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pre-print, erscheint in: Rainer Leschke/Jochen Venus (Hg.): It's the

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Shape that matters. Form als medientheoretischer Grundbegriff, 2014.

Jens Schröter

Technik, Form, Macht. Am Beispiel der Stereoskopie

In der Juniausgabe des Atlantic Monthly anno 1859 erscheint eine Eloge auf die Stereoskopie mit dem Titel The Stereoscope and the Stereograph, verfasst von Sir Oliver Wendell Hol- mes. 1 Die Technik der Stereoskopie ist 1838 von Charles Wheatstone im Rahmen von dessen Erforschung des binokularen Sehens erfunden worden. 2 Das Wheatstone-Stereoskop ist eine Vorrichtung in der zwei Bilder auf je einen Spiegel fallen, so dass jedes Auge ein anderes Bild sieht. Die Bilder müssen bei der Aufnahme von zwei verschiedenen, um den Augenab- stand horizontal versetzten, Blickpunkten aus, aufgenommen werden. So entsteht ein räumli-

cher Bildeindruck. Das Stereoskop war im 19. Jahrhundert, v.a. in später entwickelten, einfa- cher zu handhabenden Varianten, ein populäres Massenmedium. Holmes’ Text The Stereoscope and the Stereograph wurde bereits ausführlich kommentiert, etwa von Alan Sekula. Dabei verfolgt Sekula die Absicht, Holmes’ Beschreibung der Stereo- skopie und der mit ihr erzeugten Bilder in Analogie zum „kapitalistischen Tauschvorgang

bei dem der Tauschwert vom Gebrauchswert der Waren abgelöst wird und unabhängig

davon“ 3 existiere, zu verstehen. Seine neo-marxistische Lektüre betont den zirkulativen As- pekt der Bilderproduktion. Obwohl ich diese Lesart für wichtig und brauchbar halte, soll hier ein anderer Aspekt verfolgt werden. Ich möchte Holmes’ Text gewissermaßen als Medientheorie avant la lettre lesen. 4 In Einklang mit der Leitthese des vorliegenden Bandes stellt sich erstens heraus, dass auch diese Medientheorie-vor-der-Medientheorie ‚Form‘ als einen ihrer Grundbegriffe in Stellung bringt. Zweitens betont Holmes, dass die Technik der Stereoskopie einen bestimmten Typ von Form hervorbringt, der drittens in Zusammenhang mit bestimmten anderen – sagen wir vorläufig – ‚institutionellen Strukturen‘ dazu genutzt werden kann, Kontrolle über die Dinge zu gewin-

nen, von denen die Formen mithilfe der Technik (hier: der Stereoskopie) ‚abgelöst‘ wurden. Diese Denkfigur zeigt auch: Holmes’ Text ist nicht nur Medientheorie avant la lettre, sondern

], [

1 Vgl. Holmes: „The Stereoscope and the Stereograph“.

2 Vgl. kurz zur Geschichte der Stereoskopie Hick: Optische Medien, S. 275-286.

3 Vgl. Sekula: „Der Handel mit Fotografien“, S. 286. Vgl. auch Schröter: „Banknoten der Na-

tur“.

4 Vgl. als ähnlich angelegtes Projekt für eine ganze Reihe bemerkenswerter Quellentexte:

Kümmel/Löffler: Medientheorie 1888-1933. Allerdings bliebe noch zu bestimmen, wenn man Hol- mes’ Text als Medientheorie avant la lettre einstuft, wann die ‚eigentliche‘ Medientheorie beginnt – sicher kann man wohl nur sagen, dass es Mitte des 19. Jahrhunderts keinen Diskurs einer ‚Medienthe- orie‘ (und also auch nicht den Ausdruck) gab. In diesem Sinne ist Holmes’ Text avant la lettre.

