FerroZine. Es bilden sich rot bis violett gefärbte Komplexe. Damit alles (gelöste)
Eisen als Fe(II) vorliegt, muß im Falle der Gesamteisen außerdem ein Reduktionsmittel
zugegeben werden.

Zur Bestimmung von Fe(II) (und ggf. auch Fegesamt ) wird ein transportables Spektralphoto-
meter (DR 2000 der Firma HACH) benutzt. Die Vorschriften verwenden 1,10-Phenanthrolin
als Reagens. Die Zugabe erfolgt in Form sogenannter Powder Pillows.

5.1.3 Infrarotspektrometrie

Wie schon oben erwähnt, werden Rotations- und Schwingungsübergänge in Molekülen durch
IR-Strahlung angeregt. Die entstehenden Spektren dienen der Analyse organischer Verbin-
dungen und Substanzgemische, z. B. aliphatischer und aromatischer Kohlenwasserstoffe.

Die Bestimmung von Kohlenwasserstoffen in Wässern mittels IR-Spektrometrie ist als DIN
38409 - H18 Bestandteil der DEV.

Dieses Verfahren sowie die Grundlagen der IR-Spektrometrie werden im Organisch-


geochemischen Praktikum behandelt und sollen deshalb hier nur kurz dargestellt werden.

27
Methodik

Bei der IR-Spektrometrie wird elektromagnetische Strahlung der Wellenlänge 0,8 bis 500 µm
(entspricht einer Wellenzahl von 12500 bis 20 cm-1 ) verwendet. Durch Absorption von Strah-
lung in diesem Wellenlängenbereich werden Moleküle zur Rotation und Schwingung
(Valenz- und Deformationsschwingungen) angeregt.
Als einfaches Modell für die Molekülschwingung kann man die harmonische Schwingung
einer Feder verwenden (vgl. Abb.). An ihren beiden Enden befinden sich Kugeln bestimmter
Masse mA und mB (Atomen bzw. Molekülteilen entsprechend); die Feder stellt die chemische
Bindung dar.

Abb.: Federkraftmodell ( aus SCHWEDT (1992), S.115)

Bei der Auslenkung der Feder um x0 erhält man, beginnend mit t0 , eine Cosinuskurve.
Es gilt folgende Schwingungsgleichung:
x = x0 * cos ( 2n * ν * t )

Für das Federkraftmodell gilt das HOOKEsche Gesetz: K = -k * x

K = Federspannung; k = Kraftkonstante; x = Dehnung.

Aufbau eines IR-Spektrometers (vgl. Abb.):


Als Lichtquelle dient ein NERNST-Stift (keramisches Material), der durch Aufheizen auf ca.
1600 °C die gewünschte IR-Strahlung liefert. Die Probe befindet sich in der Meßküvette.
Parallel dazu ist die Vergleichsküvette angeordnet. Sie dient dazu, den Einfluß der Absorption
des Küvettenmaterials sowie von Reflexion und Streuung zu eliminieren. Mittels eines Dreh-
spiegels werden abwechselnd Meß- und Vergleichsstrahl erzeugt und durch die jeweilige
Küvette auf den Monochromator (Alkalihalogenidprismen) geschickt. Als Empfänger dient
ein Thermoelement.

Abb.: Strahlengang beim IR-Spektrometer (aus SCHWEDT (1992), S.115)

28
Komponenten

Kohlenwasserstoffe, insbesondere Methan, Ethan sowie andere niedere Glieder der Alkane
finden sich unter anaeroben Verhältnissen in Ölfeldwässern. Gelegentlich kommen sie auch in
Thermalwässern vulkanischer Gebiete vor; vermutlich stammen diese Stoffe aus Sedimenten
oder organischen Substanzen, die in Berührung mit Lava kamen.
Die gelösten organischen Stoffe dienen den im Grundwasser lebenden Mikroorganismen als
Energie- und Kohlenstoffquelle und werden daher vor allem in Gegenwart von Sauerstoff in
gelöster Form relativ rasch zersetzt. Beim Abbau können neben Alkoholen auch organische
Säuren entstehen.
Die Wasserlöslichkeit der KW nimmt mit steigender Temperatur zu. Aromaten zeigen eine
höhere Löslichkeit als Alkane.

Eine umweltrelevante Gruppe sind die Polycyclischen Aromatischen KW (PAK). Die


Moleküle bestehen aus 3 oder mehr kondensierten aromatischen Ringen. Die PAK werden bei
der unvollständigen Verbrennung von fossilen organischen Energieträgern in Kraftwerken,
Teerfabriken und Kokereien sowie durch Otto- und Dieselmotoren freigesetzt (HAAS 1992).

Der bundesdeutsche PAK-Eintrag in die Umwelt beträgt etwa 500 bis 1000 t/Jahr. Die Aus-
breitung erfolgt u. a. durch die Bindung an Staubpartikel über die Luft. Die (feuchte und
trockene) Deposition führt zu Gehalten bis zu 650 mg/kg (in belasteten Gebieten).
Im Oberboden werden sie in starkem Maße durch Huminstoffe gebunden. Ihre Wasserlöslich-
keit ist sehr gering (im Bereich von einigen µg/L; Ausnahme: Acenaphthen mit 3,47 mg/L).
Daher können sie sich im Boden anreichern; sie finden sich aber auch in Oberflächen- und
Grundwässern. Sie sind nur wenig flüchtig und photolytisch zersetzbar. Beim mikrobiellen
Abbau entstehen Hydroxy-PAK. Sie reagieren mit Oxidationsmitteln wie Ozon, Stickoxiden
und Chlor zu Hydroxy-, Nitro- bzw. Halogen-PAK (KOCH 1989).
Durch Mikroorganismen können aber auch PAK im Boden gebildet werden.

5.1.4 Atomabsorptions-Spektrometrie (AAS)

Die AAS (und die Atomemissions-Spektrometrie AES/OES; vgl. Abschnitt 4.1.5) dienen der
Bestimmung der (Schwer-)metalle Fe, Mn, Zn, Cd, Cu, Cr, Ni, Pb und As.

Methodik
Grundlage der Atomabsorptions-Spektrometrie ist die sog. Resonanzabsorption in Gasen:
Wird ein Lichtstrahl durch ein Gas geschickt, in dem sich verdampfte und atomisierte Sub-
stanzen befinden, so wird durch die Atome Strahlung bestimmter Wellenlängen absorbiert.
Damit diese Absorption möglichst empfindlich ist, wird eine Strahlungsquelle benutzt, die das
Spektrum des zu bestimmenden Elementes emittiert. In den meisten Fällen werden Hohl-
katodenlampen (HKL) verwendet. Bei diesen besteht die Katode aus dem zu bestimmenden
Element. Aufgrund einer elektrischen Glimmentladung wird das Spektrum dieses Elementes
ausgesendet. Im Strahlengang befindet sich in der Atomisierungseinheit (Atomizer) die zu
analysierende Probe. Deren Atome absorbieren die HKL-Strahlung im Bereich der Resonanz-
linie(n). Mittels eines Monochromators wird der Bereich einer Resonanzlinie ausgesondert
und die Lichtschwächung mit einem Detektor gemessen (vgl. Abb.). Die Absorption folgt
dem LAMBERT-BEERschen Gesetz (vgl. Abschnitt 5.1.2), so daß nach entsprechender
Kalibrierung die Konzentration berechnet werden kann.

29
In der AAS werden 4 Techniken für die Atomisierung verwendet:
- die Flamme ( Brenngas: Acetylen; Oxidans: Luft, Lachgas),
- die Graphitrohrküvette (elektrothermische Atomisierung durch Widerstandsheizung),
- die Hydridtechnik (für hydridbildende Elemente),
- die Kaltdampftechnik (für das bereits bei Raumtemperatur flüchtige Element
Quecksilber).

Flamme (FAAS):
Die Luft-Acetylen-Flamme ist die am längsten routinemäßig verwendete
Atomisierungseinheit. Es werden Temperaturen von etwa 2100 bis 2400 °C erreicht. Für
Elemente, die schwer flüchtige Verbindungen (z. B. Oxide) bilden, ist die Lachgas-Acetylen-
Flamme (T = 2650 bis 2800 °C) günstig. Es wird ein Schlitzbrennerkopf verwendet. Die
(vertikale) Position des Brennerkopfes und damit bestimmter Flammenzonen zum
Strahlengang sowie die Zusammensetzung des Gasgemisches sind dem jeweiligen
Analysenproblem anzupassen. Sie haben großen Einfluß auf Genauigkeit, Empfindlichkeit
und Arbeitsbereich des Verfahrens.

Abb.: Funktionsschema der Flammen - AAS

Graphitrohrküvette (GFAAS):
Diese hat gegenüber der Flamme den Vorteil der um 2 bis 3 Größenordnungen höheren
Empfindlichkeit. Dies resultiert u. a. daraus, daß sich hier die (atomisierte) Probe in einem
abgeschlossenen (kleinen) Raum befindet, während bei der (vergleichsweise großen) Flamme
ständige Verdünnung durch Flammengase erfolgt.
Das Graphitrohr ist ein mit pyrolytischem Kohlenstoff beschichteter Graphitzylinder von ca.
25 bis 30 mm Länge und ca. 6 mm inneren Durchmesser. Ein Tropfen Probelösung (meist 10
bis 30 µL) wird mittels Mikropipette von Hand oder über einen Autosampler durch ein
kleines Loch in das Rohr gegeben und entweder direkt auf der Innenwand oder auf einer
kleinen Plattform abgelegt. Danach wird das Rohr elektrisch aufgeheizt. Das Temperatur-
Zeit-Programm umfaßt folgende Stufen: Trocknen, thermische Behandlung (Pyrolyse;
„Veraschen“), Atomisieren und Ausheizen (Rohrreinigung). Diese Schritte müssen der
jeweiligen analytischen Aufgabenstellung angepaßt werden.
30
Die GFAAS ist gegenüber der FAAS störanfälliger. Man unterscheidet zwischen
physikalisch-chemischen und spektralen Störungen / Interferenzen. Physikalisch-chemische
Interferenzen können die Folge unkontrollierter Reaktionen während des Trocknens und
Veraschens sein (z.B. Einschluß des Analyten durch die, oder Mitverflüchtigen mit der
Matrix). Diese Störungen können durch Zusatz eines sog. Modifiers eliminiert oder zumindest
eingeschränkt werden.
Spektrale Interferenzen kommen durch unspezifische Lichtverluste (Streuung) zustande. Sie
lassen sich durch eine Untergrundkompensation (Deuteriumlampe; ZEEMAN-Effekt) korri-
gieren.

Mit der GFAAS lassen sich auch feste Mikroproben (Masse ca. 1 bis 10 mg) analysieren.
Probleme dabei sind Feinstzerkleinerung und Repräsentanz der Proben.

Hydridtechnik (HGAAS):
Die HGAAS erlaubt die Bestimmung solcher Elemente, die mit naszierenden Wasserstoff
flüchtige Hydride bilden. Dies sind As, Sb, Bi, Se, Te und Sn. Die Hydride werden durch ein
wasserstofferzeugendes Reduktionsmittel (NaBH4 ; saures Medium) intermediär gebildet, mit
einem Argonstrom in ein beheizbares Quarzrohr ausgetragen, dort bei Temperaturen von ca.
1000 °C thermisch in Atome dissoziiert und die Atomabsorption gemessen.

Kaltdampftechnik:
Metallisches Quecksilber ist schon bei Raumtemperatur flüchtig, wenn es in feinster
Verteilung vorliegt. Dies tritt zwangsläufig dann ein, wenn die in einer Probe gelösten
Quecksilberverbindungen durch ein Reduktionsmittel (NaBH4 , SnCl2) zu elementaren
Quecksilber reduziert und dies mit einem Argonstrom ausgetragen wird. Die Technik
entspricht der der HGAAS. Die Quarzküvette wird aber nur auf etwas über 100 °C aufgeheizt,
um mitgerissene Wassertröpfchen zu verdampfen.

5.1.5 Atomemissions-Spektrometrie (AES / OES)

Methodik

Gerätetechnisch bedingt, ist die AAS ein Einzelelementverfahren. Im Gegensatz dazu


gestatten Emissionsverfahren Multielementbestimmungen. Sie sind damit bezüglich
Zeitaufwand der AAS überlegen.
Wichtigste Anregungsquelle für die AES ist das induktiv gekoppelte Plasma (ICP).
Weitere Möglichkeiten sind Flamme, Lichtbogen, Funken und Laser.
Beim ICP wird Argon im Hochfrequenzfeld ionisiert und in dieses Plasma (6000-8000 K) die
flüssige oder gelöste Probe als Aerosol eingesprüht.

Auf der Basis des ICP haben sich 2 Verfahren etabliert:


* ICP-AES : Das ICP dient als Strahlungsquelle. Die emittierte Strahlung wird
spektral zerlegt. Aus den Intensitäten der Spektrallinien werden über
Kalibrierungen die Konzentrationen der Metalle bestimmt (vgl. Abb.).
* ICP-MS : Die Massenspektrometrie mit ICP ist das z. Zt. leistungsfähigste (aber
auch teuerste) Verfahren für die Bestimmung der Metallkomponenten.
Das ICP dient hier als Ionenquelle. Die Ionen werden im
Massenspektrometer entsprechend ihrer Masse pro Ladung getrennt,

31
registriert und die entstehenden Massenspektren quantitativ ausgewertet
(Kalibration).

Hinsichtlich Empfindlichkeit / Nachweisvermögen ist die ICP-AES vergleichbar mit bzw.


etwas besser als die FAAS, während die ICP-MS die Nachweisgrenzen der GFAAS erreicht.

Abb.: Schematischer Aufbau eines ICP – Atomemissions – Spektrometers

Komponenten

Eisen
Eisen ist einer der wichtigsten Bestandteile der Magmatite. Es kommt insbesondere in den
dunklen Bestandteilen vor: in Pyroxenen und Amphibolen, im Biotit, Magnetit, Pyrit, in
Granaten und Olivinen.
Das bei der Verwitterung freiwerdende Eisen wird in der Hauptmenge in wenig lösliche
stabile Eisenoxide und -oxidhydrate umgewandelt, die hauptsächlich durch Erosion
umgelagert werden. Der Gehalt des Meerwassers (0,0034 mg/kg) zeigt die verhältnismäßig
geringe Beweglichkeit des Eisens an.
In den Sedimenten kommt es als zweiwertiges Eisen im Disulfid FeS2 und im Siderit FeCO3
vor, als Mischung von zwei- und dreiwertigem im Magnetit und im Glaukonit und als
dreiwertiges schließlich in Oxiden und Hydroxiden.
Eisen spielt eine wichtige Rolle in Pflanzen und Tieren. Sein Vorkommen im Grundwasser
wird durch Mikroorganismen beeinflußt. Bei aeroben Verhältnissen wird die Oxidation zu
dreiwertigem Eisen katalysiert; bei anaeroben Verhältnissen (Sauerstoffsättigung < 50 %) die
Reduktion zu zweiwertigem. Erhöhte Gehalte an Fe(II) können als Kriterium für reduzierende
Verhältnisse als Folge anthropogener Verunreinigungen durch organische Substanzen dienen.
Die häufigste gelöste Eisenspezies im Grundwasser ist das Fe2+-Ion. In sauren Wässern kann
auch Fe(III) vorhanden sein.
Die Freisetzung und der Gehalt von Fe in natürlichen Wässern ist das Ergebnis chemischer
Reaktionen: Oxidation und Reduktion, Lösung und Fällung von Hydroxiden, Carbonaten und
Sulfiden, Komplexbildung sowie Stoffwechselvorgänge.
Innerhalb des üblichen pH-Bereiches in Grundwässern (pH 5 bis 9) ist bei einem verhältnis-
mäßig niedrigem EH im Bereich von -0,1 bis 0,2 mV relativ viel zweiwertiges Eisen löslich.
Geringe EH - und pH - Verschiebungen können die Eisenlöslichkeit stark verändern. Bei
etwa neutralen pH-Werten verläuft die Oxidation von Fe(II) und die Fällung als Fe(III)-
Hydroxid relativ schnell.

