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ARCHÄOLOGIE 22/2 2011 2. Halbjahr Ö S T E R R E I C AKTUELL
ARCHÄOLOGIE
22/2
2011
2. Halbjahr
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AKTUELL
Mittelbronzezeitliche Frauentracht
im Spiegel archäologischer Funde
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Archäologie Österreichs 22/2,2011
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€ 8,20 – CHF 13,50
Zulassungsnummer: 02Z032910M – Verlagspostamt A-1190 Wien – P.b.b.

Geschätzte Leserinnen und Leser!

Als neues Redaktionsteam der „Archäologie Österreichs“ dürfen wir uns erstmalig an dieser Stelle an Sie wenden, um Ihnen die aktuelle Ausgabe zu präsentieren. Zuallererst möchten wir uns jedoch bei der lang- jährigen Schriftleiterin und Redakteurin Mag. Dr. Karina Grömer bedanken, die uns Einblick in ihre Tätigkeit gewährte und uns bei allen Startschwierigkeiten mit Rat und Tat zur Seite stand. Wir freuen uns ganz be- sonders, Ihnen noch eine weitere Neuerung bekanntgeben zu können: die Archäologie Österreichs wird künftig durchgehend farbig erscheinen. Die vorliegende Ausgabe beinhaltet Beiträge vom Neolithikum in Niederösterreich über Kelten und Römer bis zu Mittelalter und Neuzeit im Westen Österreichs: So werden bislang unpublizierte neolithische Fund- stücke aus der Region Horn vorgestellt, die durch Schenkung an das Höbarthmuseum gelangten. Ausgehend von einem Objekt aus dem urnenfelderzeitlichen Gräberfeld Inzersdorf ob der Traisen wird der Bedeutung und Funktion von Trommeln in der Urgeschichte durch Vergleiche, aber auch durch praktische Spielversu- che nachgegangen. „Das geheimnisvolle Gesicht“ lenkt schließlich die Aufmerksamkeit auf ein bislang nicht beachtetes Detail an der bekannten Schwertscheide aus dem berühmten Gräberfeld von Hallstatt. Mit der Montangeschichte des Bergbaugebietes Luterseeberg beschäftigen sich archäologische Untersuchungen im Montafon, die versuchen, „Lücken“ der historischen Quellen zu schließen. Die Ergebnisse der Forschun- gen zu einem vermeintlich spätgotischen Kachelofen auf Schloss Tratzberg stehen unter dem Motto „Mehr Schein als Sein“. Ergänzt wird dieses Spektrum durch einen wissenschaftsgeschichtlichen Beitrag zur Urge- schichte im Schulunterricht, der die oft problematische Verknüpfung von Geschichtsunterricht und Politik beleuchtet. Als „aktuelles Thema“ stellen Karina Grömer und Helga Rösel-Mautendorfer einen neuen Zugang zur Re- konstruktion prähistorischer Kleidung vor und regen sehr anschaulich dazu an, die Rekonstruktion anhand von „Trachtlagen“ in Gräbern kritisch zu hinterfragen. Um das Thema Textilien geht es auch in der Rubrik „Museum intern“. Hier erwartet Sie ein kurzer Einblick in die aktuelle Sonderausstellung des Naturhistori- schen Museums Wien, die aus einem mehrjährigen interdisziplinären Forschungsprojekt hervorgegangen ist und von 01.02.2012 bis 06.01.2013 besichtigt werden kann. Die Rubrik „Forschung im Ausland“ widmet sich diesmal den Ergebnissen einer österreichisch-ungarischen Forschungskooperation, die länderübergrei- fend die Siedlungsstrukturen im Bereich der Bernsteinstraße untersucht. Wir freuen uns darauf, Ihnen auch künftig aktuelle Themen und interessante Aspekte der österreichischen archäologischen Forschung präsentieren zu dürfen und wünschen viel Freude beim Lesen!

Wien, im Februar 2012

Viktoria Pacher, Sandra Sabeditsch und Ulrike Schuh

Archäologie Österreichs

Medieninhaber, Herausgeber, Hersteller und Verleger:

Österreichische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte, (c/o) Institut für Ur- und Frühgeschichte, Franz-Klein-Gasse 1, A-1190 Wien, Tel: (+43) 01 4277 40477, Fax: (+43) 01 4277 9409 E-Mail: alexandra.krenn-leeb@univie.ac.at, redaktion-aoe@gmx.at, Homepage: www.oeguf.ac.at

Redaktionsteam dieser Ausgabe

Schriftleitung: ÖGUF (interimistisch für 2011 Ass.-Prof. Mag. Dr. Alexandra Krenn-Leeb) Redaktion & Korrektur: Ulrike Schuh, Mag. Viktoria Pacher, Mag. Sandra Sabeditsch, Ass.-Prof. Mag. Dr. Alexandra Krenn-Leeb Satz & Layout: Mag. Sandra Sabeditsch, Ass.-Prof. Mag. Dr. Alexandra Krenn-Leeb Graphische Bearbeitung & Scans: Ulrike Schuh, Mag. Viktoria Pacher, Mag. Sandra Sabeditsch Finanzielles Management: Ass.-Prof. Mag. Dr. Alexandra Krenn-Leeb, Mag. Dr. Martin Krenn Editorial Board: Dir. Dr. Wolfgang David, Mag. Dr. Karina Grömer, HR Dir. Dr. Anton Kern, Mag. Dr. Martin Krenn, Ass.-Prof. Mag. Dr. Alexandra Krenn-Leeb, Prof. Dr. Annaluisa Pedrotti, OR Dr. Marianna Pollak, Dir. PhDr. Matej Ruttkay, CSc., ao. Univ.-Prof. Dr. Otto H. Urban Wissenschaftliche Beratung: Ausschuss der ÖGUF Druck: Druckwerk Krems GmbH, Karl-Eybl-Gasse 1, A-3504 Krems/Stein Titelbild: Bronzezeitliche Kleidungsbestandteile und Schmuckelemente aus Winklarn, Grab 12 (VB Am- stetten, Niederösterreich) (Quelle: Prähistorische Abt./Naturhistorisches Museum Wien; A. Schumacher).

Die Autoren sind für ihre Beiträge selbst verantwortlich!

