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Österreichische Post AG, Info.Mail Entgelt bezahlt Nr.

06 Dezember 2009

Fröhliche
Weihnachten
– überall?

Leben im Eis Unberechenbar


Schnee- und Eisflächen Beim Medienaktivismus
der Alpen und Polarge- ist das Medium selbst
biete sind Refugien für Teil der Nachricht – und
Mikroorganismen. es ist unberechenbar.

Seite 14 Seite 16

Beilage zur Tiroler Tageszeitung www.uibk.ac.at


Uniball
Congress Innsbruck
30.01.2010
Einlass 20 Uhr
Beginn 21 Uhr

Abendkleidung vorausgesetzt!
MUSIK UND TANZPROGRAMM
AUF 5 BÜHNEN

Fineline
Sound Express Tirol
Beatstreet
Universitätsorchester Innsbruck
Salonorchester Alt - Innsbruck
DJ Benno mit S&B Latin - Dance - Team
MakeUp
Route to Groove
SPEZIAL GUEST: Il Molleggiato 2

KARTENPREISE (incl. 20% Ust.) KARTENVORVERKAUF

Ermäßigter Eintritt für Studierende 25€ in allen Studia - Filialen ab 20.01.2010


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Assistenten, Professoren und Mitarbeiter der Unis und des MCI 29€ Tischreservierungen nur in der Filiale
Gäste 32 € , Restkarten an der Abendkassa 35€ am Herzog Siegmund Ufer 15;
Tischplatz Dogana 4€, Tischplatz Tirol 3€, Tischplatz Kristallfoyer 1,50€ TT Clubmitglieder im TT- Shop Rathausgallerie
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Dienstag, 15. Dezember 2009 3

editorial

inhalt

Foto: www.mariorabensteiner.com
DEZEMBER 2009

4 Interview
R e k t o r K a r l h e i n z Tö c h t e r l e ü b e r d i e P r o t e s t e d e r

10
St u d i e r e n d e n u n d d i e S u c h e n a c h e i n e r L ö s u n g .

7 D e r St e r n vo n B e t h l e h e m Liebe Leserin, lieber Leser!


Ei n e H i m m e l s e r s c h e i n u n g s o l l d i e d r e i We i s e n
aus dem Morgenland zu Jesus geführ t haben. Die letzten Monate waren für unsere Universität sehr
wichtig. Zunächst einmal haben wir einen Entwick-
10 We i h n a c h t e n i n G l o b o lungsplan für die kommenden Jahre erarbeitet und
G l o b o : D a s i s t u n s e r e We l t m a ß s t a b s g e t r e u dann mit dem Ministerium auch über die notwen-
digen Ressourcen dazu verhandelt. Konnten wir uns
v e r k l e i n e r t a u f e i n D o r f m i t 10 0 M e n s c h e n .
über den Entwicklungsplan innerhalb der Uni sehr
breit einigen, so waren die Budgetverhandlungen
12 B e w ä h r t e s a u s d e r N a t u r unter den bekannten engen Rahmenbedingungen
A u c h b e i H a u s m i t t e l n i s t Vo r si c h t g e b o t e n , d a eher schwierig. Letztlich ist es aber doch gelungen,
n i c h t a l l e s „N a t ü r l i c h e“ a u t o m a t i s c h h a r m l o s i s t . einen Kompromiss zu erreichen, mit dem wir arbeiten
können. Wie erfolgreich wir arbeiten, zeigt sich darin,
14 Ü b e r l e b e n s k ü n s t l e r dass wir im heurigen weltweiten Shanghai-Ranking

12
als einzige österreichische Universität einen deut-
S c h n e e u n d Ei s d e r A l p e n u n d P o l a r g e b i e t e si n d
lichen Sprung nach vorne machen konnten und nun
Refugien für Mikroorganismen. einen Rang im Bereich von 201 bis 302 belegen. Eben-
so erfreulich ist, dass es unserer Informatik gelungen
16 E r f o r s c h u n g d e s U n b e r e c h e n b a r e n ist, ein Exzellenzzentrum zu errichten und dass der
B e i m M e d i e n a k t i v i s m u s i s t d a s M e d i u m Te i l d e r Antrag der Astrophysik für ein internationales Dokto-
Nachricht. Es wird spielerisch und spontan genutzt. ratskolleg erfolgreich genehmigt wurde.
In den vergangenen Wochen waren die Universitäten
und die Bildungspolitik aufgrund der Hörsaalbeset-
18 18 0 9 -2 0 0 9
zungen in aller Munde. Man kann über die Wahl der
D a s s d e r H o f e r- M y t h o s b l ü h t , h a t a u c h m i t d e r Mittel und über die Strategie der Studierenden geteil-
Suche der Menschen nach ihrer Identität zu tun. ter Meinung sein, aber es ist ihnen gelungen, ein we-
sentliches Thema für die nachhaltige Entwicklung un-
20 Tibet serer Gesellschaft auf die politische Tagesordnung zu
D i e S ü d t i r o l e r A u t o n o m i e kö n n t e a l s M o d e l l setzen. Wir haben das auch von Beginn an sehr ernst
genommen und einen Dialog geführt, der nun etwas
für Tibet genutzt werden.
ins Stocken geraten ist. Dennoch bin ich überzeugt,
dass wir eine Lösung finden werden.
21 F o r s c h u n g i n B i l d e r n Passend dazu beschäftigt sich ein Forschungsprojekt

20 D i e s c h ö n s t e n Ei n d r ü c ke v o n d e r L a n g e n
Nacht der Forschung.
an der Erziehungswissenschaft mit dem Gebrauch
und den Möglichkeiten der neuen Medien. Gerade
diese sind ja wesentliche Werkzeuge der Studieren-
den, um für ihre Aktionen zu mobilisieren. Ein Beitrag
Impressum beschäftigt sich, der Weihnachtszeit entsprechend,
mit dem Phänomen des „Sterns von Bethlehem“.

wissenswert – Magazin der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – 15. Dezember 2009


Ich wünsche Ihnen im Namen meiner Kolleginnen und
Gründungsherausgeber: Komm.-Rat Joseph S. Moser, April 1993 †; Herausgeber: Gesellschafterversammlung der Kollegen ruhige und besinnliche Weihnachtstage und
Moser Holding AG; Medieninhaber (Verleger): Schlüsselverlag J. S. Moser Ges. m. b. H.; Hersteller: Intergraphik einen erfolgreichen Start ins neue Jahr.
Ges. m. b. H.; Sonderpublikationen, Leitung: Stefan Fuisz; Redaktion: Michaela Darmann, Eva Fessler, Christa
Hofer, Susanne E. Röck, Uwe Steger, Christina Vogt; Covergestaltung: Stephanie Brejla, Catharina Walli; Fotos Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Töchterle
Titelseite: istockphoto.com/Montage: Brejla, Sattler, Shutterstock; Foto Seite 3: iStock (2), Shutterstock. Anschrift Rektor der Leopold-Franzens-Universität
für alle: 6020 Innsbruck, Ing.-Etzel-Straße 30, Postfach 578, Tel. 53 54-0, Beilagen-Fax 53 54-3797. Innsbruck
4 Dienstag, 15. Dezember 2009

Gemeinsam statt
gegeneinander
D ie Prote ste d er Stu dierend en und die B e set zung d er Aula in der Sowi
set zen die Univer sit ät I nn sbruck unter D ruck . Rek tor Karlheinz Tö chterle
üb er die b ere chtigten A nlie g en d er Prote stierend en und ihre G renzen.

Nach den wochenlangen


Protesten der Studieren-
den ist Ernüchterung ein-
getreten. Die Uni-Führung
hofft, doch noch eine Eini-
gung zu erzielen.

Auch in Innsbruck protestieren


die Studierenden unter anderem
gegen die verschulten Bologna-
Studien und die Unterfinanzie-
rung des Bildungssystems. Die
Leitung der Universität Innsbruck
zeigte von Beginn an Verständnis
für die Aktionen und begann auch
sehr schnell einen Dialog mit den
Besetzerinnen und Besetzern der
Sowi-Aula. Doch trotz sehr weit-
gehender Angebote, verbunden
mit der Bitte, die Besetzung in
Bereiche der Uni zu verlagern, in
denen keine Vorlesungen stattfin-
den, ist es bisher zu keiner Lösung
gekommen. Die Zeit wird eng,
denn die Universität Innsbruck
kann und will nicht länger auf die
Sowi-Aula verzichten.
Starre Studienstruktur
Die Sowi-Aula ist nun bereits seit
knapp zwei Monaten besetzt. Wie
sehen Sie als Rektor die Protestak-
tionen?
Karlheinz Töchterle: Ich habe
für viele Forderungen der Studie-
renden größtes Verständnis. Ich
bin, im Übrigen gemeinsam mit
dem Unirat und dem Senat, also
der gesamten Unileitung der Mei-
nung, dass wir bei der Einführung
der Bolognastudien über das Ziel
hinaus geschossen haben. Die
Studienstruktur ist zu starr und zu
verschult. Wir müssen das über-
arbeiten und Bachelorstudien re- Foto: ECHO/Friedle
akademisieren. Das heißt, die Stu-
dierenden brauchen Freiräume Rektor Karlheinz Töchterle setzt auf Gespräche mit den Studierenden, muss aber auch Grenzen setzen.
Dienstag, 15. Dezember 2009 5

in Form von freien Wahlmöglich- nach oben auf die politische Ta-
keiten innerhalb des Studiums und gesordnung zu setzen. Nahe-
im Sinne von realen Räumen, in zu alle Medien haben sehr breit
denen sie sich treffen, diskutieren über die Defizite in der österrei-
und konkrete Dinge ausprobieren chischen Bildungs- und Univer-
können. Eine Universität ist keine sitätspolitik berichtet. Sie haben
Schule, sie soll die Studierenden das geschafft, was wir als Univer-
anleiten, Antworten auf komplexe sitätslehrerinnen und -lehrer oder
Fragen zu erarbeiten. Ebenso ist als Rektoren seit Langem ergeb-
es evident, dass die Universitäten
und darüber hinaus der gesamte
Bildungsbereich seit vielen Jahren
«Die Studierenden haben
eklatant unterfinanziert sind und geschafft, was uni-Lehrer
daher große Schwierigkeiten ha- und Rektoren seit langem
ben, die steigenden Studieren-
denzahlen und die immer neuen ergebnislos versucht ha-
Aufgaben, die Politik und Gesell- ben.» Karlheinz Töchterle
schaft an sie herantragen, zu be-
wältigen. nislos versucht haben. In Inns-
bruck haben wir daher die Aktion
Zwei Zeitphasen von Anfang an ernst genommen
Halten Sie die Besetzung von und sehr schnell versucht, mit
Hörsälen für ein geeignetes Mit- den Studierenden ins Gespräch
tel, um auf die Situation hinzuwei- zu kommen. Ich will diese posi-
sen? tive Energie und die konstruktiven
Karlheinz Töchterle: Hier gibt Ideen erhalten, und daher haben
es zwei Zeitphasen: Am Anfang wir unter anderem auch entspre-
waren die Besetzungen gerecht- chende Räume angeboten, um
fertigt. Sie haben das notwendige den Studierenden langfristig die
deutliche Zeichen gesetzt und Möglichkeit für ihre Arbeit zu ge-
den Studierenden ist es damit ben. Denn, und da kommen wir
gelungen, ein wesentliches The- zur zweiten Phase, die Universi-
ma für die künftige Entwicklung tät kann nicht so lange auf einen
unserer Gesellschaft und des Bil- ihrer größten Hörsäle verzichten. Mit ihren Protesten haben die Studierenden auf Defizite in der Bil-
dungsstandortes Österreich ganz Langfristig kosten die nötigen dungspolitik aufmerksam gemacht. Fotos: Universität Innsbruck