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auch – wenn man so will – Akteur-Netzwerk-Theorie (= ANT) 5 avant la lettre, denn Bruno Latours Konzept der ‚unwandelbaren Bewegtheiten‘ (immutable mobiles) findet sich genau

so im Holmes’ Text vorgedacht. Dies leitet zu der finalen These über, dass die Geschichte der Medientechniken selbst Diskurse in die Welt setzt, die der Theorie immer schon vorausgehen. Naheliegend wäre also, dass Form als medientheoretischer Grundbegriff Effekt der formset- zenden Kraft der Medientechnik ist, denn bekanntlich ist die „Beobachtung funktionierender

Technik [

Im Folgenden möchte ich wie folgt vorgehen: Es soll der letzte große Abschnitt von Holmes’ Text parallel mit Texten von Latour gelesen werden. Dieser letzte Abschnitt ist signifikant für die hier verfolgte Fragestellung, insbesondere weil er eine Art leicht überzeichnende medien- utopische Projektion der Potentiale der Stereoskopie vorstellt. Dies macht die argumentativen Züge einerseits pointierter, andererseits wird zu prüfen sein, ob und inwiefern die von Hol- mes’ postulierten Kontrollpotentiale der medientechnisch generierten Form eingetreten sind, wenn nein, warum nicht oder in welch anderer Weise.

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eine wichtige Quelle für Ideen.“ 6

Die Form-Abspaltung und die Konstanz der Form

Form is henceforth divorced from matter. In fact, matter as a visible object is of no great use any longer, except as the mould on which form is shaped. Give us a few ne- gatives of a thing worth seeing, taken from different points of view, and that is all we want of it. Pull it down or burn it up, if you please. We must, perhaps, sacrifice some luxury in the loss of color; but form and light and shade are the great things, and even color can be added, and perhaps by and by may be got direct from Nature. There is on- ly one Coliseum or Pantheon; but how many millions of potential negatives have they shed, – representatives of billions of pictures, – since they were erected! 7

Holmes betont – durch die Kursivierung – eine der zentralen Leistungen des Stereoskops, nämlich die Form von der Materie trennen zu können. Genauer noch scheint er anzudeuten, dass ab dem Zeitpunkt der Existenz dieser Technik die Form immer als getrennt von der Ma- terie betrachtet werden kann. Man beachte, dass es hier nicht um die allgemeine Feststellung geht, dass Medien Potentiale für Formbildungen sind. 8 Vielmehr geht es darum, dass eine Medientechnologie wie das Stereoskop bestimmte Formen von der Materie, den materiellen Dingen gleichsam abtrennt und aufspeichert. Holmes bemerkt, dass dies im Falle der Stereo- skopie bestimmte räumliche Relationen sind – während auf die Farbe zunächst verzichtet

5 Vgl. Belliger/Krieger: ANThology. Dazu inwiefern ANT selbst Medientheorie ist, vgl. Schüttpelz: „Elemente einer Akteur-Medien-Theorie“.

6 Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft, S. 531.

7 Holmes: „The Stereoscope and the Stereograph“, S. 747f., Hervorheb. im Original.

8 Vgl. Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft, S. 190-202.

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werden muss (der technische Stand der Fotografie um 1859 ließ keine Farbreproduktion zu). 9 Verschiedene Technologien haben also verschiedene Potentiale der Form-Abspaltung. Die Formen beziehen sich nur auf bestimmte Aspekte des Gegenstands – so ist ein stereoskopi- sches Bilderpaar in der Regel auch kleiner als der fotografierte Gegenstand, aber bestimmte räumliche Relationen bleiben erhalten. Diese Speicherung räumlicher Relationen wurde schnell Grundlage entsprechender Praktiken. So bildete sich etwa ab 1851 die Photogrammet- rie heraus, ein Bündel von Verfahren, um aus photographischen Bildern – wenn sie unter be- stimmten kontrollierten Bedingungen aufgenommen wurden – die räumliche Struktur der fo- tografierten Szene (vorzugsweise: Architektur) wieder zu rekonstruieren. Durch Pulfrich ka- men dabei ab 1901 stereoskopische Verfahren zum Einsatz. 10 Diese Möglichkeiten der Speicherung der räumlichen Formen (wenn auch nicht unbedingt mit Stereoskopien) führten schon früh zu konkreten Großprojekten: 1851 wurde auf Beschluss der Commission des monuments historiques die ‚Mission Heliographique‘ organisiert. Namhafte Fotografen der Zeit wie Hippolyte Bayard oder Édouard Baldus wurden beauftragt, in ver- schiedene Regionen Frankreichs zu reisen, um Aufnahmen von Baudenkmälern zu machen. Die angestrebte Archivierung von für wichtig befundenen (architektonischen) Kunstschätzen steigert sich bei einem Zeitgenossen des späten 19. Jahrhunderts schließlich zu einem „mega- lomane[n] Traum“. 11 Albrecht Meydenbauer, Leiter der Preussischen Königlichen Messbild- anstalt, versuchte ab 1881 ein gigantisches Denkmälerarchiv zu errichten. Es sollte Fotogra- fien versammeln, auf deren Basis photogrammetrisch auch „nach 100 Jahren ein Bauwerk in Grund- und Aufriss mit allen Einzelheiten […] nachgebaut werden [könnte], nachdem es selbst vom Erdboden verschwunden ist“. 12 Genau deswegen kann Holmes schon 1859 schrei- ben: ‚Give us a few negatives of a thing worth seeing, taken from different points of view, and that is all we want of it. Pull it down or burn it up, if you please.‘ Das Ding kann zerstört