ISSN-Nr. 1018-1857

Archäologie Österreichs 22/2, 2011

Archäologie Österreichs 22/2

2. Halbjahr 2011

DAS AKTUELLE THEMA

Rekonstruktion des Ensembles von Winklarn, Grab 12 Gedanken zu mittelbronzezeitlichen Kleidungsformen

Karina Grömer und Helga Rösel-Mautendorfer

2–11

NEWS

Opfer, die zum Himmel stanken Ergebnisse der Ausgrabungen am Sandberg 2011

Veronika Holzer

12–13

Archäologische Untersuchungen auf dem Haushamerfeld in Pfaffing

Verena Gassner und René Ployer

13–14

Ein Ring mit Liebesinschrift aus dem römischen Wels

Günther E. Thüry

14–15

Zwei Neufunde der Mondseekultur aus dem Salzachtal

Sebastian Krutter

16

FORUM

Urgeschichte im Schulunterricht

Otto H. Urban

17–27

Neuzugänge im Höbarthmusem der Stadt Horn Linearband- und bemaltkeramische Plastiken aus dem Bezirk Horn, Niederösterreich

Hermann Maurer

28–33

Trommeln in der Urgeschichte Das Beispiel der urnenfelderzeitlichen Keramiktrommel aus Inzersdorf ob der Traisen, Niederösterreich

Beate Maria Pomberger

34–43

Das geheimnisvolle Gesicht

Erich Zimmermann

44–46

Der Bergbau am Luterseeberg / Montafon / Verwallgruppe Grundlagenforschung zur Eisenerzförderung in Vorarlberg am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert

Claus-Stephan Holdermann

47–53

Keeping up Appearances Der Kachelofen aus der Maximilianstube auf Schloss Tratzberg in Jenbach/Tirol

Sarah Leib

54–58

MUSEUM INTERN

Hallstattfarben Textile Verbindungen zwischen Forschung und Kunst Regina Hofmann-de Keijzer, Anton Kern und Barbara Putz-Plecko

59

FORSCHUNG IM AUSLAND

Die römische Straßenstation von Nemescsó (Ungarn) Österreichisch-ungarische Forschungen zur Bernsteinstraße

Stefan Groh und Helga Sedlmayer

60–63

Im folgenden Beitrag 1 seien verschiedene Denk- modelle vorgestellt, wie das Gewand einer rei- chen Frau der Mittelbronzezeit aus dem mittle- ren Donauraum ausgesehen haben kann, wobei verschiedene Quellengattungen herangezogen werden. Die Rekonstruktion bronzezeitlicher Kleidung in Mitteleuropa birgt viele Herausfor- derungen, da trotz guter Quellenlage bei Grab- befunden im vorliegenden Gebiet entscheiden- de Realien wie komplette Gewänder oder bild- liche Darstellungen fehlen. Mit Methodik der Experimentellen Archäologie wurden die Kleidungsbestandteile und Schmuck- elemente des Grabes 12 aus Winklarn, VB Ams- tetten, Niederösterreich, nachgefertigt und mit verschiedenen Kleidungsteilen kombiniert. Deren Gestaltung wurde durch die räumlich und zeitlich weiter entfernten Bildquellen und nordischen Originalgewänder sowie durch Textilfunde aus Mitteleuropa inspiriert. Keine der vorgestellten Lösungen versteht sich als gültige Rekonstrukti- on der mittelbronzezeitlichen Frauentracht, sondern die verschiedenen Varianten wollen die Diskussion darüber anstoßen, dass ein und die- selbe „Trachtlage“ mit verschiedenen Zugängen unterschiedlich gesehen werden kann.

Das Ensemble von Winklarn und mittelbronzezeitliche Trachtlagen

Ausgangspunkt für die Rekonstruktionen ist das in der Prähistorischen Abteilung des Naturhis- torischen Museums Wien aufbewahrte Ensem- ble von Winklarn, Grab 12 (Abb. 1). Es handelt sich dabei um einen Altfund, der aber einen „Idealtypus“ einer reichen mittelbronzezeitlichen Bestattung in Österreich darstellt. Das Grab wurde 1876 vom Grundbesitzer ergraben, im selben Jahr von Eduard von Sacken erwähnt 2 und bereits 1903 von Franz Heger erstmals vorge- legt. 3 Die in die Bronzezeitstufe B2 datierende Gräber- gruppe umfasst 19 Tumuli, die Hügelgräber haben einen Durchmesser von durchschnittlich 12 m, sie bestehen aus einer zentralen Steinset- zung (Steinkranz), die die Bestattung mit Schmuckelementen und Beigaben enthielt. In Grab 12 wurden bei der Bergung 1876 eine Doppelbestattung sowie Gürtelbruchstücke, Stachelscheiben („Brustzierate“), Fingerringe, Nadeln, Armreife und Spiralröllchen entdeckt. Gürtel (Inv. Nr. 34.788): 4 Die Gürtelbruchstücke

1 Die Rekonstruktionen entstanden aus dem Projekt „CinBA - Creativity and Craft Production in Middle and Late Bronze Age Europe (CinBA), HERA-Projekt (2010–2013), Projektnummer:

09-HERA-JRP-CI-FP-020, Leitung: Dr. Joanna Sofaer, Universität von Southampton. http://www.cinba.net.*

2 Sacken 1876, Notiz Nr. 23 „Hügelgrab bei Amstetten“.

3 Heger 1903, 140–143. – Vgl. auch Willvonseder 1937, 418–425.

Rekonstruktion des Ensembles von Winklarn, Grab 12

Gedanken zu mittelbronzezeitlichen Kleidungsformen

Karina Grömer und Helga Rösel-Mautendorfer

Kleidungsformen Karina Grömer und Helga Rösel-Mautendorfer waren bei ihrer Auffindung fragmentiert und zum Teil

waren bei ihrer Auffindung fragmentiert und zum Teil zusammengerollt. Sie wurden restau- ratorisch wieder zu einem Blechgürtel von 117 cm Länge ergänzt. Das in der Mitte 9 cm breite, durch eine horizontale Rippe geglieder- te Band verjüngt sich gegen die Enden, die in Spiralscheiben auslaufen. Nadeln (Inv. Nr. 34.789–790): Die beiden Nadeln mit Petschaftkopf und waagrechten Rillen am Hals weisen eine Länge von 37,5 bzw. 35 cm, einen Kopfdurchmesser von 1,75 bzw. 1,6 cm und einen Durchmesser des Nadelschaftes von 0,7 cm auf. Stachelscheiben (Inv. Nr. 34.791): Von den ehe- mals vorhandenen 14 Stachelscheiben sind nur noch neun erhalten, ebenso fehlen nun diverse Spiralröllchen. Die Stachelscheiben besitzen einen Durchmesser von 6–6,2 cm, sie sind mit acht bis neun konzentrischen Rippen verziert, in

Abb. 1: Winklarn:

Ensemble aus Grab 12 (Quelle: NHM Wien, A. Schuma- cher).