Meinung

Harvard, Oxford, Bologna und wir


I m Rahmen ihrer Proteste ha-
ben die Studierenden immer
wieder auf die Unzulänglichkei-
lisch oder amerikanisch anmu-
tenden Bezeichnung der Titel ist
das Bolognasystem mit den eng-
sches Monitoring (Die gesamt-
österreichischen Studienkommis-
sionen waren segensreich.), Fach
ten des Bologna-Prozesses hinge- lischen und amerikanischen Cur- für Fach, das vielleicht auch hin
wiesen, und dies völlig zu Recht. ricula kaum zu vergleichen. Im und wieder den Blick nach au-
Dieser sieht ein dreistufiges Stu- Gegensatz zum englischen und ßen über die Grenzen richten
diensystem vor, das alle anderen amerikanischen System, das auf könnte, erscheint wünschens-
Studien entweder schon ersetzt eine Jahrhunderte alte Tradition wert, um die Studien im In- wie
hat oder ersetzen soll. Es besteht zurückblicken kann, ist das euro- im Ausland kompatibel zu gestal-
aus einem dreijährigen Bachelor-, päische abstrakt erfunden wor- ten. Vielleicht sollte man das viel
einem zweijährigen Master- und den – mit zweifellos lobenswer- gescholtene Instrument der Ak-
einem dreijährigen PhD-Studi- ten Intentionen. Eine Lehrende kreditierung stärker nutzen. Stu-
um. Dieses System sollte einen wie Studierende gleichermaßen dierende wie Lehrende sollten
europäischen Hochschulraum belastende und überfordernde allemal zu den Curricula Stellung
schaffen und zur Mobilität von Verschulung ist allenthalben fest- beziehen können, entsprechende
Studierenden, Forschenden und zustellen. elektronische Plattformen sollten te und Universitätsräte mit Enga-
Lehrenden führen. Nicht das Sys- von den Curricula-Kommissionen gement beteiligen werden.
tem an und für sich, sondern die
Umsetzung desselben, die von H ier heißt es zurück an den
Start und zwar in erster Linie
eingerichtet werden.
Univ.-Prof. Johannes Michael Rai-
den Universitäten im Rahmen
ihrer Autonomie erfolgte, hat zu
schweren Verwerfungen geführt
an den Universitäten: Ein Kanon
von in mehreren Bachelor- oder
Masterprogrammen einsetzbaren
D em von BM Hahn ins Leben
gerufenen Bildungsdialog
kommt in dieser Situation eine
ner ist Vorsitzender des Universi-
tätsrates. – Das Statement ist ein
Auszug aus einer Stellungnahme.
und ist zu Recht an den Pranger Wahlfächern kann Erleichterung wichtige Rolle zu, an dem sich Die ungekürzte Version gibt es un-
gestellt worden. Trotz der eng- schaffen, ein gesamtösterreichi- selbstverständlich auch die Sena- ter: www.uibk.ac.at/news/rainer
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Ausweichquartiere sehr viel Geld, struktiven Dialog mehr gibt. Um Meinung


das wir gemeinsam besser ver- etwas zu erreichen, muss man

Der Protest der Studierenden


wenden könnten. Nun wurde verhandeln. In den Forderungen
dieses Angebot abgelehnt, und der Studierenden gibt es ja zahl-
ich bin nicht sicher, ob es noch reiche Punkte, die sehr viele Mit-
ein Ziel der Mehrheit der Besetze-
rinnen und Besetzer ist, gemein-
sam mit der Universität an der
glieder unserer Universität, Stu-
dierende und Lehrende, sofort
unterschreiben können. Es gibt
und die Hintergründe:
Verbesserung der derzeitigen Si-
tuation zu arbeiten. Wenn es nur
aber auch Punkte, wo es unter-
schiedliche Meinungen gibt. Am
drei Thesen
mehr darum geht, der Universität Ende von konstruktiven Verhand-
zu schaden und sich nicht be-
wegen zu wollen, dann ist diese
Form des Protestes nicht länger
lungen steht ein Ergebnis, das ei-
ne Mehrheit der Beteiligten mit-
tragen kann. Genau das ist mein
D er Protest der Studierenden
in Österreich und den an-
grenzenden Ländern hat selbst
gerechtfertigt. Ziel. Aufgrund der Erfahrungen Insider an den Universitäten
Was erwarten Sie jetzt? der letzten Wochen bin ich nach überrascht. Auch in Innsbruck
Karlheinz Töchterle: In den wie vor optimistisch, dass wir ei- sieht sich die Universitätsleitung
diversen Gesprächen mit den Stu- nen guten Weg finden werden. einer Vielzahl von Forderungen
dierenden hatte ich bisher den gegenüber, die oftmals keinen
Eindruck, dass diese auf sehr ho- Diskussionsbedarf ist da direkten Bezug zur Universität
hem Niveau und mit sehr viel Ver- Neben den Wünschen an die besitzen. Sie ist deshalb einen
antwortungsgefühl geführt wur- Universität Innsbruck sind ja viele konsequenten Weg gegangen:
den. Derzeit ist ein wenig Ernüch- Forderungen nach Wien oder auch Dialog und faire Angebote, so-
terung eingetreten, da sich zeigt, darüber hinaus gerichtet. Welche fern die Forderungen die Uni-
dass mögliche Veränderungen Chancen sehen Sie da? versität selbst betreffen; klare
doch nicht im Ho-Ruck-Verfahren Karlheinz Töchterle: Je wei- Ablehnung hingegen dort, wo nicht vorhergesehene Spätfol-
möglich sind, sondern Zeit brau- ter weg der Adressat der Forde- die Forderungen den politi- ge des Gesetzes: Der Verlust an
chen. Dazu, welche Ziele nun rungen ist, desto schwieriger ist schen und gesellschaftlichen Ak- Mitbestimmung hat innerhalb
es. Auf Österreich bezogen wün- tionsradius der Universität über- der Universitäten viele Kommu-
sche ich mir aber schon, dass der schreiten. Welches aber sind nikationskanäle zugeschüttet,
«Wir brauchen eine Bil- begonnene Dialog auch ernst die im Hintergrund wirkenden die zuvor verlässlich Missstände
dungsdiskussion, um uns auf genommen wird. Ich glaube, Triebkräfte des Protests? – Die und Probleme von der Basis an
kommende Herausforderun- wir brauchen eine Bildungsdis- folgenden drei Thesen sollen die zuständigen Stellen trans-
kussion, um uns auf die Herau- den ersten Versuch einer Ant- portiert haben.
gen vorzubereiten.» forderungen der kommenden wort liefern:
Karlheinz Töchterle

formuliert werden sollen und in


Jahre vorzubereiten. Hier gibt
es viel Diskussionsbedarf und ei-
ne Frage ist sicher, wie man die E rste These: Bologna ist nicht
gleich Bologna. – Zwar sind
D ritte These: Hinter dem
Protest der Studierenden
steht kein Aufbegehren einer
welchem Rahmen der konstruk- Aufgaben besser verteilen kann. Unmutsäußerungen gegen die Avantgarde, sondern die Rück-
tive Protest weitergeführt werden Konkret heißt das, wie können Bologna-Studien in weiten Teilen kehr der Wertkonservativen. –
kann, gibt es derzeit verschie- Fachhochschulen, Universitäten Europas zu hören. Doch hat die Das letzte Jahrzehnt hat viele
dene Meinungen. Ich habe je- und andere besser zusammenar- Umstellung auf die neue Studi- humanistische Werte zur Dis-
doch nach wie vor die Hoffnung, beiten. Ebenso wichtig ist es, den enstruktur nicht alle Hochschul- position gestellt und die Phi-
dass wir letztlich eine für alle Sei- Stellenwert der Bildung, die die systeme gleich hart getroffen. losophie des freien Marktes in
ten herzeigbare und damit auch Basis einer modernen Gesellschaft Die Studierenden in Österreich den Vordergrund gestellt. An
nachhaltige gemeinsame Lösung darstellt, zu erhöhen und dies gehören in besonderem Maße den Universitäten hat sich die-
finden werden. Aus diesem Grund auch in den öffentlichen Budgets zu den „Bologna-Verlierern“. Sie se Entwicklung unter anderem
haben wir als Universitätsleitung deutlich zu machen. Die Proteste haben von einer besonders fle- in einer von außen herbei ge-
das Angebot auch nicht zurück- der vergangenen Wochen haben xiblen Studienstruktur Abschied redeten Krise der Geistes- und
gezogen, sondern halten dieses hier die entsprechende Aufmerk- nehmen müssen, in deren Kern Gesellschaftswissenschaften ma-
weiter aufrecht. Es gilt bis zum samkeit erregt, nun liegt es auch die freien Wahlfächer eine krea- nifestiert. Die veränderte Wirt-
Beginn der Weihnachtsferien. an uns, Studierenden und Leh- tive und freie Studiengestaltung schaftslage lädt nun zur Rück-
renden, gemeinsam daran zu ar- ermöglicht haben. besinnung auf alte Werte ein.
Befristetes Angebot beiten, die Rahmenbedingungen Für die Universitäten bedeutet
Was passiert dann?
Karlheinz Töchterle: Dann
gibt es kein Angebot mehr. Ich bin
an den Hochschulen zu verbes-
sern. In vielen Punkten werden
wir übereinstimmen, aber es gibt
Z weite These: Der Protest
der Studierenden ist ei-
ne unerwartete Spätfolge des
dies konkret: mehr Mitsprache,
eine freiere Studiengestaltung
sowie eine geringere Ökonomi-
als Rektor für die positive Entwick- auch Themen, die ich als Rektor Abbaus der Mitbestimmung. sierung der Bildung. Es ist kein
lung der Universität zuständig. anders sehe. Aber genau so funk- – Die Einführung des UG 2002 Zufall, dass sich der Protest der
Daher habe ich diese Aktionen tioniert Demokratie, dass man hat bekanntlich die Mitbestim- Studierenden gerade diese –
nun doch lange Zeit sehr positiv eben eine andere Meinung haben mungsrechte aller universitären vor der Wirtschaftskrise beinahe
bewertet, weil ich der Meinung kann. Mit jenen Studierenden, die Kurien beschnitten und damit antquiert wirkenden – Forde-
bin, dass gerade dieser Dialog für das akzeptieren, werde ich auch die Bereitschaft der Universi- rungen zu eigen gemacht hat.
eine Universität sehr wichtig ist. in Zukunft zusammenarbeiten. tätsangehörigen spürbar redu-
Aber ich will und kann nicht auf ziert, sich weiter an der akade- Univ.-Prof. Dr. Ivo Hajnal ist Vor-
Dauer einen Teil unseres Budgets mischen Selbstverwaltung zu sitzender des Senats der Universi-
dafür verwenden, externe Räume Das Interview führte beteiligen. Nun zeigt sich eine tät Innsbruck.
anzumieten, wenn es keinen kon- Uwe Steger.
Dienstag, 15. Dezember 2009 7

Giotto
und der
Stern von
Bethlehem
Eine Himmel ser scheinung soll die drei
Wei sen au s d em Morg enland zu J e su s
g eführ t hab en. W i ssen schaf tlich b ele g -
bar i st die G e schichte je do ch nicht .

