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Schriftliche Abschlussarbeit im Fach Bild- und Raumkonzepte in Theater, Film und Medien

WS 2006/2007 Lehrveranstaltungs-nr.: 170091(PS) LV-Leiter: O. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Greisenegger

Universität Wien

Verfasserin: Nina Rattan Matr.-Nr.: 0505101 Stud.-Kz.: 317

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EEIINNLLEEIITTUUNNGG

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DDAASS JJAAPPAANNIISSCCHHEE TTHHEEAATTEERR GGEESSCCHHIICCHHTTEE DDEESS KKAABBUUKKII--TTHHEEAATTEERRSS

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WWAASS IISSTT KKAABBUUKKII??

 
 

3.1. Eigenheiten des Kabuki

 

3.2. Die Kabuki – Bühne und die Kabuki- Musik

3.3. Masken und Kostüme

 

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EEIINNFFLLUUSSSS DDEESS JJAAPPAANNIISSCCHHEENN TTHHEEAATTEERRSS

 

4.1. Einfluss auf das westliche Theater

4.2. Robert Wilson’s Art der Inszenierung

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KKOONNKKLLUUSSIIOONN

 

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AABBBBIILLDDUUNNGGSSVVEERRZZEEIICCHHNNIISS

 

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BBIIBBLLIIOOGGRRAAPPHHIIEE

 

11 EEIINNLLEEIITTUUNNGG

„Auf der schwebenden Himmelsbrücke stand einst das Götterpaar Izanami und Izanagi und blickte hinunter auf die endlos ausgebreitete Salzflut. Neugier trieb das Paar, im salzigen Meer nach Land zu suchen; dazu rührten die beiden mit einem juwelengeschmückten Speer das Wasser auf, und die Tropfen, die von der Speerspitze in die Salzflut zurückfielen, formten eine Insel. Die beiden Götter, Mann und Frau, stiegen auf die Insel herab, errichteten einen Himmelspfeiler und umtanzten ihn. Dann vereinigten sie sich und zeugten die >>acht Inseln<< Japans.“ 1

Die Entstehung Japans wird seit jeher mit einer alten Sage des oberhalb erwähnten Urgötterpaares wiedergegeben. So jedenfalls will es der Mythos. Die Herkunft der Bewohner Japans kann jedoch bis heute nicht eindeutig festgestellt werden. Woher kamen die Japaner? Warum besiedelten sie die Inseln? Wie sah das Leben dieses Volkes aus, bevor sie sich auf den Inseln niederließen? Man nimmt an, dass sie über Landbrücken, die einst Japan mit dem asiatischen Festland verband, kamen. Trotz der erst späten Erwähnung Japans in der schriftlich überlieferten Geschichte Asiens, reichen die Anfänge dieses Volkes bis zu zehntausend Jahre zurück – bis zum Volk der Jomon. Um Japan und dessen Kultur besser verstehen zu können, ist eine Tatsache besonders erwähnenswert. Die Geschichte Japans unterliegt seit deren Beginn äußeren Einflüssen. Die ersten Einflüsse – vor allem bedingt durch den Buddhismus – brachten Siedler aus Korea, gefolgt von jenen Chinas, die sowohl die Form der Regierung sowie der Schrift stark prägten. Das Wissen um den kulturellen sowie finanziellen Reichtums China und Japans, verbreitete sich seit jeher. So brachten all die Völker, welche die Besiedelung Japans anstrebten, ihre Kultur und Bräuche mit. Bewirkt durch die äußeren Einflüsse jener Völker, entwickelte sich – im Gegensatz zum Westen – eine Tradition der absoluten Bewahrung des Brauchtums bzw. der Tradition. Herrschte in Europa die Tradition des ständigen Stilwandels, so sind in Japan im Laufe der Jahrhunderte nur geringe Variationen zu finden. Die Urreligion ist geprägt durch heiliges Tun: es vereint im Kreislauf des Jahres Götter, Ahnengeister und Menschen und drückt sich durch Tanz und Spiel aus. Dies dient in erster Linie der Erheiterung der Götter sowie der Belehrung des Volkes. Entstanden durch diese Tradition, entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte die uns heute bekannte Theaterkunst Japans: die Tradition des Bunraku, des Nô, der Kyogen und des

1 Immoos, Thomas. Japanisches Theater. Zürich: Orell Füssli 1975, S.9

Kabuki. Dabei stellt sich für mich eine wichtige Frage: in wiefern hat sich das Kabuki in seiner „ursprünglichen Form“ seit seiner Entstehung verändert bzw. hat es sich überhaupt verändert? Wie bereits erwähnt, verbreitete sich die Kunde des kulturellen und finanziellen Reichtums Chinas und Japans sehr schnell und machte auch vor Europa nicht halt. So ist es kaum verwunderlich, dass das japanische Theater seit jeher das europäische Theater geprägt hat.

„Einen zentralen Ort für die kulturelle Begegnung zwischen Deutschland und Japan bildet das Theater - wie kaum eine andere außereuropäische Theaterform haben vor allem die fernöstlichen Theatertraditionen insbesondere seit Beginn des 20. Jahrhunderts wesentlichen Einfluss auf das westliche moderne Theaterverständnis genommen.“ 2

Das Die Beigeisterung für die fernöstlichen Theaterformen Japans begann im 20. Jahrhundert und ist bis heute noch allgegenwärtig. Es mag wohl der Reiz des Fremden gewesen sein, der viele berühmte Theaterleute – wie zum Beispiel Brecht, Meyerhold, Eisenstein, Craig und noch viele mehr – im 20. Jahrhundert beeinflusste. Worin genau lag jedoch nun der Reiz des fernöstlichen Theaters und in wiefern hat es das Theater in Europa geprägt? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, ist es zunächst wichtig, zu wissen was das Kabuki Theater eigentlich ist, worin dessen Besonderheiten liegen, um dann anhand des Stückes „Civil WarS“, des bekannten Theaterregisseurs Robert Wilson, feststellen zu können inwiefern das japanische Theater Einfluss auf das europäische Theater genommen hat.

22 DDAASS JJAAPPAANNIISSCCHHEE TTHHEEAATTEERR GGEESSCCHHIICCHHTTEE DDEESS KKAABBUUKKII--TTHHEEAATTEERRSS

Das Kabuki-Theater, so wie es heutzutage im Kabukiza in Tokio zu sehen ist, geht zurück auf die frühere Theaterpraxis, bei welcher mehrere Autoren an einem Stück beteiligt waren. Erwähnenswert ist, dass es hierbei keine strikte Form gab, was schließlich dazu führte, dass oftmals nur einzelne Szenen aus dem Gesamtkunstwerk gespielt wurden. Dies führte zur bereits erwähnten, heutigen Aufführungspraxis im Kabukiza, bei welcher drei bis vier Szenen aus verschiedenen Stücken dargeboten werden. Wie hat jedoch die „ursprüngliche Form“ des Kabuki ausgesehen? Welche Besonderheiten bietet diese fernöstliche Theaterform? Hierbei

2 Pohl, Manfred. Japan. Kempten: Kösel 2002 http://www.goethe.de/kue/the/prj/ghost/etg/deindex.htm

ist es wichtig sich zuvor mit den Anfängen – der Geschichte – des Kabuki-Theaters zu befassen.