4 Kilian-Dirlmeier 1975, 119 schreibt zwar, dass es sich bei den Stü- cken um sekundär aufgebogene Arm- oder Beinspiralen handeln soll, diese 9 cm breiten Fragmente sind aber unseres Erachtens doch eher als Gürtel zu interpretieren. Die Restaurierung in den Werkstätten des Naturhistorischen Museums hat einen Blechgürtel ergeben (als solcher auch ausgestellt), und nicht, wie fälschlicher- weise von Kilian-Dirlmeier behauptet, eine Armspirale.

Abb. 2: Schemati- sche Darstellungen von Lagebeobach- tungen weiblicher Ausstattungsstücke bei Körperbestat- tungen in

Abb. 2: Schemati- sche Darstellungen von Lagebeobach- tungen weiblicher Ausstattungsstücke bei Körperbestat- tungen in Süd- Deutschland (Que- le: Wels-Weyrauch 1978, Taf. 105–114).

deren Mitte ein ca. 4 cm hoher spitzer Stachel aufragt. Am Rand befindet sich ein rechteckiger Lappen, der zu einer Aufhängeöse eingerollt ist. Spiralröllchen (Inv. Nr. 34.792): Es gibt acht Spi- ralröllchen aus Bronzedraht mit Längen zwischen 3,5–4 cm. Nach der Beschreibung des Ausgräbers „wahrscheinlich zur Brustzier gehörend“. Fingerringe (Inv. Nr. 34.793): Von den ursprüng- lich sechs Fingerringen sind nur noch zwei Stück vorhanden, sie weisen einen Durchmesser von 2,2–2,35 cm auf und besitzen Endspiralen. Spiralröllchen (Inv. Nr. 34.794): Weitere vier Spiralröllchen bestehen aus flach gehämmertem Bronzedraht. Armreife (Inv. Nr.34.795): Die drei Armreife (ur- sprünglich vier) mit Stollenden besitzen einen Durchmesser von 6–6,5 cm und eine Breite von 2,1–2,7 cm. Sie sind mit feinen Linien verziert, die Querbänder, Randbogen und Dreiecke bilden. Von der Lage der Stücke im Grab wurde keine Zeichnung oder Skizze angefertigt, es existieren jedoch relativ detaillierte Beschreibungen. So sollen sich nach dem Erstbericht von Freiherr von Sacken 5 die Armreife an den Handgelenken befunden haben, die Fingerringe steckten noch an den Fingerknochen, die Spiralröllchen und Stachelscheiben wurden als Halsschmuck getra- gen. Der Bericht schweigt zur genauen Lage des Gürtels und der Nadeln.

5 Bericht aus dem Jahre 1876 wiedergegeben in Heger 1903, 140, Anm. 3.

6 Vgl. Listen in Wiegel 1994.

7 Vgl Hampl, Kerchler & Benkovsky-Pivovarová 1981.

Wenn auch beim Altfund von Winklarn die exak- te Positionierung der einzelnen Trachtbestand- teile unsicher ist, so entsprechen sie doch dem gängigen Ausstattungsschema reicher mit- telbronzezeitlicher Frauenbestattungen im mitt- leren Donauraum. 6 Zeitgleiche Funde aus Nieder- österreich stammen allen voran aus dem Gräber- feld von Pitten. 7 So finden sich etwa in Grab 2 lange Nadeln und eine Kette mit Stachelscheiben. Ebenso hat Ulrike Wels-Weyrauch verschiedene Gräber in Südbayern 8 zusammengestellt, die vergleichbare Trachtlagen zeigen (Abb. 2).

Varianten der Kleidungsrekonstruktion

Es wurden unterschiedliche bronzezeitliche Quellen zur Kleidung, Abbildungen und diverse Originalgewänder für die Trachtrekonstruktion herangezogen – unter der Prämisse, dass die Nadeln und der Gürtel jeweils in derselben „Trachtlage“, also an derselben Stelle am Körper positioniert werden. Für die Erprobung verschiedener Kleidungsva- rianten wurden nach den Originalen von Grab 12 aus Winklarn der Gürtel, die Nadeln, die Stachel- scheiben und die Armreife von Stefan Jaroschin- ski (Noricum-Replikate, Prutting, Deutschland) nachgearbeitet. Die Maße der Originale wurden

8 Schematische Darstellung von Lagebeobachtungen weiblicher Ausstattungsstücke bei Körperbestattungen, vgl. Wels-Weyrauch 1978, Taf. 104–121.

beibehalten, lediglich beim Blechgürtel wurde die Länge auf 80 cm reduziert. Die Gewänder wurden von

beibehalten, lediglich beim Blechgürtel wurde die Länge auf 80 cm reduziert. Die Gewänder wurden von Karina Grömer, Sabine Kastlunger und Helga Rösel-Mautendorfer per Hand genäht und bestickt. Als Model für die Fotos erklärte sich Sandra Kellner bereit. Die Fotos fertigte Hischam Momen an.

Variante 1: „Nordischer Typ“

Die erste Variante (Abb. 3) benützt, wie die meisten Trachtrekonstruktionen aus der euro- päischen Bronzezeit, 9 als Vorbilder die komplet- ten Gewänder aus den Baumsärgen in Däne- mark. In diesem Falle wird vom Ensemble aus Borum Eshøj 10 ausgegangen mit der bekannten Frauenbluse und dem um die Taille in Falten gelegten Rock; ergänzt wird dies um einen ova- len Mantel 11 , der eigentlich für die Männertracht üblich ist. Die verwendeten Stoffe orientieren sich an Textilfunden aus Mitteleuropa. Die Bluse besteht aus hellem mittelfeinem Leinen, was den Stoffqualitäten aus den frühbronzezeitlichen Seeufersiedlungen Norditaliens 12 entspricht. Der Mantel besteht aus brauner mittelstarker Wolle, wie er an den mittelbronzezeitlichen Fundstellen in Österreich, Hallstatt oder Mitterberg 13 , wohl bekannt ist. Für den Rock wurde feinerer Stoff gewählt, ebenfalls bekannt aus den Fundorten Hallstatt und Mitterberg. Blusenfunde gibt es aus der Bronzezeit aus Jüt- land in Borum Eshøj, Skrydstrup und Egtved. Die Frauenbluse (Abb. 4) besteht grundsätzlich aus