Überall taucht er derzeit auf: Der Stern ist ein wichtiges Weihnachtssymbol. Foto: bilderbox.com

Er ist wohl das Symbol der Episode mit dem Stern und den titut für Christliche Philosophie. verschiedene mögliche Ereignisse,
Weihnachtszeit schlechthin: Der Sterndeutern aus dem Osten fin- Der Astronom Ronald Weinber- auf denen die Geschichte beru-
Stern von Bethlehem, der den det sich in Kapitel 2 des Matthäus- ger unterstützt diese Einschät- hen könnte. „Möglicherweise ha-
drei Weisen aus dem Morgenland evangeliums. Ob sie irgendeinen zung: „Es ist bei Weitem nicht ge- ben die Gelehrten eine Supernova
den Weg zu Jesus wies. Doch was historischen Kern haben mag, ist sichert, dass diese Geschichte auf beobachtet.“ Dieses Aufflammen
ist dran an der Geschichte um heute nicht mehr entscheidbar“, einem realen astronomischen Er- eines vorher nicht sichbar gewe-
den wegweisenden Stern? „Die erklärt Winfried Löffler vom Ins- eignis beruht.“ Dennoch sieht er senen Sterns ist das letzte Auf-
8 Dienstag, 15. Dezember 2009

bäumen vor seinem Ende. Dabei ren geboren wurde, gab es keine einen Kometen beobachtet, doch lose Baby. Und das Wunderbare
nimmt seine Leuchtkraft milliar- registrierten Kometen. „Auch der sonderlich spektakulär und hell der Sternwanderung würde si-
denfach zu, bevor er vernichtet Komet Halley, den viele für die kann er nicht gewesen sein, da er cher viel greller ausgeschmückt
wird. Auch ein Komet könnte für Erscheinung verantwortlich ma- in unseren Breiten nicht beschrie- werden. Der Evangelientext aber
die Erscheinung verantwortlich chen, war schon 12 v. Chr. auf- ben wurde. strahlt hier eine merkwürdige,
gewesen sein, doch in der Zeit 7 getaucht“, berichtet Weinberger. schlichte Sachlichkeit aus“, sagt
bis 4 v. Chr., von der man heute „Zwar haben koreanische und Dreifache Konjunktion Löffler. Letztlich sei der historische
vermutet, dass Jesus in diesen Jah- chinesische Gelehrte um 5 v. Chr. Am wahrscheinlichsten scheint Wahrheitsgehalt aus theologischer
Weinberger ein Himmelsereignis Sicht aber auch unerheblich.
für die Geschichte verantwort-
lich zu sein, das sich dreifache Königskind
Konjunktion nennt. „Die Pla- „Theologisch viel wichtiger ist,
neten Jupiter und Saturn wiesen was die Sterngeschichte über das
ein scheinbares Positionszusam- Kind aussagen will. Erstens: Dieses
mentreffen auf, sie kamen sich Kind ist eine Art König – kein
innerhalb weniger Monate drei Wunder, dass König Herodes da
Mal sehr nahe.“ Ähnlich sieht unruhig wird, wie der Text sagt.
dies auch Löffler, der aber auch Die Geburt von Königskindern
weitere Rätsel ortet: „Man wird wurde in der Antike ja oft mit
kaum ein eindeutiges historisches dem Sichtbarwerden auffälliger
Fundament der Sterngeschichte
ausfindig machen können. Auch «Nach heutigem Maßstab
die momentan populärste Deu- wären die ,Sterndeuter aus
tung einer Planetenkonjunktion
ließe vieles im Text rätselhaft. Der dem Osten‘ wahrscheinlich
Matthäus-Text redet eindeutig ausländische Spitzenwissen-
von „dem Stern“ – wenn das zwei schafter.»
oder drei Planeten gewesen wä-
ren, hätten Top-Astronomen der Winfried Löffler
damaligen Zeit das ja ganz sicher
gewusst. Und die Merkwürdig- Gestirne in Verbindung gebracht;
keit, dass ihnen der Stern voran- Könige hatten sozusagen „ihren“
zog und über einem Haus stehen- Stern. Daher: „Wir haben seinen
blieb, würde durch eine solche Stern aufgehen sehen.“ Nur ist
Konjunktion auch nicht erklärt“, sein Königtum ein völlig anderes
befindet der Theologe. als jenes des Herodes. Zweitens:
Dieses Kind hat eine Bedeutung
Bloße Legende? für die ganze Welt, nicht nur für
„Auf der anderen Seite tut man das jüdische Volk. Daher kommen
sich aber auch schwer, den Text schon ganz früh ausländische Ge-
als reine Volkslegende ohne je- lehrte, um sich nach ihm zu er-
den Kern abzubuchen. Ein Legen- kundigen und ihm zu huldigen.
dentext würde viel mehr morali- Dieser Kreis schließt sich dann
sieren – etwa über den brutalen ganz am Ende des Matthäus-
Heute scheint der Stern für jede Krippe unverzichtbar. Foto: Böhm König Herodes und das schutz- evangeliums (28,19-20): „Geht

Der Komet Halley wird oft als Erklärung für die Erscheinung des Sterns von Bethlehem herangezogen. Unter Wissenschaftlern gilt dies aber als
unwahrscheinlich. Foto: MPAe, Lindau
Dienstag, 15. Dezember 2009 9

zur perSon

ronALD WeinBerGer

Der
Astronom
R onald Weinberger ist Ast-
ronom am Institut für Ast-
ro- und Teilchenphysik. Seine
Arbeitsschwerpunkte umfassen
interstellare Materie und Spät-
phasen der Sternevolution.
Außerdem ist er in der Öffent-
lichkeitsarbeit tätig. Nach dem
Studium in Wien arbeitete er
zunächst in Heidelberg, bevor
er 1977 nach Innsbruck kam.
Neueres populärwissenschaft-
liches Buch: Die Astronomie
und der liebe Gott (2008).

zur perSon

Auf ein Bild des italienischen Malers Giotto geht die heute gängige Darstellung des Sterns von Bethlehem
zurück. Foto: Scala Florenz

zu allen Völkern und macht alle Löffler. Woher der Kometen-My- lik der Weihnachtsgeschichte ist, WinfrieD LöffLer
Menschen zu meinen Jüngern . . .“ thos kommt, kann Ronald Wein- formuliert Löffler sehr prägnant:

Der
Jesus hat also eine befreiende berger erklären: „Diese Darstel- „Man könnte dies sogar noch zu-
Botschaft für die ganze Welt, das lung geht auf den italienischen spitzen: Selbst wenn man mor-
kündigt sich hier schon an. Maler Giotto zurück. Im Jahr 1301 gen hieb- und stichfeste Beweise
Keine Könige
sah er den Halley‘schen Kometen fände, dass die Geburt Jesu von
einem ganz außergewöhnlichen, Theologe
Bei der Überprüfung auf den unerklärbaren Himmelsereignis
«Die antiken babylonischen
Wahrheitsgehalt der Geschichte
dürfe man auch nie vergessen, Sterndeuter konnten Him-
begleitet war, würde das die the-
ologische Botschaft nicht glaub- W infried Löffler forscht
und lehrt am Institut
dass die Zeit so manches „hinzu- melserscheinungen schon würdiger machen. Außergewöhn- für Christliche Philosophie der
geflickt“ habe. „Dass es „Könige“ liche Ereignisse sind zunächst Universität Innsbruck. Seine
waren, steht ja nirgends, dass berechnen.» einmal außergewöhnliche Er- Arbeitsschwerpunkte liegen
es drei waren, auch nicht. Das ist Ronald Weinberger eignisse, nicht mehr. Erst wenn in der Wissenschaftstheorie,
wahrscheinlich aus den drei Ga- man schon ein Handeln Gottes Logik, angewandten Ethik
ben Gold, Weihrauch und Myrrhe und war davon tief beeindruckt. für möglich hält – wenn man also (Medizinethik, Umweltethik)
abgeleitet, die das Evangelium er- Daher fügte er einem seiner Ge- das Ereignis quasi schon mit ei- sowie besonders Religions-
wähnt. Die drei Namen Kaspar, mälde einen Stern mit Schweif ner Theologie im Hinterkopf an- philosophie. Neuere Publika-
Melchior und Balthasar sind etwa hinzu.“ schaut –, dann sieht man in tionen von Winfried Löffler:
ab dem 5./6. Jahrhundert fassbar. einem außergewöhnlichen Ereig- Einführung in die Religions-
Und dass der Stern kometenar- Weniger glaubwürdig? nis vielleicht einen göttlichen Fin- philosophie (2006), Einfüh-
tig aussieht, ist auch ein Produkt Wie unwichtig der historische gerzeig.“ rung in die Logik (2008).
späterer Spekulation“, berichtet Wahrheitsgehalt für die Symbo- christina.vogt@tt.com
10 Dienstag, 15. Dezember 2009

Weihnachten
in Globo
G lob o : Da s i st unsere Welt von
J osef Nu ssbaumer, A ndrea s E xenb er -
g er und Stefan N euner maßst ab s -
g etreu verkleiner t auf ein D or f
mit 10 0 M enschen.

Um ein Bewusstsein für die dem nach Asien mit 61 und


Lebensrealitäten auf der Afrika mit 13 Einwohnern dritt-
größten Weiler in Globo. In der
Erde zu schaffen, haben
100-Seelen-Gemeinde gehört sie
Wissenschaftler vom Insti- einer sehr kleinen Minderheit von
tut für Wirtschaftstheorie, Menschen an, die einen religiösen
-politik und -geschich- Bezug zum Weihnachtsfest haben
und den Heiligen Abend mit ge-
te jahrelang Da- fülltem Bauch und Geschenken
ten zu globalen feiern können.
Verhältnissen
Christlich feiern
gesammelt
„In Globo gibt es 30 Christen.
und auf ein Diese haben zumindest theore-
Dorf mit 100 tisch einen religiösen Bezug zum
Menschen umge- Weihnachtsfest“, erklärt der Wirt-
schafts- und Sozialhistoriker Dr.
rechnet.
Andreas Exenberger. „Das heißt
aber noch lange nicht, dass sie es
Mitte Dezember in Glo- auch in unserem klassischem Sinn
bo. Frau H. freut sich auf mit Geschenken feiern“, ergänzt
Weihnachten, obwohl die er. Insgesamt gibt es laut seinen
Zeit bis zum 24. Dezem- Schätzungen nur zwölf Men-
ber noch sehr anstren- schen, die Weihnachten christlich
gend wird: Sie muss und einigermaßen vermögend fei-
Geschenke kaufen, sich ern. Vier davon sind in Nordame-
über das Weihnachtses- rika, acht in Europa. Freilich sind
sen Gedanken machen es in Globo längst nicht mehr nur
und einen Baum besor- die Christen, für die Weihnachten
gen. Frau H. ist eine der eine Rolle spielt. „Das Fest wird
zwölf Bürgerinnen von rund 50 Menschen irgend-
und Bürger wie begangen, nicht zuletzt
Europas, weil Globo kapitalistisch
geprägt ist“, ergänzt Univ.-
Prof. Josef Nussbaumer, der
das Gedankenexperiment
Globo initiiert hat. Die Art
und Weise, wie gefeiert
wird, unterscheidet sich
allerdings in vieler Hin-
sicht von dem, was die
genannten vier Nordameri-
kaner und acht Europäer unter
Dienstag, 15. Dezember 2009 11

Weihnachten verstehen. auf 100 Konsumkörbe verteilt“,


Frau H. wird ihrem Neffen zu schildert Andreas Exenberger.
Weihnachten das lange ersehnte 61 von 100 Körben entfallen da-
Handy schenken, ihren Eltern ei- bei auf nur zwölf Personen in
nen Reisegutschein. Außerdem Nordamerika und Europa, die ver-
kauft sie weitere kleinere und bleibenden 39 auf die restlichen
größere Weihnachtsgeschenke 88 Bewohner in den anderen
für Verwandte, Kollegen und Weilern Globos. „Wenn man die-
Freunde – einige sind gar nicht so se Verteilungssituation unter dem
Aspekt des Schenkens betrachtet,
so ist es zum Beispiel erwähnens-
«Um die Konsumausgaben wert, dass drei Kinder in Asien
zu veranschaulichen, haben und eines in Afrika einen Teil je-
wir den weltweiten Konsum ner Waren herstellen, die bei uns
in Form von Geschenken unter
auf 100 Körbe verteilt.» dem Christbaum liegen“, so Josef
Andreas Exenberger Nussbaumer.
Obwohl Frau H. sich in ma-
leicht zu beschenken, weil sie sich terieller Hinsicht vergleichswei-
ihre Wünsche meistens schon vor se glücklich schätzen kann, zählt
Weihnachten selbst erfüllt haben. sie trotzdem nicht zur Gruppe
Im Dorf kann es sich bei weitem der reichsten Globianer. Exakt
nicht jeder leisten, Geschenke zu zwei männliche Globo-Bewohner
machen. halten 50 Prozent des gesamten
Dorfvermögens. Die 50 Ärmsten
100 Konsumkörbe in Globo hingegen teilen sich ein
„Um die Konsumausgaben in Prozent des materiellen und im-
Globo zu veranschaulichen, ha- materiellen Vermögens. Frau H.
ben wir den weltweiten Konsum befindet sich in einer der beiden
Vermögensgruppen dazwischen
und hat die Möglichkeit, sich
selbst und ihren Lieben zu Weih-
nachten einen gewissen Luxus zu
Globo – eine gönnen.
Für die 50 Ärmsten geht es je-
fiktive reale Welt doch bei weitem nicht um Luxus,
sondern einfach um Nahrung,