9 Vgl. Eder: Geschichte der Photographie, S. 928-978 zur Entwicklung verschiedener farbfoto-

grafischer Verfahren im 19. Jahrhundert. 1859 war keines davon standardmäßig etabliert. Allerdings

weist er (S. 431) darauf hin, dass „[u]m 1850 [

riert“, also per Hand eingefärbt, wurden. Im Prinzip hätte Holmes also 1859, auch wenn er in den USA und nicht in Paris war, solche gesehen haben können. Doch erstens hätte die Kolorierung Holmes’ Betonung der Form-Abspaltung (zu diesem Begriff auch: Schröter: „Banknoten der Natur“) wider- sprochen, da es bei Kolorierung ja keine vom Gegenstand übertragene Farbinformation gibt (daher fordert Holmes auch, dass die Farbe ‚may be got direct from Nature‘). Zweitens fallen gerade in stere- oskopischen Bildverwendungen kleinste Unstimmigkeiten zwischen den Bildern störend ins Auge, worauf Holmes an anderer Stelle („Sun Painting and Sun Sculpture“, S. 15) hinweist. Daher dürfte selbst eine sorgfältige Kolorierung von Stereoskopien kaum überzeugende Ergebnisse gezeitigt haben.

10 Vgl. Eder: Geschichte der Photographie, S. 557-564.

11 Wolf: „Das Denkmälerarchiv Fotografie“, S. 356.

12 Meydenbauer: „Ein deutsches Denkmäler-Archiv“, S. 630.

in Paris auch Stereoskop-Daguerreotypien kolo-

]

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werden, solange nur seine (hier: räumliche) Form aufbewahrt werden kann. 13 Man kann Hol- mes’ Bemerkungen mit einem Zitat von Latour von 1998 vergleichen:

Der Begriff der In-Formation beinhaltet ein erstes Merkmal, vorausgesetzt, wir verste- hen das Wort in einem sehr praktischen Sinne, nämlich als das, was etwas – in seinem materiellsten Aspekt als Eintragung – in eine Form bringt. Um Entfernungen zu über-

winden, müssen Materialitäten in Formen verwandelt werden. [

rakteristikum dieser Ersetzungsbewegungen ist so wichtig wie das erste, nämlich die Bewahrung von beständigen Merkmalen durch Wandlungen in den jeweiligen Reprä- sentationen hindurch. Da per definitionem die lokale Materialität verlassen wurde, stellt sich die Frage, wie eine Form auf diese referieren kann, wenn einige ihrer Rela- tionen nicht konstant gehalten würden. Diese Bewahrung einer Konstante durch Transformation hat nichts mit einer Übertragung der Dinge selbst zu tun, wie in der naiven Perspektive des Realismus, denn die Dinge selbst müssen verlassen werden, so dass wir, auf Entfernung, eine Information ‚über‘ diese haben können. Aber es hat viel mit der Bewahrung einer Konstante durch die sukzessive Transformation des Medi- ums hindurch zu tun. 14

Ein zweites Cha-

]

Genau dieselben Momente wie bei Holmes finden sich auch bei Latour: Materie wird in Form verwandelt – oder genauer: Es werden je nach Technik und Zweck bestimmte Formen abge- spalten, die bestimmte Aspekte des Dings kontinuieren. Problematisch ist – und das weiß of- fenbar auch Latour, denn sonst wäre sein Seitenhieb auf den ‚naiven Realismus‘ überflüssig – , dass er hier eine Art partiell-isomorphisches, frei nach Peirce: ikonisches Modell, der Form zu vertreten scheint. Doch ist die ‚Bewahrung einer Konstante‘ als eine Art Ähnlichkeitsrela- tion nicht allein dadurch eine unterkomplexe Beschreibung der Form, weil, wie Peirce immer schon argumentiert hatte, in Zeichenprozessen stets ikonische und indexikalische und symbo- lische Anteile eine Rolle spielen? Ist die Reduktion einer Form auf irgendeine Art von Ähn- lichkeit nicht hochproblematisch – wie Nelson Goodman in seiner Kritik der Ähnlichkeitsthe- orien des Bildes schlagend demonstriert hatte? 15 Kann es nicht auch dominant symbolische Formen geben, die per Konvention operieren und mithin überhaupt keine ‚Bewahrung einer Konstante‘ benötigen? Es lässt sich allerdings jetzt schon als Vermutung festhalten, dass diese Eigenart von Latours Formbegriff auf seiner Konzentration auf die naturwissenschaftliche Erkenntnisproduktion