9 Z. B. Neugebauer 1994, Abb. 41. 10 Vgl. Broholm & Hald 1940. – Hald 1980, 344. – Randsborg & Christensen 2006, 157.

11 Zum ovalen Mantel siehe Bergerbrant 2007, 49–50, Abb. 31–34.

einem einzigen Stück Stoff. Der etwa rechtecki- ge Stoff wurde im unteren Drittel von beiden Seiten her quer eingeschnitten, zur Mitte gefal- tet und zusammengenäht, der übrige Stoff wurde nach unten gefaltet und mit dem unteren Stoffschlauch zusammengenäht. Um eine bes- sere Passform zu gewährleisten, wurde die Verbindungsnaht im Rücken gebogen zuge- schnitten. Interessant ist hierbei, dass schnitt- technisch zwar auf die Schulterpartie eingegan- gen wird, nicht aber im Vorderteil auf die Brust. Manche der Blusen sind mit zusätzlichen Stoff- streifen verlängert worden. Der obere Falz, der die Ärmel ergibt, wurde für den Halsausschnitt horizontal eingeschnitten. Die Nähte wurden mit Überwindlingsstichen gearbeitet, wobei die Stofflagen unversäubert übereinander gelegt und abgenäht wurden. Möglicherweise deutet diese Verarbeitung darauf hin, dass dieser Klei- dungstyp ursprünglich aus nicht fransenden Materialien wie Leder, Fell oder Filz hergestellt wurde. Im Gegensatz zu den zusammengenäh- ten Schnittteilen wurden der Halsausschnitt und die Ärmelsäume versäubert. So wurde zum Bei- spiel eine Bluse aus Borum Eshøj mit zwei Reihen Festonstichen am Halsausschnitt und an den Ärmeln versäubert. 14 Der Rock aus Borum Eshøj, Grab C, besteht ebenfalls aus einem zusammengenähten recht- eckigen Stück Stoff, das um den Körper gewickelt wurde. Die Länge des Rockes war um 25 cm länger als die Seitenlänge (Länge von der Taille bis zum Boden) und fällt somit über den Gürtel.

12 Bazzanella & Mayr 2009.

13 Grömer 2006, 58–59.

14 Hald 1980, 69–71, 84–85, 159.

Abb. 3: Variante 1 „Nordischer Typ“:

1 Rekonstruktion;

2 Frauenkleidung

von Borum Eshøj, Grab B; 3 Schema einer bronzezeitli-

chen Männerbe- kleidung (Quelle: 1 H. Momen, NHM Wien; 2 Boye 1896;

3 Schlabow 1937).

Vorderseite Rückseite
Vorderseite
Rückseite

Abb. 4: Schnitt- schema zu bronze- zeitlichen Frauen- blusen (Quelle: La Baume 1955, Abb.

89).

Zusammengenäht wurde der Stoff mit Über- windlingsstichen. Der Saum ist im Gegensatz zur Naht mit groben Saumstichen gefertigt. Laut Broholm könnte es sich bei den zusammenge- nähten Stoffstücken auch um spezielle Grabge- wänder handeln, da die Länge der Textilien für den täglichen Gebrauch nicht gut mit der Lage des Gürtels (an der Hüfte) und der eher dünnen Gürtelbreite zusammenpasst. 15 Oval zugeschnittene Umhänge kommen vor allem in den Männergräbern vor. Der kurze Mantel aus Borum Eshøj, Grab B, bedeckte den Oberkörper bis über die Hüfte. 16 Vergleicht man die Schnitt- und Nähtechnik, passen die Funde aus Borum Eshøj gut zu den mitteleuropäischen Funden. Im Hallstätter Salz- berg aus der mittelbronzezeitlichen Fundstelle Christian-von-Tuschwerk/Alter Grubenoffen sind gebogen zugeschnittene und mit Festonstichen

15 Hald 1980, 67–69. – Broholm 1940, 155–156.

16 Hald 1980, 61–63.

17 Rösel-Mautendorfer 2011, 299–313.

18 Comis 2003.

19 Kovács 1977, 58–59. – Müller-Karpe 1980, Taf. 326–327.

eingefasste Textilfragmente bekannt. Neben dem Festonstich waren hier auch der Überwind- lingsstich und der Saumstich in Verwendung. 17 Ein bogig geschnittener Mantelsaum umnäht mit Festonstichen kommt auch beim spätbron- zezeitlichen Moorfund von Emmer-Erfscheiden- veen vor. 18 Schnitttechnisch wurde für die Rekonstruktion auf die Funde eingegangen. Die Größen der Kleidungsstücke wurden jedoch an eine moder- ne Figur mit Konfektionsgröße 40 angepasst, um die jeweiligen Varianten getragen vergleichen zu können.

Variante 2: „Karpaten-Typ“

Unter den seltenen bildlichen Darstellungen sind die Tonfigurinen aus dem Karpaten- und Unteren Donauraum zu nennen, aus Ungarn, dem ehema- ligen Jugoslawien und Rumänien. 19 Diese zeigen meist eine „Kleid-Silhouette“, ein enganliegendes Oberteil mit weit ausschwingendem Rockteil. Auffallend sind hier die Verzierungen, die die zeittypischen Dekore auf Tonware und Metall- objekten widerspiegeln. 20 Es ist für die Bronze- zeit bisher ein einziger, derart reich verzierter Stoff bekannt. Farbig gestickte dreieckige und schachbrettartige Elemente finden sich auf dem zwischen 1700 und 1440 v. Chr. datierenden „Kunstgewebe“ von Pfäffikon-Irgenhausen. 21 Färbung von Stoffen mit blau und rot ist auch aus dem mittelbronzezeitlichen Hallstatt be- legt. 22 Um nicht abermals auf eine Rock-Blusen-Kom- bination zurückzugreifen, wurde der Gewand- schnitt dieser Figurinen bei der Rekonstruktion als Kleid mit A-förmigem Zuschnitt interpretiert (Abb. 5). Ausgangsmaterial war dabei der Stoff von Pfäffikon-Irgenhausen. Bewusst wurde hier auf- grund des Fundes Leinen gewählt – und zwar ein handgesponnenes und handgewobenes Bauernleinen aus dem vorigen Jahrhundert. Die Stickerei wurde mit Wollfäden in Blau und Rot durchgeführt. Für diese Farbwahl waren die Funde aus Hallstatt ausschlaggebend, die bereits ab der Bronzezeit Färbungen mit Waid (blau) und eventuell Labkräutern (rot) aufweisen. 23 Bestickt wurde analog zu den Verzierungen an den Figuren der Saum des Kleidungsstückes. Durch den A-förmigen Schnitt sind die relativ große Weite des Saumes sowie das eher anlie- gende Oberteil gewährleistet. Zugeschnittene Stoffteile scheinen keine Seltenheit zu sein,