Die Tradition des japanischen Kabuki-Theaters reicht zurück bis ins 17. Jahrhundert. Die Ursprünge dieser asiatischen Theaterform sind mit der Schreintänzerin Okuni verbunden. Ihre Auftritte, welche erstmals 1608 mit einer Gruppe weiblicher Darstellerinnen stattfanden, wurden sehr schnell populär und sind seither unter dem Namen „Kabuki Odori“ (= Kabuki Tanz) bekannt. Was erwartet man vom Kabuki Odori bzw. wie hat es ausgesehen? In auffälliger Kleidung sowie Glocken schwingend drehte sich die Gruppe im Kreis bis sie in einen exstatischen Taumel verfielen, welcher die Besessenheit durch Buddha zum Ausdruck bringen sollte. Aufgrund der Anreicherung jener Tänze mit kleinen dramatischen Szenen, in denen die Frauen ihren Charme zur Schau stellten, entschloss sich die Tokugawa-Regierung 1629 zu einem Auftrittsverbot. Da diese neue Theaterform jedoch bereits erste Anhänger gewonnen hatte, wurde die Darbietung nun von jungen Knaben fortgesetzt. Auch dies war jedoch nicht im Sinne der Regierung, so dass es auch hier 1651 zu einem Verbot kam. Dieses Ereignis ebnete allerdings den Weg für das Männer-Kabuki, dass nur zwei Jahre danach ins Leben gerufen wurde. Erwähnenswert ist jedoch, dass die Aufführungen nur unter einer Vorraussetzung, nämlich der Grundlage laszive Lieder und Tänze auszuschließen, stattfinden konnte. Durch diese Bedingung war der Weg für die dramatische Entfaltung geebnet worden, bei welcher sich immer längere und kompliziertere Handlungen entwickelten. Interessant ist der Fakt, dass sich ganze Familiendynastien auf eine bestimmte Rolle fixierten, wie zum Beispiel auf die Rolle des Onnagata. Hierbei handelt es sich um männliche Schauspieler, welche ihr ganzes Leben lang der Darstellung von Frauenrollen widmeten. Sie waren so sehr mit dieser speziellen Rolle verbunden und beschäftigten sich so intensiv mit diesem Thema, dass sogar Frauen ins Theater gingen um von den feinen femininen Künsten jener männlichen Darsteller zu lernen. Im Wandel der Zeit entwickelten sich natürlich auch unterschiedliche Stile, die eng mit bestimmten Regionen verhaftet sind. So entstand in Edo der so genannte Aragoto–Stil, welcher vor allem durch seinen Hang zum Maßlosen und zur übertriebenen Heroik geprägt wird. Im absoluten Gegensatz dazu steht der Stil von Kyoto und Osaka, der sich vor allem durch graziöse Bewegungen, die ruhige Stimme, den romantischen Ton und in der Präsentation des Alltagslebens ausdrückt. Bis 1680 war somit die erste Entwicklung des Kabuki-Theaters abgeschlossen. In der Mitte der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entdeckte das Kabuki das Puppenspiel für sich. In dieser Zeit entstanden viele Meisterwerke, die sich auch heute noch größter Beliebtheit erfreuen. Die Schauspieler mussten daher den

Darstellungsstil der Puppen imitieren, dies machte eine absolute Beherrschung des Körpers notwendig. Nicht unbeachtlich ist jedoch auch die technische Entwicklung, welche diese Ära mit sich brachte. Die Drehbühne sowie die Versenkung in der Bühne entstanden, doch darauf werde ich nachfolgend noch detailliert eingehen. Von besonderer Bedeutung ist, dass beide Techniken in Japan bereits lange Zeit vor der Entdeckung durch Europa eingesetzt, und in weitere Folge von Europa übernommen, wurden. Auch im Sektor der Bühnenmusik des Kabuki entsteht eine bedeutende Neuerung, denn hierbei kommt es zu einer reicheren Ausgestaltung mit Instrumenten, welche vom zuvor erwähnten Puppentheater – dem Bunraku – übernommen wurde. Anfang des 19. Jahrhunderts, der Blütezeit des Kabuki, erlebte die fernöstliche Theaterform eine neuerliche Wende, die als Kizewamono bezeichnet wird. Diese Art des Kabuki stellt das Leben der einfachen Menschen – des Volkes – dar. Abgelöst wird da Kizewamono gegen Ende der Edo-Ära durch eine neue – allerdings sehr fragwürdige – neue Form. Dem Bösen wurde nun unverschämt gehuldigt. Dabei handelte es sich um die Darstellung von Tortur, Inzest, Prostitution, Erotik, Sadismus und nicht zuletzt des Zerfalls der Werte. Mit Beginn der Meijizeit (1868 – 1912) florierte der westliche Einfluss auf Japan, welcher einen Wandel im Leben der japanischen Bevölkerung verursachte. Im Laufe der Zeit entwickelte sich auch hier eine neue Form des Kabuki-Theaters, welches sich Shin-Kabuki nennt. Interessant dabei, ist die Tatsache, dass sich diese Art des Kabukis der Stücke aus dem Repertoire des Nô bemächtigte.

1889 wurde schließlich das Kabukiza in Tokio eröffnet, welches sich seit jeher – sowohl bei einheimischen als auch bei Touristen – größter Beliebtheit erfreut. Neue Kabuki-Stücke entstehen natürlich auch noch in unserem Jahrhundert, allerdings verzichten sie auf Musik und Tanz und die überlieferte Tradition, den Stil. Ganz im Gegensatz zu den Anfängen des Kabuki, bei welchen die Darsteller ohne Text auskamen – wie in der Commedia dell’Arte – entwickeln sich jene Stücke heutzutage aus dem Dialog heraus. Wie bereits zu Beginn erwähnt, ist es heutzutage üblich, lediglich einzelne Szenen von verschiedenen Kabuki- Stücken im Kabukiza zu zeigen. Allerdings ist auch hier bereits wieder ein Wandel zu beobachten, denn das Nationaltheater ging bereits dazu über ganze Stücke – allerdings in gekürzter Form – aufzuführen. Wie jede Theaterform besitzt auch das japanische Kabuki- Theater Eigenheiten bzw. Besonderheiten die nur in dieser Form zu finden sind und es somit unverwechselbar machen. Um den Einfluss dieser fernöstlichen Theaterkunst auf das

europäische Theater feststellen zu können, ist es daher von zunächst außerordentlicher Wichtigkeit, festzustellen welche charakteristischen Merkmale das Kabuki-Theater aufweist.