13 Daher ist es nicht überraschend, dass immer wieder mit den verschiedensten Medientechnolo- gien versucht wurde, die räumlichen Formen von Kulturschätzen wie Skulpturen zu speichern, vgl. Schröter: „Wie man Skulpturen rendern soll.“

14 Latour: „Wie ist man ikonophil in Kunst, Wissenschaft und Religion?“, S. 26f. In überra- schend ähnlicher Weise leitet auch Vilém Flusser: „Die Informationsgesellschaft“, den Begriff der Information vom ‚in-Form-bringen‘ ab.

15 Vgl. Scholz: Bild, Darstellung, Zeichen, S. 16-63.

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herrühren könnte. 16 Es geht um die Akkumulation von In-Formationen über unbekannte Sachverhalte – und da sie ‚unbekannt‘ sind, können keine konventionellen Bezeichnungen in Anschlag gebracht werden. Es geht erst einmal darum, abgespaltene Formen zu sammeln und zu klassifizieren, zu zirkulieren und zu diskutieren – um allererst ein Bezeichnungssystem für das noch dunkle ‚epistemische Ding‘ (Rheinberger) errichten zu können. Latour insistiert da- rauf, dass jede zumindest in der Wissenschaft genutzte „Operationskette“ 17 oder „Kaskade von Inskriptionen“ 18 zurück verfolgbar sein muss. Wissenschaftler müssen im Prinzip alle Schritte, die vom Ding weg durch Technologien immer abstraktere Formen generieren 19 auch in die andere Richtung wieder verfolgen können. Man muss ein Forschungsergebnis, z.B. ein Set von Formeln, welches in einem wissenschaftlichen Aufsatz dargestellt wird, zumindest im Prinzip dadurch auf seine Gültigkeit überprüfen können, dass man das Experiment und alle weiteren Transformationsschritte wiederholt und so in Latours Sinne, die Kette „zirkulieren- der Referenz“ ‚rückwärts‘ wieder abschreitet. Wenn man das kann, ist das Ergebnis validiert. Latour hat versucht, dies mit einer berühmten Feldstudie über Bodenforscher am Amazonas nachzuzeichnen. Er versucht zu zeigen, wie die Forscher Schritt für Schritt mit je speziellen (Medien-)Technologien immer abstraktere Formen abspalten und akkumulieren. 20 In Abb. 1 geht es genau um diese Schritte, in der die Form aus Schritt n selbst zur Materie in Schritt n+1 wird, von der wiederum eine neue Form erzeugt wird. 21

Abb. 1 Quelle: Latour: Die Hoffnung der Pandora, S. 85.

Man mag diesen Versuch Latours, die Subjekt/Objekt-Spaltung durch Operationsketten zu überwinden, für problematisch halten. 22 Hier soll nur festgehalten werden, dass er, ganz ähn- lich wie Holmes bald 150 Jahre zuvor, die partiell konstante Abspaltung von Formen von Materie durch Medientechnologien für zentral hält. Dabei betont er: ‚Um Entfernungen zu überwinden, müssen Materialitäten in Formen verwandelt werden‘. Diesen Aspekt findet man auch bei Holmes.

16 Die er in dem zitierten Text ja nicht zufällig (und von der Einteilung her eher konventionell) Kunst und Religion und ihren ‚Formpraktiken‘ gegenüberstellt.

17 Vgl. Schüttpelz: „Der Punkt des Archimedes“.

18 Latour: „Die Logistik der immutable mobiles“, S. 140.

19 So ersetzt Latour die systematischen Spalt zwischen indexikalischen, ikonischen und symboli- schen Zeichen durch die Beschreibung der prozessualen ‚Operationsketten‘, in denen aus ähnlicheren immer unähnlichere und konventionellere Zeichen werden – zumindest ist das der Versuch.