V or ca. zehn Jahren hat Josef


Nussbaumer begonnen,
Daten über die Lebensrealitä-
Kleidung, Wohnung und Bildung.
„Die unverhältnismäßige Vertei-
lung von Konsum und Vermögen
ten auf unserem Planeten zu- bedeutet ganz konkret, dass viele Die Konsumausgaben in Globo sind ungleichmäßig verteilt: 61 von 100
sammenzutragen. Die Themen Globo-Bewohner zu Weihnachten Körben entfallen auf nur zwölf Personen, die verbleibenden 39 auf die
reichen von Konsumausgaben weder etwas zu essen noch ein restlichen 88 Bewohner. Foto: iStock; Unser kleines Dorf/IMT Verlag
und Vermögenswerten über richtiges Dach über dem Kopf ha-
den weltweiten Öl- und Ener- ben“, verdeutlicht Nussbaumer.
gieverbrauch, die Bevölkerungs- So hungern 17 Bewohner von 15 von 100 Globo-Bürgern woh- gen“, fügt Josef Nussbaumer
entwicklung, den Goldvorrat Globo zu Weihnachten – wie nen in einem Slum. „Wenn man hinzu. In Globo verdienen übri-
bis hin zum Müll, der weltweit übrigens an jedem anderen Tag sich das biblische Bild von Christi gens 45 Menschen weniger als
anfällt. auch. Geburt ansieht, dann ist Jesus mit zwei US-Dollar pro Tag. Als die
Sicherheit in einem Slum geboren ärmsten Gegenden in Globo sind

U m die Verteilungsverhält- Christus im Slum Südasien und Subsahara-Afrika


nisse begreifbarer zu ma- Ein Weihnachtsessen mit viel verzeichnet.
chen, entstand am Institut für Fleisch, wie bei uns üblich, ist auf
«Jesus würde heute in
Wirtschaftstheorie, -politik und den Tellern im Dorf keine Selbst- einem Slum – vermutlich in Frohe Weihnachte n
-geschichte die Idee, sämtli- verständlichkeit. In Subsahara- Südasien oder Subsahara- Am Weihnachtsabend piept
che Daten und Statistiken auf Afrika, einem Teil des Weilers es in der Tasche von Frau H. Ihr
100 Menschen umzumünzen. Afrika, nimmt ein Einwohner pro Afrika – geboren werden.» Neffe schickt ihr vom neuen Han-
So wurde Globo mit den sechs Tag 140 tierische kcal zu sich, Josef Nussbaumer dy aus ein SMS. Er bedankt sich
Weilern Asien, Afrika, Europa, während ein Nordamerikaner und wünscht ein frohes Fest. Frau
Lateinamerika, Nordamerika jeden Tag im Schnitt 1040 tie- worden und würde auch heute in H. selbst schreibt keine SMS, sie
und Ozeanien aus der Taufe ge- rische kcal verspeist. „In vielen einem Slum – vermutlich irgend- ruft ihre Lieben zu Weihnachten
hoben. Das Buchprojekt „Unser Teilen Afrikas, wo man Weih- wo in Südasien oder Subsahara- lieber an. In Globo gibt es insge-
kleines Dorf“ von Josef Nuss- nachten feiert, ist der Fleischkon- Afrika – geboren werden.“ samt 70 Mobilfunkverträge und
baumer, Andreas Exenberger sum durchschnittlich so gering, „Auch das sollte man sich bei 20 Festnetzanschlüsse, fast die
und Stefan Neuner fasst nun die dass auch das Weihnachtsessen einem Blick aufs heutige Weih- Hälfte der Menschen in Globo
Ergebnisse der jahrelangen For- auf Getreidebasis besteht und nachtsfest und unsere westlich hat aber trotzdem noch nie tele-
schungsarbeit zusammen. maximal Spuren von Fleisch bein- geprägten Konsum- und Schenk- foniert.
haltet“, erklärt Exenberger. Und: gewohnheiten vergegenwärti- eva.fessler@uibk.ac.at
12 Dienstag, 15. Dezember 2009

Bewährtes Wissen um
die Kräfte der Natur
Traditionelle Hausmit tel er freuen sich immer größerer Beliebtheit . Zum Teil
ist deren Wirkung sogar wissenschaf tlich belegt . Doch auch bei Hausmit teln
ist Vorsicht angeraten, weil nicht alles „ Natürliche“ automatisch harmlos ist .

Echinacea zur Vorbeugung,


Spitzwegerich gegen Hus-
ten und Essigpatscherl ge-
gen Fieber – vor allem in
der Erkältungszeit stehen
Hausmittel hoch im Kurs.

Ringsum husten Menschen


und zücken ihre Taschentücher.
Die kalte Jahreszeit fordert ih-
ren Tribut, die Apotheken feiern
Hochsaison. Allerdings wollen
sich viele nicht von der Che-
miekeule erschlagen lassen und
wenden sich daher lieber Omas
bewährten Hausmitteln zu. Vor
allem Echinacea-Produkte werden
zur Stimulierung des Immunsys-
tems sehr gerne eingesetzt, um
gut gewappnet durch die Grippe-
saison zu kommen. Die Frage bei
Hausmitteln ist aber, ob deren
Wirkung Tatsache oder nur Ein-
bildung ist.
Pflanzliche Arzneien
„Es stimmt, dass Echinacea ei-
ne immunstärkende Wirkung be-
sitzt“, weiß Hermann Stuppner,
Leiter der Abteilung für Pharma-
kognosie an der Uni Innsbruck.
„Zur Wirksamkeit des roten Son-
nenhuts (Echinacea; Anm.) liegen
bisher schon mehr als 25 klinische
Studien vor.“ Vor allem den darin
enthaltenen Alkamiden komme
eine entscheidende Bedeutung
zu, weil sie im Organismus Mak-
rophagen aktivieren, die unter
anderem für die Steigerung der
Immunabwehr verantwortlich
sind.
Echinacea gibt es inzwischen in
Form verschiedenster Präparate zu
kaufen. Die Forschung hat dieses
alte Heilmittel, das vor allem bei
Studien belegen die entzündungshemmenden und krampflösenden Eigenschaften der Kamille. Fotos: Shutterstock den Indianern Nordamerikas eine
Dienstag, 15. Dezember 2009 13

lange Tradition hat, für sich ent- völlig bedenkenlos angewendet


deckt und nimmt deren Inhalts- worden ist. In der Zwischenzeit
stoffe unter die Lupe. Auch an- ist Huflattich in Österreich aber
dere Naturstoffe wurden schon in verboten, weil man darin Sub-
großem Ausmaß wissenschaftlich stanzen entdeckt hat, die toxisch
ausgewertet. Viele davon sind in sind.“ Das sei zwar nur in gerin-
Form von pflanzlichen Arzneien, gem Maß der Fall, dennoch wird
so genannten Phytopharmaka, in- von Anwendungen mit Huflattich
zwischen auch in der Schulmedi- abgeraten. Auch deshalb, weil bei
zin anerkannt. Laut einer kürzlich selbst gesammelten Pflanzen sehr
erschienenen Studie sind sogar häufig Verwechslungsgefahr be-
69 Prozent aller Arzneistoffe, die steht. „Anfang der 1990er-Jahre
auf dem Markt sind, biologischen hatten wir einen Vergiftungsfall
Ursprungs. Sie werden also direkt bei einem Kind, dessen Mutter
von Pflanzen, Pilzen, Bakterien Pestwurz sammeln wollte, statt-
oder anderen natürlichen Quellen dessen aber Alpendost pflückte.
gewonnen, sind Derivate oder Diese Pflanze ist extrem giftig,
leiten sich zumindest von Natur- weshalb das Kind letztendlich
stoffen ab. auch gestorben ist.“
Solche Dinge passieren laut
Sinnvolle Ergänzung Stuppner leider immer wieder,
„Es gibt mehrere Pflanzenin- auch wenn sie nicht immer derart
haltsstoffe, die als Arzneimittel tragisch enden. Selber sammeln
Anwendung finden und eigent- sei zwar in Ordnung, wenn man
lich alte Hausmittel sind“, so sich gut auskenne. „Das ist wie
Stuppner. „Der Spitzwegerich beim Schwammerlsuchen. Wobei
zum Beispiel enthält so genannte es auch bei guter Kenntnis nicht
Polysaccharide-Schleime, die vor immer ganz einfach ist, weil sich
allem bei trockenem Husten sehr bestimmte Pflanzen sehr ähn-
hilfreich sind.“ lich sind.“ Völlig bedenkenlos zu
Grundsätzlich denkt man bei Hausmitteln zu greifen, ist daher
Hausmitteln jedoch weniger an nicht besonders ratsam. Das gilt Der Honig gilt als altes Heilmittel gegen Husten. Die Inhaltstoffe von
pflanzliche Präparate, sondern auch für deren Anwendung, da es Knoblauch sollen eine antibakterielle und antivirale Wirkung haben.
vielmehr an Pflanzen, die man sich häufig um sehr potente Wirk-
selber sammelt und dann zu Tees stoffe handelt, die natürlich auch
oder Salben verarbeitet. Dabei Neben- und Wechselwirkungen lerdings: Der genaue Wirkmecha- zur person
rät Stuppner jedoch zu Vorsicht, haben. Genauso wenig sollten nismus dieser Heilmittel ist bisher
weil nicht alles, was aus der Na- nicht geklärt.
tur kommt, automatisch harm- «Wir können von der natur Aus Erfahrung wirksam
los ist. „Huflattich ist ein altes,
bewährtes Hausmittel, welches
noch extrem viel lernen. Der Nur weil ein wissenschaftlicher
über sehr lange Zeit bei Husten schatz, den die natur an Nachweis für ein Hausmittel aus-
wertvollen substanzen zu steht, heißt das noch lange nicht,
dass dessen Wirkung nur Einbil-
bieten hat, ist groß. » dung ist. Erstens beruhen alte
Pharmakognostische Hermann Stuppner Heilmittel auf Erfahrungswissen
Hermann stuppner
und scheren sich nur wenig um
Sammlung
Naturstoffe
Hausmittel als Alternative zur wissenschaftliche Studien. Und
Schulmedizin betrachtet werden. zweitens wurde bisher nur ein

E ine überaus umfangreiche


Sammlung an rohen oder
teilweise zubereiteten Produk-
Sie sollten vielmehr eine sinnvolle
Ergänzung sein.
Bruchteil der Pflanzen, denen
man eine heilende Wirkung nach-
sagt, untersucht. im Fokus
ten pflanzlichen, aber auch Heilmittel aus der Küche So gibt es insgesamt über
tierischen oder mineralischen
Ursprungs für therapeutische
Zwecke findet sich an der Ab-
Neben Heilpflanzen dürfen in
der Hausmittel-Apotheke natür-
lich auch bewährte Methoden
400.000 höhere Pflanzen, aber
nur bei fünf Prozent liegen phar-
makologische Ergebnisse vor.
H ermann Stuppner ist seit
2000 Vorstand des Instituts
für Pharmazie und Leiter der
teilung für Pharmakognosie der wie Wickel, Kompressen oder „Wir können noch extrem viel Abteilung für Pharmakognosie
Uni Innsbruck. Die so genannte Auflagen nicht fehlen, wobei man von der Natur lernen“, meint der an der Universität Innsbruck.
„Dittrichiana“, die ehemals vom sich gerne gewöhnlicher Lebens- Experte. Der Schatz an wertvollen Er beschäftigt sich u. a. mit der
Prager Apotheker Josef Dittrich mittel bedient. So helfen Essig- Substanzen, die es noch zu entde- Isolierung und Strukturaufklä-
zusammengetragen wurde, patscherl bekanntlich Fieber zu cken gelte, sei nämlich sehr groß. rung von Sekundärstoffen aus
umfasst rund 30.000 Exponate. senken. Und sogar Orthopäden Darüber hinaus verfügen Natur- höheren Pflanzen mit poten-
Darin enthalten sind z. B. Wur- raten nach Operationen am Knie stoffe laut Stuppner über derart zieller pharmokologischer Ak-
zeln, Früchte und Samen, aber zu Topfenauflagen. „Das hilft tat- komplizierte Strukturen, dass sie tivität. Im Mittelpunkt stehen
auch exotische Dinge wie Pfeil- sächlich“, bestätigt Stuppner. ein Chemiker niemals herstellen Naturstoffe mit entzündungs-
gifte, Sand aus der Saharawüste „Wenn man nach einem Insek- könnte. Die Natur hat uns nun hemmender, antitumoraler
oder Ochsengallensteine. tenstich eine halbe Zwiebel auf- einmal einiges voraus. und antibakterieller Aktivität.
legt, dann wirkt das Wunder.“ Al- michaela.darmann@tt.com
14 Dienstag, 15. Dezember 2009