32
Sickerwässer können Sauerstoff aus der Atmosphäre und aus der Grundluft mitbringen, so
daß neben anderen oxidierbaren Stoffen Eisensulfide oxidiert werden und Fe(II) und Sulfat in
Lösung gehen. In den meisten sauerstoffhaltigen Grundwässern ist Fe nicht oder nur in
Spuren nachweisbar. In reduzierten Grundwässern kommen häufig Werte zwischen 1 und 10
mg/L vor, wobei sich die Werte örtlich und zeitlich sehr ändern können.
Bei der Probenahme ist dafür zu sorgen, daß durch den Kontakt mit Luftsauerstoff kein
Hydroxid ausfallen kann (Stabilisieren mit HNO3). Besser ist die Bestimmung vor Ort (vgl.
Abschnitt 5.1.2).

Schwermetalle

Cadmium, Blei, Kupfer und Zink gehören zu den Schwermetallen, denjenigen metallischen
Elementen, welche eine Dichte von mehr als 6 Gramm pro cm3 aufweisen (STUMM &
KUMMERT 1988).
Kupfer und Zink sind für den Aufbau der Biosphäre unerläßlich, aber auch die Metalle
Cadmium und Blei, welche von Pflanzen und Tieren nicht benötigt werden. Sowohl
essentielle als auch nicht essentielle Metalle können in leicht erhöhten Konzentrationen
Schäden wie Wachstumshemmungen und Stoffwechselstörungen bewirken.
Physiologische, ökologische und toxikologische Wirkungen eines Metalles sind in der Regel
sehr strukturspezifisch, d. h. abhängig von Bindungsform und Wertigkeit der Metallspezies.

Kupfer
Kupfer ist in der Lithosphäre ein verhältnismäßig häufiges Element. Es bildet zahlreiche
Minerale, vor allem Sulfide, Oxide und Hydroxylcarbonate. Kupfer kommt in 1- und 2-
wertiger Form vor. Im Gleichgewicht mit oxidischen Erzen sind bei pH 7 in
sauerstoffhaltigem Wasser 64 µg/L und bei pH 8 6,4 µg/L löslich.
Der Kupfergehalt süßer Grundwässer ist allgemein sehr niedrig. In nordrhein-westfälischen
Mineralwässern wurden Gehalte bis 194 µg/L nachgewiesen (MATTHEß Bd.2, 1990).
Durch den Menschen werden große Mengen Kupfer in die Umwelt eingebracht. Drähte und
Leitungen (metallverarbeitende Industrie), kupferhaltige Pflanzenschutzmittel in Hopfen- und
Weinbaugebieten und kupferhaltiges Fertigfutter (Intensivtierhaltung), das durch die
Gülleausbringung in die Böden gelangt, sind die hauptsächlichen anthropogenen Kupfer-
quellen. Trinkwassergrenzwert: 50,0 µg/L.

Zink
Zink ist ebenfalls ein verhältnismäßig häufiges Element, das anstelle von Eisen oder Mag-
nesium in Silikatgittern eingebaut ist. Zink ist ein weitverbreiteter Wertstoff und tritt daher in
Abfallstoffen auf, besonders im Bereich von Buntmetallhütten, von Bergbau- und
Aufbereitungshalden und anderen Deponien. Bei pH < 7 kommt Zink in wäßriger Lösung als
Zn2+ vor, bei pH 11,5 als Zn(OH)3- bzw. Zn(OH)42- .
In 1424 Grundwasserproben aus pleistozänen glazifluvialen Sedimenten in Schleswig-
Holstein wurden eine mittlere Konzentration von 63 µg Zn2+/L und ein maximaler Wert von
630 µg /L nachgewiesen (MATTHEß Bd. 2, 1990). Der Richtwert der TVO beträgt 5mg/L.

Blei
Blei ist in den Gesteinen der Erdkruste in geringen Gehalten verbreitet, zum einen anstelle
von Kalium in Silikaten, vor allem in den Feldspäten, und in Phosphaten, aber auch in
Erzlagerstätten in eigenen Mineralen: dem Bleiglanz PbS, dem Cerussit PbCO3 und dem
Anglesit PbSO4.

33
Blei gelangt durch anthropogene Einflüsse in den Untergrund, meist auf dem Wege über
Luftverunreinigungen durch Abgase von Verbrennungsanlagen fossiler Brennstoffe, von
Kraftfahrzeugen und von Buntmetallhütten, als Bestandteil bleihaltiger Pestizide und
Düngemittel, ferner über feste und flüssige Abfallstoffe, insbesondere Rückstände von
Erzwäschen, Bergbau- und Hüttenhalden (MATTHEß Bd. 2, 1990 ).
Grundwässer weisen infolge der geringen Löslichkeit der Verbindungen des Bleis und seiner
geringen geochemischen Beweglichkeit meist keine nachweisbaren Bleimengen, höchstens
einige µg/L bis 20 µg/L auf. Höhere Gehalte werden im Bereich von Erzlagerstätten
beobachtet: 1300 µg/L in Quellen im Bereich des Oberharzer Gangbezirkes.
Blei-210, ein radioaktives Tochternuklid der Radon-222-Serie mit einer Halbwertszeit von
21,8 a, wird als Datierungsmittel für Wasser- und Sedimentsysteme verwendet.
Trinkwassergrenzwert: 40,0 µg/L.

Cadmium
Das geochemisch seltene Cadmium tritt zusammen mit Blei- und Zinkerzen auf, in denen es
andere Elemente in deren Mineralen ersetzt, insbesondere das Zink. Die Cd-Minerale
Greenockit CdS, Monteponit CdO und Otavit CdCO3 stammen hauptsächlich aus der
Verwitterung cadmiumhaltiger Zinkminerale.
Cadmium wird technisch verwertet, so daß es als Abfallkomponente auftritt. Hervorzuheben
ist, daß Cadmium bei hohen Temperaturen bei metallurgischen Prozessen und der
Verbrennung fossiler Brennstoffe in die Atmosphäre freigesetzt wird und als nasse oder
trockene Depositon zur Erdoberfläche zurückkehrt. Das Element tritt in wäßriger Lösung bei
pH < 8 als Cd2+-Ion auf. ARENDS et al. (1987) beobachteten in 31 holländischen
Grundwassermeßstellen Cadmiumkonzentrationen zwischen < 0,05 und 2,1 ug/L. Im
Grundwasser der pleistozänen glazifluvialen Sedimente Schleswig-Holsteins bestimmte
NEUMAYR (1979) in 1424 Proben eine mittlere Konzentration von 1,8 ug Cd2+/L und einen
maximalen Wert von 13 ug Cd2+/L. In Grubenwässern werden gelegentlich höhere Gehalte
nachgewiesen (mg/L).
Grenzwert der TVO: 5 µg/L.

Wenn nicht anders angegeben, wurden die Abbildungen des Abschnittes 5.1 entnommen aus:
HEIN, H. & Kunze, W. (1995).

34
5.2 Chromatographie

Eine wichtige moderne Analysenmethode ist die Chromatographie. Etwa 60% aller Analysen
werden weltweit mit der Chromatographie bestimmt, wobei der größere Anteil sicher der
Untersuchung organischer Verbindungen zukommt. Es lassen sich aber auch anorganische
Ionen (Anionen und Kationen) damit bestimmen (Ionenchromatographie).

Geschichtliches

Die erste chromatographische Trennung gelang 1903 dem russischen Botaniker Michail
Tswett, indem er einen Extrakt von Blattfarbstoff über feinverteiles CaCO3 in eine Säule gab.
Es bildeten sich zwei Farbschichten aus – das grüne Chlorophyll und das gelbe Xanthophyll.
Auf Grund dieser Erscheinung leitete man den Namen der Analysenmethode ab (chroma =
Farbe + graphein = schreiben). Die ersten praktischen Säulen wiesen Innendurchmesser von
1-5 cm, Längen zwischen 50-500 cm und Korngrößen von 150-200 µm auf.

5.2.1 Allgemeine Grundlagen

Das Prinzip beruht auf der Wechselwirkung der zu trennenden Komponenten zwischen zwei
nicht mischbaren Phasen. Dabei befindet sich die analytische Probe in einer mobilen Phase
(z.B. Flüssigkeit, Gas oder superkritsches CO2 ), welche sich über eine stationäre Phase
bewegt. Bei der Bewegung über diese Phase kommt es zu Wechselwirkungen mit (den
aktiven Zentren) an der Oberfläche, wobei das Analysengemisch in seine einzelnen
Komponenten zerlegt wird. Anschließend werden die Komponenten entsprechend detektiert.
Die Chromatographie kann man nach der Art des stationären / mobilen Phasensystem
unterteilen (Tab. 1).

Tab.1 Klassifizierung der Säulenchromatographie

stationäre mobile Phase


Phase
gasförmig fluid flüssig
fest GSC SFC LSC
Gas-Solid-Chromatography Supercritical- Liquid-Solid-Chromatography
Fluid-
Chromatography
Gaschromatographie von Dünnschichtchromatographie,
Gasen Papierchromatographie,
Hochleistungsflüssigkeits-
chromatographie (HPLC),
Ionenchromatographie (IC)
flüssig GLC LLC
Gas-Liquid-Chromatography Liquid- Liquid-Chromatography
(Dünnfilmkapillare)
Gaschromatographie von Hochleistungsflüssigkeits-
organischer Verbindungen chromatographie (HPLC)

Eine andere Unterteilung der Chromatographie erfolgt z.B. nach der Art der
Chromatogrammentwicklung: innere und äußere Chromatographie. Bei den inneren
Chromatogrammen erfolgt die Detektion der einzelnen Peaks bereits innerhalb des
Trennbettes, wie bei der Papierchromatographie und der Dünnschichtchromatographie.

35
Bei den äußeren Chromatogrammen ist logischerweise die Detektion der Peaks außerhalb des
Trennbettes (GC, LC (IC, HPLC)). Hier handelt es sich vorrangig um die Säulenchromato-
graphie.
Als vorherrschende Arbeitsweise wird bei der Säulenchromatographie die Elutionstechnik
eingesetzt. Die mobile Phase (Eluent bzw. Trägergas mit dem Analytgemisch) wird an den
Anfang der Trennsäule aufgegeben und durchströmt diese mit Hilfe von höheren Drücken.
Dabei treten Wechselwirkungen zwischen dem Analyten und den aktiven Zentren der
stationären Phase auf. Als physikalisch-chemische Prozesse wirken dabei die Verteilung des
Analyten zwischen zwei Fluiden, die Adsorption und der Ionenaustausch. Da bei den
einzelnen Komponenten des Analyten unterschiedlich starke Kräfte auftreten, können sie
getrennt werden. Durch ständiges Nachführen der mobilen Phase erfolgt die Wanderung der
einzelnen Komponenten bis zur Detektion (Abb.).

Abb.: Trennung eines Zweistoffsystems mittels Elutionschromatographie

Ideal ist die Trennung der Komponenten in einzelne separate Peaks (Basislinientrennung) mit
GAUß´form. Um dies zu erreichen, können insbesondere das System stationäre / mobile
Phase sowie Strömungsgeschwindigkeit und Temperatur der mobilen Phase verändert
werden. Zu beachten ist dabei aber, daß mit steigender Zeitdauer von der Probeaufgabe bis
zur Detektion (Retentionszeit) infolge von Diffusionsprozessen zwangsläufig eine
Peakverbreiterung eintritt.

Bei konstanten Analysenbedingungen ist die Retentionszeit konstant und charakteristisch für
eine bestimmte Komponente (qualitativer Nachweis). Zur quantitativen Bestimmung dient in
der Regel die Peakfläche, d. h. die Fläche zwischen GAUß - Kurve und Basislinie; selten die
Peakhöhe.

5.2.2 HPLC

Methodik

Das Kürzel HPLC steht für High Performance Liquid Chromatographie. Sie ist eine wichtige
Methode für Nachweis und Bestimmung organischer Substanzen.

Bei der HPLC erfolgt die Trennung in einer Säule mit Hilfe einer flüssigen mobilen Phase auf
der Basis folgender 4 Prinzipien:
- Adsorption (Flüssig - Fest - Chromatographie)
36
- Verteilung (Flüssig - Flüssig - Chromatographie)
- Ionenaustausch (Flüssig - Fest - Chr.; Ionentrennung)
- Ausschluß (Trennung nach der Molekülgröße auf Basis des Molekularsiebeffektes).

Die Adsorptionschromatographie ist das älteste chromatographische Verfahren (TSWETT).


Als stationäre Phase dienen polare Substanzen (Kieselgel, Aluminiumoxid). Die mobile
Phase ist ein (weniger polares) organisches Lösungsmittel. Das Verfahren wird zur Trennung
insbesondere von unpolaren Verbindungen (u. a. von Aliphaten) verwendet.

Die Verteilungschromatographie ist das gegenwärtig am häufigsten eingesetzte Verfahren.


Als stationäre Phase dienen auf einem Träger immobilisierte Flüssigkeiten.; als mobile Phase
organische Lösungsmittel.
Für die Verteilung der (mehr oder weniger) polaren Analyten zwischen stationärer und
mobiler Phase ist die Polarität dieser Phasen ein entscheidendes Kriterium. Sie ist ein
wichtiges Mittel, Verfahren so zu entwickeln, daß Analytgemische getrennt werden können.
Ist die stationäre Phase polarer als die mobile, spricht man von
Normalphasenchromatographie, anderenfalls von Umkehrphasen- (Reversed-Phase-)
Chromatographie.

Komponenten

Die HPLC wird insbesondere für folgende organische Substanzen eingesetzt:

- (L)HKW : (Leichtflüchtige) Halogenierte KohlenWasserstoffe


- BETX : Benzen, Ethylbenzen, Toluen, Xylen
- PAK : Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (vgl. Abschnitt 4.1.3)
- PSM : PflanzenSchutzMittel

Im Hydrochemischen Praktikum wird derzeit kein entsprechender Versuch angeboten, so daß


auf eine Besprechung dieser Substanzgruppen verzichtet wird.
Weiteres zur Methodik der HPLC findet sich im folgenden Abschnitt
„Ionenchromatographie“.