20 Vgl. Latour: Die Hoffnung der Pandora, S. 36-95.

21 Diese ‚Dialektik‘ von Materie und Form, wo die Form in der nächsten Stufe wieder zur Mate- rie wird, erinnert an Luhmanns Auffassung des Verhältnisses von Medium und Form – wobei Luh- mann sich ja ausdrücklich vom Begriff der Materie abwenden will, allerdings nicht ohne dennoch vom „medialen Substrat“ (Die Gesellschaft der Gesellschaft, S. 200) zu sprechen.

22 So kann man etwa einwenden, dass der angeblich überwundene Schnitt zwischen Welt/Geist oder Objekt/Subjekt einfach mikrologisch bei jedem Materie/Form-Schritt der Kette der zirkulieren- den Referenz wiederkehrt.

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Zirkulation und Akkumulation der Form

Matter in large masses must always be fixed and dear; form is cheap and transportable. We have got the fruit of creation now, and need not trouble ourselves with the core. Every conceivable object of Nature and Art will soon scale off its surface for us. Men will hunt all curious, beautiful, grand objects, as they hunt the cattle in South America, for their skins, and leave the carcasses as of little worth. 23

Sekula hat zu Recht unterstrichen, dass hier die Ökonomie eine zentrale Rolle spielt. Die ab- gespaltenen Formen sind ‚billig‘ und ‚transportabel‘ – während es teuer, aufwendig und oft auch schlicht unmöglich ist, die Dinge selbst zu bewegen. Auch dies ist direkt mit Latour kor- relierbar:

Wenn keine Trans-Formation im Sinne einer Encodierung oder Einschreibung in eine Form vorgenommen wird, gibt es weder die Überwindung von Entfernung noch Über- tragung, und das einzige Verfahren, um etwas zu wissen, ist ‚da zu sein‘ und auf die jeweiligen Merkmale nur still mit dem Zeigefinger zu weisen. 24

Latour nennt die abgespaltenen Formen ‚immutable mobiles‘ – sie sind als Formen ‚mobil‘ und andererseits bewahren sie Aspekte der Dinge, die über die weiteren Transformationen in immer neue Formen stabil, unverändert bleiben müssen, um die zirkulierende Referenz zu ermöglichen. Die Mobilität der Formen ist für Ökonomien zentral – Holmes denkt 1859 dabei schon explizit an die Werbung: „Already a workman has been travelling about the country with stereographic views of furniture, showing his employer’s patterns in this way, and taking orders for them.“ 25 Das Ganze bekommt einen imperialistischen, expansiven Zug, wenn Hol- mes die ‚Jagden‘ nach Formen beschreibt, wie aus der ganzen Welt jedes denkbare Objekt medientechnologisch gezwungen wird, seine Oberfläche abzugeben. Aber die Formen werden nicht nur von den Objekten abgespalten, sie werden auch an zentralen Orten gesammelt, klas- sifiziert, zu größeren Einheiten zusammengefasst. Jedenfalls schwebt Holmes dies vor:

The consequence of this will soon be such an enormous collection of forms that they will have to be classified and arranged in vast libraries, as books are now. The time will come when a man who wishes to see any object, natural or artificial, will go to the Imperial, National, or City Stereographic Library and call for its skin or form, as he would for a book at any common library. We do now distinctly propose the creation of

23 Holmes: „The Stereoscope and the Stereograph“, S. 748.

24 Latour: „Wie ist man ikonophil in Kunst, Wissenschaft und Religion?“, S. 26.

25 Holmes: „The Stereoscope and the Stereograph“, S. 748.

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a comprehensive and systematic stereographic library, where all men can find the spe-

cial forms they particularly desire to see as artists, or as scholars, or as mechanics, or

Again, we must have special stereographic collections, just

as we have professional and other special libraries. And as a means of facilitating the formation of public and private stereographic collections, there must be arranged a comprehensive system of exchanges, so that there may grow up something like a uni- versal currency of these bank-notes, or promises to pay in solid substance, which the sun has engraved for the great Bank of Nature. 26

in any other capacity. [

]