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3.1. Eigenheiten des Kabuki Als Europäer, die wir mit der Theaterkunst Europas vertraut sind, ist es zuallererst erwähnenswert, dass das Kabuki-Theater oftmals mit einer Art „Spiel“ verglichen wird, welches mehr charakteristische Merkmale einer Revue als eines klassischen Dramas aufweist. Die klassische Handlung wird durch diverse Einlagen belebt und in großen Theaterräumen aufgeführt. Theaterbesucher, welche sich mit den Handlungsabläufen dieser japanischen Theatertradition nur wenig befasst haben, mögen diese fernöstliche Kunst zunächst als „märchenhaft“ bezeichnen. Für Kritiker, welche Wert auf Logik und Vernunft legen, gibt es viel Unsinniges – doch gerade diese „Unstimmigkeit“, zeichnet das Kabuki aus. Ziel des Kabukis ist es die Sinne anzusprechen, den Geist mehr als den Intellekt zu befriedigen. In diesem Sinne ist ein direkter Vergleich des Kabuki-Theaters mit dem Theater Europas nur schwer möglich. Hierbei darf nie vergessen werden, dass es sich bei jener Theaterpraktik um eine klassische Kunstform Japans handelt, weshalb man in diesem Zusammenhang oftmals auch von „kyugeki“ – Spiele der alten Schule – spricht. Da es sich dabei, wie bereits erwähnt, um eine Kunst handelt, die Traditionen aufnimmt, sie verbessert ohne jedoch das altbewehrte außer Acht zu lassen, ist eines der obersten Prinzipien die Vollkommenheit der Darstellung, bei welcher der künstlerische Ausdruck absolute Wichtigkeit hat. Dies ist ein Ziel, das jeder Kabuki-Spieler im Laufe seiner Karriere anstrebt um schließlich das Publikum durch seine Darstellung in den Bann zu ziehen. Daraus ergibt sich eine bedeutende Tatsache, die als Gegensatz zum klassischen europäischen Theater, so wie wir es heute kennen, angesehen werden kann. Im Kabuki-Theater liegt der Schwerpunkt nicht auf der Handlung, dem Inhalt des Dramas, sondern auf dem Können des Schauspielers mit welchem er seine Rolle ausführt und durch welches er die Rezipienten zu überzeugen versucht.

Dies bringt mich zu einer bemerkenswerten Eigenheit des Kabuki-Theaters. Wie bereits zuvor erwähnt, gibt es ganze Familiendynastien, welche sich im Laufe Ihrer Karriere auf eine bestimmte Rolle festlegen und diese immer wieder verbessern bzw. verfeinern um die vorhin angesprochenen absolute Vollkommenheit zu erreichen. Das bereits zuvor angeführte Beispiel der Darstellungsform, welche sich Onnagata nennt, zeigt die japanische Tradition der

Bewahrung und Verbesserung der Künste – ohne das altbewehrte außer Acht zu lassen – sehr deutlich auf. Da das Ensemble grundsätzlich nur aus Männern bestand, stand es außer Frage, dass nur die bestaussehendsten Darsteller für die Rolle des Onnagata geeignet waren. Obwohl die überlieferte Tradition dieser Theaterkunst seit jeher übernommen wurde, hat es in den letzten 300 Jahren bemerkenswerte Fortschritte gegeben. Herausragend ist die Tatsache, dass die Darsteller dieser speziellen Rolle mit Beginn der frühen Jugend auf die Darstellung dieser Figur trainiert werden und sich vor 1868 sowohl auf der Bühne als auch im Privatleben nach weiblichem Vorbild kleideten. Dem Onnagata werden seit seiner Kindheit die Mimik und Gestik des anderen Geschlechtes beigebracht. So sagt man, dass Onnagata die Frauen teilweise besser kennen bzw. sie besser verstehen als diese sich selbst. Dadurch war es den geübten Schauspielern möglich, jeden Typ von Frau und in jeder Gemütsverfassung auf der Bühne zu präsentieren, was schließlich zu einer Besonderheit des Kabuki wurde und es charakterisiert – dadurch also in dieser Form einzigartig macht. Die männlichen Darsteller des Kabuki sind ihren weiblichen Kolleginnen weit überlegen. Der durch diese Rolle erlangte Respekt lässt sich natürlich auch auf die absolute Vollkommenheit im Bereich der Schminkmasken – der so genannten Kumadori, im Kostüm und in der Stilisierung, zurückführen. Dennoch stellt sich die Frage wie es ein männlicher Darsteller schafft, seinen weiblichen Kolleginnen, weit überlegen zu sein. Dies lässt sich zunächst anhand der simplen Tatsache feststellen, dass die Frauen Japans von Natur aus klein und ohne hervorstechende Merkmale sind, was sich für die Darstellung im Kabuki als ungeeignet erwies. Auf der Bühne sind die Darstellung von Persönlichkeit und starker Ausstrahlung von absoluter Wichtigkeit. Weiters lässt sich feststellen, dass das Kabuki eine eher unrealistische Theaterform ist, was eine der Antworten betreffend der Überlegenheit der männlichen Schauspieler in der Darstellung der Rolle des Onnagata sein mag. Trotz allem können die Eigenheiten des Kabuki-Theaters natürlich nicht diese spezielle Rolle beschränkt werden. Eine überaus bedeutende Eigenheit zeigt sich weiters in der Darstellung der ohimesama (Töchter einer sozial höher gestellten Familie). Sie sind vor allem in einer Art musikalischen Drama wieder zu finden, in einem Maruhommono. Erwähnenswert ist hierbei der Fakt, dass in dieser Theaterform nicht Menschen sondern Puppen agieren. Das dadurch entstandene Ningyo-joruri kann durchaus mit den Spielen des Kabuki-Theaters verglichen werden. Für Außenstehende mag es zunächst kindlich wirken, dass die Puppen sehr spielzeughaft aussehen, dennoch hat es sich im Laufe der Zeit zu einem musikalischen Drama von außerordentlicher Bedeutung entwickelt. Dies bringt uns zurück zur bereits erwähnten Übernahme des Puppentheaters durch das Kabuki-Theater. Denn nur kurze Zeit nach der Entstehung des Ningyo-joruri,