5.2.3 Ionenchromatographie

Methodik

Ionenaustausch

Die exakte Bezeichnung für unsere Ionenchromatographie ist die Hochleistungsionen-


austauschchromatographie. Damit ist die bestimmende Wechselwirkung - der Ionenaustausch
genannt.
Ionenaustauscher sind faden- oder netzförmig aufgebaute Makromoleküle mit aktiven
austauschfähigen Gruppen. Die Matrix besteht zum überwiegenden Teil aus einem Styrol-
Divinylbenzol-Copolymerisat. (Der Vernetzungsgrad ist vom Divinylbenzolanteil abhängig.)
Die Austauschfähigkeit hängt von den zusätzlich eingebauten polaren Ankergruppen ab, die
entweder kationisch oder anionisch geladen sind. (Abb. 2)
Solche Ankergruppen sind z.B.
Kationenaustauscher: -SO3- (Sulfonatgruppe), (-COOH, -OH, -PO(OH)2)

37
Anionenaustauscher: -N+(R)3 (quartäre Ammoniumgruppe), (-N+(CH3)3)

Abb.2 Kationenaustauscher mit Sulfonatgruppen

Beim Kationenaustausch z.B. entsteht ein Gleichgewicht zwischen den Protonen der
Ankergrupe und den Kationen des Analyten (z.B. Na+). Dabei wird in der
Ionenchromatographie das Kation kurzzeitig gebunden und durch den Eluentenfluß wieder
von dieser Position an der Ankergruppe verdrängt.

R-SO3H+ + Na+ > H+ + R-SO3Na+ (1)

am Austauscher freies freies am Austauscher


gebundenes Ion Ion Ion gebundenes Ion

Das Gleichgewicht wird durch die Gleichgewichtskonstante K bestimmt:

Für die Trennung von mehreren Ionen ist der Trennfaktor des Austauschharzes von
Bedeutung. (z.B. zwischen Na und K)

[R − SO 3 Na ]
D [Na + ]
TNa ,K = Na =
DK [R − SO 3 K ]
[K + ]
mit D = Verteilungsverhältnis eines Ions zwischen dem Austauscher und der
Lösungsphase.

Zuerst werden die einwertigen und dann die mehrwertigen Ionen ausgetauscht, z.B. Na+, Ca2+,
Al3+. Innerhalb der Wertigkeit hängt der Trennfaktor beim Kationenaustausch von den Radien
der hydratisierten Ionen (Li+, Na+, K+, Rb+, Cs+), bzw. beim Anionenaustausch von der
Polarität der Ionen (F-, Cl-, Br-, J-) ab.

38
Aufbau eines Ionenchromatographen

Die wesentlichen Bestandteile des Ionenchromatographen sind:


Pumpe für den Eluentenfluß, Injektorventil mit der Probenschleife, Trennsäule, Detektor und
Auswerteeinheit (Abb. )
Als Optionen können noch eine Vorsäule (zur Abtrennung kleinster Schmutzpartikel), eine
Supressorsäule und eventuell zwei Detektoren vorhanden sein.

Injektionsspritze

Injektorventil

Pumpe Vorsäule Trennsäule

Suppressorsäule
Eluent

LF-Det.
Auswertesystem

UV-Det.

Abb.: Prinzipeller Aufbau eines Ionenchromatographen

Pumpe

Zur Erzeugung eines gleichmäßigen Eluentenflußes werden vorrangig Zweikolbenpumpen


eingesetzt. Sie erzeugen Drücke bis 80 bar. Damit keine Verunreinigungen in den
Eluentenfluß gelangen, müssen die Pumpenwerkstoffe (Gehäuse, Verbindungen) aus hoch
resistenten Materialien wie Edelstahl, Titan, Keramik oder Saphir bestehen. Die Kolben sind
aus Saphir; die einseitig wirkenden Ein- und Auslaßventile sind aus Rubin. Um die Pulsation
des Eluentenflußes zu verringern, kann neben der Bewegung der zwei Kolben auch das
Pumpengehäuse mit bewegt werden. Dadurch wird der Totpunkt der Kolbenbewegung nicht
mehr so scharf begrenzt und die Pulsation wird gedämpft.
Besonders wichtig ist, daß die Pumpe immer einen konstanten Eluentenfluß erzeugt. Die
Retentionszeiten und die Peakflächen der zu analysierenden Ionen hängen wesentlich von der
Konstanz der Flußrate ab (Kalibration einer Serie).

Injektorventil

Die Zugabe der Analysenprobe in den konstanten Eluentenfluß erfolgt über ein Sixportventil
(Abbildungen), wobei zwei Ausgänge über eine Probenschleife miteinander verbunden sind.

39
Abb. Prinzipschema des Sixportventils

Abb.: Handbetriebens Injektionsventils (Aufsicht und Querschnitt)


( 1. Gehäuse, 2. Rotor, 3. Tellerfeder, 4. Anlaufscheibe, 5. Axial-Nadellager, 6. Hebel, 7.
Reed-Kontakt, 8. Magnet, 9. Rotordichtung, 10. Port, 11. Verschraubung, 12. Kanal in der
Rotordichtung )

sind. Während der Eluent ständig über die Trennsäule fließt, wird mit einer Injektionsspritze
der Analyt in die Probenschleife gefüllt (Stellung „Load“). (Die überflüssige Menge verläßt
das Gerät über einen Ablauf.) Durch Umschaltung des Ventils in die Stellung „Injection“

40
fließt der Eluent über die Probenschleife in die Trennsäule und nimmt die dort befindliche
Analysenprobe mit.(Abb. )

Eluent

Probe
Probenschleife

Analysenprobe:
Eluent
Ablauf Eluent-Analysen-
probengemisch:
Trennsäule

Abb.: Wirkungsweise des Injektorventils

Die Injektionsvolumina liegen zwischen 10 µl bis 100 µl. Unsere IC-Geräte haben eine
Probenschleife mit 20 µl Volumen.

Trennsäule / Eluent

Kernstück des chromatographischen Trennprozeßes ist die Trennsäule.


Sie besteht entweder aus Edelstahl oder Kunststoff, in der sich die Säulenfüllung befindet.
Diese besteht aus meist hoch porösen kugelförmigen Ionenaustauscherharzen, die chemisch
und mechanisch sehr stabil sein müssen. Die kugelförmigen Teilchen haben einen
Durchmesser von 10 µm oder 5 µm. Die Verteilung der Teilchengrößen muß dabei sehr klein
sein, um eine hohe Trennleistung zu erzielen.
Von den Größen der Trennsäulen haben sich in der analytischen Praxis zwei Abmessungen
durchgesetzt: 4 mm ID (10 µm Porengröße) und 3 mm ID (5 µm Porengröße). Diese
Säulengrößen werden als Narrowbore-Säulen bezeichnet. Noch kleinere Säulendurchmesser
(ca. 0.2 mm ID – sogenannte Microbore-Säulen) setzten sich in der Flüssigkeitschromato-
graphie bisher noch nicht durch.
Abgedichtet wird die Säule an den Säulenenden mit feinporige Fritten und mit speziellen
Fittingadaptern, die Verbindungen zu anderen Geräteteilen ermöglichen. Totvolumen darf die
Säule nicht besitzen.
Das Prinzip des Ionenaustausch ist oben beschrieben (siehe Gl. (1)).

Nach der Trennung des Analyten muß dieser detektiert werden. Als universeller Detektor
wird der Leitfähigkeitsdetektor angewendet. Das Prinzip ist dabei, daß Ionen in wäßrigen
Lösungen entsprechend ihrer Konzentration eine proportionale Leitfähigkeit besitzen
(Konduktometrie). Diese Leitfähigkeitsveränderung muß sich dabei deutlich von der
Grundleitfähigkeit (Eluentenleitfähigkeit) unterscheiden (Verbesserung des Signal/Rausch-
Verhältnis).

Um dieses zu erreichen, existieren zwei Möglichkeiten:


1. Grundleitfähigkeit ist sehr gering.
2. Eine hohe Grundleitfähigkeit muß chemisch unterdrückt werden.

41
Zu 1. Der Eluent besteht aus schwachen organischen Säuren (z.B. Phthalsäure), die man mit
einem organischen Puffer (z.B. Tris-(hydroxymethyl)-aminomethan) auf einen
bestimmten pH-Wert einstellt. Die verbleibende Leitfähigkeit wird elektronisch
unterdrückt. Bei dieser Methode ist nur eine Säule erforderlich.

Zu 2. Nach der Trennsäule wird eine zweite Säule, die sogenante Suppressorsäule
nachgeschaltet. In ihr befindet sich bei der Anionenchromatographie ein
Kationenaustauscher in der sauren Form (H+). Als Eluent verwendet man ein
Lösungsgemisch aus Na2CO3/NaHCO3 verwendet.

Nachdem in der Trennsäule (Anionenaustauscher) die Analysenprobe in die einzelnen


Anionen trennte, reagiert der Eluent in der Suppressorsäule mit dem Austauscherharz
gemäß den Gleichungen (2) und (3). Dabei entsteht undissozierte Kohlensäure, die kaum
eine Eigenleitfähigkeit besitzt.

Na+ + HCO3- + R-SO3H+ > R-SO3Na+ + H2CO3 (2)

2 Na+ + CO32- + 2 R-SO3H+ > 2 R-SO3Na+ + H2CO3 (3)

Suppressorsäulen sind durch die hohe Eluentkonzentration schnell verbraucht und müssen mit
Säure regeneriert werden.
Bei der Kationenchromatographie ist eine Arbeitsweise mit der Suppressorsäule ebenfalls
denkbar; wird aber bei unseren Chromatographieverfahren nicht angewendet.
Wir verwenden ein Gemisch aus organischen Säuren (Weinsäure und Dipicolinsäure).

Detektor

Der Leitfähigkeitsdetektor ist der am häufigsten verwendete, wobei er sowohl in der


Einsäulentechnik als auch bei der Suppressionstechnik eingesetzt wird (siehe oben). Da die
elektrische Leitfähigkeit von der Temperatur abhängig ist, muß der Detektor thermostatiert
werden. (Einige Gerätehersteller verbinden dieses gleich mit der Trennsäule.)
Eine andere Detektionsart ist die indirekte UV-Detektion. Hierbei verwendet man einen
Eluent, der eine hohe UV-Adsorption aufweist (zum Beispiel Phthalsäure/TRIS). Gelangen
Ionen (z.B. F-, Cl-, NO3-, SO42- u.a.) in die UV Zelle, verringert sich die UV-Adsorption und
man registriert einen negativen Peak. Diese indirekte UV-Detektion ist bei unserem Merck-
Hitachi-Gerätesystem D 6000 realisiert.

Chromatogrammauswertung

Die Ionenchromatographie ist ein eichbedürftige Analysenverfahren, das heißt es müssen vor
den Analysenproben Kalibrierproben chromatographiert werden. Die quantitative und
qualitative Zusammensetzung der Kalibrierproben müssen genau bekannt sein.
Für die qualitative Analyse ist die Retentionszeit (Zeitintervall von dem Injektionsstart bis
zum Peakmaximum) wichtig. Jedes Ion hat ein ganz bestimmte Retentionszeit. Sie ist von
einigen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel der Zusammensetzung des Ionenaustauschers in
der Trennsäule, der Suppressorsäule und dem Eluenten, der Flußrate und dem pH-Wert des
Eluenten.
Bei der quantitativen Analyse wird als Meßgröße die Peakhöhe oder besser die Peakfläche
über der Basislinie des Chromatogramms ausgewertet.
Für eine „saubere“ Analyse ist es notwendig, daß die einzelnen Peaks „basisliniengetrennt“

42
sind. Ist das nicht der Fall, zum Beispiel bei zu hohen Konzentrationen von zwei
Komponenten des Analysengemisches (Br-, NO3-), so kann man das Lot beim Minimum der
beiden Peakflächen fällen. Bei der Cl-/NO2--Analyse befindet sich der NO2--Peak (kleine
Konzentration) an der Schulter des Cl--Peaks (hohe Konzentration). In diesem Fall erlaubt die
Software (Eppendorf) eine Korrektur des Cl--Peaks mittels der „exponentiellen Anpassung“
an die Peakfläche.
Bei der Kalibrierung werden die basislinienkorrigierten Peakflächen zur Konzentration des
Analyten in ein lineares Verhältnis gesetzt (unter Umständen lineare Regression). Mit Hilfe
der berechneten Koeffizienten lassen sich von den unbekannten Proben die Konzentration
berechnen.

Literatur

Weiterführende Literaturstellen sind z.B.:

OTTO, M.: Analytische Chemie, VCH Verlagsgesellschaft mbH. Weinheim, 1995, Kapitel 5
Chromatographie, S. 413 - 513
ACED,G.und MÖCKEL,H.JU.: Liquidchromatographie:; Apparative, theoretische und me-
thodische Grundlagen der HPLC, VCH Verlagsgesellsch. mbH. Weinheim, 1991, S. 95 ff
WEIß, J.: Ionenchromatographie, 2. erweiterte Auflage, VCH Verlagsgesellschaft mbH.
Weinheim 1991, Kap. 3 Ionenaustausch-Chromatographie (HPLC), S. 25 - 214

5.2.4 Gaschromatographie

Prinzip

Zur Identifizierung von organischen Verbindungen wird als Analysenverfahren häufig die
Gaschromatographie eingesetzt. Bei diesem Analysenverfahren erfolgt die Trennung durch
die sich ständig wiederholende Verteilung oder Adsorption der Probensubstanzen zwischen
einer gasförmig bewegten Phase und einer stationären Phase. Die Kombination aus einer
bestimmten stationären Phase und einer bestimmten mobilen Phase wird als ein Phasensystem
bezeichnet.
Als mobile Phase dient ein Trägergas, in das die Analyten injiziert werden. Die Analyten
können
- selbst Gase oder Gasgemische oder
- leicht verdampfbare, sich nicht zersetzende Flüssigkeiten sein.
Als stationäre Phase wird entweder
- ein Feststoff (Trennprinzip: Adsorption) oder
- eine Flüssigkeit in Form einer dünnen Schicht oder eines dünnen Filmes
(Trennprinzip: Verteilung) eingesetzt. (Einteilung siehe 4.2.1.)
Das heute übliche Analysenverfahren ist die Gas-Liquid-Chromatography (kurz
Gaschromatographie), deren Trennprinzip die Verteilung ist. Da das Trägergas mit den
Analyten keine Wechselwirkungen eingeht, ist die Zusammensetzung der stationären Phase
von entscheidenen Einfluß auf die chromatographische Trennung. (siehe Trennsäulen)
Die mobile Phase strömt kontinuierlich über die stationäre Phase hinweg. Die
Probesubstanzen werden durch die mobile Phase bewegt und verteilen sich dabei zwischen
den beiden Phasen. Substanzen, die eine hohe Affinität zu den aktiven Zentren der stationären

43
Phase besitzen, bewegen sich langsamer, als jene, mit einer geringen Affinität. Bei einer
genügend langen Trennsäule werden die Probesubstanzen mit zunehmender Verzögerung
ausgetragen. Es erfolgt eine zeitliche Trennung der organischen Verbindungen.

Beim Durchgang durch die Trennsäule erfolgt zusätzlich durch das Trägergas eine
Verdünnung der Probesubstanzen durch Diffusion. Das heißt, daß aus einem Probenimpuls
werden die Substanzen mit einer geringen Verweilzeit als hohe schmale Peaks und die
Substanzen mit einer hohen Verweilzeit als breite flache Peaks registriert.

Chromatograpische Kenngrößen

Der Verteilungsprozeß wird durch den stoffspezifischen Verteilungskoeffizient K


charakterisiert.
Konzentration des Analyten in der stationären Phase
K =
Konzentration des Analyten in der mobilen Phase

Die graphische Darstellung der Elution der organischen Verbindungen von der Trennsäule
wird als Chromatogramm bezeichnet. Die einzelnen Kenngrößen sind der Abbildung zu
entnehmen.