Überlebenskünstler
in Eis und Schnee
D ie Schne e - und Ei sflächen d er Die Limnologin Birgit Satt- schern, von zum Teil gefrorenen
ler vom Institut für Öko- Seen, Eishöhlen, Wolkenpartikeln
A lp en und Polarg eb iete sind laut logie beschäftigt sich ge- sowie am Schnee. Eis ist keine ste-
rile Wüste ist, sondern ein aktiver
jüng sten Erkennt ni ssen d er W i ssen - meinsam mit Prof. Roland Lebensraum“, beschreibt Birgit
Psenner und deren Arbeits- Sattler ihre Forschungsarbeit. Die
schaf t nicht steril und leb en sfeind - gruppe mit Organismen, Wissenschaftlerin sieht es auch als
ihre Aufgabe, das Bewusstsein für
lich , sondern stellen Ö kosysteme die sich den extremen die weiten Schnee- und Eisflächen
und Refu gien für Mikroorgani smen Bedingungen in Eis und zu ändern und die Menschen da-
Schnee angepasst haben. für zu sensibilisieren.
und andere L eb ewe sen dar. Schmelztiegel
„Unsere ‚Spielplätze’ sind der
Schnee und das Eis der Alpen, Spezielle Ausformungen auf
der Antarktis sowie der Arktis; wir Gletschern – so genannte Kryo-
forschen an Eiskernen von Glet- konite – beherbergen zum Teil
Dienstag, 15. Dezember 2009 15

höchst aktive mikrobielle Ge- Messmethode entwickelt, die Le- ter großen Tiere können sowohl zur pErSon
meinschaften“, erklärt Birgit Satt- ben im Eis direkt sichtbar macht. Temperaturen von minus 270
ler. Diese Kryokonite entstehen „Bis dato lag die Schwierigkeit an Grad Celsius überleben, aber
durch mineralische und orga- der Untersuchung der Eisproben auch plus 150 Grad Celsius sind
nische Partikel, die sich auf Eis- immer darin, diese in gefrorenem für Bärtierchen kein Problem. Um
flächen ansammeln. Die dunkle Zustand ins Labor zu bringen, um diese extremen Bedingungen
Staubauflage bewirkt auf Grund sie dann dort unter kontrollierten auszuhalten, verfallen sie in die
der erhöhten Absorption von Bedingungen zu schmelzen und Kryptobiose, einem todesähn-
Sonnenlicht ein Abschmelzen des gezwungenermaßen für eine wei- lichen Zustand, in dem sie große
darunter befindlichen Eises. „Bak- tere Untersuchung zu manipulie- Hitze oder Kälte überdauern kön-
terienkolonien, Algen und auch ren. Würden wir das Eis zu schnell nen. Dabei ziehen die Bärtierchen
Viren haben sich diese – meist mit auftauen, könnten die darin vor- ihre Beine ein und fahren ihren
Schmelzwasser gefüllten – Ausfor- kommenden Arten einen osmo- Stoffwechsel langsam zurück.
mungen zu ihrem Lebensraum tischen Schock erleiden“, be- „Bärtierchen halten sehr viel aus
schreibt Sattler die Schwierigkeit – neben den extremen Tempe-
im Forschungsprozess. Durch die raturschwankungen können sie BirGiT SATTlEr
«Eine spezielle proteinaus- Entwicklung einer Lasermessme- auch sehr gut mit Strahlung um-
rüstung hilft, dass die im
Forschen im
thode konnten die Wissenschaft- gehen. In wissenschaftlichen Tests
Eis angepassten Arten, das ler diesen Prozess nun wesentlich wurden sie auch schon weltraum-
erleichtern. „Bestimmte Pigmente ähnlichen Bedingungen ausge-
ständige Einfrieren und Auf-
tauen überstehen.» Birgit Sattler
der Zellen der Mikroben im Eis
reagieren auf Laserstrahlen einer
bestimmten Wellenlänge, wo-
setzt“, zeigt sich Birgit Sattler be-
geistert. ewigen Eis
B
gemacht“, erläutert die Limno- durch wir auf eindrucksvolle Wei- Viele Forschungszweige irgit Sattler wurde in
login. Dort tragen sie wesentlich se sehen können, dass sich im Eis Ein weiteres Forschungsgebiet, Schwaz geboren und
zur Umformung atmosphärischer Biomasse befindet“, schildert die mit dem sich Sattler mit ihrer Ar- studierte Mikrobiologie mit
Depositionen bei und sind auch Limnologin. beitsgruppe und Kollegen der Wahlfach Limnologie an der
Bestandteil der Nahrungskette, Universität Salzburg (Dr. Herbert Universität Innsbruck. Sie pro-
wie von Jakub Zarsky, Dissertant Teddybären im Eis Lettner) beschäftigen, ist die Un- movierte mit der Arbeit „Mic-
der Ökologie, in seinen Studien Überlebenskünstler der beson- tersuchung des Eises alpiner und roorganisms in High Moun-
über die Stickstoffdepositionen in deren Art sind die Bärtierchen. polarer Gletscher auf radioaktive tain Lakes“. Seit 1993 ist Birgit
der Arktis festgestellt wird. Die im Sie verdanken ihren Namen ihrer Depositionen. Auf Grund von Sattler Vertragsassistentin am
Eis angepassten Arten verfügen Körperform, die an Teddybären Atombombentests und der Kern- Institut für Ökologie der Uni
über eine spezielle Proteinausrüs- erinnert. „Bärtierchen sind überall reaktorkatastrophe von Tscherno- Innsbruck.
tung, die das ständige Einfrieren byl befinden sich vor allem in den
und Auftauen unbeschadet zu
überstehen hilft. „Die Erforschung
dieser Eiweiße könnte zu wesent-
«Bärtierchen fallen in einen
todesähnlichen zustand, in
alpinen Gletschern hohe Dosen
an radioaktiven Überresten, die in
den Kryokoniten gebunden und
N eben ihrer Forschungs-
tätigkeit an der Uni
Innsbruck ist Sattler auch Vor-
lichen Neuerungen in der Wissen- dem sie große Hitze oder gespeichert werden. standsmitglied der Österrei-
schaft, speziell der Biotechnologie Die Kartierung der Kryokonite chischen Gesellschaft für Po-
führen“, so Sattler. Kälte überdauern können.» mit radioaktivem Fallout sowie larforschung, Vizedirektorin
Um die Forschungsarbeit zu Birgit Sattler eine Modellierung der Kryosphä- der „Planetary Studies Foun-
erleichtern, hat Birgit Sattler ge- re – jener Bereich der Oberfläche dation für Studies of Meteori-
meinsam Prof. Roland Psenner zu finden. Sie leben in Gletschern eines Planeten, der von Eis be- tics and Polar Research“ und
vom Institut für Ökologie und dem der Alpen und der Polargebiete, deckt oder kalt ist – ist dabei das Delegierte Österreichs im Ant-
kalifornischen Eisphysiker Michael in Moosen und es gibt auch tro- Ziel der Forscher rund um Projekt- arktisvertrag.
Storrie-Lombardi im Rahmen der pische Arten“, beschreibt Birgit leiterin Dr. Birgit Sattler.
TAWANI-Expedition 2008 eine Sattler. Die bis zu 1,5 Millime- susanne.e.roeck@uibk.ac.at
B irgit Sattler erhielt für
ihre Forschungen bereits
zahlreiche Auszeichnungen
Expeditions-Blog wie etwa die „Antarctic Service
Polar Medal“ der National Sci-

D erzeit befindet sich Birgit


Sattler auf einer Expediti-
on mit der Montana State Uni-
ence Foundation (2002), den
Eduard-Wallnöfer-Preis der
Tiroler Industriellenvereini-
versity in der Antarktis. „In den gung (2003), den „President‘s
McMurdo Dry Valleys wollen Outstanding Service Award“
wir Proben sammeln, um un- der Planetary Studies Found-
sere Untersuchungen am Eis ation und den „Air & Space
fortzusetzen“, erklärt Sattler. Award“ der Organisation
Während ihres Forschungsauf- Wings World Quest. Sattler en-
enthalts in der Antarktis werden gagiert sich auch im Rahmen
die Wissenschaftler auch einen der Jungen Uni und Sparkling
Internet-Blog führen – unter Science, um Kindern und Ju-
www.wingsworldquest.org kön- Foto oben: Bärtierchen sind Überlebenskünstler: Sie halten Tempera- gendlichen den Lebensraum
nen Interessierte ihre Expediti- turen von -270 bis +150 Grad Celsius aus. Foto linke Seite: Gebohrte Eis und dessen Sensibilität nä-
on verfolgen. Eislöcher frieren in der Antarktis rasch wieder zu und formen bizarre her zu bringen.
Strukturen. Fotos: Hieronymus Dastych/Zoologisches Museum Hamburg; Sattler
16 Dienstag, 15. Dezember 2009

Die Erforschung
des Unberechenbaren
I nnsbrucker Er ziehung swi ssenschaf tler unter suchen jene Formen der
M e dien - und Kommunikation ste chnolo gien , die soziale, kulturelle o der p oli -
ti sche B ewe gung en nut zen , um auf ihre A nlie g en aufmerk sam zu machen.