wurden bereits einige Stücke in die Tradition des Kabuki-Theaters übernommen. Jene Stücke, deren Ursprung auf das eben erwähnte Puppenspiel zurückzuführen ist, hat für die Rolle der ohimesama eine klare Struktur festgelegt. Sie ist meist als Heldin in Liebesgeschichten wieder zu finden. Eine äußerst bekannte und typische Darstellung durch jene spezielle Rolle lässt sich im Stück „Yamanodan“ beobachten. Es handelt sich dabei um eine japanische Widergabe des „Romeo- und Julia – Motives“, welches vor allem die Sünden und Bestrafungen eines tyrannischen Ministers aus dem 7. Jahrhundert aufzeigt. Dargestellt durch die Onnagata – Schauspieler, findet sich in der Figur der oiran, der Kurtisane, eine weitere Besonderheit des fernöstlichen Theaters. Die oiran lebte in der Feudalzeit Japans im Vergnügungsviertel und wurde hauptsächlich für ihre Schönheit verehrt und ist das Symbol des ästhetischen Geschmacks der Kultur de Edo-Zeit. Im Kabuki – Theater nimmt sie einen ähnlichen Platz wie die Rolle der ohimesama ein, da sie oftmals wesentlich dazu beiträgt romantische Atmosphäre auf der Bühne zu schaffen. Die bereits zuvor erwähnten Charakteristika des Onnagata finden hier ihre volle Entfaltung. Nicht zu verwechseln ist die Rolle der oiran mit jener der Geisha. Zwar entstammen beide historischen Grundlagen (denn beide lebten in der Feudalzeit im Vergnügungsviertel), doch drückt die Geisha ein noch überaus zartere Schönheit aus, als die oiran. Interessant hierbei ist die Tatsache, dass es den Darstellern des Onnagata gelungen ist die Geisha in einer Form zu präsentieren, welche ihre wirklichen Vorbilder – in der Erscheinung und der Kultivierung der Gebärden – bei weitem übertrifft. Daraus lässt sich eindeutig feststellen, dass es sich bei dieser asiatischen Kunstform keineswegs um eine starre, längst überholte Kunst der vergangenen Jahrhunderte handelt. Das genaue Gegenteil ist der Fall, denn durch die präzise Einstudierung der erhaltenen Traditionen und der kontinuierlichen Weiterentwicklung bzw. Verfeinerung der Rollen erlangt das Kabuki seinen Weltruhm und macht es zu dem was es heute ist: einer einzigartigen fernöstlichen Theaterform, die durch ihre Schönheit und ihre charakteristischen Merkmale besticht und somit viele Theaterleute Europas beeinflusste. Der eben erwähnte Einfluss darf jedoch nicht rein auf die Kunst der Darsteller reduziert werden. Im Laufe der Jahrhunderte gab es im Kabuki-Theater außerordentliche bühnentechnische Entwicklungen, welche natürlich von Europa übernommen wurden und heute fixer Bestandteil sowohl des japanische als auch des westlichen Theaters geworden sind. Zunächst möchte ich die Besonderheiten der Bühne dieser fernöstlichen Kunst darstellen bevor ich anschließend anhand eines Beispieles des amerikanischen Regisseurs Robert Wilson aufzeigen werde, wie stark der Einfluss auf die Entwicklung des westlichen Theaters war und in welcher Form sich dieser zeigt.

3.2. Die Kabuki - Bühne

3.2. Die Kabuki - Bühne Hanamichi Mawari Butai Das Kabuki Theater basiert technisch auf einer Nô-Bühne

Hanamichi

Mawari Butai

Das Kabuki Theater basiert technisch auf einer Nô-Bühne, die seit dem 14. Jahrhundert existiert. Der erste auffällige Unterschied zu westlichen Bühnen ist der lange Laufsteg, der durch das ganze Auditorium führt. Er wird Hanamichi (wörtlich: Blumenweg) genannt. Auf diese technische Einrichtung werde ich jedoch noch nachfolgend näher eingehen. Die Bühne des Kabuki wird seit jeher aus japanischen Zypresseholz hergestellt und besteht – zunächst

allgemein betracht – aus 3 wichtigen Elementen, auf die ich nachfolgend ins Detail eingehen werde:

ß Hanamichi – der so genannte Blumenweg

ß Mawari Butai – die Drehbühne

ß Geza – die Musikerloge

Zunächst werde ich auf den Hanamichi, den so genannten Blumenweg näher eingehen. Dieser Laufsteg ist neben der Bühne der wichtigste Platz. Der Name soll sich von Hanna (Geldgeschenken) ableiten, die den Schauspielern dort von ihren Fans gegeben wurden. Eindeutig lässt sich die Herkunft dieser technischen Bühnenvorrichtung nicht feststellen, doch es kann mit Sicherheit gesagt werden, dass der Hanamichi seit zwei Jahrhunderten Verwendung im Kabuki-Theater findet und auch für festgelegte Auftritte bzw. Abgänge benützt wird. An einer bestimmten Stelle des Hanamichi geben die Schauspieler ihre großen Monologe zum Besten. Diese Stelle wird Shichisan oder „7-3“ genannt. Dies ist ein Punkt der sich 7/10 vom Eingang am Ende des Auditoriums und 3/10 von der Bühne entfernt befindet. Der Hanamichi wird auch für dramatische Abgänge benutzt und ein einzelner Schauspieler kann am Shichisan weiter verharren, während der Bühnenvorhang zugezogen wird. Grundlegend betrachtet, handelt es sich bei dem so genannten Hanamichi um eine Art Steg

der von der Bühne, durch den linken Teil des Zuschauerraumes führt. Betritt der Schauspieler die Bühne über jenen Steg, so spricht man vom De (Auftritt), verlässt er die Bühne über den Blumenweg, so wird dies als Hikkomi (Abgang) bezeichnet. Meyerhold, der die japanische Kabuki-Bühne sehr schätzte, hat diese Einrichtung des fernöstlichen Theaters (allerdings in leicht abgeänderter Form) für das russische Theater übernommen. Hier zeigt sich das erste Beispiel für den Einfluss jener Theaterform auf das westliche Pendant. Nun möchte ich aber nochmals zum Hanamichi zurückkommen und den damit verbundenen Effekten, welche dieser Weg beim Rezipienten auslösen soll. Legt man Wert auf die Verstärkung des dramatischen Effektes sowie auf intensiveren Kontakt mit dem Publikum, so wurden auch häufig zwei Stege verwendet. Der so genannte Kari-hanamichi (der Hilfssteg) verlief dabei parallel zum Hauptsteg, allerdings auf der gegenüberliegenden Seite. Über diesen Blumenweg gelangen die Kabuki-Darsteller also auf die Hauptbühne, welche auch über eine herausragende Besonderheit verfügt. Hierbei handelt es sich um die so genannte Mawari Butai (die Drehbühne), die vor allem dem raschen Szenenwechsel dient. Erfunden wurde die Bühne von dem einst in Osaka lebenden Dramatiker Shozo Namiki. Der entscheidende Vorteil jener technischen Einrichtung liegt in der Ersparnis der Zeit, denn bereits hinter der Bühne werden die Dekorationen fertig aufgebaut und zum richtigen Zeitpunkt in das Blickfeld des Rezipienten gerückt. Dies verkürzt natürlich die Pausen zwischen den einzelnen Szenen und wurde mit großer Beliebtheit vom westlichen Theater übernommen. Das beste Beispiel dafür ist Piscators Globusbühne. Eine weitere technische Entwicklung, welche zur selben Zeit, im Kabuki-Theater entstanden ist, ist die Versenkung. Was genau, kann man sich darunter vorstellen? Bei der Versenkung handelt es sich um eine Vorrichtung mit Helfe derer ein Schauspieler von unten her auf die Bühne gehoben wird, was natürlich jedoch auch in der gegenteiligen Richtung verwendet werden kann und den dramatischen Effekt eines Kabuki- Stückes nochmals verstärkt. Diese beiden technischen Errungenschaften tragen natürlich enorm zur Einzigartigkeit des Kabuki bei, welche den Einfluss auf das westliche Theater immens verstärkte. Doch darauf werde ich nachfolgend näher eingehen.

