Sie sind auf Seite 1von 3

Kategorische Syllogismen

- kategorische Syllogismen = Argumente, die nur aus kategorischen Aussagen bestehen


- Bestandteile: - zwei Prämissen
- eine Konklusion
- jede kategorische Aussage besitzt zwei Ausdrücke: Subjektausdruck und
Prädikatausdruck
- ein gesamter Syllogismus verfügt über:
- einen Mittelausdruck (Begriff, der einmal in jeder Prämisse vorkommt) und
- zwei Endausdrücke (Begriffe, die einmal in einer Prämisse und einmal in der
Konklusion vorkommen)

- S.104, Beispiel (a):


Alle Hunde sind Säugetiere.
Alle Säugetiere sind Tiere.
.⋅ .Alle Hunde sind Tiere.

- die Gültigkeit eines Syllogismus wird von seiner Form bestimmt


- die Form eines Syllogismus ist abhängig von:
- der Zuordnung der Aussagen zu den vier möglichen Arten kategorischer Aussagen
- den Positionen des Mittelausdrucks und der Endausdrücke

- Distribution: Ein Ausdruck einer Aussage ist distribuiert, wenn die Aussage etwas
über jedes einzelne Element der Menge aussagt, für die der Ausdruck
steht
Bsp.: „Alle Wale sind Säugetiere“
- Aussage über jeden einzelnen Wal (dass er ein Säugetier ist), die Menge
der Säugetiere enthält die Menge der Wale

- wichtig: Unterscheidung zwischen einer Aussage über eine Menge und einer Aussage
über jedes einzelne Element der Menge
- Menge: Zusammenfassung von Objekten
- jedes einzelne Element: Elemente einer Zusammenfassung als Individuen
 Einige Aussagen, die auf eine Menge zutreffen, treffen nicht auf ihre Elementa als
Individuen zu & Einige Aussagen, die auf die Elemente einer Menge als Individuen
zutrifft, treffen nicht auf die Menge als Ganzes zu!
Bsp.: „Die Menge der Säugetiere ist endlich.“ (D.h. sie besitzt endlich viele Elemente)
„Moby Dick (als Element der Menge der Säugetiere) ist endlich.“  unsinnige
Aussage
- Fehlschlüsse:
- Fehlschluss der Teilung: Schluss aus der Prämisse, dass eine bestimmte Menge eine
bestimmte Eigenschaft besitzt, darauf, dass jedes Element
der Menge diese Eigenschaft besitzt
S. 107, Beispiel (c):
Der Kongreß der Vereinigten Staaten ist eine bedeutende
Organisation.
.⋅ .Jeder Kongressabgeordnete ist ein bedeutender Mensch.
- Fehlschluss der Zusammensetzung: Schluss aus der Prämisse, dass jedes Element
einer Menge eine bestimmte Eigenschaft besitzt,
darauf, dass die Menge als ganze diese
Eigenschaft besitzt
Beispiel (d):
Jedes Mitglied der Fußballmannschaft ist ein
ausgezeichneter Spieler.
.⋅ .Die Fußballmannschaft ist ausgezeichnet.

- Kategorische Aussageformen:
A-Aussage E-Aussage
allgemein affirmativ allgemein negativ
Subjekt distribuiert Subjekt distribuiert
Prädikat nicht-distribuiert Prädikat distribuiert
Bsp.: „Alle Wale sind Säugetiere.“ Bsp.: „Keine Spinne ist ein Insekt.“
 Menge der Wale ist in der Menge der  Jedes Element der Menge der Spinnen ist
Säugetiere enthalten, jedes Element der ein Nicht-Insekt, jedes Element der Menge
Menge der Wale ist ein Säugetier der Insekten ist eine Nicht-Spinne;
Menge der Spinnen und Menge der Insekten
sind elementfremd
I-Aussage O-Aussage
partikulär affirmativ partikulär negativ
Subjekt nicht-distribuiert Subjekt nicht-distribuiert
Prädikat nicht-distribuiert Prädikat distribuiert
Bsp.: „Einige Pflanzen sind essbar.“ Bsp.: „Einige Philosophen sind keine
 keine Aussage über jedes Element der Logiker“
Pflanzen oder jedes Element der essbaren  jeder Logiker unterscheidet sich von den
Dinge Philosophen, auf die man sich mit dieser
Aussage bezieht

 distribuiert: allgemeine Aussagen: Subjektausdruck


und negativer Aussagen: Prädikatausdruck
nicht-distribuiert: alle anderen Ausdrücke
 „ASNP“

- drei Regeln zur Überprüfung der Gültigkeit von Aussagen:


I. Der Mittelausdruck muss genau einmal distribuiert sein.
II. Kein Endausdruck darf nur einmal distribuiert sein.
III. Die Anzahl der negativen Prämissen muss gleich der Anzahl der negativen
Konklusionen sein.
- Gültig ist jeder Syllogismus, der diese Regeln erfüllt; ungültig jeder, der mindestens
eine Regel verletzt
- erste Regel: - Der Mittelausdruck muss an einer Stelle distribuiert sein und an allen
anderen Stellen nicht-distribuiert sein
- ist der Mittelausdruck an beiden Stellen (in beiden Prämissen) oder an
keiner Stelle distribuiert, ist der Syllogismus ungültig
- zweite Regel: - Der Endausdruck darf nicht nur an einer Stelle distribuiert sein
- Ist der Endausdruck nur in den Prämissen distibuiert, aber nicht in
der Konklusion oder umgekehrt, ist der Syllogismus ungültig
- dritte Regel: - wenn der Syllogismus
a) keine negative Prämisse besitzt, ist er gültig, wenn er keine
negative Konklusion besitzt
b) eine negative Prämisse besitzt, ist er gültig, wenn er eine negative
Konklusion besitzt
c) zwei negative Prämissen besitzt, ist er in jedem Fall ungültig, da er
per definitionem nur eine Konklusion besitzen kann
 S.111-114, Beispiele (f) bis (j)

- Argumente, die in alltäglichen Zusammenhängen auftauchen, müssen zunächst in


vollständige Syllogismen der Standardform umgewandelt werden
- Umformung in drei Schritten:
1. Identifizierung der Prämissen und der Konklusion
2. Übersetzung der Prämissen und der Konklusion in
kategorische Aussagen
3. ggf. Hinzufügen fehlender Prämissen
 danach: Anwendung der Regeln zur Untersuchung von Syllogismen hinsichtlich
ihrer Gültigkeit
S.115-118, Beispiele (k) bis (s)

- Argumenttyp „Quasi-Syllogismus“
- genau genommen kein richtiger Syllogismus, aber sehr ähnlich und wird oft als
solcher behandelt
- S.119, Beispiel (t):
Alle Menschen sind sterblich.
Sokrates ist ein Mensch.
.⋅ .Sokrates ist sterblich.
 weder die zweite Prämisse, noch die Konklusion ist eine kategorische Aussage, da
„Sokrates“ ein Name ist und keine Menge von Dingen bezeichnet  kein
Syllogismus
- Umformung des Quasi-Syllogismus in ein konditionales Argument möglich (mit
Anwendung der Regel der Bejahung des Antecedens):
(u) Wenn Sokrates ein Mensch ist, dann ist Sokrates sterblich
Sokrates ist ein Mensch.
.⋅ .Sokrates ist sterblich.
- S.120-121, Beispiele (v) bis (y)