Beim Medienaktivismus ist zu. Am Institut für Erziehungswis- geworden, in Wirklichkeit hat der Art zu nutzen, um die Öffent-
das Medium selbst Teil der senschaften an der Uni Innsbruck Medienaktivismus aber eine lan- lichkeit zu erreichen. Andererseits
wiederum war das Interesse an ge Geschichte. Diese wollen wir können selbst Medien entwickelt
Nachricht. Es wird spiele-
dem Thema groß, also haben sichtbar machen. Zweitens wol- werden, um diese aktivistisch ein-
risch genutzt und bleibt Univ.-Prof. Theo Hug und ich das len wir eine methodische und be- zusetzen. Als Beispiel seien hier
somit spontan und unbere- Projekt beim Fonds zur Förderung griffliche Struktur erarbeiten, die die Hacker der 1990er-Jahre ge-
chenbar. der wissenschaftlichen Forschung es möglich macht, künftig in die- nannt. Diese definierten das Me-
eingereicht. sem Bereich weiter zu forschen. dium Computer neu, nutzten es
Wie ist die Idee zum Forschungs- Wie definieren Sie Medienaktivis- anders als vorgesehen.
projekt „Medienaktivismus. Formen Struktur entwickeln mus? Was unterscheidet Medienakti-
der populären Medienaneignung“ Mit welchen Schwerpunkten be- Sützl: Zu erwähnen ist dabei vismus vom klassischen Einsatz der
entstanden? fasst sich das FWF-Projekt? einerseits der mediale Aspekt. Me- Medien?
Wolfgang Sützl: Ausgangs- Sützl: Wir versuchen zwei dienaktivisten suchen klarerweise Sützl: Klassische Medien wer-
punkt war meine Arbeit mit Public Dinge zu machen. Einerseits ver- die Öffentlichkeit. Ihr Erfolg hängt den so eingesetzt, dass sie als
Netbase in Wien. Während dieser suchen wir den Medienaktivismus davon ab, wie Medien eingesetzt neutrale Vermittlungsinstanz ge-
Jahre ist mir aufgefallen, dass es als historische Form zu begreifen. werden. Das heißt, es braucht ei- sehen werden, während im Me-
zwar viele medienaktivistische Mit Computern und dem Inter- ne klare Medienstrategie dahinter. dienaktivismus das Medium selbst
Projekte gab, allerdings kaum net ist der Begriff in den 1990er- Man versucht daher bestehende Teil der Nachricht, des Ereignisses
wissenschaftliche Forschung da- Jahren zwar wieder interessant Medien auf eine ungewöhnliche ist. Klassische Medien werden
Dienstag, 15. Dezember 2009 17

konkret und sehr zielgerichtet ge- Sützl: Derzeit haben wir viel gende Anliegen vertreten; ande-
nutzt. Ihr Einsatz beim Medienak-
tivismus hingegen ist ein unbere-
mit theoretischer Grundlagenar-
beit zu tun. Wir untersuchen etwa
rerseits, dass sich Medienaktivis-
mus aufgrund seiner Natur nur
Formen des
chenbarer, spielerischer. Es bleibt das theoretische Umfeld der An- schwer mit institutionellen Struk- Medienaktivismus
also etwas Unbestimmtes. tiglobalisierungbewegung – also: turen verträgt. Das heißt, Medien
Welche Medien bzw. Medien-
formen werden eingesetzt?
Sützl: Eigentlich alle Medien,
Wie wird global kommuniziert?
Welche Medien werden dafür ge-
nutzt? Wie artikuliert sich etwa
werden auf eine Art und Weise
eingesetzt, auf die Institutionen
und Organisationen nicht einge-
D ie untersuchten Formen
des Medienaktivismus
konzentrieren sich auf Culture
die es gibt. Angefangen vom Me- der Protest in einer ökonomisch stellt sind. Sie unterfliegen quasi Jamming, Hacktivism, Alter-
dium Körper. Wenn zum Beispiel sich stark verändernden Welt? das Radar. native Media, Tactical Media,
eine Demonstration stattfindet Wie wird Medienaktivismus für Electronic Civil Disobedience,
oder ein Hörsaal besetzt wird, die aktuellen Studentenproteste ge- Intelligenter Einsatz Electronic Street Theatre, Swar-
kommt das Medium Körper zum nutzt und warum haben sie damit Ist Medienaktivismus mit ein ming und Bricolage.
Einsatz. Die Präsenz des eigenen Erfolg? Grund, dass Studentenproteste Culture Jamming etwa nutzt
Körpers ist dabei eine ungeheuer Sützl: Die Studierenden nut- auch in anderen Ländern begon- konkrete Beispiele aus der Wer-
machtvolle Form des Aktivismus. zen Medienaktivismus auf sehr nen haben? bung, führt diese aber zum Teil
Die Autonomie über den eigenen vielfältige Weise – von der Sützl: Sicher ist der intelligente ins Absurde. Der Begriff geht
Körper ist ein Wesenszug der De- Hörsaalbesetzung übers Einsatz von Medien wichtig, auf das Buch Culture Jamming
mokratie und wird daher in Form Straßentheater bis hin damit international über- des estnischen Autors Kalle
von Grundrechten wie der Ver- zu Twitter. Der Erfolg haupt etwas passiert. Al- Lasn zurück. Ziel von Culture
sammlungsfreiheit geschützt. Die liegt ei- nerseits lerdings bedeutet Globa- Jamming ist im weitesten Sinne
Präsenz eines Körpers schafft ein darin, dass die lisierung auch ähnliche die Konsumkritik.
politisches Faktum. Stu- dieren- Probleme in vielen Län- Bricolage wiederum beschreibt
den überzeu- dern. Die Debatte um die Technik, Gegenstände so
Kaum Literatur Bildung und pragma- zusammenzustellen, dass sie
Worin liegen die Schwierigkeiten tische Sachzwänge sind dabei ihre ursprüngliche Be-
des Forschungsprojektes? als Kern des Problems deutung verändern. Das kann
Sützl: Es gibt erstens wenig Li- international. für Symbole aber auch so All-
teratur, weil sich Aktivismus we- Wann wird tägliches wie Kleidung der Fall
sensmäßig der Archivierung ent- es erste Er- sein.
zieht, zweitens scheut sich auch gebnisse Public Netbase wurde Anfang
die Wissenschaft mitunter, etwas des FWF- der 1990er-Jahre vom Wiener
so Spontanes und Unberechen- Projektes Institut für neue Kulturtech-
bares zu erforschen. geben? nologien gegründet und bot
An welchen Forschungsschwer- Sützl: eine Plattform für die selbstbe-
punkten arbeiten Sie derzeit kon- Erste Zwi- stimmte Nutzung neuer
kret? schener- Medien.
gebnisse
zur Person wollen
wir im

Thema neue
kommen- den Jahr auf einer Tagung prä-
sentieren. Geplant sind weiters
verschiedene Publikationen und

Medien das Einbinden der Ergebnisse in


die universitäre Lehre. Insgesamt
soll es drei Jahre laufen, wobei es

D r. Wolfgang Sützl studier-


te Dolmetsch in Wien.
Anschließend folgten Peace
eine Kooperation mit der Zür-
cher Hochschule der Künste
gibt, an der einige Projekte
Studies in Großbritannien so- bearbeitet werden, die auch
wie Philosophie-Doktorat in für unser Forschungsziel re-
Spanien. Im Rahmen der Dis- levant sind.
sertation stieß Sützl auf den christa.hofer@tt.com
Bereich der neuen Medien.
Nach seiner Rückkehr nach
Wien arbeitete er mit Pub- Der Körper ist eine sehr
lic Netbase zusammen und alte, eigentlich die ers-
war als Lehrbeauftragter und te Form eines Mediums.
freier Übersetzer tätig, bevor Die Präsenz des Körpers
er den Forschungsauftrag an bildet außerdem eine
der Uni Innsbruck übernahm. äußerst machtvolle Form
Das FWF-Projekt ist Teil der des Aktivismus.
Innsbruck Media Studies, ei- Fotos: Shutterstock/
nem interdisziplinären Forum, Leigh Prather,
das sich u. a. mit dem Verste- PhotoSky4tcom
hen und Erklären von Medien-
strukturen befasst.
18 Dienstag, 15. Dezember 2009

Die Andreas-Hofer-Statue am Bergisel. Foto: Böhm

Der viel genutzte


Mythos Andreas Hofer
W i ssenschaf tler d er Univer sit ät Dass der Andreas-Hofer- heuer der Person und der Zeit
Mythos noch immer blüht Andreas Hofers. Auch wenn die
I nnsbruck ver suchten , d em Ereignisse von 1809 bereits vor
und deshalb weiterhin auch
hundert Jahren einer historisch-
My t hos A ndrea s Hofer auf die Spur die Wissenschaft beschäfti- kritischen Analyse unterzogen
zu kommen. G leichzeitig wün schen gen muss, hat vor allem mit worden waren, der Mythos And-
der Suche der Menschen reas Hofer ist ein hartnäckiger.
sie sich , da ss neu e F or schung s - nach ihrer Identität zu tun.
„Hofer war und ist wunderbar zu
instrumentalisieren. Egal welche
ergeb ni sse ihren Nie d er schlag in Dutzende Vorträge, zahlreiche Regierung oder welches Regime,
Forschungsarbeiten, Publikati- auf irgendeine Weise hat ihn je-
L ehre und Ö f fentlichkeit finden. onen und das Symposium „Tri- der für sich und seine Anliegen re-
umph der Provinz. Geschichte krutiert“, schildert Univ.-Prof. Jo-
und Geschichten 1809-2009“ hann Holzner, Leiter des Brenner-
widmeten Wissenschaftler süd- Archivs. Ein Umstand, dem die
lich und nördlich des Brenners Uni Innsbruck begegnen wollte.
Dienstag, 15. Dezember 2009 19

„Auch um ein Zeichen zu setzen“, fer-Mythos und seinen Kritikern der Folge auch in der Öffentlich- biete, besinnen sich wieder auf
bringt es Holzner auf den Punkt. nachgelassen. Die verschiedenen keit findet. ihre unmittelbare Umgebung und
Das Symposium, an dem nicht Positionen würden nebeneinan- Ein Phänomen rund um 1809 auf regionale Traditionen. Das ist
nur das Brenner-Archiv, sondern der existieren, wobei sich lang- und Andreas Hofer findet Holz- nicht naiv, sondern ein begrün-
auch das Institut für Geschichte sam bemerkbar mache, dass die ner besonders interessant. „Alle detes Bedürfnis. Allerdings darf
und Ethnologie sowie das Insti- Kritiker mehr Gehör finden. 25 Jahre holen wir etwas quasi dieses Feld nicht dem rechten Eck
tut für Kunstgeschichte der Uni Wobei diesbezüglich noch ei- aus dem Grab heraus, das dann überlassen werden“, betont Holz-
Innsbruck mitwirkten, setzte sich niges an Nachholbedarf vorhan- ein Jahr lang gefeiert wird und ner. Der gleichzeitig unterstreicht,
kritisch mit den Verhältnissen um den sei. Es gehe nicht darum, die anschließend wieder retour ins dass diese Sehnsucht nach Tra-
das Jahr 1809 in einem gesamteu- Person Andreas Hofers zu verun- Grab sinkt. Ich wage zu behaup- dition, nach den Wurzeln nicht
ropäischen Kontext auseinander. glimpfen, sondern um ein Aner- ten, dass ab März 2010 das Ho- typisch für Tirol sei, sondern für
kennen von Forschungsergeb- fer-Thema keinen mehr wirklich weite Teile Europas gelte.
1809 in der Literatur interessiert. Eigentlich müsste es
„Betrachtet man die Ereignisse zu denken geben, dass nur wäh- Erinnerungskultur
von 1809 genau, so waren sie im
«Forschungsergebnisse rend der Gedenkjahre Aktionen Die Erinnerungskultur könnte
historischen Zusammenhang win- werden in der Politik, in der gesetzt werden. In den Zeiten da- hier eine Chance sein, auf jene
zig. Allerdings wurden sie immer Öffentlichkeit nicht aufge- zwischen passiert jedoch nichts. Aspekte zu verweisen, die es wert
bewusst vergrößert“, schildert Für mich bedeutet das, dass das seien, beibehalten zu werden.
der Wissenschaftler. Im Rahmen nommen.» Thema die Menschen eigentlich Sich etwa für regionale Produkte
der Tagung beleuchteten die For- Johann Holzner nicht wirklich berührt. Es entsteht zu entscheiden, nennt Holzner ein
scher u. a., wie das Thema in der der Eindruck, dass hier künstlich
Literatur aufgenommen wurde. nissen, die in den vergangenen etwas inszeniert wird“, mutmaßt
„Das reicht von absoluter patri- Jahren und Jahrzehnten erarbeitet Holzner.
«identitätssuche ist wichtig.
otischer Begeisterung bis hin zur worden seien. „Was wir Forscher Diese aber über andreas
Entmystifizierung
schärfsten Kritik. Wobei interes- machen und gemacht haben – hofer erreichen zu wollen,
sant ist, dass beide Positionen auch mit dem Symposium – ist Stellt sich die Frage, warum der
nicht nur in Tirol, sondern auch in der Politik und der Gesellschaft Mythos dann doch bis zu einem ist der falsche Weg.»
außerhalb anzutreffen sind“, be- nicht wirkungsmächtig“, macht gewissen Grad bleibt und sich ge- Johann Holzner
richtet Holzner von ersten Ergeb- Holzner klar. „Das heißt: For- gen eine Entmystifizierung durch
nissen des Symposiums. Kritik am schungsergebnisse werden in die die Wissenschaft sträubt? Holzner konkretes Beispiel. Das sei nicht
Errichten des Mythos Hofer und offizielle Politik kaum aufgenom- sieht eine der Ursachen in der falsch verstandener Lokalpatriotis-
rund um die Ereignisse von 1809 men. Transportiert wird weiterhin Suche der Menschen nach ihrer mus, sondern beinhalte viele As-
habe es etwa schon 1811 durch das Wissen, das schon vor 100 Identität. In früheren Zeiten habe pekte – von der Förderung der lo-
den deutschen Dichter Johann Jahren in den Volksschulen ver- dies über die Herkunft („Tiroler kalen Landwirtschaft bis hin zum
Peter Hebel gegeben, nennt Holz- mittelt worden ist.“ Doch dieses sein“) oder den über Generati- Klimaschutz. Identitätssuche ist al-
ner ein Beispiel. Proteste gegen Wissen sei längst überholt. Die onen in einer Familie ausgeübten so wichtig. Diese aber über And-
die Mystifizierung kamen im 19. Forscher hoffen daher, dass dieser Beruf funktioniert. In Zeiten der reas Hofer und eine längst ver-
Jahrhundert weiters durch Bau- Prozess endlich einsetzt und das Globalisierung gehe dies jedoch gangene Zeit erreichen zu wollen,
ern, die zum Teil noch Zeitzeugen neue Wissen seinen Niederschlag nicht mehr. „Die Menschen su- ist für Holzner der falsche Weg.
gewesen waren. Im 20. Jahrhun- in Schulbüchern, der Lehre und in chen für sich daher Rückzugsge- christa.hofer@tt.com
dert wiederum habe es vereinzelt
Intellektuelle gegeben, die gegen
die Geschichtsklitterung aufgetre-
ten waren. „Tatsache ist, dass ein brenner-archiv
falsches Geschichtsbild konstruiert
wurde, das die Plünderungen von
Wohnungen jüdischer Mitbür- Kulturelles
Gedächtnis
ger ebenso ausklammert wie die
Tatsache, dass Kinder mit zu den
Kämpfen auf den Bergisel genom-
men wurden“, schildert Holzner.
1809 war außerdem kein Frei-
heitskampf, sondern mündete in
D as Brenner-Archiv wurde
1964 durch einen Vertrag
zwischen der Republik Österreich
das Metternich‘sche System und und dem Herausgeber der Inns-
einen Polizeistaat. brucker Kulturzeitschrift „Der
Brenner“ (1910-1954), Ludwig
Kritik nicht gefragt von Ficker, gegründet. Es dient
Wie schwierig es für kritische der Bewahrung und Kritik des
Stimmen war, sich Gehör zu kulturellen Gedächtnisses. So
verschaffen, beschreibt Holzner verwahrt es rund 190 Nach-
anhand des Franz-Kranewitter- lässe und Sammlungen insbe-
Stücks „Andre Hofer“, das für ei- sondere von Schriftstellerinnen
nen derartigen Skandal gesorgt und Schriftstellern, aber auch
hatte, dass es erst vor 25 Jahren von Philosophen, Musikern und
erstmals problemlos aufgeführt Künstlern. Das Brenner-Archiv
werden konnte. befindet sich in der Josef-Hirn- Leiter des Forschungsinstituts brenner-archiv ist Univ.-Prof. Johann
Heute habe der massive Streit Straße 5/10 in Innsbruck. holzner. Foto: Bernhard Aichner
zwischen Verfechtern des Ho-
20 Dienstag, 15. Dezember 2009