So wie im Theater Europas, gibt es auch im Theater Japans einen Bühnenvorhang. Heutzutage ist es in Japan allerdings weit verbreitet, sowohl moderne als auch Kabuki Stücke im gleichen Theater aufzuführen. Daher erscheint es vielen Intendanten bequemer sich des westlichen Vorhanges zu bedienen, dennoch wird natürlich Wert darauf gelegt diesen Vorhang so gut wie möglich zu vermeiden. Der wesentliche Unterschied besteht jedoch im Aussehen und dem Einsatz jenes maku (Vorhang). Im Gegensatz zum westlichen Theater wird der

Bühnenvorhang in Japan jedoch nicht nach oben hoch gezogen, sondern öffnet sich zu den jeweiligen Seiten des Theaters. Grundsätzlich wird ein maku von schlicht gemusterter Baumwolle verwendet. Dennoch gibt es wesentliche Unterschiede im Aussehen dieser Bühnenvorrichtung. Wird in Tokio ein Vorhang aus breiten grünen, rotbraunen und schwarzen Stoffbahnen verwendet, so findet man in den Theatern von Kansei das Muster des traditionellen Kabuki-Vorhanges. Diese traditionelle Form zeigt vor allem mehr Farbfreudigkeit und Abwechslung und steht im wesentlichen Gegensatz zum joshiki-maku (der so genannte „richtige Vorhang“) der wie zuvor erwähnt hauptsächlich in den Kabuki- Theatern Japans zu sehen ist. In engem Zusammenhang und von herausragender Bedeutung ist der Ki. Dabei handelt es sich um einen Holzknüppel, welcher das Auf- bzw. Zuziehen des maku signalisiert. Wie kann man sich dieses bühnentechnische Gerät nun vorstellen? Diese Holzknüppel, die natürlich auch noch an anderen Stellen angewendet werden, bestehen aus Kashi-Holz und sind nur 30 cm lang. Während der Vorstellung obliegt es dem Assistenten des Inspizienten mit Hilfe dieses Gerätes unter anderem auch den Anfang, die Pausen und den Schluss anzukündigen. Der Klang erinnert an die Klingel bzw. den Gong im westlichen Theater. Obwohl der Ki sehr leicht und handlich erschient, verlangt dieser jedoch nach einer beträchtlichen Fertigkeit bzw. Handhabung. Doch wozu dient dieses Gerät nun. Mit Hilfe des Ki werden einerseits der Beginn, das Ende sowie die Pausen des Stückes angekündigt. Andererseits dient es auch zur Ankündigung des Höhepunktes eines Stückes. Bei diesem Teil handelt es sich abermals um ein – für das Kabuki-Theater – typisches charakteristisches Merkmal. Ein zentraler Gedanke des Kabuki ist das Darstellen stilisierter Gesten und Formen, dem so genannten Kata. Dies inkludiert tanzähnliche stilisierte Kampfbewegungen, tate genannt, sowie spezielle Bewegungen welche während des tanzen (das ist der Einzug) sowie während des roppo (der Auszug) stattfinden. Das wichtigste Kata des Kabuki ist das Mie, das am Höhepunkt einer Vorführung zu sehen ist und bei welchem „der Schauspieler zu einer Salzsäure erstarrt“. Dies mag etwas ungewöhnlich klingen und daher möchte ich dies nun näher erklären um ein genaues Bild dieser bedeutenden Szene zu erhalten. Am Höhepunkt jedes Kabuki-Stückes verharrt der Darsteller in einer eindrucksvollen Pose die beinahe wie ein Standbild wirkt. Daher muss ein guter Kabuki-Schauspieler äußerst geübt im „Posieren“ sein. Um abermals auf den Einfluss des japanischen auf das westliche Theater zurückzukommen, muss erwähnt werden, dass auch Robert Wilson in einigen seiner Stücken auf das Posieren, das so genannte Mie, zurückgegriffen hat die der amerikanische Regisseur allerdings als Clicks bezeichnet. Dies mag vor allem der Verstärkung des dramatischen Effekts gedient haben. Um die Aufmerksamkeit des Rezipienten einzig und allein auf die

Pose des Darstellers zu lenken, wird diese vom Klang des Ki betont bzw. unterstützt. Diese

auffälligen Kata werden jedoch nur in bürgerlichen, nicht in historischen Stücken präsentiert.

Um auf die Unterschiede im Kabuki-Theater zurückzukommen, sei erwähnt, dass sich das

sich diese fernöstliche Theaterkunst in drei grundlegenden Teilbereiche gliedert:

ß sewa-mono: bürgerliche Stücke über Bürgerliche

ß jidai-mono: historische Stücke über Samurai

ß Shosagoto: Tanzstücke

Die Aufführung eines Stückes dauerte von Tagesbeginn bis Nachteinbruch. Die vornehmen

Besucher wurden währenddessen von Teehäusern betreut. Wichtig hierbei, ist die Pose des

Hauptdarstellers. Obwohl historische Stücke meist zeitgenössische Vorfälle (inklusive jener

der Samurai-Klasse) behandelten, wurden diese meist getarnt – wenn auch nur leicht – und in

eine Ära vor der Edo-Zeit dargestellt um Konflikte mit der Zensur der Tokugawa-Regierung

zu vermeiden. Die bürgerlichen Spiele waren realistischer als die historischen Stücke, was

sich sowohl in den Dialogen als auch in den Kostümen zeigte. Für die Zuschauer musste ein

neu geschriebenes bürgerliches Stück immer wie eine Nachrichtenverbreitung gewirkt haben,

da sie oftmals von erst kürzlich geschehenen Skandalen, Morden bzw. Selbstmorden gespielt

haben. Eine spätere Version des bürgerlichen Spiels war das Kizewamono („entblößtes“

bürgerliches Spiel). Es wurde im frühen 19.Jahrhundert populär und war für das realistische

Portrait der Randgruppen der Gesellschaft bekannt. Es handelte sich dabei um

Sensationsmache. Tanzstücke waren oftmals ein zur Schau stellen von Talenten der

Onnagata-Darsteller.