20 Müller-Karpe 1980.

21 Vogt 1937, 76–90. – Neue Analysen bei Rast-Eicher & Dietrich (in Vorb.).

22 Hofmann-de Keijzer 2010, Abb. 74.

23 Hofmann-de Keijzer & van Bommel 2008, 112–113.

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1
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Abb. 5: Variante 2 „Karpaten-Typ“:

1 Rekonstruktion, 2

Textil von Irgen- hausen (Rekonst- ruktion); 3 Mittel- bronzezeitliche Fi- guren aus dem Kar- patenbecken (Quel- le: 1 H. Momen, NHM Wien; 2 Vogt 1937; 3 Müller-Kar- pe 1980).

1 H. Momen, NHM Wien; 2 Vogt 1937; 3 Müller-Kar- pe 1980). neben den Funden aus

neben den Funden aus Nordeuropa weisen auch die Textilfunde aus Hallstatt Saumverläufe auf, die nicht dem Fadenverlauf entsprechen. 24 Um die Nadeln unterzubringen, wurde hier wiederum auf den Umhang zurückgegriffen, der mittels der Nadeln am Kleid befestigt wurde.

24 Rösel-Mautendorfer 2011, 139–140.

Variante 3: „Peplos-Typ“

Der sogenannte peplos (Abb. 6) ist ein charak- teristisches Kleidungsstück der klassischen griechischen Antike, 25 das in verschiedenen Varianten (geschlossen, seitlich offen, mit und

25 Pekridou-Gorecki 1989, Abb. 53.

Abb. 6: Variante 3 „Peplos-Typ“:

1 Rekonstruktion,

2 Schlauchkleid von

Huldremose mit

Trageweise (Quelle:

1 H. Momen, NHM

Wien; 23 van San- den 1996).

Abb. 7: Variante 4 „Pustopolje“: 1 Rekonstruktion, 2 Grabfund von Pusto- polje; 3 Mittelbronze- zeitliche

Abb. 7: Variante 4 „Pustopolje“:

1 Rekonstruktion, 2

Grabfund von Pusto- polje; 3 Mittelbronze- zeitliche Figur, untere Donauregion (Quelle:

1 H. Momen, NHM

Wien; 2 nach Benac 1986; 3 nach Kovács

1977).

ohne Überschlag) bekannt ist. Beim dorischen peplos wurde der Stoffschlauch im oberen Drit- tel umgeschlagen und hier mit zwei Fibeln oder Nadeln so fixiert, dass durch die mittlere Öff- nung der Kopf, durch die seitlichen die Arme

gestreckt werden konnten. Um die Taille wird die Stofffülle mit einem Gürtel gehalten. Bei der Analyse der nordischen Moorfunde in- terpretierte die skandinavische Textilforscherin Margarethe Hald ein schlauchförmiges Klei- dungsstück aus Huldremose 26 in Dänemark (Datierung: um 220 v. Chr.) im Sinne eines dori- schen peplos. Dies, obwohl das Textil nicht an einem Frauenkörper in dieser Lage gefunden wurde. Diese Interpretation Halds hatte weitrei- chende Folgen, gilt doch nun dieser peplos in der Fach- und Populärliteratur als d a s charak- teristische Frauengewand der Eisenzeit. Weiters regte Inga Hägg 27 in einem Aufsatz eine Diskus- sion darüber an, wo der Ursprung des peplos und wie seine Verbreitung sei. Aus der Tatsache, dass sich ab der Frühbronzezeit im Donauraum in den Gräbern paarig an den Schultern getragene Nadeln und Gürtelelemente finden, erschloss sie den Ursprung dieser Kleidersitte in Mitteleuropa im 2. Jahrtausend v. Chr. Von dort aus hätte diese Kleidungsform mit der dorischen Wande- rung ca. 1200–1000 v. Chr. Griechenland von Norden her erreicht, belegt durch bildliche Dar- stellungen und Grabfunde aus Vergina. Aufgrund dieses theoretischen Konstruktes soll nun auch eine Variante mit einem Schlauchkleid vorgestellt werden, wobei hierbei die Trachtele- mente sehr funktionell sind. Die beiden großen

26 Hald 1980, 358–365.

27 Hägg 1996, bes. 143.

28 Benac 1986, 105–111, Abb. 10 und 11. Analyse des Stückes im Rahmen des CinBA-Projektes in Kooperation mit dem Museum in Livno, Marija Maric, August 2011.

Nadeln werden zum Zusammenstecken des Stoffes an der Schulter verwendet, der Gürtel hält das Gewand um die Taille. Ein einzelnes Stoffstück aus Wolle von etwas gröberer Quali- tät reicht für diese Kleidung aus.

Variante 4: „Pustopolje“

Im Hügelgrab 16 in Pustopolje, Bosnien-Herze- gowina 28 wurde das mit ehemaligen Maßen von 3 x 1,70 m großflächigste Gewebe Zentraleuro- pas entdeckt; es ist mittels 14 C-Datierung in eine Zeit um 1660±120 v. Chr. zu stellen. Das nunmehr fragmentierte Gewebe wurde in einer hölzernen Grabkiste als textile Bedeckung/Umwicklung des Leichnams aufgefunden. Es handelt sich um ei- nen rechteckigen bräunlichen Wollstoff in rips- artiger Leinwandbindung mit breiten Anfangs- und Endkanten in Rips. Der große rechteckige Stoff wird hier für ver- schiedene Drapierungen verwendet (Abb. 7), die mit den Nadeln und dem Gürtel am Körper be- festigt werden. Der für die Rekonstruktion ver- wendete Stoff entspricht in seinen Maßen dem Textil von Pustopolje. Zur Betonung des hell glänzenden Schmuckes wurde jedoch ein blau- es Gewebe gewählt, das in seinen Charakteris- tika dem feinen, blau gefärbten köperbindigen Stoff aus dem Hallstätter Christian-von-Tusch- werk/Alter Grubenoffen gleicht. 29 Eine mittelbronzezeitliche Statue aus der unteren Donauregion war ausschlaggebend für die Art der Drapierung. Auffallend an der Figur ist eine durch Kreisaugen betonte Linie von der Schulter bis zum Saum an der Rückenansicht. An der Vorderseite der Statue ist nichts Vergleichbares