Abb.: Kenngrößen eines Chromatogramms

Totzeit (tm) Zeit, die die mobile Phase von der Probenaufgabe
bis zum Detektor benötigt
lineare Trägergasgeschwindigkeit (u) Geschwindigkeit des Lösemittels in der Säule
u = L / tm L = Länge der Trennsäule
Retentionszeit (tr) oder
Bruttoretentionszeit (tm+s) Zeit von der Probenaufgabe bis zur Elution des
Peakmaximums der Probensubstanz (Zeit der
Probesubstanz in der Trennsäule)
Nettoretentionszeit (ts) Zeit, die die Probesubstanz in der stationären
Phase verbringt
ts = tm+s - tm
Retentionsvolumen (VR) Flußmenge F (mL/min) der mobilen Phase bis
zum Erreichen des Peakmaximums

44
VR = tm+s * F
Peakhöhe (Ph) Abstand von der Basislinie bis zum
Peakmaximum
Peakfläche (PF) numerische Integrationsfläche unter dem
Elutionspeak
Peaksymmetrie (PS) Verhältnis der beiden Abstände des
Elutionsprofils vom Lot des Peakmaximums
PS = b / a
PS = 1 symmetrischer Peak
PS > 1 „Tailing“ Peakfront steiler als
Rückseite des Peaks
PS < 1 „Fronting“ Peakfront flacher
PS sollte den Wert von 2,5 nicht überschreiten, da
sonst der Übergang vom Peaktailing zur
Basislinie nicht gut erkennbar ist.
Die Retentionszeit einer Stoffkomponete ist bei konstanten chromatographischen
Bedingungen immer gleich. (Qualitativer Nachweis)
Die Peakhöhe bzw. Peakfläche ist proportional der eingespritzten Stoffmenge. Bei einer
entsprechenden Kalibrierung ist damit die Konzentration einer unbekannten Lösung
bestimmbar. (Quantitative Bestimmung)
Die Retentionszeit ist von der Fließgeschwindigkeit der mobilen Phase und der Länge der
Trennsäule abhängig. Um einen Vergleich gegenüber anderen Bedingungen (z. B. Labors) zu
haben, wurde der Kapazitätsfaktor k´eingeführt.

Es stellt das Molverhältnis einer Komponente in der stationären und mobilen Phase dar.
Durch Einführen des Verteilungskoeffizienten K ist k´direkt proportional dem Volumen (d.h.
der spezifischen Oberfläche (m2/g) ) der stationären Phase.

Vs
k′ = K *
Vm

Vs = Volumen der stationären Phase


Vm = Volumen der mobilen Phase
Als Maß für die Trennung von Stoffgemischen in die einzelnen Substanzen ist die relative
Retention (oder Selektivität) α eingeführt wurden.

k ′2 K 2
α= =
k 1′ K 1
( mit k2´ > k1´ )

Ist α = 1 erfolgt keine chromatographische Trennung. Durch Veränderung der stationären


Phase von der Trennsäule läßt sich die Selektivität gut beieinflussen.
Zwei weitere wichtige Kenngrößen sind die Trennschärfe und das Auflösungsvermögen von
zwei benachbarten Peaks. Hierbei kann man die chromatographische Säule (ähnlich wie eine
Fraktionierkolonne) in „theoretische Böden“ unterteilen. Unter einem „theoretischen Boden“
versteht man einen Säulenabschnitt, in dem sich ein vollständiges Gleichgewicht zwischen
den beiden Phasen einstellt. Die Länge des Säulenabschnittes wird HETP (height equivalent

45
to a theoretical plate) bezeichnet und errechnet sich aus der Säulenlänge L (mm) und der
Anzahl der vorhandenen theoretischen Böden (N). (Abbildung)

HETP = L / N (mm)

Abb.: Schematische Darstellung der Trennböden einer Chromatographiesäule

Die Trennstufenzahl (Bodenzahl) N wird aus dem Peakprofil berechnet. Dazu wird neben der
Retentionszeit die Basisbreite bzw. die Halbwertsbreite der Wendetangenten des Peaks (siehe
Abbildung) benötigt.

symmetrischer Peak asymmetrischer Peak

2 2
t   t 
N = 16 *  r  N = 8 * ln 2 *  r 
W  WHWB 

W = Peak-Basisbreite WHWB = Peak-Halbwertsbreite

Je größer die Bodenzahl ist, um so effektiver trennt die chromatographische Säule. Zwei
benachbarte Peaks werden also dann gut getrennt, wenn die Differenz der Retentionszeiten
möglichst groß und die Peakbreiten klein sind.
Retentionsdifferenz
Auflösung (R) ≈
Peakbreite
tr 2 − tr 1 tr 2 − tr 1
R = 2* R = 1198
, *
W1 + W2 WHWB 1 − WHWB 2

46
Abb.: Darstellung der unterschiedlichen Peakauflösung

Die Abbildung zeigt die Auflösung von benachbarten Peaks bei unterschiedlichen
Peakhöhenverhältnissen und Auflösungsvermögen. Bei R = 1,25 sind die Peaks
basisliniengetrennt, während bei R = 1,0 noch eine Überlappung der Peaks vorhanden ist. Oft
können solche Peaks über eine entsprechende Software mathematisch entfaltet werden und
der Konzentrationsfehler gering gehalten werdcn.
Aus den oben Gesagten läßt sich die chromatographische Grundgleichung für die
Elutionsverfahren ableiten.
1 k′
R = * (α − 1) * * N
4 1 + k′
I. II. III.

I. Selektivitätsterm:
Durch Vergrößerung der Verteilungskoeffizienten wird eine starke Verbesserung der
Auflösung erreicht.
(Polarität der stationären Phase; negativer Temperatureinfluß auf die Selektivität der
Säule)

Tab.: Zusammenhang zwischen relativer Retention und


notwendiger Bodenzahl bei gegebener Auflösung

Rel. Retention Anzahl der Böden


α bei R = 1,0 bei R = 1,5
1,005 650 000 1 450 000
1,01 163 000 367 000
1,05 7 100 16 000
1,10 3 700 8 400
1,25 400 900
1,50 140 320
2,0 65 145

II. Verzögerungsterm:
Die Auflösung ist direkt proportional dem Verhältnis aus Verweildauer der
Probesubstanz in der stationären Phase und Gesamtzeit
(Vergrößerung der Zeit durch größere Filmdicke)
III. Dispersionsterm:

47
Die Auflösung steigt nur mit der Wurzel der Bodenzahl N der Trennsäule.
(Verdoppelung der Säulenlänge = 1,4-fache Verbesserung der Auflösung
Da in der Kapillargaschromatographie lange Trennsäulen mit hohen Bodenzahlen verwendet
werden, ist eine Veränderung der stationären Phase oft nicht notwendig. Allerdings wurden in
den letzten Jahren wurden neben den universell einsetzbaren Säulen auch Spezialsäulen für
besondere Einsatzfälle (z.B. Pflanzenschutzmittel, Dioxine, Duftstoffe u.a.) entwickelt.

Aufbau einer gaschromatographischen Apparatur

Die wesentlichen Teile einer GC-Apparatur sind: (Abbildung)


- Gasversorgung mit Regelsystem
- Probenaufgabesystem
- Säulenofen und Trennsäule
- Detektor
- Auswertesystem

Abb.: Aufbau einer GC – Anlage (Prinzip)

Gasversorgung mit Regelsystem

In der Gaschromatographie verwendet man als Trägergas vorrangig Stickstoff, Helium, Luft
oder Argon. Diese Gase stehen als Druckgasflaschen in hoher Reinheit zur Verfügung.
Druckregler oder Flußregler im oder neben dem Gerät sorgen für einen konstanten Fluß der
mobilen Phase. Für spezielle Detektoren werden noch Hilfs- und Brenngase (Ar/CH4, H2)
benötigt.

Probenaufgabesystem

Dieser Komplex dient zur Einführung der Analysenprobe in die mobile Phase.
- Gase werden über eine besondere Ventilschaltung dem Trägergas zugeführt.
Gasförmige Proben und sehr leichtflüchtige organische Verbindungen (VOC, LHKW,
FCKW u.a.) kann man auch auf einem speziellen Adsorbermaterial (z.B. Tenax)
adsorbieren und in einer Desorptionskammer durch Wärme wieder freisetzen.
- Flüssige Proben (leicht verdampfbar, durch Wärme nicht zersetzbar) werden über eine
Mikroliterspritze in den Injektor gegeben. Dort wird die Probe verdampft. Der Injektor
ist durch ein Septum von der Umgebungsluft abgeschlossen. Meistens sind die Proben
in einem geeigneten Lösungsmittel aufgenommen, deren Verdampfungstemperatur
unterhalb des ersten Analyten liegen sollte.

48
- Feste Proben müssen vorher in einem Lösungsmittel vollständig gelöst werden.
Wichtig ist dabei, daß die Analysenprobe vollständig von der Trennsäule eluiert und
nicht auskristalisiert (Säulentemperatur!)

Die einzelnen Probeaufgabetechniken sind in der Tabelle dargestellt.

Verdampfung vor der Säule Verdampfung auf der Säule


Verdampfung bei Injektion Kaltinjektion
Direktaufgabe Splitaufgabe Kaltaufgabesystem Cool on-Column-Aufgabe
Splitlose Aufgabe Programmierte
Verdampfung (PTV)
Headspace
Purge and Trap
Spray and Trap

Bei der Dosierung von flüssigen Proben können verschiedene Fehler auftreten, die zu
- niedrige Peaks wegen unvollständiger Verdampfung der Probe
- teilweisen oder vollständigen Zersetzung der Probe im Injektor
- Peaktailings aufgrund von Adsorption der Probe an den aktiven Stellen im Injektor
- Diskriminierungseffekte bei Probenaufgabe mit Split (Verschleppung von Probe)
führen.

Um solche Störungen bei der Injektion zu vermeiden sind z.B. einige Regeln zu beachten:
- Injektortemperatur sollte etwa 50 – 100°C niedrieder als höchste Ofentemperatur sein
(vollständige Verdampfung, Verhinderung der Zersetzung)
- Innenraum des Injektors sollte aus einem inerten Material (Inlet-Liner aus Duranglas
oder Quarz) bestehen. Reinigung von unverbrannten Rückständen beseitigen.
- sehr schnelles Injizieren der Probe als Impuls
- hoher Trägergasfluß, Split/splitloser Injektor und „widebore“ Kapillare verhindern die
Diskriminierung der Probenaufgabe
- bei extrem leichtflüchtigen LHKW´s (Freone) werden die Analyten vor der Injektion
durch flüssigen Stickstoff kryofokussiert und somit vom Lösungsmittel getrennt.

Direktaufgabe

! Die Probe wird schlagartig in den beheizten Injektor injiziert und mit dem Trägergasstrom
(ca. 30 mL/min) auf die gepackte Säule oder widebore Kapillarsäule transportiert.
Verbesserung durch einen Kapillareinsatz (Injektionsvolumenverkleinerung,
Trägergasfluß ca. 10 mL/min)
! einfachste Probenaufgabe, leichte Handhabbarkeit, robust, große Injektionsvolumina, rel.
große Matrixunabhägigkeit
! geringe Nachweisempfindlichkeit, starke Belastung der Trennsäule mit Lösungsmittel

49
Splitaufgabe

! Injektorblock wird mit großer Trägergasstrommenge durchspült und dann in zwei Ströme
aufgeteilt. Die größere Menge wird nach außen abgeleitet (gesplitet), die kleinere Menge
gelangt mit der injizierten Probe auf die Trennsäule (Splitverhältnis 1:10 bis 1:200). Es
wird ein schnelles und vollständiges Austragens des Lösungsmittels aus dem Injektor
ereicht.
heute: meist Split/Splitlos Injektor
- In den Splitausgang ist ein Schaltventil eingebaut (zeitgesteuerte Öffnung und
Schließung)
- Gleichzeitige Spülung des Injektorseptums (Entfernen von freigesetzten Organikas aus
dem Septum)
! weitverbreitetste Aufgabetechnik
! aufwendige Konstruktion um reproduzierbare Meßergebnisse zuerhalten, keine hohe
Nachweisempfindlichkeit, Diskriminierung der Probenkomponenten nach ihrem
Siedeverhalten (höhersiedende Komponenten werden nicht quantitativ auf die Säule
überführt – abhängig von der Injektortemperatur, vom Lösungsmittel der Probe, von der
Einspritztechnik, von der Verdampfungsraumgeometrie)

Splitlose Aufgabe

! Vor der Injektion wird der Splitausgang und die Septumspülung geschlossen. Nach der
Injektion in den heißen Injektor gelangt der größte Teil der verdampften Probe durch den
Trägergasstrom in die kalte Trennsäule (ca. 1 min), wo die Dampfwolke wieder fokussiert
wird. Durch die temperaturprogrammierte Fahrweise der Trennsäule erfolgt die
50
chromatographische Trennung. Nach der Injektion werden die Ventile wieder geöffnet,
und der Injektorinnenraum und das Septum gespült.
! gleicher Aufbau wie oben, nur geringes Injektionsvolumen (< 2 µL), geeignet für
Kapillarsäulen oder „microbore“ Säulen, hohe Nachweisempfindlichkeit (Probe gelangt
vollständig auf die Säule)
! rel. lange Verweilzeit im heißen Injektor (Gefahr von Adsorption und Zersetzung)

Cool-On-Column-Probenaufgabe

! Injektion erfolgt direkt auf die kalte Säule. Die Probe breitet sich als Flüssigkeitsfilm auf
der Innenwand der Säule aus. Das Lösungsmittel wird mit dem Trägergas herausgespült.
Die Verdampfung der Probe erfolgt durch die anschließende programmierte Heizung der
Kapillarsäule.
! sehr geringe thermische Beanspruchung der Probe, keine Diskriminierung nach der
Flüchtigkeit der Probe, höchste Präzision bei quantitativen Bestimmungen mit inneren
Standard, Anschlußmöglichkeit einer Vorsäule zum Schutz der Trennsäule
! Überladung der Trennsäule leicht möglich, Gefahr des Lösen der stationären Phase der
Trennsäule durch das Lösungsmittel, Verschmutzungsgefahr der Säule durch
matrixbeladenen Proben und der Mikroliterspritzennadel

Temperaturprogrammierte Verdampfung

! Probelösung wird in den kalten Glaseinsatz des Injektor injizieren (Injektor ist auch
kühlbar mit kalter Luft bzw. flüssigen Stickstoff). Durch sehr schnelles Aufheizen
verdampft die Probe und wird mit dem Trägergasstrom auf die Säule überführt. Folgende
Varianten sind möglich:
- kalte Splitlose Injektion
- kalte Split Injektion
- kalte Split/Splitlose Injektion mit Ausblendung der Lösungsmittelmenge
! hohe Empfindlichkeit, schonende Verdampfung, sehr reproduzierbare Quantifizierung ,
Schutz der Säule vor Verunreinigung, Einsatz von verunreinigten Proben
! größerer Optimierungsaufwand

Säulenofen

Der Säulenofen dient zur Aufnahme der Trennsäule, des Injektors und der
Detektoranschlüsse. Wichtig ist dabei, daß eine schnelle und gleichmäßige Aufheizung
möglich ist. Der Temperaturgradient im Ofen muß sehr klein sein (Einsatz von Ventilatoren).
Durch Optimierung des Ofenvolumens und durch gute thermische Isolierung gegen die
Außentemperatur wird diese Forderung erfüllt.