Nach diesem kurzen Exkurs zu den drei grundlegenden Varianten

des Kabuki werde ich aber nun wieder zum Kabuki-Theater in seiner

ursprünglichen Form und dessen Einfluss auf das westliche Theater

zurück kommen. Wie auch im westlichen Theater, ist der Einfluss

der Musik in der japanischen Theaterkunst nicht zu unterschätzen.

Die im Kabuki häufigste verwendete Musik ist die Sogenannte

Samisen-Musik. Nagauta ist eine spezielle Form davon, welche von

Musikern auf einem abgestuften Hintergrund gespielt wird. Wie man

sich dies nun im Detail vorstellen kann, ist auf dem angeführten Bild

aus dem Kabukiza in Tokio ersichtlich.

dies nun im Detail vorstellen kann, ist auf dem angeführten Bild aus dem Kabukiza in Tokio

Zusätzlich zu der auf der Bühne stattfindenden Musik, gibt es auch noch Sänger und Musiker welche Samisen, Flöte und eine gewisse Anzahl von Perkussionsinstrumenten spielen, die sich im Bereich hinter der Bühne befinden. Sie produzieren eine große Anzahl der Hintergrundmusik sowie auch Soundeffekte. Ein spezieller „Soundeffekt“ der sich im Kabuki findet, ist der Knall von zwei hölzernen Klötzern, der hyoshigi, welche zusammen oder gegen ein hölzernes Brett geschlagen werden. Eine weitere „Eigenheit“ der fernöstlichen Theaterform ist das so genannte Takemoto. Dies kommt vor allem bei narrativen Szenen des Kabukis zum Einsatz unterscheidet sich wesentlich von den gesungenen Szenen des Nagauta. Der Takemoto-Erzähler sowie sein Samisen-Spieler (für diese narrative Form gibt es eine etwas abweichende Form des eben erwähnten Instrumentes) haben ihren fixen Platz auf der Bühne. Dieser befindet sich – vom Blick des Rezipienten aus betrachtet – auf der rechten Seite der Bühne. Dieser Platz ist meist mit einer Bambusabschirmung verdeckt. Für spezielle Szenen kommen beide – sowohl der Takemoto-Erzähler als auch der begleitende Samisen- Spieler – direkt auf die Bühne (also in das Blickfeld des Zuschauers). Die zu Beginn erwähnte Geza, die so genannte Musikerloge ist jedoch unauffällig platziert und wird oftmals sogar von den anwesenden Rezipienten nicht bemerkt. Diese Loge bietet Platz für eine gewisse Anzahl von Musikern, die vor allem für den reibungslosen Ablauf der Aufführung verantwortlich sind. Denn ihre Aufgabe liegt darin, das Zeichen für den Auftritt sowie den Abgang der Schauspieler bekannt zu geben. Betreffend der charakteristischen Merkmale des Kabuki- Theaters ist jedoch weiters erwähnenswert, dass sich die Besonderheiten nicht nur auf die Bühne sowie die Musik beschränken lassen. Auch die Anordnung des Zuschauerbereichs unterscheidet sich von dem uns aus dem Westen bekannten Theater. Zwar sitzt das Publikum

heutzutage natürlich in Sitzen westlicher Art, aber vor dem großen Kanto Erdbeben von 1923 saßen sie in so genannten Masu. Das sind viereckigen Boxen mit Kissen auf dem Boden für fünf Personen, so ähnlich wie es heute noch in den Sumo-Stadien vorzufinden ist. Ein Theater, das Kanamaru-za in Shikoku, verwendet die Masu-Boxen noch. Dieses Theater ist noch komplett aus der Edo-Zeit erhalten und vermittelt einen Eindruck wie andere Theater vor der Modernisierung und dem Wiederaufbau ausgehen haben.

Heutzutage kann man Kabuki in Tokio ständig im Kabuki-za Theater und häufig auch im Nationaltheater sehen. Kyoto und Osaka haben ihre eigenen Theater und außerdem einen etwas unterschiedlichen Stil, der als Kamigata bekannt und regionsspezifisch ist. Während der Vergangenheit das Kabuki Theater von ganz gewöhnlichen Durchschnittsmenschen besucht wurde, zieht es heute mehr die intellektuelle Oberschicht an. Trotzdem ist seine Tradition, die sich fast über 400 Jahre erstreckt, weiterhin ungebrochen. Dies mag zum einem an den eben

erwähnten charakteristischen Merkmalen dieses fernöstlichen Theaters, zum anderen aber auch an den reich verzierten Kostümen und den aufwendig gestalteten Schminkmasken liegen, auf die ich nun näher eingehen werde.

3.3. Masken und Kostüme Im Gegensatz zum No-Theater werden im Kabuki-Theater keine Holzmasken sondern extravagante Schminkmasken verwendet, so genannte Kumadori. Auf ein zuvor komplett weiß bemaltes Gesicht werden rote Linien aufgetragen. Um zu verdeutlichen wie eine Kabuki-Maske im wesentlichen entsteht, dient das unterhalb angeführte Bild. Es handelt sich dabei um ein Beispiel des Kabukiza in Tokio.

handelt sich dabei um ein Beispiel des Kabukiza in Tokio. Danjuro I lebte vor mehr als
handelt sich dabei um ein Beispiel des Kabukiza in Tokio. Danjuro I lebte vor mehr als
handelt sich dabei um ein Beispiel des Kabukiza in Tokio. Danjuro I lebte vor mehr als

Danjuro I lebte vor mehr als 300 Jahren und wird als der Erfinder des Arragoto Stils

angesehen. Man sagt, dass er diese einzigartige Maskenform erfunden hätte, als in seiner Jugend bei Nervosität Blutgefässe und Muskeln deutlich im Gesicht zu sehen waren. Danjuro

I. entwickelte bzw. verfeinerte diese spezielle Maskenform, was schließlich zur Entstehung

neuer Kumadoritechniken, für die Darstellung verschiedene Rollen, führte. Man sagt, es gäbe

heutzutage mehr als 50 verschiedene Kumadoriformen, wobei natürlich eine Tatsache beachtenswert ist. Jede aufgetragene Farbe symbolisiert einen anderen Charakter einer bestimmten Rolle. Während die Farbe Rot vor allem der Darstellung der Jugend sowie der Gerechtigkeit dient, werden die Farben blau, schwarz und braun für die Masken von bösen Charakteren bzw. für die von Monstern verwendet. Wie kann man sich diese Masken in ihrer Vollendung nun vorstellen und worin liegen die Unterschiede? Am deutlichsten ist dies am Vergleich der unterhalb angeführten Bilder zu erkennen.