29 Grömer 2005, Abb. 3.

abgebildet. Die Überlegung ging dahin, den Stoff vorne einfach zu nehmen, im Rücken hin- gegen

abgebildet. Die Überlegung ging dahin, den Stoff vorne einfach zu nehmen, im Rücken hin- gegen doppelt überlappen zu lassen und dann die hinteren Stoffkanten vorne im Schulter- Brust-Bereich mit dem Stoff mittels Nadeln zu verschließen. Durch dieses Anlegen des recht- eckigen Stoffes ergab sich eine Stoffkante, die im Rückenteil von der Schulter bis zum Saum fällt. Zur Betonung dieser Kante wurde der Saum mit Festonstichen mit rotem Wollfaden befestigt. Im Gegensatz zu den vorigen Varianten wirkt der Rockteil daher eher schmal. Durch die Über- lappung des Stoffes im Rücken und der damit verbundenen Saumweite von etwa 3 m ist den- noch die volle Bewegungsfreiheit gewährleistet.

Variante 5: „Freie Assoziation“

Diese Variante beruht auf der freien Kombinati- on verschiedener bekannter mittelbronzezeitli- cher Kleidungsstücke: dem Tuch von Pustopolje und den ovalen Mänteln der Nordischen Bron- zezeit (Abb. 8). Die Überlegung dazu war, verschiedene Klei- dungsstücke möglichst funktional miteinander zu verbinden, ohne vorher gezeigte Kleidungs- elemente zu wiederholen. Dazu wurde der 3 x 1,7 m breite Stoff der Variante „Pustopolje“ um den Körper gewickelt und oberhalb der Brust umgeschlagen. Der Umhang wurde daraufhin mit den Nadeln an dem Umschlagtuch befestigt. Dieses Kleidungsstück übernahm so die Funkti- on von Trägern beziehungsweise Ärmeln. Der Gürtel wurde nun über den Umhang gelegt, was den ärmelartigen Charakter des Mantels noch

30 Siehe auch die methodischen Bemerkungen zu den Quellen zur vorrömischen Kleidungsgeschichte bei Grömer 2010, 293–306.

unterstrich. Belege für eine solche Trageweise gibt es keine. Alleine die sehr abstrahierte Figur von Dubovac könnte mit viel Fantasie Hinweise auf einen gegürteten Umhang geben. Praktisch wäre ein gegürteter Umhang in jedem Fall.

Bewertung der Rekonstruktionsvarianten

Als erste Quellenkritik 30 muss hier vorangestellt werden, dass wir nicht wissen, ob die Trachtlagen in den Gräbern eine Alltags- bzw. Festtracht oder eine spezielle Totentracht darstellen. Verschie- dene Merkmale weisen nach Wels-Weyrauch 31 darauf hin, dass sie zumindest teilweise als reine Totentracht gesehen werden können – etwa bei mit Kettchen verbundenen Beinbergen oder Nadeln, die mit der Spitze nach oben orientiert sind. In manchen Fällen weisen aber Abnüt- zungsspuren 32 auf Trachtbestandteilen darauf hin, dass sie auch zu Lebzeiten stark benützt wurden. Daher wurden bei den Kleidungsvari- anten – auch unter Einbeziehung von Bildquellen – funktionierende und tragbare „Alltags- bzw. Festtrachten“ rekonstruiert. Die Kleidungsstücke wurden von uns zumeist knöchel- bis bodenlang gestaltet. Diese Konst- ruktion ergibt sich zum Teil durch die Größe der verwendeten Stoffe und folgt der Überlegung, dass auch bei den Figuren keine Füße oder Bei- ne angedeutet sind und somit durchaus boden- lange Gewänder dargestellt sein könnten. Auch praktischen wärmetechnischen Aspekten kommt diese Länge entgegen. Zur Vollständigkeit muss

31 Wels-Weyrauch 1994, 59 Abb. 55–56C.

32 Wiegel 1994, 165.

Abb. 8: Variante 5 „Freie Assoziation“:

1 Rekonstruktion, 2 Figur von Dubovac (Quelle: 1 H. Mo- men, NHM; 2 Mül- ler-Karpe 1980).

Abb. 9: Beschädi- gungen an Geweben durch dicke Nadel- schäfte (Quelle: K. Grömer, Wien). aber

Abb. 9: Beschädi- gungen an Geweben durch dicke Nadel- schäfte (Quelle: K. Grömer, Wien).

aber erwähnt werden, dass mit denselben Stof- fen durch Zusammenfalten in zwei Lagen auch kürzere Kleidungsstücke drapiert werden kön- nen. Die Verwendung kurzer Schnurröcke und nur bis zu den Knien reichender Männerröcke bei den bronzezeitlichen Kleiderfunden aus Nordeuropa zeigt, dass unbekleidete Beine nicht tabuisiert waren, und man somit kürzere Klei- dungsstücke durchaus auch in Betracht ziehen sollte. Generell ist zu bemerken, dass die Nadeln mit einem Schaftdurchmesser von 0,7 cm an den feineren Stoffen, vor allem jenen aus Leinen, teils irreparable Schäden hervorrufen. 33 Bisher ist aus dem bronzezeitlichen Textilmaterial in Europa 34 kein umnähtes „Knopfloch“ bekannt, das diesen Folgen der Verwendung der Nadeln Rechnung tragen würde. Gröbere Wollstoffe werden durch die Nadeln nicht so stark beeinträchtigt (Abb. 9).

Diskussion zu Variante 1: „Nordischer Typ“

Die Rekonstruktion scheint sehr funktional. Die Quellenkritik gebietet es zu betonen, dass die Originalgewänder sowohl regional als auch kulturell weit vom mittleren Donauraum entfernt sind, wenngleich die Funde in ähnlicher Zeitebe- ne angesiedelt sind. Es bestanden zu dieser Zeit jedoch durchaus direkte Kontakte zwischen dem Nordischen Raum und dem Donauraum. So wurde in Skan-

33 Vgl. Grömer 2010, Abb. 168.

34 Im Rahmen des Projektes CinBA wird von der Textilgruppe unter der Leitung von Lise Bender Jørgensen, Universität Trondheim, Norwegen, eine Datenbank zu bronzezeitlichen Textilfunden aus Europa erstellt. Diese soll nach Abschluss des Projektes im Internet frei zugänglich sein.

dinavien ein Frauengrab mit „österreichisch- ungarischer“ Ausstattung entdeckt. 35 Dennoch muss darauf hingewiesen werden, dass bei der einheimischen Frauentracht in Dänemark keine Nadeln, Stachelscheiben und breite Blechgürtel üblich sind. 36 Als wichtiger Kontaktfund gelten die Hügelgräber von Schwarza in Mitteldeutsch- land. Es wurden Textilreste sowie Trachtlagen entdeckt, die durch Nadel- und Halsschmuck jenen aus dem Donauraum entsprechen. Karl Schlabow, der die Textilien analysierte, rekons- truierte ein mehrlagiges Kleidungsensemble mit Bluse und Mantel. Unsere Rock-Blusen-Kombi- nation mit Mantel erscheint daher im Bereich des Möglichen.