Südtiroler Autonomie
als Modell für Tibet
D ie p oliti sche Situation T ib et s i st nach wie vor prekär. US - Prä sident B arack
O bama for d er te b ei seinem jüng sten China - B e such eine W ie deraufnahme
d er Verhandlung en z wi schen China und d er tib eti schen E xilre gierung.

Prof. Anna Gamper, Verfas-


sungsrechtlerin an der Uni
Innsbruck, war Mitglied
des Scientific Committee
eines internationalen Sym-
posiums, bei dem auch ein
Runder Tisch mit dem Dalai
Lama abgehalten wurde.

US-Präsident Barack Obama


erklärte am 17. November bei
seinem Besuch in Peking, dass
die USA die Fortführung des Di-
alogs zwischen China und der
tibetischen Exilregierung unter-
stützen. „Da die tibetische Exil-
regierung im November 2008 in
ihrem ‚Memorandum on Genuine
Autonomy for the Tibetan People’
eindeutig eine Autonomielösung
statt einer völligen Unabhängig-
keit Tibets vorschlägt, stünde ei-
ner rechtlichen Lösung im Rah- Tibets Hoffnung auf Autonomie bleibt weiter aufrecht. Fotos: istockphoto.com; Universität Innsbruck
men des chinesischen Gesamt-
staats nichts im Wege“, analysiert Autonomie-Modell stellt für die werden aber auf Tibet nicht ange-
Gamper die aktuelle Lage. Die Ex- Exilregierung einen Fall von ,best wendet“, erläutert Gamper.
pertin hat sich auch mit der chi- practice‘ dar, der Vorbildcharak-
nesischen Verfassung beschäftigt. ter für die Lösung der Tibetfrage Internationale Tagung
„Rein rechtlich würde diese eine hat“, so Gamper. Der Dalai La- „Es ist Aufgabe der Wissen-
Autonomie Tibets zulassen. Die ma hat sich in Südtirol über das schaft, Entwicklungen der Gegen-
chinesische Führung lehnte das Modell informiert. Politisch sei die wart zu hinterfragen und nicht die
Memorandum jedoch ab, da sie Umsetzung des Modells in Tibet Augen vor Rechtswidrigkeiten zu
der Exilregierung unterstellt, eine weiter eher unwahrscheinlich, so verschließen, auch wenn – und
politische Loslösung Tibets anzu- die Juristin. Es sei auch fraglich, ob wohl gerade dann – eine große
streben und nur vordergründig «Artikel 4 der chinesischen Obamas Wunsch nach einer Fort- Macht dahintersteht “, so Gamper,
ein Autonomiemodell vorzuschla- Verfassung würde eine Re- führung des Dialogs von der chi- „umso wichtiger war das Sympo-
gen“, erklärt die Juristin. nesischen Seite aufgegriffen wer- sium ‚Regional Self-Government,
gionalautonomie der Tibeter de. „Bisher, und mehr noch nach Cultural Identity and Multinatio-
Minderheitenschutz gewährleisten.» Anna Gamper den Unruhen der jüngsten Zeit, nal Integration: Comparative Ex-
In ihrem Memorandum for- nicht zuletzt der Uiguren, sieht periences for Tibet‘ , das die Uni
dert die tibetische Exilregierung gleich zu anderen Staaten, die ih- sich das tibetische Volk besonde- Trient und die Europäische Aka-
in elf Punkten Rechte für Tibeter ren nationalen Minderheiten eine ren Unterdrückungsmaßnahmen demie Bozen veranstalteten. So-
in Bereichen wie Sprache, Kultur, regionale Autonomie gewährten, unterworfen. Dabei würden Arti- lange das Thema Gegenstand der
Religion, Bildung, Umweltschutz, sind diese Forderungen durchaus kel 4 der chinesischen Verfassung wissenschaftlichen Diskussion
Verwendung der Bodenschätze, nicht unüblich und insbesondere sowie die dazu erlassene ein- bleibt, besteht Hoffnung. Die po-
wirtschaftliche Entwicklung und auf Grund der speziellen geopo- fachgesetzliche Rechtslage einen litische Umsetzung muss freilich
Handel, Gesundheitssystem und litischen Lage Tibets von großer starken Minderheitenschutz ge- anderen überlassen bleiben.“
öffentliche Sicherheit. „Im Ver- Bedeutung. Speziell das Südtiroler währleisten. Diese Bestimmungen susanne.e.roeck@uibk.ac.at
Dienstag, 15. Dezember 2009 21

Die Lange Nacht der


Forschung in Bildern
Rund 70 0 0 B e sucher kamen am 7. N ovemb er zur L ang en N acht
der For schung , um an üb er 10 0 St ationen die For schung sb ereiche
der I nn sbrucker Univer sit äten und der auß eruniver sit ären
F or schung sst ät ten kennen zu lernen.
22 Dienstag, 15. Dezember 2009

Auszeichnung für
Forschungsarbeit Arthur-Haidl-Preis für
die Junge Uni Innsbruck
Bereits zum neunten Mal wur-
de am 23. November der Preis
für frauen/geschlechtsspezifische
Forschung an der Uni Innsbruck
vergeben. Die Auszeichnung, mit
der Abschlussarbeiten gewürdigt Zum sechsten Mal verlieh
werden, die sich zentral mit der die Stadt Innsbruck in die-
Frauen-/Geschlechterforschung
sem Jahr den Arthur-Haidl-
beschäftigen, ging in diesem Jahr
an Andrea Moser und Barbara Preis.
Maldoner-Jäger. Rektor Karlheinz
Töchterle, der die Preisverleihung Am 18. November überreichte
vornahm, zeigte sich beeindruckt BM Hilde Zach den mit 9000 Euro
von der Qualität der ausgezeich- am höchsten dotierten Förderpreis
neten Arbeiten. der Stadt Innsbruck an die Junge
Uni Innsbruck. Die Junge Uni unter
der Leitung von Dr. Silvia Prock ist
eine Initiative der Universität Inns-
bruck, die mit dem Ziel gegründet
wurde, Kinder und Jugendliche
für Wissenschaft und Forschung
zu interessieren und zu begeis-
tern. Inzwischen ist das Projekt
Rektor Töchterle, die Preisträgerin- anerkannt und vor allem bei den
nen Barbara Maldoner-Jäger, Andrea Zielgruppen, den Kindern und Ju-
Moser und Elisabeth Grabner-Niel gendlichen, sehr beliebt, wie die
vom Büro für Gender Studies. hohe Besucherzahl von 14.700
im Jahr 2008 bei Veranstaltungen
zeigt. Mit Veranstaltungen wie
Diskussion der Kinder-Sommer-Uni, der Grü-
nen Schule oder der Schatztruhe
einer Norm leisten die Verantwortlichen im
Sinne Arthur Haidls Jugendarbeit,
Knapp 30 internationale Wis- die der Stadt und dem Land zum Im Jahr 2008 nahmen mehr als 14.000 Kinder und Jugendliche an Veranstal-
senschaftler und Spezialisten dis- Wohl und Ansehen gereicht. tungen der Jungen Uni Teil. Foto: Uni Innsbruck
kutierten vom 11. bis 14. Novem-
ber bei einem Symposium das
Prinzip einer generellen Schutz-
verantwortung der Internationa-
len Gemeinschaft. Diese hat un- Chemikerin überzeugte mit
ter dem Motto „Responsibility to
Protect“ (R2P) Eingang in die in-
ternationale Politik gefunden. Hin-
ihren Studienergebnissen
ter dem Kürzel R2P steht die ge- Am 16. November wurde hieß es bei der Verleihung der
meinsame Pflicht, im Fall von Völ- DI Michaela Aigner vom Institut diesjährigen L’ORÉAL-Österreich-
kermord, ethnischer Säuberung, für Organische Chemie der Uni Stipendien im Theatersaal der Ös-
Verbrechen gegen die Mensch- Innsbruck mit einem von vier terreichischen Akademie der Wis-
lichkeit oder Kriegsverbrechen L’ORÉAL-Österreich-Stipendien senschaften in Wien.
tätig zu werden. Prof. Ramesh 2009 ausgezeichnet. Die Chemi- Das mit 15.000 Euro dotierte
Thakur, einer der federführenden
Autoren des Konzepts, nannte im
Offene Türen kerin aus der Forschungsgruppe
von Prof. Ronald Micura beschäf-
Stipendium ermöglicht Michae-
la Aigner die Durchführung ver-
Eröffnungsvortrag die internatio- Am 17. November 2009 öffne- tigt sich mit Ribonukleinsäuren schiedener Experimente, die für
nale Einigung zur Schutzverant- ten sechs Hochschulen im Raum (RNA) und arbeitet derzeit an der die Fertigstellung ihrer Disserta-
wortung durch die Vereinten Na- Innsbruck erstmals gleichzeitig Fertigstellung ihrer Dissertation. tion bis Mitte 2010 notwendig
tionen im Jahr 2005 „one of the ihre Türen. Rund 15.000 Schü- „Die 28-jährige Chemikerin be- sind. Anschließend möchte sie
most dramatic normative deve- lerinnen und Schüler aus Tirol, eindruckt nicht nur mit herausra- für zwei Jahre als Postdoc ins Aus-
lopments in our time“. Vorarlberg, Südtirol, Salzburg, genden Studienergebnissen, son- land gehen, vorzugsweise in ein
Veranstaltet wurde das Interna- Bayern, Liechtenstein und der dern auch mit Erfahrungen durch renommiertes Forschungslabor in
tionale Symposium von Prof. Dr. Schweiz hatten die Möglichkeit zahlreiche Praktika bei diversen den USA, in England oder in Skan-
Ursula Moser, Leiterin des Zent- aus über 100 Vorträgen, ver- technisch-pharmazeutischen Fir- dinavien. „Meine Faszination für
rums für Kanadastudien, und Dr. schiedensten Führungen und men und Universitätsinstituten. die Forschung, insbesondere für
Thomas Spielbüchler vom Afri- zahlreichen Info-Angeboten aus- Sie kann auf Lehrtätigkeit an ei- angewandte Biowissenschaften,
ka-Fokus des Instituts für Zeitge- zuwählen. Fotos: Uni Innsbruck ner Fachhochschule und an der wird weiter anhalten“, zeigt sich
schichte. Universität Innsbruck verweisen“, Michaela Aigner überzeugt.
Dienstag, 15. Dezember 2009 23