am Vergleich der unterhalb angeführten Bilder zu erkennen. Á Suji-Kuma Kuge-Are Ë Diese Schminkmasken stellen

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Bilder zu erkennen. Á Suji-Kuma Kuge-Are Ë Diese Schminkmasken stellen abermals eine Parallele zu

Diese Schminkmasken stellen abermals eine Parallele zu westlichen Theater, speziell zu Robert Wilsons Aufführungen, dar. Das Kabuki hat sich – wie bereits zuvor erwähnt – in

gewissen Teilen aus dem Puppentheater Bunraku entwickelt. Auch in einigen von Wilsons Stücken werden Schminkmasken verwendet, die an Marionetten erinnern. Die Verwendung jener Kabuki-Masken erfolgt in absoluter Abstimmung mit den für die Rolle vorgesehenen Perücken sowie Kostümen. Dies bringt mich zum nächsten entscheidenden Punkt, der das fernöstliche Theater einzigartig macht und in gewisser Weise auch den Reiz dieser Theaterform darstellt: zu den Kostümen. Kostüme in bürgerlichen Kabuki-Spielen repräsentierten realistische Kleidung der Edozeit, für historische Spiele wurden oftmals prächtige Brokatroben benutzt sowie große Perücken, die an jene aus dem No-Theater erinnern. Bei den Onnagata-Tanzstücken liegt die Aufmerksamkeit hauptsächlich auf den schönen Kostümen. Für die diversen Rollen gibt es natürlich eine Vielzahl unterschiedlicher Kostüme die – wie bereits erwähnt – mit den Perücken und Masken abgestimmt werden. Nachfolgenden werde ich einige dieser Kostüme aufzeigen um die Unterschiede zu verdeutlichen. RRoollllee ddeess SSuukkeerrookkuu RRoollllee ddeess KKaannjjiinncchhoo

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4.1. Einfluss auf das westliche Theater Wie bereits zu Beginn erwähnt, hat das asiatische Theater mit Beginn des 20. Jahrhunderts Theaterleute – wie zum Beispiel Meyerhold, Artaud, Brecht und Eisenstein – in ganz Europa bzw. im westlichen Theaterraum fasziniert und deren Arbeit wesentlich beeinflusst. Es mag zunächst der Reiz des Fremden bzw. des Exotischen gewesen sein, der diese Faszination auslöste und eben erwähnte Theaterregisseure dazu beeinflusste Formen des japanischen Theaters zu „übernehmen“. Wesentlich dazu beigetragen, haben mit Sicherheit die 1900 und 1902 stattgefundenen Tourneen japanischer Schauspielgruppen. Ende der 1920er Jahre fanden abermals Tourneen in Europa statt, bei welchen vor allem Brecht seine Bewunderung für den japanischen Schauspieler und Regisseur Tsutsui Tokujiro zum Ausdruck brachte. Was zunächst faszinierte, schließlich aber zum Symbol der Aufhebung der strikten Grenze zwischen Darsteller und Rezipienten – so wie wir sie im heutigen Theater kennen – führte, war die bühnentechnische Einrichtung des Hanamichi. Dieser veränderte das Theaterbild, welches sich in Bühnenraum und Zuschauerraum – strikt von einander getrennt – gliederte, und schuf damit eine Gemeinschaft der Schauspieler und Zuschauer. Des weiteren lag die Faszination des Fremden wohl auch in der Darbietung selbst, die vor allem von der Stilisierung des japanischen Theaters bestimmt ist. Mit nur geringer Darbietung wurde eine maximale Spannung erzeugt, es handelte sich hierbei um eine zeichenhaftige Andeutung des Gezeigten. Diese Andeutungen sind speziell auf die für das Kabuki charakteristischen Posen, des Mie, zurückzuführen, welches ja auch heute noch Anklang im westlichen Theater – im speziellen in Robert Wilsons Inszenierungen – findet. Vor allem Brecht war äußerst fasziniert von der fernöstlichen Theaterform und schuf eine neue Bearbeitung des Nô-Stückes Taniko – bekannt unter dem Titel Der Jasager und der Neinsager. Deutlich erkennbar ist vor allem, dass das japanische Theater nicht speziell nur den deutschen Theaterraum beeinflusste, sondern auch westliche Theaterregisseure wie Peter Brook, Robert Lepage sowie Robert Wilson, auf welchen ich nachfolgend noch zu sprechen kommen werde. Grundsätzlich ist jedoch zu sagen, dass sich wohl Robert Wilson am umfassendesten mit den Elementen des japanischen Theaters beschäftigt hat. Er hat viele Variationen dieser fernöstlichen Theatertradition in seine Werke einfließen lassen, beginnend beim Puppentheater, bei Formen des Nô- und Kabuki-Theaters sowie Techniken des Schauspiels und des Tanzes und schließlich bei gewissen Teilen der Bühnenformen. Wilson selbst ist der Meinung, dass die Verantwortung des Theaters darin liegt, nicht zu sagen was etwas ist, sondern zu fragen: was ist es? Sein Verständnis von Theater beeinflusste seine Arbeit im wesentlichen und macht sie

daher einzigartig. Um sein Verständnis von Theater näher zu erläutern ist es daher zunächst wichtig, sich mit seiner Art der Inszenierung zu beschäftigen.

4.2. Robert Wilson’s Art der Inszenierung Robert Wilson wird oftmals als „Mann der das Theater revolutioniert hat“ bezeichnet. Er hat zwei grundsätzliche Regeln. Diese beiden, die er als Entertainment-Regeln bezeichnet, können als prinzipielle Grundlage für seine Inszenierungen betrachtet werden:

Entertainment-Regel Nummer 1: „Most important is the first and the last minute“ 3 Entertainment-Regel Nummer 2: “Let the audience come to you” 4

Dem texanische Theaterregisseur, welcher in New York Innenarchitektur studierte, geht es bei seinen Inszenierungen vor allem um Bilder, nicht um Botschaften die vermittelt werden wollen. Erwähnenswert dabei ist, dass Robert Wilson mit einem Stab von künstlerischen Mitarbeitern – zuständig für die einzelnen Bereiche wie zum Beispiel Kostüme, Maske,

– zusammenarbeitet, die gemeinsam mit ihm das Gesamtkunstwerk im typischen

„Wilson-Stil“ aufrechterhalten. Dieser Stil ist in dieser Art und Weise einzigartig und weist eindeutige Charakteristika auf: er ist hochartifiziell, abstrakt, verschlüsselt und bedient sich einer eine eigenen Theatersprache. Oberflächlich betrachtet, könnte man das Bühnenbild

Wilsons als traditionelle Guckkastenbühne bezeichnen. Bei näherer Betrachtung stellt man jedoch viele bemerkenswerte Einzelheiten fest, welche charakteristisch für die Inszenierungen des amerikanischen Regisseurs sind. Dabei handelt es sich unter anderem um schwarz abgehängte Seitengassen, schwarze Bühnenteppiche um Lichtreflexionen zu vermeiden, eine Opera-Folie als Horizont bei welcher die Farben im ständigen Wechsel sind – kurz gesagt um einen schwarzen Raum, in dem jedes Element getrennt erscheinen kann. Durchaus gibt es Gegenstände auf der Bühne, wenn diese auch in der Minderheit sind. Meist handelt sich dabei um Stühle die wie eigenständige Skulpturen zu betrachten sind.