Trennsäulen

Das Herzstück des Gaschromatographen ist die Trennsäule. Sie bestimmt die
chromatographische Auflösung der Proben. Drei verschieden Arten von Trennsäulen gibt es:

51
Abb.: Arten der Trennsäule

Gepackte Säule Dünnschichtsäule Dünnfilmsäule


„Support Coated Open Tubular“ „Wall Coated Open Tubular“
SCOT WCOT

Parameter gepackte Säule Dünnschichtsäule Dünnfilmsäule


Trägermaterial Kieselgur kleine poröse keine
(100 – 60 mesh) „Trägerschicht“
Trennflüssigkeit der langkettige Kohlenwasserstoffe, Polyethylenglycole,
stationären Phase derivatisierte Silicone
Länge m 0,5 – 5 10 – 50 10 - 60
Innen - Ø mm 2–4 0,5 0,1 – 0,75
Probenmenge ng 10 - 106 10 – 1 000 10 – 1 000
Teilchen - Ø mm 0,1 – 0,3
Filmdicke µm 0,1 – 1,5 0,1 – 1,5
Effizient 500 – 1 000 600 – 1 200 1 000 – 4 000
(Bodenzahl/Länge)
erforderlicher Druck hoch niedrig niedrig

In der modernen GC werden vorrangig Dünnfilmkaillare eingesetzt, welche die größte


Effizient (Trennschärfe) besitzen. Die Kapillaren bestehen aus hochreinem Quarz (fused-
silica) mit einer Polyimidummantelung (Biegsamkeit).
Je nach der chromatographischen Aufgabenstellung muß die Trennsäule nach verschiedenen
Kriterien ausgewählt werden. Dieses sind:
- die stationäre Phase
- die Länge der Trennsäule (L)
- der Innendurchmesser der Säule (ID)
- die Filmdicke der stationären Phase (df)
- der Einfluß des Trägergasflusses

stationäre Phase

Die stationäre Phase (Trennflüssigkeit) muß thermisch und chemisch stabil sein, sowie bei
hohen Temperaturen nur eine geringe Flüchtigkeit besitzen (Das Verflüchtigen wird als
„Bluten“ bezeichnet). Die Trennflüssigkeiten müssen selektiv auf einzelne Analyten
reagieren. Dabei gilt der Grundsatz „Gleiches löst sich in Gleichem“. Hierbei spielt die
Polarität der Verbindungen eine dominierende Rolle.
Unpolare Phasen der Trennflüssigkeiten ermöglichen eine Trennung von gesättigten und
halogenierten Kohlenwasserstoffen.
Stark polare Phasen (mit den funktionellen Gruppen -CN, -C=O, -OH) dienen zur Trennung
von Alkoholen, organischen Säuren und Aminen.
52
Analyten mit mittlerer Polarität (Ether, Ketone, Aldehyde) verlangen modifizierte
Trennphasen. Diese sind in der Umweltanalytik sehr häufig anzutreffen.
Die beiden folgenden Tabellen geben eine kleine Auswahl an Trennflüssigkeiten.

Stoffklasse der Vertreter Temperatur Polarität


Trennflüssigkeit [ °C ]
Kohlenwasserstoffe Apolan –87 50 – 300 unpolar
Squalan 20 - 150 unpolar
Polyglycole Polyethylenglycol (Carbowax) 50 – 225 polar
Ester Ethylenglycolsuccinat 100 – 200 stark polar
Diisodecyladipat 20 – 125 mittel polar
N-haltige Verbindungen 1,2,3-Tris-(2-cyanoethoxy)-propan 110 - 200 polar
(Cyano B)
Siloxane Methylsiloxan 20 – 300 unpolar
Phenylsiloxan mittel polar
Nitrilsiloxan stark polar

Von einigen Vertetern sind die chemischen Formeln angegeben:

C2H5
C18H37
C18H37
CH (CH2)4 C (CH2)4 CH HO CH2 CH2 O CH2 CH2 n
OH
C18H37 C18H37
C2H5

Apolan-87 Polyethylenglycol
(Verbindung 7, vgl. untere Tabelle)

CH2 O C H2 CH2 CN
O O
CH O CH2 CH2 CN
HO CH2 CH2 O C CH2 CH2 C O CH2 CH2 OH
n CH2 O C H2 C H2 CN

Polyethylenglycolsuccinat 1,2,3-Tris-(2-cyanoethoxy)-propan

Bei den Siloxanen werden sechs verschiedene Derivate eigestzt, wobei diese sich in der
prozentualen Zusammensetzung im Polymer und somit auch in der Polarität unterscheiden
(siehe Tabelle unten). Die Einsatzmöglichkeiten in der Umweltanalytik sind aufgeführt.

CH3
C8H17
O Si
O Si
CH3
n O Si
CH3
n

Dimethylpolysiloxan Diphenylpolysiloxan n-Octyl-methylpolysiloxan


(Verbindung 1) (Verbindung 2) (Verbindung 3)

53
prozentuale Zusammensetzung der gebundenen Phasen Polarität Einsatzmöglichkeiten Säulenbezeichnung
(Verb. Nr.) (Beispiele)
1 2 3 4 5 6 7
50 50 unpolar Trennung von Gasen SPB-Octyl
100 geringste Polarität aller Trennung nach Siedepkt. für Rtx–1, SPB-1
geb. Phasen Lösemittel, Raffenerieprod.
Pharmazeutika
95 5 sehr geringe Polarität Siedepunktstrennung speziell für Rtx-5, Rtx-2887, SPB-5,
aromatische KW, Umweltproben DB-5
80 20 gering polar flüchtige Verbindungen Rtx–20, SPB-20
65 35 mittelploar Pestizide, PCB, Amine Rtx–35, SPB-35, SPB-
608, DB-35
86 14 mittelpolar Pestizide, PCB, Alkohole, Rtx–1701, SPB-1701,
sauerstoffhaltige Substanzen DB-1701
100 selektiv für umweltrelevante Proben, Lösemittel, Rtx-200
Elektronenpaare Freone
50 50 mittelpolar Triglyceride, Phthalsäureester Rtx–50, SP-2250, DB17
35 65 mittelpolar freie Fettsäuren, Triglyceride, Terpene Rtx–65
94 6 mittelpolar Pestizide, PCB, Alkohole u.andere Rtx-1301
sauerstoffhaltige Verbindungen,
Drogen, flüchtige organische
Verbindungen
100 stark polar Fettsäuremethylester, Terpene, Säuren, Stabilwax, DB-Wax,
Amine, Lösemittel Supelcowax 10
10 90 sehr stark polar cis/trans-Isomerie Rtx-2330, SPB-2380
100 sehr stark polar Fettsäuremethylester Rtx-2340, SP-2340

54
CN C2H2-CF3 (CH2)3-CN
(CH2)3 Si
O Si O
O Si
CH3 (CH2)3-CN
n
n

Cyanopropylphenylpolysiloxan Trifluorpropylmethylpolysiloxan Biscyanopropylpolysiloxan


(Verbindung 4) (Verbindung 5) (Verbindung 6)

Länge der Trennsäulen

Längere Trennsäulen (bis 60 m) liefern ein bessere chromatographische Trennung als die
Kurzsäulen (3-5m), verlängern aber die Analysenzeit.

Innendurchmesser der Säulen

Nach den Innendurchmesser unterscheidet man drei Arten von Säulen:


- Microbore Kapillarsäulen (0,05 – 0,10 mm ID) (Totvolumen beim Einbau beachten)
- Narrow Kapillarsäulen (0,18 – 0,25 mm ) ID
- Standardkapillarsäulen (0,32 mm ID)
- Megabore oder widebore Säulen (0,53 mm ID)
Ein kleinerer Innendurchmesser (bei gleicher Filmdicke) erhöht die Auflösung aber verlängert
die Analysenzeit.

Filmdicke

Bei der Filmdicke gibt es ebenfalls drei Arten. In der Literatur wird oft das aussagekräftigere
Phasenverhältnis (β) dafür verwendet. Das Phasenverhältnis ist eine Beziehung aus dem
Verhältnis der mobilen Phase (Gasvolumen) zur stationären Phase (Volumen des Filmes an
der Säulenwand).
β ≈ ID / 4*df

Daraus ergibt sich folgende Einteilung:


- Dünnfilmkapillaresäulen (∼ 0,1 – 0,2 µm) Phasenverhältnis > 300
- Normale Kapillarsäulen (∼ 0,3 µm) Phasenverhältnis 150 - 300
- Dickfilmkapillarsäulen (∼ 0,5 – 1,0 µm) Phasenverhältnis < 150
Je größer das Phasenverhältnis ist, desto geringer werden die Substanzen in der Säule
zurückgehalten. Das bedeutet, daß die Dünnfilmkapillarsäulen gut für schwerflüchtige
Verbindungen geeignet sind. Für leichtflüchtige Substanzen werden die Dickfilmsäulen
verwendet (Verlängerung der Analysenzeit, höhere Elutionstemperatur).

Trägergaseinfluß

Die mobile Phase (Trägergas und dessen Fluß) besitzt ebenfalls einen Einfluß auf die
chromatographische Auflösung. Die VAN DEEMTER Gleichung zeigt den Zusammenhang
zwischen der linearen Flußgeschwindigkeit (u) und der Höhe der theoretischen Böden der
Säule (HETP).

55
B
HETP = A + + C*u
u
A = Term für Eddy Diffusion (konvekt. Durchmischung)
B = Term für Längsdiffusion
C = Term für Einstellung des Verteilungsgleichgewichtes

Abb.: VAN DEEMTER FUNKTIONSKURVEN

Aus der graphischen Darstellung der VAN DEEMTER-Kurven bei unterschiedlichen


Trägergasen (N2, He und H2) ist zu erkennen, daß die drei Kurven ein Minimum (Optimum)
aufweisen (Abb.). Hier ist die maximale Trennleistung möglich. Der nachfolgende Verlauf
der Kurven zeigt eine Verschlechterung der chromatographischen Trennung an, wobei beim
N2 ein schneller Anstieg und beim H2 der geringste Anstieg zu sehen ist. Aus diesem Grund
verwendet man häufig H2 als Trägergas in der GC mit einer hohen Strömungsgeschwindigkeit
(wenn nicht andere Gase vorgeschrieben sind).

Detektoren

Nach Verlassen der Trennsäule müssen die einzelnen Verbindungen mit Hilfe eines Detektors
angezeigt werden. Das Meßprinzip beruht auf der Veränderung von chemischen bzw.
physikalischen Meßgrößen in ein elektrisches Signal. Je nach der analytischen
Aufgabenstellung wurden verschiedene Detektoren für die Gaschromatographie entwickelt.
Die Wichtigsten sind in der nachfolgenden Tabelle enthalten.

56
Detektor Einteilung nach Verwendung Selektivität Linearer Nachweis-
Bezeichnung Kurzform Einsatz- Dektionsart Element / Arbeits- grenze
möglichk. Kohlenstoff bereich pg Subst.
Wärmeleitfähigkeits- WLD universell Konzentrat.- Bodenluft, Deponiegas, Biogas unspezifisch 104
detektor detektor
Flammenionisations- FID universell Konzentrat.- geeignet für C-C u. CH-Verbindg. unspezifisch 107 10
detektor detektor Kohlenwasserstoff, Lösemittel,
BTXE
Elektroneneinfang- ECD selektiv Massenfluß- mehrf. halog. org. Verb. 103 - 104 0,1 – 1
detektor detektor Freone, PSM, PCB, Dioxine, Phenole
nach Derivatisierung.
Stickstoff-Phosphor- NPD (PND) spezifisch Massenfluß- org. N- u.P- Verb. N-Mode: 104 104 1 –10
detektor detektor PSM, Sprengstoffe, Kampfstoffe, P-Mode: 105 0,5 - 5
Pharmazeutika, Nitrolotriessigsäure
Flammenphotometer- FPD spezifisch Massenfluß- org. P- u. S- Verb. P-Mode: 105 104 10
detekor detektor PSM S-Mode: 104 dyn.: 100
103
Photoinisiations- PID selektiv Konzentrat.- aromatische Verbindungen 1 – 10
detekor detektor LHKW, BTXE, PAK
Elektrolytischer ELCD selektiv Massenfluß- org. halog. / N- u. S- Verb. Halog.: 105 dyn.: 0,1 – 1
Leitfähigkeitsdetektor detektor LHKW, PCB, Amine N-Mode: 105 106 4
S-Mode: 104 104 2
Massenselektiver MSD SCAN universell Massenfluß- Universaldetektor 1 000
Detektor detektor LHKW, PCB, PSM, Furane, Dioxine
SIM EI selektiv selektiv einstellbar auf bestimmte 1 – 10
SIM CI selektiv Einzelmassen 0,1 – 1
Atomemissions- AED spezifisch Massenfluß- Elementspezifisch einstellbar auf: < 104 S : 10
detektor detektor C, H, N, O, S, P, Si, F, Cl, Br, I, Sn, N : 200
Hg Cl: 500
Infrarotspektrometer- IRD spezifisch Konzentrat.- Strukturaufklärung (selet. für funkt. 5 000
detektor detektor Gruppen), Kohlenwasserstoffe

57
Beschreibung wichtiger Detektoren

Wärmeleitfähigkeitsdetektor

Bei diesem Detektor wird die Wärmeleitfähigkeit des Trägergases He oder H2 an einem
Heizdraht gemessen. In Gegenwart von organischen Verbindungen nimmt die
Wärmeleitfähigkeit deutlich ab. (He und H2 sind für dieses Meßprinzip am besten geeignet;
ihre Wärmeleitfähigkeit ist etwa fünf bis zehnmal größer als bei anderen Trägergasen.) Es
erfolgt ein Spannungsabfall. Meß- und Vergleichstrom werden über eine Brückenschaltung
mit einander verglichen und der Differenzstrom angezeigt.

Flammenionisationsdetektor

Beim FID beruht das Detektionsprinzip auf der Veränderung der elektrischen Leitfähigkeit
einer Wasserstoffflamme bei Zuführung von organischen CH- und/oder C-C-Verbindungen.
An der Brennerdüse liegt ein negatives Potential an. Die gegenüberliegende ringförmige
Kollektorelektrode besitzt das positive Potential an. Die Potentialdifferenz beträgt 200 bis
300 V. (siehe Abbildungen)

Abb.: Prinzipschema vom FID Detektoraufbau vom FID

Die aus der Trennsäule kommende organische Substanz wird in der heißen
Wasserstoffflamme pyrolysiert und anschließend oxidiert (Luftzufuhr für die Flamme). Dabei
entstehen entsprechend der folgenden Reaktion positive Ionen und Elektronen.
CH • + O → CHO+ + e-
Der Ionenstrom, der proportional der Kohlenstoffkonzentration der organischen Verbindung
ist, wird von der Kollektorelektrode angezogen; es fließt ein geringer Strom (im pA-Bereich).
Der entstehende Spannungsabfall wird verstärkt und die elektrischen Signale aufgezeichnet.
Wichtig ist dabei, die Flußraten für Wasserstoff, Luft und Trägergas optimal einzustellen
(z.B. 20 – 50 mL H2/min, 300 – 500 mL Luft/min). Da die Wasserstoffflamme selbst nur
einen geringen Ionenstrom liefert, ist der Detektor für die Spurenanalytik gut geeignet. Sehr
empfindlich reagiert er auf alle CH- und C-C-Verbindungen. Unempfindlich ist er allerdings
gegenüber den nicht oxidierbaren Carbonyl-, Alkohol-, Halogen- und Aminogruppen sowie
den nicht brennbaren Gasen (z.B. H2O, CO2, NOx, SO2).