bildung – macht
– unterschiede
Was ist Bildung? Dieser Frage,
dem Bildungsbegriff sowie all je-
nen Institutionen, die Bildung
vermitteln, waren die 3. Innsbru-
cker Bildungstage am 12. und 13.
November gewidmet. Als promi-
nente Gastvortragende brach-
te sich auch Bildungsministerin
Claudia Schmied in den Diskurs
ein. Organisiert wurde die Ver-
anstaltung vom Institut für Erzie-
hungswissenschaften der Uni Inns-
Alpbach zu Gast an der Universität Innsbruck bruck.

Das Europäische Forum Alpbach und die Gedächtnisstiftung Peter Kaiser luden von 11. bis 13. November zur Ta-
gung „Finanzkrise = Kulturkrise?“ ein. Besondere Brisanz hatte angesichts der aktuellen Studierendenproteste die
von Rektor Karlheinz Töchterle moderierte Podiumsdiskussion „Bildung, Forschung – Leere“. Mit Forum-Alpbach-Prä-
Drei Mal „Sub
sident Erhard Busek, der Publizistin Adrienne Goehler und dem ehemaligen bayrischen Kultusminister Thomas Goppel
brachten drei Teilnehmer mit unterschiedlichen bildungspolitischen Hintergründen ihre Erfahrungen am Podium ein.
auspiciis“ an der
Leere orteten alle drei im Bildungssystem, insbesondere im Grund- und Mittelschulbereich. Aber auch die Umsetzung
der Bolognadeklaration und die Lehrerbildung standen im Zentrum der Kritik der Referenten. Foto: Uni Innsbruck
Universität
Gleich drei Absolventinnen und
Absolventen der Universität Inns-

Carl-Zeiss-Forschungspreis
bruck wurden am 24. November
im Beisein von Bundespräsident
Heinz Fischer promoviert: Die Li-
teraturwissenschaftlerin Friederike

für Physiker Rainer Blatt


Gösweiner, der Historiker Mathi-
as Moosbrugger und die Kompa-
ratistin Ulrike Söllner-Fürst. Der
Bundespräsident hob in seiner
Der 1988 von der Carl-Zeiss- Preis wurde in feierlichem Rah- Ansprache die „besonders schät-
Stiftung ins Leben gerufene men am Stammsitz der Carl Zeiss zenswerten“ Leistungen der drei
AG im baden-württembergischen Kandidaten hervor. „Die Universi-
Preis wird alle zwei Jahre für
Oberkochen verliehen. Beide Preis- tät Innsbruck kann stolz sein auf
herausragende Leistungen träger haben wegweisende Beiträ- diese drei hervorragenden Absol-
in der internationalen Op- ge zum neuen Feld der Quanten- venten“, so Fischer. Vorausset-
tikforschung vergeben. information beigesteuert. „Es ist zung für eine „Promotio sub aus-
eine große Ehre für mich, diesen piciis Praesidentis rei publicae“ ist
Preis entgegennehmen zu dür- der ausgezeichnete Abschluss der
Am 11. November erhielten die fen“, sagt Rainer Blatt, „auch weil oberen Mittelschulklassen, des
beiden Physiker Rainer Blatt und ich ihn mit einem Kollegen teilen Studiums und des Doktoratsstu-
Ignacio Cirac für ihre Arbeiten darf, mit dem ich über viele Jah- diums.
zu Quantenkommunikation und re eng zusammengearbeitet habe
Quantencomputer den Carl-Zeiss- und der viele entscheidende Im-
Forschungspreis 2009. Der mit Rainer Blatt vom Institut für Experi- pulse für die experimentelle For-
25.000 Euro dotierte Carl-Zeiss- mentalphysik. Foto: C. Lackner schung geliefert hat.“

Genderkalender für das Jahr 2010


Die interdisziplinäre Forschungs- spiegelt die Breite unserer drei stellten Themen reichen von der
plattform Geschlechterforschung großen Forschungsbereiche ,Kör- Forschungsgruppe CARE, die sich
der Uni Innsbruck stellte Ende Ok- per – Gesundheit – Normierung‘, mit Fragen der Pflege und Be-
tober ihr breites Forschungsgebiet ,Subjektivität, Macht und Narra- treuung beschäftigt, über die Ge-
in Form eines Jahreskalenders vor. tivität‘ sowie ,Sozioökonomische schlechterordnung in der Antike,
Zwölf Wissenschaftlerinnen und und politische Transformation‘ der Gleichbehandlung in Orga-
Wissenschaftler bzw. Forschungs- wider“, erklärt Prof. Erna Appelt, nisationen und der Flurnamen-
gruppen der Plattform präsentie- die Leiterin der interdisziplinären geschichte bis zur Klosterfrau als
ren auf den einzelnen Monatsblät- Forschungsplattform Geschlech- Unternehmerin. Weitere Details Ulrike Söllner-Fürst promovierte im
tern ihre spezifischen Forschungs- terforschung. Die auf den ein- im Internet unter www.geschlech- Fachbereich Vergleichende Litera-
schwerpunkte. „Der Kalender zelnen Kalenderblättern vorge- terforschung.at turwissenschaft. Foto: Uni Innsbruck
veranstaltungstipps

19. Dezember, 20 Uhr 14. Jänner, 20 Uhr Weitere Infos: www.geschlechter- Ort: Kaiser-Leopold-Saal, Katho-
Sprachkunst-Abend Lesung: Hans Haid forschung.at lisch-Theologische Fakultät, Karl-
SPRACH(LOSE)-KULTUR Lesung aus Anlass der Übergabe Ort: Hörsaal 2, SoWi, Universi- Rahner-Platz 3, 2. Stock
Abschlussveranstaltung des Sym- bedeutender Sammlungen des tätsstraße 15
posiums „An den Grenzen der Autors an das Brenner-Archiv. Es 2. Februar, 19.30 Uhr
Sprache“, das vom Forschungs- sprechen LR Dr. Beate Palfrader 20. Jänner, 19 Uhr Ausstellungseröffnung: „Drei
zentrum Kulturen in Kontakt vom und Institutsleiter Dr. Johann Christoph Wilhelm Aigner Schwestern unter Palmen“
18. bis 19. Dezember veranstal- Holzner. Ort: Literaturhaus am (AIGEN): PolColls. Merkwür- Ulrike Umshaus (Sistrans), Brit-
tet wird. Zum Thema spricht Inn, Josef-Hirn-Straße 5-7 dige Ereignisse in Italien. ta Weber (Mutters) und Nicole
die Kanadische Kunsthistorikerin Ausstellung Staudenherz (Innsbruck) stellen
und Performance-Künstlerin Ta- 15. Jänner, 18 Uhr Vernissage mit Lesung von Chris- im Botanischen Garten ihre Ar-
mar Tembeck; der Südtiroler Aufwachen in Dubai – träumen toph W. Aigner. Zu den Arbeiten beiten in Acryl, Öl und Misch-
Autor Kurt Lanthaler wird lesen. im Oman spricht Peter Prandstetter. Chris- technik aus. Ausstellungsdauer:
Umrahmt wird der Abend mit Bericht von der Bauingenieur-Ex- toph Wilhelm Aigner, der bisher 3. bis 16. Februar, Öffnungs-
Tonbandaufnahmen des verstor- kursion und ALUMNI-Reise nach vor allem als Lyriker und Prosaist zeiten: 13 bis 17 Uhr.
benen Lyrikers Christian Loidl. Abu Dhabi/Dubai/Oman. Mehre- bekannt ist, arbeitet seit zwanzig Ort: Gewächshaus Botanischer
Musikalische Untermalung: Rüz- re Vortragende berichten anhand Jahren mit dem Medium Pola- Garten, Sternwartestraße 15a,
gar Ve Zaman. von Bild- und Tondokumenten roid. Die Serie von 41 Polaroid- Innsbruck
Weitere Informationen: http:// über die Exkursion ins Land von Collagen (PolColls) unter dem
www.uibk.ac.at/kik/ „1001 Nacht“. Titel „Merkwürdige Ereignisse in 2. bis 3. Februar, ab 8.30 Uhr
Ort: Claudiana, Herzog-Friedrich- Ort: Großer Hörsaal der Fakultät Italien“ ist in den Wintermonaten FIT-Infotage
Straße 3 für Bauingenieurwissenschaften, 1992/93 in Marina di Cecina und FIT – Frauen in die Technik lädt
Technikerstraße 13 Rieti entstanden. in diesem Jahr bereits zum 13.
21. Jänner bis 23. Jänner Ort: Literaturhaus am Inn, Josef- Mal zu den Info-Tagen an die
Workshop: CELLA – Strukturen 19. Jänner 2010, 19 Uhr Hirn-Straße 5-7 Universität Innsbruck. Es warten
der Ausgrenzung und Diszipli- 7. Innsbrucker Gender Lecture tolle Versuche, Institutsbesichti-
nierung Im Rahmen der von der For- 26. Jänner, 18 Uhr gungen, Gespräche mit Studen-
In der Folge der internationalen schungsplattform Geschlechter- SoWi-Club Neujahrsgespräch tinnen und Frauen aus der Praxis,
Ausstellung in Rom werden sich forschung der Universität Inns- 2010 Workshops zur Zukunfts- und
Ende Jänner Wissenschaftler im bruck initiierten Reihe spricht Univ.-Prof. Dr. Kurt Matzler vom Studienplanung, Informationen
Rahmen eines Workshops mit Michaela Ralser vom Institut für Institut für Strategisches Manage- rund ums Studium und Einblicke
dem Thema der „cella“ ausei- Erziehungswissenschaften zum ment, Marketing und Tourismus in Forschungsarbeiten. Daneben
nander setzen. Weitere Informa- Thema „Die Klage des Subjekts“ spricht zum Thema „Irrwege des gibt es auch ein Programm für
tionen: http://www.uibk.ac.at/ Kommentar: Maria Heidegger, Strategischen Managements. LehrerInnen und Interessierte.
italienzentrum/pdf-ws-09_10/ Institut für Geschichte und Eth- Die häufigsten Trugschlüsse im Anmeldung und Informationen:
Ort: Kaiser-Leopold-Saal, Katho- nologie. Moderation: Maria A. Strategischen Management – www.fit-tirol.at
lisch-Theologische Fakultät, Karl- Wolf, Institut für Erziehungswis- und was wir daraus lernen Ort: Universitätshauptgebäude
Rahner-Platz 3, 2. Stock senschaften können“. und Technik-Areal

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