Holmes bezeichnet die stereoskopisch generierten Formen als ‚bank-notes‘, auch hier sind wieder die monetären Metaphern stark, auf die Sekula in seiner Lektüre abzielt. Doch zu- nächst geht es einfach darum, die Formen in spezifischen Archiven, die durch Katalogsysteme strukturiert sind, zu sammeln. Man kann diese Archive – Büchereien gleich – aufsuchen und sich dort die Formen zur Ansicht geben lassen, die man benötigt. Das spezifische räumliche Wissen, was in diesen Formen gespeichert ist, kann so von entsprechenden Berufsgruppen genutzt werden (nicht zufällig nennt Holmes die ‚mechanics‘), setzt doch die Konstruktion von Maschinen unter Umständen Wissen über die räumlichen Relationen voraus, in denen die Teile zueinander stehen. 27 Hier wird schon angedeutet, dass die Akkumulation von Formen – und ihre Zirkulation, die Holmes am Ende des zitierten Absatzes ja fordert und die man heute vielleicht ‚Fernleihe‘ nennen würde – notwendig für den Aufbau von Wissen und damit für Beherrschung und Kontrolle der gewussten Sachverhalte ist. Daher ist es nur konsequent, wenn Holmes kurz danach eine Standardisierung der stereoskopisch abgespaltenen räumli- chen Formen fordert:

To render comparison of similar objects, or of any that we may wish to see side by si- de, easy, there should be a stereographic metre or fixed standard of focal length for the camera lens, to furnish by its multiples or fractions, if necessary, the scale of distances, and the standard of power in the stereoscope-lens. In this way the eye can make the most rapid and exact comparisons. 28

26 Ebd.

27 Allerdings war schon Jahrzehnte vor Holmes’ Text klar, dass für die Aufspeicherung räumli- cher Relationen die letztlich immer noch linearperspektivischen Bilder der Stereofotografie weniger geeignet sind als verschiedene Typen parallelperspektivischer Projektionen, so hatte schon 1822 Wil- liam Farish die Isometrie als das vorzügliche Verfahren der technischen Zeichnung vorgeschlagen, vgl. Farish: „On Isometrical Perspective“, vgl. auch Beil/Schröter: „Die Parallelperspektive im digita- len Bild“. Das macht zumindest deutlich, dass Holmes’ trotz seiner Begeisterung für die Stereoskopie die spezifischen Bedürfnisse der ‚mechanics‘ nicht so gut kennt.

28 Holmes: „The Stereoscope and the Stereograph“, S. 748.

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Ähnlich wie bei der oben kurz erwähnten Photogrammetrie setzt die Funktionalisierung der Form eine metrologische Standardisierung voraus. Anders ausgedrückt: Die medientechnisch abgespaltenen, zirkulierenden und/oder akkumulierten Formen müssen zusätzlich mit einem schriftlichen Katalog und einer – in der Regel – numerisch beschriebenen Standardisierung kombiniert werden. Ein intermediales Archiv ist für referentielle Operationen konstitutiv. 29 Auch Latour unterstreicht die zentrale Rolle der Standardisierung:

Metrologie ist die wissenschaftliche Organisation stabiler Messungen und Standards. Ohne sie ist keine Messung stabil genug, um weder Homogenität der Inskriptionen

noch ihre Umkehr zuzulassen. [

ein Klischee der Epistemologie, aber Metrologie ist die praktische Durchsetzung die-

ser mystischen Universalität. [

en oder eine Wurst bei einem Metzger wiegen lassen, jedes Mal, wenn Laboratorien die Bleibelastung oder die Reinheit des Wassers messen oder die Qualität von Indust- riegütern kontrollieren, erlauben wir mehr unveränderlich mobilen Elementen neue Orte zu erreichen. 30

Die Universalität von Wissenschaft und Technik ist

]

]

Jedes Mal, wenn wir auf unsere Armbanduhr schau-

Nicht, dass es jemals zum Aufbau speziell der von Holmes erträumten stereoskopischen Bib- liotheken gekommen wäre. Aber: Das Konzept von Archiven abgespaltener Formen, die in partieller Konstanz zum Ding stehen, die metrologisch standardisiert, akkumuliert und ggf. zirkuliert werden, erinnert geradezu verblüffend an die von Latour beschriebenen ‚Centers of Calculation‘. Damit meint er ‚Machtzentren‘, in denen verschiedene wissenschaftliche, juris- tische, logistische, politische Expertisen koagulieren, z.B. Forschungszentren, militärische Kommandozentralen, politische Think Tanks 31 und dergleichen. Diese Zentren senden Expe- ditionen, Mission, Forscher etc. aus, um Formen medientechnologisch abzuspalten, zu stan- dardisieren, evtl. zu abstraktifizieren und an die Zentren zu senden, wo sie weiter standardi- siert, klassifiziert, akkumuliert werden – genau wie die oben genannte Commission des mo- numents historiques 1851 die ‚Mission Heliographique‘ ins Leben gerufen hatte. Latour:

Nachdem wir Expeditionen 32 , Sammlungen und Befragungen verfolgt und die Aufstel- lung neuer Observatorien, Inskriptionsvorrichtungen und Messsonden beobachtet ha- ben, werden wir nun zu den Zentren zurückgeführt, von denen diese Kreisläufe ausge-

29 Vgl. Schröter: „Analogue/Digital“ zur Intermedialität und Tagg: „The Archiving Machine“, sowie Foucault: Archäologie des Wissens, S. 183-190 zum Archiv.

30 Latour: „Drawing Things Together“, S. 298f. Vgl. zur Rolle der Skalen auch Schröter „Maß- stäbe und Medien“.

31 Vgl. Brandstetter u.a.: Think Tanks.

32 Vgl. das oben gegebene Zitat von Holmes: ‚Men will hunt all curious, beautiful, grand objects, as they hunt the cattle in South America, for their skins, and leave the carcasses as of little worth‘ – auch bei Holmes geht es um Expeditionen.

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gangen sind; in diesen Zentren werden Proben, Karten, Diagramme, Zahlenberichte,

Fragebögen und Papierformulare aller Art akkumuliert und von Wissenschaftlern und

Ingenieuren dazu verwendet, die Beweisführung zu verbessern. [

nun [

schaften mobilisieren, sondern hunderte von Quadratmetern geologischer Karten von

verschiedenen Teilen der Erde. [

schlossen ist, strömen Massen von Inskriptionen herein und verschieben die Maßstäbe noch einmal, indem sie die Welt zwingen, zu den Zentren zu kommen – zumindest auf Papier. 33

]

Geologen können

]

nicht nur ein paar Gesteinsbrocken und schöne Aquarelle exotischer Land-

]

Jedes Mal, wenn ein Instrument an etwas ange-

Latour betont ausdrücklich die Macht, die solche Vorgänge verleihen:

Indem man nur auf Papier arbeitet, an zerbrechlichen Inskriptionen, die sehr viel we-

niger sind als die Dinge, aus denen sie extrahiert sind, ist es doch möglich, alle Dinge

und alle Menschen zu dominieren. [

exklusive Manipulation aller möglichen Arten von Inskriptionen zum Stärksten. Dies ist das Verständnis von Macht, zu dem wir gelangen, wenn wir dem Thema von Visu- alisierung und Kognition in aller Konsequenz folgen. 34

Der Schwächste wird durch die obsessive und

]

In vergleichbarer Weise spricht auch Holmes vom „greatest of human triumph over earthly conditions, the divorce of form and substance.“ 35 Die medientechnische Abspaltung der For- men, ihre Standardisierung, Zirkulation und Akkumulation sind, sowohl für Holmes, als auch für Latour zentrale Verfahren der Macht. Die Zentren erzeugen Wissen, durch das die ge- wussten Objekte und Prozesse kontrolliert werden können. Für Schüttpelz ist das der zentrale Mechanismus, mit dem der ‚Westen‘ seine globale Dominanz erringen konnte: „Jede Steige- rung der Mobilität und jede Steigerung einer Formkonstanz über Transformationen hinweg kann Organisationen helfen, Kontrolle über die Distanzen eines Raums und in einem agonisti- schen Verhältnis zu anderen Organisationen kleine organisatorische Vorteile zu gewinnen.“ 36 Holmes bemerkt genau in diesem Sinne: „The next European war will send us stereographs of battles.“ 37 Das war geradezu prophetisch: Denn im Ersten Weltkrieg nutzte die Luftaufklä- rung stereoskopische Bilder – da diese mehr In-form-ationen über die räumlichen Verhältnis- se abzuspalten und in die Zentren zu transferieren erlaubte. 38 Und noch zum Zweiten Welt-

33 Latour: „Logistik der immutable mobiles“, S. 137f.

34 Latour: „Drawing Things Together“, S. 302. Latours Begriff der ‚Inskriptionen‘ bezeichnet jeweilige Ensembles aus abgespaltenen Formen und ihren metrologischen Paratexten.