Stickstoff-Phosphor-Detektor

Der NPD (in der Literatur zum Teil als thermionischer Detekor (TID) bezeichnet) ist eine
Modifikation vom FID. Zwischen der Düse und der Kollektorelektrode ist zusätzlich auf
einem Pt-Draht eine Alkalischmelzperle (meist ein Rb-salz) installiert. Diese Perle wird

58
sowohl elektrisch, als auch durch die Flamme zur Rotglut erhitzt und damit zur
Elektronenemission angeregt. Beim NPD ist die Perle der Minuspol und die
Kollektorelektrode der Pluspol.

Abb.: Prinzipschema vom NPD Detektoraufbau vom NPD

Die aus den CH- oder C-C-Verbindungen entstehenden Elektronen können das Potential der
Perle nicht überwinden und fließen zur Masse ab. Die Alkalielektronen gelangen dagegen
ungehindert zur Kollektorelektrode.
Aufgrund unterschiedlichen elektrischen Schaltungen besteht die Möglichkeit, den Detektor
phosphorspezifisch oder stickstoffspezifisch zu machen (P-Mode, N-Mode).

Abb.: Schema des NPD P-Mode N-Mode

Aus phosphorhaltigen Organikas (z.B. Pflanzenschutzmittel, Kampfstoffe, Pharmaka) werden


zuerst Phosphoroxide mit fünf Elektronen (P=O, O=P=O) in der Flamme erzeugt. Durch
Anlagerung des Alkalielektrons erfolgt die Bildung von Anionen, die mit OH-Radikalen zu
HPO2, HPO3 oder H3PO4 oxidieren. Die entstehenden Elektronen ergeben den Signalstrom.
Bei den Stickstoffverbindungen (z.B. Pflanzenschutzmittel, Sprengstoffe, Pharmaka) erfolgt
unter den reduzierenden Bedingungen der Wasserstoffflamme die Umwandlung zum Cyan-
oder Cyanatradikal, die in der Alkalireaktion unter Freisetzung von Elektronen neutrale
Moleküle bilden (HCN; HCNO). Die Elektronen liefern das Detektorsignal.

Photoionisationsdetektor

Das Prinzip des PID beruht auf der Ionisation organischer Moleküle durch energiereiche UV-
Strahlung. In der Ionisationskammer sind zwei Elektroden installiert, durch die der durch
Ionen erzeugte Strom gemessen wird. In der Praxis werden zwei verschiedene UV-Lampen
verwendet, deren Emissionslinien Ionisierungsenergien von 10,2 bzw. 11,7 eV erzeugen.
Ionisiert werden nur die organischen Verbindungen, deren Ionisationspotential kleiner als
59
10,2 bzw 11,7 eV ist. Je größer die Potentialdifferenz ist, um so empfindlicher ist die
Detektion. In der Tabelle sind die Ionisationsenergien von ausgewählten Analyten angegeben.

Analyt Ionisierungs- Analyt Ionisierungs- Analyt Ionisierungs-


potential potential potential
[eV] [eV] [eV]
Helium 24,59 Ethin 10,52 Benzol 9,25
Methan 12,98 n-Hexan 10,18 Toluol 8,82
Ethan 11,65 Propen 9,73 o-Xylol 8,56
Ethen 11,41 Aceton 9,69 Phenol 8,50

Besonders gut lassen sich aromatische Verbindungen (BTXE) und ungesättigte Verbindungen
detektieren.
Als Trägergas wird Helium eingesetzt, da es keine UV-Absorption besitzt.

Elektroneneinfangdetektor

Der ECD (Electron Capture Detector) beruht auf der Anlagerungsmöglichkeit von langsamen
(sog. thermischen) Elektronen an elektronegativen organischen Gruppen.
Mit Hilfe von radioaktiven β-Strahlern (z.B. 63Ni) wird das Trägergas ionisiert. Die
Ionisierungswolke des Trägergases driftet im Detektionsraum zu der Anode und liefert den
Grundstrom.

Abb.: Aufbau eines ECD

Gelangen Probenmoleküle mit elektronegativer Teilstruktur (z.B. Halogene, Peroxide,


Nitrogruppen, Chinone) in den Detektionsraum , so bilden sich entsprechende Anionen. Die
Diffusion zur Elektrode verzögert sich, so daß die Anionen zum Teil mit dem Trägergas aus
der Dektionszelle gespült werden und damit eine Verringerung des Detektionsstromes
bewirkt.
Bei modernen EC-Detektoren verwendet man eine gepulste Spannung, die eine bestimmte
Anzahl von Elektronen sammelt und dann zur Elektrode abführt. Ziel ist dabei, die Frequenz
der Pulse so zu steuern, das ein konstanter Strom an den Elektroden anliegt. Je mehr
elektronegative Gruppen vorhanden sind, umso größer muß die Pulsfrequenz sein. Das
Detektorsignal ist von der Frequenz der Pulse abhängig.
Als Trägergas wird man das ionisierbare Gasgemisch Argon/Methan (90:10) verwendet.
Mit diesem Detektor lassen sich sehr gut halogenierte Kohlenwasserstoffe analysieren (z.B.
Freone, LHKW, organochlorierte PSM, PCB, Dioxine, chlorierte Benzofurane).

60
Massenselektiver Detektor

Der MSD ist ein sehr universeller Detektor, der in der Spurenanalytik von organischen als
auch anorganischen Substanzen eingesetzt wird. Die Besonderheit bei diesem Detektor ist,
daß das Chromatogramm eine dreidimensionale Aussage ermöglicht (Retentionszeit,
Signalhöhe/-fläche, Massenstruktur).
Bei der Massenspektrometrie entstehen aufgrund von Ionisationsprozessen (Elektronenstoß,
chemische Ionisation) Molekülionen und Molekülfragmente (Ionen und Radikale). Die
gebildeten Ionen werden entsprechend ihres Masse/Ladungsverhältnis (m/z) in einem
Analysator (elektromagnetisches Feld) aufgetrennt. Da die Bildung der Molekülfragmente
immer nach der gleichen Art (Sollbruchstellen) verläuft, spricht man vom Fingerprint der
Substanz.
Das Massenspektrometer besteht aus folgenden Hauptgruppen: (siehe Abildung)
Einlaßsystem, Ionenquelle, Analysator, Empfänger (Verstärker)

Abb.: Allgemeiner Aufbau eines Massenspektrometrischen Detekors

Damit eine Kollison der Ionen weitgehend vermieden wird, muß das gesamte System unter
Hochvakuum stehen (10-6 bis 10-8 Pa).

Einlaßsystem: Die Dampfwolke (Peak) aus der Trennsäule gelangt in einen Separator. Die
organischen Moleküle werden dabei vom Trägergasstrom getrennt (z.B.
Membranfaser) (Problem: leichter Überdruck in der Trennsäule – Hochvakuum
im Massenspektrometer)
Ionenquelle: Die organischen Moleküle werden mittels beschleunigten Elektronen (70 eV)
zu Molekülionen ionisiert (Elektronenstoßionisation)
Ionisation
A-B-C-D + e- → (A-B-C-D)•+ + 2 e-
Molekül Molekülion

Die Überschußenergie reicht für die nachfolgende Fragmentierungsreaktionen


aus. Es entstehen Radikalkationen bzw. Kationen, bis zum Schluß nur
Kationen vorliegen. (Nur Kationen können vom Analysator bestimmt werden.)
1. Fragmentierungsschritt
(A-B-C-D)•+ A + (B-C-D)•+
Neutral- Radikal-
molekül kation

A• + (B-C-D)+
Radikal Kation

61
Zur Fokussierung der entstandenen Ionenwolke ist ein elektromagnetisches
Linsensystem erforderlich.

Abb.: Linsensystem eines MS – Detektors (EI – Anregung)

Analysator: Als Analysator dient ein Quadrupol (bestehend aus vier elektrisch leitende
Glasstäben). Die gegenüberliegenden Pole haben die gleiche Ladung. Über der
Gleichspannung ist noch eine HF-Spannung geschaltet. Die fokussierten Ionen
werden in die Mitte des Quadrupol geleitet wo sie im elektromagnetischen Feld
entsprechend ihrer Resonanzmasse getrennt werden.

Der Quadrupol muß so elektronisch abgestimmt sein daß die Ionen auf stabilen
Flugbahnen den Empfänger erreichen. Ist die Ionenmasse zu groß bzw. zu
klein, trifft sie den Stab des Quadrupols.

stabile Flugbahnen im Quadrupol instabile Flugbahnen im Quadrupol


62
Massenspektrum: Es ist ein diskretes Linienspektrum, welches nach einer bestimmten
Zeit (nach ca. 1 s) am Empfänger aufgenommen wird. Zu jedem
Chromatogrammpeak existieren mehrere Massenspektren. Durch
Vergleich des erhaltenen Massenspektrums mit den in der MS-
bibliothek abgespeicherten Spektren ist eine Identifizierung möglich.
Überlagerte Chromatogrammpeaks mit nahezu gleicher Retentionszeit
lassen sich mit dem MSD eindeutig identifizieren.

Auswertesystem

Moderne GC-Anlagen werden durch Computer gesteuert bzw. geregelt. Das kann von der
Probeninjektion über Temperatur-, Trägergas- und Detektorsteuerung bis zur Ausgabe und
Auswertung der Chromatogramme erfolgen. In der „Guten Labor Praxis“ (GLP) ist die
Dokumentation aller Einzelschritte (auch Fehlermeldungen) verlangt. Allerdings ist ein
kritisches Bewerten der Analysenergebnisse durch den Analytiker weiterhin notwendig.

Literatur

OTTO, M.: Analytische Chemie, VCH Verlagsgesellschaft mbH.


Weinheim, 1995, Kapitel 3.5 Massenspektrometrie, S. 310 – 331
und Kapitel 5.1 – 5.2 Grundlagen der chromatographischer
Trennverfahren / Gaschromatographie S.413 – 451
HÜBSCHMANN, H.-J.: Handbuch der GC/MS: Grundlagen und Anwendung, VCH
Verlagsgesellschaft mbH. Weinheim , 1996, Kapitel 2.2
Gaschromatographie S. 67 – 129
WEBER, E. u. WEBER, R.: Buch der Umweltanalytik, Band 4 Methodik und Applikationen
in der Kapillargaschromatographie, GIT Verlag GmbH
Darmstadt, 1992, Teil A. Theoretischer Teil, S. 9 – 75
ETTRE, L. S.; HINSHAW, J. V.;
ROHRSCHNEIDER L.: Grundbegriffe und Gleichungen der Gaschromatographie
(Handbibliothek Chemie), Hüthig GmbH, Heidelberg 1996
OEHME, M.: Praktische Einführung in die GC/MS-Analytik mit Quadrupolen,
Grundlagen und Anwendungen (Handbibliothek Chemie),
Hüthig GmbH, Heidelberg 1996
HEIN, H.; KUNZE, W.: Umweltanalytik mit Spektrometrie und Chromatographie, Von
der Laborgestaltung bis zur Dateninterpretation, VCH
Verlagsgesellschaft mbH. Weinheim , 1995, 2. akt. u. erw. Aufl.
Kapitel 9.2.1 Gaschromatographie S. 215 – 243
SCHWEDT, G.: Taschenatlas der Analytik, Georg Thieme Verlag Stuttgart-New
York, 1992, Kapitel 8.6 Massenspektrometrie, S. 122 – 131

63
5.3. Elektrochemie

Elektrochemische Analysenmethoden haben ebenso wie Spektralanalyse und


Chromatographie eine große Bedeutung. Die Elektrochemie stellt die „3. Säule“ der
Wasseranalytik dar.
Ihre Bedeutung resultiert auch daraus, daß die apparative Ausrüstung vergleichsweise einfach
und sie damit für Vor – Ort – Messungen prädestiniert ist. Solche Vor – Ort – Messungen sind
dann erforderlich, wenn die Gefahr besteht, daß sich die Konzentrationen der zu
bestimmenden Parameter / Komponenten durch Probentransport und -lagerung verändern.
Im Zusammenhang mit diesem Praktikum betrifft dies folgende elektrochemisch zu bestim-
menden Parameter: pH – Wert, Redoxpotential, elektrische Leitfähigkeit und Gehalt an ge-
löstem Sauerstoff. Die Grundlagen zu diesen Bestimmungen sind im Abschnitt 4 dargestellt.

Eine ebenfalls elektrochemisch zu bestimmende Komponente ist das Fluorid.


Der Fluoridgehalt kann im Labor bestimmt werden, da zeitliche Veränderungen nicht zu be-
fürchten sind, wenn die Proben in Plasteflaschen gelagert werden.
Für die Bestimmung kommt neben der Ionenchromatographie die Messung mit der
ionenselektiven Elektrode (ISE) in Betracht. Da die ISE empfindlicher ist und Störungen
besser beherrschbar sind als bei der IC, wird sie zur Bestimmung der (relativ geringen)
Fluoridgehalte in den Proben eingesetzt.

Im folgenden wird eine kurze Einführung zum Arbeiten mit ISE und zu Besonderheiten der
Fluoridbestimmung gegeben. Ausführliche Darstellungen finden sich in einer umfangreichen
Spezialliteratur, z. B. [1, 2].

5.3.1 Allgemeines zu ionenselektiven Elektroden

Ionenselektive Elektroden sind elektrochemische Halbzellen, bei denen an der Phasengrenze


zwischen einem „elektrochemisch aktiven“ Elektrodenmaterial und der Meßlösung mit dem
zu bestimmenden Ion ein elektrisches Potential auftritt, das von der Konzentration (genauer
Aktivität) der Ionenart abhängt. Um eine meßbare Größe - die Spannung - zu erhalten, ist es
erforderlich, die ISE mit einer geeigneten Bezugselektrode zu kombinieren (vgl. S. 14). Deren
Potential muß unabhängig von der zu messenden Konzentration sein. Weiterhin wird ein
hochohmiges Millivoltmeter benötigt (Spannungsmessung !). Da die Ladungsauftrennung an
der Phasengrenze freiwillig und die Messung stromlos erfolgt, gehört das Arbeiten mit ISE zu
den potentiometrischen Analysenverfahren, deren bekanntestes die Bestimmung des pH –
Wertes ist. (Im Prinzip ist die pH – Elektrode eine H+ - ionenselektive Elektrode.)

Für die Abhängigkeit des Potentials einer ISE von der Aktivität des zu bestimmenden Ions
gilt die NERNSTsche Gleichung (vgl. S.13).

Da ISE nur auf die Aktivität nicht gebundener Ionen ansprechen, stellen sie im Prinzip eine
Methodik zur Speziesbestimmung dar. Das kann erwünscht sein. Ist jedoch eine Gesamtbe-
stimmung, d.h. eine Bestimmung aller Bindungsformen einer Komponente gefordert, ist
dieser Umstand ein Störfaktor. Dies und die Beseitigung solcher Störungen wird im Abschnitt
5.3.2. am Beispiel der Fluoridbestimmung erläutert.