Diskussion zu Variante 2: „Karpaten-Typ“

Nach den Tonfiguren wurde eine „Kleid-Silhou- ette“ und Mantel rekonstruiert. Wir wissen je- doch nicht, ob die Figuren und ihre Verzierung überhaupt konkret verwendete Kleidung abbil- den, wie es hier indiziert wird. Der in unserer Rekonstruktion vorkommende Mantel wider- spricht eigentlich der Silhouette der Figuren, wurde jedoch verwendet, um den Nadeln ein funktionales Element zu geben. Auf den Darstel- lungen sind Gürtel und Nadeln nur zu erahnen, wie auf einer Figur vom unteren Donauraum. 37 Der Brustschmuck, meist Spiralanhänger, ist hingegen oft dargestellt. 38

35 Bergerbrant 2007, 120–121, 128–129.

36 Vgl. Bergerbrant 2007, Listen in Appendix.

37 Kovács 1977, Abb. 2.

38 Müller-Karpe 1980, Taf. 326.

Diskussion zu Variante 3: „Peplos-Typ“

Wie bereits bei der Beschreibung der Variante betont, ist der peplos als mitteleuropäisches Kleidungsstück ein theoretisches Konstrukt. Die Trachtbestandteile würden sich gut in eine der- artige Trageweise einfügen und erscheinen dabei sehr funktional. Es wurde jedoch bisher weder ein schlauchförmiges Kleidungsstück aus der Bronzezeit Mitteleuropas entdeckt, noch kann auf den südosteuropäischen Abbildungen eine derartige Drapierung eindeutig identifiziert werden. Es bleibt also ein Denkmodell unter vielen.

Diskussion zu Variante 4: „Pustopolje“

Das zum Donauraum in Niederösterreich räum- lich nächste großflächige Textil in Zentraleuropa ist jenes rechteckige, nicht durch Naht in eine bestimmte Kleidungsform gebrachte Gewebe von Pustopolje in Bosnien. Dieses wurde mit zwei großen Nadeln und dem Gürtel zu einem Frau- engewand drapiert, was eine sehr funktionale, gut tragbare Variante ergab. Der archäologische Kontext des Originaltextils deckt sich jedoch nicht mit unserer Rekonstruktion, da es in einem Männergrab entdeckt wurde und dort eindeutig als Leichentuch diente. Man mag nun postulie- ren, dass ähnliche große Tücher eventuell auch für Frauenkleidung verwendet worden sind, was aber ohne konkreten Fund nicht zu beweisen ist.

Diskussion zu Variante 5: „Freie Assoziation“

Es wurden geografisch weit voneinander ent- fernte Originaltextilien verwendet, die zudem jeweils nicht aus Frauengräbern stammen (siehe oben). Dieser Mix verschiedener Kleidungsele- mente unter Einbehaltung der Trachtlage im Grab (Nadeln an der Schulter, Gürtel um die Taille) dient lediglich der Auslotung der Mög- lichkeiten.

Fazit

Für die Rekonstruktion einer mittelbronzezeitli- chen Frauentracht wurde bewusst das sehr rei- che Grab aus dem niederösterreichischen Wink- larn gewählt, da es in der Betonung des Ober- körpers und der Taille offenbar den kleidungs- stilistischen Zeitgeschmack der Mittelbronzezeit repräsentiert – wie er bei den Frauenbestattun- gen in den Gräbern fassbar ist. Unter Einbezie- hung verschiedener Quellengattungen, vor al- lem von Statuetten, Originalgewändern und Textilfragmenten aus Zentraleuropa, ist es mög- lich, verschiedene Kleidungsvarianten zu kreie-

ren. Diese haben unterschiedliche Silhouetten und eine verschiedene Anzahl von Einzelelemen- ten diverser Konstruktionstypen (Kleid, Bluse, Rock, Mantel, drapiertes Tuch). Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie dieselbe Trachtlage gene- rieren – also die großen Petschaftkopfnadeln im Schulter-/Oberkörperbereich und der breite Blechgürtel um die Taille. Die Position der Schmuckelemente, vor allem der Stachelschei- ben und Armringe, hat im Gegensatz zu Nadeln und Gürtel kein funktionales Element. Die von uns vorgeschlagenen und in ihren Stär- ken und Schwächen diskutierten Varianten zei- gen eindrücklich, dass es zu diesen „Trachtlagen“ der Bronzezeit in Mitteleuropa keine eindeutige Kleidungsrekonstruktion geben kann. Die Viel- falt der prinzipiell möglichen Gewandgestaltun- gen soll hier eine methodische Diskussion zur Rekonstruktion prähistorischer Kleidung anhand von „Trachtlagen“ in Gräbern anstoßen.

* Anmerkung:

Bereits in den 1970er-Jahren hat sich Frau Susanne Rogan, damals Studentin am Urgeschichteinstitut der Universität Wien, anhand der Statuetten aus dem Balkanraum mit der Rekonstruktion mit- telbronzezeitlicher Kleidung auseinandergesetzt. Die in diesem Rahmen geschneiderten Gewänder waren im Urgeschichtemuseum Asparn an der Zaya ausgestellt.