Ton,

Um nun aber den Einfluss des japanischen Theaters in Wilsons Arbeit aufzuzeigen ist eine Tatsache bemerkenswert. Wilsons Schauspieler sind expressiv geschminkt: weiße Gesichter, rote Lippen, schwarze Brauen, kantige Frisuren. Durchaus können diese Schminkmasken mit den charakteristischen Masken des Kabuki-Theaters, ihre Posen mit den puppenhaft

3 Linders, Jan (HG). Nahaufnahme Robert Wilson: Lecture. Mit einem Traum von Heiner Müller. Berlin: Alexander Verlag 2007, S. 161

4 Linders, Jan (HG). Nahaufnahme Robert Wilson: Lecture. Mit einem Traum von Heiner Müller. Berlin: Alexander Verlag 2007, S. 161

angedeuteten Posen des japanischen Puppentheaters, verglichen werden. Die Ähnlichkeit der Posen von Wilsons Darstellern mit den Posen der fernöstliche Theatertradition zeigt sich vor allem auch in der Bewegungssprache. Es handelt sich dabei um pantomimischen, sowie tänzerischen Ausdruck, bei welchem vor allem gespannte Gesten – ähnlich dem Mie im Kabuki-Theater. Wie diese Posen nun aber genau aussehen werde ich nun noch kurz anhand des nachfolgenden Beispieles „Civil WarS“ von Robert Wilson und Heiner Müller aufzeigen.

Zunächst ist zu sagen, dass die Inszenierung Wilsons eine Zusammenarbeit des europäischen, amerikanischen sowie japanischen Theaters umfasst, da es Robert Wilson – wie bereits zuvor erwähnt – nicht um die Vermittlung von Botschaften geht sondern um Bilder. Seine Arbeit an Civil WarS begann somit zunächst mit Bildern des Amerikanischen Bürgerkrieges von Matthew Brady sowie mit Bildern Japans aus der Zeit der „Europäisierung“. Bei den so genannten „Knee plays“ mag es sich zwar um den allein amerikanischen Teil der Civil WarS handeln, dennoch sind die Einflüsse Japans – speziell die des Bunraku Puppenspiels, des Nô- und Kabuki-Theaters – stark ersichtlich. Das Bühnenbild besteht aus rechteckigen Modellen, das sich stark auf das japanische Theater bezieht. Die Handlung der „Knee plays“ betrachtend, kann der Rezipient hier die Verwandlung – den Kreislauf des Lebens – verfolgen. Es handelt sich hierbei im speziellen um die Verwandlung eines Baumes in ein Boot, dann in ein Buch, daraus wird schlussendlich wieder ein Baum. Bedeutungsvoll ist auch die Tatsache, dass Wilson mit immer wieder kehrenden Symbolen und Bildern arbeitet, die viele Rezipienten tief berühren. Die berührensten Szenen zeigen zum Beispiel in der achten Szene mysteriöse Muster von Ms. Hanayagi’s neun Tänzerinnen, welche in weiße Ärztekittel gekleidet sind sowie ein ergreifendes Solo von Ms. Hanayagi bei Schneefall. Obwohl dies in Worte gefasst nur sehr schwer zu veranschaulichen ist, so bezeichnen einige Kritiker Wilsons Inszenierung als „Meisterwerk der Bühne“.

55 KKOONNKKLLUUSSIIOONN

Sowohl Brechts Umsetzung eines japanisches Nô-Stückes, Meyerholds Anwendung japanischer Bühnentechniken – wenn auch in leicht abgeänderter Form – als auch Wilson Arbeit an Civil WarS zeigen deutlich, dass die Faszination des fernöstlichen Theaters Japans, welche mit Anfang des 20. Jahrhunderts begonnen hat, bis heute Theaterregisseure stark beeinflusst. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich die Tradition des japanisches Theaters, trotz der Einflüsse die während der vergangenen Jahrhunderte auf das Land eingewirkt haben, nach wie vorher erhalten ist. Dennoch handelt sich bei dieser Theaterkunst

um keine starre Kunst der Vergangenheit. Das Gegenteil ist der Fall. Um den Prinzipen des Kabuki gerecht zu werden, sind alle Kabuki-Darsteller bzw. alle – auch noch heutigen Nô- Schulen – einerseits mit dem Erhalt der Traditionen, andererseits aber auch mit der Verfeinerung dieser Künste beschäftigt. Im Gegensatz zum westlichen Theater handelt es sich bei der in Japan vorherrschenden Kunst um keine Tradition des ständigen Stilbruchs. Bedenkt man, dass das Kabuki seine Wurzeln im 17. Jahrhundert hat, die Wurzeln des Nô – Theaters noch weiter zurückliegen ist diese Bewahrung der Tradition bis in unser heutiges Zeitalter äußerst bemerkenswert. Es hat sowohl die bühnentechnische Entwicklung als auch die Entwicklung neuer Theaterformen, speziell ersichtlich in Robert Wilsons Civil WarS – beeinflusst. Der Reiz des fremden, des exotischen ist längst nicht erloschen und es ist davon auszugehen, dass es auch in der Zukunft Theaterleute weltweit beeinflussen und deren Arbeit bereichern wird.

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Kabuki-Bühne, S. 10 – Kabukiza Theater / Tokio http://www.shochiku.co.jp/play/kabukiza/theater/ Nagauta Musik-Stil, S. 13 – Kabukiza Theater / Tokio http://www.shochiku.co.jp/play/kabukiza/theater/ Kumadori – Schminkmasken, S.15 – Kabukiza Theater / Tokio http://www.shochiku.co.jp/play/kabukiza/theater/ Kabuki – Kostüme, S. 16 – Kabukiza Theater / Tokio http://www.shochiku.co.jp/play/kabukiza/theater/

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