64
Aufbau einer ISE:
Die Art des eingangs erwähnten „elektrochemisch aktiven“ Elektrodenmaterials wird durch
das zu bestimmende Ion determiniert und bestimmt die Funktionsweise einer ISE.
Man unterscheidet folgende Elektrodenarten:
- Festkörperelektroden: Das Elektrodenmaterial (Membran) besteht aus einem schwer-
löslichen anorganischen Salz; z. B.: Fluoridbestimmung: LaF3 – Einkristall.
- Glaselektroden: Die Membran besteht aus einem ionenselektiven Glas; z. B.: pH –
Elektrode
- Matrixelektrode: Die Membran besteht aus PVC mit einpolymerisiertem Ionenaus-
tauscher; z. B.:Mg, Ca, Härte.
- Gassensitive Elektroden: Durch eine gasdurchlässige Membran gelangt das zu
bestimmende Gas in einen Innenelektrolyt. Dort resultiert z. B. eine pH – Änderung,
die gemessen werden kann; z. B.: NH3 , CO2.

Die Membran trennt die Probelösung vom Innenraum der ISE. Dieser Innenraum enthält die
innere Ableitung, die entweder als Festkontakt oder als (Silber-)Draht in einem Innen-
elektrolyt realisiert sein kann (vgl. [2]).

5.3.1 Fluoridbestimmung mittels ISE

Mit der Fluorid – ISE werden nur freie Fluoridionen erfaßt. Ist die Bestimmung des Gesamt-
fluoridgehaltes gewünscht, sind Störungen dadurch möglich, daß
- im stärker sauren Medium (pH < 4) undissoziierter Fluorwasserstoff gebildet wird, so
daß F- der Messung verloren geht.
- komplexbildende Ionen wie z. B. Al3+ und Fe3+ Fluorokomplexe bilden und dadurch
die
Fluoridionenkonzentration vermindern.
Weiterhin stören OH- - Ionen, d. h., der pH – Wert sollte <7 (aber >4) sein
Außerdem beeinflussen Unterschiede von Temperatur und Gesamtionenstärke bei Probe- und
Kalibrierlösung das Meßergebnis.

Diese Störungen werden durch Zusatz einer sog. TISAB – Lösung ( Total Ionic Strength
Adjustment Buffer ) vermindert oder behoben. Diese Lösung stellt den pH – Wert auf ca. 5
ein, gleicht die Ionenstärken an und komplexiert störende Ionen.

Die Durchführung der Fluoridbestimmungen geschieht nach der ausliegenden Versuchs- und
Bedienungsanleitung.
Zu bemerken ist, das entsprechend der NERNSTschen Gleichung die Kalibrierkurve eine
Funktion U = f ( lg c ) darstellt. Welche Bedeutung hat dies für den absoluten und den
relativen Fehler sowie für den Meßbereich ?

Literatur

[1] CAMMANN, K. und GALSTER, H.: Das Arbeiten mit ionenselektiven Elektroden;
3.Aufl.; Springer-Verlag 1996.

[2] Fibel zur ionenselektiven Meßtechnik; Selbstverlag von WTW; Weilheim 1988.

65
5.4 Sonstige Methoden

5.4.1 DOC – Bestimmung

Einteilung

In fast allen natürlichen und anthropogen belasteten Wässern kommen


Kohlenstoffverbindungen vor. Je nach Herkunft unterscheidet man sie in anorganische und
organische Kohlenstoffverbindungen. Diese Verbindungen werden nach folgendem Schema
eingeteilt:

gesamter Kohlenstoff
( TC )

gesamt anorg.-gebundener Kohlenstoff gesamt org.-gebundener Kohlenstoff


( TIC ) ( TOC )

Feststoffe Lösungen

partikuläre gel. org.-geb.


org. Substanz Kohlenstoff
( POM ) ( DOC )

nicht austreibbarer austreibbarer


org.-geb.Kohlenstoff org.-geb.Kohlenstoff
( NPOC ) ( POC )

Die Anwesenheit von gelösten und ungelösten organischen Verbindungen im Wasser hat
einen starken Einfluß auf die Wasserqualität. Dabei spielt nicht nur der Geruch, die Farbe und
der Geschmack eine wesentliche Rolle, sondern es können auch akute Gefahren für
Menschen, Tiere und Pflanzen entstehen. Aus diesem Grund ist die Bestimmung der
organischen Verunreinigungen in natürlichen Wässern notwendig.
Im Gegensatz zu den relativ wenigen anorganischen Kohlenstoffverbindungen (CO32-., HCO3-
und CO2) gibt es eine Vielzahl von organischer Verbindungen. Als Beispiel sollen nur einige
anthropogenen Verunreinigungen wie Lösungsmittel, Treibgase (Freone, Propan, Butan),
Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW), Phenole, Polycyclische Aromatische
Kohlenwasserstoffe (PAK), Polychlorierte Biphenyle (PCB) und Pestizide genannt sein.
Als natürliche makromolekulare Organikas sind z.B. die Stoffgruppen der Humine, Lignine,
Cellulosen, Hemicellulosen und Proteine zu erwähnen. Der Anteil dieser Stoffklassen macht
bei unbelasteten natürlichen Wässern den Hauptteil der organischen Verbindungen aus; kann
aber größeren Schwankungen je nach Standort unterliegen.
Da die Analyse von organischen Einzelkomponenten oft sehr zeit-, material- und geräte-
aufwendig sind, werden im Allgemeinen zuerst die entsprechenden Summenparameter (z.B.
66
beim Screening eines Gebietes) angewendet. Die Bestimmung der Summenparameter sind
schnell, einfach, genau und zuverlässig. Solche genormten Parameter sind z.B. der gesamte
organisch gebundene Kohlenstoffgehalt (TOC), der chemische Sauerstoffbedarf (CSB), der
biologische Sauerstoffbedarf (BSB), die adsorbierbaren organisch gebundenen Halogene
(AOX), der Phenolindex u. a. Diese Stoffkenngrößen geben erste wichtige Hineise auf die
Qualität des Wassers und sind zur Beurteilung der Wasserqualität dringend notwendig.
In der Hydrogeologie ist der sich in Lösung befindliche organischen Kohlenstoffgehalt
(DOC) wichtig, wobei mit einigen Ausnahmen immer der nicht austreibbare organisch-
gebundene Kohlenstoffgehalt (NPOC) in den natürlichen Wässern (wie Grund-, Trink- und
Oberflächen-wässern) analysiert wird. Mit der DOC-Bestimmung werden alle organischen
Bestandteile erfaßt. Die Bestimmung wird durch andere Verbindungen nicht gestört.
In unbelasteten natürlichen Wässern kann der DOC-Gehalt bis 50 mg Corg./l ansteigen,
während bei Industrieabwässern ein Ansteigen bis auf 10 g Corg./l möglich ist (siehe Tabelle).

DOC 1) POC 1) TOC 2)


mg Corg./l mg Corg./l mg Corg./l
Industrieabwässer 5 – 10 000
Sümpfe 10 – 50 2-3
Eutropher See 2 – 10 2–3
Kommunale Kläranlage (Auslauf) 2–5
Flußwasser (Rhein b. Basel) 2–3
Flußwasser 1 – 10 1 – 10
Regenwasser 0,5 – 2,5
Grundwasser 0,5 – 1,5 0,5 – 1
Meer 0,5 0,05
0,005 (in Form von
Organismen)
Destilliertes Wasser 0,1 – 0,5
Deionisiertes Wasser 0,1 – 0,8
1) 2)
/SIGG, 1994/ /Bedienungsanleitung liquiTOC/

Der Gehalt an TOC ist ein Überwachungsparameter, der in Bundesvorschriften


(Abwasserverordnung (3/97), Rahmenabwasser Verwaltungsvorschrift (Anhang 1:
Kommunale Abwasserbehandlung, Anhang 31: Wasseraufbereitung, Anhang 47:
Feuerungsanlagen), TA-Abfall, TA-Siedlungsabfall) und in Ländervorschriften (Staatliche
Überwachung, Eigenkontrollverordnung, Rohwasseruntersuchnungsverordnung) niedergelegt
ist.
Gegenwärtig kann die TOC-Analytik nach der DIN-Vorschrift 38 403 H3 – 1 und nach der
Europa Norm 1484 (seit August 1997) durchgeführt werden. Die wichtigsten Parameter sind
in der folgenden Tabelle enthalten./HAMMERSCHMIDT, 1998/

67
DIN 38 403 H3-1 EN 1484
Probenart Wässer aller Art Trinkwasser, Grundwasser,
Oberflächenwasser
Meerwasser u. Abwässer
Meßbereich 0,1 – 1000 mg Corg./l 0,3 – 1000 mg Corg./l
Partikelgängigkeit keine Anforderung mind. < 100 µm
Einschränkung bei den UV-Oxidation nur bei UV-Oxidation nur bei
Meßverfahren feststofffreien Wässern feststofffreien Wässern
Analytische Qualität ohne Variationskoeffizient
Partikelmessung < 1 mg/l: < 15 %
1 – 10 mg/l: < 10 %
> 10 mg/l: < 5 %
Analytische Qualität bei keine Angaben Wiederfindungsrate: 90-110%
Partikelmessung Variationskoeffizient: < 10 %

Aus der Tabelle ist ersichtlich, daß bei der EN 1484 gegenüber der DIN 38403 H3 eine
Patrikelgängigkeit vorhanden sein muß. Um diese Forderung zu erfüllen, ist es notwendig mit
einem größeren Probenvolumen und mit dem Hochtemperaturaufschluß zu arbeiten.

Proben Normenbezeichnung Jahr Methode Wirkungsbereich


Wasser/ DIN 38409 H3 1983 Verbrennung+ Deutschland
Abwasser Persulfat/UV
ISO 8245 1987 Verbrennung+ weltweit
Persulfat/UV
EN 1484 1997 Verbrennung+ Europa
Persulfat/UV
Standard Methode 505 A 1985 Verbrennung USA
Standard Methode 505 B 1985 Persulfat/UV USA
Standard Methode 505 C 1985 Persulfat USA
Pharmazeutische United States Pharmacopeia 1996 alle erlaubt USA
Wässer USP 23 Suppl. 5
European Pharmacopeia 1997 Europa
(Entwurf)
Abfall CEN/TC292/WG5N78D 1997 Verbrennung Eurpoa
(Entwurf)
Boden ISO 10694 1997 Verbrennung weltweit
Kalkstein / CEN/TC51/WG6 1994 Verbrennung Eurpoa
Zement (Zement,Kalk,Gips nasse Oxidation
Nr.8/1990, S.4094)

Methodik

Probenahme und Probenvorbehandlung

Bei der Probenahme sind saubere (nicht durch organische Stoffe verunreinigte) 100 ml
Glasflaschen zu verwenden, wobei die Probe repräsentativ sein muß. Bei Flüssigkeiten ist die
Glasflasche randvoll mit der Probe zu füllen. Falls die Analyse nicht unmittelbar nach der

68
Probenahme möglich ist, kann die Probe max. 8 Tage im Kühlschrank bei 4 °C aufbewahrt
werden. Für niedrig belastete Wässer ist eine Tiefkühlkonservierung notwendig.
Sollen nur die gelösten organischen Bestandteile (DOC-Bestimmung) erfaßt werden, so ist die
Probe vor der Messung über ein Zelluloseacetatmembranfilter (0,45 µm Porenweite) zu
filtrieren.

Grundlagen der Bestimmung

Die Analyse wird mit dem „liquiTOC“ (Firma: elementar Analysensysteme GmbH)
durchgeführt. Mit dem Gerät können sowohl der TIC als auch der DOC bestimmt werden. Als
Optionen sind auch die POC- und die Hochtemperatur-TC-Bestimmung aus Feststoffen
möglich.
Die chemischen Umsetzungen der Probe (chemische Zersetzung von anorganischen
Kohlenstoffverbindungen mit Phosphorsäure (pH ≤ 2,0) und oxidative Zerstörung der
organischen Verbindungen mit Natriumperoxidisulfat (Na2S2O8) erfolgen in einem Reaktor.

Der schematische Aufbau der beheizbaren Reaktoreinheit ist in der Abbildung dargestellt.
/Bedienungsanleitung liquiTOC/

Der Glasreaktor ist so konstruiert, daß eine vollständige Durchmischung der Reagenzien mit
der Probe erfolgt. Die Niederdruck-Quecksilberdampflampe (UV-Strahlungsquelle) taucht in
das Reaktionsgemisch ein, so daß eine hohe Lichausbeute erreicht wird. Das
Reaktionsgemisch wird ständig mit dem Trägergas (O2) durchströmt, welches zu einer
Turbulenz im Reaktor führt. Die Reaktorheizung gleicht unkontrollierte
Temperaturschwankungen während der UV-Bestrahlung aus. Dadurch ist die Effektivität der
UV-Oxidation unabhängig von der Eindringtiefe der Strahlung und einer eventuellen Trübung
der Probe. Diese spezielle Reaktorbauart ermöglicht auch komplexe organische Moleküle
oxidativ zu zerstören.

69
Das gebildete Kohlendioxid wird mit dem Trägergasstrom (O2) über einen Gas/Flüssig-
Abscheider in die Meßzelle des nichtdispersiven Infrarot-Detektors (NDIR-Detektor) geleitet
(Abbildung). /Bedienungsanleitung liquiTOC/

Die Breitband-IR-Strahlungsquelle sendet ein kontinuierliches IR-Spekrum aus. Über


verschiedene Interferenzfilter werden aus dem Kontinium nur Strahlungen mit definierten
Wellenlängen ausgefiltert. Diese Strahlungen gelangen durch ein Saphirfenster in die
Meßzelle, und werden am Zellenende mittels Reflektionsspiegel wieder als fokussierter Strahl
in die Detektorzelle auf die Photozelle zurückgelenkt. Beim Durchströmen von Kohlendioxid
durch die Meßzelle wird die IR-Strahlung absorbiert. Durch einen Filterwechsel werden
alternierend zwei verschiedene Wellenlängen gemessen. Die Wellenlänge der Meßstrahlung
(4,3 µm) zeigt dabei die größte Absorption von Kohlendioxid, während die Wellenlänge der
Referenzstrahlung (3,8 µm) so gewählt wurde, daß keine Absorption von Kohlendioxid
auftritt. Bei beiden Wellenlängen besteht keine Querempfindlichkeiten zu anderen Gasen,
insbesondere nicht zu H2ODampf. Durch das kurzzeitige Takten des Filterwechsel werden Meß-
und Referenzsignal ständig miteinander verglichen. Das Referenzsignal bleibt während des
Meßvorgangs konstant und ermöglicht durch die Elektronik ein stabile Basislinie. Die
elektrischen Meßsignale verändern sich während der Messung mit der Konzentration des CO2
in Abhängigkeit vom Lambert- Beer’schen Gesetz. Diesem Gesetz folgend, ist das analoge
Ausgangssignal nicht linear, wird im Interface des Gerätes digitalisiert und durch die
Auswertesoftware linearisiert (Lineare Kalibrierungsfunktion ).