35 Holmes: „The Stereoscope and the Stereograph“, S. 748.

36 Schüttpelz: „Die medientechnische Überlegenheit des Westens“, S. 70.

37 Holmes: „The Stereoscope and the Stereograph“, S. 748.

38 Vgl. zum Einsatz der Stereoskopie in diesem Krieg Seiling: „Flieger-Stereoskopie“ und für die französische Seite Goussot: „La photographie aérienne“.

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krieg hieß es: „Alle Fliegeraufnahmen in unserer Wehrmacht werden stereoskopisch ge- macht.“ 39

Form als medientheoretischer Grundbegriff

Lange bevor eine institutionalisierte Medienwissenschaft auf die Idee kam, ‚Form‘ als einen ihrer Grundbegriffe anzusetzen, war ‚Form‘ ein Grundbegriff von machtorganisatorischen Praktiken mit Medientechnologien – selbst wenn er nicht immer explizit ausgesprochen wur- de. Das tut dankenswerterweise Holmes in The Stereoscope and the Stereograph. Er macht deutlich, dass die Technik der Stereoskopie die Abspaltung räumlicher Formen von Objekten erlaubt, die zirkulieren und archiviert werden können. Sie können und sollten standardisiert werden und erlauben in ihrer Auswertung Kontrolle und Macht auszuüben. Freilich scheint eine solche Beschreibung nicht für jedes „Konstitutions- und Gültigkeits- feld“ 40 des Formbegriffs zu gelten. Die formalen Strukturen z.B. des Films, die etwa David Bordwell mit seinem neoformalistischen Ansatz beschreibt 41 , scheinen nur schwer als Abspal- tung, Zirkulation, Archiv, Kontrolle reformulierbar zu sein. Aber ist das wirklich so? Könnte man nicht auch formulieren, dass Bordwell (oder seine ‚Wisconsin School‘) in einem ‚agonis- tischen Verhältnis‘ zu anderen Interpretationsorganisationen versucht ‚kleine Vorteile zu er- ringen‘, hier: die eigene Lesart von Filmen durchzusetzen? 42 Und werden da nicht auch For- men von Filme abgespalten – etwa die Filmstills und Beschreibungen in Büchern wie Narra- tion in the Fiction Film, die eben ganz bestimmte Aspekte an den Filmen hervorheben. Und werden dafür nicht auch zusätzliche Medientechniken mobilisiert? So erlaubte z.B. der Vide- orekorder und heute die DVD Filme (oder Fernsehserien) immer wieder zu sehen, (jedenfalls leichter) Stills herauszuschneiden, die dann neu kontextualisiert und interpretiert werden. Und beruhen die möglichen Film- oder Fernsehanalysen nicht natürlich auch auf einem Archiv (die Filme, die Bordwell gesehen hat) und sind die Bücher nicht selbst Archive? Und zirkulie- ren sie nicht auch durch Operationsketten – z.B. in Seminarlektüren oder in der Form von Citation-Indexen? Ließe sich nicht auch die kulturwissenschaftliche Aktivität an Unis als ein ‚Centre of Calculation‘ beschreiben, dass Formen sammelt, standardisiert, archiviert, neu ver- knüpft, abstraktifiziert und wiederum als Beschreibungen entlässt? Beschreibungen, die wie- derum der Kontrolle – diesmal: der anschließbaren Semantiken etwa – dienen (sollen)? 43 Wieso sollten die kulturwissenschaftlichen nicht ähnlich wie die naturwissenschaftlichen Praktiken beschrieben werden können?

39 Lüscher: „Mehr Raum dem Raumbild!“.

40 Foucault: Archäologie des Wissens, S. 11.

41 Vgl. Bordwell: Narration in the Fiction Film.

42 Siehe z.B. den Konflikt zwischen der Wisconsin-School und der Zeitschrift Screen 1986- 1988, exemplarisch dafür Bordwell: „Adventures in the High Lands of Theory“.

43 Vgl. Schröter: „Maßverhältnisse der Medienästhetik“.

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Das mag eine offene Forschungsfrage sein. Jedenfalls ist ‚Form‘ schon deshalb ein zentraler medientheoretischer Grundbegriff, weil mit ihm gezeigt werden kann, wie mit Medientechno- logien Kontrolle und Macht erzeugt werden können.

Literaturverzeichnis

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