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AutorInnen dieser Ausgabe

ao. Univ.-Prof. Dr. Verena Gassner, Institut für Klassische Archäologie, Universität Wien, Franz-Klein-Gasse 1, A-1190 Wien, E-Mail: verena.gassner@univie.ac.at

Mag. Dr. Karina Grömer, Prähistorische Abteilung, Naturhistorisches Museum Wien, Burgring 7, A-1010 Wien, E-Mail: karina.groemer@nhm-wien.ac.at

Univ.-Doz. Mag. Dr. Stefan Groh, Fachbereich Zentraleuropäische Archäologie (ZEA), Österreichisches Archäologisches Institut, Franz-Klein-Gasse 1, A-1190 Wien, E-Mail: stefan.groh@oeai.at

AProf. Dr. Regina Hofmann-de Keijzer, Universität für angewandte Kunst Wien, Abteilung Archäometrie, Salzgries 14, A-1013 Wien, E-Mail: regina.hofmann@uni-ak.ac.at

Mag. Claus-Stephan Holdermann, Context OG. Archäologie – Bauforschung – Kulturraumana- lsen, Außerdorf 16, A-6179 Ranggen, E-Mail: claus-stephan.holdermann@context-archaeology. info

Dr. Veronika Holzer, Prähistorische Abteilung, Naturhistorisches Museum Wien, Burgring 7, A-1010 Wien, E-Mail: veronika.holzer@nhm-wien.ac.at

HR Dir. Dr. Anton Kern, Prähistorische Abteilung, Naturhistorisches Museum Wien, Burgring 7, A-1010 Wien, E-Mail: anton.kern@nhm-wien.ac.at

Sebastian Krutter, Landesarchäologie Salzburg, c/o Salzburg Museum, Alpenstraße 75, A-5020 Salzburg, E-Mail: sebastian.krutter@gmx.at

Mag. Sarah Leib, Institut für Archäologien, Fachbereich Ur- und Frühgeschichte sowie Mittelalter- und Neuzeitarchäologie, Universität Innsbruck, Langer Weg 11, A-6020 Innsbruck, E-Mail: sarah.leib@uibk.ac.at

Prof. Hermann Maurer, Frauenhofnerstraße 17, A-3580 Horn, E-Mail: prof_maurer@hotmail. com

Mag. René Ployer, Institut für Klassische Archäologie, Universität Wien, Franz-Klein-Gasse 1, A-1190 Wien, E-Mail: rene.ployer@univie.ac.at

Mag. Beate Maria Pomberger, Anzengrubergasse 13/13, A-1050 Wien, E-Mail: beatemaria.pomberger@gmail.com

Univ.-Prof. Mag. art. Barbara Putz-Plecko, Universität für angewandte Kunst Wien, Oskar-Kokoschka-Platz 2, A-1010 Wien, E-Mail: barbara.putz-plecko@uni-ak.ac.at

Mag. Helga Rösel-Mautendorfer, Projekt CinBA – Creativity in Bronze Age, Prähistorische Abteilung, Naturhistorisches Museum Wien, Burgring 7, A-1010 Wien, E-Mail: helga.roesel-mautendorfer@nhm-wien.ac.at

Mag. Dr. Helga Sedlmayer, Fachbereich Zentraleuropäische Archäologie (ZEA), Österreichisches Archäologisches Institut, Franz-Klein-Gasse 1, A-1190 Wien, E-Mail: helga.sedlmayer@oeai.at

Univ.-Lekt. Lic. Dr. des. Dr. h. c. Günther E. Thüry, Weilerbergstraße 38, D-71111 Waldenbuch, E-Mail: guenther.e.thuery@web.de

ao. Univ.-Prof. Dr. Otto H. Urban, Institut für Ur- und Frühgeschichte, Universität Wien, Franz-Klein-Gasse 1, A-1190 Wien, E-Mail: otto.urban@univie.ac.at

64 Archäologie Österreichs 22/2, 2011

Die Österreichische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (ÖGUF)

Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (ÖGUF) Im Jahre 1950 wurde die Urgeschichtliche Arbeitsgemeinschaft

Im Jahre 1950 wurde die Urgeschichtliche Arbeitsgemeinschaft inner- halb der Anthropologischen Gesellschaft in Wien unter dem Ehren- schutz von Prof. Dr. Gero von Merhart gegründet.

1958 wurde diese in die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Ur-

und Frühgeschichte der Universität Wien umgewandelt (UAG).

1988 entstand die Österreichische Gesellschaft für Ur- und Frühge-

schichte (ÖGUF).

1997 sowie zuletzt 2009 wurden die Vereinsstrukturen der ÖGUF durch

Statutenänderungen aktualisiert.

VORSTAND 2011–2013

Vorsitzender: ao. Univ.-Prof. Dr. Otto H. Urban Stv. Vorsitzende: OR Dr. Marianne Pollak Schriftführer: HR Dir. Dr. Anton Kern Stv. Schriftführerin: Mag. Dr. Karina Grömer Kassier: Norbert Jama Stv. Kassier: Mag. Dr. Martin Krenn Geschäftsführerin: Ass.-Prof. Mag. Dr. Alexandra Krenn-Leeb Stv. Geschäftsführer: Mag. Ing. Mathias Mehofer

Stv. Geschäftsführer: Mag. Ing. Mathias Mehofer AUSSCHUSS Mag. Gottfried Artner HR i. R. Dr. Fritz Eckart

AUSSCHUSS

Mag. Gottfried Artner HR i. R. Dr. Fritz Eckart Barth Prof. Dr. Alexandrine Eibner HR i. R. Dr. Christa Farka em. Univ.-Prof. Dr. Herwig Friesinger Dr. Irene Heiling-Schmoll Mag. Hannes Herdits Mag. Franz Humer Dr. Peter Höglinger VPräs. em. Univ.-Prof. Dr. Sigrid Jalkotzy HR i. R. Dr. Manfred Kandler ORegR i. R. Dr. Karl Kaus HR Dr. Ernst Lauermann em. Univ.-Prof. Dr. Andreas Lippert Klaus Löcker Dir. Dr. Renate Miglbauer SR i. R. Dr. Fritz Moosleitner Univ.-Doz. Dr. Christine Neugebauer-Maresch Mag. Viktoria Pacher Mag. Dr. Franz Pieler Mag. Sandra Sabeditsch Ulrike Schuh em. Univ.-Prof. Dr. Fritz Sauter Univ.-Doz. Dr. Ulla Steinklauber Mag. Sigrid Strohschneider-Laue Ass.-Prof. Mag. Dr. Alois Stuppner Univ.-Prof. Dr. Claudia Theune-Vogt Dir. Dr. Johannes Tuzar Dr. Barbara Wewerka

Ehrenmitglieder HR i. R. Dr. Fritz Eckart Barth HR i. R. Dr. Friedrich Berg SR i. R. Dr. Fritz Moosleitner Ingrid Maria Novak Dir. i. R. Prof. Dr. Sigmar von Schnurbein

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