Analysenablauf

Die Probe durchläuft zunächst eine TIC-Bestimmung. Dabei wird sie im Reaktor mit H3PO4
auf pH ≤ 2 angesäuert und alle enthaltenen Karbonate und Hydrogenkarbonate in Kohlendi-
oxid überführt. Das CO2 und andere flüchtige Nebenprodukte werden mit dem Trägergas aus
dem Reaktor ausgeblasen und gelangen zum CO2-selektiven IR-Detektor. (Im Graphikmodus
ist der Canorg.-Peak sichtbar und kann bei eingeschalteten TIC-Auswertemodus ausgegeben
werden.)
Nachdem das Meßsignal der TIC-Bestimmung abgeklungen ist, wird eine bestimmte Menge
Na2S2O8-Lösung dem Reaktionsgemisch zugefügt. Gleichzeitig werden Reaktorheizung und
UV-Lampe eingeschaltet. Die oxidierende Wirkung des Peroxodisulfats und der UV-
Strahlung schließen den organisch gebundenen Kohlenstoffanteil der Probe bei einer
Temperatur von 70°C vollständig auf. Das CO2 wird mit dem Trägergas aus der Probe
ausgetrieben und gelangt zum IR-Detektor. Nach Erreichen der Basislinie wird das Integral
des CO2-Peaks gemessen und über die vorhandene Kalibrierungsfunktion der Corg.-Gehalt der
Probe berechnet.

70
Das folgende Schema veranschaulicht das Analysenprinzip /Bedienungsanleitung liquiTOC/:

1. Meßabschnitt (TIC - Bestimmung)

H3PO4 TIC -
Signal

Probe Zersetzungs Gas-/ anorg. IR-


Reaktor Flüssigk. CO2 Detektor
Trägergas produkte abscheider

flüssige Ent-
Nebenpr. lüftg.

2. Meßabschnitt (NPOC - Bestimmung)

Na2S2O8 UV-Strahlg. NPOC -


Signal

Reaktor Zersetzungs Gas-/ org. IR-


Probe + Flüssigk. Detektor
Trägergas Säure produkte abscheider CO2

flüssige Ent-
Heizung Nebenpr. lüftg.

Hinweise zur Durchführung

Konzentrationen der Lösungen:

1. Phosphorsäure - Lösung
1,75 M = 118 mL 85 %ige p.A. H3PO4/1L- Maßkolben
Die Lösung muß unmttelbar vor Beginn der Messung frisch hergestellt werden.
(Vorsicht, Ätzend ! Konzentrierte Säure ! )
2. Natriumperoxodisulfat - Lösung
1,5 M = 178,5 g Na2S2O8 p.A./500 mL- Maßkolben (89,25 g/250 mL)
(Lösung vor Gebrauch ein Tag im Kühlschrank aufbewahren - „altern“ lassen.)
3. Kohlenstoff - Lösungen
Stammlösungen: 1,000 g C org./L bzw. 1,000 g C anorg./L
0,212 g Kaliumhydrogenphthalat p. A. / 100 mL Maßkolben
0,848 g Natriumcarbonat wasserfrei p.A. / 100 mL Maßkolben
Die Stammlösung sollte nach Möglichkeit vor der Messung hergestellt werden. Sie ist
ein bis zwei Tage im Kühlschrank lagerfähig.
Von diesen Stammlösungen sind durch Verdünnung entsprechende Kalibrierlösungen
herzustellen.
z.B. Konz. Stammlösg. mL Stammlösg. ⇒ Konz. Kalibrierlösg. /100 mL
1000 mg/L 100 µL 1 mg/L
1000 mg/L 1000 µL 10 mg/L

71
Analysenbereich:

Der Analysenbereich bei der NPOC-Bestimmung geht von 0,1 bis 5000 mgCorg./L. Da das
Reaktorvolumen und das Meßzellenvolumen konstant sind, läßt sich die Linearität über den
gesamten Analysenbereich durch acht unterschiedliche Dosiervolumina der Probe- /
Standard-lösung erreichen. (siehe Tabelle /Bedienungsanleitung liquiTOC/ )

Konz.-bereich Dosiervolumen Konz.-bereich Dosiervolumen


mg Corg./L mL mg Corg./L mL
bis 1 10,0 bis 500 1,20
bis 10 5,0 bis 1000 0,70
bis 50 2,4 bis 2000 0,24
bis 100 1,4 bis 5000 0,12

Das Dosiervolumen der Probe sollte den zuerwartenden Konzentrationsbereich entsprechen.


Überschreitet das Meßsignal die 10 V Zellenspannung, so muß mit einem geringeren
Dosiervolumen die Messungen wiederholt werden (Kalibrierung !)
Aus dem gewählten Konzentrationsbereich wird durch die Software automatisch ein der drei
IR-Detektionsbereiche eingeschaltet.
Konz.-bereich: < 50 mg/L ⇒ IR-Bereich: 1
Konz.-bereich: 50 - < 300 mg/L ⇒ IR-Bereich: 2
Konz.-bereich: ≥ 300 mg/L ⇒ IR-Bereich: 3
Injektionsvolumen, Konzentrationsbereich und IR-Detektionsbereiche werden im Meßmenü
angezeigt und sind durch die Eingabe des Konzentrationsbereiches bedingt wählbar.

Kalibrierung:

Mit der vorhandenen Auswertesoftware bestehen zwei Möglichkeiten der Kalibrierung:


1. Einpunktkalibrierung und
2. Mehrpunktkalibrierung mittels lineare Regression.
Die Einpunktkalibrierung sollte nur zur Überprüfung des Meßbereiches verwendet werden.
Für die NPOC-Bestimmung sollte die Mehrpunktkalibrierung mit Blindwertkorrektur
verwendet werden. Dabei muß zwischen Reagenzienblindwert und Wasserblindwert
unterschieden werden. Der Reagenzienblindwert ergibt sich aus der Kontamination der
Reagenzien mit Kohlenstoff und tritt nur beim UV/Peroxodisulfat-Aufschluß auf (NPOC-
Bestimmung). Der Wasserblindwert ergibt sich aus der Verwendung von
„kohlenstoffhaltigem“ Wasser bei der Herstellung der Kalibrierlösungen und muß nur bei der
Kalibrierung berücksichtigt werden (TIC- und NPOC-Bestimmung).
Ablaufschema bei der TIC- und NPOC-Bestimmung
TIC-Bestimmung NPOC-Bestimmung

CSTD.

CSTD. CProbe
Blw.H2O
CProbe
Blw.H2O Blw.Reag. Blw.Reag.

Kalibrierung Analyse Kalibrierung Analyse

72
Bei der Analyse wird die Meßzellenspannung (V) über die Zeit (s) gemessen und das
Flächenintegral FNPOC berechnet. Um den Konzentrationswert in mg Corg./L zu erhalten,
werden anschließend folgende Rechenoperationen durchgeführt.

Konzentrationsberechnung:

Berücksichtigung des Reagenzblindwert:


Integ.NPOC = FNPOC - Blw.Reag. [Vs]
Berücksichtigung der Kalibrierfunktion:
m NPOC = a NPOC + b NPOC * Integ.NPOC [mgCorg. abs.]
Konzentrationsberechnung:
C NPOC = (m NPOC * 1000 * Faktor) / Dosiervol.tatsächl. [mgCorg./L]

Kalibrierung:

Berücksichtigung der Wasserblindwertrate:


WBWrate = (FBlw.Wasser - Blw.Reag.) / Dosiervol.tatsächl. [Vs/mL]
Berechnung des korrigierten NPOC-Integrals:
Integ.NPOC = FNPOC - WBWrate * Dosiervol.tatsächl. [Vs]

Aus den Wertepaaren (korrigierter Integralwert und dem dazugehörigen absoluten


Kohlenstoffgehalt der Lösung) werden mit Hilfe der linearen Ausgleichsrechnung die
Koeffizienten der Kalibriergerade y = a + b * x berechnet, gespeichert und über
den Drucker ausgegeben.

Huminstoffe

Quellen für natürliche organische Verbindungen sind die mikrobiotischen Abbauprozesse


aus abgestorbener Biomasse. Zu solchen makromolekularen Naturstoffen zählen die
Huminstoffe (Humine, Huminsäuren und Fulvinsäuren), die überall im Boden als pedogene
Huminstoffe und in natürlichen Wässern als aquatische Huminstoffe vorkommen.

Zusammensetzung

Die Zusammensetzung von Humus ist sehr kompliziert, uneinheitlich und von den
Ausgangsstoffen abhängig. Huminstoffe bilden im Gegensatz zu den meisten organischen
Verbindungen keine einheitliche Struktur und lassen sich nicht durch eine Strukturformel
definieren. Als „Hauptbestandteile“ sollen die schwach sauer reagierenden Huminsäuren und
die stärker sauer reagierenden Fulvinsäuren genannt sein. Sie setzen sich aus einem
polycyclischen „Huminkern“ und die um ihn locker gebundenen Nichthuminstoffe (z.B.
Polysaccharide, Phenole, Proteine u.a.) und der Hydrathülle (Wasser) zusammen. Als
mögliche Bindungsarten vom „Kern“ zu den Randgruppen sind
Wasserstoffbrückenbindungen, van der Waals´sche-Kräfte u.ä. zu nennen. Diese geringen
Bindungskräfte stellen im Huminstoffsystem „Sollbruchstellen“ dar, wobei die Kernstruktur
erhalten bleibt. In dem „Kern“ sind mehrere reaktive (funktionelle) Gruppen vorhanden, wie
z.B. Carboxylgruppe (-COOH), ketonische, aldehydische und chinoide Carbonylgruppe
(=CO), alkoholische und phenolische Hydroxylgruppe (-OH), Aminogruppe (-NH2),

73
Estergruppe (-COO) u.a. /ZIECHMANN, 1996, ABBT-BRAUN, 1993, RÖMPP, CHEMIE LEXIKON,
1990/
Ein mögliches Strukturmodell eines Huminstoffsystems mit eingelagerten Metallionen und
Organikas ist in der Abbildung dargestellt /ZIECHMANN, 1996/

Genese

Huminstoffe stellen wichtige Zwischenprodukte bei dem Mineralisierungsprozeß der


organischen Substanzen dar. Sie dienen den Bakterien als Kohlenstoff- und Energiequelle,
wobei die Stoffe mikrobiell bis zu stabilen, aber reaktiven Fragmenten abgebaut werden. Sie
stellen die Startradikale für die spätere Huminifizierung dar. Der Abbauprozeß ist von der Art
der Organika abhängig (z.B. Aromaten, Aliphaten) und dauert oft mehrere Jahre. Sind
Halogene in den organischen Substanzen eingebaut (je nach Halogenierungsgrad), so
verkleinert sich die entsprechende Abbaukonstante beträchtlich. /HÖLTING, 1996/
Der Abbau organischer Substanzen und der Aufbauprozeß zu Huminstoffen verläuft
gleichzeitig.
Aus den aromatischen Radikalfragmenten werden in der Radikalphase die Huminsäure-
Vorstufen gebildet. In der anschließenden Konformationsphase werden
aliphatische/aromatische Stoffe, Metalle u.a. angelagert und bilden die
Nichthuminstoff/Huminstoff-Vorstufe-Komplexe. Im weiteren Humifizierungsprozeß
entstehen Huminstoffe und schließlich aus vielen Huminstoffen die Humine. (siehe
Abbildung /ZIECHMANN, 1996/)

74
Prozesse nicht-aromatischer Zweig Stoffsystem Aromatischer Zweig Phasen

Huminstoffsystem
[Bildung
eines
Humin-
stoff-
systems]
HsV-Nicht-Hmst-
Komplexe
Maillard- [Kon-
Reaktion forma-
(als Muster- tions-
reaktion) phase]
HsV
Aliphatische/ [Radikal-
aromatische phase]
Konatminate
Xenobiotica
Metalle

Biosynthese Kohlenhydrate Phenole


der Nicht- Fette arom.
Aromaten Proteine Aminosäuren
und Proteide Lignine
Aromaten

Cumarine
Flavone
Tropolone
Catechine
Athocyane
Partieller [metabol.
Mikrobieller Phase]
Abbau
aliphat. Aromatische
Fragmente Fragmente

Abbauprozeß Aufbauprozeß

Eigenschaften

Huminstoffe lassen sich aufgrund ihrer Löslichkeit unterscheiden in


Humine ⇒ unlöslich über den gesamten pH-Bereich
nur wenig reaktionsfähig
Huminsäure ⇒ unlöslich bei pH-Wert < 2,0
Fulvinsäure ⇒ löslich über den gesamten pH-Bereich
Die Molekulargewichte liegen bei den Fulvinsäuren zwischen 10000 – 20000 Dalton und den
bei Huminsäuren zwischen 20000 – 50000 Dalton.

75
Huminstoffe sind hydrophile Substanzen, die in wässriger Lösung sauer reagieren. Reine
Huminstoffe sind schwarzbraune Feststoffe und in der Natur mehr oder weniger gelöst.
Wasser mit Konzentrationen über 10 mgCorg./L werden oft als „Braunwasser“ bezeichnet.
Aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen reaktiven Gruppen resultieren die folgenden
Eigenschaften der Huminstoffe:
- die Pufferwirkung von Säuren,
- der Austausch und / oder die Komplexierung von Schwermetallionen,
- die Adsorption an Tonmineralien (damit die Mobilisierung von Metallionen) und
- die Adsorption organischer Umweltchemikalien (PAK, PCB, Pestizide).

Isolierung der Huminstoffe und Charakterisierungsmöglichkeiten

Zur Quantifizierung der Huminstoffe können die DOC-Bestimmung und die photometrische
Adsorption im UV- und VIS-Bereich verwendet werden. Da beide Verfahren nur
summarische Kenngrößen darstellen, müssen die Huminstoffe in Huminsäuren und
Fulvinsäuren isoliert werden. Die Trennung erfolgt nach folgendem Schema:
Originalprobe

Filtration
(0,45 µm Celluloseacetat)

Zugabe von HClKonz. (pH-Wert ≤ 2,0)

Fällung der Huminsäure


(24 h Standzeit unter N2-Atmosphäre)

Filtration
(0,45 µm Celluloseacetat)

filtrierte in Lösung befindliche


Huminsäure-Fraktion Fulvinsäure-Fraktion

Lösen mit 0,1 M NaOH Adsorption am Polymerharz

Zugabe von 0,01 M NaF-Lösung XAD-7-Harz o. DAX-8-Harz


(Entfernung von Silikaten) (Fließgeschw.: ca.5-8 * Austauschervolumen/h)

Fällung mitHClKonz. (pH-Wert ≤ 2,0) Waschen mit 0,01 M HCl


(24 h Standzeit unter N2-Atmosphäre)
Elution mit 0,1 M NaOH
Zentrifugieren (Fließgeschw.: ca.1-2 * Austauschervolumen/h)

Gefriertrocknung Kationenaustauscher

Gefriertrocknung

Huminsäure Fulvinsäure

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Zur Charakteriserung der isolierten Huminsäure und Fulvinsäure können nach BURBA
folgende Analysenmethoden eingesetzt werden. (siehe Tabelle):

Molekülspektrometrie Spektrometrie / Elektrochemie


- Kernmagnetische Resonanzspektrometrie - Elektronenspinresonanzspektrometrie
- Fourier-Transform-Infrarot-Spektrometrie - MÖSSBAUER-Spektrometrie
- Ultraviolett/sichtbar – Spektrometrie - Redoxpotentiometrie
- Fluoreszenzspektrometrie - Ionenselektive Elektrode
- RAMAN-Spektrometrie - Voltammetrie
- Pyrolyse-
Gaschromatographie/Massenspektrometrie

Literatur

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Ingenieure; Lehr-u. Handbuch der Wasserversorgung Bd.5,
DVGW , Oldenburg Verlag München, 1993, S.69-95

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SIGG, L., STUMM, W.: Aquatische Chemie: Eine Einführung in die Chemie wässriger
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